Kuka steht exemplarisch für die Angst vor dem Ausverkauf deutscher Technologie nach China. 2016 wurde der Augsburger Roboterbauer vom chinesischen Hausgerätehersteller Midea übernommen. Bei der Hauptversammlung am heutigen Dienstag soll das Unternehmen endgültig sinisiert werden. Die chinesischen Bosse wollen auch die letzten verbliebenen deutschen Kleinaktionäre herauskaufen und Kuka danach von der Börse nehmen. Sie hoffen, dadurch mehr Ruhe ins Management zu injizieren. Denn bislang blieb die Entwicklung hinter den Erwartungen zurück.
Von Frank Sieren
Kein Entwicklungsland der Welt ist von Deutschland mit Expertise, Technologietransfer und Hilfen aller Art so stark unterstützt worden, wie die Volksrepublik seit Beginn ihrer Reformen. Waren wir zu naiv gegenüber einem potenziellen Systemrivalen?
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Chinas Null-Covid-Politik bedeutet harte Einschränkungen für Unternehmen. Doch gleichzeitig profitieren sie von Maßnahmen, die in Deutschland unvorstellbar wären: Arbeiter werden von der Außenwelt isoliert. Sie übernachten und leben in oder direkt an den Fabriken, damit sie sich nicht auf dem Weg oder zu Hause mit Covid-19 anstecken. Bei Tesla in Shanghai sollen sich zwei Schichten sogar die Betten teilen. Es gibt erste Proteste gegen diese Maßnahmen.
Von Nico Beckert
Bei öffentlichen Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträgen könnte es für chinesische Unternehmen in der EU bald ungemütlicher werden. Billigangeboten aus der Volksrepublik will Brüssel mit neuen EU-Regeln einen Riegel vorschieben. Die Vorgaben sollen auch dazu führen, dass China seinen eigenen Beschaffungsmarkt mehr für die Europäer öffnet. Ob das aber klappt, ist fraglich.
Von Amelie Richter
Das weltweite Wirtschaftswachstum droht in den nächsten Monaten abzunehmen. Doch eine harte Rezession drohe nicht, lauten die meisten Wirtschaftsprognosen. Stephen S. Roach ist skeptischer und nennt drei Gründe für seinen Pessimismus. Vor allem ein schwaches China könnte die Weltwirtschaft mit in den Abgrund reißen.
Von Redaktion Table
Ulrich Reichert ist seit 32 Jahren China-CEO der Wirtgen Group, einem Hersteller von Straßenbaumaschinen. Reichert erlebt derzeit eine der tiefsten wirtschaftlichen Einschnitte, die er in seiner langen Karriere managen musste. Im Infrastrukturbereich sind die Umsätze jüngst erheblich eingebrochen. Eine ähnliche Krise habe er das letzte Mal vor zehn Jahren nach dem Auslaufen der Wirtschaftsförderung infolge der Weltfinanzkrise erlebt.
Von Frank Sieren
Das Sozialkreditsystem für Unternehmen in China stellt deutsche Firmen auch zwei Jahre nach seiner schrittweisen Einführung vor eine lange Reihe von Sorgen und Ungereimtheiten. So lautete das Fazit einer Veranstaltung am Donnerstagvormittag aus der Reihe Global China Conversations des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel.
Von Marcel Grzanna