Rheinmetall übernimmt NVL: Tim Wagner leitet neue Division „Naval Systems“

Deutschlands größter Rüstungskonzern, der bisher keine eigene Werft hat, verkündet die Übernahme des Marineunternehmens NVL. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

03. März 2026
Die Neue Jadewerft von NVL in Wilhelmshaven gehört nun auch zu Rheinmetall. (picture alliance/dpa | Sina Schuldt)
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Mit Monatsbeginn hat Rheinmetall die Übernahme des Marineunternehmens Naval Vessels Lürssen (NVL) und all seiner Tochtergesellschaften offiziell abgeschlossen. Man habe nach Unterzeichnung des Kaufvertrags im Oktober vergangenen Jahres nun „alle kartellrechtlichen Freigaben zum Erwerb“ erhalten, heißt es dazu von Rheinmetall.

Nach der Übernahme von NVL bildet man im Rheinmetallkonzern künftig die eigene Division „Naval Systems“. NVL-CEO Tim Wagner wird diese leiten und an den Rheinmetall-Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger berichten. Zur Höhe des Kaufpreises hätten „beide Parteien Stillschweigen vereinbart“. Verkäufer ist die Bremer Werftengruppe Lürssen, die jetzt nur noch Yachten verkauft und sich von ihrem militärischen Teil trennt.

Der Deal ist insofern besonders, als Rheinmetall dadurch den europäischen Markt in allen drei Militärdimensionen Land, Luft und Wasser noch mehr dominiert. Das Unternehmen entwickle sich zum „Domänen-übergreifenden Systemhaus“, drückt es Papperger aus. Bei dem Portfolio-Ausbau auf den Marine-Schiffbau gehe es darum, einen „leistungsfähigen Komplettanbieter für hochmoderne Überwasserschiffe“ zu schaffen. Gleichzeitig würde ein Beitrag zur Stärkung der maritimen Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und der Nato geleistet.

Rheinmetall erbt damit auch das Fregattenprojekt F126: Nach der Übernahme durch Rheinmetall sollte zeitnah eine Entscheidung darüber fallen, ob die neue Division das Projekt als Generalunternehmerin übernehmen wird. Dazu hatte sich Wagner Ende Januar zuversichtlich geäußert.

Am 18. Februar hatte die EU-Kommission die anstehende Übernahme nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. NVL hat neben dem Bremer Verwaltungssitz vier Werften: eine in Wilhelmshaven (Niedersachsen), zwei in Hamburg und eine in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern). Katharina Horban, Lisa-Martina Klein

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026