Bundesregierung will rund 70 Millionen Euro für Fregatte F-126 freigeben

Der Bund will für die Beschaffung der Fregatte F-126 zusätzliche Mittel bereitstellen. Das Geld soll fällige Rechnungen begleichen, während das Verteidigungsministerium an einer Lösung mit neuem Generalunternehmer arbeitet.

24. Februar 2026
Wegen Verzögerungen bei der F-126 prüft das Verteidigungsministerium Alternativen. (picture alliance/dpa | Stefan Sauer)
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Die Bundesregierung will für das verzögerte Rüstungsprojekt Fregatte 126 weitere gut 70 Millionen Euro freigeben. Damit sollten fällige Rechnungen beglichen werden, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss hervorgeht, die Table.Briefings vorliegt. Mit dem Geld sollen zwischen Ende Dezember 2025 und Februar 2026 fällige Rechnungen bezahlt werden. Das Verteidigungsministerium habe versichert, dass die Leistungen für die nun anstehenden Zahlungen vollständig erbracht worden seien, heißt es in dem Schreiben. Der Haushaltsausschuss soll das Vorhaben am Mittwoch billigen. Ein Ja gilt als sicher.

Wegen der Probleme bei der F-126 treibt das Verteidigungsministerium eine zweigleisige Strategie voran. So prüft es als Alternative die Fregatte Meko A-200 von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Der Haushaltsausschuss hatte dafür bereits 50 Millionen Euro für einen Vorvertrag freigegeben, um Fertigungskapazitäten und Material mit langen Lieferzeiten zu sichern. So soll die Lieferung eines ersten Schiffes bis Dezember 2029 gewährleistet werden. Hintergrund ist, dass Deutschland der Nato ab 2028 durchgehend vier Fregatten zur U-Boot-Jagd zugesagt hat. Diese Zusage kann wegen der Verzögerungen bei der F-126 nicht mehr pünktlich erfüllt werden. Eine Entscheidung, ob und wie das Projekt F-126 fortgeführt werden kann, soll nach Informationen aus Regierungskreisen bis Ende April fallen.

Das Verteidigungsministerium strebt bei der F-126 einen Wechsel des Herstellers an. Der Generalunternehmer soll nicht mehr die niederländische Damen-Werft, sondern die deutsche Lürssen-Werft (NVL) sein. NVL hatte zuletzt mitgeteilt, man sei auf diesem Weg ein großes Stück vorangekommen und arbeite daran, das Projekt in wenigen Wochen zu übernehmen. Lisa-Martina Klein/Robert Wallenhauer/Reuters

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026