Warum der Iran-Krieg Trump gefährlich werden könnte

Wenn der US-Präsident Operation „Epic Fury“ nicht schnell als Sieg präsentieren kann, könnte ihn das innenpolitisch schädigen. Die Dauer des Kriegs hängt vom Ziel des Einsatzes ab – und das bleibt vage.

KK
02. März 2026
Trump im Washington, 1. März. (picture alliance / Anadolu | Kyle Mazza)
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US-Präsident Donald Trump geht mit dem Angriff auf den Iran nicht nur kriegstechnisch ein großes Risiko ein. Er riskiert auch seine Position bei den im November anstehenden Midterm-Wahlen. Wie gefährlich der Krieg für Trump wird, hängt davon ab, wie lange er dauern wird. Schafft es Trump, Operation „Epic Fury“ als schnellen Sieg darzustellen, dann kommt er wohl noch einmal glimpflich davon. Zieht sich der Krieg aber länger hin mit mehr toten US-Soldaten und einem Flächenbrand in der Region, dann könnten vor allem seine MAGA-Anhänger bei den Wahlen ihre Stimme verweigern.

Die Dauer des Kriegs hängt stark vom Ziel ab: Ist es ein Regierungswechsel im Iran oder lediglich, dass der Iran keine Atomwaffen bauen kann? Bei der Antwort darauf scheint Washington bisher immer noch zu schwanken. „Es sieht so aus, als würden sie sich alles spontan ausdenken“, kritisierte Justin Logan, Direktor für Verteidigung und Außenpolitik des Thinktanks Cato Institute in Washington, gegenüber dem Wall Street Journal.

Trump könnte auch – ähnlich wie in Venezuela – einfach den Sieg erklären, ohne dass die iranische Opposition an die Macht kommt. In diesem Szenario könnte Trump sagen, dass er die Raketen- und Nuklearkapazitäten des Iran geschwächt und dessen Marine lahmgelegt habe, und dass der getötete Ali Chamenei den Preis dafür bezahlt habe, erklärte Dennis Ross, ehemaliger US-Nahost-Unterhändler, gegenüber dem Wall Street Journal. „Dann könnte er sagen, ich habe dem iranischen Volk eine Chance gegeben, aber es wird selbst über seine Zukunft entscheiden.“

Die Entscheidung für den Angriff war im Vorfeld in den USA durchaus umstritten. Generäle hatten Bedenken geäußert, und laut Medienberichten soll der effektive Zeitpunkt von Israel bestimmt worden sein. Je weiter sich der Krieg nun in der Region ausbreitet, umso schwieriger wird die Lage: Vier US-Soldaten sind bereits gestorben und die USA haben drei Kampfjets verloren. General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, kündigte am Montag an, dass die USA weitere Streitkräfte in den Nahen Osten schicken werden, um ihre Operation im Iran zu unterstützen. Kriegsminister Pete Hegseth schloss auch den Einsatz von Bodentruppen nicht aus. Gleichzeitig betonte er aber: „Das ist nicht Irak. Das ist nicht endlos.“

In einer Umfrage von Ipsos für Reuters vom Sonntag befürworteten nur 27 Prozent der befragten Amerikaner den Einsatz. Es ist vor allem Trumps wichtige MAGA-Basis, die nichts von Endlos-Kriegen in fernen Ländern wissen will. Der langjährige Trump-Unterstützer und ehemalige Fox-Talkshow-Host Tucker Carlson nannte den Angriff „absolut widerlich und böse“. Auch der Trump-Verbündete Erik Prince, ein privater Militärunternehmer, sagte in einem Podcast von Steven Bannon: „Ich sehe nicht, wie dies mit dem MAGA-Versprechen des Präsidenten vereinbar ist. Ich bin enttäuscht.“ Die ehemalige Trump-Unterstützerin Marjorie Taylor Greene kritisierte den Angriff als „absolut unnötig und ist inakzeptabel“ auf X: „Trump, Vance, Tulsi (Gabbard) und wir alle haben uns dafür eingesetzt, dass es keine Kriege im Ausland und keinen Regimewechsel mehr gibt. Jetzt sind amerikanische Soldaten tot.“ Je mehr US-Soldaten in dem Einsatz sterben, desto schlechter sind die Chancen für Trumps Kandidaten im November.

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026