Taiwan bezahlt den Besuch von Nancy Pelosi mit tagelangen chinesischen Manövern in der Nähe heimischer Küsten und mit chinesischen Sanktionen gegen den eigenen Exportsektor. Taiwans Repräsentant in Deutschland, Shieh Jhy-wey, sagt dennoch, das sei es wert gewesen. Für sein Land gehe es ums nackte Überleben. Außerdem habe die Welt erlebt, dass chinesische Drohungen keineswegs immer wahr gemacht werden. Mit Shieh sprach Marcel Grzanna.
Von Marcel Grzanna
Der offizielle Zeitraum der Manöver um Taiwan ist am Sonntag abgelaufen, doch sie sind noch nicht formal für beendet erklärt. Nach dem Wochenende blieb daher das Gefühl der Unsicherheit zurück, zumal die diplomatische Lage angespannt bleibt. China hat Sanktionen gegen Nancy Pelosi verhängt und den Dialog mit den USA abgebrochen. Deutsche Abgeordnete wollen nun jedoch erst recht nach Taiwan reisen.
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Von Chinas Manövern sind auch einige der weltweit wichtigsten Handelsrouten betroffen. Taiwans Behörden haben die Schiffskapitäne aufgerufen, die Gebiete zu umfahren. Laut Analysten drohen Auswirkungen auf die globalen Lieferketten jedoch nur, wenn die Militäraktionen ausgeweitet oder verlängert werden.
Von Nico Beckert
China hat seine Drohungen wahr gemacht und mehrere Militärmanöver um Taiwan begonnen. Die Aktionen stellen eine neue Eskalationsstufe dar. In Taiwan reagieren die meisten Menschen jedoch gewohnt gelassen. Das Militär gab sich vorsichtig-abwehrbereit. Einige Hardliner fordern härtere Gegenmaßnahmen.
Von David Demes