CEO.Table – Ausgabe 60

Europas Innovationsfinanzierung + Trends in der Versicherungsbranche + Folgen der Warsh-Nominierung

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Executive.Summary

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Warum der globale Kapitaldruck Europa zwingt, seine Innovationskraft endlich selbst zu finanzieren

Der globale Wettbewerb um privates Wachstumskapital in Europa verschärft sich deutlich. Amerikanische Fonds treten zunehmend aggressiv auf, während zugleich das Interesse internationaler Investoren am europäischen Markt steigt. Das zwingt auch Investoren stärker in die Öffentlichkeit zu gehen. „Typisch schweizerisch haben wir uns lange öffentlich kaum geäußert. Doch angesichts des zunehmenden Wettbewerbs ist heute eine stärkere öffentliche Positionierung wichtig “, sagt  Oliver Pabst, General Partner des Schweizer Investors Redalpine. Das Unternehmen zählt mit über einer Milliarde Euro verwaltetem Vermögen zu den größten europäischen Frühphaseninvestoren.

Die Zahlen zeigen deutlich, dass Europa für internationale Investoren immer attraktiver wird. Während 2020 rund 60 Prozent aller Private-Equity-Deals in der DACH-Region mindestens einen ausländischen Investor einschlossen, waren es 2025 bereits rund 70 Prozent, wie Daten von PitchBook ausweisen. Auch die Plattform Moonfare, die privaten und institutionellen Anlegern Zugang zu internationalen Private-Markets-Fonds bietet, beobachtet, dass globale Investoren Europa verstärkt nutzen, um ihr US-Engagement zu diversifizieren. Deutschland profitiert besonders davon: Die Bundesrepublik stellt inzwischen über 80 Prozent des DACH-Dealvolumens, und die Zahl deutschsprachiger Family Offices hat sich in fünf Jahren verfünffacht.

Dass die Frühphase in Europa funktioniert, zeigt das Start-up Proxima Fusion. Das Spinoff des Max-Planck-Instituts entwickelt ein modernes Stellarator-Konzept und arbeitet an einer Demonstrationsanlage, die belegen soll, dass Energie aus Fusion technisch möglich ist. In frühen Finanzierungsrunden fand das Team schnell Kapital. Für die nächsten Schritte benötigt Proxima jedoch rund zwei Milliarden Euro bis 2030. Genau hier zeigt sich das strukturelle Problem: In späteren Finanzierungsrunden steht in Europa häufig nicht genug Wachstumskapital bereit. Lucio Milanese, Co‑Founder & Chief External Affairs Officer von Proxima, sagt: „Für Gründer im Deep-Tech-Bereich zählt nicht nur die Menge des Kapitals, sondern auch die Qualität der Partnerschaft. Wer Mission, Komplexität und Ambition versteht, macht den Unterschied. Für uns gilt: Fusion wird kommen und die einzige Frage ist, ob Europa bei dieser Entwicklung vorangeht oder nur zuschaut.“

Im entscheidenden Wachstumssegment steht Europa trotz steigender Aufmerksamkeit erheblich unter Druck.Sebastian Becker, ebenfalls General Partner von Redalpine, warnt im Gespräch mit Table.Briefings, dass es an ausreichend großen Finanzierungsrunden in der späten Phase fehlt. Seit dem Höchststand 2022 ist das eingesammelte Wachstumskapital in Europa von knapp 39 Milliarden Euro auf rund zwölf Milliarden Euro gefallen. Diese Lücke entscheidet zunehmend darüber, ob erfolgreiche Unternehmen in Europa bleiben oder Kapital im Ausland suchen. Europa ist für Investoren attraktiver denn je – doch wenn der Kontinent seine Innovationskraft langfristig halten will, muss er sie nun konsequent selbst finanzieren.

Auch die Politik hat das Problem erkannt. Deutschland, Frankreich und das Europäische Parlament wollen die Wachstumsbedingungen für Start‑ups in Europa verbessern. Die gemeinsame Initiative FIVE – Financing Innovative Ventures in Europe – schlägt mehrere Maßnahmen vor, um die Lücke zu schließen, darunter Reformen der Zusatzrenten, gezielte öffentliche Kapitalinitiativen, Unterstützung innovativer Unternehmen, wettbewerbsfähigere Börsenplätze und ein EU‑weites „28. Regime“. Mehr dazu lesen Sie im Europe.Table.

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CEO.Talk

Was in Deutschland heute noch versicherbar ist – und wo die Grenzen liegen

Die Beitragseinnahmen der Versicherungsbranche stiegen 2025 um 6,6 Prozent auf 254 Milliarden Euro, doch dieser Zuwachs resultiert vor allem aus höheren Preisen. R+V‑CEO und GDV‑Präsident Norbert Rollinger macht im Interview mit Table.Briefings deutlich, „dass das Wachstum in der Branche inflationsbedingt ist“. Besonders in der Kfz‑, Wohngebäude- und Krankenversicherung hätten die Schadenkosten spürbar angezogen. „Versicherte erhalten real nicht mehr Schutz, sondern zahlen mehr für das gleiche Niveau“, sagt er.

Das Wachstum ergibt sich derzeit vor allem aus höheren Schadenkosten und nicht aus steigender Nachfrage. Werkstattlöhne, Ersatzteile und Bauleistungen sind zentrale Preistreiber. Rollinger verweist etwa auf „Werkstattstunden, die inzwischen bis zu 300 Euro kosten“. Versicherer müssten diese Belastungen abbilden und „die Schadenaufwendungen, die wir erwarten, an das Kollektiv umlegen“.

Einen weiteren Einfluss auf das Jahresergebnis hatte laut Rollinger die Wetterlage. „2025 war erstaunlicherweise ein sehr schadenarmes Jahr mit Blick auf Naturgefahren“, sagt er. Diese Entlastung steht jedoch im Gegensatz zur langfristigen Entwicklung: Über mehrere Jahre registriert die Branche einen kontinuierlichen Anstieg witterungsbedingter Schäden, der künftig wieder stärker durchschlagen dürfte.

Rollinger widerspricht der Annahme, Versicherer könnten in Phasen größerer Unsicherheit wirtschaftlich profitieren. „Die Schlussfolgerung, dass wir von Krisen profitieren, ist nicht richtig“, sagt er. Zwar steige in unruhigen Zeiten die grundsätzliche Bereitschaft zur Absicherung, doch führe das aus seiner Sicht nicht zu besseren Ergebnissen. Im Gegenteil: Extremwettereignisse erhöhten den Druck auf die Bilanzen, weil Versicherer ihre Schadenrückstellungen für Elementarrisiken kontinuierlich anpassen müssten.

Eine verpflichtende Elementarschadenversicherung lehnt der R&V-Chef klar ab. „Eine Pflichtversicherung fürs eigene Eigentum ist nicht Aufgabe des Staates“, betont er. Für ihn sprechen sowohl verfassungsrechtliche Gründe als auch der Grundsatz der Eigenverantwortung dagegen. Statt einer Pflichtlösung plädiert er deshalb für ein Opt‑out‑Modell, bei dem Versicherte standardmäßig abgesichert wären, den Schutz aber aktiv abwählen könnten. Im Neugeschäft der Wohngebäudeversicherung liege der Anteil der Kunden, die eine Elementarabsicherung wählen, bereits heute bei rund 80 Prozent. Nach Rollingers Einschätzung zeige dies, dass der Markt schon heute eine hohe Durchdringung erreicht – ganz ohne staatliche Pflicht.

Obwohl Rollinger hochexponierte Regionen wie in Kalifornien oder Florida, in denen sich private Versicherer teilweise zurückziehen, in Deutschland derzeit nicht sieht, verweist er auf gefährdete Bereiche hierzulande: Rund 400.000 Gebäude stehen in Zone‑4‑Gebieten, in denen statistisch etwa alle zehn Jahre ein Schadenereignis auftritt. Zugleich warnt er vor jährlich 1.500 bis 2.000 zusätzlichen Neubauten in ausgewiesenen Überschwemmungszonen. „Das halten wir für einen ganz großen Irrweg“, sagt er. Versicherungsschutz ist dort weiterhin möglich, allerdings häufig nur zu höheren Prämien oder mit Selbstbehalten – also mit einer Eigenbeteiligung der Eigentümer –, damit die Risiken kalkulierbar bleiben.

Norbert Rollinger ist seit 2017 Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung und seit 2022 Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Im Podcast Table.Today erklärt er außerdem, wie er auf die Altersvorsorge in Deutschland blickt, welche Reformen er von der Rentenkommission erwartet und warum er gleiche Wettbewerbsbedingungen für Versicherer fordert.

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CEO.News

Fritz‑Kola: CEO verteidigt Einführung der Aludosen

Die bundesweite Einführung von Aluminiumdosen beim deutschen Getränkehersteller Fritz‑Kola sorgt für Diskussionen. Co‑Gründer Mirco Wolf‑Wiegert stellt im Interview mit Table.Briefings klar, dass Glas weiterhin „Herzstück“ des Unternehmens bleibe, das Sortiment aber um Dosen ergänzt werde – vor allem wegen Problemen im Mehrwegsystem. Nach Unternehmensangaben kehren rund 20 Prozent der verwendeten Glas-Mehrwegflaschen nicht zurück. Der niedrige Pfandsatz von acht Cent setze zu geringe Anreize, während Dosen mit 25 Cent Pfand nahezu immer eingesammelt würden.

Die Hamburger Testphase wurde laut Fritz‑Kola überwiegend positiv bewertet. Kritik kommt von der Deutschen Umwelthilfe, die die Ausweitung von Einwegverpackungen als unnötig und umweltschädlich einordnet. Wiegert zeigt sich gesprächsbereit und fordert ein höheres Pfand auf Bier‑Mehrwegflaschen, um die Rücklaufquoten zu stabilisieren und die Relevanz der Dose langfristig zu verringern. Die Dose ist daher vor allem für Situationen vorgesehen, in denen Glas unpraktisch oder verboten ist, etwa bei Festivals oder in Glasverbotszonen. Alexander Wiedmann

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ESG-Software: Wie sich der verkleinerte Markt neu sortiert

Der Markt für ESG-Software befindet sich im Umbruch. Der Mannheimer Anbieter Osapiens erreichte Mitte Januar nach einer Series-C-Finanzierung den Status eines „Einhorns“ mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Das wirtschaftliche Potenzial von Nachhaltigkeit besteht weiter. Gleichzeitig hat der Nachhaltigkeits-Omnibus der EU den Kreis der verpflichteten Unternehmen stark reduziert, was viele kleiner Anbieter unter Druck setzt und zu Übernahmen, Fusionen und Marktbereinigungen führt. Große Softwarefirmen wie SAP profitieren dabei von ihrer Stabilität, während Käufer bei der Auswahl neuer ESG-Lösungen besonders auf die wirtschaftliche Solidität der Anbieter achten müssen.

Trotz der Marktbereinigung bleibt digitale Infrastruktur für die nachhaltige Transformation von Unternehmen entscheidend. ESG-Software hilft nicht nur beim Reporting nach CSRD oder freiwilligen Standards wie VSME, sondern wird langfristig zu einem strategischen Steuerungsinstrument, das verschiedene Nachhaltigkeitsdaten miteinander verknüpft und Benchmark-Vergleich ermöglicht. Unternehmen erkennen zunehmend, dass Daten und IT zentral sind, um Emissionen, soziale Kennzahlen oder CO2-Bilanzen systematisch zu erfassen und ihre Geschäftsprozesse nachhaltig zu steuern – Excel allein reicht dafür nicht mehr aus. Worauf Kunden sonst noch achten sollten, lesen Sie im ESG.Table. Marc Winkelmann

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Beschaffung: Eröffnung des Innovationszentrums wird von Lob, Hoffnung und Skepsis begleitet

Verteidigungsminister Boris Pistorius eröffnete in Erding das neue Innovationszentrum der Bundeswehr, das als zentrale Anlaufstelle für Start-ups, Industrie, Beschaffungsamt und Truppe dienen soll. Ziel ist es, Innovationen wie Drohnenabwehr, KI-gestützte Drohnenschwärme oder Lasersysteme schneller in die Truppe zu bringen und die bisher fragmentierten Entwicklungsaktivitäten zu koordinieren. Viele Start-ups, darunter Arx, Alpine Eagle und Helsing, begrüßen das Zentrum, da es bisher fehlende Harmonisierung der zahlreichen Innovationsansätze bieten könnte. Gleichzeitig äußern Vertreter aus der Industrie Skepsis, ob das Zentrum die Balance zwischen Bearbeitungskapazität und der für Innovation notwendige Agilität halten kann.

Das Innovationszentrum baut auf bestehenden Erfahrungen auf, etwa vom Cyber Innovation Hub in Berlin, und plant Wettbewerbe wie die SPECTRA Challenge, um neue Technologien gezielt zu fördern. Unter der Leitung von Flottillenadmiral Christian Bock soll das Zentrum auf 250 bis 300 Stellen anwachsen, weitere Standorte, etwa in Schleswig-Holstein, sind geplant. Mit dieser Initiative soll Innovation in der Bundeswehr kein „Beiboot“ mehr sein, sondern fest in der Truppe verankert werden – auch wenn die praktische Umsetzung und der spätere Erfolg noch abgewartet werden müssen. Mehr dazu lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

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Einladung. 10. Februar 2026, 15:30 Uhr. Bundesministerin Reem Alabali Radovan stellt die aktuelle Strategie der Bundesregierung in der Entwicklungszusammenarbeit vor.

CEO.Presseschau

Bloomberg

Viessmann Holding plant weitere Millionen-Expansion in den USA

Die Viessmann Holding plant über ihre Tochtergesellschaft KPS Global die Übernahme des US-Unternehmens Everidge, um das Portfolio im Bereich kommerzielle Kühlung zu verstärken. Der Wert der Transaktion wird im dreistelligen Millionenbereich geschätzt. Dies ist Teil der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens unter Firmenchef Maximilian Viessmann nach dem Verkauf des Heizungsgeschäfts.
The New York Times

Siemens Energy wettet eine Milliarde Dollar darauf, dass die KI-Stromnachfrage anhalten wird

Siemens Energy investiert eine Milliarde US-Dollar in den Ausbau der Produktion von Elektroausrüstung in den USA. Grund ist die erwartete anhaltend hohe Stromnachfrage durch den KI-Boom und den Bau neuer Rechenzentren. Die Investition umfasst Werkserweiterungen und eine neue Fabrik in Mississippi, wodurch rund 1.500 Arbeitsplätze entstehen sollen.
tagesschau.de

Warum die Bundesregierung am Golf um Partnerschaften wirbt

Hochrangige Mitglieder der Bundesregierung, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, sowie wichtige Vertreter aus der Wirtschaft suchen in der Golfregion nach Partnern für Energie und Wirtschaft, um Abhängigkeiten zu verringern. Im Fokus der Reise nach Saudi-Arabien steht grüner Wasserstoff. Eine vertiefte Energiepartnerschaft wurde beschlossen und ein erstes Wasserstoff-Lieferabkommen unterzeichnet. Die Menschenrechtslage spielte bei den Gesprächen eine untergeordnete Rolle.
Spiegel Online

TikTok: EU-Kommission sieht Suchtgefahr, Strafe droht

Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen TikTok wegen Verstößen gegen den Digital Services Act (DSA) eingeleitet. Grund ist der Verdacht, dass süchtig machende Designmerkmale wie „Infinite Scroll" und personalisierte Algorithmen die Selbstkontrolle der Nutzer, insbesondere von Minderjährigen, beeinträchtigen. TikToks Gegenmaßnahmen gelten als ineffektiv. Es drohen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
WirtschaftsWoche

Stallantis-Aktie: Stellantis will den fast unmöglichen Spagat schaffen

Der Autokonzern Stellantis schreibt wegen einer strategischen Kehrtwende 22 Milliarden Euro ab und streicht die Dividende. Hauptsächlich in den USA wird die E-Auto-Strategie aufgegeben, während sie in Europa weiterverfolgt werden muss. Dieser Spagat führt zu einem starken Kursverlust der Aktie und einer Belastung der Bilanz. Der Konzern plant, sich mit Anleihen finanziell zu stärken.
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CEO.Personnel

Financial Times

Paypal tauscht Chef aus: Aufsichtsrat kritisiert zu langsames Tempo des Wandels

Paypal ersetzt CEO Alex Chriss nach einer enttäuschenden Gewinnprognose und darauf folgendem Aktieneinbruch. Der Aufsichtsrat bemängelt, dass das Tempo des Wandels und die Umsetzung nicht den Erwartungen entsprächen. Als Gründe gelten zunehmender Wettbewerbsdruck und ein verlangsamtes Wachstum bei den eigenen Marken-Checkout-Lösungen.
manager magazin

Disney: Josh D'Amaro folgt auf Bob Iger als neuer Konzernchef

Der Chef der Freizeitpark-Sparte, Josh D'Amaro, wird am 18. März neuer CEO des Walt Disney-Konzerns und folgt damit auf Bob Iger. Die Entscheidung beendet eine dreijährige Nachfolgersuche. D'Amaro leitet den gewinnträchtigsten Geschäftszweig. Iger, der 2022 zurückgeholt wurde, bleibt bis Jahresende beratend für das Unternehmen tätig.
beyond-print.de

Celebrate Company sortiert Geschäftsführung neu: Schwarz wird CEO

Die Celebrate Company ordnet ihre Führungsebene neu. Zum 1. Februar übernimmt Dr. Henner Schwarz die Position des CEO von Gründer Christoph Behn, der in die Rolle des Executive Chairman wechselt. Schwarz soll nach abgeschlossener Transformation das Unternehmen zu profitablem Wachstum führen. Das Management-Team wird durch Evamaria Wiest (CFO), Jim Allen (CTO) und Jennifer Marx (CMO) vervollständigt.
Reuters

Toyota-Chef Sato tritt zurück und wird durch Finanzchef Kenta Kon ersetzt

Toyota-CEO Koji Sato tritt nach drei Jahren zurück und wird durch Finanzchef Kenta Kon ersetzt. Sato wird Vice Chairman und Chief Industry Officer. Der Wechsel erfolgt inmitten von Kritik am geplanten Aufkauf der Tochtergesellschaft Toyota Industries und soll die Entscheidungsfindung beschleunigen.
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Grafik der Woche

Die Pläne von EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné zum Einsatz von europäischen Präferenzkriterien spalten die Wirtschaft. Es geht um Regeln, die europäische Produkte bei Aufträgen bevorzugen sollen, um Arbeitsplätze zu sichern und Lieferketten resilienter zu machen. Während energieintensive Industrien und Zulieferer sie befürworten, sind Automobilhersteller je nach Produktionsmodell gespalten und Mittelständler fürchten Vergeltungsmaßnahmen und Bürokratie. Die ganze Analyse lesen Sie im Europe.Table.

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CEO.Finance

Kevin Warsh hat die goldenen und silbernen Wetten gegen den Dollar schwieriger gemacht

Mit Kevin Warsh rückt eine stabilitätsorientierte Geldpolitik in den Fokus – das Narrativ vom schwachen Dollar wankt, und sichere Häfen geraten unter Druck, argumentiert unser Kolumnist.

US-Präsident Donald Trump hat überraschend Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve nominiert. Er galt unter den fünf Kandidaten als derjenige, der am stärksten auf Geldwertstabilität ausgerichtet ist.

Die Gold- und Silberpreise reagierten mit deutlichen Abschlägen. Auch Bitcoin hat kräftig Federn gelassen. Alle diese drei Anlagenklassen gelten als sicherer Hafen gegen den Wertverlust der offiziellen Fiat-Währungen. Bringt Warsh die Abkehr vom schwachen Dollar?

Bereits zwischen 2006 und 2011 war Warsh im Direktorium der Fed. Er äußerte als Außenseiter Kritik an den umfangreichen Ankäufen von Vermögenswerten und trat vor Ende der Amtszeit zurück.

Er hat die quantitative Lockerung der Fed als Umverteilung zugunsten der Reichen kritisiert. Eine dauerhafte Ausweitung der Fed-Bilanz verwische die Grenze zwischen Finanz- und Geldpolitik und schade damit der Glaubwürdigkeit der Notenbank. Zentral ist für ihn deshalb die Verkürzung der Fed-Bilanz.

Hingegen wurde Warsh von Trump nominiert, der seit Beginn seiner Amtszeit nicht müde geworden ist, die Fed brüsk zu Zinssenkungen zu drängen. Trump hat zuletzt sogar offen angekündigt, dass Warsh sich nach seiner Ernennung zur Taube mausern wird.

Wie alle anderen Kandidaten auch hat sich Warsh im Laufe des Bewerbungsprozesses für Zinssenkungen ausgesprochen. Eine steigende Produktivität durch die KI könnte den Inflationsdruck senken, was Spielraum für Zinssenkungen eröffnen könne.

Doch es gibt auch den Becket-Effekt: Thomas Becket war in England als Kanzler ein enger Vertrauter des Königs. Nachdem Heinrich II. ihn zum Erzbischof von Canterbury ernannt hatte, verteidigte Becket kompromisslos die Unabhängigkeit der Kirche gegen königliche Übergriffe.

Auf den Finanzmärkten hat der Absturz der Gold- und Silberpreise gezeigt, dass sich das weit verbreitete Narrativ der maßlosen Zinssenkungen unter Trumps neuem Zentralbankpräsidenten nicht bestätigt hat. Die überhitzten Märkte wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Die aus den Fed Funds Futures ablesbaren Leitzinssenkungserwartungen bewegten sich nur sehr leicht um zehn Basispunkte (0,1 Prozentpunkte) nach unten.

Das Ziel von Warsh, die Bilanz der Fed zu verkürzen, wird von der Finanzpresse ernst genommen. Die Wall Street hat also nicht so reagiert, als hätte Trump eine ausgesprochene Taube nominiert.

Alles zusammen spricht eher für langfristige stabilitätsorientiertere Geldpolitik, welche aber erst in einem mühsamen Prozess umgesetzt werden müssten.

Weil Warsh im Federal Open Market Committee der Fed nur eine von zwölf Stimmen hat, dürfte der zukünftige Kurs der Fed auch vom Verbleib von Jerome Powell und Lisa Cook im wichtigsten Entscheidungsgremium abhängen.

Wie meist auf den Finanzmärkten bleibt also vieles ungewiss. Dennoch gilt: Warsh hat die goldenen und silbernen Wetten gegen den Dollar schwieriger gemacht.

Gunther Schnabl ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Thinktanks Flossbach von Storch Research Institute. In seiner Kolumne beleuchtet er regelmäßig Themen rund um die internationalen Finanzmärkte.

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CEO.Picks

Build to Learn: Lernen als Führungsstrategie

Unsicherheit ist längst kein Ausnahmezustand mehr, sondern der Normalfall unternehmerischer Führung. Genau daran erinnert Schriftsteller Simone Stolzoff und macht deutlich: Erfolgreiche CEOs versuchen nicht, Unsicherheit zu eliminieren – sie lernen, mit ihr zu arbeiten.

Stolzoff erklärt, dass Führung in solchen Phasen vor allem Orientierung braucht. Gerade in Phasen hoher Volatilität gewinnen klare Anker an Bedeutung. Gemeint sind Prinzipien, Werte oder bewusste Festlegungen darüber, was unter allen Umständen gilt. Sie reduzieren Komplexität und ermöglichen konsistente Entscheidungen, auch wenn operative Prognosen kaum möglich sind. Wichtig dafür ist das Prinzip „Build to Learn“. Es bedeutet, Lernen systematisch in den Führungsalltag zu integrieren. Statt auf vollständige Information zu warten, sollten Führungsteams experimentieren, bauen und testen. Kleine Prototypen und schnelle Feedbackschleifen verhindern, dass Unsicherheit zur Blockade wird.

Denn Unsicherheit ist ein Zustand, der aktiv gestaltet werden muss. Wer ihn ausschließlich als Bedrohung wahrnimmt, verengt seinen Handlungsspielraum. Wer ihn jedoch als Einladung zum Lernen begreift, bleibt handlungsfähig – auch ohne klare Sicht auf das Ziel.

Für CEOs bedeutet das: Unsicherheit zu tolerieren, ist keine persönliche Eigenschaft, sondern eine Führungsdisziplin. Sie lässt sich kultivieren – durch klare Anker, konsequentes Lernen und den Mut, Entscheidungen auch ohne vollständige Informationen zu treffen. Gerade in Zeiten tiefgreifender Transformation ist das eine der zentralen Aufgaben von Führung.

Bianca Schmitz arbeitet als Director of Knowledge Transfer am Bringing Technology to Market Center (BTMC) und Lecturer an der ESMT. Die CEO.Picks sind eine Kooperation zwischen der ESMT Berlin und Table.Briefings.

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CEO.Quote

Das 2022 gegründete Start-up Rizm unterstützt Industrieunternehmen mit KI und Algorithmen dabei, ihre Energieinfrastruktur effizienter und grüner zu gestalten. Wie das funktioniert und warum das überzeugt, hören Sie im Interview bei Table.Today.

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