DeepL-Gründer Jarek Kutylowski Gründer des Jahres 2026

Vom Kind ohne Deutschkenntnisse zum KI-Unternehmer: Jarek Kutylowski baut mit DeepL eines der präzisesten Übersetzungstools der Welt und fordert Google & Co. aus Europa heraus. Dafür wurde er jetzt zum Gründer des Jahres gekürt.

21. Mai 2026

Jarek Kutylowski kam als Kind polnischer Eltern nach Deutschland, ohne Deutsch zu sprechen. Diese Erfahrung prägt ihn bis heute: „Ohne diesen Hintergrund der zwangsläufigen Zweisprachigkeit würde es DeepL vielleicht gar nicht geben“, sagt der Gründer. Denn welche Gräben gemeinsames Sprachverständnis überwinden kann, war ihm so immer schon klar.

Früh begann Kutylowski zu programmieren. Später studierte er Informatik in Breslau und Paderborn, damals schon mit klarem Fokus auf maschinelles Lernen und Sprachverarbeitung. Er sieht sich selbst als CEO und Gründer weniger in einem lauten Visionär, als vielmehr in einem klassischen „Builder“. Sein Durchbruch kam 2017: Aus der Übersetzungs-Suchmaschine Linguee entstand DeepL. Während Google Translate vor allem auf Masse setzte, punktete DeepL früh mit Qualität. Insbesondere bei komplexen, kontextabhängigen Übersetzungen schnitt das Start-up in Vergleichstest oft besser ab. Das brachte dem Kölner Unternehmen schnell eine treue Nutzerbasis - und Kapital.

VCs wurden auf das Kölner Start-up aufmerksam und stiegen ein. Darunter waren früh internationale Dickschiffe wie Bessemer Venture Partners, Index Ventures und Atomico. 2022 knackte DeepL die Milliardenbewertung und war damit eines der ersten deutschen KI-Unicorns und das bislang einzige aus Köln. 2024 lag die Bewertung dann bereits bei rund zwei Milliarden Euro.

Technologisch baut DeepL sein Produkt weiter aus. Aktuell werden 36 Sprachen unterstützt, mit „DeepL Voice“ sind inzwischen sogar Echtzeit-Übersetzungen möglich – ein Schritt Richtung universeller Sprachschnittstelle. Nötige Schritte um den Vorsprung zu halten: Große KI-Modelle von US-Konzernen holen auf, integrieren Übersetzungen direkt in ihre Systeme und machen den Wettbewerb breiter. Carlotta Bonnemeier/ Nina Anika Klotz

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Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2026