Erstmals seit zehn Jahren sinkt der Frauenanteil in deutschen Vorständen

Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt geht der Frauenanteil in den Vorständen großer deutscher Unternehmen zurück. Während einige Unternehmen erstmals die Parität erreichen, haben andere weiterhin keine Frauen in ihren Führungsgremien.

03. Januar 2026
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Diese vier Frauen sind CEOs deutscher Dax-Unternehmen: Belén Garijo (Merck), Helen Giza (Fresenius Medical Care), Karin Rådström (Daimler Truck), Bettina Orlopp (Commerzbank) – von links. (Unternehmen)

Nach einem Jahrzehnt kontinuierlichen Wachstums ist der Frauenanteil in den Vorständen der Dax-40- und M-Dax-Unternehmen erstmals wieder rückläufig. Im größten deutschen Aktienindex liegt er bei 25,5 Prozent, im M-Dax bei 19,5 Prozent. Das zeigt eine Analyse von Russell Reynolds Associates. Deutschland und Schweden sind die einzigen Märkte von neun verglichenen Ländern mit sinkendem Frauenanteil. Mit bereits angekündigten Änderungen könnte der Dax-Frauenanteil im ersten Halbjahr 2026 auf 26,1 Prozent steigen – gleichzeitig wird zum 1. Mai 2026 Belén Garijo bei Merck durch Kai Beckmann als neuen CEO ersetzt.

Die bedenklichste Entwicklung: Alle 2025 neu berufenen DAX-Vorständinnen übernahmen ausschließlich Personal- oder Finanzpositionen. Keine einzige Frau wurde in eine der 14 Rollen mit direkter Ergebnisverantwortung berufen. Ohne diese Erfahrung ist der Schritt hin zum CEO für Frauen unverändert deutlich schwieriger als für Männer, heißt es vom Studienbetreiber. Alle fünf neu besetzten CEO-Positionen gingen an Männer.

Frauen verlassen Vorstände deutlich früher. Während Männer durchschnittlich 7,9 Jahre im Amt bleiben, scheiden Frauen bereits nach 4,9 Jahren aus. Gleichzeitig erreichen erstmals vier Dax-Unternehmen (Beiersdorf, Merck, MTU und Siemens Healthineers) sowie 5 M-Dax-Firmen Parität – während zwei Dax-Konzerne (Brenntag, Porsche) und 16 M-Dax-Unternehmen keine einzige Frau im Vorstand haben. Alex Hofmann

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Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2026