Deutschlands neustes KI-Unicorn: „Mal sehen, wie lange der Burggraben hält“

Dash0 ist Deutschlands neues KI-Unicorn. Aber was, wenn OpenAI und Co in dieses Feld ziehen? Gründer Novakovic ist mit Blick auf die US-Konkurrenz unsicher, wie lange sein Burggraben als Schutzwall ausreichen wird.

28. März 2026
Mirko Novakivic, Gründer Dash0
Mirko Novacovic, der Gründer von Dash0. Sein vorheriges Start-up Instana hat er 2020 für 500 Millionen US-Dollar an IBM verkauft. (Dash0)

Das Start-up des Solingers Mirko Novakovic ist seit dieser Woche offiziell eine Milliarde US-Dollar Wert. Investoren wie der Londoner Wagniskapitalgeber Balderton Capital, Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP) oder der US-amerikanische VC Accel haben 110 Millionen US-Dollar investiert und Dash0 (sprich: „Dash Zero“) zum „Unicorn“ gemacht, also mit einer Milliarde Dollar bewertet. Der Gründer gibt darauf nicht sehr viel: „Ich freue mich, aber eigentlich ist das einfach eine Finanzarithmetik und eine virtuelle Zahl. Die sollte man sich nicht zu Kopf steigen lassen.“

Doch was passiert, wenn OpenAI oder Anthropic auch in sein Segment einsteigen? Mit kühlem Kopf blickt Novacovic auf die Zukunft seines und anderer KI-Start-ups: Theoretisch könnten die großen KI-Firmen das. Dash0 ermöglicht Unternehmen, ihre gesamte Software-Landschaft zu überwachen, von Website über Backend bis zur Cloud – und zwar mittels einer KI. Trotz 600 zahlender Kunden, zehn Millionen Dollar an jährlich wiederkehrenden Erträgen und geplanter Umsatzverdopplung bleibt damit die Sorge vor übermächtigen Wettbewerbern. „Das sehe ich als eine reale Gefahr.“

40 Milliarden US-Dollar steckten in der Kategorie „Observability“ weltweit. Ein attraktiver Markt wäre es für Wettbewerber. „Wir haben einen ‚Moat‘“, sagt Novakovic und nutzt damit einen Begriff aus der Start-up-Welt, „eine Art Burggraben“. Grundlage für die Arbeit von Dash0 sind enorme Datenmengen. Beim größten Kunden Zalando beispielsweise seien es mehrere Milliarden Datenpunkte täglich. LLMs könnten damit bislang nicht so gut umgehen. „Wie lange der Burggraben hält, darüber wage ich keine Prognose.“

Skepsis einiger europäischer Unternehmen gegenüber US-Tech und der Wunsch nach digitaler Souveränität seien keine Burggräben. „Europäisch zu sein und Datenschutz zu können, hat noch nie Erfolg gebracht. Am Ende haben sich die Deutschen immer für das beste Produkt entschieden.“ US-Plattformen wie Salesforce, Amazon und Google hätten sich durchgesetzt. „Und es ist aus meiner Sicht undenkbar, von diesen Anbietern wegzukommen.“

Und was wäre, wenn OpenAI seine Firma kaufen würde? Ein Weg, mit einem übermächtigen Wettbewerber umzugehen, kann sein, ein attraktives Übernahmeziel zu werden. „Würde mir jemand ein außerordentlich gutes Angebot machen, müsste ich darüber nachdenken, das bin ich ja auch den Shareholdern schuldig.“ Aktuell plane er das aber nicht. Novakovic hat bereits ein Start-up verkauft: Instana ging 2020 für 500 Millionen US-Dollar an IBM.

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Letzte Aktualisierung: 28. März 2026