Das verborgene Signal von Stolz

Wenn Führungskräfte Stolz auf gleiche Ergebnisse zeigen, kann das paradoxerweise ihre wahrgenommene Kompetenz schwächen, weil neutrale Reaktionen mehr Entwicklungspotenzial signalisieren und im Vergleich besser wirken.

RS
22. April 2026
Wahrgenommene Kompetenz: Laut Rebecca Schaumberg kann Stolz bei gleichen Ergebnissen schaden, Neutralität signalisiert mehr Potenzial.

Führungskräfte gehen häufig davon aus, dass sichtbarer Stolz auf Leistung Kompetenz signalisiert. Erfolg zu zeigen, gilt als verlässlicher Weg, Autorität und Glaubwürdigkeit zu stärken.

Meine Forschung zeigt, dass sich dieses Signal umkehrt, sobald Leistungen vergleichbar werden. Erreichen zwei Personen dasselbe Ergebnis, wird diejenige, die Stolz ausdrückt, systematisch als weniger kompetent eingeschätzt als diejenige, die neutral bleibt. Stolz lenkt die Wahrnehmung darauf, wie nah ein Ergebnis am individuellen Leistungsmaximum liegt. Eine neutrale Reaktion lässt mehr Raum für zugeschriebenes Entwicklungspotenzial.

Daraus entsteht ein blinder Fleck in der Führungskommunikation. In Umfeldern mit hoher Transparenz werden Signale relativ bewertet und nicht isoliert. Dasselbe Verhalten kann wahrgenommene Leistungsfähigkeit stärken oder begrenzen, abhängig davon, wie andere auf dasselbe Ergebnis reagieren. Sichtbare Selbstbestätigung verschiebt den Fokus von der erreichten Leistung hin zu vermuteten Grenzen.

Stellen Sie im nächsten Executive Meeting gegenüber, wie identische Ergebnisse im Führungsteam kommuniziert werden. Prüfen Sie, welche Signale weiteres Leistungsvermögen nahelegen und welche implizit als Leistungsmaximum markieren.

Rebecca Schaumberg ist Assistant Professor of Organizational Behavior an der ESMT Berlin. Die CEO.Picks sind eine Kooperation zwischen der ESMT und Table.Briefings.

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Letzte Aktualisierung: 22. April 2026