Berlin.Table – Ausgabe 834

Kubicki und die FDP im Osten + Reiche in China + Ex-Trump-Berater im Interview

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Talk of the Town

Kubicki und Sachsen-Anhalt: Warum diese Wahl für den neuen FDP-Chef eine Chance ist – und für alle anderen vielleicht auch

Umfragen haben gerne mal zwei Seiten. Das gilt auch für die jüngste Umfrage von Forsa für RTL. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Befragten der FDP unter ihrem designierten Frontmann Wolfgang Kubicki keine Chance auf eine Renaissance gibt. Allerdings kann man das Ergebnis auch umdrehen und daraus ablesen, dass gut ein Viertel der Befragten Kubicki und den Liberalen eben diese Hoffnung macht. Wenn man bedenkt, dass die Partei aktuell bundesweit zwischen drei und vier Prozent pendelt, könnte das Ergebnis immerhin andeuten, dass für die Liberalen noch genügend Potenzial vorhanden ist, um die magische Fünf-Prozent-Hürde doch wieder zu überspringen.

Diese Chancen räumen die Deutschen der FDP für ihr Comeback ein

Das könnte gerade in Sachsen-Anhalt Folgen für die AfD haben. Dort spricht mancher bereits von der FDP als womöglich unterschätztem Underdog. Einige in der Partei halten es für mindestens denkbar, dass die Liberalen die Szenarien für Sachsen-Anhalt durcheinander wirbeln könnten. Bislang lassen manche Prognosen befürchten, dass nur drei Parteien nach der Wahl im September im Landtag vertreten sein werden: AfD, CDU und Linke. Die SPD kann sich nicht darauf verlassen, im September über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen. Dagegen könnten Kubickis Wahl am kommenden Samstag und die damit verbundene Aufmerksamkeit der FDP Aufwind verschaffen. Und so könnte die in Magdeburg noch mitregierende, aber in der öffentlichen Wahrnehmung so gut wie totgesagte Partei die Überraschung werden.

Seit Kubicki seine Kandidatur angekündigt hat, gewinnt die FDP in Sachsen-Anhalt Sympathie. Mit seiner oft wenig diplomatischen Art und einem Gestus des Onkels an der Bar hole Kubicki viele in Sachsen-Anhalt ab, heißt es aus AfD-Kreisen. Eine Kubicki-FDP könnte die AfD deshalb wichtige Stimmen kosten und sie so um die Möglichkeit bringen, erstmals in ihrer Geschichte zu regieren. Bei nur drei Fraktionen und mehreren an der Fünf-Prozent-Hürde gescheiterten Parteien bräuchte sie deutlich weniger Stimmen, um die Mehrheit von derzeit 97 Sitzen im Landtag zu bekommen; kämen SPD und FDP in den Landtag, würde es dagegen schwieriger. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gilt vielen zwar als „Posterboy“, der gut ankomme; allerdings fehlten ihm das Format und die Erfahrung eines Wolfgang Kubicki, heißt es. Zudem ist denkbar, dass die FDP auch aus taktischen Gründen gewählt wird, wenn absehbar ist, dass ihr Einzug in den Landtag eine absolute Mehrheit der AfD verhindern würde.

Auch dem FDP-Landesverband gibt Kubickis Kandidatur Hoffnung. Spitzenkandidatin Lydia Hüskens sprach sich besonders früh für den 74-Jährigen aus; nach den Hessen waren die Sachsen-Anhaltiner die Zweiten. Die FDP brauche jetzt eine Persönlichkeit, „die Orientierung gibt, Debatten nicht scheut und unsere liberalen Grundüberzeugungen mit Nachdruck vertritt“, begründete Hüskens die einstimmige Wahlempfehlung des Vorstands für Kubicki.

Einen kleinen Effekt könnte sogar Christian Lindner bringen. Dessen neuer Arbeitgeber, die Autoland AG, ist formaljuristisch zwar in Berlin gemeldet, sitzt tatsächlich aber in Brehna im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Zwar spielt der zurückgetretene Parteichef für die Ausrichtung der FDP kaum eine Rolle mehr; als Symbolfigur funktioniert er gleichwohl immer noch – und könnte mit seiner Arbeit für ein Unternehmen mit Sitz im ländlichen Sachsen-Anhalt ausgerechnet das Narrativ nähren, man sei ganz nah an ganz normalen Menschen dran.

Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wäre

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Fakten statt Behauptungen: > 500 Mio. Euro für klimaneutrale Gebäude und Neubau. Liefern statt reden - das ist unser Beitrag für Berlin. Vonovia

News

Reiche-Besuch in Peking: EU-Staaten drängen auf härtere Vorgehensweise gegen China. Kurz bevor Wirtschaftsministerin Katherina Reiche am Dienstag nach China aufgebrochen ist, haben drei der vier größten EU-Wirtschaftsmächte eine klare Botschaft gesendet: Sie pochen auf eine deutliche Verschärfung des EU-Handelsschutzes – und setzen damit Berlin unter Druck. Spanien, Italien, und Frankreich unterstützen in einer Stellungnahme ein neues informelles Reformpapier, das die europäischen Instrumente gegen unfaire Handelspraktiken umfassend stärken soll.

Ziel ist es demnach, die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Industrie besser abzusichern und schneller auf Marktverzerrungen reagieren zu können. China wird in dem Non-Paper zwar nicht explizit genannt, ist aber ohne Zweifel gemeint. Dabei richten sich die Blicke derzeit verstärkt auf Deutschland. Ein hochrangiger Kommissionsvertreter reiste vergangene Woche nach Berlin, um vor der Orientierungsdebatte in der Kommission ein Meinungsbild in den beteiligten Ministerien einzuholen.

Doch die Bundesregierung ist noch ein gutes Stück davon entfernt, sich eine einheitliche Meinung zu bilden. Die Positionen divergieren nicht nur zwischen Kanzleramt und den Ministerien für Äußeres, Wirtschaft und Finanzen, wobei das Außenministerium am entschiedensten auf Wirtschaftssicherheit pocht. Auch innerhalb des BMWE und des Kanzleramts gebe es unterschiedliche Sichtweisen, heißt es von Beteiligten.

Auch aus der deutschen Wirtschaft kommen unterschiedliche Signale. „Wir haben heute ein Handelsdefizit gegenüber China“, erklärte Thyssenkrupp-CEO Miguel López, der zu Reiches Wirtschaftsdelegation gehört. „Das gilt es zu besprechen.“ Zudem geht es ihm – etwa mit Blick auf Seltene Erden – darum, „abzusichern, wie wir an diejenigen Materialien kommen, die zu einem hohen Anteil in China nur verfügbar sind“. Den Maschinenbauern sind vor allem die direkten Eingriffe des chinesischen Staates ein Dorn im Auge. „Eine künstlich niedrig gehaltene Währung, überhöhte Subventionen und politisch motivierte Exportkontrollen sind keine Kavaliersdelikte“, lässt sich VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann zitieren. Wie unterschiedlich sich die EU-Mitgliedstaaten zu dem Thema positionieren und was das für die Beziehungen mit Peking bedeutet, lesen Sie im Europe.Table. Wie die deutsche Wirtschaft auf den Reiche-Besuch in China blickt, steht im CEO.Table. Alex Hofmann, Till Hoppe, Angela Köckritz und Antonia Zimmermann

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Reform der Sozialversicherung: Sachverständigenrat für Abschaffung von Ehegattensplitting und Minijobs. Aus Sicht des Gremiums könnte das den Anreiz – vor allem für Frauen – erhöhen, mehr zu arbeiten. Das geht aus der Kurzfassung des Gutachtens hervor, das die fünf Mitglieder am Mittwoch in der Bundespressekonferenz vorstellen. Sie liegt Table.Briefings vor. Zudem könnten eine Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von nicht kindererziehenden Partnern und eine Einbeziehung von Beamten die Finanzlage der GKV verbessern. Der SVR plädiert außerdem für höhere Steuern oder Mindestpreise auf Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel und rät zu einer vollständigen Steuerfinanzierung „nicht beitragsgedeckter Leistungen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben“ – das zielt auf die Bürgergeld-Kosten in der GKV.

Einkommen und Vermögen sollten laut SVR stärker zur Finanzierung der Pflege herangezogen und der Zugang zu Versicherungsleistungen „restriktiver“ ausgestaltet werden. Konkret bedeutet das eine Neudefinition des Begriffs der Pflegebedürftigkeit, dieser soll „stärker an fachlichen Empfehlungen“ ausgerichtet werden. Dies würde demnach die Zahl der Betroffenen reduzieren und den durchschnittlichen Pflegegrad senken. Insgesamt erwartet der Sachverständigenrat, dass das BIP 2026 nur noch um 0,5 Prozent steigt – 2025 hatte er noch mit 0,9 Prozent für dieses Jahr gerechnet. Für 2027 rechnet er mit 0,8 Prozent, damit bleibt Deutschland im EU-Schnitt im unteren Mittelfeld beim Wachstum. Okan Bellikli, Michael Bröcker

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Wir sind die Weitblick-für-die-Pflege-Versicherung. PKV

Hätten Sie’s gedacht? Über 60 Milliarden Euro haben die Privatversicherten bereits für den Pflegefall angespart. Monat für Monat wird dafür ein Teil ihrer Beiträge zurückgelegt. So reicht es am Ende für alle gesetzlichen Pflegeleistungen. Dieses Prinzip nennt man Kapitaldeckung. Und wir haben gute Ideen, wie die gesamte Pflegeversicherung davon profitieren könnte. (mehr auf pkv.de)

EU-Haushalt: Diskussion um Höhe des künftigen Budgets nimmt Fahrt auf. „Wir brauchen kein größeres Budget, sondern ein besseres Budget“, sagte die schwedische Europaministerin Jessica Rosencrantz in Brüssel. Zuvor hatten 16 Mitgliedstaaten unter Führung Polens und Rumäniens höhere Ausgaben für Landwirtschaft und Kohäsionspolitik gefordert. Die Diskussionen nehmen Fahrt auf, da die amtierende Ratspräsidentschaft Zypern in Kürze ein Verhandlungspaket mit konkreten Zahlen für die mittelfristige Finanzplanung der EU vorlegen wird. Warum der Vorschlag kaum nach dem Geschmack von Friedrich Merz ausfallen wird, lesen Sie im Europe.Table. Till Hoppe

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Deutsch-amerikanisches Verhältnis: Warum Trumps Ex-Berater optimistisch ist. H.R. McMaster, der frühere Sicherheitsberater von Donald Trump, sieht die transatlantischen Beziehungen trotz Spannungen weiter auf stabilem Fundament. „Die Mehrheit der Amerikaner unterstützt die transatlantische Partnerschaft“, sagt McMaster im Podcast Table.Today. Vor dem Nato-Gipfel im Juli erwartet er keine Abkehr Trumps von Artikel 5 des Nato-Vertrags zum gegenseitigen Beistand. Der US-Präsident nutze Zweifel an der Bündnistreue oft als Verhandlungstaktik, um Forderungen nach höheren europäischen Verteidigungsausgaben Nachdruck zu verleihen.

Den geplanten Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland hält McMaster zwar für „eine schlechte Idee“. Entscheidender sei aber, dass die USA strategische Fähigkeiten in Europa hielten – etwa für Logistik, Aufklärung und nukleare Abschreckung. Auch die geplante Stationierung weitreichender US-Marschflugkörper in Deutschland hält McMaster weiterhin für wahrscheinlich. Tomahawk-Systeme seien notwendig, um Russland glaubhaft abzuschrecken. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier. Helene Bubrowski

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Berufsorientierung: Wie Schüler an die Lehre herangeführt werden. Berufe, die gute Jobperspektiven bieten, realitätsnah und dennoch unverbindlich testen – das ist die Grundidee des Programms „Schule Plus“ in Hessen. Nicht als Kurzzeit-Praktikanten, sondern als „Azubis auf Probe“ können interessierte Schüler von 40 Gesamtschulen in mehr als 250 Unternehmen mögliche Berufsfelder gemeinsam mit echten Azubis in der Praxis erleben. Am Ende winkt ein Ausbildungsvertrag. Wie „Schule Plus“ aufgebaut ist und aktuell in Hessen weiterentwickelt wird, lesen Sie im Bildung.Table. Kirstin von Elm

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Zivilschutz: Bundeswehr arbeitet an IT-Infrastruktur für Lagebild. Die Bundeswehr baut mit dem „Territorial Hub“ einen Prototyp für ein ressortübergreifendes digitales Lagebild der Gesamtverteidigung auf. Ziel ist es, Informationen von Militär, Polizei, Feuerwehr, THW, Krankenhäusern und Infrastrukturbetreibern in Krisen und Katastrophen nahezu in Echtzeit zusammenzuführen. „Für die Nutzer soll es sich so anfühlen, als würden sie im selben Raum sitzen und im selben System arbeiten“, sagt Oberstleutnant i.G. Oliver Gerhardt vom Planungsamt der Bundeswehr.

Bislang arbeiten die verschiedenen Stakeholder digital kaum zusammen. Die Resonanz unter Akteuren im Bevölkerungsschutz und der inneren Sicherheit sei zwar bisher positiv. Noch fehlten laut Gerhardt aber konkrete Absichtserklärungen der Stakeholder, ihre Datenbanken miteinander zu vernetzen. Welche strukturellen Schwächen sich bei der zivilen Verteidigung zeigen, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

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Bundeswehrinfrastruktur: BMVg plant nächsten Standortdialog in Niedersachsen. Das Verteidigungsministerium setzt auf Standortdialoge, um potenzielle Konflikte mit Kommunen dort abzuräumen, wo neue Bundeswehrliegenschaften entstehen sollen. Den ersten Dialog gab es am 20. Mai in Bayern. Der nächste soll noch vor Ende Juni in Niedersachsen stattfinden, wie Table.Briefings erfuhr. Ein exakter Termin stehe noch nicht fest. Vertreter des Verteidigungsministeriums wollen alle 14 betroffenen Bundesländer besuchen. Anfang des Monats hat das BMVg Standorte für die 24 Musterungszentren festgelegt. Dafür wurden in 14 Bundesländern externe Objekte angemietet. Wer die Dialoge koordiniert und welche Kompromisse in Bayern bereits erzielt werden konnten, lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

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Änderung beim Kindergeld: Steuerrechtliche Anpassung soll Fachkräfte gewinnen. Mit dem Jahressteuergesetz 2026 will die Regierung EuGH-Urteile umsetzen zur Frage, wann ausländische Arbeitnehmer von Familienleistungen profitieren dürfen. Lebt das Kind in einem EU-/EWR-Staat, sollen die steuerlichen Freibeträge für Kinder sowie der Ausbildungsfreibetrag künftig ungekürzt gewährt werden. Bisher konnten sie gekürzt werden je nach Kaufkraft-Niveau des Staates, in dem das Kind wohnt. Änderungen gibt es auch bei der Verknüpfung zwischen der EU-weit garantierten Freizügigkeit und dem Anspruch auf Kindergeld. Die Leistung kann europäischen Arbeitnehmern derzeit pauschal verwehrt werden in den ersten drei Monaten ihres Aufenthalts, sofern sie da noch nicht arbeiten. Diese Einschränkung entfällt.

Entscheidend ist, ob man tatsächlich „freizügigkeitsberechtigt“ ist. Die Familienkassen prüfen das und können den Anspruch ablehnen, wenn sie begründete Zweifel haben. Diese können dann vorliegen, wenn der Betroffene kein Daueraufenthaltsrecht hat, seinen Lebensunterhalt allein durch Sozialleistungen sichert oder schon länger als sechs Monate arbeitslos ist. Um das zu klären, darf die Familienkasse Daten austauschen mit Stellen wie der Rentenversicherung, dem Jobcenter und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Die Neuregelung soll „die Fachkräftegewinnung aus der EU fördern“ und „die unangemessene Inanspruchnahme von Kindergeld verhindern“, heißt es im Entwurf. Okan Bellikli

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Table.Documents

Kurzfassung des Frühjahrsgutachtens des SVR Wirtschaft

Entwurf für das Jahressteuergesetz 2026

Berechnungen der PKV zur Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze

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Heads

Matthias Hundt hat keine drei Monate nach seinem Amtsantritt als Digitalstaatssekretär in Berlin um seine Entlassung gebeten. Hintergrund sind offene Fragen wegen der Insolvenz einer ehemaligen Firma des CDU-Politikers. Laut Staatsanwaltschaft wurde „ein Ermittlungsverfahren wegen verschiedener Insolvenzstraftaten eingeleitet“. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen, es gilt die Unschuldsvermutung. (rbb24)

Alexander Kühn will Direktor des Radiokommunikationsbüros bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) werden. Das UN-Gremium ist wichtig, es soll die knappen Funkfrequenzen für Satelliten fair verteilen. Kühn, bislang bei der Bundesnetzagentur tätig, hat starke Konkurrenz aus Frankreich und Indien. Er wirbt mit seiner langen Erfahrung in der Telekommunikationsregulierung. Damit wolle er eine „stärkere europäische Gesamtstruktur schaffen“, sagte er Table.Briefings. Wie sich die Bundesregierung positioniert, lesen Sie im Space.Table. Ralf Nestler

Yuliya Kosyakova hält das deutsche Ausbildungssystem für einen Hebel für bessere Integration. Die Migrationsforscherin vom IAB konnte in einem Befragungsexperiment zeigen, dass Geflüchtete eher bereit sind, eine Lehre zu beginnen, wenn sie damit verbundene Einkommenschancen kennen. Welche Herausforderungen für junge Migranten Kosyakova darüber hinaus in Deutschland sieht und inwiefern ihre Forschung von der eigenen Biografie geprägt ist, lesen Sie im Bildung.Table. Anna Parrisius

Sinan Selen ist Chef des Verfassungsschutzes. Derzeit beschäftige ihn „immer öfter die Frage, ob die Deutschen wirklich erkannt haben, wie ernst die Lage ist“, schreiben Markus Balser und Roland Preuß. In Ländern wie Finnland spüre er, dass die Menschen anders als hierzulande ein klares Gefühl für die Bedrohung um sie herum haben, sagt Selen: „Gewaltorientierte Extremisten, Terroristen und fremde Mächte bedrohen täglich unsere freiheitliche demokratische Grundordnung.“ (SZ)

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Best of Table

Asia.Table: So realistisch sind Indiens KI-Ambitionen. Mit mehr als 100 Millionen wöchentlichen ChatGPT-Nutzern und milliardenschweren Investitionen will Indien zur KI-Supermacht aufsteigen. Doch es fehlt dem Land an Rechenleistung, Halbleitern und Fachkräften. Was es plant, lesen Sie hier.

CEO.Table: Externe Unternehmensnachfolger für den Mittelstand. Hunderttausende Mittelständler suchen bis 2030 eine Nachfolge. Wo Söhne und Töchter nicht übernehmen, interessieren sich Investoren und Gründer. Nachfolger von außen bringen für manche Hoffnung, andere fürchten den Ausverkauf des Mittelstandes. Wie das Modell funktioniert, lesen Sie hier.

ESG.Table: Die gestiegenen Emissionen der Deutschen Bank. Bei der Hauptversammlung in dieser Woche kann sie einen deutlich gestiegenen Gewinn präsentieren. Zugleich sind die Treibhausgasemissionen noch oben geschnellt. Warum das auch eine gute Nachricht ist,  lesen Sie hier. 

ESG.Table: Streit über das Label für grünen Stahl. Um den Markt für nachhaltigen Stahl zu etablieren, muss ein Label entwickelt werden. Jetzt streiten sich Industrievertreter, welche Kriterien dem Siegel zugrunde liegen sollten. Wieso es dabei nicht nur um CO₂-Emissionen geht, lesen Sie hier.

Space.Table: Kommerzieller Aufbruch im Orbit. Tausende Satelliten umkreisen die Erde. Unternehmen verdienen daran – mit Kommunikationsdiensten bis hin zur direkten Anbindung einzelner Smartphones. Zusätzliche Geschäfte versprechen KI-gestützte Datenanalysen. Wer daran besonders interessiert ist, lesen Sie hier.

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Time.Table

Konjunktur: Die Wirtschaftsweisen stellen in der Bundespressekonferenz das Frühjahrsgutachten 2026 zur gesamtwirtschaftlichen Lage vor. Danach empfängt sie Friedrich Merz im Kanzleramt.

Außenpolitik I: Boris Pistorius besucht Kanada und spricht mit Regierungsvertretern über Militärpolitik und Rüstungskooperationen. Ottawa, 27. bis 29. Mai

Außenpolitik II: Eine Delegation des Bundestags ist in Taiwan und führt wirtschaftliche und kulturelle Gespräche. Taipeh, bis 31. Mai

Innenpolitik: Um 10 Uhr tagt das Bundeskabinett unter anderem zu Themen wie dem Flüchtlingskostenbericht, dem Wärmeplanungsgesetz, der Cybersicherheit, Investitionspflichten für Streamer, Menschenhandel und zur Baugesetzbuch-Novelle. Ab 12 Uhr folgen Statements von Verena Hubertz (SPD) zum BauGB-Upgrade und Alexander Dobrindt (CSU) zum Gesetzentwurf Cybersicherheit.

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Must-Reads

Handelsblatt: Was ein höherer Pflegebeitrag für Kinderlose einbringen würde. Der mutmaßlich von Nina Warken geplante Schritt könnte der PKV zufolge Mehreinnahmen von rund einer Milliarde Euro pro Jahr zur Folge haben. Ein Durchschnittsverdiener müsste demnach künftig 195 Euro statt 182 Euro im Monat für die Pflegeversicherung zahlen. Die Berechnungen basieren auf dem RND-Bericht, wonach der Beitragszuschlag für Versicherte ohne Kinder um 0,1 Prozentpunkte steigen soll. („Kinderlose sollen mehr zahlen“)

SZ: Zwei Aufpasser für Pistorius. Die für Verteidigung zuständigen Haushälter von Union und SPD „nerven den Minister und zeigen, wie eine gute Koalition funktioniert“, schreibt Georg Ismar. Andreas Mattfeldt und Andreas Schwarz seien das Gegenbild zum aktuellen Zustand von Schwarz-Rot: „Er hat nie die Parteibrille auf“, sagt der eine über den anderen. Gespräche mit der Industrie machen sie gern zu zweit, so sei es für Lobbyisten schwerer, ihnen zu teure Aufträge „unterzujubeln“. („An ihnen kommt Pistorius nicht vorbei“)

Tagesschau: Stört Russland den Flugverkehr? Im Ostsee-Raum kommt es immer wieder zu Störungen der GPS-Navigation, die Signale sollen aus Russland stammen. Laut Flugsicherung melde jeden Tag eine „sehr kleine zweistellige Zahl“ von Flugzeugen eine solche Störung an einen Lotsen. AA-Staatsminister Florian Hahn (CSU) sagt, Deutschland müsse „abschreckend werden“ und „überlegen, ob man im Zweifel ähnliche Maßnahmen auch selber aktiv einsetzt“. („So stört Russland den europäischen Luftverkehr“)

FAZ: Debatte um Hohen Repräsentanten für Bosnien-Herzegowina. Der Rückzug von Christian Schmidt zwinge Europa dazu, sich einer „unbequemen geopolitischen Realität“ zu stellen, schreiben zwei seiner Vorgänger. Wolfgang Petritsch und Carl Bildt fordern, die Bosnien-Politik neu zu denken – und damit das Land näher an die EU zu führen. Im Fokus stehen müssten die Korrektur des „dysfunktionalen Regierungssystems“ und die Beendigung der internationalen Sonderaufsicht. („Schafft den Hohen Repräsentanten ab!“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Sigmar Gabriel, Kristina Dunz, Peter Neumann, Susanne Petersohn

phoenix runde, 22:15 Uhr: Sönke Neitzel, Matthew Karnitschnig, Table.Briefings-Redakteurin Wilhelmine Stenglin, Helmut Ganser

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Verena Hubertz, Bundesbauministerin (SPD): Schneller und günstiger bauen?

7:15 Uhr: Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Iran, Ukraine und Türkei

8:10 Uhr: Margot Käßmann, Theologin: Das Vermächtnis von Paul Gerhardt

ZDF

6:36 Uhr: Jörg Rocholl, Präsident der ESMT Berlin: Reformvorhaben der Regierung

7:06 Uhr: Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts (CDU): Reformvorhaben der Regierung

8:07 Uhr: Philipp Türmer, Bundesvorsitzender der Jusos: Reformvorhaben der Regierung

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands: Pflegereform

9:05 Uhr: Wibke Werner, Geschäftsführerin beim Berliner Mieterverein: Reaktion auf BEW-Dekarbonisierungsfahrplan

phoenix

9:15 Uhr: Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK: China-Reise von Katherina Reiche

RTL/ntv

7:40 Uhr: Gitta Connemann, Mittelstandsbeauftragte der Regierung (CDU): SVR-Gutachten/China-Reise von Katherina Reiche

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Geburtstage

Clemens Tönnies, Unternehmer, 70

Manfred Spitzer, Neurowissenschaftler, 68

Kai Pflaume, Moderator, 59

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zur Filmsatire „Ladies First“. Im Mittelpunkt steht Damien Sachs, ein ehrgeiziger Manager auf dem besten Weg an die Spitze einer führenden Werbeagentur. Doch nach einem Unfall, bei dem er bewusstlos wird, wacht er in einer veränderten Realität auf, einer Parallelwelt, in der Frauen die gesellschaftlichen Machtpositionen dominieren und Männer plötzlich mit denselben Vorurteilen, Erwartungen und Einschränkungen konfrontiert sind, denen sonst Frauen begegnen. In den Hauptrollen spielen Sacha Baron Cohen und Rosamund Pike, die den ungewohnten Rollentausch mit Ironie und pointierter Überzeichnung zum Leben erwecken. Chiara Rautenberg

Ladies First | Netflix

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Stefan Braun, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Kirstin von Elm, Damir Fras, Alex Hofmann, Till Hoppe, Lisa-Martina Klein, Franziska Klemenz, Angela Köckritz, Malte Kreutzfeldt, Vincent Mikoteit, Ralf Nestler, Anna Parrisius, Chiara Rautenberg, Wilhelmine Stenglin, Britta Weppner und Antonia Zimmermann mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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