Berlin.Table – Ausgabe 827

Facharbeiter und ihre Steuern + Trump und Xi + Reiche und der Normenkontrollrat

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Talk of the Town

Ringen um eine Steuerreform: Warum der Facharbeiter oft zum falschen Kronzeugen gemacht wird

In fast keiner Debatte über die Steuerreform fehlt er: der Facharbeiter, der angeblich den Spitzensteuersatz zahlt. Zuletzt sagte Jens Spahn im Podcast Table.Today, wenn der Spitzensteuersatz, wie von der SPD gefordert, angehoben würde, um Entlastungen am unteren Ende der Steuerkurve zumindest teilweise gegenzufinanzieren, würde dieser höhere Spitzensteuersatz „Facharbeiter und viele, viele andere“ treffen. Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt aber, dass es spitzensteuersatzzahlende Facharbeiter in der Realität allenfalls in wenigen Ausnahmefällen geben dürfte.

Spahns Sprecher begründet die Aussage auf Anfrage so: Der Spitzensteuersatz werde in Deutschland bereits bei Einkommen von knapp 70.000 Euro fällig – und das sei ein Gehalt, das gemäß der Tarife der IG Metall beispielsweise Meister oder Techniker in verantwortungsvoller Position bekommen. Auch in anderen Fällen wird so oder ähnlich argumentiert.

Diese Rechnung beruht allerdings auf einer Verwechslung. In den Tariftabellen wird stets das Brutto-Einkommen angegeben. Die 70.000 Euro, ab der der Spitzensteuersatz einsetzt, beziehen sich auf das zu versteuernde Einkommen – und das liegt deutlich niedriger als das Brutto-Einkommen, weil in jedem Fall ein Großteil der Sozialversicherungsbeiträge abgezogen wird. Um auf ein zu versteuerndes Einkommen von 70.000 Euro zu kommen, so zeigt es der Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums, muss das Bruttoeinkommen mindestens 85.000 Euro betragen.

Ein solches Einkommen ist gemäß der Tariftabellen, auf die die Union verweist, für Facharbeiter zwar in Einzelfällen möglich. Etwa in Bayern und Baden-Württemberg bei langer Berufserfahrung und verantwortlichen Tätigkeiten, die Spezialwissen erfordern – oder wenn viel Nacht- und Wochenendarbeit geleistet wird. Aber auch dann dürfte nur in wenigen Fällen der Spitzensteuersatz anfallen.

Zudem gilt der Wert von 85.000 Euro für unverheiratete, kinderlose Arbeitnehmer. Und das dürfte nur auf einen kleinen Teil der Facharbeiter mit langer Berufserfahrung zutreffen. Bei Verheirateten wird das gemeinsame Einkommen durch zwei geteilt; sofern die Partnerin oder der Partner weniger verdient, setzt der Spitzensteuersatz entsprechend später ein. Zudem gibt es pro Kind einen Freibetrag von knapp 10.000 Euro. Verheiratete oder Verpartnerte mit zwei Kindern müssten darum zusammen auf ein Bruttoeinkommen von fast 200.000 Euro kommen, bevor der Spitzensteuersatz greift.

Insgesamt kommen weniger als sieben Prozent der Steuerpflichtigen in den Bereich des Spitzensteuersatzes. Laut der jüngsten Datensammlung zur Steuerpolitik, die das BMF an diesem Dienstag veröffentlicht hat, war das im Jahr 2021 (neuere Daten liegen nicht vor) bei rund 1,8 Millionen Einzelveranlagungen und 1,2 Millionen Splittingverfahren der Fall. Dass es laut Statistischem Bundesamt in Deutschland mehr als 1,8 Millionen Menschen in Führungspositionen in Management und Verwaltung sowie 280.000 Ärzte, Anwälte und Steuerberater gibt, die zum Großteil den Spitzensteuersatz zahlen dürften, aber nicht zu den Facharbeitern gehören, zeigt ebenfalls, dass unter den Spitzensteuersatzzahlern nicht viele Facharbeiter sein können.

Irreführend ist die Aussage, dass Facharbeiter unter einem höheren Spitzensteuersatz leiden würden, aber noch aus einem anderen Grund. Alle Reformvorschläge sehen ja vor, dass die Steuerbelastung im ersten Teil der Steuerkurve sinkt, indem der Grundfreibetrag erhöht und die Steuerkurve abgeflacht wird. Selbst wenn der Spitzensteuersatz – wie etwa in einem Modell des DIW-Steuerexperten Stefan Bach – auf 49 Prozent stiege, würde dieser Wert erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro greifen; bei 70.000 Euro bliebe es in diesem Modell beim Grenzsteuersatz von 42 Prozent. Ein Großteil der heutigen Spitzensteuersatzzahler würde dadurch nicht mehr, sondern weniger Steuern bezahlen als bisher.

Denn: Der Spitzensteuersatz fällt nur auf jenen Teil des Einkommens an, der oberhalb des Grenzwerts liegt. Der durchschnittliche Steuersatz auf das gesamte Einkommen beträgt bei einem zu versteuernden Einkommen von 70.000 Euro bei Alleinstehenden aktuell 26 Prozent und bei Verheirateten 16 Prozent. Und dieser Durchschnittssatz würde auch beim DIW-Vorschlag nicht steigen, sondern sinken, weil die Entlastung im unteren Bereich der Kurve, die sich auch bei hohen Einkommen auswirkt, größer ist als die zusätzliche Belastung im oberen Bereich. Tatsächlich stiege die Steuerlast im DIW-Modell erst bei einem zu versteuernden Einkommen oberhalb von 130.000 Euro – und dass Facharbeiter so viel verdienen, behauptet auch die CDU nicht.

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News

Trump und Xi: Freundliche Worte und scharfe Botschaften. Der erste Tag des Trump-Xi-Gipfels in Peking ist vorbei. Nach außen dominierten roter Teppich, Himmelstempel und Festdinner; in der Sache aber blieben die Spielräume eng. Xis schärfste Botschaft des Tages galt dem Umgang mit Taiwan. Werde das Thema falsch gehandhabt, könnten beide Länder in Konflikt geraten. Das Weiße Haus schwieg dazu in seiner ersten Darstellung vollständig.

Für China-Experte Jörg Wuttke, ehemaliger Präsident der EU-Handelskammer in Peking, sendet der Gipfel sehr unterschiedliche Signale. Mehr bilateraler Handel und chinesische Käufe amerikanischer Güter seien in Aussicht. Bei den geopolitischen Themen – Iran, Ukraine, Straße von Hormus – habe man sich jedoch nur „durchgehangelt", ohne substanzielle Annäherungen. Die Stimmung in den USA bleibe „definitiv extrem antichinesisch", so Wuttke. Den Gipfel und seine Botschaften sollte man deshalb nicht überbewerten.

Für europäische Unternehmen fällt Wuttkes Bilanz nüchtern aus. Firmen mit chinesischen Beteiligungen gerieten in den USA zunehmend unter Druck. Hinzu kämen Chinas neue Regulatorien, die ausländische Firmen faktisch zwingen, zwischen US-Sanktionsvorgaben und chinesischen Vorschriften zu wählen. Für viele eine unmögliche Lage. Wuttkes Fazit: Europa sitze zwischen zwei Mächten, weder werde sich China öffnen noch Amerika moderater. Statt auf Entspannung zu hoffen, brauche der Kontinent endlich eigene Reformen. Amelie Richter

Table.Today. "Was bringt der Trump-Xi-Gipfel? Mit Jörg Wuttke."

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Normenkontrollrat zum neuen Heizungsgesetz: „Überkompliziert und kaum umsetzbar“. Aus Sicht von NKR-Chef Lutz Goebel gehört das Gesetz „zu den handwerklich schwächsten und praxisfernsten Vorhaben“, die dem Gremium in den vergangenen Jahren vorgelegt wurden. Es sei „ein Paradebeispiel dafür, warum viele Menschen staatliche Regeln nicht mehr verstehen“, sagte er der Bild. Es würde „zur Frustration vieler Bürger gegenüber Staat und Politik“ beitragen. Ihm zufolge sind die Regeln „überkompliziert, voller unklarer Vorgaben und in Teilen praktisch kaum umsetzbar“. Welche kleinen Verbesserungen die SPD am Ende noch erreichte, lesen Sie hier. Okan Bellikli

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5 gute Gründe gegen die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze. Nummer 5: Wer den Wechsel in die PKV erschwert, behindert den medizinischen Fortschritt. Denn für die Behandlung von Privatpatienten gelten keine Genehmigungsvorbehalte bei Innovationen und keine Budgets für Ärzte. Das ermöglicht die schnelle Einführung neuer medizinischer Methoden und Medikamente. (mehr auf pkv.de)

Umbau des Beschaffungswesens: Industrie fordert bessere Kommunikation. Die vor Monaten von Boris Pistorius angekündigte Umstrukturierung des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) lässt bislang noch auf sich warten. Allerdings ist schon jetzt bekannt, dass Pistorius das Amt dezentraler aufstellen will. Die Rüstungsindustrie betont indes die Notwendigkeit, die Kommunikation zwischen der Behörde und den Unternehmen zu verbessern. Welche konkreten Schritte Industrievertreter und Experten vorschlagen, lesen Sie im Security.Table. Gabriel Bub

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Jens Loschwitz über den schweren Weg der Leitmedien aus der Blase. Table.Forum

Bioökonomie in Leuna: Chancen und Risiken einer finnischen Großinvestition. Der finnische Konzern UPM investiert 1,3 Milliarden Euro in eine Bioraffinerie in Leuna. Sie soll Laubholz verwerten und unter anderem Kunststoffe herstellen. Für den Standort ist das ein Lichtblick, denn die etablierten Chemieunternehmen auf fossiler Basis drohen wegzubrechen. Ob der Plan aufgeht, hängt auch von der Verfügbarkeit von Biomasse ab. Experten bezweifeln, dass ausreichend Material für die stoffliche und die energetische Verwertung zur Verfügung steht. Zudem könnte das Gebäudemodernisierungsgesetz für einen größeren Bedarf an Brennstoffen aus Biomasse sorgen. Wie Großinvestor UPM die Lage einschätzt, lesen Sie im ESG.Table. Alex Veit

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Ganztagsausbau: Länder nur bedingt auf neues Schuljahr vorbereitet. In drei Monaten, mit Beginn des Schuljahrs 2026/27, greift für Erstklässler erstmals der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Eine Länderabfrage von Table.Briefings zeigt nun: Während in den ostdeutschen Ländern und Hamburg wohl jedes Kind einen Platz erhält, herrscht in anderen Teilen der Republik noch Handlungsbedarf. So werden in Baden-Württemberg, Bayern oder NRW derzeit weniger als 60 Prozent der Grundschüler ganztägig betreut. Mit dem Rechtsanspruch dürfte die Nachfrage deutlich steigen – zum Leidwesen vieler Kommunen, die den Ganztagsstart am liebsten verschieben würden. Welche Vorschläge der frühere Sozialminister Schleswig-Holsteins Heiner Garg (FDP) hat, lesen Sie im Bildung Table. Vera Kraft

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Bildung in Hessen: Angeblicher „Kulturkampf durch die Hintertür“. Noch nie hat Hessen mehr Geld für Bildung ausgegeben als im Jahr 2026. Der Etat von 6,2 Milliarden Euro stieg im Vergleich zum Vorjahr um 400 Millionen Euro. Das Plus entfällt größtenteils auf steigende Personalkosten. Bei den Programm- und Sachausgaben muss das Ministerium 68 Millionen Euro einsparen. Der Löwenanteil, etwa 40 Millionen Euro, wird bei den Integrationsklassen gekürzt. Geflüchtete Kinder besuchen diese vorübergehend, wenn sie an einer deutschen Schule ankommen und noch nicht bereit für den Regelunterricht sind. Das Ministerium begründet die Kürzung mit der sinkenden Zahl geflüchteter Schüler.

Auf welche Posten sich die übrigen 28 Millionen Euro verteilen, teilt das Kultusministerium nicht mit. Die Opposition schlüsselt auf: Vor allem Schulen in herausfordernder Lage erhielten weniger Personal. Gewerkschaften, Opposition und Schulvertreter unterstellen Kultusminister Armin Schwarz (CDU) eine ideologisch motivierte Sparpolitik, die Rede ist von einem „Kulturkampf durch die Hintertür“. Wo noch gekürzt wird, lesen Sie im Bildung Table. Malte Neumann

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Baden-Württemberg und Afrika: Koalition setzt auf mehr Kooperation. In dieser Woche haben die Mitglieder von Grünen und Union in Baden-Württemberg dem neuen Koalitionsvertrag zugestimmt. Damit machen die Parteien den Weg auch frei für eine neue Afrika-Strategie. „Den Ansatz ‚Afrika im Blick‘ werden wir zu einer kohärenten Afrika-Strategie für Baden-Württemberg entwickeln. Dabei ist ein Schwerpunkt die partnerschaftliche Zusammenarbeit, auch um die globalen Herausforderungen beim Klimaschutz gemeinsam anzugehen“, heißt es im Koalitionsvertrag. Unter anderem solle die Zusammenarbeit mit Burundi, seit über 40 Jahren Partnerland von Baden-Württemberg, ausgebaut werden. Eine aktuelle Studie des Freiburger Arnold-Bergstraesser-Instituts soll als Grundlage für eine künftige Neuausrichtung der Afrika-Politik dienen. Jenseits von Burundi empfehlen die Autoren darin, sich „stärker auf wirtschaftlich dynamische und aufstrebende Staaten“ zu konzentrieren. Mehr dazu lesen Sie im Africa.Table. David Renke

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Mehr Frauen in Arbeit: Sozialpartner mit gleichem Ziel, aber unterschiedlichen Motiven. Auch wenn die Fronten zwischen ihnen in vielen Fragen verhärtet sind, verfolgen Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände in einem zentralen Punkt das gleiche Ziel: Mehr Frauen sollen in Vollzeit arbeiten. Übergreifend herrscht Einigkeit, dass das Ehegattensplitting, die kostenfreie Mitversicherung in der Krankenkasse und Minijobs dem als Fehlanreiz im Weg stehen. Das geltende Recht stärke die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern, sagen sowohl BDA als auch DGB und befürworten daher Reformen. Ebenfalls helfen könnten andere Arbeitszeiten, sagen beide – ziehen daraus aber unterschiedliche Schlüsse.

Die Motive hinter dem gemeinsamen Ziel sind nicht immer die gleichen. Für die Arbeitnehmer stehen eine bessere Lastenteilung in Familien sowie die Vermeidung von Altersarmut im Fokus. Die Arbeitgeber greifen zwar auch Gleichstellungsaspekte wie den der Unabhängigkeit auf, betonen aber ebenso den Nutzen für die Wirtschaft. Würden die Geschlechterunterschiede am Arbeitsmarkt angegangen, könnten Potenziale „für Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland besser ausgeschöpft werden“, heißt es in einem Papier der BDA. Sie fordert eine weitgehende Abschaffung der Mitversicherung. Durch die Ausnahmen, die die Regierung plant, würden die möglichen positiven Erwerbsanreize nicht spürbar, heißt es in ihrer Stellungnahme zur GKV-Reform. Der DGB ist gegen Einschränkungen, da sie Familien hart träfen – er sieht anderswo besseres Sparpotenzial. Okan Bellikli

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Table.Documents

Beschlüsse des DGB-Bundeskongresses

Bericht zum Landesantidiskriminierungsgesetz in Berlin

Studie zur Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung

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Heads

Mario Draghi hat am Donnerstag den diesjährigen Karlspreis erhalten. In seiner Laudatio sagte Friedrich Merz, der frühere EZB-Präsident habe den Euro in der Finanzkrise stabilisiert mit Mitteln, die umstritten waren: „Das war mutig. Sie haben etwas riskiert. Es hätte scheitern können.“ Aber die Operation sei gelungen und die Währung heute unangefochten. Das bleibe ein großes Verdienst, für das die Europäer Draghi zutiefst dankbar seien. (Bundesregierung)

Ulf Laessing, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Mali, verlässt Bamako und wechselt nach Beirut. Das erklärte die KAS gegenüber Table.Briefings. Laessing, der seit 2021 das Regionalprogramm Sahel in Mali leitete, soll ab September im Libanon ein neues Stiftungsbüro aufbauen. Es soll Syrien und Irak abdecken und auch die Lage im Iran beobachten. Der medienaffine Laessing arbeitete vor seiner Tätigkeit bei der KAS mehr als ein Jahrzehnt als Auslandskorrespondent für Reuters. Er berichtete unter anderem aus Libyen, Saudi-Arabien und Kuwait. Tobias Rüttershoff soll künftig die Entwicklung in den Sahel-Ländern beobachten. Er leitet seit 2024 das Regionalprogramm Sicherheitspolitischer Dialog Westafrika der KAS in Abidjan in der Elfenbeinküste. Er soll den Sahel von den Standorten Abidjan und Bamako aus betreuen. Das zweite sicherheitspolitische Programm der KAS in Afrika, das Regionalprogramm Sicherheitspolitischer Dialog Ostafrika – Horn von Afrika wird Jan-Ole Voß übernehmen. Er war zuletzt für die KAS in Kenia tätig. Lucia Weiss

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Best of Table

China.Table: Ex-Söldner geht gegen Abschiebung vor. Der frühere Söldner Xu Xiaoren befindet sich weiterhin in Abschiebehaft in München. Laut der Exiljournalistin Chai Jing hat seine Anwältin einen Eilantrag gegen die Auslieferung an China gestellt. Warum Fachleute vor einem politisch motivierten Prozess warnen, lesen Sie hier.

Security.Table: Rasant wachsendes Startup – auch wegen Peter Thiel. Die Bewertung von Anduril, zu dessen Investoren Thiel zählt, steigt auf 61 Milliarden US-Dollar. Nach Europa expandiert die Firma bisher aber kaum. Woran das liegt, lesen Sie hier.

ESG.Table: Frauenverbände benötigen mehr Mittel. Für die Gründerin der Women's Society Berlin, Anna Poeschel, sind die Organisationen das Rückgrat im Kampf für Gleichstellung. Aber sie seien dramatisch unterfinanziert. Warum das auch die Wirtschaft ausbremst, lesen Sie hier.

Europe.Table: Mitgliedsstaaten bremsen beim Netzausbau. Sie sollen laut EU-Kommission ihre Stromnetze enger miteinander verknüpfen. Davon sind nicht alle begeistert. Wie insbesondere Schweden und Frankreich das Vorhaben behindern und inwiefern Deutschland betroffen ist, lesen Sie hier.

Bildung.Table: KI hält Einzug in den Kitas. Der Medienpädagoge Stefan Siefert erklärt in einem Gastbeitrag, warum er es für dringend geboten hält, dass Erzieher den Umgang mit der Technologie erlernen. Wie er sich die neue digitale Welt vorstellt, lesen Sie hier.

Europe.Table: Ruf nach neuem Selbstbewusstsein. Europa sollte seine geopolitische Rolle entschlossener wahrnehmen. Das fordern Johanna Hohaus und Tim Peter in der neuen Panorama-Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung. Wo die EU bei verschiedenen Parametern im internationalen Vergleich steht, lesen Sie hier.


Africa.Table: Macron umwirbt Kenias Jugend. Mehr als 250.000 Arbeitsplätze sollen in Frankreich und Afrika durch rund 23 Milliarden Euro an Investitionen entstehen: Das ist das Ergebnis eines Frankreich-Afrika-Gipfels in Nairobi. Was Emmanuel Macron speziell der Jugend versprochen hat, lesen Sie hier.

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Time.Table

15. Mai

Katholikentag: Friedrich Merz im Gespräch mit jungen Menschen zum Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten“, 11 Uhr. Podium zu „Antisemitismus heute“ mit Bodo Ramelow, 11 Uhr. Podium „Berufsbildung für alle?“ mit Karin Prien, 14 Uhr. Julia Klöckner im Gespräch, 17 Uhr. Würzburg

Außenpolitik: Die Außenminister der 46 Mitgliedsländer des Europarats beraten über eine Erklärung zu Migration und Europäischer Menschenrechtskonvention sowie über ein neues Rechtsinstrument zur Bekämpfung ausländischer Manipulation und Einmischung.

16. Mai

Katholikentag: Biblische Dialoge mit Ricarda Lang, 9:30 Uhr. Diskussion „Es muss sich was ändern! Wie gelingen Transformationsprozesse in Staat und Kirche?“ mit Alexander Schweitzer, Georg Bätzing und Luisa Neubauer. Moderation: Robin Alexander, 11 Uhr. Podium „Wie gelingt sozialer Zusammenhalt in Zeiten des Umbruchs?“ mit Markus Söder, 17 Uhr. Würzburg

Justiz: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe öffnet zu seinem 75-jährigen Jubiläum seine Türen. Besucher können sich über Aufgaben und Organisation des Gerichts informieren und einen Blick in das von Paul Baumgarten entworfene und 1969 fertiggestellte Gebäude werfen.

16. Mai

Katholikentag: Schlussgottesdienst, 10 Uhr. Abschlusspressekonferenz, 12 Uhr. Würzburg

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Must-Reads

Focus/Spiegel: Merkel, CDA und Seeheimer rufen zu Kompromissen auf. Angela Merkel plädiert im Interview für mehr Gelassenheit im Umgang mit Meinungsverschiedenheiten, auch in Koalitionen. Hinter denen würden Menschen „mit ziemlich viel Leidenschaft“ an Lösungen für Probleme arbeiten. In einem separaten Appell wenden sich CDA und Seeheimer Kreis an die Spitzen von Union und SPD. Esra Limbacher zitiert Helmut Kohl: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“ Dennis Radtke sagt, die „Identitätskämpfe der politischen Mitte lösen kein Problem“. („‚Bekommt endlich den Hintern hoch, reißt euch zusammen‘“/„Merkels Debatten-Appell: ‚Der Kompromiss wird ‚niedergemacht‘“)

FAZ: Wie ein Schuldenbremsen-Konsens aussehen könnte. In der Einigung werde ein Konzept diskutiert, das an den Vorschlag der Bundesbank erinnert, schreibt Manfred Schäfers. Bund und Länder bekämen demnach einen deutlich größeren Spielraum, mit einer Einschränkung: Solange die Schuldenquote sehr hoch ist, dürfte dieser Rahmen nicht ausgeschöpft werden. („Auf der Suche nach der magischen Schuldenformel“)

Zeit: Karl-Josef Laumann über die Probleme der CDU. Soziale Sicherheit werde von der Partei manchmal dargestellt, als sei sie bloß teurer Ballast, sagt der NRW-Minister. Die Schwierigkeiten von Friedrich Merz stammen ihm zufolge „von manchen Formulierungen, von Fehlern im Wahlkampf, aber auch vom Start der Koalition“. Sie habe sich zu wenig damit beschäftigt, wie man „eine gemeinsame Überschrift“ findet und mit Inhalt füllt. („‚Teile der CDU könnten ein bisschen mehr Empathie üben‘“)

SZ: Was hinter dem Chaos in Großbritannien steckt. Es wäre nach Lage der Dinge ein Wunder, wenn Keir Starmer im Juli noch Premierminister ist, schreibt Michael Neudecker. Nach mehreren Staatssekretären ist nun Gesundheitsminister Wes Streeting zurückgetreten, dem Ambitionen auf das Amt nachgesagt werden. Als potenzielle Nachfolger gelten auch die frühere Vize-Premierministerin Angela Rayner und Andy Burnham, Bürgermeister von Manchester. Stürzt Starmer, gäbe es den oder die fünfte Premier in vier Jahren. („Einer geht noch“)

SZ: Schmidt-Rückzug im Schmerz. Nach fünf Jahren tritt Christian Schmidt, Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, schweren Herzens ab. Die Trump-Regierung, immer an Deals interessiert, hatte eigene Pläne. Auch die EU und die Bosnier selbst waren nicht nur hilfreich. Hätte er sich verkämpft, glaubt Schmidt im Interview, hätte das Dayton-Abkommen insgesamt auf dem Spiel gestanden. („Ich hatte gehofft, dass viele Dinge leichter zu lösen wären“)

Zeit: Oberbürgermeister fordern zusätzliche Mittel für die Kommunen. Boris Palmer (Tübingen, parteilos), Richard Arnold (Schwäbisch Gmünd, CDU) und Matthias Klopfer (Esslingen, SPD) warnen vor der dramatischen Finanzlage der Kommunen. Um den Verfall öffentlicher Infrastruktur zu verhindern, seien jährlich mindestens 30 Milliarden Euro zusätzlich nötig. Diese sollten durch Einsparungen bei Sozialausgaben wie der Rente sowie durch eine Erhöhung der Grundsteuer mobilisiert werden. („Wir müssen radikal denken: Grundsteuer hoch, Mütterrente streichen“)

Nicht überlesen!

FAZ: Jordan Bardella über Gemeinsamkeiten mit Merz. Er sehe Übereinstimmungen in der Migrationspolitik, beim Bürokratierückbau und dem Ziel eines wettbewerbsfähigen Europas, sagt der Vorsitzende des Rassemblement National (RN). Er grenzt sich von der AfD ab, viele Positionen der Partei seien unvereinbar mit den Grundsätzen des RN, so der 30-Jährige. Zugleich fordert er den Rücktritt von Ursula von der Leyen und attackiert den Nachbarn Spanien, weil das Land im Umgang mit „Sans-Papiers“ eine mildere Politik verfolgt, als er es tun würde. („‚Wir werden nationales Recht über Europarecht stellen‘“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Markus Lanz, 23 Uhr: Eva Umlauf, Ruth-Anne Damm, Oliver von Wrochem

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Niklas Höhne, Klimaforscher: Koalitionsbeschluss zum CO₂-Preis

7:15 Uhr: Nicolas Zippelius, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss (CDU): Trump in China

8:10 Uhr: Hélène Miard-Delacroix, Politologin: Frankreichs Blick auf Deutschlands Aufrüstung

ZDF

6:40 Uhr: Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip: Gebäudemodernisierungsgesetz

7:10 Uhr: Bischof Heiner Wilmer, Vorsitzender der Bischofskonferenz: Katholikentag

8:10 Uhr: Mikko Huotari, Mercator Institute for China Studies: Trump in China

rbb24–Inforadio

7:25 Uhr: Miro Marsicevic, Initiative Männer gegen Gewalt: Kundgebung am Brandenburger Tor

7:45 Uhr: Michael Hüther, IW Köln: Trump in China

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Geburtstage

15. Mai

Nina Warken, Bundesgesundheitsministerin (CDU), 47

Claudia Roth, MdB (Grüne), 71

16. Mai

Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender (CDU/CSU), 46

Ulrich Thoden, MdB (Linke), 53

Özlem Ünsal, Bausenatorin von Bremen (SPD), 52

17. Mai

Thomas Rachel, Beauftragter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit (CDU), 64

Sandra Gerken, Bevollmächtigte des Landes Schleswig-Holstein beim Bund (CDU), 46

Winfried Kretschmann, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg (Grüne), 78

Udo Lindenberg, Musiker, 80

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute ziemlich weit ins All hinaus. Die Nasa hat mehr als 12.000 Aufnahmen aus ihrem Archiv freigeschaltet, darunter viele Bilder von der jüngsten Artemis‑2‑Mission. Zu sehen sind Mondlandschaften, das tiefe Schwarz des Weltalls – und immer wieder die Erde: spektakuläre Aufnahmen – etwa wenn sie hinter dem Mond auftaucht, klein und erstaunlich hell. Die Sammlung kommt unsortiert daher: keine kuratierte Schau, sondern eine lange Liste zum Durchklicken. Genau das macht den Reiz aus. Vielleicht ist es sogar eine sehr passende Art, Christi Himmelfahrt zu verbringen: ein digitaler Perspektivwechsel, ein paar Kilometer weiter oben als sonst – und mit Bildern, die zeigen, wie viel es jenseits des gewohnten Horizonts zu sehen gibt. Nicola Kuhrt

Gateway to Astronaut Photography of Earth | Nasa

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Stefan Braun, Michael Bröcker, Gabriel Bub, Daniel Friesen, Horand Knaup, Vera Kraft, Malte Kreutzfeldt, Nicola Kuhrt, Vincent Mikoteit, Robert Neumann, David Renke, Amelie Richter, Alex Veit und Lucia Weiss mitgewirkt.

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