Berlin.Table – Ausgabe 826

Dobridts zentrale Rolle für die Koalition + Schneider und die Gebäudemodernisierung + Institutionen bangen in Sachsen-Anhalt um Existenz

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Talk of the Town

Das Versprechen des Koa-Ausschusses: Warum es oft auf Alexander Dobrindt ankommt

Der neue Plan sieht so aus: Die Koalition will ein großes Reformpaket kurz vor der Sommerpause, um auf einen Schlag eine Reihe von Lösungen präsentieren zu können. Diese Idee hatte die Regierung schon einmal – nur funktionierte sie nicht, weil Steuer-, Pflege- und Rentenreform fehlten. Deshalb hatte man sich zunächst entschieden, mit dem zu arbeiten, was da war. Also erst die Gesundheitsreform; nach dem Treffen in der Villa Borsig dann die Steuerreform, im Juni die Rente – und die Pflege so schnell wie eben möglich. Nur ging auch das nicht auf, weil die Koalitionsspitzen sich bei der Finanzierung des neuen Steuerkonzepts nicht einigen konnten.

Fragt man nach den Fehlern dieser Koalition, wird mit dem Finger nicht auf einen allein, sondern auf eine Reihe von Entscheidern gezeigt, die in ihrer Rolle nicht funktionieren. Mit einer Ausnahme: Alexander Dobrindt. Der CSU-Innenminister wird in weiten Teilen der Koalition für seinen zuverlässigen und professionellen Umgang gelobt. Er bringe deutlich Erfahrung mit an den Tisch, beherrsche das Handwerk, so heißt es aufseiten der Union wie bei Teilen der SPD anerkennend. Oft ist es Dobrindt, der vermittelt, wenn die Fronten mal wieder verhärtet sind.

Schon vor Beginn seiner Amtszeit zeigte sich, wie sehr Friedrich Merz auf die Drähte des CSUlers angewiesen ist. Etwa als es kurz nach der Bundestagswahl darum ging, ein Schuldenpaket auf den Weg zu bringen, das ohne die Stimmen der Grünen nicht möglich gewesen wäre. In den damaligen Krisensitzungen war es Teilnehmern zufolge Dobrindt, der die Diskussion immer wieder auf den sachlichen Kern zurückführte. Schon nach der im ersten Wahlgang gescheiterten Kanzlerwahl war es Dobrindt, der durch die Kontaktaufnahme zur Linken signalisierte, dass er eine wichtige Schaltstelle der Kommunikation sein würde. Und am Ende der Koalitionsverhandlungen, als die Gespräche auf den letzten Metern zu scheitern drohten, war es Dobrindt, der sich mit Lars Klingbeil zurückzog, um die Wogen zu glätten.

Seither ist von den Sozialdemokraten im Kabinett vornehmlich Positives über Dobrindt zu hören. Und das, obwohl der CSU-Minister sich auf die Fahne geschrieben hat, die Migrationswende voranzutreiben. Für die SPD ist das Thema ein schwieriges Feld. Viele in der Partei haben eine fundamental andere Einstellung zu bestimmten Vorhaben. Und trotzdem schafft es Matthias Miersch jedes Mal, für Dobrindts Gesetze die Mehrheit in seiner Fraktion zu organisieren. Das liege vor allem an Dobrindts Arbeitsweise, heißt es in der SPD. Diese sei verbindlich und zuverlässig. Die Zusammenarbeit beschreiben rote Kabinettsmitglieder als gut und angenehm. Dobrindt gehe oft mit einem klaren Plan und klaren Zielen in die Verhandlungen, was die Gespräche erleichtere.

Auch die Grünen sprechen nicht schlecht über Dobrindt. Und das, obwohl der frühere CSU-Generalsekretär bei ihnen lange Zeit als konservativer Beelzebub galt. Im Grunde ist Dobrindt der Erfinder des Vorwurfs, die Grünen seien eine „Verbotspartei“, die die Bürger bevormunden wolle. Daran arbeiten sich viele Grüne bis heute ab. Jüngere Politikerinnen wie Co-Fraktionschefin Katharina Dröge, die damals noch nicht dabei waren, pflegen hingegen einen unbefangeneren Umgang mit Dobrindt, den auch sie als kommunikationsoffen und verlässlich ansehen. Gleichwohl kann auch Dröge, die sich mit „dem Alexander“ duzt, heute noch alle Insta-Posts präsentieren, die zeigen, wie Dobrindt im letzten Bundestagswahlkampf vorneweg beim Grünen-Bashing gegen Robert Habeck oder Annalena Baerbock dabei war.

Nun gehört das Zusammenbinden einer Koalition zu den ureigensten Aufgaben eines Kanzlers und seines Amtschefs. Thorsten Frei steht immer stärker in der Kritik. Er mache zu viele Fehler, bereite wichtige Treffen nicht ausreichend vor – wie zuletzt das Wochenende in der Villa Borsig. Außerdem sei Frei dem SPD-Staatssekretär Björn Böhning, mit dem er regelmäßig verhandeln muss, nicht gewachsen, heißt es aus Union wie SPD. „Zu viele Talkshows, zu wenig Schreibtischarbeit“, kritisiert ein CDUler. Zu Beginn der Koalitionsarbeit hatte mancher Sozialdemokrat noch Nachsicht mit Frei. Inzwischen schütteln viele nur noch den Kopf. Die Lernkurve sei quasi nicht vorhanden, heißt es aus der SPD.

Und so kommt es, dass in der Sherpas-Runde, die die Steuerreform vorbereiten sollte, neben Frei, Böhning und der Söder-Vertrauten Karolina Gernbauer auch Dobrindt mit am Tisch sitzen muss. Stellte man sich vor, dass das auch bei der Rente und der Pflege nötig werden sollte, wird klar: Ein Innenminister, der in der Koalition immer dann löschen muss, wenn es schwer und brenzlig wird, hat irgendwann zu viel auf den Schultern. Auch das zeigen die vergangenen Wochen.

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Unbeliebtheit des Kanzlers: Wären Söder oder Wüst besser? Weil Friedrich Merz aus dem Tal schlechter Umfragewerte aktuell so gar nicht rauskommt, ploppt im politischen Berlin immer wieder die Frage hoch, ob andere Unionspolitiker bessere Regierungschefs wären. Forsa hat nun für RTL nachgefragt, wie die Menschen auf Markus Söder und Hendrik Wüst schauen. Auf jene zwei Politiker also, die im Krisenfall als wahrscheinlichste Nachfolger gelten könnten. Die Ergebnisse allerdings sind insbesondere für den CSU-Chef ernüchternd: nur 25 Prozent der Befragten halten ihn für besser; 70 Prozent trauen ihm das nicht zu. Bei Wüst ist das Bild ein anderes: 39 Prozent trauen ihm mehr zu; 36 Prozent tun das nicht. Auffallend ist zudem, dass Wüst auch in anderen Parteien punktet; das gelingt Söder kaum. Stefan Braun

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News

Gebäudemodernisierung: Warum Carsten Schneider keinen Widerstand mehr leistet. Der Bundesumweltminister hat dem Entwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz im Kabinett zugestimmt, obwohl seine zentrale Forderung nicht erfüllt wurde, am Verbot fossiler Brennstoffe ab 2045 festzuhalten. Dem Vernehmen nach gab es dafür auch aus seiner eigenen Partei zu wenig Unterstützung. Erreicht hat Carsten Schneider in den Verhandlungen, die bis Dienstag andauerten, lediglich kleinere Verbesserungen. So soll an der Evaluierung des Gesetzes im Jahr 2030 nun neben dem Wirtschats- und dem Bauministerium auch sein Haus mitwirken. Im entsprechenden Paragraphen wird zudem explizit das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 erwähnt; ob der Gebäudesektor dies erreicht oder ob das Gesetz nachgeschärft werden muss, soll im Rahmen der Evaluierung überprüft werden.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, das neue Gesetz bringe „mehr Planungssicherheit“ für Hauseigentümer. Dies steht allerdings im Gegensatz zu den Aussagen, die der Entwurf für die künftigen Kosten neu eingebauter Öl- und Gasheizungen trifft. In Bezug auf die künftig vorgeschriebene Beimischung von Bioöl und Biogas heißt es darin: „Eine belastbare Abschätzung der in der Zukunft zu erwartenden Kosten ist derzeit nicht möglich.“ Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden. Welche Details sich im neuen Entwurf noch geändert haben, lesen Sie im Climate.Table. Malte Kreutzfeldt

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Zukunft in Sachsen-Anhalt: Kirchen, Kultur und NGOs fürchten um ihre Existenz. Aus Sorge vor einem AfD-Erfolg bei der Landtagswahl haben sich potenziell Betroffene in Sachsen-Anhalt zusammengeschlossen. „Kirchen, Kultur und Initiativen bereiten sich darauf vor, was eine Regierungsbeteiligung der AfD bedeuten würde“, sagt Anne Gidion, Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik und der EU, Table.Briefings. „Wer einen angreift, der greift uns alle an.“ Das Wahlprogramm belege, „wie die AfD Kirche und Diakonie gezielt schwächen will.“ Sie treffe damit alle Menschen, die auf Krankenhäuser, Pflegeheime, Hospize, Suppenküchen oder Kindergärten angewiesen seien.

27 Kulturinstitutionen warnen in einer gemeinsamen Stellungnahme vor einer nationalistisch geprägten Kulturpolitik. Darunter die Stiftung Bauhaus Dessau, die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, das Technik-Museum und das Theater in Magdeburg. Sie sehen seitens der AfD „den Versuch, historisches Erinnern, Kunst und kulturelle Vielfalt an nationalistischen Leitbildern und Identitätsvorgaben auszurichten.“ Aus dem Wahlprogramm geht hervor, dass die AfD Institutionen, die ihrer Ideologie widersprechen, Mittel radikal streichen will. Franziska Klemenz

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5 gute Gründe gegen die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze. Nummer 3: Wer den Wechsel in die PKV erschwert, verschärft das Demografie-Problem. Denn nur Privatversicherte sorgen für ihre Gesundheitskosten im Alter vor. Und das ist gut für alle: Die PKV hat keine Schulden, braucht keine Steuerzuschüsse und ist dami ein stabiler Anker im demografischen Wandel. (mehr auf pkv.de)

Sicherheit: Österreichs Außenministerin fordert europäische Armee. Europa müsse in seiner Verteidigungsfähigkeit autonomer werden, fordert Beate Meinl-Reisinger im Podcast Table.Today – auch, weil „die Verlässlichkeit, was die USA angeht, brüchig geworden ist“. Eine Alternative zur Nato wolle sie nicht, aber eigene Kommandostrukturen „und letztlich auch eine Art europäische Streitkraft“. Die EU müsse sich fragen, wie sie künftig mit Russland umgehen will. Sie solle „ein Verhandlungsteam oder einen Sondergesandten nominieren“ – vorausgesetzt, Russland sei zu ernsthaften Friedensgesprächen bereit.

Österreich traut die Ministerin eine größere Rolle zu. „Wir haben hier eine ganz gute Positionierung auch in Wien für etwaige Verhandlungen.“ Sowohl die OSZE als auch die IAEA haben in Wien ihren Hauptsitz und könnten in einem Friedensprozess eine wichtige Rolle spielen. Wichtig seien geeinte Positionen der EU. „Das ist die Klarheit, die wir schaffen müssen, und dann auch entsprechend jemanden nominieren.“ Wladimir Putin dürfe nicht bestimmen, wer für die EU verhandelt. Wie Meinl-Reisinger die EU handlungs- und wettbewerbsfähiger machen möchte und ob das ohne gemeinsame Schulden gehen kann, hören Sie ab 5 Uhr hier. Michael Bröcker

Table.Today. "Ist die EU reformfähig? Mit Beate Meinl-Reisinger."
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Christian Seidenabel über die Paradoxität der Leitmedien. Table. Forum

Reform des Mietrechts: Kommission weit entfernt von Kompromissen. Die vom BMJV eingesetzte „Expertengruppe Mietrecht“ dürfte sich schwertun, eine von beiden Seiten getragene Einigung zu erzielen. Das legen die Protokolle der ersten vier Sitzungen des seit September tagenden Gremiums nahe. Schon in der ersten Sitzung bestand beispielsweise nicht einmal darüber Konsens, ob die Verlängerung der Mietpreisbremse durch die Regierung verfassungskonform ist. In der Zwischenzeit hat das Bundesverfassungsgericht im Februar entschieden, dass die von der vorletzten Koalition beschlossene Ausdehnung bis 2025 rechtens war. Der aktuelle Bundestag verlängerte sie bis 2029.

In der Kommission gibt es Unterarbeitsgruppen, etwa zu Untervermietungen und zu den Folgen des Tods eines Mieters. Im Fokus steht eine Bußgeld-Regelung für Verstöße gegen die Mietpreisbremse und eine Reform zur Präzisierung der Mietwucher-Vorschrift. Letztere setzt voraus, dass dem Vermieter das „Ausnutzen“ einer Notlage nachgewiesen wird. Weil dies in der Praxis schwer ist, will die Mieterseite diesen Punkt streichen. Hierüber wurde „intensiv“ diskutiert, aber keine Einigkeit erzielt, heißt es in einem Protokoll. Das nächste Treffen findet am 20. Mai statt. Okan Bellikli

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Korruption in Kiew: Welche Dimension der Skandal hat. Der Korruptionsskandal um den Geschäftsmann Timur Minditsch belastet das Umfeld von Wolodymyr Selenskyj zunehmend, besonders durch die Anklage gegen seinen ehemaligen Stabschef Andrij Jermak. Brisant ist der Fall, weil der ins Ausland geflohene Minditsch hinter der Drohnenfirma Fire Point stehen könnte. Das Unternehmen hat unter anderem die weitreichende Waffe Flamingo entwickelt.

Der deutsche Rüstungskonzern Diehl Defence hat erst vor einem Monat eine Partnerschaft mit Fire Point vereinbart. Der seit November lauter werdende Skandal wirft jedoch Zweifel an Transparenz und Zuverlässigkeit in der Kooperation mit ukrainischen Stellen auf. Gegen Selenskyj selbst darf nicht ermittelt werden, doch „Minditschgate“ kostet ihn Punkte in den Zustimmungswerten der Bevölkerung. Warum der Skandal für westliche Partner und Rüstungsunternehmen relevant ist, lesen Sie im Security.Table. Denis Trubetskoy

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Chinas Wirtschaft: Höhere Erzeugerpreise können zum Vorteil für Europa werden. Nach 41 Monaten ziehen die Erzeugerpreise in der zweitgrößten Volkswirtschaft jetzt wieder an. Chinesische Exporte in die EU sollte das eigentlich verteuern und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stärken. Doch es gibt auch Gründe, daran zu zweifeln. Weil China seine Währung künstlich abwertet, beziffert Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft Deutschlands Kostennachteil auf rund 40 Prozent. „Der aktuell deutliche Erzeugerpreisanstieg in China ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Matthes. Wo es hakt, damit chinesische Exporte teurer werden, lesen Sie im China.Table. Marcel Grzanna

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Energieforschungsprogramm: Regierung muss den Start verschieben. Die zuständigen Ministerien senden unterschiedliche Signale zum Zeitplan. Während es bei der Verabschiedung der Hightech-Agenda im vergangenen Juli noch hieß, die Forschung für Schlüsseltechnologien der Energiewende werde „noch in 2025“ gebündelt, nennt das BMFTR nun einen deutlich späteren Termin: „Das neue Programm soll auf dem HTAD-Gipfel in Q1/2027 vorgestellt werden.“

Im BMWE will man sich auf diesen Zeitplan offenbar noch nicht festlegen. Auf die Frage, ob der Gipfel tatsächlich das Veröffentlichungsdatum sei, erklärte eine Sprecherin: „Das ist der späteste Zeitpunkt.“ Im Sommer solle zunächst eine breite Stakeholder-Konsultation starten, „dies gilt es abzuwarten“. Welche Maßnahmen die Ministerien schon vorher angehen, lesen Sie im Research.Table. Ralf Nestler

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Table.Documents

Gesetzentwürfe zum GMG und zur Stärkung des deutsch-französischen Abiturs

Gesetzentwurf zur Versorgungssicherheit

Gesetzentzwurf zum Bürokratieabbau im Verkehrsbereich

BMUKN-Bilanz, Rück- und Ausblick

BMWE-Information zum Gebäudemodernisierungsgesetz

MdB-Musterbrief zu Integrationskursen

Abrüstungsbericht der Bundesregierung

Antworten auf Kleine Anfragen: Gasimporte über LNG-Terminals, Regulierung von PFAS, Kosten von Mehrwertsteuer-Befreiung bei Lebensmitteln, Antisemitische Straftaten

Protokolle aus der Mietrechtskommission

Infratest-Wahlumfrage Mecklenburg-Vorpommern

Papier von Grünen-Politikern zu Staatsmodernisierung und Bürokratierückbau

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Heads

Moritz Kracht wird ab dem 15. Mai neuer Kommunikations-Chef beim Zentralverband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI). Kracht war zuletzt für die Kommunikation im Bundesministerium der Justiz zuständig, leitete dort die entsprechende Unterabteilung und war Sprecher von FDP-Minister Marco Buschmann. Davor war er stellvertretender Regierungssprecher in NRW und viele Jahre Sprecher von Ex-FDP-Chef Christian Lindner. Kracht hat Politikwissenschaft, Soziologie und Öffentliches Recht in Würzburg studiert. Kracht folgt auf Thorsten Meier, der für den ZVEI über 16 Jahre die Kommunikation verantwortete. Michael Bröcker

Ulf Poschardt gibt seinen Posten als Herausgeber der Premium-Gruppe beim Springer-Verlag auf, zu der Welt, Politico und Business Insider gehören. Er soll künftig als freier Autor, Podcaster und Creator für die Springer-Gruppe publizistisch tätig sein, etwa mit einer eigenen Talkshow auf Welt TV und Social-Media-Formaten. (FAZ)

Tina Klüver, Geschäftsführerin der neuen, unter anderem vom BMWE geförderten Plattform „AI Nation“, will in Deutschland Gründungen im KI-Bereich voranbringen. Die Computerlinguistin, Start-up-Beraterin und ehemalige Abteilungsleiterin im Bundesforschungsministerium beschreibt die Plattform als „Service- und Transferstelle mit Katalysatorfunktion“. „Unser Ziel ist es, Ergebnisse aus der Forschung für die wirtschaftliche Nutzung zu aktivieren“, sagt sie Table.Briefings. Klüwers Ambition ist es, die Versäulung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aufzubrechen. Wie das gehen könnte und warum die Auto-Nation Deutschland aus ihrer Sicht eine „neue DNA“ braucht, lesen Sie im Research.Table. Anne Brüning

Christoph Gensch ist neuer Vorsitzender der CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz. Auch die Ministerinnen und Minister der Partei stehen inzwischen fest. Neben Ute Eiling-Hütig (CSU), die Bildungsministerin wird, gehören dazu Achim Schwickert (Innen), Helmut Martin (Justiz, Verbraucherschutz) und Sven Teuber (Kommunen, Bauen, Wohnen, Kultur). Ministerin wird auch die Europaabgeordnete Christine Schneider (Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau, Forsten). Künftiger Chef der Staatskanzlei mit Ministerzuständigkeiten ist Marcus Klein (Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Medien, Ehrenamt). (SWR)

Beate Petry bleibt Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba). Sie ist Head of Global Pensions & Benefits bei BASF und Vorstandsvorsitzende der BASF-Pensionskasse VVaG. Neu in den Vorstand des Vereins gewählt wurden bei seiner Jahrestagung in Berlin Eike Burmann (Volkswagen), Sabine Payne (Deutsche Bank), Hansjörg Müllerleile (MetallRente), André Geilenkothen (Mercer) und Benedikt Köster (Pensions-Sicherungs-Verein). (aba)

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Best of Table

China.Table: Was ausländische Unternehmen über das Konsum-Programm „Buy in China“ denken. Mit „Buy in China“ will Peking den schwachen Konsum beleben und ausländische Investoren anlocken. Doch hinter der groß angekündigten Initiative steckt nach Ansicht europäischer Handelskammern vor allem Symbolpolitik, solange große Strukturprobleme des Landes ungelöst bleiben. Warum Europas Unternehmen trotzdem genau hinsehen, lesen Sie hier.

Security.Table: Geopolitische Machtpolitik erschwert internationale Zusammenarbeit. Die Rückkehr der Geopolitik als zentrale machtpolitische Kategorie bedeutet einen Rückfall in imperialistische Zeiten, kritisiert der Politikwissenschaftler Klaus Schlichte. Weshalb er eine Neuordnung der zentralen internationalen Organisationen für zwingend hält, lesen Sie hier.

Europe.Table: Krisentreffen zu Energiepreisen. Als Antwort auf den Irankrieg beraten die EU-Energieminister darüber, ob die Union mehr heimisches Erdgas fördern soll. Warum die Kommission an der Stelle Bulgarien als Vorbild für Deutschland sieht, lesen Sie hier.

Research.Table: Wie die Hightech-Agenda die Biotechnologie stärken soll. Gen- und Zelltherapie, präventive Medizin, Grüne Gentechnik und Novel Food – unter anderem in diesen Bereichen will die Bundesregierung die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Was Akteure zu den Plänen sagen, lesen Sie hier.

Climate.Table: Erneuerbare sparen der EU-Milliarden. Allein durch den Solarausbau könnten EU-Staaten im Jahr gut 67 Milliarden Euro an Gasimportkosten sparen. Erneuerbare sind Hauptpuffer in der fossilen Energiepreiskrise. Ob Deutschland seine Potenziale ausgeschöpft hat, lesen Sie hier.

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Time.Table

Religion: Fortsetzung des 104. Deutschen Katholikentages mit einer Fragerunde unter dem Titel „Wie schützen wir die Demokratie in unserem Land?“ mit Alexander Dobrindt. Würzburg, 12 Uhr

Ehrung: Verleihung des Karlspreis 2026 an den ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi, mit einer Laudatio von Friedrich Merz sowie einer Rede des griechischen Ministerpräsidenten, Kyriakos Mitsotakis. Aachen, 11 Uhr

Wirtschaft: Die Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet unter dem Motto „Abhängigkeiten reduzieren“ in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsvereinigung der Grünen den Grünen Wirtschaftstag 2026 – zu Gast ist unter anderem Franziska Brantner.

Außenpolitik: Der FC Bundestag reist vom 14. Bis 17. Mai zur 53. Parlamentarier-EM nach Lübeck und tritt gegen Finnland, Österreich und die Schweiz an. Mit im Kader sind unter anderem Fritz Güntzler, Tim Klüssendorf und Carsten Schneider. Weitere Informationen

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Must-Reads

Spiegel: Was hinter Südekums Renten-Vorschlag steckt. Sowohl Kanzler als auch Arbeitsministerin haben Sympathie für die Idee von Jens Südekum, den Renteneintritt von den Beitragsjahren abhängig zu machen. Wer früh in den Job startet, „zahlt am längsten ein, bekommt am Ende aber eine kürzere Rente, weil er früher stirbt“, so der Ökonom. Sein Ansatz behebe diese Unwucht etwas. („‚Warum soll ein Akademiker schon mit 67 Jahren in Rente gehen dürfen?‘“)

Tagesspiegel: Heftige Vorwürfe gegen mächtigen Gynäkologen-Verband. Es geht um Einschüchterung und Machtmissbrauch beim Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF): Kritikerinnen berichten, sie seien „mundtot gemacht“ oder nach öffentlicher Kritik aus Strukturen gedrängt worden. Der BVF berät die Regierung und entscheidet bei zentralen Fragen der Frauengesundheit mit. Obwohl die meisten Mitglieder Frauen sind, führen ihn seit mehr als 70 Jahren ausschließlich Männer. („Die Herren der Gynäkologie: Den mächtigsten Frauenärzte-Verband regieren seit 1951 Männer“)

Tagesschau: Bundesunternehmen verhandelte mit Russland Gas-Deal. Ein bundeseigenes Unternehmen soll 2023 hinter den Kulissen die Wiederaufnahme russischer LNG-Lieferungen eingefädelt haben – trotz der erklärten Linie der Regierung, kein Gas mehr aus Russland zu beziehen. SEFE-Chef Egbert Laege traf sich dafür mit einem Vertrauten Wladimir Putins in Dubai, später genehmigte der Kreml den Deal. Seitdem fließen offenbar Milliardenbeträge nach Russland. Was Robert Habeck wusste und warum die Bundesregierung die Geschäfte offenbar nicht stoppte, bleibt offen. („Ein Gas-Deal für Putins Kriegskasse“)

Stern: Gauck über Nachfolge von Steinmeier. Joachim Gauck hat die Debatte um eine erste Frau im Schloss Bellevue relativiert. Zwar könne er sich „eine katholische Intellektuelle als Bundespräsidentin“ vorstellen, sagte Gauck. Entscheidend sei aber nicht das Geschlecht. Wichtiger sei, dass die Person bereit sei, „zu hören und zu geben“ und den Eindruck erwecke, „dass das Leben dir einige Sachen beigebracht hat, die du mit anderen teilen möchtest.“ („Joachim Gauck über Nachnachfolge: ‚Es muss nicht eine Frau sein‘“)

Tagesspiegel: Fördergelder nach Skandal wieder freigegeben. Eine Fachjury vergibt die Gelder fortan, knapp eine Million sind im laufenden Jahr für Projekte gegen Antisemitismus im Berliner Kulturbereich eingeplant. Unter der entlassenen Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson wurden Teile der Gelder ohne inhaltliche Prüfung auf Druck der CDU vergeben. Die Neuregelung bedeutet nun einen Paradigmenwechsel. („Gelder gegen Judenhass entsperrt“)

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Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 22:15 Uhr: Frank Sieren, Thomas Jäger, Marina Kormbaki, Klaus Brinkbäumer

Maischberger, 22:50 Uhr: Tim Klüssendorf, Christoph Ahlhaus, Heiner Lauterbach, Anja Kohl, Sophia Maier, René Pfister

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Tanja Schweiger, Klaus Blettner, Stefan Fassbinder, Felix Schwenke

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Geburtstage

Elmar Brok, ehemaliger Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses (CDU), 80

Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, 61

Georg Günther, MdB (CDU), 38

Oliver Knoerich, Botschafter in Madagaskar, 55

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zum Cum-Ex-Skandal. Der frühere Anwalt Hanno Berger, der als Schlüsselfigur hinter dem Betrug gilt, wurde gerade zu zehn Jahren Haft verurteilt. In diesem siebenteiligen Podcast, in dem WDR-Reporter Massimo Bognanni die „Jagd auf die Steuer-Mafia“ beschreibt, schildert er seine Sicht auf die Dinge. Zu Wort kommt auch die ehemalige Chefermittlerin Anne Brorhilker. Außerdem geht es um den Verdacht der Einflussnahme seitens der Politik, zum Beispiel rund um die Hamburger Warburg-Bank und die Frage, was Olaf Scholz wann wusste. Okan Bellikli

INSIDE CumEx – Jagd auf die Steuer-Mafia | ARD

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Damir Fras, Marcel Grzanna, Daniel Friesen, Franziska Klemenz, Horand Knaup, Malte Kreutzfeldt, Vincent Mikoteit, Ralf Nestler, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert, Denis Trubetskoy und Britta Weppner mitgewirkt.

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