Berlin.Table – Ausgabe 815

Hält die Koalition? + Einigung auf Bafög-Reform + Kritik an WhatsApp

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Talk of the Town

Ende der Koalition? Warum ein Personenwechsel wahrscheinlicher wäre als eine Auflösung des Parlaments

So richtig überzeugt klingen Friedrich Merz und Lars Klingbeil nicht, als sie am Mittwoch gefragt werden, ob die Koalition die ganze Legislatur durchhält. Ja, es gebe natürlich strittige Diskussionen, heißt es beim Kanzler am Vormittag. „Aber Sie sehen an dem Beispiel des heutigen Tages, dass wir handlungswillig und handlungsfähig sind.“ Für Merz hat die Koalition mit den Eckwerten für den Haushalt und der GKV-Reform etwas gemacht, was seit zehn Jahren überfällig ist. Und ganz falsch ist das nicht. Aber selbst jetzt droht der Erfolg überschattet zu werden von Streitereien. Vor allem deshalb erinnert der Vizekanzler nur eine knappe Stunde nach dem Kanzler daran, dass die Alternativen dünn gesät sind. „Wir sind in der Pflicht, dass wir das hinkriegen“, so Klingbeil. Es müsse halt nur jeder eigene Befindlichkeiten zurückstellen.

Beide Parteichefs wissen um die Stimmung in der Koalition – und haben sehr wohl mitbekommen, dass andere offen Zweifel an ihrem Überleben äußern. Vorneweg Christian von Stetten, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand. Er gab der Koalition beim Zukunftswiesen Summit in Ilshofen jedenfalls „keine vier Jahre“. Und fügte noch hinzu: „Ganz sicher nicht.“ Der eine oder die andere hegen schon länger Zweifel, wie das noch drei Jahre gut gehen soll. Aber bislang wurden diese bewusst nur hinter vorgehaltener Hand geäußert. Zum einen, weil Resthoffnungen stets bleiben; zum anderen, weil die Frage nach der Alternative bislang niemand beantworten mag. Auch deshalb ist in der SPD der Ärger über von Stetten so groß. Viele Sozialdemokraten haben das Gefühl, dass sie sich massiv disziplinieren, also sollen das gefälligst auch die Kollegen von der Union tun.

Trotz der Kabinettsbeschlüsse vom Mittwoch bleibt die Lage also fragil. Deshalb wird in kleinen Runden durchaus darüber spekuliert, was passieren würde, sollte die Koalition nicht mehr auf die Erfolgsspur finden. Damit verbindet sich stets auch ein Blick auf den Bundespräsidenten. Was würde Frank-Walter Steinmeier machen, wenn das Bündnis zusammenbräche? Wie es aus Regierungskreisen heißt, soll die Frage bei einem Routinetermin von Vertretern der Bundesregierung im Bundespräsidialamt diskutiert worden sein. Weiter heißt es, ein schneller Weg zu Neuwahlen sei bei einem Scheitern dieser Koalition nicht im Sinne des Bundespräsidenten. Immerhin gäbe es nach wie vor Mehrheiten in der politischen Mitte. Und diese müssten dann eben genutzt werden.

Die beteiligten Regierungsvertreter haben das als Hinweis verstanden, dass das Staatsoberhaupt im Falle eines Scheiterns den Weg zu Neuwahlen erstmal ablehnen könnte. Dazu passt, dass der Präsident das Parlament zum Beispiel nach einer gescheiterten Vertrauensfrage laut Verfassung keineswegs gleich auflösen muss. Er kann innerhalb bestimmter Fristen zunächst neue Gespräche in der politischen Mitte anmahnen. So wie er es 2017 mit Vehemenz tat, als die Jamaika-Verhandlungen gescheitert waren. In diesem Fall wäre das ein Signal an Union und SPD, nicht an Neuwahlen zu denken, sondern sich neue Spitzenleute zu suchen. Zumal Neuwahlen für beide Parteien beim Blick auf die Umfragen wenig attraktiv sein dürften.

Allerdings wäre das mit dem neuen Personal auch nicht einfach. In der SPD hätte eine Neubesetzung an der Spitze nach der verlorenen Wahl in Rheinland-Pfalz durchaus ein Thema werden können, wenn sich tatsächlich eine Alternative zu Bärbel Bas und Lars Klingbeil aufgedrängt hätte. Boris Pistorius gilt zwar nach wie vor als erster Kandidat für den Ernstfall. Aber er hat inzwischen ein Manko: Er hat schon zweimal abgelehnt, als er hätte zugreifen können. In der CDU fällt der Blick in solchen Momenten schnell nach NRW und Ministerpräsident Hendrik Wüst. Allerdings dürfte so etwas nicht ohne Proteste aus Bayern laufen. Zu offen wird die Rivalität zwischen Wüst und Markus Söder längst ausgetragen. Auch wenn der CSU-Chef aktuell nicht nur in weiten Teilen der CDU, sondern auch in der eigenen Partei mit immer größeren Zweifeln beäugt wird.

Einer, der sich in Stellung bringen könnte und in Bayern viel Zuspruch genießt, ist Jens Spahn. Der Fraktionschef setzt sich dieser Tage immer wieder vom Kanzler ab. In der Villa Borsig soll es vor allem Spahn gewesen sein, der dafür sorgte, dass bei einer Einkommenssteuerreform der Preis für die Union stimmt. Allerdings ist Spahn derzeit nicht sonderlich beliebt bei den Leuten; und die Pannen in der Fraktion, vor allem in der Anfangsphase der Koalition, werden bis heute auch ihm angelastet. Außerdem gibt es unter liberaleren Christdemokraten bis heute – berechtigt oder nicht – die Sorge, Spahn könnte am Ende doch über eine Annäherung an die AfD nachdenken. Auch er also wäre alles andere als unumstritten.

Eine andere Alternative, über die mancher Interessierte hie und da gerne spekuliert, hat freilich überhaupt keine Grundlage: eine Beteiligung der Grünen. Für eine schwarz-grüne Koalition fehlt in diesem Bundestag die Mehrheit. Und die Idee, die Grünen könnten sich Schwarz-Rot zur Stabilisierung anschließen, wird in Partei und Fraktion zurückgewiesen. Deswegen kommt dem Auftritt der früheren CDU-Vorsitzenden und heutigen Chefin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, bei der Grünen-Klausur in Leipzig fürs Erste nur symbolische Bedeutung zu. Unter der Überschrift „Der Spaltung die Stirn bieten“ ging es um die Gesprächsfähigkeit der demokratischen Mitte. Hinterher sagten Teilnehmer, es sei ein „sehr guter und verbindender Austausch“ gewesen. AKK habe die Notwendigkeit zur Verständigung hervorgehoben, aber den Vorwurf zurückgewiesen, dass auch die Union durch ihre Attacken gegen die Grünen eine Mitverantwortung an der aktuellen gesellschaftlichen Spaltung trage.

Table.Today. "Hält diese Koalition?" Plus: Interview mit Benjamin Schilz, CEO von Wire.
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News

Haushalt I: Grüne warnen vor Rüstungsinflation. Die Fraktion befürchtet, dass das BMVg durch die starke Anhebung seiner Mittel keinen Bedarf zum Sparen sieht. Es sei zwar klar, dass es „riesige Investitionsnotwendigkeiten“ gebe, sagte der zuständige Berichterstatter Sebastian SchäferTable.Briefings. Gleichzeitig sei man „mit einer erheblichen Rüstungsinflation konfrontiert.“ Die Ausnahme bei der Schuldenbremse führe dazu, dass in der Bundeswehr nicht mehr priorisiert werde, so Schäfer. Der Verteidigungshaushalt soll in den kommenden Jahren noch stärker anwachsen als ursprünglich geplant. Die Eckwerte von Lars Klingbeil sehen 105,8 Milliarden Euro für 2027 vor, danach soll der Einzelplan 14 schrittweise anwachsen und 2030 179,9 Milliarden Euro betragen. Welche „andere Form der parlamentarischen Kontrolle“ die Grünen daher fordern, lesen Sie im Security.Table. Gabriel Bub

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Haushalt II: Hilfsorganisationen kritisieren BMZ-Kürzungen.Die geplanten Streichungen im Etat des Ministeriums gehen Entwicklungsorganisationen zu weit. „Die Welt brennt und Deutschland spart bei der Feuerwehr“, sagte Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin der NGO One. 2027 soll das Budget 9,5 Milliarden Euro und damit 600 Millionen Euro weniger als 2026 umfassen. Das sei „weit entfernt von der sehr alten Zusage, wenigstens 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für globale Entwicklung auszugeben“, kritisierte Michael Herbst, Vorstandsmitglied des Bundesverbands entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen (Venro). 2024 hatte der Entwicklungsetat noch 12,3 Milliarden Euro betragen – eine Summe, zu der die Regierung laut Herbst zurückkehren sollte. Markus Bickel

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Bundesregierung will Wechsel in die PKV erschweren. Die geplante Anhebung der Versicherungspflichtgrenze ist ein direkter Angriff auf die Wahlfreiheit von Millionen Arbeitnehmern. Damit beschädigt die Bundesregierung den Wettbewerb zwischen GKV und PKV, der unser Gesundheitssystem leistungsfähig macht, und schwächt die demografiefeste Private Krankenversicherung. (mehr auf pkv.de)

Haushalt III: Monatelanger Streit um Bafög-Reform gelöst. Union und SPD haben sich auf einen Kompromiss verständigt. Ziel ist, noch vor der Sommerpause Verbesserungen zu beschließen, sodass sie zum Wintersemester 2026/27 greifen können. Kern des ersten Teils ist die Anhebung der Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen. Sie soll von 380 auf 440 Euro pro Monat steigen. In den folgenden Jahren sind weitere Anpassungen geplant. Für die Reform hat Lars Klingbeil nach Verhandlungen mit Dorothee Bär zusätzliche Mittel eingeplant, das BMFTR muss aber auch einen Teil seiner sonstigen Mittel umwidmen. Wie sich der Haushalt in den Bereichen Forschung, Technologie und Raumfahrt insgesamt entwickelt, lesen Sie im Research.Table. Markus Weisskopf

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Sebastian Grote über das Evidenz-Upgrade für Leitmedien. Table.Forum

Reform des Mietrechts: Berliner SPD-Spitzenkandidat macht Druck auf die eigene Partei. Steffen Krach, Spitzenkandidat der Berliner SPD für die Abgeordnetenhauswahl, fordert die Umsetzung einer Länderöffnungsklausel im Mietrecht. Diese würde die Bundesländer von den Mietrechtsvorgaben des Bundes entbinden. Nur so könnte beispielsweise ein Mietendeckel eingeführt werden. Er könne es „nicht verstehen“, warum das keine Forderung seiner sozialdemokratischen Kollegen im Bundestag sei, so Krach. „Das ist sehr enttäuschend.“ Bisher ist die Länderöffnungsklausel weder im Gesetzentwurf noch im Parlament ein Thema. Krach erwarte von den SPD-MdBs, dass das Thema auf die Tagesordnung komme und besprochen werde. Auf Nachfrage von Table.Briefings wollte sich das Justizministerium nicht konkret dazu äußern.

Am Mittwoch verabschiedete das Kabinett die Reform des Mietrechts. Im Vergleich zum BMJV-Entwurf ist die Regierung Vermietern an verschiedenen Stellen entgegengekommen. So sollen Kurzzeitmietverträge, die von der Mietpreisbremse ausgenommen sind, bis zu acht Monate gelten, „wenn sich nach Mietbeginn ein längerer Bedarf ergibt“. Bisher war eine Höchstgrenze von sechs Monaten vorgesehen. Änderungen gibt es auch beim Möblierungszuschlag: Die Höhe der Pauschale, ab der ein Möblierungszuschlag in einer voll ausgestatteten Wohnung als angemessen gilt, wird von fünf auf zehn Prozent der Nettokaltmiete erhöht. Voraussetzung dafür ist, dass Umfang und Qualität der Möbel sich am Zustand und der Größe der Wohnung orientieren. Sie dürfen also beispielsweise in einer neuen Wohnung nicht zu alt sein. Okan Bellikli, Laura Block, Chiara Rautenberg

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Hybride Bedrohungen: Kommunen sollen verdeckte Angriffe besser erkennen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bereitet ein Szenarienpapier für die Zivilverteidigung vor, das Table.Briefings vorliegt. Darin heißt es, dass die 11.000 Kommunen ein „einheitliches Verständnis verteidigungsrelevanter Ereignisse auf regionaler Ebene“ entwickeln müssten. Denn der Vorbereitungsstand in den Kommunen auf den Spannungs- und Verteidigungsfall ist noch sehr unterschiedlich. Auf Bundesebene erarbeitet das BMI einen Plan, wie die konkrete Zusammenarbeit aller relevanten Stellen funktionieren soll. Welche Szenarien das BBK beschreibt, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

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Berlin-CDU: Chaos um neuen Kultursenator wird zum Desaster für Wegner. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner kann seinen Wunschkandidaten für das Amt des Kultursenators, den früheren Bundestagsabgeordneten Thomas Heilmann, nicht durchsetzen. Bei einer Konferenz mit den Kreisvorsitzenden am Dienstagabend soll die Personalie auf erheblichen Widerstand gestoßen sein. Daraufhin habe Wegner das Projekt abgeblasen. Nun soll Finanzsenator Stefan Evers kommissarisch das Amt leiten.

Normalerweise kann der Regierende Bürgermeister seine Senatoren frei wählen. Dass die Partei sich gegen einen Wunschkandidaten des eigenen Stadtchefs auflehnt, habe es noch nie gegeben, heißt es. Das zeige, wie angeschlagen Wegner nach den Pannen und Unwahrheiten im Zusammenhang mit dem Stromausfall Anfang des Jahres sei. Ein Szenario, dass Wegner doch nicht im Herbst als Spitzenkandidat der CDU für die Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl antritt, ist allerdings nicht in Sicht. Formal könne kein neuer Kandidat oder eine neue Kandidatin mehr nominiert werden, hieß es. Es gehe nur mit einem Rücktritt Wegners, sagte einer der beteiligten Kreisvorsitzenden. Michael Bröcker

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Messengerdienst Wire: CEO ruft zum Boycott von WhatsApp auf. Der CEO des Messengerdienstes Wire, Benjamin Schilz, hat dazu aufgerufen, sich von konkurrierenden Diensten abzuwenden. „Hören Sie auf, WhatsApp zu nutzen. Ich halte es für die schlechteste App auf dem Markt. Ich vertraue Meta in keiner Weise“, sagt er im Podcast Table.Today. Zudem müsse man den Einfluss amerikanischer Interessen auf die EU begrenzen: „Es wäre großartig, damit zu beginnen, amerikanische Lobbyisten aus Brüssel hinauszuwerfen“, sagte er.

Schilz begrüßte die Entscheidung des Bundestags, auf europäische Technologie zu setzen. Anders als ausländische Anbieter sei der deutsch-schweizerische Messengerdienst in unmittelbarer Nähe zum Parlament entwickelt worden. „Wir müssen die Demokratie unterstützen und dabei helfen, sie zu verteidigen.“ In dem Entwurf der Digitalstrategie für das deutsche Parlament steht digitale Souveränität an oberster Stelle der strategischen Ziele. Zuvor war es zu einem Phishing-Angriff über den Messengerdienst Signal gekommen, dem mehrere Spitzenpolitiker zum Opfer fielen. Die ebenfalls betroffene Bundestagspräsidentin Julia Klöckner empfahl daraufhin den Dienst Wire in einem Schreiben an Abgeordnete. Das Gespräch mit Schilz hören Sie ab 5 Uhr hier. Leonard Schulz

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Gebäudeenergiegesetz: Fehlende Einigung macht Übergangslösung erforderlich. Die Bundesregierung glaubt nicht mehr daran, dass das neue Gebäudemodernisierungsgesetz wie wiederholt angekündigt vor dem 1. Juli in Kraft treten kann. Weil zu diesem Zeitpunkt aber die Pflicht aus dem bestehenden GEG greifen würde, dass neue Heizungen in Städten mit über 100.000 Einwohnern mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen, hat das Kabinett am Mittwoch eine Übergangslösung auf den Weg gebracht: Die bestehende Frist wird vom 1. Juli auf den 1. November verschoben; diese Änderung wird im Rahmen eines bereits laufenden Gesetzgebungsverfahrens umgesetzt, sodass sie kurzfristig erfolgen kann. Angestrebt werde nun ein Inkrafttreten des neuen Gesetzes spätestens Anfang August, heißt es in der Begründung. Worüber Union und SPD beim Gebäudegesetz noch streiten, lesen Sie im Climate.Table. Malte Kreutzfeldt

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EU-Institutionen: Bundesländer wollen mehr Beamte entsenden. Die Landesregierungen wollen die Europakompetenz ihrer Verwaltungen über Entsendungen an die EU-Institutionen und Weiterbildung steigern. „Für eine fundierte Wahrnehmung der europapolitischen Mitwirkungsrechte der Länder sind entsprechende Kenntnisse unerlässlich“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Konferenz der Europaminister, die am Donnerstag in Berlin tagt. Das Auswärtige Amt solle daher EU-Stellenausschreibungen auf einer zentralen Plattform veröffentlichen, fordern sie, und sich für ein höheres deutsches Kontingent beim Erasmus-Programm für die öffentliche Verwaltung einsetzen. Wie viele Landesbedienstete zuletzt an die EU-Kommission ausgeliehen waren, lesen Sie im Europe.Table. Till Hoppe

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Besuch in Brüssel: Ungarischer Wahlsieger hofft auf Auszahlung der blockierten EU-Gelder. Ungarns designierter Regierungschef Péter Magyar hat sich am Mittwoch in Brüssel mit Kommissionchefin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa getroffen. „Wir haben die notwendigen Schritte erörtert, um die für Ungarn vorgesehenen EU-Mittel freizugeben“, sagte von der Leyen nach dem Gespräch. Es geht um insgesamt rund 18 Milliarden Euro an Fördermitteln, die wegen der Rechtsstaatsdefizite zurückbehalten wurden. Ungarn kann zudem auf rund 16 Milliarden Euro an Krediten für Rüstungsprogramme hoffen. Wie die Chancen auf grünes Licht dafür aus Brüssel stehen, lesen Sie im Europe.Table. Stephan Israel

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Andrea Nahles über Leapfrogging in der öffentlichen Verwaltung. Table.Forum

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Heads

Katja Meier hat am Mittwochabend in der französischen Botschaft den nationalen Orden der Ehrenlegion erhalten, was sie zur Ritterin macht. Botschafter François Delattre würdigte das Engagement der früheren sächsischen Europaministerin für die Beziehungen zu Frankreich. Die Grüne setzte sich unter anderem dafür ein, dass Sachsen – als letztes Bundesland – eine französische Partnerregion bekam. „Das haben Sie repariert“, sagte Delattre. Dass sie die Auszeichnung als erste Frau aus Sachsen erhalten habe, „bewegt mich wirklich zutiefst“, sagte die Landtagsabgeordnete Meier in ihrer Rede. Die Partnerschaft sei „kein Höflichkeitsritual“, das deutsch-französische Verhältnis „der Motor Europas“. Es brauche mehr europäische Kooperation, wobei Ostdeutschland nicht Rand-, sondern Brückenlage sei und Teil dauerhafter Netzwerke werden müsse. Der Höhepunkt des sächsischen Beziehungsaufbaus war der Besuch von Emmanuel Macron im Jahr 2024 in Dresden, sagte Meier. Franziska Klemenz

Tim Sporrer wird stellvertretender Büroleiter von Friedrich Merz im Kanzleramt. Der promovierte Jurist ist dort bereits seit 2022 als Referatsleiter im Bereich der Rechtspolitik tätig. Zuvor arbeitete Sporrer im Bundesjustizministerium mit einer Zwischenstation in der Unionsfraktion (2013-2015). Seine Karriere begann er als Sachgebietsleiter im Polizeipräsidium Unterfranken, gefolgt von einem Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Der 1978 geborene Fürther wurde mit einer Arbeit über das behördliche Disziplinarverfahren promoviert. Helene Bubrowski

Boris Ruge soll neuer Botschafter in Kyjiw werden. Er ist derzeit Beigeordneter Generalsekretär der Nato für Politische Angelegenheiten und Sicherheitspolitik in Brüssel. Davor war er unter anderem Vizevorsitzender der MSC, Botschafter in Riad sowie Gesandter an der Botschaft in Washington, D.C. (Spiegel)

Walter Rosenthal bleibt Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Der Mediziner und ehemalige Präsident der Universität Jena ist seit 2023 HRK-Präsident. Ein Schwerpunkt seiner zweiten Amtszeit soll die Resilienz des Hochschulsystems sein. Hochschulen bräuchten verlässliche Rahmen­bedingungen, insbesondere in der Finanzierung und der Absicherung ihrer Autonomie, sagte er anlässlich seiner Wiederwahl. Wie er die Kommunikation mit dem Bundesforschungsministerium erlebt, lesen Sie im Research.Table. Anne Brüning

Rolf Schmachtenberg ist neuer Landesvorsitzender des Weißen Rings in Berlin. Der langjährige BMAS-Staatssekretär möchte an der Wahrnehmbarkeit der Opferschutz-Organisation arbeiten, sodass mehr Menschen die Beratung in Anspruch nehmen, die „bislang aus Scham oder Angst mit niemandem darüber sprechen können, was ihnen geschehen ist“. Zudem will er Verbesserungen erreichen bei der Unterbringung von Opfern häuslicher Gewalt, im Kampf gegen Cybercrime und bei staatlichen Leistungen für Betroffene. Seit 2024 gilt ein neues Opferentschädigungsrecht. Okan Bellikli

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Best of Table

Security.Table: Defense-Startups bauen Präsenz in Berlin aus. Die beiden Unternehmen Tytan Technologies und Arx Robotics kommen ursprünglich aus Deutschlands Defense-Tech-Hauptstadt München. Warum Berlin für die beiden Startups wichtiger wird, lesen Sie hier.

Security.Table: Wadephul bei den UN – zu spät mit zu wenig Elan. Berlin entdecke die UN erst jetzt, wo sie im Krisenmodus stecke, kritisieren Martin Kobler und Peter Köpf in einem Gastbeitrag. So verspiele die Regierung Gestaltungschancen. Welche Möglichkeiten für mehr Engagement die beiden sehen, lesen Sie hier.  

Climate.Table: Alle OECD-Staaten haben Fossil-Peak erreicht.Mit Kolumbien und der Türkei haben inzwischen alle den Höhepunkt ihrer fossilen Strom-Produktion überschritten. In den Schwellen- und Entwicklungsländern geht die Menge ebenfalls zurück. Welche zwei Staaten bereits fossilfrei Strom erzeugen, lesen Sie hier.

Europe.Table: EU und die USA wollen Chinas Rohstoff-Monopol angreifen. Beide wollen stärker zusammenarbeiten, um Pekings Macht etwas entgegenzusetzen. Über welche Schritte sie nachdenken und wie China reagiert, lesen Sie hier.

Europe.Table: EU-Staaten werden bei Energiekosten entlastet. Die Europäische Kommission gewährt neue Beihilfen für Industrie, Landwirtschaft und Transportgewerbe. Warum sie im Flugverkehr staatliche Verbindungen ins Spiel bringt, lesen Sie hier.

China.Table: Wie Südkoreas Aktienmarkt der Wirtschaftsflaute trotzt. Schwaches Wachstum, schwache Währung, alternde Gesellschaft: Die Wirtschaft des Landes kämpft mit strukturellen Problemen. Und doch hat der Aktienmarkt binnen eines Jahres 75 Prozent zugelegt. Wie das möglich war, lesen Sie hier.

China.Table: Technologiesprung provoziert Exportkontrolle. Die USA verbieten Exporte von Anlagen an das Chip-Unternehmen Hua Hong. Dahinter steckt die Angst, dass mächtige KI-Modelle wie Mythos in chinesische Hände fallen. Ob das die Entwicklung von Hua Hong stoppen kann, lesen Sie hier.

Research.Table: Wie Deutschland zur Quantum-Nation werden soll. Mit 2,2 Milliarden Euro will die Bundesregierung Quantentechnologien fördern. Fachleute loben den Kurs, warnen aber vor globaler Konkurrenz und zu langsamer Umsetzung. Wo Deutschland gerade steht, lesen Sie hier.

Research.Table: Warum die hochschulpolitischen Pläne der AfD bedenklich sind. Die AfD Sachsen-Anhalt will das Bologna-System abschaffen und statt Bachelor- und Masterabschlüssen wieder Diplome anbieten. Was Frank Ziegele vom Centrum für Hochschulentwicklung daran kritisiert, lesen Sie hier.

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Time.Table

EU: Abschluss des informellen Treffens der Telekommunikationsminister der EU-Staaten in Nikosia. Weitere Informationen

Parteien: Ende der Klausurtagung der Grünen-Bundestagsfraktion. Leipzig

Außenpolitik: Johann Wadephul setzt seinen Besuch in Marokko fort. Zum Abschluss besucht er das königliche Mausoleum und spricht mit seinem Amtskollegen Nasser Bourita.

Bundeswehr: Friedrich Merz besucht das Heer in Munster. Mit Begrüßung durch den Inspekteur des Heeres, Christian Freuding. 9 Uhr

Innere Sicherheit: Alexander Dobrindt besucht Zivilschutz-Behörden, übergibt Einsatzfahrzeuge und hält eine Pressekonferenz mit BBK-Präsidentin Grit Tüngler. Bonn, 11:15 Uhr

Soziales: Friedrich Merz nimmt am Bürgergespräch beim Tag des Lokaljournalismus teil und beantwortet Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Salzwedel, 14 Uhr

Klimaschutz: Konferenz der Internationalen Energieagentur und der Präsidentschaft der Weltklimakonferenz COP31 zur Energiewende. Paris, 10:30 Uhr

Digitalisierung: Bundesdigitalminister Karsten Wildberger zieht anlässlich des einjährigen Jubiläums der Ministeriumsgründung Bilanz. Berlin, 11 Uhr

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Must-Reads

FAZ: Wie bei der Rente gespart werden soll. Vier Milliarden Euro weniger sollen es 2027 sein. Statt einer Kürzung könne die Lösung zum Beispiel eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze sein, sagte Lars Klingbeil – „das würde ja auch Geld reinbringen“. Das genaue Vorgehen müsse aber die Rentenkommission klären. Derzeit liegt die Grenze bei 8.450 Euro im Monat. („Klingbeil erwägt höhere Rentenbeiträge für Gutverdiener“)

SZ: Berateraffäre bei EVP? Nachdem Manfred Weber Chef der Europäischen Volkspartei wurde, hätten zwei Griechen die Parteizentrale für „außergewöhnlich viel Geld“ beraten, schreibt Jan Diesteldorf. Einer internationalen Recherche-Kooperation zufolge passte die Leistung nicht zur Höhe der Summe. Der Vorgang werfe die Frage auf, ob EU-Geld zur Finanzierung der derzeitigen griechischen Regierungspartei verwendet wurde. Die EVP weist die Vorwürfe zurück. („Manfred Weber und die sehr teuren Berater der EVP“)

Handelsblatt: Drohende Probleme bei Öl-Nachschub für Schwedt. Ab dem 1. Mai will Russland die Durchleitung von Öl aus Kasachstan durch die Druschba-Pipeline zur Raffinerie einstellen. Sie versorgt große Teile von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Benzin, Heizöl und Kerosin. Das Öl könnte künftig per Tanker nach Rostock kommen und über eine andere Pipeline dann nach Schwedt. Die Regierung will schon länger deren Kapazität erweitern, die EU-Kommission hat die dafür geplanten Mittel aber noch nicht genehmigt. („Öl-Nachschub für Schwedt bleibt unsicher“)

Tagesspiegel: Charité kündigt Tarifvertrag wegen Krankenhaus-Reform. Der 2021 zwischen der Klinik und Verdi geschlossene „Entlastungstarifvertrag“ regelt die Arbeitsbedingungen der verschiedenen Berufsgruppen auf den Stationen. Das im März verabschiedete Gesetz zur Anpassung der Krankenhausreform soll Einsparungen im Pflegebereich bringen. Dadurch wäre eine Umsetzung des Vertrags laut Charité nur mehr zu Lasten der anderen Gruppen möglich. In diesem Falle stünde ihr ein Sonderkündigungsrecht zu. („Charité kündigt Tarifvertrag – wegen Sparvorgaben?“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 22:15 Uhr: Kerstin Münstermann, Peter Bofinger, Stefan Kolev, Jörg Wimalasena

Maischberger, 22:50 Uhr: Carsten Linnemann, Jakob Augstein, Nikolaus Blome, Bettina Böttinger, Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker, Anna Lehmann

Markus Lanz, 23:45 Uhr: Matthias Miersch, Eva Quadbeck, Rüdiger von Fritsch

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Interviews von morgen

ZDF

6:35 Uhr: Jutta Allmendinger, ehem. Präsidentin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung: Geburtenrate

7:05 Uhr: Claudia Major, Sicherheitsexpertin: Iran-Krieg

8:05 Uhr: Yasmin Fahimi, Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund: 1.Mai, Arbeitsmarktzahlen und Rente

rbb24–Inforadio

7.25 Uhr: Stefan Evers, Berliner Senator für Finanzen: Jetzt auch Kultursenator

7:45 Uhr: Barbara Slowik Meisel, Polizeipräsidentin von Berlin: Vorbereitung 1. Mai und Einschätzung der Gefahrenlage

9 Uhr: Andreas Schröder, ICIS: PCK und Ölversorgung

phoenix

9:05 Uhr: Christoph Heusgen, ehemaliger MSC-Chef: Lage im Nahen Osten

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Geburtstage

Marcel Bauer, MdB (Linke), 34

Jamila Schäfer, Obfrau im Haushaltsausschuss (Grüne), 33

Ulle Schauws, MdB (Grüne), 60

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu Funfacts aus der Wissenschaft. In dieser Graphic Novel führt der französische Mathematiker Cédric Villani als Comicfigur durch die Geschichte der Mathematik, Physik, Chemie und Astronomie. Man lernt zum Beispiel, dass die arabischen Zahlen, die wir heute nutzen, auf ein indisches System zurückgehen. Villani ist in seinem Land sehr bekannt: Er wollte Pariser Bürgermeister werden, saß in der Nationalversammlung und entwarf eine KI-Strategie für die Regierung. In dem unterhaltsamen Werk trifft er auf Figuren wie Marie Curie und Albert Einstein – und bringt einem komplizierte Themen auf verständliche Weise nahe. Okan Bellikli

Didier Convard/Pierre Boisserie/Philippe Bercovici: Heureka! | Knesebeck

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Markus Bickel, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Anne Brüning, Gabriel Bub, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Till Hoppe, Stephan Israel, Lisa-Martina Klein, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Vincent Mikoteit, Chiara Rautenberg, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert und Markus Weisskopf mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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