Berlin.Table – Ausgabe 814

Gesundheitsreform wackelt + Verbrenner-Renaissance + Alternative zu Signal

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Talk of the Town

Gesundheitsreform: Plötzlich wackelt eine sicher geglaubte Kabinettsentscheidung

Die Koalition steht vor einer entscheidenden Woche. Am Mittwoch sollen nicht nur die Eckwerte für den Haushalt, sondern auch die erste Sozial-Reform im Kabinett beschlossen werden. Während das eine zu den Selbstverständlichkeiten der Regierungsarbeit zählt, wäre Letzteres das Gegenteil. Die letzte große Gesundheitsreform ist mehr als 20 Jahre her, das milliardenschwere Spargesetz für die gesetzlichen Krankenkassen wäre ein historischer Meilenstein. Schwarz-Rot könnte ein neues Momentum schaffen und in einen konstruktiven Modus wechseln. Gelingt eine Einigung nicht, dürfte das zu einem Beleg für die Reformunfähigkeit der Regierung werden.

Bis Montagabend fehlte in der Runde der Staatssekretäre der Konsens, um das Reformpaket am Mittwoch im Kabinett zu verabschieden. Sollten sie tatsächlich keine Einigung erzielen, sollen die Parteivorsitzenden übernehmen. Die SPD empfindet die geplante Reform als wenig ausgewogen. Zu sehr würden Versicherte belastet und Pharmaunternehmen geschützt. Soll Versicherten weniger zugemutet werden, hat Nina Warken nur zwei Hebel: Entweder sie kürzt an anderer Stelle, was dazu führen könnte, dass Pharmaunternehmen abwandern. Oder es werden an anderer Stelle Spielräume geschaffen.

Dafür müssten etwa die Kosten für Bürgergeldempfänger künftig aus dem Haushalt getragen werden. Die Union befürwortet das und drängt. Inzwischen zeigt sich auch Finanzminister Lars Klingbeil gesprächsbereit. So soll es eine schrittweise Übernahme der Versicherungskosten von Bürgergeldempfängern geben. Die Summe soll im ersten Jahr deutlich unter zwei Milliarden Euro liegen, heißt es.

Damit ist der Streit zwischen Union und SPD nicht erledigt. Es gebe noch viele Punkte, bei denen die Parteien deutlich auseinanderliegen. Ein Beispiel ist die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern. Im Gegensatz zur CDU will die SPD diese nicht abschaffen. Bisher dachten die Sozialdemokraten, die CSU auf ihrer Seite zu haben. Noch im März sagte CSU-Chef Markus Söder, dass eine Abschaffung nicht infrage komme. Nun der Sinneswandel: Wie Table.Briefings erfuhr, ist auch die CSU jetzt für die Abschaffung. Die SPD allerdings ist wiederum auf der Zinne und drohte intern schon damit, dass es schwierig werde, den Gesetzentwurf im Kabinett zu verabschieden, sollte sich die Union in diesem Punkt nicht bewegen.

Die SPD ist verärgert über den Verhandlungsstand. Bei der gemeinsamen Klausur der Landesgruppen NRW und Niedersachsen in Bielefeld wird CDU-Ministerin Warken kritisiert, sie bleibe an vielen Stellen hinter den Vorschlägen der Kommission zurück. Arbeitsministerin Bärbel Bas sagte zur möglichen Einführung von Karenztagen sowie angedachten Kürzungen bei Krankengeld und Lohnfortzahlung offen: „Ja, ich blockiere, wenn es darum geht, Rechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abzubauen.“ Das seien „Leistungskürzungen“. Das werde die SPD nicht hinnehmen, „und ich sage euch, da werde ich nach wie vor hart bleiben“.

Ursprünglich sollte der Entwurf am Mittwoch im Kabinett beschlossen und anschließend im parlamentarischen Verfahren angepasst werden. Weil die Situation so verfahren ist, fürchtet man auf Seiten der SPD aber, einen neuen Konflikt und damit eine Art Rentenpaket 2.0 zu riskieren. Die Sorge: Ist der Entwurf erstmal beschlossen, werde die Union nicht nur im Kabinett, sondern auch im Parlament auf die Zustimmung der SPD pochen. Eine alternative Möglichkeit wäre die Unterzeichnung einer Protokollerklärung. Heißt: Das Kabinett verabschiedet den Entwurf, hält aber schriftlich fest, mit welchen Punkten die SPD nicht einverstanden ist. Der frühere Finanzminister Christian Lindner hatte das in Ampel-Zeiten auch schon gemacht; das Echo freilich war für alle verheerend.

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Sparen wir uns Kürzungsdebatten. Nicht Patientengespräche. Praxen nicht kaputtsparen! Die Haus- und Fachärzte. Praxenland.de

97% der medizinischen Versorgung in diesem Land findet in den Praxen statt. Wer dort kürzt, kürzt bei den Patienten. Mehr unter: Praxenland.de

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- Im Zusammenhang mit: Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung; Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

News

Tankstelle China Mercedes

Neue Abgasnorm: Warum in China eine Renaissance des Verbrenners möglich ist. Eine neue Abgasnorm könnte zu einer Renaissance von Verbrennermotoren in China führen. Hintergrund ist die Mischkalkulation der sogenannten China-7-Norm, die 2028 in Kraft treten soll. Weil dann die Flottenziele des CO₂-Ausstoßes zunehmend strenger werden, steigt nicht nur der Bedarf an elektrisch betriebenen Fahrzeugen, sondern auch an modernen Verbrennern.

Das gilt besonders dort, wo die Ladeinfrastruktur lückenhaft ist. Noch lässt die aktuelle Abgasnorm chinesischen Produzenten genug Raum, um simple Vierzylinder-Motoren in den Provinzen an den Mann zu bringen. Doch das Fenster schließt sich. Deutsche Hersteller und Zulieferer wittern Morgenluft. Die Ingenieursleistung in jedem Motorendetail ist gefragt und das Knowhow bei ihnen vorhanden. Welche Lösungen sie einbringen können, lesen Sie im China.Table. Christian Domke Seidel

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Gesundheit: Grüne wollen Unternehmen um 15 Milliarden Euro entlasten. Die Grünen-Bundestagsfraktion will die gesetzliche Krankenversicherung in einem Umfang von 42 Milliarden Euro entlasten. In ihren Vorschlägen, die die Fraktion diese Woche auf ihrer Leipziger Frühjahrsklausur beschließen will, orientieren sich die Grünen an der Arbeit der Finanzkommission Gesundheit der Bundesregierung. Im Gesetzentwurf von Ministerin Nina Warken werden die Kommissionsvorschläge nicht vollständig umgesetzt. Dies führt aus Sicht der Grünen zu einer stärkeren Belastung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Die Kassenbeiträge könnten indes um zwei Prozentpunkte sinken. Dies würde nach Angaben der Fraktion zu einer Entlastung allein der Arbeitgeberseite in einem Umfang von jährlich 15 Milliarden Euro führen.

Zwölf Milliarden Euro Entlastung – zusätzlich zu der aus dem Regierungsentwurf – wollen die Grünen durch die Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen erreichen. Hier schlagen vor allem die Beiträge für Bürgergeldempfänger zu Buche, die jetzt – und nach Regierungsplänen auch in Zukunft – von den Beitragszahlern getragen werden müssen. „Wir wollen diese Leistungen konsequent aus Steuermitteln zahlen und zusätzlich den bestehenden Bundeszuschuss dynamisieren“, schreibt die Fraktion in ihrem Beschlussentwurf. Zur Gegenfinanzierung sollen harter Alkohol und Tabak stärker besteuert werden. Auch eine Herstellerabgabe für stark zuckerhaltige Getränke schlagen die Grünen vor. Sven Siebert

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Beitragsbemessungsgrenze: Wirtschaft gegen Erhöhung. Die Regierungspläne zur Stabilisierung der Krankenkassen-Beiträge beinhalten eine außerordentliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. In der Wirtschaft regt sich Widerstand gegen diese zusätzliche Belastung. Und auch andere Aspekte des Gesetzentwurfs werfen die Frage auf: Löst mehr Geld wirklich das Problem? (mehr auf pkv.de)

EU-Regeln: Berlin drängt auf weniger Vetorechte. Die Bundesregierung fordert eine Abkehr von der Einstimmigkeit in der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik. Die geopolitische Lage erfordere eine geschlossene EU, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gunther Krichbaum, Table.Briefings: „Ich setze darauf, dass der Wunsch nach Handlungsfähigkeit sich auch in der Diskussion über Mehrheitsentscheidungen niederschlägt.“ Ursula von der Leyen hatte nach der Abwahl von Viktor Orbán in Ungarn gefordert, die neue Dynamik zu nutzen. Warum es im Kreis der EU-Staaten dennoch viele Widerstände gibt, lesen Sie im Europe.Table. Till Hoppe, Stephan Israel

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Katharina Kübler über die Nutzung der Leitmedien. Table.Forum

Wire-Messenger: Behörden dürfen Signal-Alternative für vertrauliche Kommunikation nutzen. Der deutsch-schweizerische Messenger-Dienst Wire hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die entsprechende Zulassung erhalten. Damit können nun auch Informationen mit der Geheimhaltungsstufe „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ ausgetauscht werden. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hatte den Messengerdienst in einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten empfohlen. Darin heißt es, dass auf Wire potenzielle Phishing-Versuche schwieriger seien, weil man für die Anmeldung keine Telefonnummer, sondern nur eine Emailadresse benötigt, die für niemand sichtbar sei.

Tatsächlich ist jedoch auch bei Wire ein Phishing-Versuch nicht auszuschließen. Mit dem Umweg über die leicht zu erratenden Emailadressen der Abgeordneten und Ministerialbeamten könnten Angreifer versuchen, an die Login-Daten für den Messengerdienst zu kommen und dann dort denselben Versuch wie bei der Signal-Attacke starten. Leonard Schulz

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Digital Science: Warum eine deutsche Universität Studierende im Ausland ausbildet. Ein Jahr nach dem Start der German University of Digital Science zieht Gründungspräsident Christoph Meinel bei Table.Briefings Bilanz. Für Anerkennung und Akkreditierung seien 1.300 Seiten Anträge nötig gewesen – ein Beispiel für innovationshemmende Bürokratie. Dennoch wachse die digitale Hochschule schnell: mit internationalen Studierenden, neuen KI- und Cybersecurity-Programmen sowie Micro-Degrees für Weiterbildung.

Ziel sei, ein weltweites Vorbild moderner Hochschulbildung zu entwickeln. Die digitale Universität will Studierenden weltweit anerkannte deutsche Abschlüsse in Digital Sciences ermöglichen – ohne Umzug nach Deutschland. Wie das spezielle Modell der Universität zum Tragen kommen soll und wo Meinel seine Institution in fünf Jahren sieht, lesen Sie im Research.Table. Nicola Kuhrt

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Stromnetze: Entspannung bei Lieferketten erwartet. Investitionen in neue Fertigungsanlagen könnten schon bald für Entspannung bei den Lieferketten für wichtige Anlagen zum Ausbau der Stromnetze führen. Die deutschen Netzbetreiber zeigen sich optimistisch, dass die Engpässe bei Transformatoren schon bald überwunden werden. Auch die Preise könnten dann wieder sinken und der Netzausbau günstiger werden. Hersteller wie Siemens Energy, Hitachi und GE Vernova investieren teils Milliardensummen in neue Fabriken. Warum die Netze ein Multi-Milliarden-Markt sind und wie China mit Kampfpreisen in den Weltmarkt drängt, lesen Sie im Climate.Table. Nico Beckert

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Bio-Lebensmittel: Wie fehlende Verarbeitungsbetriebe der Branche zusetzen. Der Bio-Sektor befindet sich im Aufwind, der Umsatz steigt, die ökologisch bewirtschaftete Fläche wächst. Doch in vielen Regionen fehlen Betriebe, die die Rohstoffe verarbeiten. Vor allem mittelständische Verarbeitungsbetriebe stehen unter Druck. Kostensteigerungen im Personalbereich sowie Bürokratie machen besonders kleineren Mühlen und Bäckereien zu schaffen, und die Verarbeitungsunternehmen sind sehr ungleich über die Bundesländer verteilt. Warum die Bio-Branche um ihr Wachstum fürchtet, lesen Sie im Agrifood.Table. Merle Heusmann

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Rüstungsindustrie: Wie Berlin zum Defense-Standort werden will. Das Land Berlin startet zusammen mit der IHK und weiteren Partnern die Initiative „TechHub SVI Ost“. Das kündigte Kai Wegner am Montag an. Das soll Unternehmen den Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) erleichtern und den Standort für Defense-Tech-Unternehmen attraktiver machen. In der Berliner Senatskanzlei soll eine Stabsstelle aufgebaut werden, die als Anlaufstelle für die Themen Defense Tech und Resilienz dienen soll. Andere Bundesländer hatten bereits in den vergangenen Jahren ähnliche Netzwerke gefördert. Wie Berlin zu ihnen aufschließen will, lesen Sie im Security.Table. Robert Wallenhauer

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Maritime Sicherheit: Handelsschiffe sollen im Krisenfall helfen. Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), hat vor der 14. Maritimen Konferenz in Emden die Zahl von mehr als 2.000 Handelsschiffen genannt, die in der privaten Wirtschaft in Deutschland für den Krisenfall zur Verfügung stehen sollten. „Davon hängt die Souveränität und Resilienz Deutschlands ab. Wir können im Krisen- oder gar Kriegsfall auf die deutsche Handelsflotte zurückgreifen, das ist ein enormes Pfund, wenn wir in Schwierigkeiten stecken“, sagte Ploß im Podcast Table.Today.

Die maritime Wirtschaft könnte in den kommenden Jahren 100.000 neue Jobs schaffen, so Ploß. Schon 2025 habe das Jobwachstum bei knapp 7 Prozent gelegen, alleine an den deutschen Werften würden 9.000 neue Jobs entstehen. Statistisch entstehen für einen Job in der Werft fünf bis sechs weitere Jobs bei Zulieferern. Friedrich Merz wird am Mittwoch auf der Konferenz sprechen, am Dienstagabend kommen bereits auf Einladung des Verbands der Reeder zur Blue Night hochrangige Gäste der Branche zusammen. Der deutsche Nato-General und frühere Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz wird zur Bedeutung der maritimen Wirtschaft für die Sicherheit in Europa sprechen. Das Podcast-Gespräch mit Ploß hören Sie ab 5 Uhr hier. Michael Bröcker

Table.Today. "Die Schifffahrt als Standortfaktor. Mit Christoph Ploß."
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Table.Documents

Heads

Joachim Gauck ist neues Ehrenmitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten. Vorsitzender des Vereins ist der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu. Der Verband wurde ursprünglich 1924 zum Schutz der Demokratie in der Weimarer Republik gegründet. (Reichsbanner)

Andreas Kuhlmann übernimmt zum 1. Mai die Geschäftsführung des Deutschen Wasserstoff-Verbands. Der Verband repräsentiert alle relevanten Akteure der Wertschöpfungskette beim Wasserstoff, der laut Kuhlmann „ein zentrales Puzzlestück für das Gelingen von Energiewende und Klimaschutz, für den Aufbau resilienter Strukturen und für eine zukunftsfähige, innovative Industriepolitik ist“. Kuhlmann ist SPD-Mitglied und war zuletzt Geschäftsführer der Beratungsagentur Christ & Company sowie von 2015 bis 2023 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Energieagentur (dena). Er ist außerdem Aufsichtsrat der Berliner Wasserbetriebe. Michael Bröcker

Richard Lutz will beim außerordentlichen Bundeskongress des Deutschen Schachbundes (DSB) am 16. Mai als neuer Präsident antreten. Der frühere Bahn-Chef nahm als Jugendlicher an den U16-Weltmeisterschaften und den Jugendeuropameisterschaften teil und wurde als Jugendkaderspieler in der Sportfördergruppe der Bundeswehr gefördert. Im Schachverband gab es zuletzt Querelen in der Führung. Vizepräsident Alexander von Gleich war zurückgetreten, nun soll das gesamte Präsidium neu gewählt werden. Lutz soll Ruhe in den Verband bringen und die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen 2027 vorbereiten. An der Spitze der Deutschen Bahn war der 61-jährige Lutz nach desaströsen Ergebnissen bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr im August 2025 abgelöst worden. Michael Bröcker

Theo Waigel, ehemaliger Bundesfinanzminister und CSU-Vorsitzender, wird am Dienstag auf dem Ludwig‑Erhard‑Gipfel mit dem Freiheitspreis der Medien ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es, Waigel habe „wie kaum ein anderer deutscher Politiker die wirtschaftliche und politische Integration Europas geprägt“. Als einer der Architekten der Wirtschafts- und Währungsunion habe er die Grundlagen für den Euro geschaffen. Alexander Wiedmann

Claudia Voß hat Anfang April die Hauptgeschäftsführung des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft übernommen. Sie ist bereits seit 2015 bei dem Wirtschaftsverband und arbeitete zunächst als Pressesprecherin. Welche Ziele sie sich in ihrer neuen Funktion gesetzt hat und wie sie die Lage des Verbands bewertet, lesen Sie im Africa.Table. David Renke

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Best of Table

Security.Table: Rekordhoch bei den Militärausgaben. Nach Angaben des Stockholm Peace Research Institute (Sipri) erreichten die globalen Militärausgaben im vergangenen Jahr mit 2,89 Billionen Euro ein Rekordhoch. NGOs und Kirchen sind alarmiert. Weshalb ihnen zufolge die internationale Ordnung in Gefahr ist, lesen Sie hier.

Security.Table: Serbien rüstet dank China, Israel und Frankreich auf. Belgrad will seine Armee modernisieren und investiert hohe Summen in neue Waffen. In Europa profitiert Frankreich davon. Warum Kritiker am militärischen Nutzen dieser Aufrüstungspolitik zweifeln, lesen Sie hier.

Europe.Table: Wie die EU die Tilgung der Corona-Schulden hinauszögern könnte. Eine verzögerte Rückzahlung der Schulden aus dem Corona-Wiederaufbaufonds könnte Spielraum schaffen in den Verhandlungen um den nächsten langfristigen EU-Haushalt. Weshalb sich das EU-Parlament dagegen wehrt, lesen Sie hier.

Africa.Table: Venro fordert konsequente Umsetzung der globalen Energiewende. Der entwicklungspolitische Verband Venro blickt mit Sorge auf die Renaissance fossiler Energieträger und fordert eine konsequente Umsetzung der globalen Energiewende. Was geschehen muss, lesen Sie hier.

Research.Table: Ungarns Wissenschaft zwischen Aufbruch und Machtkampf. Durch den anstehenden Regierungswechsel wächst in Ungarn die Hoffnung auf mehr Wissenschaftsfreiheit – und neue EU-Milliarden. Doch es gibt auch Konfliktlinien. Wo sie verlaufen, lesen Sie hier.

China.Table: Quereinsteiger in der Autobranche. Batteriebetriebene Fahrzeuge haben die Eintrittshürde für branchenfremde Hersteller dramatisch gesenkt. Bei der Autoshow in Peking präsentiert ein Staubsaugerhersteller einen Sportwagen mit 1.908 PS. Welche Logik dahintersteckt, lesen Sie hier.

Climate.Table: Forschende unterstützen Ausstieg aus fossilen Energien. Kurz bevor in Kolumbien die Beratungen zum Ausstieg aus fossilen Energien beginnen, legen Klimaforscher und -forscherinnen Vorschläge zur Beschleunigung des Ausstiegs vor. Welche Tipps sie ausstiegswilligen Staaten geben, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Amtsveterinäre fordern klare Regeln für Putenhaltung. Der Bundesverband der beamteten Tierärzte fordert klare Regeln für die Putenmast, nachdem das Bundesverwaltungsgericht Missstände beim Tierschutz bemängelt hat. Was das Urteil für die Veterinärämter bedeutet, lesen Sie hier.

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Time.Table

Maritime Wirtschaft: Zum Auftakt der 14. Nationalen Maritimen Konferenz lädt der Reederverband VDR am Dienstagabend in Emden zur Media-Night. Über die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für die Volkswirtschaft und die Sicherheit Deutschlands diskutieren diskutieren der ranghöchste deutsche Nato-General Ingo Gerhartz, VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger und Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker.

Verteidigung: EU Budget Talk – Online-Veranstaltung des ZEW zu Defence Priorities for the Next MFF. Mit Krastio Preslavsky von der Generaldirektion Verteidigungsindustrie und Weltraum (DG Defis). Anmeldung

Parteien I: Klausurtagung der Grünen-Bundestagsfraktion in Leipzig. Auftakt-Statements von Britta Haßelmann und Katharina Dröge, 12 Uhr

Parteien II: Klausur des Vorstands der Unionsfraktion. Abschluss-Pressekonferenz mit Jens Spahn und Alexander Hoffmann, 13:30 Uhr

Parteien III: Die SPD-Landesgruppen NRW und Niedersachsen/Bremen setzen ihre Klausurtagung in Bielefeld fort. Keynote von Boris Pistorius, 10:45 Uhr

Gesundheit: Pressekonferenz zum 130. Deutschen Ärztetag. Mit Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt. Berlin, 11 Uhr

Austausch: Alexander Dobrindt nimmt am Treffen der deutschsprachigen Innenminister in Luxemburg teil. Gemeinsame Pressekonferenz, 11:45 Uhr

Verteidigung: Roundtable zur Stärkung der deutsch-ukrainischen Kooperation im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie im BMVg. Mit Boris Pistorius, Lars Klingbeil und Katherina Reiche. Gemeinsames Statement, 17:30 Uhr. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nimmt per Video-Schalte am Roundtable teil.

Außenpolitik: Johann Wadephul setzt seinen Besuch bei den Vereinten Nationen in New York fort. Er stellt die Kandidatur Deutschlands für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat vor und trifft den argentinischen Außenminister Pablo Quirno, IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi und UN-Generalsekretär António Guterres.

Forschung: Dorothee Bär setzt ihre Norwegen-Reise fort. Themen sind Polar- und Klimaforschung und Raumfahrt.

Ehrung: Das Leo-Baeck-Institut verleiht Olaf Scholz für seine Verdienste um jüdisches Leben die Leo-Baeck-Medaille. Die Laudatio hält Antony Blinken. New York

Bildung: Vorstellung des „Chancenmonitors 2026“ vom ifo Institut und der Bild-Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“. Mit Karin Prien. Berlin, 11 Uhr

Bühnengespräch: „Sind wir noch zu retten?“ mit Karin Prien. In Kooperation mit dem Medienhaus Correctiv. Publix, Berlin, 18 Uhr

Wirtschaft: Der 12. Ludwig‑Erhard‑Gipfel der Weimer Media Group findet vom 28. bis 30. April in Gmund am Tegernsee statt. Am Dienstag wird Theo Waigel mit dem „Freiheitspreis der Medien“ ausgezeichnet.

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Must-Reads

WDR: 81 Prozent der Deutschen finden Vermögen ungerecht verteilt. In Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen finden das sogar 90 Prozent. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind es 75 Prozent. 64 Prozent wünschen sich die Rückkehr zur Vermögenssteuer, 61 Prozent befürworten eine Anhebung der Steuer auf hohe Erbschaften. („Umfrage-Mehrheit sieht Wohlstand ungerecht verteilt“)

Handelsblatt: Bundeswehr stellt sich gegen Palantir. Für eine eigene geschützte private Cloud zur Datenverarbeitung sucht die Bundeswehr eine Software, die wie Palantir funktioniert. 20 Bewerber für Alternativen soll es geben, in der engeren Auswahl sind Almato und Orcrist aus Deutschland sowie Chapsvision aus Paris. Der Auftrag soll zum Jahresende ergehen. („Bundeswehr stellt sich gegen Palantir“)

Taz: Rechtsextreme Raumnahme in Sachsen-Anhalt. Die Mobile Beratung für Betroffene rechter Gewalt erfasste vergangenes Jahr 229 rechte, rassistische, antisemitische und queerfeindliche Angriffe; 130 waren rassistisch motiviert, 68 Kinder und Jugendliche waren betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Rückgang, doch die Qualität der Attacken hat sich laut Beratungsstelle verändert – sie beobachtet eine „Strategie der Einschüchterung und Raumnahme.“ („Angriffe mit neuer Qualität“)

Nicht überlesen!

Münchner Merkur: Wie hoch die Rente sein muss. Einer Umfrage zufolge wünschen sich die Deutschen im Schnitt ein Alterseinkommen, das 78 Prozent ihres derzeitigen Nettolohns entspricht. Den Mindestbedarf sehen sie bei 58 Prozent. Das Ganze ist Teil einer DIW-Studie im Auftrag des GDV. Die Angaben könnten als Referenzgröße für die Diskussion der Rentenkommission rund um ein Gesamtversorgungsniveau dienen, schreiben die Autoren. („Gutachten deckt auf, wie viel Rente die Deutschen wirklich brauchen“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Blome & Pfeffer, 23:30 Uhr: Katja Kipping, Steffen Kampeter

ARD-Arena, 21 Uhr: Markus Söder

unter den linden, 22:15 Uhr: Claudia Kemfert, Oliver Zander

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Christian Heinz, Justizminister von Hessen (CDU): Strafe für Leugnung des Existenzrechts Israels?

7:15 Uhr: Jochen Ott, Spitzenkandidat der SPD zur NRW-Landtagswahl: Reformdebatte

8:10 Uhr: Marc Henrichmann, Vorsitzender des PKgr (CDU): Sicherheitslücken bei Signal

ZDF

7:05 Uhr: Dirk Wiese, Erster PGF der SPD-Fraktion: Energiepreise

8:05 Uhr: Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende (Grüne): GKV-Reform

8:35 Uhr: Markus Blumenthal-Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands: GKV-Reform

rbb24–Inforadio

7:25 Uhr: Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende (Grüne): Lage der Koalition

7:45 Uhr: Ute Bonde, Verkehrssenatorin von Berlin (CDU): Großbaustellen

phoenix

8:45 Uhr: Monika Hohlmeier, Vorsitzende des Haushaltsausschusses im EU-Parlament (EVP/CSU), und Moritz Körner, stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss des EU-Parlaments (Renew/FDP): künftiger EU-Haushalt

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Geburtstage

Thomas Jarzombek, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMDS (CDU), 53

Klaus Mack, MdB (CDU), 53

Christine Streichert-Clivot, Bildungsministerin des Saarlands (SPD), 46

Franziska Brandmann, Mitglied des FDP-Bundesvorstands, 32

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zurück in die junge Bundesrepublik. Die Folgen des Kriegs waren noch vielerorts zu sehen, die Traumata längst nicht verarbeitet, da setzte das Wirtschaftswunder ein – und stellte alles auf den Kopf. In „Wunderland“ beschreibt der Kulturjournalist Harald Jähner, wie Supermarkt, Neckermann-Katalog, Käseigel, Urlaub in Italien und die Gastarbeiter das Land veränderten. Jähner ist ein akribischer Geschichtsschreiber, aber vielleicht noch mehr ein Geschichtenerzähler – unterhaltsam und lehrreich führt er durch die Gründerzeit der Bundesrepublik. Damir Fras

Wunderland: Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955-1967 | Rowohlt

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Nico Beckert, Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Christian Domke Seidel, Damir Fras, Daniel Friesen, Merle Heusmann, Till Hoppe, Stephan Israel, Franziska Klemenz, Nicola Kuhrt, David Renke, Leonard Schulz, Sara Sievert, Robert Wallenhauer, Britta Weppner und Alexander Wiedmann mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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