Berlin.Table – Ausgabe 786

Zukunft der FDP + Zweckentfremdung des Sondervermögens + Tempo bei Energiegesetzen

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Talk of the Town

FDP in der Krise: Die Debatte über die Neuaufstellung könnte am Sonntagabend beginnen

Die Wahlergebnisse der FDP sind miserabel. Und die Aussichten werden, wenn man auf die Umfragen schaut, nirgendwo besser. Deshalb wächst in der Partei die Unruhe, ob die FDP jemals wieder erstarken kann. Immer heftiger wird in Frage gestellt, ob die Führung um Christian Dürr in der Lage ist, am negativen Trend noch einmal was zu ändern. In einer Analyse zur Situation der FDP für Table.Briefings schreibt die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: „Die FDP ist in einer existenziellen Krise, die es in der 78-jährigen Geschichte der Freien Demokratischen Partei bisher in dieser Dimension nicht gab.“

Die frühere Ministerin fordert einen Kurswechsel und eine Fokussierung auf Liberalität, Weltoffenheit und Freiheit. Die FDP leide an einem „substanziellen Glaubwürdigkeitsverlust, besonders in Verlässlichkeit und Kompromissfähigkeit, was unabdingbare Voraussetzungen für gutes Regieren“ seien. Scharf kritisiert sie den Slogan, man wolle die „radikale Mitte“ sein. Was solle das heißen? „Radikaler, also polarisierender in der Wirtschaftspolitik? In der Migrationspolitik? In der Gesellschaftspolitik? In der Kulturpolitik?“ Radikalität, das wird klar, lehnt sie in jeder Form ab. Ihr Ziel: „ein viel klareres Profil als gesellschaftspolitische Avantgarde, die die Freiheitsrechte in der Kulturpolitik, in der inneren Sicherheitspolitik, in der Digitalisierung und in der Bildung vertritt“.

In der FDP-Führung selbst herrscht große Ratlosigkeit. „Es sind eigentlich beste Bedingungen für eine liberale Partei. Der Kanzler in Not, eine Schuldenkoalition und kein Wachstum, aber wir machen nichts draus“, sagte ein Mitglied des Bundesvorstands Table.Briefings. Es sei schon länger nicht mehr die Frage, ob die FDP als Phoenix aus der Asche wiederauferstehen kann, „sondern ob wir die Asche sind“.

Eine kleine Gruppe von Führungspersönlichkeiten diskutiert in verschiedenen Runden hinter den Kulissen über das Szenario X: einen Neuanfang an der FDP-Spitze. Dazu gehören die verbliebenen Parteipromis Wolfgang Kubicki und Marie-Agnes Strack-Zimmermann, aber auch der einflussreiche NRW-Landeschef Henning Höne. Am Sonntagabend, spätestens Anfang kommender Woche, dürften einige dieser Stimmen öffentlich werden, sollte die FDP es nicht in den rheinland-pfälzischen Landtag schaffen. Man wolle der engagierten Spitzenkandidatin vor Ort, der Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, nicht in die Parade fahren, sagt jemand aus dem Bundesvorstand. An ihr liege es nicht. Aber wenn die FDP auch in Mainz aus dem Landtag fliege, müsse vor dem Bundesparteitag in Mai die Neuaufstellung geprüft werden.

Dürr gilt als fleißig, integer und fachlich versiert, aber ohne Strahlkraft. Ihm fehle bundesweites Profil, heißt es fast schon mitleidsvoll unter jenen, die noch für die Partei kämpfen. Spätestens nach den Ost-Wahlen im Herbst, bei denen die FDP unter ferner liefen rangieren dürfte, müsse man eine unbelastete neue Führung finden. Wer dabei infrage kommt? Strack-Zimmermann und Höne werden genannt. Beide stimmen sich eng ab und kämen vielleicht gar als Doppelspitze in Frage. Andere betonen, dass Kubicki die Schlüsselperson bleibe. Er wird mit 74 Jahren nicht selbst als Chef gehandelt, aber als derjenige, dessen Zustimmung nötig ist.

Andere in der FDP warnen vor Personaldebatten. „Ich rate zu Gelassenheit. Die Umfragen waren 2014 nicht besser, es ist ein langer Weg. Man braucht Ausdauer“, sagte Ex-Parteichef Philipp Rösler im Podcast Table.Today. Als außerparlamentarische Opposition sei es noch schwieriger als 2014, in der Öffentlichkeit stattzufinden, so Rösler. „Jetzt gibt es zwei extreme Parteien im Bundestag, die bei jeder Kritik an der Bundesregierung viel schärfer und härter formulieren können“, so Rösler, der 2013 nach der schwarz-gelben Koalition mit der FDP aus dem Bundestag flog.

Auch Steffen Saebisch legt den Fokus nicht auf Dürr. Der ehemalige Finanz-Staatssekretär und designierte Chef der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung fordert inhaltliches Profil. „Wir müssen die Reformpartei im Land sein und konsequent auf Fortschritt und Leistungsträger setzen“, sagte Saebisch Table.Briefings. Ein klassisches Thema wäre ein Konzept für Steuersenkungen. „Aber wir müssen eine solche Reform auch neu denken und überlegen, wie wir Leistungsträger in der Mitte, dazu gehören erwerbstätige Frauen und Familien, gezielt entlasten“, sagte Saebisch.

Eines allerdings hat der FDP gerade geholfen: die Attacke von Friedrich Merz. Seine Aussage, die FDP sei politisch tot, hat bei den Liberalen und auch bei manchen bürgerlich-liberalen Wählern für neuen Kampfgeist gesorgt. „Friedrich Merz lag schon öfters daneben. Solange es Menschen gibt, die davon überzeugt sind, dass eine starke Gesellschaft besser ist als ein starker Staat, die sagen, im Zweifel für die Freiheit, so lange wird es die FDP geben“, sagt Rösler. Entscheidend wird wohl der April im kommenden Jahr. Am 18. April 2027 wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Eine Woche später folgt NRW. Den Standpunkt von Leutheusser-Schnarrenberger finden Sie hier. Das Podcast-Gespräch mit dem früheren Vizekanzler hören Sie ab 5 Uhr hier.

Table.Today. "Das Erbe von Guido Westerwelle. Mit Philipp Rösler."
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News

Zweckentfremdung des Sondervermögens: Finanzministerium verteidigt sich mit fragwürdigen Zahlen. Das BMF hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass der Großteil der Gelder aus dem Sondervermögen im Jahr 2025 nicht in zusätzliche Investitionen geflossen sei. Das ifo-Institut hatte berechnet, dass nur fünf Prozent der neu aufgenommenen Kredite tatsächlich in zusätzliche Investitionen geflossen ist, das IW kam auf einen Wert von 14 Prozent. „Der in den Studien erhobene Vorwurf ist falsch“, sagte eine Sprecherin des BMF dazu. Zur Begründung erklärt das Ministerium, dass die Investitionsausgaben im Jahr 2025 um 12,3 Milliarden Euro höher waren als 2024. Die Institute hatten die Mehrinvestitionen dagegen nur mit weniger als zwei Milliarden Euro angegeben.

Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass das BMF in seinem Vergleich die sogenannten finanziellen Transaktionen mitzählt. Diese Ausgaben, zu denen vergebene Darlehen und der Erwerb von Beteiligungen gehören und die 2025 stark gestiegen sind, zählen haushaltstechnisch zu den Investitionen; bei der Berechnung der Investitionsquote, die für die Nutzung des Sondervermögens relevant ist, werden sie dagegen herausgerechnet. Die Forschungsinstitute rechnen darum konsequenterweise auch bei den absoluten Zahlen ohne finanzielle Transaktionen und kommen so auf die deutlich niedrigeren Werte. Finanzminister Lars Klingbeil äußerte sich am Dienstag nicht zu den Vorwürfen.

Ein Grund für die schlechten Werte ist, dass ein Großteil der eingeplanten Mittel nicht abgeflossen ist. Denn ausgegeben werden konnten die Gelder aus dem Sondervermögen erst, nachdem der Haushalt im September verabschiedet worden war. Während im Haushaltsplan die vorgeschriebene Investitionsquote von 10 Prozent (ohne finanzielle Transaktionen und Bereichsausnahme) erreicht wurde, lag der Anteil der Investitionen bei den realen Ausgaben nur bei 8,7 Prozent. Für die nächsten Jahre rechnet das ifo-Institut mit besseren Werten: Sofern die Ist-Werte dann wieder dichter an den Planwerten liegen, dürften der Berechnung zufolge in den Jahren 2026 bis 2029 zwischen 60 und 80 Prozent der für das Sondervermögen aufgenommenen Kredite in zusätzliche Investitionen fließen. Malte Kreutzfeldt

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Hohe Energiepreise: Koalition macht Tempo – und zeigt sich offen für weitere Entlastungen. Mit einem „maximal beschleunigten Verfahren“ will die Koalition die jüngsten Beschlüsse im Kampf gegen hohe Spritpreise so schnell wie möglich durchs Parlament bringen. Zu diesem Zweck hat das Kabinett das sogenannte Kraftstoffmaßnahmenpaket bereits am Dienstag im Umlaufverfahren beschlossen. In Absprache werden die Regierungsfraktionen es noch diese Woche ins Parlament einbringen – in der Hoffnung, dass nach den Anhörungen die zweite und dritte Lesung Ende März stattfinden kann. Weil es nicht der Zustimmung des Bundesrats bedarf, könnte das Gesetz laut BMWE bereits Anfang April in Kraft treten. Geregelt wird darin die Vorgabe, dass Tankstellen nur noch einmal täglich die Preise erhöhen dürfen, sowie eine schärfere Kontrolle der Mineralölkonzerne durch das Kartellamt – insbesondere bei deren Preissetzung – und eine teilweise Freigabe der staatlichen Ölreserven.

Zugleich signalisieren Vertreter der Koalition Offenheit für weitere Maßnahmen. Sollte der Krieg im Iran länger andauern, „müssen wir sicher auch über weitere Maßnahmen sprechen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger, am Dienstag. Dazu könne auch eine weitere Erhöhung der Pendlerpauschale gehören. Allerdings müsse hier auf die Wirksamkeit geschaut werden. Etwa wirke diese nicht sofort, sondern nur rückwirkend. Deshalb gebe es aktuell auch noch keine Pläne, so Bilger.

Ähnlich sieht es der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Sebastian Roloff. Zwar sei die Verschärfung des Kartellrechts notwendig und wichtig, führe aber kurzfristig nicht zur Senkung der Spritpreise. „Deshalb müssen wir über weitere Maßnahmen nachdenken, die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt entlasten“, sagte Roloff Table.Briefings. Eine befristete Anhebung der Pendlerpauschale könne sinnvoll sein, „belastet jedoch den Bundeshaushalt“. Roloff plädiere für eine Spritpreisbremse, wie zum Beispiel in Griechenland oder Belgien. Diese würde den Staat „nichts kosten“ und verhindere, dass „die Mineralölkonzerne aus der Krise Profit schlagen". Laura Block, Stefan Braun, Sara Sievert

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Jetzt merkt es auch der Arbeitsmarkt: Die Boomer gehen in Rente. Immer mehr Menschen aus der Generation der Babyboomer wechseln in den Ruhestand. Diese Entwicklung ist nicht neu, schlägt sich nun aber erstmals spürbar in der Arbeitsmarkt-Statistik nieder. Und: Wenn aus immer mehr Einzahlern Leistungsbezieher werden, hat das gravierende Folgen für unsere Sozialsysteme. (mehr auf pkv.de)

Zum Anzeigen der Grafik bitte den Bilder-Download zulassen

Rechenzentrumsstrategie: Welche Knoten Wildberger durchschlagen konnte. Am Mittwoch soll im Kabinett erstmals eine Rechenzentrumsstrategie beschlossen werden. „Klar ist, dass wir bei dem Thema Aufholbedarf haben“, sagte Karsten Wildberger. Bis 2030 will er die Kapazität an Rechenleistung mindestens verdoppeln. Einige entscheidende Schritte für die Beschleunigung des Baus von Rechenzentren konnte das Digitalministerium durchsetzen. Um „die notwendige Akzeptanz zur Ansiedlung von Rechenzentren vor Ort zu steigern“ soll ein neuer Schlüssel bei der Gewerbesteuer geprüft werden, von dem die Kommunen stärker profitieren.

Ein weiterer Durchbruch: das Ende des Windhundverfahrens bei den Netzanschlüssen. Für den Bau eines Rechenzentrums sind neben Glasfaserinfrastruktur und der Nähe zu Internetknoten wie dem Frankfurter DE-CIX vor allem stabile Hochspannungsanschlüsse entscheidend. Über deren Vergabe entscheiden die Netzbetreiber. Die Antragsverfahren waren durch eine spekulative Blase der Batteriespeicherbetreiber blockiert, die teilweise ohne konkrete Bauvorhaben massenhaft Anträge eingereicht haben. Die Netzbetreiber mussten sie bislang im sogenannten „Windhundverfahren“ per Datumsprinzip abarbeiten. In Zukunft will die Regierung ein neues Verfahren nach Reifegradprinzip vorlegen. Offen bleibt bisher, ob die Nutzung von Abwärme in Zukunft Bedingung für einen Bau ist. Wie Deutschland im internationalen Vergleich dasteht und wo die Rechenzentren stehen, lesen Sie im CEO.Table. Leonard Schulz

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BauGB-Novelle: Ministerium will Enteignung von Schrottimmobilien ermöglichen. Bauministerin Verena Hubertz hat am Dienstag die zweite Novelle des Baugesetzbuches auf den Weg gebracht. In Zukunft soll es Kommunen möglich sein, Gebäude zu enteignen, wenn massiver Missbrauch vorliegt. Die Enteignung soll dabei im Ermessen der Kommune liegen. Die Debatte um Enteignung werde seit vielen Jahren geführt, heißt es im Ministerium. Man müsse dieses scharfe Schwert endlich ziehen, damit die Kommunen handlungsfähiger werden. Nach langen Gesprächen sei auch die Union bereit, die Maßnahmen mitzutragen, heißt es.

Der baupolitische Sprecher der Union, Jan-Marco Luczak, mahnt an, Maß zu halten. Man dürfe „bei den kommunalen Eingriffs- und Vorkaufsrechten nicht überziehen“. Er sagt: „Wir wollen zielgenaue Maßnahmen im Kampf gegen Schrottimmobilien, Verwahrlosung und Kriminalität, nicht aber eine Vielzahl neuer Eingriffsmöglichkeiten, um beliebige städtebauliche Ziele zu verfolgen.“ Der Gesetzentwurf befindet sich jetzt in der Ressortabstimmung und soll Ende Mai im Kabinett eingebracht werden. Zu den Maßnahmen zählen außerdem die Digitalisierung bei den öffentlichen Verwaltungen und der Vorrang für Wohnraum. Ähnlich wie bei Windkraftanlagen bekommt der Bau von Wohnungen dadurch rechtlich Priorität. Laura Block

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Luftverkehrssteuer: Absenkung soll am 1. April ins Kabinett. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Absenkung der Luftverkehrssteuer soll am 1. Juli in Kraft treten. Das geht aus dem Gesetzentwurf des Finanzministeriums hervor, der Table.Briefings vorliegt. Das Kabinett will voraussichtlich am 1. April darüber entscheiden. Für Kurzstreckenflüge soll die Steuer um 2,50 Euro auf 13,03 Euro sinken, für mittlere Strecken um 6,33 Euro auf 33,01 Euro und für Langstrecken um 11,40 Euro auf 59,43 Euro. Das führt zu erwarteten Einnahmeausfällen von 185 Millionen Euro in diesem Jahr. 2026 liegen sie bei 340 Millionen Euro und steigen bis 2030 auf 355 Millionen Euro. Diese Summen sollen komplett im Verkehrsetat eingespart werden. Malte Kreutzfeldt

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Work-and-Stay-Agentur: Normenkontrollrat macht Druck. Der NKR unterstützt die von Bundesagentur für Arbeit und BDA geforderte Bündelung der Zuständigkeiten für die Fachkräfteeinwanderung: bei der BA und beim Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten. Hintergrund ist die Debatte innerhalb der Bundesregierung, ob und inwiefern die Ausländerbehörden bei der geplanten Work-and-Stay-Agentur (WSA) involviert sein sollen. In einer Stellungnahme wirbt der Normenkontrollrat „für einen baldigen Entschluss im Sinne einer umfassenderen organisatorischen Reform“. Eine Bündelung würde das System „einladender, einfacher und nachhaltiger“ machen, sagte Kerstin Müller, zuständige NRK-Berichterstatterin und früher Staatsministerin unter Joschka Fischer, Table.Briefings.

Die lokalen Ausländerbehörden hätten dann auch mehr Spielraum für Beratung bei Integrationsfragen vor Ort, schreibt der NKR. Die WSA biete zudem die Chance, die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen zu bündeln. Der beim BMDS angesiedelte Normenkontrollrat empfiehlt eine Bündelung entweder beim Bund oder bei der der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) der Kultusministerkonferenz. Bevor das geht, müssten die Länder aber den Rechtsrahmen für landesrechtlich geregelte Berufe und entsprechende Dokumentationsanforderungen angleichen. Okan Bellikli

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Alfred-Wegener-Institut: Neuer Chef sieht Chancen in der Polarforschung. Insbesondere durch verstärkte Kooperation mit sogenannten Middle Nations wie Japan, Südkorea, Brasilien und anderen EU-Ländern könne Deutschland künftig seine Forschungsstärken ausspielen, sagt Hajo Eicken, der designierte wissenschaftliche Direktor des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) für Polar- und Meeresforschung. „Da warten originelle Ideen und Ansätze, die in einer von den USA dominierten Lage nicht zum Zug kamen.” Wie Eicken die Entwicklungen in den USA bewertet und warum er den Austausch mit Behörden intensivieren will, lesen Sie im Research.Table. Julius Schwarzwälder

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Batterien: Resiliente Batterie-Kreislaufwirtschaft in Europa nicht vor den 2050er- bis 2060er-Jahren. Das sagte Simon Lux, Co-Institutsleiter der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster, Table.Briefings. Zurzeit fehle es an großen Unternehmen, die Gigafabriken mit europäischen Anlagen aufbauen. Die derzeit diskutierten Local-Content-Vorgaben hält Lux für sinnvoll, um die europäische Batterie-Wertschöpfungskette zu stärken. „Wenn wir als europäische Konsumenten etwas kaufen, sollte davon auch ein gewisser Teil aus Europa kommen.“

Entscheidend sei, die Rohstoffe in Europa zu halten. Ab Dezember 2026 gelten Lithium-Ionen-Altbatterien und die Schwarzmasse als gefährlicher Abfall und dürfen nicht mehr in Nicht-OECD-Länder exportiert werden. Trotzdem bestehe die Gefahr, dass Recyclingmaterialien exportiert werden, weil sich so höhere Preise erzielen lassen. Welche Hürden Europa beim Aufbau einer Batterie-Kreislaufwirtschaft bewältigen muss, lesen Sie im ESG.Table. Leonie Düngefeld

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Rüstungsgipfel: BMWE und BMVg planen mit über hundert Teilnehmern aus der Industrie. Damit würde die Teilnehmerzahl deutlich steigen. Beim ersten Treffen Anfang Dezember 2025 wurden 40 CEOs eingeladen. Kern des Termins am 19. März ist eine moderierte Diskussion zu Themen wie Startup-Finanzierung, resilienten Lieferketten sowie Chancen und Risiken für Unternehmen, die jetzt neu in die Rüstungsindustrie drängen. Welche Unternehmen und Verbände beim kommenden Termin der Veranstaltungsreihe „Industrie im Dialog für Sicherheit“ teilnehmen, lesen Sie im Security.Table. Wie fehlende Rechtssicherheit den Einstieg von zivilen Unternehmen in die Verteidigungsindustrie bisher bremst und was helfen könnte, lesen Sie zudem in diesem Standpunkt. Wilhelmine Stenglin, Robert Wallenhauer

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Table.Documents

Entwurf zur Änderung des Luftverkehrssteuergesetzes

Formulierungshilfe für ein Kraftstoffmaßnahmenpaket

Tagesordnung für die Sitzung des IT-Planungsrats am Mittwoch

Stellungnahme des Normenkontrollrats zur Work-And-Stay-Agentur

Jahresbericht der eco-Beschwerdestelle

Übersicht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zum Tag der Demokratiegeschichte

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Iris Schöberl über die Effzienzwende in der Immobilienbranche. Table.Forum

Heads

Matthias Hundt soll neuer Chief Digital Officer in Berlin werden. Der Dresdner ist derzeit Geschäftsführer von Sachsen digital, einem laut Eigenbeschreibung „Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für ganzheitliche Telekommunikationslösungen, IT- Systeme und Medientechnik“. Hundt soll auf Martina Klement folgen, die Wirtschaftsministerin in Brandenburg wird. (Tagesspiegel)

Louisa Specht-Riemenschneider hat aus gesundheitlichen Gründen ihren Rückzug als Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) angekündigt. Sobald die Nachfolge geregelt ist, werde sie den Posten verlassen, schreibt sie in einer Mitteilung. Die Position dürfe „angesichts der Bedeutung des Amtes nicht unbesetzt sein, auch nicht für einen kurzen Moment“. Anfang März hatte das Bundesverwaltungsgericht eine Klage der BfDI abgewiesen. Die Entscheidung erschwert aus Specht-Riemenschneiders Sicht die datenschutzrechtliche Kontrolle des BND. Okan Bellikli

Markus Richter, Staatssekretär im BMDS, wird seine Kollegin Luise Hölscher, ebenfalls BMDS-Staatssekretärin, beim morgigen Treffen des IT-Planungsrates vertreten. Die Beamtin hatte sich beim Reiten einen komplizierten Beinbruch zugezogen und vor rund zwei Wochen auf Linkedin geschrieben: „Reformgeschwindigkeit lässt sich zur Not aus dem Krankenbett steuern.“ Den wechselnden Vorsitz des IT-Planungsrates hat derzeit der Bund inne. Bei dem Treffen in Rostock-Warnemünde ist eine konkrete Umsetzung des sogenannten Deutschland-Stacks das Top-Thema auf der Tagesordnung. Leonard Schulz

Georg Restle wird zum 1. Juni Leiter des ARD-Studios in Nairobi. Dafür gibt er die Redaktionsleitung der WDR-Sendung Monitor ab. Am 26. März wird er sie zum letzten Mal moderieren. Wer auf ihn folgt, ist noch nicht bekannt. Restle war von 2010 bis 2012 für das ARD-Studio in Moskau tätig und absolvierte regelmäßig Studiovertretungen, auch in Nairobi. (DWDL)

Nancy Faeser soll Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ werden. Die weiteren Vorschläge der Koalitionsfraktionen sind Ansgar Heveling, Michael Hose (beide CDU) und Jonas Geissler (CSU). Die Grünen schlagen Katrin Uhlig vor, die Linken David Schliesing und die AfD Matthias Helferich und Martin Erwin Renner. Okan Bellikli

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Best of Table

China.Table: Kuba als Blaupause für die Eroberung Taiwans. „Was mit Kuba geschieht, ist eine Generalprobe“, schreibt der Sicherheitsexperte Brahma Chellaney in einem Gastbeitrag. Auch Peking könnte bei Taiwan – ähnlich wie die USA bei Kuba – auf eine schleichende wirtschaftliche Strangulierung setzen. Warum diese Strategie schwer zu kontern wäre, lesen Sie hier.

China.Table: Roboter statt Autos. Die schwächelnde Nachfrage im Automobilsektor zwingt viele Mittelständler zur Neuausrichtung. Zukunftsfelder wie humanoide Robotik und Raumfahrt rücken in den Fokus – Bereiche, in denen vor allem China den Takt vorgeben will. Warum Experten gerade für deutsche Anbieter Chancen sehen, lesen Sie hier.

CEO.Table: Warum die deutsche Industrie auf Automatisierung setzen muss. Roboter könnten Fachkräfte-Lücken schließen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts sichern. Warum es trotz starker Technologie an entschlossenen Anwendern fehlt, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis braucht eine Phase 0. Viele innovative Bildungsprojekte scheitern am Transfer in die Praxis – oft wegen zu später Beteiligung von Lehrkräften und Fortbildnern. Welche Lehren sich nach drei Jahren Transfer-Erfahrungen im Kompetenzverbund lernen:digital ziehen lassen, lesen Sie hier.

Space.Table: Navigation aus dem erdnahen Raum soll besser werden. Mit der Celeste-Mission testet die Esa eine neue Satellitentechnologie, mit der auch in dicht bebauten Gebieten zuverlässig navigiert werden kann. Warum es dafür 300 neue Satelliten braucht, lesen Sie hier.

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Time.Table

Europa: Auf der Konferenz Europe 2026 von Zeit, Handelsblatt, Tagesspiegel und Wirtschaftswoche spricht Jens Spahn über Innovation (10:40 Uhr) und Carsten Schneider über Umweltpolitik (15 Uhr). Mehr Informationen

Bundestag: Friedrich Merz gibt eine Regierungserklärung zum EU-Gipfel ab. Dazu stellen sich Katherina Reiche und Patrick Schnieder einer Regierungsbefragung. 14 Uhr

Außenpolitik I: Frank-Walter Steinmeier besucht Guatemala und reist anschließend weiter nach Mexiko.

Außenpolitik II: Johann Wadephul empfängt seinen französischen Amtskollegen Jean-Noël Barrot im Auswärtigen Amt.

Digitalisierung: Karsten Wildberger hält eine Keynote bei der Bitkom-Veranstaltung TRANSFORM. Mehr Informationen

Kultur: Wolfram Weimer soll im Kulturausschuss Stellung beziehen zu den Ereignissen um den Buchhandlungspreis.

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Must-Reads

Tagesspiegel: Neue Vorwürfe gegen Wegner. Kai Wegner habe rund um seine Arbeit zu Beginn des Stromausfalls im Januar noch ein weiteres Mal die Unwahrheit gesagt, schreiben Christian Latz und Jost Müller-Neuhof. Entgegen seinen eigenen Worten soll es vor dem Tennis-Spiel am Mittag keine Kontakte etwa zur Bundesregierung gegeben haben. Die Senatskanzlei wollte auf Anfrage keine Stellung abgeben. („‚Weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte‘“)

Tagesschau: Iran trotz Sanktionen in Deutschland aktiv. Die Regierung wickelt weiterhin – legal – Geschäfte hierzulande ab, Fachleute kritisieren Lücken in Sachen Geldwäsche-Bekämpfung und Terrorismusfinanzierung. Deutschland sei eine der wichtigsten „Drehscheiben“ für das Land, sagt ein Insider. In den USA sind manche der Unternehmen, um die es geht, auf der Sanktionsliste – in der EU nicht. („Die Spur der Mullahs in Deutschland“)

Handelsblatt: Rückzahlungen im Cum-Ex-Skandal. Der Bund erhält von an den illegalen Geschäften beteiligten Banken einen dreistelligen Millionenbetrag zurück. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem weiter gegen zwei Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank. Insgesamt verdächtigen Ermittler noch mehr als 1700 Personen, gegen mehrere Banken laufen zudem Ordnungswidrigkeitenverfahren. („Rückzahlungen im Cum-Ex-Skandal“)

Spiegel: NSDAP-Mitgliedskarteien erstmals online. Das US-Nationalarchiv stellt zum ersten Mal alle erhaltenen Akten vollständig und kostenlos zur Verfügung. Man kann ohne Anmeldung etwa nach eigenen Vorfahren suchen. Fachleute betonen, das Angebot könne eine ausführliche Beratung im Bundesarchiv, wo die Originale lagern, nicht ersetzen. („Hier erfahren Sie, was Ihre Großeltern in der Nazizeit gemacht haben“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 22:15 Uhr: Rachel Tausendfreund, Hartwig Ross, Julian Röpcke, Georg Ismar

Maischberger, 22:50 Uhr: Claus Ruhe Madsen, Herbert Diess, Claudia Major, Denis Scheck, Amelie Marie Weber, Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker

Markus Lanz, 23 Uhr: Roderich Kiesewetter, Kristina Dunz, Bente Scheller, Gerald Knaus, Frank Umbach

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Kerstin Becker, Paritätischer Wohlfahrtsverband: Dobrindts Asyl-Rotstiftpolitik

7:15 Uhr: Anton Hofreiter, Vorsitzender Europa-Ausschuss (Grüne): Deutsche Iran-Haltung vor EU-Gipfel

8:10 Uhr: James Davis, Politikwissenschaftler: Was will Trump und warum?

ZDF

6:40 Uhr: Nico Lange, Sicherheitsexperte: Militärschläge in Nahost

7:05 Uhr: Karsten Wildberger, Digitalminister (CDU): Rechenzentren-Strategie im Kabinett

8:05 Uhr: Nils Schmid, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMVg: Lage in Nahost

rbb24–Inforadio

7:25 Uhr: Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg (SPD): Vereidigung der neuen Landesregierung

9:05 Uhr: Christian Katzer, Ärzte ohne Grenzen: Humanitäre Situation im Libanon

phoenix

9:05 Uhr: Sebastian Schäfer, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen: Ein Jahr Sondervermögen – Zweckentfremdung der Mittel?

13:45 Uhr: Norbert Röttgen, Mitglied Auswärtiger Ausschuss (CDU)/Anton Hofreiter, Vorsitzender Europa-Ausschuss (Grüne): Außenpolitische Themen und der bevorstehende EU-Gipfel

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Geburtstage von morgen

Maja Wallstein, MdB (SPD), 40

Armin Grau, MdB (Grüne), 67

Michael Arndt, MdB (Linke), 62

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute nach Russland. Die Frage, warum Hunderttausende Männer widerstandslos oder sogar freiwillig in den Krieg gegen die Ukraine ziehen, wird seit Februar 2022 immer wieder gestellt. Der Film Ein Nobody gegen Putin, der gerade den Oscar für den besten Dokumentarfilm bekommen hat, liefert eine Antwort. Der Nobody ist Pawel Talankin, ein engagierter Pädagoge aus dem Örtchen Karabasch, mitten im Uralgebirge. Er ist Schulvideograf und niedergeschlagen vom Krieg. Daher nutzt er seine Kamera, um zu zeigen, wie das ideologische Gift des Regimes in die Köpfe der Lehrerinnen und Lehrer und dann in die der Kinder tröpfelt. Der Film ist bei Arte zu sehen. Viktor Funk

David Borenstein: Ein Nobody gegen Putin | ZDF/Arte

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Anne Brüning, Damir Fras, Daniel Friesen, Lisa-Martina Klein, Franziska Klemenz, Lukas Knigge, Vincent Mikoteit, Bernhard Pötter, Leonard Schulz, Sven Siebert und Sara Sievert mitgewirkt.

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