Berlin.Table – Ausgabe 757

Spahn für schnellere Sozialstaatsreformen + Wadephul in Australien + Investitionspflicht für Streamingdienste

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Talk of the Town

Sozialstaatsreformen: Warum sich Jens Spahn gegen den Kanzleramtsminister stellt

Dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion reicht es nicht, den Fokus beim Thema Sozialstaatsreformen in diesem Jahr allein auf die Rente zu legen. Die Koalition habe zwar schon viel entschieden, angesichts der anhaltenden Rezession brauche es aber noch mehr, sagte Jens Spahn im Podcast Table.Today. „Da kommt man wahrscheinlich auch nicht mit Jahreszeiten hin und auch nicht mit beständigem Ankündigen, sondern einfach mit Tun.“

Spahn betont zwar, dass die Koalition bereits wichtige Entscheidungen getroffen habe. So sei die Abschaffung des Bürgergeldes eine „echte Veränderung in der bisherigen Logik“. Hinzu komme beispielsweise die Aktivrente, die Anreize schaffe. Allerdings dürfte auch dem Fraktionschef klar sein, dass beides nicht die notwendigen finanziellen Spielräume im Sozialsystem schafft.

Die größten Baustellen bleiben: Rente, Gesundheit und Pflege. Spahn erklärt deshalb: „Die Hauptaufgabe ist alles rund um Arbeitskosten und Arbeitsproduktivität, und dazu gehören auch die Sozialversicherungen.“ Dabei werde die Koalition auch auf die Rente schauen, „aber natürlich reicht das nicht“. Kanzleramtschef Thorsten Frei hatte hier in der vergangenen Woche mit einem Tagesspiegel-Interview für Aufsehen gesorgt. Frei betrieb dort mit Blick auf anstehenden Reformen eher Erwartungsmanagement. Priorität habe zunächst die Rente, darauf wolle sich die Regierung fokussieren, so Frei. Alle weiteren Reformen sollen „so schnell wie möglich“, spätestens bis zum Ende der Legislaturperiode kommen.

Spahn sieht den zeitlichen Rahmen offenbar weniger flexibel: „Wir werden in diesem Jahr auch über Gesundheit und Pflege reden müssen. Alleine schon, weil im nächsten Jahr in der Krankenversicherung 13 Milliarden Euro fehlen werden.“ Tatsächlich ist man sich innerhalb der Koalition unsicher, ob mit Blick auf die drängenden Reformen vor den bevorstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr der große Wurf gelingt.

Sowohl in den Reihen der Union als auch bei der SPD blickt man kritisch auf ein mögliches „echtes“ Reformpaket. So sei etwa unklar wie schnell aus den Ergebnissen der Rentenkommission konkret etwas folgt. Immerhin stelle die Kommission ihre Ergebnisse unmittelbar vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause vor. Da ist es weder im Interesse der CDU noch der SPD, dem Wähler mitzuteilen, dass der Gürtel womöglich enger geschnallt werden muss.

Auch die SPD hat in den vergangenen Tagen die Erwartungen auf eine schnelle Umsetzung der Kommissionsergebnisse gedämpft. Gerade die Vorhaben aus der Sozialstaatskommission bräuchten ihre Zeit, heißt es aus der Partei. Für bestimmte Vorhaben wäre eine Grundgesetzänderung nötig. Dass bis Ende März keine Reformvorhaben angestoßen werden, darüber scheinen Union und SPD sich im Stillschweigen geeinigt zu haben – aus Rücksicht auf die beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Spahn hält Entscheidungen unabhängig davon dennoch für notwendig. Mit Blick auf einen möglichen Einfluss aus Berlin sei er sicher: „Wir können dann Rückenwind geben, wenn wir entscheiden.“ Es gehe darum, dass man klar und mit einem Plan ein Gesamtkonzept durchtrage. „Das heißt auch durch Entscheidungen, die nicht gleich nur Applaus bringen überzeugen.“

Das Gespräch mit Jens Spahn hören Sie ab 5 Uhr hier.

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News

Wadephul in Australien: Zeichen der Selbstbehauptung. Weil die Welt durch Trump, Putin und Chinas Staatschef Xi politisch und wirtschaftlich immer unwirtlicher wird, hat sich Johann Wadephul aufgemacht, die Beziehungen zu verbliebenen Bündnispartnern westlicher Prägung massiv zu intensivieren. Seit vier Tagen bemüht sich der Außenminster im Indo-Pazifik, deutsche und europäische Interessen mit denen der Gastgeber enger zu verzahnen. Singapur, Neuseeland, Tonga und nun Australien – für Wadephul ist das eine Visite beim „Wachstumsmotor der Welt“. Schon zuvor besucht hat der Außenminister China, Indonesien und Indien. Europas Sicherheit hängt für Wadephul eng mit der Sicherheitslage im Indo-Pazifik zusammen. „Jede Störung dort betrifft uns unmittelbar in Europa.“

Ein besonderer Fokus liegt auf Australien. Und das aus mehreren Gründen: Das Land ist inzwischen politisch wie ökonomisch von strategischer Bedeutung. Canberra und Berlin beschwören bei Wadephuls Besuch die Bedeutung ihrer Partnerschaften. Wadephuls australische Kollegin Penny Wong sagte, es sei wichtig, „dass wir Mittelmächte zusammenarbeiten“. Australien und Deutschland hätten sich zum Ziel gesetzt, zu einer Welt beizutragen, „in der kein Land dominiert“. Ihr Gast aus Deutschland betonte, Australien sei „der bedeutendste Nicht-Nato-Partner, der mit uns zusammenarbeitet“. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs habe Australien fast eine Milliarde Euro an Hilfen geliefert. Wadephul kündigte nun umgekehrt an, auch Deutschland wolle sich nun „stärker auf der anderen Seite der Welt engagieren“.

Ein zentrales Thema für die Wirtschaft: Rohstoffe und Seltene Erden. Wadephul will unbedingt erreichen, dass eine engere Zusammenarbeit mit Canberra auf diesen beiden Feldern Deutschlands Abhängigkeiten von China abmildert. Deshalb kündigte er an, sich bei deren Erschließung zu engagieren. Das werde Deutschland Geld kosten, sagte der Außenminister. Aber es handle sich dabei um eine „existenzielle Frage der Wirtschaftssicherheit“. Bislang ist Deutschland gerade bei den Seltenen Erden zu 98 Prozent von China abhängig; langfristig strebe er an, die extremen Abhängigkeiten abzubauen. Das hieße, ein Drittel der Kosten und Risiken beim Abbau selber zu tragen, ein Drittel mit den USA zu organisieren und ansonsten an den Handelsbeziehungen mit China festzuhalten. Warum Wadephul auf einen zügigen Abschluss der Verhandlungen zwischen der EU und Australien über ein Freihandelsabkommen hofft, lesen Sie im China.Table. Stefan Braun, Angela Köckritz

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#StarkFürEuropa. Es ist Zeit für einen starken Pharmamarkt. vfa

Denn: Innovationen sind Europas beste Antwort.
Wir brauchen ein Europa mit einem wettbewerbsfähigen Markt für innovative Arzneimittel und mit technologischer Souveränität auch in Zeiten geopolitischer Krisen. Deutschland kann hier eine Vorreiterrolle spielen. Machen wir uns bereit – am Pharmastandort EU und Deutschland.
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- Im Zusammenhang mit: EU Pharmapaket (COM 2023/193); BIOTECH (COM 2025/1022); EU

Transparenzbekanntmachung

Streamingdienste: Union und SPD einigen sich auf Investitionsverpflichtung. Nach monatelanger Verzögerung hat der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, am Donnerstag einen Durchbruch in der Debatte um Investitionsverpflichtungen am Filmstandort Deutschland verkündet. Die SPD spricht von „verlässlichen und fairen Rahmenbedingungen für alle Beteiligten“, erfuhr Table.Briefings aus Kreisen des Finanzministeriums. Die Produktionsallianz und die Grünen reagierten positiv auf die Ankündigung.

Künftig sollen Streamingdienste wie Netflix, Amazon und Disney gesetzlich verpflichtet werden, acht Prozent dessen, was sie in Deutschland verdienen, zu reinvestieren. Gleiches gilt für heimische Sender wie RTL und Pro7 sowie die Öffentlich-Rechtlichen. Das entsprechende Gesetz soll bald auf den Weg gebracht werden. Die SPD hatte in der Vergangenheit auf eine Investitionspflicht gedrängt. Zu der Abmachung gehört auch die Erhöhung der staatlichen Filmfördermittel auf 250 Millionen Euro pro Jahr.

Mit der gesetzlichen Verpflichtung ist die Idee einer rein freiwilligen Regelung, die Weimer lange vertreten hatte, vom Tisch. Allerdings hatte die Filmbranche teils deutlich mehr gefordert, nämlich über zwanzig Prozent. Weimer will neben den verpflichtenden acht Prozent noch eine weitere Klausel in dem Gesetz verankern: Wer freiwillig zwölf Prozent oder mehr investiert, kann strenge gesetzliche Auflagen umgehen und etwa englischsprachige Filme drehen. Mit dieser sogenannten Öffnungsklausel will Weimer einen Investitionsanreiz schaffen. Aus dem Finanzministerium ist zu hören, der Ansatz setze Anreize für diejenigen, die bereit sind, sich noch stärker zu engagieren. Laura Block, Leonard Schulz

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Hätten Sie’s gedacht? Bereits über 350 Milliarden Euro Rückstellungen hat die Private Krankenversicherung gebildet. Damit kann sie die im Alter steigenden Gesundheitskosten ihrer Versicherten finanzieren, ohne jüngere Generationen zu belasten. Dieses Prinzip nennt man Kapitaldeckung – und die PKV weiß, wie nicht nur Privatversicherte, sondern alle Menschen in Deutschland davon profitieren können. (mehr auf pkv.de)

Strategiepapier: Jusos setzen auf Klassenkampf. Nachdem die SPD Anfang des Jahres mit ihrem Vorschlag zur Reform der Erbschaftsteuer eine Debatte angestoßen hat, drängen die Jusos auf weitere Vorstöße dieser Art. In einem Strategiepapier, das Table.Briefings vorliegt, streben die Verfasser an, künftig Debatten stärker um den Konflikt zwischen Arm und Reich zu führen. In dem Papier heißt es: „Wir stellen Verteilungsgerechtigkeit ins Zentrum unserer Kommunikation.“ In sechs Punkten führen die Autoren auf, wo sie künftig mehr in den Konflikt gehen wollen.

So entstehe in Deutschland durch „leistungslosen Reichtum“ ein „neuer Geldadel“. Die Jusos fordern daher eine konsequente Besteuerung von Betriebsvermögen und Multimillionen-Erbschaften. Der Sozialstaat bildet einen weiteren Punkt in dem Papier. Am Wochenende wird die SPD-Sozialstaatskommission bei der Jahresauftaktklausur des Parteivorstandes in Berlin einen Zwischenbericht vorlegen. Mitglied der Kommission ist unter anderem Juso-Chef Philipp Türmer. In dem Jusos-Papier heißt es unterdessen, ein befähigender Sozialstaat garantiere Chancengleichheit und befreie Menschen aus ökonomischen Zwangslagen.

Am Wochenende wollen die Parteichefs Bärbel Bas und Lars Klingbeil jeweils eine Grundsatzrede halten. Während sich Bas dabei auf Arbeit und Bildung fokussieren möchte, wird Klingbeil sein Augenmerk auf Wirtschaft, Europa und die neue Weltordnung legen. Zuvor erklärte Generalsekretär Tim Klüssendorf, die SPD wolle in den kommenden Monaten stärker die Themen Chancengleichheit, Solidarität und Bezahlbarkeit des Alltags bespielen. Laura Block, Leonard Schulz

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Exportkontrolle: Ausfuhren für Dual-Use- und Rüstungsgüter sollen beschleunigt werden. Mit neuen „Allgemeinen Genehmigungen“ wollen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und das BMWE Exportverfahren beschleunigen. Bei der Rüstungsindustrie trifft das auf Wohlwollen. Vor allem Technologie- und Softwareunternehmen dürften profitieren. Die neuen Maßnahmen sollen bürokratische Hürden abbauen, doch sie stoßen auch auf Kritik: Max Mutschler, Forscher am Bonn International Centre, warnt, dass zu große Vereinfachungen zu Missbrauch führen könnten. Welche konkreten Gefahren er sieht und was die geplanten Neuerungen beinhalten, lesen Sie im Security.Table. Robert Wallenhauer

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Ambulante Versorgung: BRH kritisiert Vergütungsregelung für Ärzte. Aus Sicht des Bundesrechnungshofs haben die im Terminservice- und Versorgungsgesetz festgelegten Vergütungen ihr Ziel verfehlt. Sie müssten „schnellstmöglich“ gestrichen werden, heißt es in einem Bericht an den Haushaltsausschuss, der Table.Briefings vorliegt. Ziel des Gesetzes ist es, Wartezeiten für gesetzlich Versicherte im ambulanten Bereich zu verringern, in dem Ärzte in bestimmten Fällen eine zusätzliche Vergütung erhalten. Allerdings müssen Ärzte GKV-Versicherte ohnehin bei Bedarf zeitnah versorgen, was durch die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung abgedeckt wird. Dadurch komme es zu einer Doppelvergütung, so der BRH. Bis Mitte 2024 hätten die Mehrausgaben der GKV dafür 2,9 Milliarden Euro betragen, ohne dass sich die Wartezeiten verkürzt hätten. Magdalena Latz

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Kreislaufwirtschaft: Die Koalition ist uneinig bei Pflichten für die öffentliche Hand. Nach mehrmaliger Verschiebung peilt das Bundeskabinett nun an, das eigentlich schon für Dezember geplante Aktionsprogramm für die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie am 25. Februar zu verabschieden. Die Ressorts konnten sich bislang nicht auf neue Regeln für die öffentliche Beschaffung einigen. Konkret geht es etwa darum, ob die Pflicht für Bundesbehörden, bei Vergaben Sekundärrohstoffe zu bevorzugen, einklagbar sein soll. Nach Informationen von Table.Briefings sperrt sich das BMWE dagegen. Was die Berichterstatter von SPD und CDU fordern, lesen Sie im ESG.Table. Nicolas Heronymus

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Sanktionen gegen Russland: EU zielt auf den Energieexport per Schiff. Die EU ringt vor dem 4. Jahrestag der russischen Invasion um das 20. Sanktionspaket. Nach mehrmaligen Verschiebungen wollte die Kommission ihren Vorschlag diesen Freitag den Mitgliedstaaten präsentieren, doch ob das gelingt, ist unklar. Streitpunkt ist ein umfassendes Dienstleistungsverbot. Derzeit können Schiffe, die russisches Öl unter der Obergrenze von 47,60 US-Dollar pro Barrel transportieren, in europäischen Häfen anlegen, Versicherungen abschließen und technische Dienste in Anspruch nehmen, sofern sie nicht als „Schattentanker“ gelistet sind.

Ein Verbot würde die bisherige, mit der G7 vereinbarte Preisobergrenze überflüssig machen und Russlands Exportkosten deutlich erhöhen. Doch einige EU-Staaten fürchten wirtschaftliche Einbußen. Unklar ist auch, ob die G7-Staaten mitziehen. Da ein großer Teil der russischen Exporte weiterhin mit Schiffen aus diesen Ländern erfolgt, bleibt deren Kooperation entscheidend für die Wirksamkeit der Maßnahmen. Wie die Sanktionen das russische Staatsbudget treffen könnten, lesen Sie im Europe.Table. Viktor Funk, Stephan Israel

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Vorruhestand: Wirtschaftsverbände warnen vor Fehlanreizen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer und die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände fordern die Abschaffung von Anreizen, die ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt erleichtern. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren etwa sei „ein klarer Fehlanreiz“, sagte Anne Zimmermann von der DIHK Table.Briefings. Diese Option wurden 2024 von rund 270.000 Beschäftigtenin Anspruch genommen. Auch die BDA betont, der Staat dürfe frühe Berufsaustritte nicht fördern. Der Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit kritisierte in der SZ, der Personalabbau über Vorruhestandslösungen wie Abfindungen vergrößere den Fachkräftemangel.

Wie viele solcher „goldenen Handschläge“ es gibt, ist nicht bekannt. Die Rentenversicherung hat nur Zahlen dazu, wie viele Menschen im Jahr vor dem regulären Ausscheiden aus der Arbeit sogenanntes Vorruhestandsgeld bekamen: 2024 waren das 2.661. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, der bis zum Rentenbeginn einen bestimmten Anteil am vorherigen Lohn zahlt. Im Unterschied zum nicht gesetzlich geregelten „Vorruhestand“ werden außerdem vermehrt Menschen wegen psychischer Erkrankungen frühverrentet. 2024 waren es gut 72.000 – von knapp 172.000 Erwerbsminderungsrentnern insgesamt. Okan Bellikli

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Table.Documents

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Einladung. 10. Februar 2026, 15:30 Uhr. Bundesministerin Reem Alabali Radovan stellt die aktuelle Strategie der Bundesregierung in der Entwicklungszusammenarbeit vor.

Heads

Norbert Rollinger, CEO der Versicherung R+V und Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), führt eine Branche, die trotz schwacher Konjunktur weiter wächst. 2025 stiegen die Beitragseinnahmen über alle Sparten hinweg um 6,6 Prozent auf 254 Milliarden Euro. Warum dieses Wachstum die Belastungen im System aber nur teilweise verdeckt, wie Versicherer auf Extremwetter reagieren und was Rollinger sich von der Rentenkommission in Sachen Altersvorsorge wünscht, lesen Sie am Samstag im CEO.Table. Alexander Wiedmann

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Best of Table

Europe.Table: Kommission will Chinas Einfluss auf Häfen eindämmen. Das Land wird in dem Entwurf der Hafen-Strategie nicht erwähnt, doch die Stoßrichtung ist klar: Der Einfluss von Investoren auf Europas Häfen soll zurückgedrängt werden. Wie, lesen Sie hier.

Security.Table: Worüber die USA und der Iran verhandeln. Noch sind US-Militärschläge gegen die Führung in Teheran nicht vom Tisch. Doch erst einmal treffen Steve Witkoff und Jared Kushner Omans Außenminister Abbas Araghtschi, um zu deeskalieren. Mehr dazu lesen Sie hier.

Africa.Table: KfW mit steigenden Afrika-Zusagen. Die KfW konnte trotz sinkender Haushaltsmittel 2025 durch gestiegene Marktmittel die Zusagen für Afrika steigern. Warum die Bank ihr Geschäft dennoch anpasst, lesen Sie hier.

Africa.Table: Schnellzüge für Wirtschaftswachstum? In ihrer Entwicklungsstrategie Agenda 2063 hat die Afrikanische Union den Ausbau des Schnellzugnetzes festgeschrieben. Warum bestehende Strecken ein gemischtes Bild zeigen, lesen Sie hier.

China.Table: Kino als Spiegel politischer Macht. Zwischen stiller Anpassung, ästhetischer Flucht und strategischer Symbolpolitik entfaltet sich ein Verhältnis, das weit über einzelne Namen hinausgeht. Was die Berlinale über den Zustand chinesischer Filmkunst verrät, lesen Sie hier. 

Bildung.Table: Die Folgen ungleicher Bildungschancen. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung belegt, dass Kinder aus weniger gebildeten Haushalten zu Hause weniger gefördert werden. Wozu das führt, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Länder debattieren über Teilnahme an Finanz-PISA. Deutschland könnte 2029 erstmals das Finanzwissen von Jugendlichen testen lassen. Es gibt jedoch Uneinigkeit über den Nutzen der Studie. Was sie bringen könnte, lesen Sie hier.

ESG.Table: Die wahren Kosten von Kaffee. Rechnet man die sozialen und ökologischen Folgen der Herstellung in die Gesamtkalkulation ein, müssten Konsumenten mehr zahlen und Farmer wesentlich mehr verdienen. Was eine neue Studie dazu ergeben hat, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Die stille Belastung der Landwirtinnen. Die UN haben 2026 zum „Internationalen Jahr der Landwirtin“ erklärt. Auch in Deutschland belasten strukturelle Probleme die Frauen der Branche. Worum es geht, lesen Sie hier.

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Table.Forum Gesundheitsinnovationen. Bundesministerin Nina Warken über die Reformagenda im Gesundheitswesen

Time.Table

6. Februar

Außenpolitik I: Friedrich Merz beendet seine Reise durch die Golfregion in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Außenpolitik II: Jens Spahn führt zum Abschluss seiner Nahost-Reise Gespräche in Beirut.

Außenpolitik III: Stefanie Hubig besucht das Ukraine Damage Register und den Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

7. Februar

Parteien: Beginn der zweitägigen Jahresauftaktklausur des SPD-Parteivorstands. Mit Grundsatzreden von Bärbel Bas und Lars Klingbeil. Willy-Brandt-Haus

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Must-Reads

SZ: 321 mutmaßliche Sabotage-Fälle im Jahr 2025. Das geht aus einem internen Lagebild des BKA hervor. Betroffen waren etwa Bahnanlagen, Bundeswehr-Standorte und Strommasten. Zudem zählte das Amt 1.289 „verdächtige“ Überflüge, an denen 2.310 Drohnen beteiligt gewesen sein sollen. In den meisten Fällen gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass russische Geheimdienste dahinterstecken. („Fast jeden Tag ein Fall von Sabotage“)

FAZ: Immer mehr Polen kaufen deutsche Betriebe. Eine wachsende Zahl polnischer Unternehmen kaufe sich in den hiesigen Mittelstand ein, schreibt Andreas Mihm. Betroffen sind etwa Möbel- und Straßenbahnhersteller sowie der deutsche Marktführer für Osterhasen und Weihnachtsmänner aus Schokolade. Familienfirmen „greifen selbstbewusst nach etablierten Marken in Westeuropa“, heißt es von der deutsch-polnischen Handelskammer. („Die Polen kommen“)

Lobbycontrol: Verdeckte Lobbyarbeit von Tech-Konzernen. Der Digital Fairness Act der EU soll suchtförderndes Verhalten von Apps eindämmen. Google und Meta setzen im Kampf dagegen laut eines Reports des Corporate Europe Observatory auf fragwürdige Methoden. Eine von beiden Konzernen finanzierte Initiative mache etwa mit nicht klar gekennzeichneten Meinungsbeiträgen Stimmung gegen das Gesetz, die Branche verbreite zudem irreführende Botschaften. („Gefesselt vom Feed“)

Nicht überlesen!

NYT: Siemens Energy investiert eine Milliarde Dollar in den USA. Der Konzern setzt auf die Nachfrage nach Strom im Zusammenhang mit dem KI-Boom. Geplant sind ein neues Werk in Mississippi und ein Ausbau der Produktion auch in anderen Bundestaaten. Im Fokus stehen die Produktion und Wartung von Transformatoren, zudem sollen vor Ort auch einige Gasturbinen gebaut werden. Der Gewinn des Unternehmens übertraf zuletzt sogar den von Nvidia. („Siemens Energy Bets $1 Billion That A.I. Power Demand Will Last Ciao“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maybrit Illner, 22:15 Uhr: Thorsten Frei, Katharina Dröge, Yasmin Fahimi, Michael Hüther, Matthias Grenzer, Robin Alexander

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Wiebke Winter, Dirk Wiese, Veronika Grimm, Daniel Friedrich Sturm

phoenix runde, 0 Uhr: Melinda Crane, Guido Steinberg, Bijan Djir-Sarai, Andreas Reinicke

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

7:15 Uhr: Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB: Olympische Winterspiele

8:10 Uhr: Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMV (CSU): Bahn-Sanierung

ZDF

7:08 Uhr: Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär: Vorstandsklausur

8:06 Uhr: Andreas Reinicke, Direktor des Orient-Instituts: Verhandlungen zwischen den USA und Iran

phoenix

9:05 Uhr: Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB: Olympische Winterspiele

RTL/ntv

7:30 Uhr: Felix Banaszak, Grünen-Vorsitzender: Kanzler-Reise, Wirtschaft und warum er ausgerechnet dem Playboy ein Interview gegeben hat

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Geburtstage von morgen

6. Februar

Malu Dreyer, ehemalige Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz (SPD), 65

Parsa Marvi, MdB (SPD), 44

Michael Link, Bundesschatzmeister der FDP, 63

8. Februar

Mario Voigt, Ministerpräsident von Thüringen (CDU), 49

Agnieszka Brugger, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, 41

Vanessa Zobel, MdB (CDU), 38

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu Gabriel Zucman. Nach ihm ist der informelle Titel eines – bisher nur von einer der zwei Parlamentskammern verabschiedeten – Gesetzes für eine „Milliardärssteuer“ in Frankreich benannt. Als Brasilien 2024 die G20-Präsidentschaft innehatte, erarbeitete der Ökonom zudem ein Konzept zu dem Thema. In seinem Buch erläutert er, warum es eine globale Mindeststeuer von zwei Prozent brauche – und geht auf die Gegenargumente ein. Zudem lernt man, was ausgerechnet die USA in Sachen Besteuerung besser machen als andere. Okan Bellikli

Gabriel Zucman: Reichensteuer. Aber richtig! | Suhrkamp

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Viktor Funk, Nicolas Heronymus, Stephan Israel, Angela Köckritz, Malte Kreutzfeldt, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Sara Sievert und Alexander Wiedmann mitgewirkt.

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