Berlin.Table – Ausgabe 753

Saudis umwerben Reiche + Wadephul auf Tour im Indo-Pazifik + Söder stützt Spahn

Teilen
Kopiert!

Talk of the Town

Besuch in Saudi-Arabien - Wie Katherina Reiche zur Botschafterin der Energiewende wird

Es ist eine ungewohnte Rolle für die Wirtschaftsministerin: Während sie sich in Deutschland zuletzt eher dafür ausgesprochen hat, beim Ausbau der erneuerbaren Energien etwas auf die Bremse zu treten, wird sie in Saudi-Arabien gerade wegen der deutschen Energiewende umworben. Er sei ein „Bewunderer“ der deutschen Energiepolitik, sagte der saudische Energieminister Abdulaziz bin Salman Al Saud, als er Katherina Reiche am Sonntag bei einem Wirtschaftsdialog in Riad begrüßt. „Sie müssen auch andere Länder von dem überzeugen, was Sie tun“, fordert er.

Bisher steht Saudi-Arabien vor allem für fossile Energien. Doch die Annahme, dass Deutschland von dort viel Öl und Gas bezieht, ist falsch: Gas exportiert das Land mangels LNG-Infrastruktur bisher fast gar nicht. Obwohl Saudi-Arabien der weltgrößte Öl-Exporteur ist, stammen weniger als zwei Prozent der deutschen Öl-Importe von dort. Und während die saudische Volkswirtschaft bisher noch stark vom Öl dominiert wird, will die Regierung die Abhängigkeit davon in den nächsten Jahren deutlich reduzieren.

Eine wichtige Rolle dabei soll der Export von grünem Wasserstoff spielen. Für dessen Herstellung bietet Saudi-Arabien mit viel Sonne, Wind und Fläche optimale Voraussetzungen. Davon zeigte sich auch Reiche beeindruckt: Das Land könne Solarstrom „für ein bisschen mehr als einen Cent pro Kilowattstunde“ erzeugen, berichtete sie – was ein Bruchteil der Kosten in Deutschland ist. Daraus soll demnächst Wasserstoff erzeugt werden, der dann zum Transport in Ammoniak verwandelt und per Schiff exportiert wird. Eine erste Anlage, in die knapp 9 Milliarden Dollar investiert werden, soll im nächsten Jahr in Neom am Roten Meer den Betrieb aufnehmen und pro Jahr etwa 1,2 Millionen Tonnen Ammoniak verschiffen, was über 200.000 Tonnen Wasserstoff entspricht.

Eine zweite, etwa doppelt so große Anlage in Yanbu soll gemeinsam mit deutschen Unternehmen entwickelt werden. In Anwesenheit von Reiche und ihrem saudischen Amtskollegen wurden dafür am Sonntag drei Absichtserklärungen mit dem saudischen Energiekonzern ACWA unterzeichnet. EnBW will gemeinsam mit der Gas-Tochter VNG und dem Rostocker Hafen den Transport des Ammoniums und seine Rückverwandlung in Wasserstoff in einem sogenannten Cracker in Rostock organisieren; Siemens Energy und Linde wollen bei der Herstellung des Wasserstoffs und des Ammoniaks mitwirken. „Wir wollen eine Energiebrücke zwischen Saudi-Arabien und Deutschland bauen“, sagte ACWA-CEO Marco Arcelli Table.Briefings. Deutschland sei unter anderem wegen des geplanten Wasserstoff-Netzes ein idealer Partner. Der Import sei nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes sinnvoll, sondern auch aus wirtschaftlichen. Der grüne Wasserstoff aus Saudi-Arabien werde inklusive Transport und Umwandlung billiger sein, als es aus Erdgas erzeugter Wasserstoff im Schnitt der letzten Jahre gewesen sei, sagte Arcelli.

Neben erneuerbaren Energien spielt auch die klassische Wirtschaft auf der Reise eine wichtige Rolle. So traf Reiche auch den Industrie- und den Investitionsminister, und am Dienstag besucht sie in Djidda die Baustelle für Werke von Mercedes und Liebherr, die dort gemeinsam mit saudischen Partnern eine Produktion aufbauen. Zudem ist eine Zusammenarbeit deutscher Startups mit saudischen Partnern geplant. Loslassen wird das Energiethema Reiche aber auch am Montag nicht: Ihr saudischer Amtskollege war vom mehrstündigen Treffen am Sonntag so angetan, dass er kurzerhand beschloss, Reiche am nächsten Tag nach Djidda zu begleiten – was in der deutschen Delegation neben Freude auch für einige Hektik sorgte.

Doch nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geopolitisch spielt Saudi-Arabien für Deutschland eine wichtige Rolle. Das zeigt sich daran, dass unmittelbar nach Reiche auch Friedrich Merz nach Riad reisen will. „Wenn Partnerschaften, auf die man sich Jahrzehnte verlassen hat, anfangen, brüchig zu werden, müssen wir nach neuen Partnern suchen”, sagte Reiche. Gerade angesichts der angespannten Lage im Iran seien die Kontakte zu Saudi-Arabien wichtig. Das Land hat sich in den letzten Jahren gesellschaftlich sehr viel stärker geöffnet und nimmt auch gegenüber Israel eine gemäßigte Position ein. Die Menschenrechtslage gilt aber weiter als angespannt; inwieweit diese während Reiches Reise angesprochen wurde, blieb offen.

Teilen
Kopiert!

News

Reise-Diplomatie: Wadephul will Allianzen im Indo-Pazifik stärken. Auf einer Indopazifik- und Südostasien-Reise will sich Bundesaußenminister Johann Wadephul in den nächsten Tagen um bessere Beziehungen zu mehreren Staaten bemühen. Ziel der Besuche in Singapur, Neuseeland, Tonga, Australien und Brunei sei eine stärkere Kooperation der Mittelmächte, hieß es. Auch die Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit soll ein Thema werden. Wadephul wird von der CDU-Abgeordneten Ellen Demuth, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, und von der SPD-Abgeordneten Marja-Liisa Völlers aus dem Verteidigungsausschuss begleitet.

Die Indopazifik-Region nannte Wadephul für Deutschland und Europa in vielerlei Hinsicht strategisch entscheidend. Unter anderem geht es dabei um Handel, die Beschaffung wichtiger Rohstoffe und die Diversifizierung der Lieferketten. „Wir leben in einer Zeit, in der alte Gewissheiten bröckeln, in der das Recht des Stärkeren die Stärke des Rechts zu ersetzen droht“, erklärte der Minister vor seiner Abreise. „Genau jetzt müssen wir unser weltweites Netz robuster Partnerschaften entlang unserer Kerninteressen ausbauen.“ Welche Themen in den jeweiligen Ländern auf Wadephuls Agenda stehen, lesen Sie im China.Table. Angela Köckritz

Teilen
Kopiert!

Digitale Gewalt: Hubig für temporäre Account-Sperren. Im Kampf gegen unbefugt hochgeladene echte und KI-generierte Nacktfotos hält Stefanie Hubig zeitweilige Account-Sperren für sinnvoll. Niemand müsse sich gefallen lassen, „durch Spanner-Fotos oder Fake-Bilder im Internet herabgewürdigt zu werden“, sagte die Justizministerin Table.Briefings. Das Netz werde derzeit förmlich geflutet damit, betroffen sind vor allem Frauen. Das BMJV plant ein Gesetz, um sogenannte bildbasierte sexualisierte Gewalt besser ahnden zu können. Diverse Sachverhalte sind bisher nicht explizit strafbar, darunter Deepfakes. Das Gesetz, mit dem Teile der EU-Gewaltschutzrichtlinie umgesetzt werden, soll es Betroffenen auch erleichtern, selbst gegen Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte vorzugehen.

Sie müssten ihre Rechte einfach einklagen können, so Hubig. Wichtig sei zudem, dass die Verbreitung der Bilder schnell gestoppt wird. Man dürfe „nicht akzeptieren, dass Plattformen zu Komplizen digitaler Gewalt werden“, sagte die SPD-Politikerin. Sie betont, die massenhafte Verletzung von Persönlichkeitsrechten dürfe kein Geschäftsmodell sein. Was die Hilfsorganisation HateAid und das BKA sagen, lesen Sie in der Analyse des Berlin.Table. Okan Bellikli

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Hätten Sie’s gedacht? Bereits über 350 Milliarden Euro Rückstellungen hat die Private Krankenversicherung gebildet. Damit kann sie die im Alter steigenden Gesundheitskosten ihrer Versicherten finanzieren, ohne jüngere Generationen zu belasten. Dieses Prinzip nennt man Kapitaldeckung – und die PKV weiß, wie nicht nur Privatversicherte, sondern alle Menschen in Deutschland davon profitieren können. (mehr auf pkv.de)

Fraktionsvorsitz der Union: Söder sagt Spahn Unterstützung zu. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will trotz der Kritik an Jens Spahn als Fraktionsvorsitzendem der Union festhalten. „Ich werde Jens Spahn vorschlagen“, sagte Söder im Podcast Table.Today. Der Fraktionsvorsitzende wird von den Parteivorsitzenden der CDU und CSU nominiert.

Außerdem kritisierte der CSU-Vorsitzende die telefonische Krankschreibung, die er am liebsten abschaffen würde. Er habe schon auf der Klausurtagung in Seeon klargemacht, dass er „für weniger Krankschreibung und längeres Arbeiten“ sei, so Söder. Gleichzeitig sagte der Ministerpräsident, dass er dafür ist, einen Karenztag einzuführen. Das Gespräch mit Söder hören Sie hier. Michael Bröcker

Teilen
Kopiert!

Weltraumsicherheit: BMVg und BMFTR wollen stärker zusammenarbeiten. Um die Kooperation im Bereich Weltraumsicherheit zu fördern, sollen Beamte des Verteidigungsministeriums und des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) künftig in das jeweils andere Haus entsendet werden. Deutschland werde „eine gesamtstaatliche Sicherheitsarchitektur im Bereich Weltraum aufsetzen“, teilte ein Sprecher des BMFTR auf Anfrage von Table.Briefings mit. Im Rahmen der Weltraumsicherheitsstrategie sei auch ein Austausch von Personal zwischen den beiden Ministerien vorgesehen, „um den Informationsaustausch und die Abstimmung noch effizienter gestalten zu können“. Wie das gelingen soll, lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

Teilen
Kopiert!

EVP-Treffen: EU-Mitgliedstaaten sollen sich militärisch unterhaken. Die christdemokratische europäische Parteienfamilie EVP will die Europäische Verteidigungsunion stärken. Dazu plant EVP-Chef Manfred Weber ein Konzept für die praktische Umsetzung der Beistandsklausel im Vertrag der Europäischen Union. Die Mitgliedstaaten könnten etwa einen gemeinsamen Raketenabwehrschirm aufspannen. Die Erarbeitung des Konzepts beschlossen EVP-Spitzenpolitiker bei einem Treffen in Zagreb, an dem auch Kanzler Friedrich Merz und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilnahmen. Wie die EVP die Widerstände der Landwirte gegen Mercosur abbauen will, lesen Sie im Europe.Table. Markus Grabitz

Teilen
Kopiert!

Table.Today Podcast

Table.Today mit Jochen Ott. "Kann die SPD in NRW überhaupt noch gewinnen, Herr Ott?"

Der SPD-Fraktionschef in NRW, Jochen Ott, will bei der Landtagswahl 2027 den amtierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst herausfordern. Keine leichte Angelegenheit, gegen den zweitbeliebtesten Politikers Deutschlands anzutreten. Im Gespräch mit Table.Today berichtet Ott über seine Strategie für einen Sieg und verrät, was sein Karnevalskostüm mit der CDU zu tun hat. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier. Laura Block

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Table.Forum Gesundheitsinnovationen. Bundesministerin Nina Warken über die Reformagenda im Gesundheitswesen

Table.Documents

Heads

Rita Süssmuth ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Die ehemalige Bundestagspräsidentin erlag einer Krebserkrankung. In den 80er-Jahren war sie unter Helmut Kohl die erste Bundesfrauenministerin. „Lovely Rita”, wie sie mitunter genannt wurde, gehörte zu den beliebtesten Politikerinnen des Landes. Sie war eine streitbare Sozialpolitikerin, die desöfteren in Konflikt mit ihrer eigenen Partei, der CDU, geriet. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner würdigte Süssmuth als eine der bedeutendsten Politikerinnen der Bundesrepublik und hob ihr Engagement gegen Aids hervor. Süssmuths Devise im Kampf gegen die Infektionskrankheit lautete: „Wir müssen die Krankheit bekämpfen, nicht die Kranken.“ Das sahen in den 80-Jahren nicht alle in der deutschen Politik so. Damir Fras

Marco Bülow war 19 Jahre – in Dortmund direkt gewählter – Abgeordneter des Bundestags. Von 2002 bis 2018 für die SPD, nach einer Zeit als Parteiloser dann bis 2021 für die Partei von Martin Sonneborn. Ein Thema stand im Zentrum der Arbeit des Umweltpolitikers: der Kampf gegen Profitlobbyismus. 2013 entwarf er zusammen mit dem damaligen Grünen-MdB Gerhard Schick einen Transparenzkodex, dem sich allerdings nur wenige Abgeordnete anschlossen. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik gründete Bülow die Initiative Lobbyland, zudem schrieb er Bücher zum Thema. Ende Januar ist der 54-Jährige verstorben. Okan Bellikli

Birgit Bohle, Personalvorständin der Deutschen Telekom und bis Ende 2018 Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr AG, Christoph Franz, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Lufthansa und langjähriger Verwaltungsratspräsident des Schweizer Pharmakonzerns Roche, und die Juristin Elisabeth Lepique sollen laut Informationen von Table.Briefings in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn berufen werden. Ob Werner Gatzer Vorsitzender des Aufsichtsrates bleibt, lesen Sie im CEO.Table. Michael Bröcker, Alexander Wiedmann

Ding Shizhong hat Anta aus einer regionalen Schuhschmiede zum größten Sportartikelkonzern Chinas geformt. Mit dem Einstieg bei Puma setzt der detailversessene Manager nun zu seinem bislang sichtbarsten Schritt auf dem globalen Parkett an. Sein Erfolgsrezept: riskante Übernahmen, operative Nähe und ein unbedingter Wille, Marken neu zu erfinden. Ob der Puma-Deal die Machtverhältnisse im weltweiten Sportartikelmarkt verschiebt, lesen Sie im China.Table. Jörn Petring

Teilen
Kopiert!

Best of Table

Security.Table: Wie die Brigade Litauen weiter wächst. Am Mittwoch wird die Multinational Battlegroup Litauen mit Hauptquartier im litauischen Rukla offiziell der Panzerbrigade 45 Litauen unterstellt. Wie viele Soldaten dann bereits vor Ort sein werden, lesen Sie hier.

Europe.Table: Wie Den Haag Europa stark machen will. Die Niederlande sollen wieder einflussreicher werden. Die neue Regierung in Den Haag will die Stärkung der EU vorantreiben und setzt dabei auf enge Zusammenarbeit bei Verteidigung, Energie und Technologien. Wie sie mit Ländern wie der Slowakei und Ungarn umgehen will, die "Europa aktiv untergraben", lesen Sie hier.

China.Table: Warum Europa an Einfluss verliert. Daniel Marwecki, Professor für Internationale Beziehungen an der University of Hong Kong, erklärt, warum Europa industriepolitisch vor einer Schicksalsentscheidung steht. Wie der Kontinent zwischen China, den USA und dem Globalen Süden bestehen kann, lesen Sie hier.

Teilen
Kopiert!

Time.Table

Highlights der Woche

Am Sonntag ist der Kultur- und Medienausschuss des Bundestages zu einer Reise in die USA aufgebrochen. In Los Angeles veranstaltet die Delegation um den Ausschussvorsitzenden Sven Lehmann einen Roundtable mit Film-Studios, Streamern und Produktionsfirmen, darunter Amazon Prime, MGM, MPA, Netflix, Warner, Paramount, Sony, Disney und NBC Universal. Dabei soll es um Investitionsverpflichtungen in die deutsche Filmbranche gehen. In New York sind Treffen mit den deutschen Stiftungen, der Deutschen Welle und der Schriftstellervereinigung PEN America geplant. Ein Thema: Pressefreiheit. Leonard Schulz

Am Sonntag ist Außenminister Johann Wadephul zu einer Reise in die Indo-Pazifik-Region aufgebrochen. In Singapur, Neuseeland, Tonga, Australien und Brunei soll es unter anderem um die Zusammenarbeit mit dem Verband Südostasiatischer Nationen (Asean) und um das Thema Lieferketten gehen.


Am Montag reist Finanzminister Lars Klingbeil zu einem Antrittsbesuch nach Warschau zu seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Domański. Im Anschluss folgt ein Gespräch mit Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty. Zudem besucht der Vizekanzler das Unternehmen Airbus D&S.

Am Mittwoch reist Friedrich Merz nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Reise diene „der Stärkung und Vertiefung unserer Partnerschaften in der Golfregion“, wie der Regierungssprecher mitteilte. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ist bis Dienstag mit einer großen Wirtschaftsdelegation in der Region.

Am Donnerstag treffen sich die Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder in Berlin. Die Tagesordnung der Konferenz finden Sie hier.

2. Februar

Außenpolitik: Frank-Walter Steinmeier empfängt die slowenische Staatspräsidentin Nataša Pirc Musar. Schloss Bellevue, 10 Uhr

Verteidigung: Boris Pistorius besucht Dienststellen der Bundeswehr in Bayern. Innovationszentrum in Erding mit Markus Söder, 11:15 Uhr. Karrierecenter in München, 14:45 Uhr

Forschung: Dorothee Bär reist nach Brasilien und Chile. Geplant sind Besuche der brasilianischen Raumfahrt-Agentur und des Paranal-Observatoriums in Chile.

Gedenken: Stefanie Hubig besucht eine Ausstellung zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Bundesjustizministeriums. Oberlandesgericht Zweibrücken, 11 Uhr

Verkehr: Verdi ruft bundesweit zu Warnstreiks im Nahverkehr auf. Zudem sind Kundgebungen in Neustadt, Cottbus, Lübeck und Nürnberg geplant.

Teilen
Kopiert!

Must-Reads

FAZ: CDU-Wirtschaftsrat veröffentlicht umstrittene Forderungen. So heißt es in der „Agenda für Arbeitnehmer“, dass man sich vorstellen könne, den Zahnarztbesuch als Kassenleistung abzuschaffen. Auch Unfälle, die auf dem Arbeitsweg passierten, sollten aus dem Leistungskatalog gestrichen werden. Kritik an den Ideen kommt sowohl von den Linken als auf der AfD. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, der das Papier federführend verfasst hat, sieht die Forderungen allerdings als Antwort auf die Politik der SPD. Diese sei zu einer Partei „für die Belange der Transferempfänger mutiert.“ („CDU-Wirtschaftsrat will Zahnarztbesuch als Kassenleistung streichen“)

Handelsblatt: Spahn sieht in Wachstum „Schicksalsfrage der Nation“. Jede Entscheidung der Koalition müsse sich daran messen lassen, ob sie dem Wachstum diene, sagt der Vorsitzende der Unionsfraktion. Wenn es finanziellen Spielraum gebe, müssten die Unternehmen entlastet werden, so Jens Spahn. Das könne er sich entweder bei der Körperschaftsteuer oder bei der Stromsteuer vorstellen. („Offensichtlich kursieren über mich Gruselgeschichten“)

Tagesschau: Frankreichs hohe Schulden belasten auch Deutschland. Frankreich hat aktuell die dritthöchste Schuldenquote der EU. Firmen hierzulande berichten von immer mehr französischen Kunden, die ihre Rechnungen nicht rechtzeitig oder gar nicht beglichen. Patrick Brandmaier, Hauptgeschäftsführer, der deutsch-französischen Industrie- und Handelskammer, hält die politisch instabile Lage in Frankreich für ursächlich. („Frankreichs Schulden haben Folgen in Deutschland“)

Welt: Gesundheitsökonom schlägt Vollversicherung bei Pflegekosten vor. Allerdings wäre das teuer, gibt Heinz Rothgang von der Uni Bremen zu bedenken. Und es wäre politisch nicht so leicht durchsetzbar. Alternativ bringt Rothgang eine absolute Eigenanteilsbegrenzung, in Bezug auf den monatlichen Eigenanteil und auf den der insgesamt im Leben aufgebracht wird, ins Spiel. Aktuell müssen für einen Platz im Pflegeheim durchschnittschlich 3.200 Euro im Monat selbst bezahlt werden. („Wenn es dann nicht reicht, wird geguckt, wer zahlen kann, etwa die Angehörigen“)

Nicht überlesen:

Spiegel: Deutschlands lasche Regeln für Regierungsmitglieder. Die Transparenz- und Compliance-Vorgaben lassen deutlich größere Lücken als in anderen Ländern. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche muss etwa keine Angaben zu den unternehmerischen Aktivitäten ihres Lebensgefährten Karl-Theodor zu Guttenberg machen. Auch wenn das Wirtschaftsministerium eine Firma gefördert hat, an der zu Guttenberg beteiligt ist. Organisationen wie Lobbycontrol kritisieren, dass es hierzulande keine externe Stelle gibt, die die Tätigkeiten von Politikern überprüft. („Warum Bundesminister sich selbst kontrollieren dürfen“)

Teilen
Kopiert!

Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Caren Miosga, 21:45 Uhr: Natalie Amiri, Peter Neumann, Daniel Gerlach

Teilen
Kopiert!

Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Peter Beyer, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss (CDU): transatlantisches Verhältnis

7:15 Uhr: Anton Hofreiter, Vorsitzender des Ausschusses für EU-Angelegenheiten (Grüne): Listung der Bundeswehr als „Terrorgruppe“ im Iran

8:10 Uhr: Benjamin Höhne, Politikwissenschaftler: Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt

ZDF

6:40 Uhr: Lara Dovifat, Ärzte ohne Grenzen: Situation in Gaza

7:06 Uhr: Andreas Schackert, ver.di: Warnstreiks im ÖPNV

8:10 Uhr: Roderich Kiesewetter, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss: Iran und Ukraine

phoenix

09 Uhr: Annika Klose, Sprecherin für Arbeit und Soziales der SPD-Fraktion: Lage auf dem Arbeitsmarkt

Teilen
Kopiert!

Geburtstage von morgen

Anton Hofreiter, Vorsitzender des Ausschusses für EU-Angelegenheiten (Grüne), 56

Johannes Wiegelmann, MdB (CDU), 33

Georg Milde, Abteilungsleiter im BMG, 49

Teilen
Kopiert!

Nachttisch

Unser heutiger Tipp nimmt Sie mit zu einem Großmeister der Kriegsfotografie. Der US-Fotograf James Nachtwey, Jahrgang 1948, zeigt in „Memoria” sein Lebenswerk. Seine Aufnahmen gehören zu den bedeutendsten journalistischen Zeugnissen der vergangenen fünf Jahrzehnte: Seit 1981 hält er die Kriege, Konflikte, Hungersnöte und Drogenabgründe der Welt fest, von Ruanda und Darfur bis Brasilien, Panama und Haiti, vom Balkan bis Afghanistan und Irak. Nachtwey gehörte zu den ersten, die nach der Befreiung Butschas und Irpins in der Ukraine fotografierten, mit Mitte 70. Seine Bilder sind oft aus brutaler Nähe aufgenommen, nicht immer leicht zu ertragen. Lisa-Martina Klein

Memoria” – Ausstellung von James Nachtwey | Fotografiska Berlin

Teilen
Kopiert!

Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Viktor Funk, Nicolas Heronymus, Stephan Israel, Angela Köckritz, Malte Kreutzfeldt, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Sara Sievert und Alexander Wiedmann mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Teilen
Kopiert!

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden