Berlin.Table – Ausgabe 749

Bericht der Sozialstaatskommission + Beschneidung von Transparenzpflichten + Einigung mit Indien

Teilen
Kopiert!

Talk of the Town

Bericht der Sozialstaatskommission: Große Ideen, aber unter Finanzierungsvorbehalt

Die Empfehlungen sind ambitioniert. Nach fünf Monaten übergibt die Sozialstaatskommission am Dienstag ihren Bericht an Bärbel Bas. Er liegt Table.Briefings vor. Auf der Kommission lastete sehr hoher Druck. Das Ziel: Die vielen Wechselwirkungen und Zuständigkeiten besser zu regeln, möglichst einfach und digital. Die vertretenen Ministerien, Länder und kommunalen Spitzenverbände schlagen nun ein einheitliches Leistungssystem, eine zentrale Plattform als Anlaufstelle für Bürger sowie mehr Pauschalierungen vor. Viele Punkte sollen nach dem Wunsch der Kommission bis Ende 2027 umgesetzt werden. Damit das klappt, müssten Bund, Länder und Kommunen allerdings wirklich an einem Strang ziehen.

Die zentralen Angebote des Sozialstaats sollen in einem neuen einheitlichen System aufgehen. Dazu gehören Bürgergeld und Grundsicherung im Alter, Wohngeld und Kinderzuschlag. SGB II und SGB XII müssten dazu zusammengefasst werden. Für traditionelle Sozialrechtler wäre das eine Revolution. Innerhalb des neuen Systems soll unterschieden werden zwischen der verfassungsrechtlich vorgegebenen „Existenzsicherung“ und einer weiter gefassten „Existenzunterstützung“. Diese Differenzierung soll die unterschiedliche Behandlung verschiedener Gruppen ermöglichen. Dabei geht es etwa um die Frage, ob man nur pauschalierte Zuschüsse bekommt oder mehr.

Zudem schlägt die Kommission eine „möglichst einheitliche Verwaltung“ für das neue System vor. Für Erwerbsfähige könnte demnach das Jobcenter und für nicht Erwerbsfähige die Kommune – in der Regel das Sozialamt – zuständig sein. Die bisher nur von Wohngeld-Stellen beziehungsweise Familienkasse betreuten Personen würden entsprechend dem Kriterium der Erwerbsfähigkeit zugeordnet. Für arbeitende Leistungsbezieher soll die Einkommensanrechnung verändert werden: Sehr geringer Lohn würde stärker als bisher angerechnet – mit dem Ziel, einen Anreiz zur Ausweitung der Tätigkeit zu schaffen.

Je nach Haushaltstyp – zum Beispiel Familien mit Kindern – soll diese sogenannte Transferentzugsrate unterschiedlich ausfallen. Das Ziel dabei ist, „systematische Schlechterstellungen zu vermeiden und zielgenaue Erwerbsanreize zu setzen“. Die konkreten Werte werden, so der Plan, in einem späteren Gesetzgebungsverfahren festgelegt. Dabei soll darauf geachtet werden, welche Wechselwirkungen es mit dem oben geschilderten Leistungssystem gibt und dass es „nicht zu einer deutlichen Ausweitung der Zahl der Leistungsbeziehenden kommt“.

Die Kommission äußert sich auch zum Umgang mit Ausländern aus der Europäischen Union. Der Bundesregierung wird nahegelegt, sich in der EU dafür einzusetzen, dass ihr Zugang zu Leistungen in Deutschland an eine „vollzeitnahe“ oder Vollzeit-Beschäftigung geknüpft wird. Bisher reicht zum Teil ein Minijob. Auch „bestehende Spielräume im nationalen Recht“ sollen stärker genutzt werden bei dem Thema, so die Kommission.

Zum Kern der Empfehlungen gehört außerdem eine stärkere Pauschalierung von Leistungen. Das spare bei gleichem Schutzniveau Aufwand für Bürger und Verwaltung, da „einzelfallgeprüfte Abrechnungen und Nachweisführungen oftmals entfallen“. Ein Beispiel: Bei Leistungsempfängern, die mit nahen Verwandten zusammenleben, die selbst kein Geld bekommen, sollen künftig nicht mehr die tatsächlichen Heizkosten anerkannt werden – sondern nur pauschalierte Werte.

Insgesamt sind es 26 Empfehlungen, die alle unter Finanzierungsvorbehalt stehen. Die Finanzlage beschäftigt auch Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU), deren Land in der Kommission vertreten war. Zur Konsolidierung des Sozialstaats seien weitere Schritte notwendig, sagte sie Table.Briefings – „nicht zuletzt, um die Ausgaben zu dämpfen“. Am Mittwoch wird nicht nur Bas das Kabinett über den Bericht informieren, sondern wohl auch das BMAS den Sozialausschuss. Das haben die Grünen beantragt, die sich – auch mit Blick auf mögliche Verfassungsänderungen – schon mal in Stellung bringen. Jeder Vorschlag müsse am Ende von einer breiten Mehrheit getragen werden, sagte Fachpolitiker Timon Dzienus Table.Briefings: „Es reicht nicht, dass Union und SPD das unter sich ausmachen.“

Teilen
Kopiert!

News

Resilienz kritischer Infrastruktur: Koalition denkt über Einschränkung der Transparenzpflichten nach. Das Gesetz der Bundesregierung zum besseren Schutz kritischer Infrastruktur soll nach dem Willen der eigenen Fraktionen auch „Erwägungen zu Transparenzpflichten“ enthalten. Das fordern Union und SPD in einem Änderungsantrag, der Table.Briefings vorliegt. In dem Papier, das sie am frühen Montagabend an die Ausschüsse verschickten, wird ausgeführt, dass Rechtsakte etwa im Planungs- und Umweltrecht entsprechende Veröffentlichungspflichten enthielten. Sie verweisen darauf, dass die Veröffentlichung sensibler Informationen Ausspähungsversuche oder Sabotageakte erleichtern können. Das wollen sie verhindern. Am Mittwoch wird sich voraussichtlich der Koalitionsausschuss mit dem Änderungsantrag beschäftigen.

Ihr Ziel: Sicherheit soll vor Transparenz gehen. In diesem Sinne sollen Ausnahmen von Informations-, Transparenz- und Veröffentlichungspflichten „regelmäßig vorgesehen“ sein. Kritis-Betreiber und Behörden müssten diese kennen und nutzen. Allerdings gibt es da ein Problem: Laut einer Verordnung der EU-Kommission aus dem Jahr 2013 sind Netzbetreiber zur Übermittlung und Veröffentlichung ihrer Daten verpflichtet. Sie müssen etwa Informationen zur Strom-Infrastruktur offenlegen. So kann online auf einer Karte eingesehen werden, wo europaweit Leitungen welcher Volt-Stärke verlaufen, wo sich Trafo-Stationen befinden und welche Leitungen gerade neu gebaut werden. Jetzt stellt sich die Frage, ob und wie die Bundesregierung Transparenz-Pflichten ändern kann, die von EU-Seite vorgegeben sind.

Die Koalitionäre wollen außerdem die Kommunikation zwischen BKK und Unternehmen verbessern. Das Bundesamt für Katastrophenschutz soll Betreibern kritischer Anlagen „unverzüglich“ Meldungen über Vorfälle übermitteln. Diese wiederum sollen deren Eingang unverzüglich bestätigen und das Amt mit unterstützenden Informationen versorgen. Der Antrag enthält außerdem eine Evaluierung durch das BMI, erstmals nach zwei, später nach fünf Jahren. Franziska Klemenz, Magdalena Latz

Teilen
Kopiert!

Globale Kooperation: EU und Indien einigen sich auf Freihandelsabkommen. Pünktlich zum Start des EU-Indien-Gipfels haben die EU-Kommission und die indische Regierung sich auf ein Abkommen verständigt. Nach Informationen von Table.Briefings hat die Kommission die Mitgliedstaaten am späten Montagnachmittag über den Erfolg der Verhandlungen informiert. Die Kommission hatte sich in den vergangenen Tagen optimistisch gezeigt. Dennoch waren noch große Brocken zu meistern. Die EU wollte einen besseren Zugang zum stark abgeschirmten, indischen Auto- und Maschinenmarkt. Welche Forderungen Indien an die EU hatte, lesen Sie im Europe.Table.

China muss diesen Vertrag durchaus fürchten. Das Freihandelsabkommen könnte die chinesische Volkswirtschaft teuer zu stehen kommen. Ökonomen prognostizieren, dass sich europäische Investitionen, Produktion, sowie Forschung und Entwicklung zum Teil von China weg nach Indien verlagern könnten. China könnte dadurch in den nächsten zehn Jahren einen dreistelligen Milliarden-Eurobetrag einbüßen.

Eine Mahnung aus Peking kam schon im Vorfeld. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatte Vizepremierminister He Lifeng mit Blick auf das Abkommen vor einer Beeinträchtigung nationaler chinesischer Interessen gewarnt und dazu aufgerufen, die Regeln der WTO nicht zu verletzen. Insbesondere der CO2-Ausgleichsmechanismus CBAM sowie harmonisierte Standards und Normen sind China ein Dorn im Auge. Warum das so ist, lesen Sie im China.Table. János Allenbach-Ammann, Angela Köckritz

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Hätten Sie’s gedacht? In gut 10 Jahren werden in Deutschland vier Millionen mehr Seniorinnen und Senioren leben als heute. Dieser demografische Wandel hat auch auf unser Gesundheitssystem und die Pflegeversicherung gewaltige Auswirkungen. Die Private Krankenversicherung hilft dabei, diese Entwicklung abzufedern. Denn sie sorgt nachhaltig und generationengerecht für die im Alter steigenden Ausgaben vor. (mehr auf pkv.de)

Besuch in DC: Röttgens leise Hoffnung. Nach vier Tagen intensiver Gespräche in Washington bringt der stellvertretende Unionsfraktionschef eine kleine Prise Optimismus mit. Sein wichtigster Eindruck: Anders als in Deutschland wahrgenommen sei in den USA trotz aller dramatischen aktuellen Entwicklungen nichts in Stein gemeißelt. „Alles ist im Fluss“, so Röttgen. Er erlebe einen „wahnsinnig dynamischen Prozess“, dessen Ausgang nach wie vor offen sei. Während man die Nato hierzulande schon für tot erkläre, habe er selbst unter Republikanern keinen Abgeordneten getroffen, der das Bündnis tatsächlich auflösen oder verlassen wolle. Röttgens leise Hoffnung: Vielleicht wehren die sich irgendwann doch.

Der CDU-Politiker setzt auf neuen Mut in Deutschland und Europa. Selbst die Maga-Leute könne man für gemeinsame Projekte gewinnen. Allerdings gebe es dafür eine Voraussetzung: „Als Schwächlinge werden wir nichts erreichen.“ Umso wichtiger sei es, jetzt selbstbewusst eigene Stärke und neues Selbstbewusstsein zu entwickeln. Die beschlossene Aufrüstung in Deutschland sei so ein Zeichen. Ähnliches müsse die EU für die Wettbewerbsfähigkeit erreichen. Wirtschaftliche Macht habe nicht nur der, der etwas anbiete. Marktmacht gehe auch von den Konsumenten aus. Da könne (und müsse) die EU selbstbewusster auftreten. „Europa braucht einen Willen zur Macht – als psychologische Ausstattung für die Selbstbehauptung.“ Stefan Braun

Teilen
Kopiert!

Syrien: SPD fordert die Rücknahme deutscher Straftäter. Auch in der SPD gibt es Befürworter von Rückführungen nach Syrien – allerdings nur unter strengen Bedingungen. Der SPD-Abgeordnete Serdar Yüksel sagte Table.Briefings: „Leute, die erhebliche Straftaten begangen haben, die zur Aufenthaltsbeendigung führen, sollten zurückgeführt werden.“ Allerdings solle Deutschland im Gegenzug deutsche Bürger, die in Syrien schwere Straftaten begangen haben, zurücknehmen. Momentan befänden sich rund 48 deutsche Straftäter in Syrien. „Es ist völlig richtig, dass Deutschland seine eigenen Straftäter wieder zurücknimmt und der Gerichtsbarkeit zuführt – auch wenn sie unter Umständen ein Sicherheitsrisiko für Deutschland darstellen“, sagte Yüksel. Die syrische Regierung habe in Gesprächen diese Bedingung genannt.

Eine dreiköpfige SPD-Delegation reiste in der vergangenen Woche nach Syrien. Yüksel war Teil der Delegation. Er berichtete: „Rund um Damaskus sind ganze Straßenzüge ausgelöscht. Überall waren nur ausgebrannte Wohnblocks, ohne Fenster, ohne Dächer.“ Die Delegation reiste auch nach Harasta, einem Vorort von Damaskus, den Außenminister Johann Wadephul im Oktober 2025 besucht hatte. Abgesehen von Straftätern sei eine Rückführung nach Syrien kaum vorstellbar. „Ich sehe ehrlicherweise nicht, wohin die Menschen zurückgehen können. Man würde sie zum jetzigen Zeitpunkt wirklich weitgehend in Schutt und Asche zurückschicken.“ Laura Block

Teilen
Kopiert!

Pflegereform: Alten- und Behindertenhilfe glaubt an Umsetzung bis Anfang 2027. „Der politische Druck ist hoch, Ergebnisse zu liefern“, sagte der Vorsitzende des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB), Thomas Knieling, Table.Briefings. Weniger optimistisch ist Knieling allerdings in der Frage, ob die Reform eine flächendeckende Versorgung sicherstellen wird. Nach dem Zeitplan des BMG soll die Pflegereform Anfang 2027 in Kraft treten. Im Dezember hatte die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ erste Vorschläge präsentiert. Diese erörterten Organisationen und Verbände am Montag im Rahmen eines „Praxisworkshops“, zu dem das Ministerium eingeladen hatte.

Knieling stellte klar, dass das kein gewöhnlicher Workshop gewesen ist. Es gehe mehr um einen strukturierten Austausch von Argumenten, Eindrücken und Stellungnahmen, als um konkrete Ergebnisse. Die Gespräche nennt der VDAB-Chef „konstruktiv“. Ein wichtiger Punkt war die Pflegestrukturplanung vor Ort, also die Überlegung, welcher Pflegebedarf auf lokaler Ebene besteht, auf welche Versorgung dieser trifft und wie sich Pflege infrastrukturell weiterentwickeln muss. Auch diskutiert wurde die Frage, wie sehr die Einbindung moderner Technik in der Pflege staatlich und von den Kostenträgern gefördert wird. Denn: „Das wird keine Sache sein, die die Einrichtungen alleine stemmen können“, so Knieling. Magdalena Latz

Table.Today mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski. "Stehen die USA vor einem Bürgerkrieg?"
Teilen
Kopiert!

Wind-Gipfel: Signal an Trump. Der Nordsee-Gipfel ist zu einem Zeichen europäischer Geschlossenheit geworden. „Wir stehen zusammen in Zeiten, die von Machtkonflikten geprägt sind“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Minister und Regierungschefs aus zehn Nordsee-Anrainerstaaten waren am Montag in Hamburg zusammengekommen, um stärkere Kooperationen beim Ausbau der mit Kostenproblemen kämpfenden Offshore-Industrie zu vereinbaren. „Dieses Treffen ist ein Signal an die Neinsager, die Offshore-Windenergie abschreiben wollen“, sagte Großbritanniens Energieminister Ed Miliband in Hamburg. In Davos hatte Donald Trump Windräder als „Looser“ beschimpft. Was beim Nordsee-Gipfel vereinbart wurde und was Reiche zum Verkauf deutscher Öl-Tanklager an einen Trump-Spender sagte, lesen Sie im Europe-Table. Manuel Berkel

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Einladung: Volkes.Stimmen – Demokratie in Bewegung. Wie blicken Menschen in diesem Land auf Politik, Medien und die Zukunft des Journalismus. 04. März um 18:30 Uhr. Jetzt anmelden.

KI-Chatbot Grok: Die EU-Kommission nimmt X erneut ins Visier. Die sexualisierten Bilder von Frauen und Kindern, die Nutzer mithilfe des KI-Chatbots Grok erstellt und über X verbreitet haben, sorgen europaweit für Entrüstung. Die EU-Kommission hatte X befragt, wie die Plattform die Risiken von Grok vorab bewertet und welche Vorkehrungen sie zu deren Minderung getroffen hat. Da die Antworten nicht überzeugten, leitet die Kommission nun im Rahmen des Digital Services Acts (DSA) ein förmliches Verfahren ein.

X muss nun kooperieren und den Dienst anpassen – oder mit einer Geldbuße rechnen. Erst am 5. Dezember hatte die Kommission die Plattform wegen anderer Verstöße mit einer Strafe von 120 Millionen Euro belegt. Warum derzeit auch die Kommission selbst in der Kritik steht, lesen Sie im Europe.Table. Corinna Visser

Teilen
Kopiert!

Hightech-Agenda: Technische Universitäten beklagen mangelnde Einbindung. Mehr Transparenz und Beteiligung wünscht sich die Allianz der Technischen Universitäten, TU9, bei dem großen forschungspolitischen Vorhaben der Bundesregierung, der Hightech-Agenda. Die TUs seien „bei den Themen ein sehr relevanter Akteur“, sagen Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart und Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig, im Präsidium der TU9. Beide monieren im Interview mit Table.Briefings, dass die Expertinnen und Experten dieser Unis in die Themenfindung nicht mit einbezogen worden seien. Auch mit dem Tempo sind sie nicht zufrieden. „Der Roadmapping-Prozess hätte längst starten sollen", sagt Middendorf. Warum die Universitäten der beiden auch beim Thema Technologietransfer eine größere Rolle spielen sollten, lesen Sie im Research.Table. Markus Weisskopf

Teilen
Kopiert!

Table.Documents

ANZEIGE

Beitrag von Prof. Dr. Maike Sander über die Notwendigkeit starker Innovationshubs für die Zukunft der deutschen Gesundheitsforschung

Heads

Patrice Motsepe soll Südafrikas nächster Präsident werden. Das wünschen sich die Wähler in Meinungsumfragen. Eine offizielle Kandidatur des Rohstoff-Milliardärs und Präsidenten des afrikanischen Fußballverbandes CAF steht aber noch aus. Auch über eine Kandidatur als Fifa-Präsident kursieren Spekulationen. Welches Präsidentenamt Motsepe wohl eher anstrebt, lesen Sie im Africa.Table.

Maximilian Butek übernimmt ab 1. Februar die Leitung der Außenhandelskammer Südliches Afrika in Johannesburg. Wie bereits seine Vorgängerin Simone Pohl wechselt Butek von China nach Südafrika. In Afrika sieht er ein „unglaubliches Reservoir ungenutzten Potenzials für die deutsche Industrie“. Weitere Details zur Personalie lesen Sie im Africa.Table. David Renke

Teilen
Kopiert!

Best of Table

Climate.Table: Festkörperbatterien vor dem Durchbruch? Ein finnisches Start-Up will einen Durchbruch bei der neuen Batterietechnologie geschafft haben, der die E-Mobilität revolutionieren würde. Warum Experten sowohl skeptisch als auch neugierig sind und welche deutschen Autobauer an der neuen Batterie-Technologie arbeiten, lesen Sie hier.

Climate.Table: Saudi-Arabien ist traditionell einer der Bremser im Klimaprozess. Trotzdem und deswegen will Umweltminister Schneider enger mit dem Land zusammenarbeiten. Welche Pläne es dafür gibt, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Nationaler Wiederherstellungsplan nimmt Form an. Bis September muss die Bundesregierung in Brüssel einen Plan für die Wiederherstellung der Natur einreichen. Bundesländer und Bundesressorts prüfen derzeit die Arbeitsfassung. Wie die Öffentlichkeit sich beteiligen kann, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Rainer kritisiert EU-Pläne zu Pestiziden. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat sich beim Agrarrat in Brüssel skeptisch zu Überlegungen der EU-Kommission geäußert, Regeln für Spuren von Pestiziden auf importierten Lebensmitteln zu verschärfen. Was der CSU-Politiker kritisiert, lesen Sie hier.

Research.Table: Warum sich deutsche Wissenschaftler mit der kriselnden New School in New York solidarisieren. Der Sozialforschungsbereich der Privatuni, die einst Persönlichkeiten wie Hannah Arendt akademisches Exil bot, ist durch Misswirtschaft, Sparpläne und die Trump-Politik bedroht. Wie deutsche Forschende helfen wollen, lesen Sie hier.

Africa.Table: Was sich bei der EU-Sahel-Zusammenarbeit diese Woche entscheidet. Neben diversen weltpolitischen Krisen beschäftigt die EU die Dauerkrise im Sahel. Russland und die Türkei haben dort starken Einfluss, aber die EU – und insbesondere Deutschland – wollen den Menschen weiter zur Seite stehen. Am Mittwoch stehen gleich zwei wichtige Termine zur EU-Sahel-Zusammenarbeit in Brüssel auf der Agenda. Es geht um gut 200 Millionen Euro. Wie die EU mit Frankreich im Sahel weitermachen kann, lesen Sie hier.

Teilen
Kopiert!

Time.Table

Holocaust-Gedenktag: Kranzniederlegung am Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit Alexander Dobrindt, 16:45 Uhr. „An eine Zukunft glauben. Jüdische Biografien in der parlamentarischen Gründergeneration nach 1945“, Ausstellungseröffnung mit Julia Klöckner, Paul-Löbe-Haus, 18 Uhr

Gedenken: Kranzniederlegung am Grab von Johannes Rau anlässlich seines 20. Todestages. Mit Frank-Walter Steinmeier. 11 Uhr

EU-Indien-Gipfel: Im Zentrum wird neben Sicherheits- und Verteidigungsfragen der Abschluss des Freihandelsabkommens stehen. Neu Delhi

Wirtschaft I: Auftakt zum Deutsch-Israelischen Wirtschaftsforum mit Katherina Reiche und Amtskollege Nir Barkat. Café Moskau, 11 Uhr

Wirtschaft II: Friedrich Merz nimmt am Welt-Wirtschaftsgipfel im Axel-Springer-Hochhaus teil.

Gesundheit I: Nina Warken zu Plänen für ein Primärarztsystem, BMG, 14:30 Uhr

Gesundheit II: Verdi ruft bundesweit zu zweitägigen Warnstreiks an Universitätskliniken auf.

Bundestag: Sitzungen der Fraktionen und Statements von Katharina Dröge (12:30 Uhr), Heidi Reichinnek und Sören Pellmann (13:45 Uhr), Matthias Miersch und Dagmar Schmidt (14:30 Uhr), der AfD-Fraktionsspitze (14:30 Uhr), Jens Spahn und Alexander Hoffmann (14:45 Uhr) sowie von Matthias Miersch mit Benny Engelbrecht von den dänischen Sozialdemokraten (15:45 Uhr)

Landespolitik I: Rücktritt von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. Letzte Kabinettssitzung, Landtag Magdeburg, 9:30 Uhr

Landespolitik II: Pressekonferenz mit Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl 2027, Willy-Brand-Haus, 14:30 Uhr

Teilen
Kopiert!

Must-Reads

Politico/Welt: Das radikale Programm der AfD Sachsen-Anhalt. Der Kampfbegriff „Remigration“ ist Leitmotiv. Aus „Willkommenspropaganda“ solle „Verabschiedungskultur“ werden. Ukrainer sollen „Zuflucht in der Westukraine finden“. „Altparteien“ verfolgten „russlandfeindliche Politik“. An Schulen sollten als Vorbild „die normale Familie bestehend aus Mann und Frau“ vermittelt werden. Das Waffenrecht soll aufgeweicht werden. Erarbeitet hat den Entwurf der besonders radikale Vize-Landeschef Hans-Thomas Tillschneider. („Der Plan fürs komplette Umsteuern“)

Tagesspiegel: Eine Million Euro für Hinweise zum Anschlag auf das Berliner Stromnetz. Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat in einer Sitzung des Innenausschusses am Montag bestätigt, dass der Generalbundesanwalt eine Belohnung in Höhe von einer Million Euro für Hinweise auf das Berliner Stromnetz ausgesetzt hat. Eine so hohe Belohnung habe es in Deutschland noch nie gegeben, sagte Spranger in der Sitzung. („Eine Million Euro für Hinweise zum Berliner Stromanschlag ausgelobt“)

SZ: BSW-Ministerin hält Gelder für Gewaltschutz von Frauen zurück. Obwohl der Brandenburger Landtag den Weg für eine sogenannte „überjährige Förderung“ freigemacht hatte, hat die Noch-Ministerin Britta Müller (BSW) die Anträge für 2027 und 2028 für den Frauenschutz noch nicht bearbeitet. Das Budget für 2026 gab sie auch erst in letzter Minute frei. Für die Frauenhäuser war die Ministerin monatelang nicht erreichbar; erst nach einem offenen Brief an Woidke bot sie einen Termin an, den sie nach Scheitern der Koalition prompt wieder absagte – obwohl sie noch Ministerin ist.(„Arbeitet die Sozialministerin gegen die Frauen?“)

Handelsblatt: Rheinmetall bewirbt sich für das größte Raumfahrtprojekt der Bundeswehr. Der Rüstungskonzern Rheinmetall will sein Geschäft ausweiten und in die Raumfahrt einsteigen. Gemeinsam mit dem Bremer Raumfahrtunternehmen OHB will sich der Rüstungskonzern um ein milliardenschweres Satellitenprojekt bewerben. Das Projekt erinnert technisch an Elon Musks Starlink und hat ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro. Bereits im Februar könnte die Ausschreibung starten – neben Rheinmetall und OHB gilt Airbus als weiterer Bewerber. („Starlink für die Bundeswehr“ – Rheinmetall will Airbus ausstechen“)

Teilen
Kopiert!

Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Pinar Atalay, 23:30 Uhr: Alexander Dobrindt

unter den linden, 22:15 Uhr: Wolfram Weimer, Michael Wolffsohn

Teilen
Kopiert!

Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Adrian Haack, Konrad-Adenauer-Stiftung Neu-Delhi: Handelsabkommen der EU mit Indien

7:15 Uhr: Sepp Müller, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion (CDU): Debatte über „Lifestyle-Teilzeit“

8:10 Uhr: Irene Bindel, Holocaust-Überlebende: Holocaust-Gedenktag

ARD

7:35 Uhr: Bärbel Bas, Bundesarbeitsministerin (SPD): Sozialstaatskommission

8:10 Uhr: Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres: Antisemitismus in Deutschland und Europa

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Michel Friedman, Publizist: Holocaust-Gedenktag

7:45 Uhr: Laura von Daniels, Stiftung Wissenschaft und Politk, Leiterin der Forschungsgruppe Amerika: Entwicklung in den USA

phoenix

9:05 Uhr: Angelika Niebler, Vorsitzende der Delegation für die Beziehungen zu Indien im EU-Parlament (CSU): Freihandelsabkommen der EU mit Indien

Teilen
Kopiert!

Geburtstage von morgen

Desiree Becker, stellvertretende Fraktionsvorsitzende (Linke), 32

Stefan Nacke, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion (CDU), 50

Michael Ebling, Innenminister von Rheinland-Pfalz (SPD), 59

Teilen
Kopiert!

Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute in die deutsche Nachkriegsgeschichte: Nachdem sie die Shoah in einem Brandenburger Versteck überlebt haben, kehren die Schwestern Gerda (Nairi Hadodo) und Renate (Sesede Terziyan) in den Ost-Sektor Berlins zurück. Während es die eine unmöglich findet, als Jüdin in Deutschland zu bleiben, und nach New York auswandert, kämpft die andere für den sozialistischen Neuaufbau eines antifaschistischen Staates. Das Musical von Lena Brasch spannt den Bogen vom Mauerbau bis zur Wiedervereinigung und stellt die eine große Frage: Ist jüdisches Leben in Deutschland nach dem Unaussprechlichen überhaupt möglich? Ein bissig-ironischer Ritt durch die Jahrzehnte, der in Gorki-Manier politische Schwere mit musikalischer Leichtigkeit konterkariert, ohne platt zu werden. Leonard Schulz

»East Side Story – A German Jewsical« von Lena Brasch und Juri Sternburg | Musical am Gorki-Theater

Teilen
Kopiert!

Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Manuel Berkel, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Daniel Friesen, Franziska Klemenz, Angela Köckritz, Magdalena Latz, David Renke, Leonard Schulz, Sven Siebert und Sara Sievert, Corinna Visser und Markus Weisskopf mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Teilen
Kopiert!

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden