Wadephul in Australien: Zeichen der Selbstbehauptung

05. Februar 2026
Australiens Außenministerin Penny Wong und Johann Wadephul (picture alliance/dpa | Jens Büttner)

Wadephul in Australien: Zeichen der Selbstbehauptung. Weil die Welt durch Trump, Putin und Chinas Staatschef Xi politisch und wirtschaftlich immer unwirtlicher wird, hat sich Johann Wadephul aufgemacht, die Beziehungen zu verbliebenen Bündnispartnern westlicher Prägung massiv zu intensivieren. Seit vier Tagen bemüht sich der Außenminster im Indo-Pazifik, deutsche und europäische Interessen mit denen der Gastgeber enger zu verzahnen. Singapur, Neuseeland, Tonga und nun Australien – für Wadephul ist das eine Visite beim „Wachstumsmotor der Welt“. Schon zuvor besucht hat der Außenminister China, Indonesien und Indien. Europas Sicherheit hängt für Wadephul eng mit der Sicherheitslage im Indo-Pazifik zusammen. „Jede Störung dort betrifft uns unmittelbar in Europa.“

Ein besonderer Fokus liegt auf Australien. Und das aus mehreren Gründen: Das Land ist inzwischen politisch wie ökonomisch von strategischer Bedeutung. Canberra und Berlin beschwören bei Wadephuls Besuch die Bedeutung ihrer Partnerschaften. Wadephuls australische Kollegin Penny Wong sagte, es sei wichtig, „dass wir Mittelmächte zusammenarbeiten“. Australien und Deutschland hätten sich zum Ziel gesetzt, zu einer Welt beizutragen, „in der kein Land dominiert“. Ihr Gast aus Deutschland betonte, Australien sei „der bedeutendste Nicht-Nato-Partner, der mit uns zusammenarbeitet“. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs habe Australien fast eine Milliarde Euro an Hilfen geliefert. Wadephul kündigte nun umgekehrt an, auch Deutschland wolle sich nun „stärker auf der anderen Seite der Welt engagieren“.

Ein zentrales Thema für die Wirtschaft: Rohstoffe und Seltene Erden. Wadephul will unbedingt erreichen, dass eine engere Zusammenarbeit mit Canberra auf diesen beiden Feldern Deutschlands Abhängigkeiten von China abmildert. Deshalb kündigte er an, sich bei deren Erschließung zu engagieren. Das werde Deutschland Geld kosten, sagte der Außenminister. Aber es handle sich dabei um eine „existenzielle Frage der Wirtschaftssicherheit“. Bislang ist Deutschland gerade bei den Seltenen Erden zu 98 Prozent von China abhängig; langfristig strebe er an, die extremen Abhängigkeiten abzubauen. Das hieße, ein Drittel der Kosten und Risiken beim Abbau selber zu tragen, ein Drittel mit den USA zu organisieren und ansonsten an den Handelsbeziehungen mit China festzuhalten. Warum Wadephul auf einen zügigen Abschluss der Verhandlungen zwischen der EU und Australien über ein Freihandelsabkommen hofft, lesen Sie im China.Table. Stefan Braun, Angela Köckritz

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Letzte Aktualisierung: 05. Februar 2026