Satellitenprojekt der Bundeswehr: Großkonsortium formiert sich – Mittelstand warnt vor eingeschränktem Wettbewerb

Satellitenprojekt der Bundeswehr: Großkonsortium formiert sich – Mittelstand warnt vor eingeschränktem Wettbewerb. Die Pläne der Bundeswehr für das Milliardenprogramm SatcomBw 4 sorgen für Spannungen in der Raumfahrtbranche. Während Airbus, OHB und Rheinmetall ein Großkonsortium vorbereiten, warnen Mittelständler vor einem Verfahren, das Geschwindigkeit verspricht, aber Wettbewerb und Resilienz schwächen könnte. Die sogenannte LEO‑Konstellation aus vielen kleinen Satelliten in niedriger Umlaufbahn (Low Earth Orbit – LEO) soll sicherheitspolitische Abhängigkeiten verringern. Nun wird sie selbst zum Testfall industrieller Souveränität.

Das Projekt SatcomBw 4 umfasst mehrere hundert Kleinsatelliten und rund zehn Milliarden Euro. Die Bundeswehr hält eine Anfangsbefähigung bis 2029 für realistisch. Dies gelte, „wenn wir industriell produzieren, also Satelliten und Launcher am Fließband herstellen“, sagt General Michael Traut. Airbus verweist auf OneWeb-Erfahrung und kündigt ein technologisch führendes Angebot an. OHB und Rheinmetall schweigen.

Aus dem Mittelstand kommen deutliche Warnungen. „Große Lose bevorzugen große Primes, nicht zwingend die beste Technologie“, sagt Tom Segert, CEO bei Berlin Space Technologies. Ein weiterer Unternehmer kritisiert fehlenden Austausch. HPS‑Chef Ernst K. Pfeiffer fordert einen „Pitching‑Day“ und warnt, dass große Systemverträge stark von nicht-deutschen Zulieferern geprägt sein könnten. Warum Traut zwar betont, dass kleine und mittelständische Unternehmen beteiligt werden sollten, aber dennoch auf Zeitdruck verweist, lesen Sie im Space.Table. Nicola Kuhrt, Ralf Nestler, Wilhelmine Steglin

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Letzte Aktualisierung: 07. April 2026