Humanitäre Hilfe: „Das ist der Rückzug aus einem System.“

14. Januar 2026

Humanitäre Hilfe: „Das ist der Rückzug aus einem System.“ Dass die Bundesregierung ihren Etat für Humanitäre Hilfe mehr als halbiert hat, fügt sich in einen weltweiten Trend ein. Darauf weist der Berliner Think Tank „Centre for Humanitarian Action“ (CHA) hin. Im Dezember hatte bereits die Nothilfe-Abteilung der Vereinten Nationen (OCHA) Alarm geschlagen: Demnach hätten sich im vergangenen Jahr 306 Millionen Menschen in akuter Not befunden, knapp 100 Millionen habe man mit Hilfsangeboten noch erreicht. Innerhalb von drei Jahren hätten sich die Mittel für die globale Nothilfe jedoch nahezu halbiert.

In Deutschland beobachtet CHA-Chef Ralf Südhoff einen „forcierten Rückzug aus geopolitisch nicht relevanten Regionen“. Deutschland sei mit 0,02 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Humanitäre Hilfe nicht nur auf Platz 15 im Ranking der weltweiten Geber zurückgefallen, sondern verspiele auch den Ruf „als ehrlicher Makler und nicht interessengeleiteter Geber“. CHA-Analystin Sonja Hövelmann spricht von einem „Rückzug aus einem System.“ Der Koalitionsvertrag hatte noch festgehalten: „Humanitäre Hilfe werden wir stärken und verlässlich, gezielt und vorausschauend leisten.“ Warum Berlin inzwischen geostrategische Erwägungen wichtiger sind als genuine Hilfe, lesen Sie in der Analyse des Berlin.Table. Horand Knaup

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Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2026