Kulturpolitik: Freiwilligendienst „Kulturweit“ nach AA-Kürzungen vor dem Aus

Angesichts knapper Kassen hat das Auswärtige Amt angekündigt, seine Förderung für den Freiwilligendienst „Kulturweit“ einzustellen. Dieser hatte auch den Kulturaustausch mit afrikanischen Ländern gefördert.

10. März 2026
Das Auswärtige Amt. (IMAGO / PEMAX)
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Aufgrund fehlender Haushaltsmittel hat das Auswärtige Amt angekündigt, seine Förderung für den internationalen Freiwilligendienst „Kulturweit“ einzustellen. Der letzte Freiwilligen-Jahrgang mit 300 Teilnehmern soll im September 2026 starten, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des AA und der Unesco, die das Programm umsetzt, am Freitag. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, kritisierte dabei die Mittelkürzung: „Mit Kulturweit fördern wir wirksam die Weltoffenheit junger Menschen. Ich bedauere deshalb die Entscheidung des Auswärtigen Amtes sehr. Sie betrifft ein erfolgreiches Programm, das gerade in Zeiten zunehmender globaler Spannungen verbindet!“

Mit dem Programm wurde auch der Austausch zwischen Deutschland und Afrika gefördert. Laut einer Erhebung von Kulturweit haben bis 2024 rund zwölf Prozent der Freiwilligen einen Dienst in Afrika geleistet. Von den Freiwilligen, die aus dem Ausland nach Deutschland kamen, kamen laut der Umfrage 93 Prozent aus Afrika (55 Prozent aus Nordafrika; 38 Prozent aus Subsahara-Afrika). An der Umfrage hatten 66 der 202 ausländischen Freiwilligen teilgenommen. Insgesamt haben in den vergangenen gut 15 Jahren mehr als 6.500 Menschen teilgenommen. Zu den wichtigsten Partnerorganisationen gehörten neben dem Pädagogischen Austauschdienst das Goethe-Institut. Im AA-Haushalt wird das Programm derzeit mit gut fünf Millionen Euro veranschlagt. David Renke

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026