Rohstoffe: Wie die EU und die USA Chinas Monopol angreifen wollen

02. Mai 2026

Die EU und die USA wollen enger kooperieren, um Chinas Dominanz bei kritischen Rohstoffen zu reduzieren. Ein neues Abkommen sieht gemeinsame Maßnahmen zur Diversifizierung der Lieferketten vor, wobei die EU darauf achten muss, nicht zu stark von US-Vorgaben abhängig zu werden.

China kontrolliert große Teile der weltweisen Verarbeitung wichtiger Rohstoffe wie Seltene Erden (ca 90 Prozent) und Lithium (60 bis 70 Prozent) und nutzt diese Stellung teils politisch über Exportkontrollen. Die EU und USA reagieren darauf mit einer geplanten plurilateralten Initiative, die auch von den G7 unterstützt wird. Ziel ist es, durch gemeinsame Beschaffung, Preisrahmen und Abnahmevereinbarungen stabilere und unabhängigere Märkte zu schaffen.

Diskutiert werden sogenannte standardbasierte, teilweise abgeschottete Märkte für kritische Mineralien mit Mindestpreisen und Zöllen auf günstige, aber weniger nachhaltig geförderte Rohstoffe. Die Industrie sieht solche Preisgrenzen teilweise positiv, besonders bei strategischen Metallen, weniger jedoch bei großen Basismetallen.

China kritisiert die Pläne. Es sieht Verstöße gegen WTO-Regeln, insbesondere durch Preis- und Standardmechanismen mit potenziell ausschließendem Charakter sowie Subventionen.

Zudem wollen EU und USA den Zugang zu Rohstoffen in Drittstaaten wie Argentinien, Bolivien und der Demkratischen Republik Kongo verbessern. Dort liegen viele Vorkommen, oft mit enger Anbindung an China. Durch oordinierte Abnahmeverträge sollen diese Länder alternative, westlich unterstützte Käufer erhalten.

Das Abkommen ist bisher nicht bindend. Es bleibt unklar, ob diese Maßnahmen ausreichen, um Chinas langfristig aufgebautes Rohstoffmonopol zu schwächen und wie konkrete Regeln ausgestaltet werden. Der Europäische Rechnungshof bezweifelt zudem, dass die EU ihre Versorgungssicherheit bisher ausreichend verbessern konnte. Mehr dazu lesen Sie im China.Table. Antonia Zimmermann

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Letzte Aktualisierung: 02. Mai 2026