Berlin.Table – Ausgabe 752

Digitale Unabhängigkeit + Bundesregierung macht Rüstungsgeschäfte + Nachbesserung beim Klimaschutz

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Talk of the Town

Digitale Unabhängigkeit: Wie der Bundestag den Absprung von Microsoft & Co. schaffen will

Die Debatte um digitale Unabhängigkeit und Resilienz beschäftigt auch den Bundestag. Eine Kommission unter Leitung von Bundestags-Vizepräsidentin Andrea Lindholz soll dafür sorgen, dass die Arbeitsplattformen des Parlaments sicherer gegen Angriffe werden und zugleich nicht mehr von Drittstaaten abhängig sind – eine direkte Reaktion auf die angespannte Weltlage. „Für den Deutschen Bundestag ist ein eigenständiges digitales Ökosystem von zentraler Bedeutung, da dieses die eigene Hoheit und Kontrolle über parlamentarische Prozesse und Daten gewährleistet, die Abhängigkeit von externen Anbietern reduziert und das Parlament gegenüber Cyberangriffen stärkt“, sagte Lindholz Table.Briefings. Anna Lührmann (Grüne), ebenfalls in der Kommission, sagte: „Die Arbeitsfähigkeit des Bundestages darf nicht komplett von amerikanischen Tech-Konzernen abhängen.“

Die Kommission will ihre Digitalstrategie im Mai vorstellen. Auf dem Prüfstand steht das gesamte digitale Ökosystem des Parlaments. Es geht um die Sicherheitsarchitektur gegen Angriffe, es geht um eine sichere Cloud zur Speicherung der Daten, um KI-Anwendungen, den Einsatz von Büro-Software und den möglichen Bedarf an Kollaborationstechnologie.

Vieles in der Kommission deutet daraufhin, Microsoft perspektivisch immer weniger einzusetzen. Derzeit stellt die Bundestagsverwaltung für mehr als 10.000 Arbeitsplätze im Parlament und in den Wahlkreisbüros standardmäßig Microsoft 365 bereit – ergänzt um eine Open-Source-Alternative, die sogenannte Phoenix-Suite. Die Suche nach einem vollwertigen Ersatz ist noch nicht abgeschlossen. Die Nutzererfahrung und die enge Verzahnung der Microsoft-Produkte gelten als hohe Hürde. Eine europäische All-in-One-Lösung, die Cloud-Infrastruktur und Arbeitsplattform nahtlos integriert, existiert bislang nicht.

Digitale Souveränität birgt damit auch das Risiko einer Fragmentierung der IT-Landschaft. Intern setzen viele auf die von der SAP-Tochter Delos und Microsoft geplante Cloud-Plattform, in die Microsoft-Dienste integriert werden können. Die in Deutschland betriebene Cloud könnte als Übergangslösung dienen, um zumindest kurzfristig mehr Kontrolle zu gewinnen – und zugleich die Arbeitsfähigkeit des Parlaments ohne harten Schnitt zu sichern. „Wir müssen nach vorne schauen und gleichzeitig den laufenden Betrieb gewährleisten“, so die Vizepräsidentin. Langfristig habe man Stackit im Blick, die Cloud-Plattform der Schwarz-Gruppe.

Ein erster konkreter Schritt steht bevor: Neuer Messenger-Dienst des Bundestages wird aller Voraussicht nach die europäische Alternative Wire. Er ist derzeit der einzig vom BSI zertifizierte Messenger. „Der Bundestag soll ein Vorbild für digitale Souveränität werden“, sagte Lindholz. Je mehr Nutzer auf europäische Alternativen setzen, desto besser würden diese weiterentwickelt. Das französische Parlament kündigte in dieser Woche an, eine eigene Alternative zu Microsoft Teams und Zoom auszurollen.

Das Streben nach Resilienz und einer neuen Souveränität wird weitgehend parteiübergreifend getragen. Es habe bereits Workshops zwischen Verwaltung und Fraktionen gegeben. Noch diskutiert wird allerdings eine Forderung der Grünen. Sie drängen darauf, dass eine „robuste Open-Source-Infrastruktur zentraler Bestandteil der Digitalstrategie des Bundestages“ wird. Das sagte Lührmann Table.Briefings.

In der letzten Legislaturperiode hatte es eine Debatte über digitale Anwesenheitslisten gegeben. Davon ausgehend war zunächst mit stärkeren Kontroversen gerechnet worden. Doch dieses Thema konnte die Kommission zügig klären: Künftig sollen sich die Abgeordneten mit ihren Hausausweisen an jenen Säulen erfassen, an denen sich bislang die Mitarbeiter anmelden. „Ich bin froh, dass es bei diesem Thema eine positive Dynamik gibt“, sagt Lindholz.

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News

Rüstungsexporte: Bundesregierung will selbst ins Geschäft einsteigen. Die Bundesregierung plant einen grundlegenden Wandel in der Rüstungsexportpolitik. Erstmals soll der Staat, wie bereits im Koalitionsvertrag angekündigt, selbst als Verkäufer deutscher Rüstungsgüter auftreten. Ein Pilot-Projekt für sogenannte Government‑to‑Government‑Geschäfte (G2G) läuft bereits, wie das Verteidigungsministerium Table.Briefings bestätigte, und steht laut Industrie kurz vor dem Abschluss. Im Verteidigungsministerium koordiniert ein Team um Kapitän zur See Karsten Kalisch die Vorbereitungen. Als mögliches erstes Geschäft gilt ein Verkauf von Hubschraubern an Montenegro. Ein weiteres kleines Projekt soll bereits laufen. Unternehmen haben großes Interesse an der Unterstützung durch die Bundesregierung.

Das für die Beschaffung zuständige BAAINBw soll „Strukturen“ in Berlin erhalten, um weitere G2G-Anfragen an die Bundesregierung zu verarbeiten. Das bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums. In der Industrie dürfte die Betrauung des Koblenzer-Amtes, das in Teilen immer noch als langsam gilt, nicht überall auf Zustimmung stoßen. Die Bundesregierung hat zwar auch in der Vergangenheit Rüstungsexporte politisch unterstützt, doch der Staat als direkter Verkäufer markiert ein neues Niveau. Laut Bundesregierung sollen damit internationale Sicherheitspartnerschaften gefördert und die Interoperabilität gestärkt werden. Es dürfte aber auch darum gehen, die Produktion hochzuhalten, wenn die eigenen Arsenale gefüllt sind. Wer die Entscheidung für die künftigen Projekte trifft, wie andere Länder das Instrument nutzen und wie Experten das bewerten, erfahren Sie im Security.Table. Gabriel Bub, Wilhelmine Stenglin

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POLITISCHE ANZEIGE

#StarkFürEuropa. Es ist Zeit für einen starken Pharmamarkt. vfa

Denn: Innovationen sind Europas beste Antwort.
Wir brauchen ein Europa mit einem wettbewerbsfähigen Markt für innovative Arzneimittel und mit technologischer Souveränität auch in Zeiten geopolitischer Krisen. Deutschland kann hier eine Vorreiterrolle spielen. Machen wir uns bereit – am Pharmastandort EU und Deutschland.
Mehr beim vfa erfahren.

- Sponsor: Verband Forschender Arzneimittelhersteller e. V.
- Im Zusammenhang mit: EU Pharmapaket (COM 2023/193); BIOTECH (COM 2025/1022); EU

Transparenzbekanntmachung

Klimaschutz: Bundesverwaltungsgericht verpflichtet Bundesregierung zum Nachbessern. Die Bundesregierung muss ihre Klimapolitik nachschärfen, um die gesetzlich für 2030 vorgeschriebenen Klimaziele zu erreichen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) am Donnerstag entschieden. Die Regierung will das Urteil in ihrem Klimaschutzprogramm berücksichtigen, das sie Ende März vorzulegen plant. Nach derzeitigen Prognosen bestehe 2030 eine „Ziellücke“ von 25 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, sagte BMUKN-Staatssekretär Jochen Flasbarth. „Diese Ziellücke werden wir mit dem Klimaschutzprogramm, das wir im Augenblick vorbereiten, schließen.“

Defizite bestehen vor allem im Gebäude- und Verkehrssektor. „Alle Ressorts müssen zuliefern“, sagte Flasbarth. Es sei Sache der Ministerien, konkrete Maßnahmen vorzuschlagen. Streng genommen bezieht sich das BVerwG-Urteil auf das Klimaschutzprogramm 2023 der Ampel-Regierung. Statt das alte Programm zu ergänzen, werde die Bundesregierung die gerichtlichen Vorgaben nun in ihr neues Programm aufnehmen, sagte Flasbarth. Gegen das 2023er-Programm hatte die Deutsche Umwelthilfe geklagt. Alexandra Endres

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Hätten Sie’s gedacht? Auf zusammen 24,5 Prozent drohen die Beitragssätze in der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung zu steigen. Dabei ist schon die heutige Quote von 21 Prozent eine große Belastung für die Beitragszahler. Wenn wir diese Entwicklung stoppen und die Jüngeren nicht überfordern wollen, brauchen wir eine generationengerechte Finanzierung. So wie in der Privaten Krankenversicherung. (mehr auf pkv.de)

Iran-Sanktionen: EU listet Revolutionsgarden als Terrororganisation. Die Entscheidung sei ein starkes und überfälliges politisches Signal, sagte Johann Wadephul nach der Einigung beim Außenrat in Brüssel. Die EU stufe die Revolutionsgarden als das ein, was sie seien: Häscher des iranischen Regimes. Sie steckten zudem hinter Anschlagsversuchen in Deutschland und in Europa. Nach der politischen Einigung müsse die rechtskräftige Listung nun zügig erfolgen. Die Revolutionsgarden stünden nun auf derselben Stufe wie ISIS, Hamas, Hisbollah und Al-Qaida, sagte Kaja Kallas. Die einstimmige politische Entscheidung war möglich geworden, nachdem Italien, Spanien und zuletzt Frankreich ihren Widerstand aufgegeben haben.

Dass Italien als erstes Land unter den Gegnern einer Listung einlenkte, soll Friedrich Merz zu verdanken sein, der zuletzt bei seinem Besuch in Rom bei Giorgia Meloni Überzeugungsarbeit leistete. Frankreichs Zurückhaltung stand zuletzt auch im Zusammenhang mit zwei noch in Teheran festsitzenden Franzosen. In anderen Hauptstädten war die Sorge groß, bei einer Listung könnten sich die letzten Gesprächskanäle nach Teheran schließen. Weshalb der Außenrat eine Militärintervention der USA im Iran kritisch sieht, lesen Sie im Europe.Table. Stephan Israel

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Handelspolitik: Wie sich Europa gegen Trump wehren könnte. Die EU ist den USA gegenüber nicht komplett handelspolitisch ausgeliefert. Sie verfügt vielmehr über Möglichkeiten, sich gegen Repressalien aus den USA zu wehren. Eine Möglichkeit ist, Ausfuhrzölle zu erheben. Und zwar auf Produkte, die die US-Volkswirtschaft dringend aus Europa benötigt. Dies sind etwa Pharmaprodukte sowie Maschinen zum Bau von Mikrochips, wie sie das niederländische Unternehmen ASML baut. Das ist eine These von Daniel Gros, Institutsleiter der in Mailand ansässigen Universität Bocconi. Welche Instrumente den USA noch wehtun könnten, das lesen Sie im Standpunkt im Europe.Table. Markus Grabitz

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Wohnungsbau: NRW reformiert Landesbauordnung. Nordrhein-Westfalen will seine Landesbauordnung radikal entschlacken. NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) sagt Table.Briefings: „Heute muss bis ins kleinste Detail geregelt sein, wie viele Steckdosen in einem Raum zu sein haben.“ Mit dem sogenannten „BauCode“ sollen ab diesem Sommer rund 90 Prozent der DIN-Normen entfallen, die mitunter zu hohen Baukosten führten. Zudem wird der Bauantrag digitalisiert, Bauaufsichtsbehörden sollen entlastet werden. Das Bauministerium hat seinen Gesetzentwurf diese Woche in den Landtag eingebracht. Mit der Überregulierung sei jetzt Schluss, sagt Scharrenbach. „Künftig wird bauordnungsrechtlich nur noch die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen zu beachten sein.“ Laura Block

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Sozialstaat: Bas verurteilt pauschales Misstrauen gegen Arbeitnehmer. Bei der DGB-Sozialstaatskonferenz hat Bärbel Bas am Donnerstag deutlich den Regierungspartner kritisiert. Es gebe im Moment Debatten, „die gehen mir gewaltig gegen den Strich“, sagte sie und sprach von einem im Land verbreiteten Misstrauen. Sie zählte in dem Zusammenhang mehrere Beispiele auf, ohne CDU/CSU ausdrücklich zu nennen: „Arbeitnehmer: alles Blaumacher, Stichwort Krankenversicherung. Lifestyle-Teilzeit und junge Menschen: alles arbeitsunwillig, Stichwort Arbeitszeit. Menschen in der Grundsicherung: alles Drückeberger, Stichwort Sanktionen. Einwanderer und Flüchtlinge: will das gar nicht ausführen.“ Dieses „pauschale Misstrauen“ habe in einem demokratischen Land mit einem sozialen Rechtsstaat nichts zu suchen, sagte Bas. Verunsicherung und das Kaputtreden des Sozialstaats sei für manche zu einem politischen Geschäftsmodell geworden. Das sei eine Gefahr für den Standort, die Gesellschaft und die Demokratie. Okan Bellikli

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Schule: Bund und Länder wollen gemeinsam Trendwende schaffen. Staatssekretäre und Amtschefs von Bund und Ländern haben am Dienstag und Mittwoch zusammen mit Bildungsforschern in einer vertraulichen Klausur in Berlin beraten, wie es gelingen kann, die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Sie haben sieben Handlungsfelder identifiziert, in denen sie trotz föderaler Struktur mehr Zusammenarbeit wagen wollen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, mithilfe von Daten, etwa aus Schülertests, Probleme schneller zu erkennen und besser gegenzusteuern. Bis zur nächsten Bildungsministerkonferenz im März sollen Vorschläge für die Gestaltung der Handlungsfelder erarbeitet werden. Auslöser für diese ungewöhnliche Zusammenarbeit von Bund und Ländern war der im Oktober 2025 erschienene IQB-Bildungstrend, der einen weiteren Rückgang der Schülerleistungen offenbarte. Mehr darüber, wie der positive Wandel gelingen soll, lesen Sie im Bildung.Table. Vera Kraft

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Kampf gegen Wohnungslosigkeit: Bund empfiehlt Kauf von Belegrechten. Zur besseren Versorgung Bedürftiger könnten Kommunen bei Unternehmen und Privatvermietern das Recht kaufen, in deren Besitz befindliche Wohnungen zu belegen: Das steht in einem vom BMWSB veröffentlichten Leitfaden für die Unterbringung wohnungsloser Menschen. Ursprünglich sollte er schon 2025 veröffentlicht werden und enthält auch Empfehlungen zu den Kosten der Unterkunft im Bürgergeld. Hessen und NRW haben solche Ankaufprogramme bereits. Das Papier verweist zudem auf die sogenannte Verbilligungsrichtlinie. Diese erlaubt es dem Bund, bis mindestens 2029 „entbehrliche“ Liegenschaften zum Marktwert oder mit Rabatt zu sozialen Zwecken an Städte und Gemeinden zu verkaufen. Zudem könnten die Länder den Empfehlungen zufolge Geld aus der sozialen Wohnraumförderung nutzen für die Umwandlung von Notunterkünften in Sozialwohnungen.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) kritisiert die Bilanz des Bundes. Es sei nicht erkennbar, dass er mit Priorität und ressortübergreifend auf das Ziel hinarbeitet, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Dazu habe sich die frühere Bundesregierung mit dem 2024 verabschiedeten Nationalen Aktionsplan (NAP) aber ausdrücklich bekannt, sagte Claudia Engelmann vom DIMR. Die Organisation ist dafür zuständig, die Einhaltung von UN-Vorgaben in Deutschland zu überwachen. Engelmann verweist auf den UN-Sozialpakt, mit dem sich die Bundesrepublik dazu verpflichtet habe, das Recht auf Wohnen für alle Menschen zu gewährleisten. Von den 33 im NAP-Arbeitsprogramm 2025 genannten Punkten waren 19 laut BMWSB zum Jahresende abgeschlossen. Das geht aus einer Übersicht des Ministeriums hervor. Okan Bellikli

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Nationale Tourismusstrategie: Warum flexiblere Arbeitszeiten im Gastgewerbe nicht alle jubeln lassen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), der in der Vergangenheit immer wieder auf eine Reform des Arbeitszeitgesetzes gedrungen hatte, ist zufrieden mit der neuen Tourismusstrategie der Bundesregierung. Die Gastronomie soll künftig von täglicher auf wöchentliche Höchstarbeitszeit umstellen können. In dem Papier heißt es, man wollte damit eine bessere „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ gewährleisten.

Kritik kommt derweil aus der Opposition und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag würde den Druck auf die Beschäftigten weiter erhöhen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben massiv verschlechtern, merkt NGG-Vorsitzender Guido Zeitler an. Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stefan Schmidt, befürchtet gar, dass die Branche dadurch noch unattraktiver werde. Welche Warnungen aus der SPD-Bundestagsfraktion zu hören sind, lesen Sie im Agrifood.Table. Merle Heusmann

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Mietrechtskommission: Der Spagat zwischen Regulierung und Wirksamkeit. Bezahlbarer Wohnraum entstehe nur durch ein funktionierendes Miteinander von Markt und Sozialstaat. Diese Überzeugung vertritt der Justiziar des Spitzenverbandes der Deutschen Wohnungswirtschaft (GdW), Carsten Herlitz, in einem Gastbeitrag für Table.Briefings. Herlitz ist Mitglied der Expertengruppe der Mietrechtskommission, die sich am Donnerstag zu ihrer dritten Sitzung getroffen hat. Eine Gruppe bestehend aus Fachleuten von Mieterbund, den Verbänden der Wohnungswirtschaft und aus der Wissenschaft soll im Auftrag des Justizministeriums Vorschläge ausarbeiten, wie im Mietrecht nachjustiert werden kann. Der derzeitige Knackpunkt: die Ausarbeitung der Mietwuchervorschrift. Laura Block

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Table.Today Podcast

Table.Documents

Übersicht zum Stand der Umsetzung des Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit

Entwurf für eine Verordnung über Datenaustausch beim Kindergeld

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Heads

Boris Pistorius, Karin Prien, Nina Warken, Karsten Wildberger – beim Neujahrsempfang von Table.Briefings am Mittwochabend war das Kabinett trotz Koa-Ausschuss gut vertreten. Ein bisschen Luftholen zwischen Trump-Erschütterungen und der Suche nach neuem Optimismus; viele der knapp 800 Besucher diskutierten über diese Themen. Für alle, die noch ein paar Eindrücke sammeln wollen, hier unsere Fotogalerie zum Durchblättern.

Anja Siegesmund gibt ihr Amt als Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. (BDE) zum 31. Januar überraschend ab. Die frühere Grünen-Politikerin und langjährige Umweltministerin Thüringens war vor eineinhalb Jahren mit großen Ambitionen bei dem Verband gestartet. Sie wollte ihn vom klassischen Entsorgerverband zum Interessenvertreter für Kreislaufwirtschaft machen. Zum verfrühten Ende ihrer Amtszeit sollen unterschiedliche Auffassungen im Präsidium über die Ausrichtung des Verbands geführt haben. Worum es geht, lesen Sie im ESG.Table.

Awa Fall-Diop, senegalesische Frauenrechtsaktivistin, wird in diesem Jahr mit dem Anne-Klein-Frauenpreis der Heinrich-Böll-Stiftung ausgezeichnet. Damit soll Fall-Diop für ihren seit über 30 Jahren andauernden Einsatz für Gleichberechtigung im Senegal und Westafrika geehrt werden. Die 1956 geborene Fall-Diop arbeitete für verschiedene NGOs und war kurzzeitig auch Ministerin für parlamentarische Beziehungen. Wer die Laudatio bei der Preisverleihung am 6. März halten wird, lesen Sie im Africa.Table. David Renke

Ulrich Thoden war bereits politisch aktiv, da waren seine jüngsten Fraktionskolleginnen noch gar nicht geboren: 1991 in Münster war das, als der heutige Linken-Bundestagsabgeordnete als Schülersprecher gemeinsam mit anderen gegen den Ersten Golfkrieg mobil machte. Dem frühen friedenspolitischen Engagement folgten Theologie- und Lehramtsstudium, noch vor einem Jahr unterrichtete Thoden am Berufskolleg Rheine Englisch, Latein, Philosophie und katholische Religion. Dann der Sprung aus dem Klassenzimmer in den Plenarsaal: Wie er als verteidigungspolitischer Sprecher und Obmann der Linken-Fraktion im Verteidigungsausschuss versucht, gegen die Unwuchten der Zeitenwende vorzugehen, lesen Sie im Security.Table.

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Best of Table

China.Table: Peking verschärft den Kurs gegen ruinöse Preiskriege. Von Lieferdiensten bis zur Autoindustrie geraten ganze Branchen unter politischen Druck. Hinter Ermittlungen, Einbestellungen und Strafandrohungen steht mehr als kurzfristige Regulierung. Ob der Kampf gegen die sogenannte „Involution“ Chinas Wirtschaftsmodell grundlegend verändert – und wer die Verlierer sind, lesen Sie hier.

China.Table: Abschied von Konfuzius. Konfuzius pries Geduld, Lernen und stille Größe – und China folgte ihm lange. Doch zwischen falschen Freunden, ideologischer Ungeduld und geopolitischem Ehrgeiz verlor das Land diesen Kompass, wie Johnny Erling in seiner Kolumne schreibt. Wie wurde aus der Freude über Freunde aus der Ferne ein Reich voller Rivalen? Die Antwort dazu lesen Sie hier.

Security.Table: Ukraine-Front wird zur immer breiteren Todeszone. Aktuell erfassen die tödlichen Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine so viele Menschen im Land wie zuletzt im Februar 2022. Grund dafür sind vor allem ununterbrochene Angriffe auf die zivile Infrastruktur und Minusgrade. Wie sich die Lage in den einzelnen Regionen entwickelt, lesen Sie hier.

ESG.Table: Wie Äthiopien die Anti-Entwaldungsverordnung umsetzt. Die Regierung forstet Äthiopiens Wälder auf und begrüßt deshalb die EU-Richtline. Warum es den Kaffeebauern vor Ort trotzdem nicht leicht fällt, sie zu befolgen, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: EU-Indien-Deal bringt Hoffnung für den Weinsektor. In der deutschen Weinbranche, die mit sinkenden Preisen zu kämpfen hat, wird die Aussicht auf Zollsenkungen Indiens freudig aufgenommen. Warum das Freihandelsabkommen bei der Landwirtschaft besser ankommt als jenes mit den Mercosur-Ländern, lesen Sie hier.

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Time.Table

30. Januar

Bundestag: Regierungserklärung von Katherina Reiche zum Jahreswirtschaftsbericht 2026 (9 Uhr) sowie Debatten über Mobilitätsgarantie, Iranpolitik und Erbschaft- und Schenkungsteuer.

EU I: Spitzentreffen der EVP u. a. mit Friedrich Merz und Donald Tusk. Zagreb, 16 Uhr

EU II: Letzter Tag des zweitägigen informellen Treffens der Bildungsminister der EU-Staaten in Zyperns Hauptstadt. Nikosia. Weitere Informationen

Gesundheit: Pressekonferenz zur „Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ mit Dorothee Bär, Annette Peters, Institut für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München, Ralf Heyder, Koordinierungsstelle Netzwerk Universitätsmedizin und Maria Vehreschild, Infektiologie und Klinische Mikrobiomforschung and der Universitätsklinikum Frankfurt. Bundespressekonferenz, 9:15 Uhr

Bundesrat: Plenarsitzung mit Beratungen zu verschiedenen Themen, zudem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. Zuvor Begrüßung des ukrainischen Botschafters Oleksii Makeiev durch Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte. Bundesrat, 9:30 Uhr

Außenpolitik: Frank-Walter Steinmeier empfängt die Ministerpräsidentin von Litauen, Inga Ruginienė, Schloss Bellevue, 10 Uhr

Innenpolitik I: Treffen der norddeutschen Regierungschefinnen und -chefs mit Katherina Reiche unter Leitung von Manuela Schwesig. Bundsrat, 11:15 Uhr

Innenpolitik II: Rückblick der Konrad-Adenauer-Stiftung auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts 2025 mit Begrüßung durch die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer. Berlin, 10:30 Uhr. Weitere Informationen

Parteien: FDP-Veranstaltungen mit Christian Dürr. Besuch Dürrs bei der Liberalen Hochschulgruppe Tübingen (15 Ur) und Rede beim Neujahrsempfang der FDP-Reutlingen (18:30 Uhr). Tübingen und Reutlingen, ab 15 Uhr

31. Januar

Sicherheitspolitik: Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Rüstungskontrolle in einer neuen Weltordnung“. Lutherstadt Wittenberg, 31. Januar bis 2. Februar, 11 Uhr. Anmeldung

1. Februar

Wirtschaft: Beginn der viertägigen Internationale Süßwarenmesse für Anbieter und Großabnehmer. Köln. Weitere Informationen

EU: Der Euro wird nach Einführung am 1. Januar einziges Zahlungsmittel in Bulgarien.

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Must-Reads

RND: Höcke strebt Misstrauensvotum gegen Voigt an. Das kündigt die AfD für die Parlamentssitzung am 4. Februar an. Björn Höcke will selbst gegen Mario Voigt antreten. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die TU Chemnitz Voigt den Doktortitel aberkennt, wogegen er vorgehen will. Seine Koalition aus CDU, BSW und SPD verfügt über 44 Sitze, ebenso die Opposition aus AfD und Linken. („Konstruktives Misstrauensvotum: Höcke tritt gegen Voigt an“)

Handelsblatt: Koalition uneinig über Schuldenbremse. Dissens besteht in zentralen Punkten. Die SPD will zusätzliche Schulden für Investitionen. Die Union plädiert für eine Verschärfung der Regeln. Einigkeit herrscht darüber, Verteidigungsausgaben nicht dauerhaft von der Schuldenbremse auszunehmen. Voraussichtlich Ende März wird die Kommission fertig sein; ob ein gemeinsamer Vorschlag oder nur verschiedene Optionen daraus hervorgehen, sei offen. („Reformkommission in zentralen Punkten uneinig“)

FT: Deutschland will erste europäische Weltraum-Raketenabwehr entwickeln. Deutschland plane gerade das Kernstück eines Satelliten-basierten Raketenerkennungssystem, sagte der Weltraumkommandeur der Bundeswehr, Michael Traut. Das Projekt sei national, aber offen für europäische Kooperation. Derzeit hängt Europa von einem Warnsystem der USA ab. Das soll sich mit dem Projekt ändern. („Germany plans satellite missile detection system to cut reliance on US“)

FAZ: Faeser, Maaßen und de Maizière bei Corona-Enquete. Für Nancy Faeser ist Deutschland unter dem Strich gut durch die Pandemie gekommen. Sie lobte den Sozialstaat. Hans-Georg Maaßen, auf Einladung der AfD dabei, attestierte „systemisches Multiorganversagen“. Thomas de Maizière bezeichnete Beschlüsse der MPK als „Gentlemen´s Agreement“. Das Instrument sei „für so eine Krise ungeeignet.“ („In einem Punkt sind sich Faeser und Maaßen einig“)

Taz: Türkei nimmt deutsche Aktivisten fest. Die Delegation aus 16 Menschen war in der Türkei, um auf die Lage der kurdischen Bevölkerung im Nordosten Syriens aufmerksam zu machen; sie steht unter Druck der islamistischen Übergangsregierung. Auch ein Mitglied der Linken und eins der Linksjugend waren dabei. Jan van Aken bezeichnete die Informationslage als „noch sehr dünn“. Er fordert die Bundesregierung auf, Druck zu machen. („Deutsche Delegation in der Türkei festgesetzt“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maybrit Illner, 22:15 Uhr: Lars Klingbeil, Hildegard Müller, Gabriel Felbermayr, Eva Quadbeck

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Karl Lauterbach, Natalie Amiri, Antje Höning

phoenix runde, 0 Uhr: Ines Schwerdtner, Veronika Grimm, Lukas Scholle, Pascal Reddig

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Manfred Weber, Fraktions-Vorsitzender der EVP: Wirtschaft und EVP-Treffen

7:15 Uhr: Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender IG Metall: Thyssen und Stahlbranche

8:10 Uhr: Marie-Christine Ostermann, Präsidentin „Die Familienunternehmer“: Konjunktur

ARD

6:35 Uhr: Leonie Lutz, Gründerin von „Kinder digital begleiten“: Ist ein Social-Media-Verbot sinnvoll?

7:05 Uhr: Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion: Europa und USA erhöhen Druck auf Iran

8:05 Uhr: Peter Haan, DIW: Diskussion um den Acht-Stunden-Tag

RTL/ntv

7:30 Uhr: Michael Kretschmer, sächsischer Ministerpräsident: Performance der Bundesregierung, die Verfassung der ostdeutschen CDU-Verbände und die sächsische Sicht auf Trump und Putin

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Geburtstage

30. Januar

Bastian Ernst, MdB (CDU), 39

Joachim Ebmeyer, MdB (CDU), 41

31. Januar

Beatrix Wilhelmina Armgard von Oranien-Nassau, Königin der Niederlande a. D., 88

1. Februar

Lars Rohwer, MdB (CDU), 54

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute in die Oligarchie. Aldous Huxley, Autor der Dystopie Schöne neue Welt, schrieb darüber schon vor 80 Jahren. Dem Verlag zufolge geriet dieser Essay nach seiner Veröffentlichung in Vergessenheit und wurde wegen erkennbarer Parallelen zur Gegenwart jetzt neu herausgebracht. Der Brite schreibt über Fortschritte in Technik und Wissenschaft – etwa in der Waffenindustrie – und über die Machtzentralisierung in Politik und Wirtschaft. Es geht um „Boy Gangster“ und den Widerstand gegen sie. Und wenn von der „Geheimpolizei, über die moderne Diktaturen und selbst Demokratien verfügen“, die Rede ist, kommt einem der in den USA verbreitete Vergleich zwischen ICE und Gestapo in den Sinn. Okan Bellikli

Aldous Huxley: Zeit der Oligarchen | Hanser

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Gabriel Bub, Helene Bubrowski, Alexandra Endres, Daniel Friesen, Merle Heusmann, Stephan Israel, Franziska Klemenz, Vera Kraft, Vincent Mikoteit, David Renke, Leonard Schulz, Sven Siebert und Wilhelmine Stenglin mitgewirkt.

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