Niederlande gründen eigene Raumfahrtagentur

Das bisherige Space Office wird in eine Agentur umgewandelt. Damit soll das Profil geschärft werden. Die Leitung bleibt bei Harm van de Wetering.

Ralf Nestler, Redakteur Space.Table
04. März 2026
Der formale Start für die Raumfahrtagentur erfolgte auf dem Amsterdam Space Symposium – ausgeführt durch Rodrigo da Costa (EUSPA), Dietmar Pilz (Esa), Sandor Gaastra (Wirtschaftsministerium), Maria van der Hoeven (Ministerin a.D.), Harm van de Wetering (Netherlands Space Agency), Jeroen Rotteveel (SpaceNed) und André Kuipers (Astronaut).
Der formale Start für die Raumfahrtagentur erfolgte auf dem Amsterdam Space Symposium – ausgeführt durch Rodrigo da Costa (EUSPA), Dietmar Pilz (Esa), Sandor Gaastra (Wirtschaftsministerium), Maria van der Hoeven (Ministerin a.D.), Harm van de Wetering (Netherlands Space Agency), Jeroen Rotteveel (SpaceNed) und André Kuipers (Astronaut). (Foto: NLSA)
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Die niederländische Raumfahrtorganisation hat in den vergangenen Jahren ihr Tätigkeitsfeld erweitert – parallel zur wachsenden Wichtigkeit des Weltraumsektors. Zugleich sollte sie international sichtbarer werden. Es sei daher ein konsequenter Schritt, das bisherige Space Office in die Niederländische Raumfahrtagentur (Netherlands Space Agency, NLSA) umzuwandeln, teilt die Organisation mit. Der Schritt wurde am Dienstag auf dem Amsterdam Space Symposium bekannt gegeben.

Der Agenturchef hebt die Bedeutung für die Gesellschaft hervor. „Der Weltraum hat in den letzten Jahrzehnten eine enorme Entwicklung durchlaufen und ist zu einer unverzichtbaren Infrastruktur im Weltraum geworden“, sagte Harm van de Wetering, seit 2018 Chef des Space Office und nun Direktor der Raumfahrtagentur. Satellitendienste für Kommunikation und Navigation seien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Satelliten leisteten zudem einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und Lebensqualität. „Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass auch die Niederlande über eine starke Behörde verfügen, die sicherstellt, dass das Land optimal von diesen Fortschritten profitiert.“

Weltraumpolitik habe eine strategische Priorität, heißt es weiter. Das lasse sich an der Unterstützung der Regierung für eine ehrgeizige Raumfahrtagenda und einem verstärkten Engagement während der jüngsten Esa-Ministerkonferenz im Jahr 2025 erkennen. Darüber hinaus sei auch die Verteidigung zunehmend im Weltraum involviert.

Die Agentur setzt auf verschiedene Schwerpunkte. Dazu gehören internationale Repräsentation, Zusammenarbeit stärken, Innovationen anzustoßen, strategische Beratung, Bildung und die verstärkte Nutzung von Satellitendaten. Sie hat ihren Sitz in Den Haag. Die NLSA wird, wie bisher das Space Office, die Niederlande gegenüber anderen Raumfahrtorganisationen wie Esa, Nasa, CNES und DLR vertreten. Ralf Nestler

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026