Hat die Regierung ein Kommunikationsproblem?
Dauer: 26:43

Hat die Regierung ein Kommunikationsproblem?

Die 1000-Euro-Entlastungsprämie war als freiwilliges Angebot an Arbeitgeber gedacht – geworden ist daraus ein Sturm der Empörung und der Vorwurf, die Regierung schiebe ihre Verantwortung an die Unternehmen weiter. Helene Bubrowski und Stefan Braun, Redaktionsleiter des Berlin.Table, diskutieren, warum nahezu jeder Reformvorschlag so viel Widerstand auslöst. Aber Friedrich Merz muss sich fragen lassen, warum er nun selbst einen Tankrabatt gewähren will, obwohl er den Rabatt der Vorgängerregierung noch scharf kritisiert hatte.

[01:40]

Die IWF-Frühjahrstagung in Washington hat weitgehend ohne die USA stattgefunden. Laura Block vom Berlin.Table hat Finanzminister Lars Klingbeil nach Washington begleitet und mit ihm über die deutschen Reformpläne gesprochen.

[12:53]

Der Kölner Motorenbauer DEUTZ ist vor allem für Bau- und Agrarmaschinen bekannt. Inzwischen aber setzt DEUTZ auf Rüstung: Das Unternehmen hat einen Hersteller von Drohnenantrieben übernommen und in weitere Start-ups investiert. Marco Herre, CEO der Business Unit Defense, beschreibt den neuen Rüstungskurs: „Wir haben als DEUTZ-Gruppe letztendlich für 2030 ein Unternehmensziel, das sind vier Milliarden Euro Umsatz. Und davon soll die Business Unit Defense etwa zehn Prozent beitragen."

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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Gut gemeint ist bekanntermaßen das Gegenteil von Kunst. Die Kritik an den Entlastungsmaßnahmen der Regierung ist groß, aber ist sie auch gerechtfertigt? Oder ist es mittlerweile einfach ein Reflex, sich über alles zu beschweren? Das diskutieren wir mit Stefan Braun, dem Redaktionsleiter unseres Berlin-Table.

Sprecher 3: Die IWF-Frühjahrstagung ist nur wenige Kilometer vom Weißen Haus entfernt und trotzdem sind die USA dieses Jahr so gut wie gar nicht vertreten. Das allumfassende Thema auch hier natürlich der Iran-Krieg und seine Auswirkungen auf die Welt. Von deutscher Seite aus ist Finanzminister Lars Klingbeil mit in Washington gewesen und Laura Block, unsere Kollegin vom Berlin Table, hat ihn auf seiner Reise begleitet und mit ihm über die Tagung und die Reformvorhaben der Koalition gesprochen.

Sprecher 2: Die Kölner Firma Deutz ist eigentlich für Motoren in der Bau- und Agrarindustrie bekannt. Seit einiger Zeit hat das Unternehmen sein Portfolio aber weiter ausgebaut und ist jetzt auch verstärkt in der Verteidigungsindustrie unterwegs. Warum hat man sich zu diesem Schritt entschieden und wie kam das eigentlich bei der eigenen Belegschaft an? Das will Robert Wallenhauer, unser Kollege vom Security Table, von Marco Herre, dem Leiter der Verteidigungssparte von Deutz, wissen.

Sprecher 3: Während sich die Raucher hier noch über die geplante Erhöhung der Tabaksteuer aufregen, geht die Türkei noch einen großen Schritt weiter, denn die will bis 2040 komplett rauchfrei sein. Was das bis dahin auch für die Touristen bedeutet, das sagen wir Ihnen am Schluss an diesem Freitag, den 17. April.

Sprecher 4: Ingrid und Indi präsentieren Jobs, bei denen man sich keinen Fehler erlauben darf. Heute Heizungsmonteurin.

Sprecher 5: Die Heizung macht seit heute Morgen komische Geräusche.

Sprecher 6: Entschuldigen Sie, das ist ein geiler Beat.

Sprecher 5: Die Rohre platzen gleich.

Sprecher 6: Und jetzt der Drop.

Sprecher 4: Das ist ein Job für Premium-Stellenanzeigen. Mit richtigen Profis wäre das nicht passiert. Vertraue Ingrid, versuch Indeed und finde qualifizierte Talente mit Premium-Stellenanzeigen. Mach's dir Indeed einfach. Jetzt auf indeed.de slash recruiting.

Sprecher 2: Ein Sturm der Empörung geht durch die Unternehmen und Auslöser ist die 1000-Euro-Entlastungsprämie, die den Angestellten gezahlt werden kann, aber eben nicht gezahlt werden muss. Und trotzdem ist von einem Vertrag zulasten Dritter die Rede, weil der Staat die Verantwortung einfach an die Unternehmen weiterschiebt. Viele Angestellte erwarten jetzt so eine Prämie und gerade kleine und von der Krise stark betroffene Unternehmen können sie sich schlicht nicht leisten. Ist das also nun wirklich eine schlechte Idee von Schwarz-Rot, die doch eigentlich so gut gemeint war? Oder liegt es an der Kommunikation, die unglücklich gelaufen ist? Und überhaupt, diese Regierung wirkt schon etwas chaotisch in dem, was sie uns da gerade präsentiert. Ein anderes Beispiel, was Merz im Jahr 2022 noch völlig falsch fand und auch vor ganz kurzem noch kritisch sah, nämlich den Tankrabatt, der soll nun kommen. Über all das möchte ich reden mit Stefan Braun, dem Redaktionsleiter unseres Berlin Table. Und hier ist er auch schon. Hallo Stefan, schön, dass du da bist.

Sprecher 7: Hallo, ich grüße dich, Helene.

Sprecher 2: So reden wir erstmal über diese Entlastungsprämie. Doch eigentlich eine gute Idee. 1000 Euro ohne Steuern sollen Unternehmen, wenn sie möchten, an ihre Angestellten geben können. Also eine Prämie, wie wir sie auch aus den Corona-Zeiten schon kannten. Aber eben kein Muss und jetzt regen sich alle über etwas auf, das es gar nicht gibt, oder?

Sprecher 7: Das war wahrscheinlich positiv gedacht, eine Idee. Wenn ihr wollt, könnt ihr und wir unterstützen euch, weil ihr dazu nichts anderes mehr machen müsst. Daraus geworben ist quasi dieser Vorwurf, das ist irgendwie eine Vereinbarung zulasten Dritter. Was nehmen die sich raus? Also die Politik versucht an irgendeiner Stelle und zwar in einer ziemlich, da werden wir gleich noch drüber reden, schwierigen Situation, irgendwie noch etwas anzubieten, wo man sagt, Mensch, wenn ihr wollt, dann könnt ihr das machen, wenn ihr auch einen Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin oder euren ganzen Betrieb in besonderer Weise mal unterstützen wollt. Ihr könnt es tun, es wird für euch billiger. Wir nehmen euch sozusagen die Abgaben und Steuern ab.

Sprecher 2: Nichts weg.

Sprecher 7: Und gleichzeitig kannst du natürlich immer sagen, das reicht nicht, das ist zu wenig, wie können die nur? Und man kann beobachten, wie die Regierung es nicht geschafft hat, daraus eine positive Erzählung zu machen, sondern es fliegt ihr um die Ohren. Nicht zum ersten Mal.

Sprecher 2: Ist das jetzt paradigmatisch, frage ich mich, für die Zeit, in der wir leben, in der man nicht wohlwollend auf eine Maßnahme guckt und sagt, okay, da gibt es vielleicht zwei, drei Probleme. Die Frage zum Beispiel, was ist eigentlich mit den Beamten in diesem Land und so weiter. Aber die Idee ist doch gut, fangen wir doch mal pragmatisch an, sie umzusetzen, sondern dieses Schlechtreden, also sofort eine Maßnahme als zu kurz gesprungen, zu undurchdacht und so weiter im Grunde weggeschoben wird und man sich auch ein bisschen fragt, kann die Regierung eigentlich irgendetwas machen? das nicht sofort zerredet wird.

Sprecher 7: Ich fürchte, nein. Ich glaube, wir leben in einer Zeit des Erregungszustandes, der immer, immer, immer schlimmer wird. Und das ist ein Zustand, den wir schon länger haben. Man kann jetzt irgendwie psychologisch drüber nachdenken. Hat es mit Corona angefangen? Hat es mit der Flüchtlingskrise angefangen? Hat es mit irgendwas anderem angefangen? Jedenfalls ist es so, dass wir und dass da auch sehr, sehr hart die Politik und viele Politiker dermaßen attackiert werden und unentwegt kritisiert werden, auch in Situationen, wo man sie... Mal irgendwie machen lassen sollte, weil sie gar nicht mehr in die Situation kommen, dass sie mal machen und wir gucken mal hin und dann gucken wir mal, was kommt da am Ende bei raus. Wir sind ja in einer Welt, wo Medien oder viele Medien nach einer Minute wissen, ob das gut oder schlecht ist und in der Regel finden es immer mindestens die Hälfte. Miserabel.

Sprecher 2: Dazu kommt natürlich diese Social Media Verkürzung auf eine Schlagzeile, Verengung der Botschaft, die dann eben oft auch zu einer Verfälschung führt. Also manchmal führen wir auch Debatten, die vollkommene Scheindebatten sind oder jedenfalls zu einem hohen Maße an dem Vorschlag vorbeigehen. Also man erregt sich über etwas, das niemand vorgeschlagen hat. Ein Beispiel war bei der Frage der sogenannten Lifestyle-Teilzeit, dass man so tat, als habe... Da konnte man vorgeschlagen, dass im Grunde niemand mehr in Teilzeit arbeiten dürfe, auch Eltern nicht von kleinen Kindern. Dabei hatte die Staatssekretärin aus dem Wirtschaftsministerium genau das ausgeschlossen. Ich will jetzt gar nicht über das Für und Wider dieses Vorschlags sprechen. Ich will nur sagen, die Erregung, auch bei den Grünen, die dann sofort... Loszogen und sagten, das ist doch alles verrückt und das belastet doch die Frauen oder die jungen Eltern und was ist mit denjenigen, die ihre Angehörigen pflegen und so weiter. Also ein Sturm der Entrüstung brach los über einen Vorschlag, den schlicht niemand gemacht hatte.

Sprecher 7: Ja, und das ist ja nicht das erste Mal, sondern du hast immer wieder Situationen, wo auch Politik im Prinzip etwas irgendwie andeutet oder eine Idee mal prüft oder mal sagt, komm, lass uns das mal ausprobieren. Also wenn wir zurückgehen ans letzte Wochenende, eigentlich hat er, und das wird ihm natürlich vorgeworfen, ist ja klar, Friedrich Merz am Freitag gesagt, wisst ihr was, wir können nicht alle Lasten dieser Erde tragen. Wir können ehrlicherweise auch nichts dafür, dass es jetzt gerade einen Krieg im Iran tobt oder gegen den Iran tobt. Jetzt steigen die Spritpreise. Das ist für alle Leute miserabel und blöd, aber wir können nicht alles machen. Und er sagte es am Freitag in einer Situation, wo er innerlich hoffen konnte, Mensch, vielleicht kriegen die Amerikaner und die Iraner in Pakistan ja doch was hin. Ich kann nicht sofort wieder reagieren, weil es sofort teuer wird. Was passiert? Einen Tag später ist in Pakistan... Dann alles gescheitert. Trump kündigt selber die Sperrung der Straße von Hormuz an. Alle wissen an diesem Wochenende, oh shit, jetzt wird die Debatte wieder losbrechen und der Vorwurf wird sein, ihr kümmert euch nicht, ihr merkt es gar nicht, ihr seid viel zu abgehoben, ihr helft den einfachen Leuten nicht. Und unter diesem Druck hat die Koalition, die am Samstag und Sonntag eigentlich über große Reformen sprechen wollte, doch wieder vor allem zusammengesessen, um darüber zu reden, wie können wir den Leuten vielleicht doch helfen, aber nicht zu lange, nicht zu viel, wir sind eigentlich pleite, eigentlich können wir es nicht, na gut, machen wir es zwei Monate, Tankrabatt und was passiert? Die Republik fällt über sie hinweg, obwohl sie im Prinzip einen, ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, aber am Ende wahrscheinlich menschlichen Reflex hatte, In der Abwägung stehen wir am Ende da, als ob uns das nicht interessiert. Oder machen wir was, was wir selber nicht total überzeugend finden, aber wir wollen dem Publikum signalisieren, okay, wir haben Verstand, wir helfen euch ein bisschen. Ergebnis ist Katastrophe. So könnt ihr es nicht machen. Das geht nicht. Und der ist unzufrieden. Vorbei. Alles verpufft nach 24 Stunden.

Sprecher 2: Und im März wird jetzt vorgehalten, dass er im Jahr 2022 als Oppositionsführer damals die Ampelregierung scharf kritisiert hat.

Sprecher 8: Wir haben diesen 300-Euro-Tank-Rabatt oder Klima-Rabatt gehabt oder Klima-Zahlung. Das scheint sich jetzt fortzusetzen mit dem nächsten Vorschlag, den der Bundeskanzler macht, indem er die Tarifvertragsparteien einlädt, sich da auf solche Einmalzahlungen einzulassen. Ich halte das Ganze nicht für wirklich ausgegoren. Das ist kein Konzept, das ist wirklich Flickwerk. Und es zeigt aber auch, in welchem Dilemma die Bundesregierung ist. Sie muss jetzt Prioritäten setzen und das kann sie erkennbar nicht. Sie will alles zugleich haben und macht dafür immer höhere Schulden.

Sprecher 2: Natürlich ist das immer Wohlfeil auf eine gewisse Art, wenn man Aussagen von vor vier Wochen, sechs Wochen, zehn Jahren raussucht. Das könnte man bei uns Journalisten übrigens genauso machen. Leitartikel von vor zehn Jahren finden und sagen, du hast genau das Gegenteil gesagt. Ich finde, jeder, der seine Meinung grundsätzlich nicht ändert und starkköpfig ist, Das ist eigentlich der Dumme. Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. Einerseits. Andererseits ist es ja doch auch ein bisschen holperig, weil, würde ich sagen, die Dinge dann eben nicht richtig erklärt werden, sondern, anderes Beispiel, das Klingbeil, über den wir gleich auch noch sprechen wollen, mit Laura Block, unserer Kollegin in Washington, aber der... Sagt natürlich alles zusätzliche Investitionen aus dem Sondervermögen und dann kommen die Forschungsinstitute und sagen, nein, die sind nicht zusätzlich gewesen, es wurde einfach eine Umschichtung aus dem Haushalt und er erklärt es nicht, er sagt auch nicht, ja, irgendwie blöd gelaufen, sondern er bestreitet das einfach.

Sprecher 3: Ja, das ist Käse.

Sprecher 2: Wir haben ja nicht doch auch einfach ein Problem in Sachen Ehrlichkeit, dass man sagt, es ist jetzt vielleicht eine Botschaft, mit der ich mich nicht populär mache, aber man muss den Leuten auch insofern reinen Wein einschenken und ihnen sagen, das ist uns nicht geglückt oder die Lage ist vertrackt. Ich habe Verständnis dafür. Meine These ist, das würde sehr viel besser ankommen bei den Menschen, als dieses verkorkste Verschaukeln der Leute, die das dann irgendwie eben doch merken.

Sprecher 7: Ich teile das zu 100 Prozent, wobei man bei März oder auch bei März und den Medien an der Stelle, glaube ich, nochmal einen Schritt zurückgehen kann. Dem Kanzler fällt im Augenblick alles auf die Füße, was er vor dem Wahltag gesagt hat und nach dem Wahltag anders macht. Wenn man genauer hinguckt, muss man vielleicht konstatieren, erstens, der Mann ist tatsächlich, und das kann man ihm vorwerfen, erst im Amt in der Realität angekommen. In der Sekunde, als er merkte, er ist gewählt, hat er plötzlich nicht anders argumentiert, aber für viele Medien anders argumentiert und hat gesagt, oh, Schuldenbremse, wir müssen jetzt leider drüber nachdenken, richtig ist. Das Wahlergebnis war so krass, dass sie plötzlich keine Zweidrittelmehrheit mehr hatten. Und er musste sich überlegen, wie kriege ich eigentlich überhaupt Dinge jetzt noch hin. Kann man ihm vorwerfen? Gleichzeitig kann man aber auch den Medien durchaus, finde ich, vorwerfen, dass sie ihn sehr bewusst vor dem Wahltag immer wieder auch an eine Stelle in eine Ecke getrieben haben, weil sie gesagt haben, hat er jetzt gesagt, Schuldenbremse öffnen, ja oder nein? Tatsächlich hat er im Wahlkampf immer gesagt, da muss man über alles reden können. Merz hätte... Ehrlicherweise viel früher, sich hinstellen müssen und sagen müssen, wisst ihr was, ich klage auch mich selber an, ich habe gelernt, dass sich Dinge sehr massiv verändert haben. Er hat das immer so ansatzweise gemacht, als Trump Zelensky sehr schlecht behandelt hat und so. Aber tatsächlich hätte er einmal viel, viel stärker kenntlich machen müssen, Die Situation ist so viel schwieriger und ich räume ein, ich habe euch lange Zeit in gutem Glauben, auch in meinem guten Glauben, was anderes gesagt, aber wir müssen an der Stelle jetzt irgendwie alle miteinander lernen, ich auch und ich muss es euch vorlegen.

Sprecher 2: Also ein bisschen mehr Verantwortung, Stefan, das ist unser Appell doch an uns selbst, aber auch an die Politik. Vielen Dank für dieses Gespräch, lieber Stefan.

Sprecher 7: Sehr gerne.

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Sprecher 2: Der Krieg in Iran, der zieht die ganze Weltwirtschaft nach unten. Das sehen wir an den Zahlen und das war auch die Kernaussage der IWF-Früherstagung in Washington. Das Kuriose dabei ist, die USA sind dabei so gut wie gar nicht vertreten, obwohl das Weiße Haus nur einen Steinwurf entfernt ist von der IWF-Tagung. Deutschland wird durch Finanzminister Lars Klingbeil und Entwicklungshilfeministerin Brem Alabali Radovan vertreten. Laura Block, unsere Kollegin vom Berlin Table, hat den Vizekanzler auf seiner Reise nach Washington begleitet und mit ihm über die Tagung und auch die Reformpläne für Deutschland gesprochen. Und jetzt ist sie uns zugeschaltet aus Washington. Hallo, liebe Laura.

Sprecher 10: Guten Morgen, hallo.

Sprecher 2: Kann man das so sagen, dass den USA die Weltwirtschaft egal ist oder ist überhaupt die Idee der Weltwirtschaft passé?

Sprecher 10: Generell glänzen die Amerikaner hier eher mit Zurückhaltung. Ob die Weltwirtschaft egal ist, kann man vielleicht so sehen. Ich würde sagen, sie haben auf jeden Fall mal ein deutliches Zeichen gesetzt, dass das nicht mehr die oberste Priorität ist.

Sprecher 2: Iran steht im Zentrum der Tagung. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Was hast du da Neues erfahren? Was ist jetzt zu erwarten? Wie geht es weiter?

Sprecher 10: Die Weltbank hat vor wenigen Tagen zum Beispiel ein 100 Milliarden Dollar Paket verabschiedet für die ärmsten Länder der Welt. Also nicht nur Deutschland kämpft ja mit. den Auswirkungen, sondern halt auch viele arme Länder, zum Beispiel durch Düngemittelknappheit und dadurch ist eben auch die Lebensmittelversorgung nicht mehr gegeben. Also viele reden hier über den Iran-Krieg und der große Elefant im Raum ist natürlich auch die USA, denn viele sehen hier eben die Amerikaner als die Schuldigen für den Iran-Krieg. Und so richtig aussprechen möchte das hier keiner, weil man dann doch eben an vielen Stellen doch noch auf die Amerikaner angewiesen ist.

Sprecher 2: Laura, du konntest mit dem Vizekanzler auch über seine Reformpläne für Deutschland sprechen. Wir erinnern uns an die Bertelsmann-Rede von vor einigen Wochen. Hat man den Eindruck, der Vizekanzler will den Kanzler in Sachen Reformen nochmal überholen. Ist es auch dein Eindruck und ist da auch was dran oder sind das bei Lars Klingbeil dann eben nur große Worte und wenig dahinter?

Sprecher 10: Natürlich sind auch hier in Washington die Reformvorhaben in Deutschland. allgegenwärtig. Das ist ein großes Thema. Er möchte auch hier bei seinen Gesprächspartnern immer wieder dafür werben, für die Reformen. Was von all den Ankündigungen, die jetzt schon getan wurden, hat ja schon ein bisschen was in der Battlesman-Rede angesprochen und was davon dann tatsächlich umgesetzt wird, das wird sich dann jetzt noch zeigen. Und da muss sich dann der Vizekanzler, aber dann natürlich auch der Kanzler beweisen und zeigen, dass sie auch Wort halten.

Sprecher 11: Vielen Dank und gute Reise zurück nach Deutschland, liebe Laura.

Sprecher 2: Vielen Dank, Helena.

Sprecher 3: In kaum einer Branche ist momentan so viel Bewegung drin wie in der Verteidigungsindustrie. Die alteingesessenen Unternehmen wie zum Beispiel Rheinmetall oder Airbus, die freuen sich über viele große neue Aufträge. Nebenbei gibt es aber auch viele Startups wie zum Beispiel Helsing, Stark oder Quantum, die auf den Markt drängen. Ja und dann gibt es noch so ein paar Quereinsteiger, die auch noch mitmischen wollen. Einer davon ist die Kölner Firma Deutz, eigentlich weltweit bekannt für Diesel, Gas, Wasserstoff und Elektromotoren, die meistens in der Agrar- oder Bauindustrie zum Einsatz kommen. Seit ungefähr einem Jahr ist Deutz jetzt aber auch im Verteidigungsbereich aktiv und hat dafür sogar extra die Sorbet Group, ein Hersteller für Drohnenantriebe, gekauft, um in dem Bereich noch besser aufgestellt zu sein. Warum will das Unternehmen unbedingt in den Rüstungssektor und ist die Belegschaft eigentlich bereit, diesen Weg mitzugehen? Das hat Robert Wallenhauer, unser Kollege vom Security Table, mit Marco Herre, dem Leiter der Verteidigungssparte von Deutz, besprochen.

Sprecher 12: Hallo Herr Herre.

Sprecher 13: Hallo.

Sprecher 12: Deutz ist bisher bekannt für das Geschäft mit Motoren, vor allen Dingen für Fahrzeuge, die in der Bau- oder Agrarindustrie eingesetzt werden. Seit vergangenem Jahr fokussiert sich Deutz aber auch auf die Defense-Sparte, auf die Rüstungsindustrie. Wie kam dieser Sinneswandel?

Sprecher 13: Zum einen ist Deutz letztendlich... Bekannt dafür, Motoren und Antriebe herzustellen, die wir in der Vergangenheit eher opportunistisch auch im Defense-Geschäft oder im Verteidigungssektor vertrieben haben. Letztes Produkt, was die dort motorisiert hat von der Bundeswehr, ist beispielsweise der Fennec. Und mit der Entscheidung letztendlich, die Verteidigung in der Mitte der Gesellschaft wieder aufzunehmen, haben wir uns auch entschieden, dieses Geschäft, was wir vorher opportunistisch betrieben haben, eher strategisch wieder in Angriff zu nehmen und dezidiert dafür eine Business Unit aufzustellen, die eine Go-to-Market-Business-Unit ist und sich tatsächlich mit dem Markt beschäftigt, um die Produkte, die die Deutsche AG hat, beginnen vom Verbrennungsmotor, über batterieelektrische Antriebe, über den Service oder Energielösungen in den Markt für Verteidigung zu platzieren.

Sprecher 12: Jetzt haben Sie letztes Jahr einen Hersteller von Drohnenantrieben übernommen und sind unter anderem bei den Startups Titan Technologies und Arx Robotics eingestiegen. Welche Rolle sehen Sie für Deutz und Deutz Defense in dem Sicherheits- und Verteidigungssektor?

Sprecher 13: Zum einen natürlich auf Basis unserer Genetik den Fokus auf Antriebstechnologien oder wir nennen es auch anders, immer dort Energie zur Verfügung zu stellen, wo sie benötigt wird. Das heißt jetzt nicht nur rein von dem Antrieb her als Motor, sondern auch Energiesysteme, die im Feld benötigt werden, dort im Markt zu platzieren. Die Entscheidung letztendlich hier auch in die Drohnen zu steigen oder in die DevTechs oder in die NeoPrimes war natürlich immer getrieben über die DNA einen Antrieb bereitzustellen aus dem Portfolio heraus. Das haben wir mit der Übernahme der Subi-Gruppe letztes Jahr abgeschlossen. Hier liefern wir Elektromotoren, letztendlich in dem Bereich Antriebe, Drohnen. Die Entscheidung natürlich zu investieren in diese Unternehmen ist durch zwei Faktoren getrieben. Das eine ist, welches Produkt kann ich anbieten? Wie kann ich mit einem Produkt punkten? Und auf der anderen Seite natürlich unsere Kompetenz in der Industrialisierung, diesen Startups zur Verfügung zu stellen. Immer dann, wenn natürlich ein Auftrag kommt und hohe Stückzahlen abgefragt werden vom Kunden. Dort zu unterstützen.

Sprecher 12: Für die Zuhörer vielleicht, die Titan Technologies, die stellen sozusagen Abfangdrohnen her. Arx Robotics hingegen eine bodenbasierte Drohne. Das ist sozusagen zugespitzt gesagt eine Mischung zwischen einem Rasenmäheroboter und einem Panzer. Sie haben jetzt bisher Motoren für die Landwirtschaft und den Bausektor hergestellt. Wie genau muss Deutz sich da umstellen oder wie genau reagieren Sie sozusagen auf diese anderen Anforderungen von diesen neuen oder anderen Produkten in der Defense-Sparte?

Sprecher 13: Wenn wir auf die klassischen Antriebe schauen, dann sind wir gar nicht so weit weg von den Anforderungen, die wir im Defense haben. Also wir liefern ja heute Motoren in... Die Off-Highway-Segmente ein. Wir nennen es so. Wir sind ja kein klassischer Automotive-Hersteller oder Lieferant für Automotive. Und diese Applikationen haben natürlich auch hohe Anforderungen. Sie müssen sowohl in Kälte funktionieren, als auch in Höhe, als auch unter Hitze. Sie haben unterschiedliche Anforderungen an das Leistungsspektrum, an den Abruf eines Leistungsspektrums eines Antriebes. Von daher sind wir gar nicht so weit weg. weg von dem, was die Verteidigungsindustrie hier an Anforderungen bringt für Antriebe. Von daher müssen wir uns da gar nicht großartig umstellen, sondern wir müssen den Grundmotoren oder die Grundantriebe, die wir haben, um gewisse Anbauteile ergänzen. Und das haben wir in der Vergangenheit getan und machen wir zukünftig auch. Das Thema Antriebe, wenn wir jetzt auf die Neoprimes oder auf die angesprochenen Titan oder Arx schauen, für Titan ist es natürlich der Antrieb der Elektromotor. Diese Drohnen haben zwei Elektromotoren, die die Propeller antreiben und diese liefern wir ein. Bei ARX sind wir noch nicht auf der Produktseite. Hier steht im Vordergrund natürlich die Unterstützung in der Industrialisierung. Wir haben zwei große Werke, eins in Ports und eins in Ulm. Und das Ulmer Werk ist sehr flexibel gestaltet, weil wir dort auch unsere sogenannten Legacy-Motoren machen, die schon seit 1960 im Programm sind. Und damit auch eine sehr flexible Produktion haben, wo wir auch beispielsweise den Gerion auf eine Linie setzen können und in großen Stückzahlen produzieren.

Sprecher 12: Der Gerion ist das Produkt von Axrobotics.

Sprecher 13: Genau. Der Rasenmäher-Panzer-Verschnitt.

Sprecher 12: Die Fusion, genau. In Zahlen gesprochen, wenn ich mich recht entsinne, war das bei einem Umsatz von rund 2 Milliarden Euro 2024. Das Defense-Geschäft hat damals... In einem zweistelligen Millionenbereich mitgespielt. Wenn Sie jetzt sozusagen der Business-Leiter der Defense-Sparte sind, wie ist denn da so ein bisschen die Vision? Wie groß ist der Fokus von Deutz auf Defense?

Sprecher 13: Grundsätzlich, denke ich mal, können wir als Deutz behaupten, alles was wir tun, ist auf Wachstum ausgelegt. Und mit der Etablierung der Business Unit Defense ist hier auch ein Wachstumspfad vorgegeben. Und wir haben als Deutz Gruppe letztendlich für 2030 ein Unternehmensziel, das sind 4 Milliarden Euro Umsatz. Und davon soll die Business Unit Defense etwa 10% beitragen. Von daher haben wir einen klaren strategischen Pfad. Dieses Wachstum werden wir organisch, also aus eigener Kraft, mit eigenen Produkten, aber auch anorganisch verfolgen, sodass wir in 2030 diese Ziele erfüllen können.

Sprecher 12: Ist der Fokus auf die Fenster, hat der dann auch einen Stellenzuwachs in Zukunft nachziehend?

Sprecher 13: Zum einen, denke ich mal, müssen wir erstmal unsere Beschäftigten absichern, die wir heute haben. Es gibt immer die Parallelen natürlich auch zum Automotive-Bereich. Jetzt sind wir nicht so groß wie Automotive. Aber nichtsdestotrotz müssen wir immer schauen, wie wir unsere heutigen Kapazitäten auslasten. Wir haben große Werke, wir haben Kapazitäten, die heute noch nicht komplett abgerufen werden. Das hat eine geopolitische Situation natürlich. Die weltwirtschaftliche Lage ist nicht ganz so, wie man sich sie erhofft. Es gibt immer wieder die Krisen, die wieder ein Wachstum verhindern, sei es Nahost. Nichtsdestotrotz müssen wir schauen, dass wir versuchen, unsere Kapazitäten abzusichern, unsere Mitarbeiter letztendlich voll zu beschäftigen. Das ist erstmal das erste Ziel. Ob es dann im Anschluss weiteren Wachstum geben kann dadurch als Impuls, das wird sich zeigen.

Sprecher 1: Super, vielen Dank für das Gespräch, Herr Herre.

Sprecher 3: Danke.

Sprecher 2: Mein lieber Flo, war noch was.

Sprecher 3: Elene, Rauchen kann in der Türkei bald richtig teuer werden. Bis zu 200.000 Euro Strafe kann es geben, wenn man eine Zigarette im öffentlichen Raum anmacht.

Sprecher 2: Okay, 200.000 Euro, das wäre jetzt nach dem deutschen Rechtsverständnis wirklich unverhältnismäßig als Strafe. Aber anscheinend meint die Türkei ist wirklich komplett ernst mit der Rauchfreiheit, oder?

Sprecher 3: Ja, bis 2040 sollen wirklich die Produktion, der Verkauf und der Import von Tabakwaren komplett verboten werden. Man orientiert sich da so ein bisschen an der EU, die ja auch 2040 eine rauchfreie Generation dann haben will. Ja, und bis dahin muss man halt mit drakonischen Strafen arbeiten, weil in der Türkei eben doch ein relativ hoher Tabakkonsum normal ist. Und für die Touristen ist das übrigens auch keine so gute Nachricht, denn man hat schon ganz klar gemacht, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Also man sollte sich in Zukunft auf jeden Fall mal informieren, wenn man in die Türkei fliegt, was da gerade an Rauchrestriktionen und Strafen auf einen warten. Nicht, dass man da unwissend in eine Falle läuft.

Sprecher 2: Also da sind doch die schrecklichen Bilder, die es bei uns auf den Päckchen zu sehen gibt, nichts dagegen. Vielleicht ist das dann die Erziehungsmaßnahme, die es braucht, um für Rauchfreiheit auf dieser Welt zu sorgen. Ich weiß es nicht. Ich setze doch eigentlich eher auf die Einsicht der Menschen, dass Rauchen schädlich ist. Nicht auf diese Art der Sanktionen. Aber gut, wir werden sehen. Flo, das war's für heute und morgen sind wir dann wieder für Sie da mit einer CEO-Sonderedition am Wochenende, die sich mit Zukunftstechnologien aus Europa beschäftigt. Freuen Sie sich darauf ab 5 Uhr mit den Kollegen Alex Hofmann und Nina Klotz vom CEO-Table. Wir sind am Montagmorgen wieder für Sie. Da haben Sie ein schönes, hoffentlich sonniges Wochenende. Ciao.

Sprecher 14: Just wanna dance. To the body. Just want to dance about it.

Sprecher 4: Ingrid und Indeed präsentieren Jobs, bei denen man sich keinen Fehler erlauben darf. Heute Steuerberaterin.

Sprecher 15: Wie sieht meine Steuererklärung aus? Super Neuigkeiten. Sie müssen dieses Jahr keine Steuern zahlen. Wie? Ich habe drauf geschrieben.

Sprecher 16: Ein Danke. Das Finanzamt muss das respektieren.

Sprecher 4: Ingrid! Das ist ein Job für Premium-Stellenanzeigen. Mit richtigen Profis wäre das nicht passiert. Vertraue Ingrid, versuch Indeed und finde qualifizierte Talente mit Premium-Stellenanzeigen. Mach's dir Indeed einfach. Jetzt auf indeed.de slash recruiting.