Wie schmerzhaft wird die Gesundheitsreform?
Dauer: 21:33

Wie schmerzhaft wird die Gesundheitsreform?

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat ein umfassendes Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung vorgestellt. Es geht nun alles sehr schnell bei Schwarz-Rot. Schon in zwei Wochen soll das Kabinett über einen Gesetzentwurf abstimmen. Die Zuzahlungen für Medikamente steigen nach den Plänen von bisher 5 bis 10 Euro auf 7,50 bis 15 Euro – die erste Erhöhung seit 22 Jahren. Die beitragsfreie Mitversicherung für Ehepartner wird ab 2028 eingeschränkt. Insgesamt soll das Paket fast 20 Milliarden Euro einsparen.

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Heute vor drei Jahren hat der Bürgerkrieg im Sudan begonnen – und die Bilanz ist verheerend: Mehr als 150.000 Menschen sind gestorben, fast 12 Millionen sind auf der Flucht. In Berlin findet heute die internationale Sudan-Konferenz statt, die Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, den USA, der EU und der Afrikanischen Union ausgerichtet hat. Gabriel Bub vom Security-Table hat mit Nidal Salah-Eldin gesprochen – sie ist im Sudan geboren, war stellvertretende Chefredakteurin der dpa und sitzt heute im Komitee von UNICEF. Ihre Botschaft ist klar: „Die Konferenz braucht keine Symbolik, die Konferenz braucht Substanz."

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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Alle müssen ihren Beitrag leisten. Ein Satz, der in verschiedenen Zusammenhängen richtig ist und auch in der Gesundheitspolitik, denn unser Gesundheitssystem, das soll ja bezahlbar bleiben. Und deswegen war dieser Satz auch die Kernaussage von Nina Waken, der Gesundheitsministerin, die gestern Vorschläge für eine tiefgreifende Gesundheitsreform vorgestellt hat. Wir sagen Ihnen, was da auf Sie zukommt.

Sprecher 3: Während der Großteil der Welt auf die Kriege im Iran und in der Ukraine schaut, tobt seit genau drei Jahren ein erbitterter Bürgerkrieg im Sudan, wodurch es inzwischen zu einer der größten humanitären Katastrophen auf der Welt gekommen ist. Heute findet in Berlin die internationale Sudan-Konferenz statt, bei der sich auch unsere frühere Kollegin von Axel Springer und von der dpa, UNICEF-Mitglied Nidal Salah Eldin, für mehr Unterstützung einsetzt. Warum ausgerechnet Deutschland hier eine Rolle spielen kann, das wollte Gaby Boob aus dem Security-Table von ihr wissen.

Sprecher 2: Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau. Das soll nun anders werden und zwar ausgerechnet mit der Hilfe von Touristen. Wie die neueste Ideen für eine saubere Stadt aussehen, das verraten wir Ihnen heute auch noch an diesem Mittwoch, den 15. April. Und wir freuen uns, dass Sie dabei sind.

Sprecher 4: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.

Sprecher 5: Die Kommission hat ja, das habe ich damals auch gesagt, einen guten Werkzeugkasten vorgelegt mit ganz verschiedenen Werkzeugen und Maßnahmen. Und wir haben uns jetzt die Werkzeuge ausgesucht, mit denen wir die Großbaustelle GKV-Finanzen angehen wollen.

Sprecher 3: Jetzt soll es ganz schnell gehen, Helene. Nina Wacken, den meisten in Deutschland wahrscheinlich nicht bekannt, ist Gesundheitsministerin und hat jetzt ein ziemlich umfassendes Reformpapier vorgelegt, das in zwei Wochen schon Kabinettsreife erlangen soll. 20 Milliarden Euro sollen im Gesundheitssystem eingespart werden.

Sprecher 5: Ein ambitionierter Zeitplan, deswegen werden wir jetzt sehr schnell auch die Vorschläge innerhalb der Bundesregierung besprechen müssen. Ja, und die Schnelligkeit ist auch gut, denn es besteht großer Handlungsbedarf.

Sprecher 2: Ja, das ist wirklich eine unglaubliche Beschleunigung der Politik, die wir hier sehen. Gerade hat eine Kommission die Ergebnisse vorgelegt, 66 an der Zahl der Instrumentenkasten, so ist er beschrieben worden. Und normalerweise kennt man das aus der Politik, dass wenn es schwierig ist, wird eine Kommission eingesetzt, die ewig arbeitet und dann passiert erstmal nichts. Jetzt soll es ganz anders sein. Die Reformvorschläge sollen sofort Gesetz werden, denn die Zeit drängt, die Gesundheitskosten explodieren und... Die Beitragszahler wollen nicht noch mehr Geld in die gesetzlichen Kassen zahlen.

Sprecher 3: Ja, und während in der Wirtschaftspolitik, in der Steuer- und Finanzpolitik seit Jahren ja Reformen nur in homöopathischen Dosen verabreicht werden, wird jetzt wenigstens... Die Homöopathie, gönn mir diesen Gag, aus der Kassenleistung herausgestrichen. Es ist längst überfällig, auch das Hautkrebs-Screening, das anlasslose, wird keine Kassenleistung mehr sein. Also manch ein Versicherter und Patient muss sich seine Vorsorge-Ideen selbst bezahlen.

Sprecher 2: Ja, wobei Vorsorgeideen klingt natürlich jetzt schon ein bisschen abschätzig. Also bei Hautkrebs-Screening, wie bei allen anderen dieser Fragen, kann man natürlich im Detail auch diskutieren, ob das nicht eigentlich sinnvoll ist, dass man alle paar Jahre zumindest mal seine Leberflecken anschauen lässt. Und wenn man dafür bezahlen muss, ob man es dann trotzdem machen würde. Also die ganze Diskussion um Vorsorge und ihre Bedeutung zum Gesundbleiben. Aber gut, am Ende ist es so, es muss gespart werden. Also schauen wir uns mal an, was sind nun die konkreten Punkte, wo es für uns teurer wird.

Sprecher 3: Ja Helene, gehen wir abwechselnd mal durch. Fangen wir mit den Versicherten an. Die Zuzahlungen für die Kamente steigen von 5 bis 10 Euro auf 7,5 und 15 Euro. Auch die Zuzahlungen bei Krankenhausaufenthalten steigen.

Sprecher 2: So und auch die Ärzte sind dran. Die Honorare für Fachärzte sollen nicht mehr so stark steigen wie ursprünglich geplant. Und es soll auch kein extra Geld mehr geben für das Befüllen der elektronischen Krankenakte ab 2027.

Sprecher 3: Die Pharmaindustrie, sie verdient immer noch gut in diesem Land. Deswegen auch der Herstellerrabatt, den der Staat vorgibt, das System vorgibt, der soll steigen. Also die Pharmaindustrie leistet auch ihren Beitrag.

Sprecher 2: Der Apothekenabschlag soll erhöht werden. Das ist der gesetzlich festgelegte Rechnung. Rabatt den Apotheken auf verschreibungspflichtige Arzneimittel an die gesetzlichen Kassen abgeben müssen.

Sprecher 3: Die Krankenkassen sollen ihre Verwaltungs- und Werbeausgaben begrenzen, aber vielleicht der wichtigste Punkt, er wurde jetzt schon wochenlang diskutiert, die kostenlose Mitversicherung für Eheleute. Sie wird nicht ganz gestrichen, aber doch eingeschränkt. Kinder und Eltern von Kindern bis sieben Jahren können kostenlos mitversichert werden, genauso wie pflegende Angehörige und ältere Versicherte. Alle anderen müssen ab 2028 dann allerdings 3,5 Prozent ihres beitragspflichtigen Einkommens bezahlen für diese Mitversicherung.

Sprecher 2: Arbeitgeber müssen zudem einen höheren Pauschbetrag für ihre geringfügig Beschäftigten bezahlen.

Sprecher 3: Auch Prävention und Digitalisierung soll gestärkt werden, Bürokratieabbau vorangetrieben werden, aber das steht ja wahrscheinlich in jeder Maßnahme irgendwie drin und kommt dann am Ende doch nicht.

Sprecher 2: Politisch heiß umkämpft ist die Frage der Zuckersteuer. Da sind sich Ärzte einig, es ist dringend überfällig. Das Ausland macht es vor. In Großbritannien gibt es die Zuckersteuer und da ist in Limonade viel weniger Zucker als bei uns. Das ist ein richtiger Schritt. Aber die CDU hat ein bisschen Sorge vor dem Image Verbotspartei. Nina Wacken allerdings ist offen dafür. Der Gesetzentwurf dafür, weil es sich um eine Steuer handelt, kommt allerdings nicht aus ihrem Haus, sondern muss aus dem BMF kommen.

Sprecher 3: Ja, man darf nicht vergessen, auch die Tabaksteuer soll ja steigen. Es ist zwar jetzt für eine andere Baustelle gedacht, nämlich zur Finanzierung der Entlastungsprämie für die Arbeitgeber, aber auch da... Da muss man sagen, viel Wunschdenken in der Geschichte bisher zeigt es sich, dass die Tabaksteuer zwar steigen kann, aber die Einnahmen nicht im gleichen Maße, wie von der Politik immer wieder versprochen, steigen. So funktioniert es, so einfach funktioniert es. Nämlich nicht, denn die Raucher haben eine ziemlich hohe Preiselastizität.

Sprecher 5: Und ich freue mich auf die Diskussion dazu dann auch in den nächsten Wochen. Herzlichen Dank.

Sprecher 2: Weitere Reformen jenseits des Gesundheitssystems sind angedacht in der Koalition und da geht es um die 1000-Euro-Entlastungsprämie. Also 1000 Euro sollen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern pro Jahr einmalig zahlen können und zwar steuer- und abgabenfrei.

Sprecher 3: Ja, interessant ist, dass die Arbeitgeber, die selbst in der Politik sind, wie zum Beispiel der Bundestag, gar nicht vorhaben. Julia Klöckner ließ ausrichten, dass sie sich daran nicht beteiligt und es eigentlich auch kritisch sieht. Denn die Unternehmen müssen diesen Betrag ja erstmal bezahlen können. Und wenn ich an die chemische Industrie denke, den Maschinenbau, den Mittelstand, auch diejenigen, die ja gerade zum Beispiel wie die Metall- und Elektroindustrie, die ja gerade Tarifverträge abgeschlossen haben mit hohen Einmalzahlungen, die werden sicherlich nicht jetzt nochmal... Eine Einmalzahlung an die Beschäftigten finanzieren können, egal ob das Steuer rabattiert ist oder nicht.

Sprecher 2: So, und dann müssen wir aber auch mal über Ausgabenkürzungen reden und nicht immer nur über die Einnahmenseite. Und hier hat der Ökonom Lars Feld, der einst der Berater des Finanzministers Christian Lindner war, folgende Ideen.

Sprecher 6: Wenn es darum geht, im nächsten Bundeshaushalt und auch in den Jahren, danach für die darauf folgenden Bundeshaushalte Mittel einzusparen, dann führt kein Weg daran vorbei, auf die Ausgabenseite zu gehen. Alles, was man im Bereich der Einnahmen macht, ist nur eine Verschiebung hin und her und führt zu Belastungen oder gar mehr Belastungen für Unternehmen beziehungsweise für private Haushalte. Bei den Ausgaben sollte man einsparen im Transferbereich. Das hat damit zu tun, dass der Bundeshaushalt zu fast 50 Prozent von Transfers erfasst ist. Das sind eben nicht nur die klassischen Sozialtransfers, sondern vor allen Dingen auch die Subventionen an Unternehmen. Die Subventionen sind seit dem Jahr 2015, 16 um das Dreieinhalbfache nach einer schon zuvor, also vor 15 angewendeten strengen Definition der Subventionen gestiegen. Wenn man nur die Finanzpläne nimmt, ist man sogar bei einer noch stärkeren Steigerung im Zeitablauf. Das heißt, den Unternehmen in Deutschland werden immer mehr Mittel in Form von Subventionen, in Form von Finanzhilfen zugewendet. Und hier hat man eine erhebliche Einsparmöglichkeit. Man wird am Ende trotzdem nicht an den Sozialtransfers vorbeikommen und sollte dabei auch die Familienpolitik in den Blick nehmen.

Sprecher 3: Ja, und Lars Klingbeil hat seine Lieblingsidee immerhin auch in das Abschlusspapier der Koalitionsspitzen bekommen, nämlich die Prüfung einer Übergewinnsteuer auf europäischer Ebene, wobei man sich immer fragt, wo genau beginnt dieser Übergewinn und wer definiert das eigentlich? Lars Feld, der ehemalige Wirtschaftsweiser, hat auch bei diesem Vorschlag eine eher kritische Haltung.

Sprecher 6: Eine Übergewinnsteuer ist deswegen verfehlt, weil es einen Übergewinn als solchen nicht gibt. Jede Definition, die das Steuer... rechtlich versucht zu erreichen, ist im Grunde willkürlich. Man kann feststellen, ob die Preise überhöht sind, wenn ein Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung hat. Das machen wir kartellrechtlich aber eben auch mit deutlich anderen Kriterien, also beispielsweise, ob der Markt bestreitbar ist, ob ein Kartell vorliegt, ob ein Monopol vorliegt und so weiter. Das heißt, es wird nicht einfach versucht, an irgendwelchen noch als normal empfundenen Gewinnen etwas festzumachen. Deswegen hat der BFH zu Recht entschieden im vergangenen Oktober, dass die bereits einmal erhobene Übergewinnsteuer aus dem Jahr 2022 nicht rechtskonform ist. Das ist zunächst unionsrechtlich problematisch, ist dann aber auch verfassungsrechtlich problematisch, wenn Willkür im Spiel ist. Und insofern wird eine Übergewinnsteuer schwierig sein, nach deutschem Recht typischerweise schwieriger noch als nach Unionsrecht.

Sprecher 7: 22.300.146 Milliarden. Was haben diese drei Zahlen miteinander zu tun? Sie stehen für den wirtschaftlichen Abstieg unseres Landes. Alle 22 Minuten geht eine deutsche Firma pleite. 300.000 verlorene Jobs, alleine in der Metall- und Elektroindustrie. Und 146 Milliarden, die wir jedes Jahr nur für sinnlose Bürokratie verschwenden. Zeit zu wenden. Warum jetzt nur noch große Reformen helfen? Auf insm.de

Sprecher 2: Heute vor drei Jahren begann der Bürgerkrieg im Sudan, einer der blutigsten Bürgerkriege auf dieser Welt und ein Krieg, der zu oft vergessen wird. Wir schauen einfach nicht oft genug in dieses Land und dafür sind Jahrestage dann immerhin gut, dass wir uns heute mal damit beschäftigen. Über 150.000 Zivilisten sind bei dem Krieg schon umgekommen. Mehr als 12 Millionen Menschen sind wegen des Kriegs und der dadurch ausgelösten Hungersnot auf der Flucht. Eine der größten humanitären Katastrophen der Welt. Und um endlich Hilfe für die Menschen im Sudan zu organisieren, findet heute die internationale Sudan-Konferenz hier in Berlin statt, die Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, den USA, der EU und der Afrikanischen Union veranstaltet. Auch Nidal Salah Eldin wird an der Konferenz teilnehmen. Sie war mal Vorständin bei Axel Springer und zudem stellvertretende Chefredakteurin bei der dpa. Sie ist im Sudan geboren und heute ist sie Komiteemitglied bei UNICEF. Was sie von dieser Konferenz erwartet und wieso gerade Deutschland eine entscheidende Rolle spielt, das hat Gabriel Bub, unser Security Table Kollege Salah Eldin, gefragt.

Sprecher 8: Hallo Frau Salah-Eldin, sehr schön, dass Sie da sind.

Sprecher 9: Vielen Dank für die Einladung, Herr Bub, schön hier zu sein.

Sprecher 8: Heute ist ja der traurige dritte Jahrestag des Kriegs im Sudan. Wie ist die Lage für die Menschen im Sudan?

Sprecher 9: Die Lage im Sudan ist katastrophal. Es sind mehr als 17 Millionen Kinder davon betroffen. Weitere viele Millionen Menschen hungern. Keine Perspektive haben ihre Grundlagen fürs Leben und für ihre Zukunft verloren. Und die Dramatik könnte größer nicht sein. Also es ist dringender Handlungsbedarf im Sudan.

Sprecher 8: Viele Menschen sind auf der Flucht.

Sprecher 9: Ja, sind auf der Flucht, insbesondere auch in die Nachbarländer des Sudan, Ägypten, Tschad, einige auch im Südsudan, in Uganda. Und die internationale Gemeinschaft hat die Verantwortung, sicherzustellen, dass dieser Krieg insbesondere auch die wirtschaftlichen Verquickungen, die Profiteure dieses Kriegs, die auch an der Konferenz teilnehmen werden, dass diesem Krieg ein Ende gesetzt wird.

Sprecher 8: Über die Profiteure müssen wir gleich noch sprechen, aber die internationale Gemeinschaft blickt ja gerade vor allem nach Nahost auf den Iran. In Europa schaut man auf die Ukraine, aber sagen Sie uns doch mal, wie wirkt sich der Krieg im Iran, die Sperrung der Straße von Hormuz auf den Sudan aus?

Sprecher 9: Die Sperrung der Straße von Hormuz hat ganz unmittelbare negative Konsequenzen für die Menschen im Sudan, denn über diese Route werden Nahrungsmittel und Dünger in den Sudan gebracht. Und das heißt, auch hier werden die Menschen im Sudan, die Zivilgesellschaft, wieder zum Spielball von internationalen Interessen und Verquickungen. Die Menschen im Sudan leiden unter dem, was gerade im Iran passiert.

Sprecher 8: Sie haben gesagt, da sind auch Profiteure. Vom Krieg im Sudan. Wer sind denn diese Profiteure und wie profitieren sie davon?

Sprecher 9: Es sind drei Stränge, die auch wichtig sind, um dem Krieg im Sudan etwas entgegenzusetzen. Das erste ist ein Außenministertreffen, zu dem bereits 25 Außenministerinnen und Außenminister zugesagt haben, stand heute. Der zweite Strang ist eine humanitäre Konferenz, wo es auch um Finanzierungszusagen in erheblicher Höhe gehen wird. Und die dritte Säule ist die Zusammenkunft von zivilen Akteuren, die eine Art Friedensperspektive und Prinzipien aushandeln sollen. Und all das braucht man, um eine Antwort zu finden. Und was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeht, muss man einfach sagen, dass es natürlich wirtschaftliche Interessen gibt, die den Krieg im Sudan befeuern. Gäbe es die nicht, gäbe es keine Waffenlieferungen, zum Beispiel auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, wäre dieser Krieg schon längst beendet. Das muss man einfach sagen. Und deshalb fordern ich und wir auch, dass wir etwas klarer auch darüber sprechen, wer profitiert von diesem Krieg, wer hat Interessen, die diesen Krieg am Laufen halten. Und die Forderung auch an die Konferenzteilnehmer ist, da auch in den Dialog zu gehen und auch etwas Druck auszuüben, um etwas an der Lage zu ändern.

Sprecher 8: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ja ein enger Partner von Deutschland. Sie spielen auch in anderen Konflikten eine Vermittlerrolle. Haben Sie denn den Eindruck, dass die Bundesregierung genug Druck auf die Emirate ausübt, um eine bessere Rolle im Sudan zu spielen, Waffenlieferungen? Verurungen zu stoppen?

Sprecher 9: Die Bundesregierung verfolgt die Strategie, sozusagen öffentlich kein Shaming zu betreiben und eher auf diplomatischem Wege hinter den Kulissen diese Themen zu adressieren. Ich halte es persönlich, das ist meine persönliche Perspektive, für wichtig, immer und immer wieder das Gespräch auch zu suchen und sehr klar auch die Handlungsmasse, die Verhandlungsmasse, die Deutschland auch in die Waagschale legen kann, hier auch geltend zu machen. Es ist kein Naturgesetz, dass Waffen in den Sudan geliefert werden. Und deshalb sollten wir das auch nicht so behandeln, sondern weiterhin klar, und das ist auch meine Erwartung an die Bundesregierung, klar Ross und Reiter zu benennen. Und dazu gehört neben den Emiraten natürlich auch viele afrikanische Nachbarländer des Sudan. Es sind nicht nur die Emirate, es sind auch die Emirate.

Sprecher 8: Welche Länder meinen Sie da noch?

Sprecher 9: Zum Beispiel Äthiopien spielt eine Rolle, Libyen, Tschad, also viele andere Länder, die in irgendeiner Weise auch profitieren von dem, was im Sudan passiert.

Sprecher 8: Auch die Deutschland Druck ausüben könnte.

Sprecher 9: Genau.

Sprecher 8: Jetzt ist die Konferenz in Berlin. Hat von außen betrachtet Deutschland denn das Gewicht? Eine Lösung zu finden oder ist das jetzt eine Konferenz, wo man zusammenkommt, vielleicht ein bisschen Geld zusammenkratzt, aber im Endeffekt wird sich nicht viel tun. Wie blicken Sie auf die Konferenz?

Sprecher 9: Die Konferenz braucht keine Symbolik, die Konferenz braucht Substanz und das ist auch die Erwartungshaltung und auch das will die Bundesregierung ja einlösen. Deutschland wird im Sudan und auch von den Sudanesinnen und Sudanesen als Honest Broker, als ehrlicher Vermittler wahrgenommen. Und deshalb sind die Erwartungshaltungen auch hoch. Richtung Konferenz. Ich glaube, man muss in beide Richtungen etwas Erwartungsmanagement betreiben. In Berlin wird nicht der Frieden verkündet im Sudan. Leider, das ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Aber Deutschland spielt eine ganz wichtige Rolle, auch als Freund der Quad-Initiative, immer wieder Druck auszuüben. Und Verbindlichkeit einzufordern. Und diese Rolle hat Deutschland in der Vergangenheit ausgefüllt, muss es aber mit Blick auf die Konferenz noch einmal mehr tun.

Sprecher 8: Ein wichtiger Punkt, der ja auch bei der Konferenz im Fokus stehen wird, ist die Rolle der Zivilgesellschaft. Was heißt das denn konkret? Welche Rolle kann die Zivilgesellschaft spielen im Sudan, um die Situation für die Menschen zu bessern?

Sprecher 9: Die Zivilgesellschaft im Sudan ist wahnsinnig aktiv und hat mit den Emergency Response Rooms, die auch schon viele Preise gewonnen haben, schon für den Friedensnobelpreis nominiert worden, sind eine ganz wichtige Rolle. Das sind sozusagen die Ersthelferinnen und Ersthelfer.

Sprecher 8: Wie arbeiten diese Emergency Response Rooms? Also ganz konkret, was machen die? Wie helfen die den Menschen?

Sprecher 9: Ja, das sind mobile Kliniken, die da angeboten werden, die durchs Land fahren. Es sind Suppenküchen, es sind Lernangebote, Hilfsangebote. Es sind insbesondere auch für Frauen und Kinder, die besonders vulnerable sind, die besonders vom Krieg betroffen sind, was uns bei UNICEF natürlich auch sehr beschäftigt. Dazu zählt auch ein Angebot, wo man zum Beispiel sein Handy laden kann, also Hubs, wo es Strom gibt. Alles, was man zum Leben, zum Überleben braucht, wird über die Hilfsorganisation und die Emergency Response Rooms abgedeckt. Und deswegen ist es auch für uns wichtig, nach vorne gerichtet weiterhin die zivilen Kräfte, die sich um humanitäre Belange kümmern, zu unterstützen und denen substanzielle Mittel zuzusagen. Das ist die Erwartungshaltung auch an Berlin.

Sprecher 8: Das heißt, Sie hoffen auf eine starke deutsche Rolle bei der Konferenz und vielleicht Gelder, die zusammenkommen, aber den Krieg klären wird man auch nicht können bei der Konferenz?

Sprecher 9: Wichtig ist es, dass man die bestehenden Prozesse, zum Beispiel den Quad-Prozess, den Quinn-Prozess, dass man diese weiterhin als Gefäße sozusagen...

Sprecher 8: Also diese Vermittlungsprozesse, die es bereits gibt?

Sprecher 9: Das Wichtigste ist der Quad-Prozess. Zum Quad-Dialog gehören... Die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA, Saudi-Arabien und Ägypten. Diese vier Länder haben massiven Einfluss auf die Kriegsparteien im Sudan. Und jetzt ist es wichtig, und all diese vier Länder werden ja dabei sein in Berlin, es ist wichtig, jetzt die Spannung hier zu halten und in die Umsetzung zu kommen und den Fokus zu halten. Das ist unsere Erwartungshaltung. Nicht ein neuer Prozess, der neu aufgegleist werden muss. Diese Zeit haben die Menschen im Sudan nicht, darauf zu warten.

Sprecher 8: Vielen Dank, Frau Sader-Eldin, für diese Einblicke. Das war sehr interessant. Danke, dass Sie bei uns im Podcast waren. Und dann wünsche ich Ihnen und den Menschen im Sudan eine gute Konferenz.

Sprecher 9: Vielen Dank.

Sprecher 2: Lieber Mitchi, war noch was.

Sprecher 3: Ja, hier in der Berliner Politik, das ist ja so ein Sonderthema. Die kriegen ja irgendwie nichts auf die Kette, wenn du dir mal Baustellen anguckst oder Sauberkeit oder Sicherheit oder irgendwas. Auch den Zaun gibt es übrigens immer noch nicht um den Girlie. Aber egal. Deswegen sind diese Kolleginnen und Kollegen im Senat offenbar auf die Idee gekommen, ja, wenn wir schon nichts auf die Kette kriegen, dann helfen uns vielleicht einfach die Touristen, diese Stadt sauberer zu machen. Eine ziemlich naheliegende Idee eigentlich.

Sprecher 2: An diesem Samstag sollen also Touristen sauber machen. Und das bedeutet Abfälle aus der Spree fischen zum Beispiel. Und als Belohnung dafür bekommen sie Gutscheine für all die schönen Dinge, die man in dieser Stadt tun kann. Etwa Museen besuchen und anderes. Eine Win-Win-Situation. Die Stadt wird sauberer und der Urlaub im besten Fall günstiger.

Sprecher 3: Das dicke B soll endlich sauber werden. Dafür bräuchten wir dann allerdings schon 500 Millionen Touristen pro Jahr, um diese Stadt wirklich sauber zu machen.

Sprecher 2: Bitte nicht.

Sprecher 3: Wir warten mal ab, ob es gelingt. Wir freuen uns jedenfalls, wenn Sie morgen wieder einschalten. Bei Helene Bubrowski und Michael Bröker an diesem dann Donnerstag, den 16. April. Bis dahin, ciao, ciao.

Sprecher 2: Wir freuen uns jetzt schon auf Sie. Tschüss.

Sprecher 10: Die Berliner Luft im Vergleich zu anderen Städten bietet leckersten Geschmack, allerbeste Qualitäten, um ein paar Raben zu feiern und exklusive Feten. Die Massen sind jetzt da, es hat sich niemand umgebeten. Früher ging's in Berlin um Panzer und Raketen, heute lebe ich im Osten zwischen Blümchen und Tapeten. Kümmer mich nicht allzu sehr um Taler und Moneten, baue hier und da einen Track, aber dafür um konkreten. Coolnessmäßig platzt die Stadt aus allen Nähten, aber wo sind jetzt? Die Tüten, die auch ernsthaft antreten um ihr Potenzial. Ihres Stils heißt zu kneten, zu viel Kraft in der Lunge für zu wenige Torquay.

Sprecher 11: Im Sommer tust du gut und im Winter tut's weh. Mama, Berlin, Bad Stein und Benzin. Wir liegen da in Luft, wenn wir um die Häuser ziehen. Dickes B, um an der Spähe. Im Sommer tust du gut und im Winter tut's weh. Mama, Berlin, Bad Stein und Benzin. Wir lieben deinen Dunst, wenn wir um die Häuser ziehen.

Sprecher 12: It's a one on him, it nice Reggae music, I say nice, nice In a Berlin, it just like a paradise, it nice Everybody said them love the vibes, vibes When the reggae play them, said them feel alright Every Wednesday night, you can go check out some ground When the reggae music mash the whole place down Black copper fire, it's going through the microphone I make me say one love to all of the sound Pick up on the Miller, Caffrey, Jungle, Crowdhem Pick up on Zawa, Supersonic, Crowdhem Pick up Alex and the Such a Sound, Crowdhem I make me say one love to the next sound and we sing Dickles B, home on the spree

Sprecher 11: In summer, do you do good? Und im Winter tut's weh. Mama, Berlin, Backstein und Benzin. Wir lieben deine Luft, wenn wir um die Häuser ziehen.

Sprecher 4: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.