Bodentruppen im Iran? Mit Carlo Masala.
Dauer: 23:45

Bodentruppen im Iran? Mit Carlo Masala.

Das Pentagon bereitet sich offenbar auf einen möglichen Einsatz von Bodentruppen im Iran vor. Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München, beschreibt, welche Folgen ein solcher Einsatz hätte. Und er hat eine klare Empfehlung an US-Präsident Trump.

[13:03]


Die „FinanzKommission Gesundheit“ stellt ihre Ergebnisse vor. Zehn Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ökonomie, Medizin, Sozialrecht, Ethik und Prävention haben Sparvorschläge erarbeitet. Sara Siewert berichtet über 60 Maßnahmen mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro.

[08:59]


Die SPD will Reformpartei werden.

Auf dem Krisentreffen vorm Wochenende haben vor allem auch kommunale Vertreter der Bundesparteispitze klargemacht, dass den Worten nun Taten folgen müssen.

[01:27]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Eine weitere Eskalation, die nächste Stufe des Krieges im Iran steht bevor. So jedenfalls sieht es aus. Wollen die USA tatsächlich Bodentruppen in den Einsatz schicken? Mit welchem Ziel eigentlich und wie stehen die Chancen, dieses riesige Land wirklich einzunehmen? Das diskutieren wir mit Carlo Masala, einem der bekanntesten Militärexperten Deutschlands. Die Reformvorschläge nehmen langsam, aber so hoffen wir zumindest mal deutlich Formen an. Heute gibt es die offiziellen Kommissionsvorschläge zum Gesundheitssystem. Und die SPD hat schon am Wochenende nach ihrem Krisentreffen am Freitag über Reformen diskutiert, die nun kommen sollen. Das schauen wir uns im Detail an mit zwei Kolleginnen, nämlich Laura Block und Sarah Siebert. Und falls Sie in dieser Woche oder in diesen Tagen nochmal drüber nachdenken, ob Sie nicht Schluss machen wollen mit dem Rauchen, es ist ja noch Fastenzeit, jetzt gibt es eine wissenschaftliche Studie, wie es wirklich gehen kann. Schön, dass Sie dabei sind an diesem 30. März. Es ist der Beginn einer kurzen Woche, in der Michael Bröker im Urlaub ist, wo wir ihn natürlich herzlich grüßen.

Sprecher 3: Diese Folge wird dir präsentiert von Adobe Acrobat Studio. Kurzer Real-Life-Moment. Pitch, Präsentation, drei PDFs und Panik? Nö, denn mit Acrobat Studio packe ich alles in meinen intelligenten KI-Workspace. In den PDF-Spaces bündel ich meine Quellen und der KI-Assistent hilft mir, Inhalte sofort zu durchdringen und Infos strukturiert aufzubereiten. Das spart massiv Zeit bei Business-Plänen, Reports oder Präsentationen. Wichtig für mich, meine Daten werden nicht fürs Training genutzt. Du bist neugierig? Dann schau auf www.adobe.com vorbei.

Sprecher 2: Lars Klingbeil hat es vergangene Woche schon gesagt und nun hat die SPD kurz vor dem Wochenende noch einmal versichert, dass sie eine Reformpartei werden will. Ein Krisentreffen gab es am Freitag und da waren ein paar Dinge auf dem Zettel, die jetzt sehr nach SPD klingen, wie zum Beispiel die Übergewinnsteuer. Aber es gab auch ziemlich harsche Ansagen, insbesondere der anwesenden Kommunalpolitiker. Jetzt ist die Frage, was macht die SPD daraus und warum ist es eigentlich mit Markus Söder so schwer, Reformen durchzusetzen? Darüber möchte ich sprechen mit Laura Block, unserer SPD-Korrespondentin aus dem Berlin Table. Hallo Laura, schön, dass du bei uns bist.

Sprecher 4: Hallo, guten Morgen.

Sprecher 2: Sag mal Freitag, Krisentreffen in der Bundespartei, aber auch Kommunalpolitiker waren anwesend. Die Stimmung, so heißt es, war ziemlich angespannt. Es gab sehr ehrliche Debatten, was ja oft in der Politik ein Synonym ist für harte Kritik. Was hast du gehört?

Sprecher 4: Ja, es soll wohl jeder zu Wort gekommen sein, was ja bei der großen Runde viel Zeit in Anspruch genommen hat. Also das Treffen ging auch länger als geplant. Die anwesenden Oberbürgermeister und Ministerpräsidenten haben dann aber doch die Rede von Lars Klingbeil sehr gelobt. Also diese Flucht nach vorne hat man als ein positives Zeichen gesehen, hat dann aber auch gesagt, die Worte müssen jetzt mit Leben gefüllt werden. Also Sjöreling zum Beispiel, der Oberbürgermeister aus Duisburg, sagte, ihr... müsst jetzt liefern und es muss jetzt richtig losgehen. Also es gibt schon eine gewisse Erwartung an die Parteispitze, dass sie jetzt liefert.

Sprecher 2: Ja, Laura, das ist ja aber genau die Frage. Wird die SPD jetzt liefern? Hat sie die Kraft und den Willen dazu? Oder ist das ja eine Flucht nach vorne? Flucht klingt ja nicht immer unbedingt nach einem vorbereiteten Plan, sondern eher etwas, das aus der Not heraus geschieht. Wie schätzt du die Partei ein?

Sprecher 4: Also die Idee ist jetzt schon, dass die SPD wieder zur Reformpartei wird, also auch wirklich Reformen nicht nur ankündigt wie in den letzten Jahren, sondern auch wirklich umsetzt. Lars Klingbeil hat in seiner Rede gesagt, dass auch die SPD ein System geschaffen habe, in der sich es kaum lohne, mehr zu arbeiten. Und das kam bei vielen gut an, vor allen Dingen auch bei der CDU. Ich würde sagen, die Partei Linke hat da schon eher die Ohren gespitzt, weil das ist schon ein ganz anderer Sound als in der Vergangenheit, was meint Lars Klingbeil damit. Geflüchtete sollen bereits nach drei Monaten arbeiten dürfen. Es sollen Anreize abgeschafft werden, frühzeitig in Rente zu gehen. Also man möchte dann mehr auf Beschäftigungsjahre schauen, statt auf das Renteneintrittsalter. Und man möchte eben auch das Ehegattensplitting abschaffen. Ich würde sagen, eine ursozialdemokratische Idee, die ja immer mal wieder hervorgebracht wurde und halt jetzt schon wieder.

Sprecher 2: Ja, sprechen wir mal über das Ehegattensplitting und die Frage, ob das wirklich... der richtige Weg ist für die Sozialdemokratie. Denn, so erklärte es mir ein Steuerrechtsfachmann am Wochenende, es führt ja gar nicht dazu, dass es für Frauen einen größeren Anreiz gibt, Vollzeit zu arbeiten, sondern im Gegenteil ist es ja so, dass Familien am Jahresende weniger Geld zur Verfügung haben und gerade, sagen wir mal, in der typischen sozialdemokratischen Familie, wo vielleicht der Mann Facharbeiter verdient 80.000 oder so, die Frau arbeitet Teilzeit und hat ein geringes Gehalt, da ist der Unterschied durch das Ehegattensplitting schon einige tausend Euro, also zwei Urlaube im Jahr. Wenn man das jetzt streicht, würde das nicht bedeuten, dass man diese Klientel, die klassische SPD-Klientel verschreckt?

Sprecher 4: Also die SPD bewegt sich hier auf ganz dämmer Eis und ich glaube, sie weiß das auch. Du hast es gerade schon gesagt, für viele Leute könnte die Abschaffung am Ende des Jahres dann doch ziemlich viel ausmachen auf dem Konto. Also es gibt zwei Argumentationen. Die einen sagen, beim Ehegattensplitting ist es so, die, die einen großen Gehaltsunterschied haben, die profitieren am meisten davon. Also wenn jemand 60.000 Euro verdient und die andere Person 30.000 Euro, dann merkt man das spürbar. Die SPD argumentiert, das hat dazu geführt, das Ehegattensplitting, dass Frauen häufig in Teilzeitjobs geblieben sind, weil es sich eben nicht lohnt, eine Vollzeitstelle zu machen. Zu nehmen. Und daher möchte man das abschaffen, die Frauen wieder mehr in Vollzeitstellen bringen. Man erhofft sich dadurch mehr Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt. Das Irrgarten-Splitting soll durch ein neues Modell ersetzt werden, das VITWO gerade ausarbeitet. Das heißt, man möchte dann Förderung in Zukunft mehr über Kinder und weniger über die Ehe machen. Und die Abschaffung, das ist ja auch noch wichtig zu wissen, soll ja nur für künftige Ehe gelten, also nicht für bestehende Ehen.

Sprecher 2: Was sagt denn eigentlich der linke Flügel zu all diesen Projekten? Und jetzt meine ich nicht das Irrgat-Splitting, sondern die anderen Reformprojekte, die jedenfalls mal ansatzweise klingen nach Agenda 2010, also dem Trauma der SPD.

Sprecher 4: Ja, die sind ja erstaunlich ruhig und halten sich gerade zurück. Das finde ich ja schon ein bisschen verdächtig, dass man da gerade nicht so viel hört. Das ist ganz klar. Das ist ja genau das Gegenteil, was sie in den letzten Jahren immer gepredigt haben. Von daher kann ihnen das überhaupt nicht gefallen. Deswegen ist es ja jetzt wichtig, dass die SPD auch einen gemeinsamen Plan ausarbeitet, mit dem man dann eben nach vorne geht und auch... Damit in Verhandlungen mit der CDU treten wird. Von daher bin ich da sehr gespannt, wie Lars Klingbein diese zwei Flügel, so nenne ich das jetzt mal in der Partei, also einmal die pragmatischen und einmal dann eher die linkeren, wie man die beiden Flügel zusammenbringen möchte, damit man dann hinterher eben einen einheitlichen gemeinsamen Plan hat.

Sprecher 2: Und für diesen gemeinsamen, einheitlichen Plan muss nicht nur die SPD zusammenfinden, sondern auch die Koalition. Da ist die CDU durchaus gesprächsbereit. Die Rede von Lars Klingbeil wurde sehr gelobt. Markus Söder, der motzt und meckert und gibt nun gar nicht den Reformator. Dabei hat er doch eigentlich ein so gutes Verhältnis zu Lars Klingbeil. Laura, was ist da los mit Söder und kann man ihn irgendwie doch noch eingemeinden in das Ganze?

Sprecher 4: Das ist spannend, weil jetzt macht ja Markus Söder genau das, was man der SPD immer vorgeworfen hat, also zu sagen, was alles nicht geht, ohne aber eigene Lösungsvorschläge vorzustellen. Da ist nicht nur die SPD genervt, sondern auch die CDU und man hat jetzt ein bisschen Sorge, dass diese... Schlechte Stimmung, Markus Söder, dazu führt, dass eben am Ende dann doch keine großen Reformen möglich sind. Weil er hat ja schon gesagt, er möchte die Reichensteuer nicht anheben, er möchte das Ehegattensplitting nicht abschaffen und die kostenlose Mitversicherung möchte er auch nicht abschaffen. Was genau die CSU aber möchte, das wissen wir noch nicht. Warum Markus Söder so schlecht gelaunt ist, das wissen wir nicht. Manche in Berlin sagen, es gab ein Treffen zwischen Klingbeil und Merz und da war Markus Söder nicht eingeladen. Das hat ihm nicht sonderlich gut gefallen. Und andere wiederum sagen, das sind die schlechten Kommunalwahlen in Bayern, die jetzt eben dazu führen, dass er mehr Profil in Berlin zeigen möchte.

Sprecher 2: Vielen Dank für diese Einschätzung. Und das heute bei uns war es, liebe Laura. Vielen Dank, Helene. Und weil wir gerade bei Reformen sind, in wenigen Stunden werden wir wissen, was die GKV-Reformkommission eigentlich vorschlägt, die sich vor allem um Finanzen kümmert und aus guten Gründen. Denn unser Gesundheitssystem kostet im Jahr 500 Milliarden Euro, ist teurer als die allermeisten Gesundheitssysteme der Welt, aber im Vergleich nicht unbedingt besser. Und deswegen hat die Koalition eine Kommission eingesetzt. Die seit vergangenem Herbst tagt und nun heute mit Ergebnissen um die Ecke kommt. Ein bisschen was ist schon durchgesickert und deswegen sprechen wir mit Sarah Siebert, unserer stellvertretenden Ressortleiterin vom Berlin Table. Sarah, weißt du schon, welche Einsparungen da im Gespräch sind? Gibt es schon erste Informationen?

Sprecher 5: Ja, Helene, es gibt einige Informationen, die auf dem Markt sind. Das ist ja immer so, dass da ein paar Vorschläge schon im Vorfeld durchsickern. Was auf jeden Fall klar ist, ist, dass das Einsparvolumen gigantisch sein soll. Also das sollen bis zu 25 Milliarden Euro pro Jahr sein. Das haben wir aus Regierungskreisen erfahren und das Ganze soll bis zu 60 Maßnahmen umfassen. Also das ist ein ganzer Blumenstrauß an Möglichkeiten, denen diese Kommission da vorlegen wird. Dazu sollen beispielsweise Kürzungen bei den Honorarvergütungen für Ärzte gehören oder Einsparungen durch einen neuen Mechanismus des Herstellerrabattes. bei Arzneimitteln und höheren Zuzahlungen für bestimmte Medikamente. Und auch bei den Krankenhäusern soll gespart werden. Das ist ja mit Abstand der größte Ausgabenblock. Und es gab ja, das ist noch nicht ganz so lange her, ein Krankenhausgesetz, was von der Gesundheitsministerin Nina Warten ja sogar wieder aufgeweicht wurde. Also das war vorher deutlich strenger. Man lässt jetzt ein bisschen mehr Spielräume. Deswegen sind wir gespannt, was die Kommission da vorliegt, wo vielleicht dann doch nochmal ein bisschen gespart werden soll. Neben den Einsparungen sollen natürlich aber auch echte Strukturreformvorschläge gemacht werden. Also eigentlich war der Plan, dass man jetzt ein... Sparvorschlag-Paket macht und dann im Dezember nochmal so richtige Strukturreformen vorgelegt werden. Das hat man jetzt vorgezogen und will beides gemeinsam machen. Denn das eine ist natürlich, die Ausgabenseite zu minimieren und das andere ist, das System auch einfach effizienter zu gestalten. Weil das ist ja auch, du hast es gerade angesprochen, ein großes Problem, was wir haben. Dass wir ein wahnsinnig teures System haben, was aber gar nicht so effizient ist.

Sprecher 2: Ja, jetzt hören wir Kürzungen, Zuzahlungen, Einsparungen, Effizienz. Das klingt nach CDU, aber ist das überhaupt vermittelbar für die SPD, was da kommt?

Sprecher 5: Also Lars Klingbeil hat ja bei seiner Rede vergangene Woche bei der Bertelsmann Stiftung die eigenen Leute schon so ein bisschen darauf eingeschworen, dass der Gürtel jetzt enger geschnallt werden muss und dass es durchaus auch hart werden kann. Man muss schon auch dazu sagen, dass... Ich habe gerade das Krankenhausgesetz angesprochen, das ja von einem SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach damals auf den Weg gebracht wurde. Da ja schon mal ein bisschen mehr Reformwillen da war, das ist jetzt nicht ganz so geeint gewesen mit den Ländern. Karl Lauterbach hat da einen Weg gefunden, das an den Ländern vorbeizumachen, also ein nicht zustimmungspflichtiges Gesetz auf den Weg zu bringen. Und das ist am Ende nämlich ein ganz großer Bremsfaktor. Also ich weiß gar nicht, ob die Fraktion so sehr das Problem ist. Das Problem werden vor allen Dingen die Bundesländer sein. Und da gehören mit zu den größten Bremsklotzen eben auch beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern, was man hört, dass da irgendwie häufig Bedenken geäußert werden, das ist doch nicht möglich und hier muss man doch langsamer machen. Aber auch die anderen Bundesländer. Tun sich da schwer, gerade wenn es um Schließungen oder Kürzungen geht. Also das dürfte schon auch nochmal deutlich Verhandlungsvolumen mit sich bringen.

Sprecher 2: Sarah, wenn gleich die Ergebnisse vorliegen, werden wir noch einmal miteinander sprechen. Dann wissen wir beide mehr, aber vielen Dank schon mal für jetzt.

Sprecher 5: Vielen Dank.

Sprecher 3: Diese Folge wird dir präsentiert von Adobe Acrobat Studio. Kurzer Real-Life-Moment. Pitch, Präsentation, drei PDFs und Panik? Nö, denn mit Acrobat Studio packe ich alles in meinen intelligenten KI-Workspace. In den PDF-Spaces bündel ich meine Quellen und der KI-Assistent hilft mir, Inhalte sofort zu durchdringen und Infos strukturiert zu machen. Kuriert aufzubereiten. Das spart massiv Zeit bei Businessplänen, Reports oder Präsentationen. Wichtig für mich, meine Daten werden nicht fürs Training genutzt. Du bist neugierig? Dann schau auf www.adobe.com vorbei.

Sprecher 2: Das Pentagon hat angeblich einen Plan. Bodentruppen sollen dafür sorgen, dass die USA weiterkommen in diesen Krieg gegen den Iran, der ja schon viel länger dauert, als Donald Trump angekündigt hatte. Im Gespräch ist laut Washington Post, dass die Kraginsel und die Küste der Straße von Hormuz wenigstens teilweise eingenommen werden. Ein solcher Einsatz heißt, es könnte Wochen dauern. 3.500 US-Soldaten liegen mit der USS Tripoli bereits in der Region. Der Iran hat auf die Berichte auch schon reagiert und zwar ziemlich gelassen. Kommt nur, so heißt es, wir sind vorbereitet. Der iranische Parlamentspräsident hat es so formuliert, wir warten auf die Ankunft amerikanischer Truppen am Boden, um sie in Brand zu stecken und ihre regionalen Partner für immer zu bestrafen. Wir werden Feuer regnen lassen. Es deutet also wirklich gar nichts auf eine Entspannung hin, im Gegenteil. Kaso Masala muss uns da helfen bei der Analyse. Er ist Professor für internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München und einer der bekanntesten Sicherheitsexperten des Landes. Und deswegen freuen wir uns sehr, dass du hier bist. Hallo, lieber Carlo.

Sprecher 6: Hallo, liebe Helene. Vielen Dank für die Einladung.

Sprecher 2: So, jetzt sag mal, Bo. Bodentruppen, amerikanische, erstens, glaubst du, dass sie wirklich kommen? Zweitens, wie gefährlich ist das für die Ausweitung dieses Konflikts?

Sprecher 7: Also Trump bringt sich ja wieder selbst in eine Zwangslage, würde ich sagen. Ich vermute mal, dass jetzt diese Ankündigung zur Entsendung von Bodentruppen, und ich meine, es sind ja auch Truppen in die Region entsandt worden. Du hast ja bereits erwähnt, die USS Tripoli, die ist ja bereits vor Ort jetzt. Das ist ein amphibisches Angriffsschiff. Also das heißt, das ist jetzt kein klassischer Flugzeugträger, sondern das ist ein Schiff, von dem dann Gerät abgelassen wird, das für den Angriff... Letzten Endes auf Küstenregionen gedacht ist. Ich vermute mal, es geht hier wieder darum, den Druck zu erhöhen, auf die Iraner einer diplomatischen Lösung zuzustimmen. Aber wenn das nicht erfolgen sollte, dann sind wir ungefähr dort, wo wir vor einem Monat waren. Dann gibt es halt jede Menge Truppen vor Ort. Und dann gehe ich davon aus, dass die dann auch eingesetzt werden. Also es ist noch nicht klar, ob die eingesetzt werden. Aber die Wahrscheinlichkeit... Dass sie letzten Endes eingesetzt werden, wenn der Iran weiterhin dabei bleiben sollte, sich auf keine Verhandlungen mit den Amerikanern einzulassen, beziehungsweise den amerikanischen Wünschen entgegenzukommen, dass sie eingesetzt werden, die halte ich dann für relativ hoch.

Sprecher 2: Carlo, wir rätseln ja nun schon seit Wochen über die Frage, was Donald Trump im Iran eigentlich erreichen will, was sein Ziel ist dieser Operation. Wie schätzt du es jetzt ein, wenn... Bodentruppen zum Einsatz kommen, möchte er dieses Land wirklich einnehmen?

Sprecher 7: Nein, also... Dafür sind zu wenig Bodentruppen vor Ort. Also auf der Tripoli sind 3.500, es sollen wohl 7.000 nochmal zusätzlich oder 8.000 in die Region gebracht werden. Und um den Iran drumherum, glaube ich, sind ca. 50.000 US-Soldaten stationiert. Das alles reicht ja nicht, um ein Land, das 1,6 Millionen Quadratkilometer hat und 90 Millionen Einwohner vollumfänglich zu erobern. Es wird sozusagen gezielte Aktionen geben. Da kommen jetzt wieder, ich meine, in den vergangenen Monaten haben wir mehrere Ziele gehört, die sich eigentlich tagtäglich auch mehrfach verändert haben. Gestern hat Trump verkündet, es geht um zwei Sachen. Es geht letzten Endes um die Beendigung des Atomabkommens und es geht um die Freihaltung der Straße von Hormuz. Wenn das wirklich die Ziele sind, die er mit einer solchen Bodeninvasion verfolgt, dann rücken hier die Westküste des Irans in den Blick und die Inseln. Also Kark rückt dann in den Blick, aber auch die Insel Hormuz, die Insel Qeshem und die Insel Larak. Das sind alles Inseln, von denen aus die Schifffahrt in der Straße von Hormuz beschossen werden kann. Und wenn er das Atomprogramm beenden will, dann könnte es sein, vorausgesetzt man weiß, wo es ist, dass man versucht, diese 460 Kilogramm angereichertes Uran, das der Iran ja hat noch und das für die Produktion von Atombomben tauglich ist, dass man die versucht, letzten Endes in Besitz zu bringen und außer Landes zu schaffen. Aber egal, welche Ziele jetzt da verfolgt werden, das sind... Alles, und darüber darf man sich nicht hinwegtäuschen, das sind alles militärisch höchst komplizierte und für die Amerikaner auch höchst gefährliche Missionen.

Sprecher 2: Hat denn Donald Trump einen Plan?

Sprecher 7: Nein, also ganz einfach, er hat keinen Plan. Es gibt eine militärische Operation, von der man eigentlich sagen muss, dass sie aus amerikanischer Sicht ganz gut verläuft als militärische Operation. Aber es gibt keinen ersichtlichen politischen Plan.

Sprecher 2: Ist der Iran stärker, als die Amerikaner das eingeschätzt haben?

Sprecher 7: Also zunächst einmal, glaube ich, haben sich die Amerikaner massiv verschätzt. Das wissen wir ja mittlerweile aus der Presse. Indem sie geglaubt haben, dass sie, ich sage jetzt mal, drei oder vier Tage sehr hart zuschlagen. Und der Iran dann so paralysiert ist, dass er nichts machen kann und am Ende kollabiert. Das ist so ungefähr ein bisschen wie diese Kampagne, ich glaube, das war der zweite Golfkrieg 1991, die man Schock and All nannte. Also schocken und dann paralysieren letzten Endes den Gegner. Und das ist gründlich schiefgelaufen. Man hat die Fähigkeiten des Iran horizontal zu eskalieren völlig unterschätzt. Und was der Iran eigentlich, muss man sagen, sehr klug macht bislang, Er treibt die Kosten für die Amerikaner und ihre Verbündeten durch die Anschläge auf Ölfelder, die Sperrung der Straße von Hormuz, das Zerstören von Radaren, die die Amerikaner brauchen, um ihre Luftlandeoperationen oder Luftoperationen in der Region zu koordinieren, jetzt die Zerstörung von Aufklärungsflugzeugen. Er treibt ganz einfach die Kosten für die Amerikaner. Amerikaner immer weiter in die Höhe. Und das ist letzten Endes die einzige Strategie, die er hat. Und die verfolgt er relativ klug.

Sprecher 2: Jetzt kommt ja noch ein weiterer Player mit ins Spiel. Das ist die Houthi-Miliz in Jemen, die sich bislang zurückgehalten hat, aber ja auch schon seit eh und je ein Verbündeter des Iran ist, ein Proxy. Was bedeutet das für den Konflikt? Ist das ein weiterer Schritt zu dem Flächenbrand, zu dem Szenario, das du gerade schon skizziert hast?

Sprecher 7: Nein, ich würde den Begriff Flächenbrand nicht nutzen. Ich meine, die Husi haben wir ja auch in Aktion gesehen beim Zwölftagekrieg der Israelis gegen den Iran. Das ist halt ein iranischer Proxy und der nimmt jetzt zunächst einmal Israel mit seinen ballistischen Raketen in Beschuss. Drei oder vier ballistische Raketen sind in Richtung Israel aus dem Jemen abgeschossen worden. Was die Husi aber können, und dann wird es wirklich problematisch, sie können letzten Endes eine weitere Meerenge dicht machen, nämlich Bab el-Mandeb. Und damit ist die Alternativroute, die man jetzt teilweise nutzt für den Export von... Öl, wäre die auch geschlossen. Und dann hast du ein noch größeres Problem als Auswirkungen auf den Ölpreis. Auch hier Kosten steigern auf die Verbündeten der USA für die Weltwirtschaft, um letzten Endes den Druck auf die USA zum Einlenken zu erhöhen. Und das könnten die Husi erreichen, indem sie halt in ihrer Region auch alles dicht machen. Und dann gibt es weder was, was durch die Straße von Hormuz kann, noch sozusagen das Rote Meer und die Meerenge Bab el-Mandeb.

Sprecher 2: Lieber Carlo, wenn du Trump einen Tipp geben könntest, was wäre das?

Sprecher 7: Ich würde Trump sagen, erklär einen Sieg und hör die Operation auf.

Sprecher 2: Und das würden die Menschen auch glauben, dass es einen Sieg der Amerikaner gibt, selbst wenn es offenkundig ist, dass das Regime weiter im Sattel ist.

Sprecher 7: Ja, aber er würde halt einen militärisch für die nächsten Jahre geschwächten Iran haben. Und das kann er durchaus als Sieg verkaufen. Aber er sollte die Operation sozusagen am besten morgen beenden.

Sprecher 2: Ein US-Präsident, der keinen Plan hat, Kosten eines Krieges, wirtschaftliche, aber natürlich auch humanitäre, die beständig steigen. Carlo, da entlässt du uns nicht mit besonders frohen Nachrichten in diese Woche, aber dennoch vielen Dank für dieses sehr aufschlussreiche Gespräch.

Sprecher 7: Ich danke dir.

Sprecher 2: Und eine Sache war da noch, die ganz gut passt zu dieser K-Woche, in der wir uns ja nochmal besinnen sollen, in der wir fasten sollen, in der man darüber nachdenkt, was man künftig anders machen will. Und das ist vielleicht bei dem einen oder anderen dann doch noch das Rauchen, auch wenn ich sagen kann, dass ich als gelegentliche Partyraucherin es immer schwerer hat, irgendwen zu finden, der mal eine Zigarette hat. Aber es gibt eben doch noch Menschen, die dieses Laster pflegen. Und da hat die Universität Oxford nun 14 große Studien ausgewertet, um versucht herauszufinden, was der beste Weg ist, weg von der Zigarette. Und da hat sich herausgestellt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten offenbar der Weg sind und besser helfen als Pflaster, Kaugummis und sogar besser als Verhaltenstherapie. Das ist auf den ersten Blick eigentlich kontraintuitiv. Man könnte ja denken, dass man beim E-Zigarette-Rauchen die Gewohnheit nicht los wird, weil man eben nach wie vor eine Zigarette in der Hand hat. Aber wer das Pflaster nimmt, so ist es offenbar, dem fehlt so viel, nämlich genau dieses Ding in der Hand. Der wird viel schneller dann doch wieder zur normalen Zigarette greifen, selbst wenn der Nikotinpegel auf andere Weise. Eingestellt wird. Das war es dann auch von uns an diesem Montag. Wenn Sie Lust haben, sind wir morgen wieder da und freuen uns jetzt schon auf Sie. Haben Sie einen guten Tag. Tschüss.

Sprecher 3: Diese Folge wird dir präsentiert von Adobe Acrobat Studio. Kurzer Real-Life-Moment. Pitch, Präsentation, drei PDFs und Panik? Nö, denn mit Acrobat Studio packe ich alles in meinen intelligenten KI-Workspace. In den PDF-Spaces bündel ich meine Quellen und der KI-Assistent hilft. mir Inhalte sofort zu durchdringen und Infos strukturiert aufzubereiten. Das spart massiv Zeit bei Businessplänen, Reports oder Präsentationen. Wichtig für mich, meine Daten werden nicht fürs Training genutzt. Du bist neugierig? Dann schau auf www.adobe.com vorbei.