Wie gelingt der FDP ein Neustart? Mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
Dauer: 31:32

Wie gelingt der FDP ein Neustart? Mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Union und SPD bereiten erste Reformen vor. Seit Mitte März treffen sich dafür hochrangige Unterhändler im Kanzleramt: Kanzleramtsminister Thorsten Frei, Finanz-Staatssekretär Björn Böhning, Söder-Vertraute Karolina Gernbauer und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Kurz nach Ostern soll ein erster Aufschlag kommen. Michael Bröcker und Helene Bubrowski diskutieren, welche Reformpläne konkret im Gespräch sind.

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Marie-Agnes Strack-Zimmermann kandidiert für den FDP-Vorsitz – aber nur als Doppelspitze. Die Europaabgeordnete bringt NRW-Landeschef Henning Höne als möglichen Tandempartner ins Spiel. Eine inhaltliche Neuerfindung der Partei hält sie für unnötig: „Ich glaube, dass man die FDP nicht neu denken muss. Der Liberalismus, der Freiheitsgedanke, ist ein so großartiger Gedanke, dass man ihn nicht neu definieren, sondern in die Diskussion einbringen muss." Ihren zugespitzten Kommunikationsstil will sie dabei nicht ablegen.

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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Ernste Zeiten, aber wir hier bei Table Today wollen nicht auf die vielen Kommissionen dieser Regierung warten. Wir geben Ihnen heute schon einen kleinen Einblick in das große Reformpaket, Stichwort Deutschlandplan, den Union und SPD da gerade vorbereiten.

Sprecher 3: Da müssen wir aber auch noch schauen auf eine Partei, bei der die Stimmung wirklich gerade nicht so gut ist wie hier im Podcaststudio. Das nämlich ist die FDP, für die sich so lange kaum jemand interessiert hat. Und jetzt wird es doch nochmal spannend. Die Frau, die beim Parteitag im Mai für einen Befreiungsschlag oder die Wiederbelebung der Liberalen sorgen soll, sie ist zu Gast bei uns, Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Und sie hat sich nicht geändert. Wie wir sie kennen, ist sie auch hier im Gespräch klar und deutlich.

Sprecher 2: Und zum Schluss werden wir hören, wie wir Deutschen hier ganz offensichtlich etwas von den Skandinaviern lernen können. Etwas, das wirklich gut für uns alle ist. Herzlich willkommen zu Table Today an diesem Mittwoch. Heute ist, so schnell vergeht die Zeit, der 25. März.

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Sprecher 3: Es gibt eigentlich Einigkeit in Deutschland. So wie es ist, kann es nicht bleiben. 82 Prozent der Deutschen fordern grundlegende Reformen. Diese Zahl hören wir seit Monaten. Und trotzdem gibt es eine gewisse Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Denn die Leute haben auch Angst vor Reformen. Man kann es auch anders ausdrücken, was reformiert werden soll in diesem Land, was sich ändern soll. Das ist hochgradig umstritten, nicht nur zwischen SPD und CDU, sondern auch zwischen den Menschen in diesem Land.

Sprecher 2: Und diese Zahl sollte der Bundesregierung wirklich zu denken gehen. Nur ein Prozent der Deutschen hält dieses Land. Für gut gerüstet für die Zukunft. Ein vernichtendes Urteil für den Status Quo, aber auch für das, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hier getan wurde.

Sprecher 3: Ja, so kann man es sagen. Wir sind also ein Reformvolk, aber nur dann, wenn die Reformen andere treffen, bei uns selber anzufangen. Das fällt den meisten sehr schwer. Und dann gibt es noch die zahllosen Stakeholder, Interessenvertreter, Lobbyisten, die immer sofort aufschreien und sagen, nein, auf gar keinen Fall, das geht nicht. Und dann empören wir uns und nutzen eskalierende Begriffe wie, da wird doch sofort die Axt an den Sozialstaat gelegt, das ist der Anfang vom Ende, da wandert die komplette Wirtschaft ins Ausland ab. Und am Ende kommt ein Reformchen raus und dann schreien wieder alle, Deutschland ist nicht handlungsfähig, Deutschland ist nicht reformfähig. Also Michael, wie durchschlägt man diesen Knoten?

Sprecher 2: Indem man einen gesamtheitlichen Plan baut, wo alle ein... wenig beitragen müssen, vielleicht auch was Schmerzhaftes für bestimmte Klientel dabei ist. Aber das Gesamtgefühl bei den Deutschen muss eben sein, dass alle etwas beitragen müssen zu dieser konzertierten Aktion der Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit.

Sprecher 3: Ja, so wird ja dann auch gerufen nach einer Schweiß-, Blut- und Tränenrede, also dass man eben sagt, wir müssen jetzt in eine Form von patriotischem Aufbruch kommen, so kann man es sagen. Jeder muss etwas dazu leisten, die Leute können unterschiedlich viel leisten, aber jeder sollte doch bei sich anfangen, sich fragen, was kann ich eigentlich für dieses Land tun, sich identifizieren mit diesem Land und dazu gehört natürlich eine Politik, die mutig und entschlossen vorangeht, die sich nicht von der Demoskopie leiten lässt, sondern die Überzeugungsarbeit leistet. So, aber schauen wir auf die verschiedenen Vorhaben, an denen die Politiker in diesem Land das ausführen könnten.

Sprecher 2: Und wir gehen chronologisch vor. Am Montag wird vorgestellt die Ergebnisse der Gesundheitskommission. Da geht es natürlich um den dicksten Kostenblock im Sozialsystem derzeit. Das ist das Gesundheitssystem. Eine Milliarde Euro kostet uns das System pro Tag über jetzt.

Sprecher 3: Eine Milliarde für die GKV und insgesamt kostet unser Gesundheitssystem sogar 500 Milliarden Euro pro Jahr. Es ist eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt, aber bei weitem nicht mehr das Beste. Es deutet sich an, worauf diese Kommission ihren Schwerpunkt legt. Und das ist interessanterweise weniger die Ausgabenseite als die Einnahmenseite. So ist im Gespräch zum Beispiel die beitragsfreie... Mitversicherung von Ehegatten zu streichen. Da hat auch Nina Wagen, die Gesundheitsministerin, schon mal Änderungen angedeutet. Das wird nicht von allen Akteuren im Gesundheitssystem für richtig empfunden. Die GKV zum Beispiel sagen, wir haben ein Ausgabenproblem. Man muss an die Strukturen ran und das bedeutet eben nicht, diese Endlosdebatten zu führen, ob man 90-Jährigen noch ein neues Hüftgelenk einsetzen soll, das ist gar nicht der Punkt, sondern es geht um zum Beispiel so etwas wie Krankenhausreform, also grundsätzlich Effizienz in diesem extrem teuren System, in dem wir trotz aller Beschwerden über lange Wege zum Krankenhaus eine extrem hohe Dichte an Krankenhäusern haben in diesem Land.

Sprecher 2: Ja, die Krankenhausausgaben sind das eine, wo man eigentlich ran müsste. Das andere sind übrigens die Apotheker, die immerhin auch 7 Milliarden Euro im Jahr alleine an Honoraren kassieren. Und wiederum die GKV sagt, wir müssen an die Apotheker ran. Die Kliniken sagen, wir müssen an die Zuzahlung ran. Also jeder schiebt sich da gegenseitig den möglichen Sparbeitrag zu. Und am Ende ist es die beitragsfreie Mitversicherung, die als erstes kommt, Helene. Also wenn Sie die beitragsfreie Mitversicherung für die Eheleute kassieren, dann werden die Familien natürlich privat versorgen müssen. Also am Ende bleibt es dann bei uns hängen, bei den Verbrauchern, bei den Patienten, bei den Familienmitgliedern. Ich würde ja auch erstmal an die Strukturen im System gehen, bevor ich mit so einer Idee um die Ecke käme.

Sprecher 3: Ein Punkt wird auch sein die Stärkung der Hausärzte, von denen es übrigens in Deutschland viel zu wenige gibt. Nina Wagen möchte, dass die Hausärzte wieder... zur ersten Anlaufstelle werden, dass die Leute nicht zu zehn verschiedenen Fachärzten gehen, beziehungsweise, das ist dann wahrscheinlich auch die Zukunft, digitale Anlaufstellen. Früher hat man das gemacht über die Praxisgebühr und den Überweisungsschein. Das ist jetzt nicht der Weg, der gegangen werden soll. Und trotzdem muss man die Leute natürlich sinnvollerweise zum richtigen Arzt lenken.

Sprecher 2: Bei den Arzneimittelausgaben könnte man rangehen und die Herstellerrabatte erhöhen. Man könnte auch die Generika fördern. Auch da gibt es eigentlich Einsparmaßnahmen. Aber auch bei den Zahl der Krankenkassen, Helene, wir haben fast 100 Krankenkassen. Wo sind die Fusionen eigentlich? Wo ist die Digitalisierung in diesem Bereich? Ich würde mir wünschen, dass man erstmal im System verkleinert, bevor es an die Patientenleistung geht.

Sprecher 3: Wichtig und immer unterbewertet auch das Thema Prävention, wenn man daran denkt, dass 97 Milliarden Euro im Jahr ausgegeben werden für die Folgen von Tabakkonsum und natürlich Diabetes und all das nicht zu vergessen. Das sind alles heiße Eisen für die Politik. Alle Politiker haben Angst, das Label Verbotspartei zu bekommen und trotzdem ist es natürlich ein Irrsinn, dass wir jetzt sehen, dass das Land of the Free... England es schafft, durch eine Zuckersteuer den Zuckergehalt von Süßgetränken zu verringern, wir in Deutschland das aber nicht hinbekommen. Das ist auch noch ein ziemlich dickes Brett, wo aber auch die Krankenkassen, die ja schon lange mit ihren Präventionsheftchen arbeiten, noch verstärkt reingehen wollen.

Sprecher 2: Gehen wir rüber zu den Steuern, das ist das zweite Thema, wo es durchaus schon mehr Konsens gibt zwischen Union und S. SPD als in der Öffentlichkeit bekannt. Gestern gab es wieder ein Spitzentreffen im Kanzleramt zwischen Staatssekretär Böning, der zuständigen Staatssekretärin von Markus Söder, Frau Gernbauer und Thorsten Frey und Alexander Dobin. Also relevante Persönlichkeiten, die offenbar parallel zu den Kommissionen bereits schon mal ausloten, was Union und SPD sich am Ende zutrauen. Bei der Einkommenssteuerreform ist klar, die Mitte soll dramatisch entlastet werden, aber oben wird es am Ende auch kleinere Steuererhöhungen geben müssen, die vielleicht nicht die gesamte Finanzierung leisten der breiten Mitte, aber zumindest symbolisch für die SPD sehr wichtig sind.

Sprecher 3: Im Koalitionsvertrag steht es schon drin, kleinere und mittlere Einkommen sollen entlastet werden. So, jetzt ist die Frage, wie teuer wird das? Gerechnet wird mit zwischen 20 und 35 Milliarden Euro. Alle Experten sagen, wenn es weniger als 20 Milliarden Euro kostet, dann bringt es einfach nicht genug. Dann merken die Leute den Unterschied nicht in ihrem Nettoeinkommen. Jetzt ist die Frage, wie wird dieses Geld beschafft? Es wird wohl auf eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes hinauslaufen. Das reicht allerdings für sich gesehen noch nicht. Das wird nur eine einstellige Milliardeneinsparung bringen, sodass man eben doch, auch wenn Markus Söder gesagt hat, dass er das auf gar keinen Fall will, eben doch wohl rangehen wird an die Mehrwertsteuer. Und zwar durch eine Erhöhung des 19-Prozent-Satzes. Da bringt ein Prozentpunkt Mehrwertsteuererhöhung rund 15 Milliarden Euro. Also wenn man auf 20 geht. Wenn man auf 21 geht, sind es 15 Milliarden. Wenn man auf 21 geht, sind es 30 Milliarden Euro. Das Ganze wird dann sozial abgefedert werden, wohl durch eine Senkung des ermäßigten Steuersatzes, der derzeit bei 7% liegt. Also den könnte man auf 6% runterbringen. Das würde dann vielleicht Pi mal Daumen, wenn man das eine 2% hochsetzt, das andere 1% niedriger, vielleicht auf sowas wie... 20 Milliarden Euro hinauslaufen. So sind derzeit die Rechnungen. Das ist alles ein heißes Eisen, denn wir erinnern uns, die CDU hat versprochen, mit uns wird es keine Steuererhöhungen geben.

Sprecher 2: Und in der politischen Kommunikation läuft das dann so, dass man nach draußen geht und sagt, insgesamt habe man die Deutschen ja entlastet und deswegen darf man natürlich an der einen oder anderen Stelle im Grenzsteuersatz des Spitzenverdiensters vielleicht zu einer Steuererhöhung kommen, wenn insgesamt die Steuersenkung verkauft werden kann. So läuft Politik. Was allerdings nicht kommen wird, da bleibt die CSU hart, so wie wir hören, ist Erbschaftssteuererhöhungen. Ja, das Verfassungsgerichtsurteil irgendwann im Sommer wird umgesetzt werden müssen, aber die CSU hat gesagt, wir können über alles reden, aber nicht über die Erbschaftssteuer.

Sprecher 3: Ja, wobei diese Entscheidung aus Karlsruhe möglicherweise die CDU und auch die CSU in eine sehr ungünstige Position bringt. Denn es gibt die Prognose, dass das Verfassungsgericht die Erbschaftssteuer in seiner jetzigen Form kippen wird. Also, dass das Schonvermögen jetzt zu umfassend ist und wird das Ganze für verfassungswidrig erklären. Die SPD könnte sich hinstellen und dann sagen, ja gut, ist es so, Familienunternehmer Pech gehabt. Das heißt, die CDU... kommt in die Rolle des Bittstellers, muss zu Lars Klingbeil gehen und sagen, bitte, bitte finde doch eine neue Regelung, die die Familienunternehmer in diesem Land entlastet. Da ist man in der strategisch, in der taktisch schwächeren Position, weshalb manche überlegen, dass man das jetzt schon anstoßen soll. Der Vorstoß, jedenfalls über den wir ja auch mal sprachen, von Wiebke Ester und anderen aus der Sozialdemokratie, eine 1-Millionen-Steuerfreiheit für das Leben, das ist derzeit nicht auf dem Tisch der Koalition.

Sprecher 2: Der Familienunternehmer und der inhabergeführte Mittelstand ist tatsächlich ein großes Thema, denn auch bei der Einkommenssteuerreform könnte es ja dazu kommen, dass eben die inhabergeführten mittelständischen Unternehmen durch den persönlichen Einkommensteuersatz dann auch in eine Belastung kommen. Und das will die Koalition, soweit ist man schon klar, lösen, indem man das Wechselmodell schneller schafft. Also wer ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen hat und eigentlich den Einkommensteuersatz als seine Firmensteuer hat, der soll schneller in die Kapitalfirmenbesteuerung wechseln dürfen und somit eine echte Steuersenkung erfahren.

Sprecher 3: Das größte Thema, das alle Menschen betrifft, ist die Rente. Da tagt die Rentenkommission noch bis Sommer, aber Friedrich Merz hatte ja im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten versprochen, dass ein Jahr später, also im Dezember 26, die große Rentenreform verabschiedet werden soll. Die Frage ist jetzt vor allem, was ist mit der Koppelung an die Lebenserwartung?

Sprecher 2: Ja, und das ist tatsächlich so, wie wir hören, in der Kommission Mehrheitsmeinung. Und sie muss nicht einstimmig ihre Ergebnisse vor. Die Mehrheit reicht. Aktuell wird favorisiert das 2 zu 1 Modell. Das wird auch schon von dem IFO-Institut immer wieder mal aufgeschrieben. Die Grundidee ist ziemlich einfach. Die gewonnene Lebenszeit muss nach dem Renteneintritt im Verhältnis 2 zu 1 aufgeteilt werden. Also wenn die Lebenserwartung um drei Monate steigt, sollen Menschen zwei Monate länger arbeiten und nur einen Monat länger Rente beziehen. Das ist so die Konsensvariante des späteren Renteneintrittsalters. Das wird kommen, Helene. Und was auch wohl kommen wird, ist eine Stärkung der Betriebsrente und der Aktienvorsorge. Von einer verpflichtenden Betriebsrente wird sogar gesprochen in der Rentenkommission. Und Christian Lindner könnte ein seltenes Comeback erfahren, denn die Aktienrente nach dem schwedischen Modell ist wieder einmal in der Verlosung ein Standardprodukt, in dem man einzahlt ohne Gebühren, ohne Verwaltungsgebühren und das man dann einfach liegen lässt und irgendwann zum Renteneintritt auszahlen lässt und am Kapitalmarkt sich die Zinsen abholt.

Sprecher 3: Moritz Schularik zum Beispiel, der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und auch hier ein gern gesehener Gast in diesem Podcast, hat vorgeschlagen, dass man doch die Rente mit 70 einführen sollte. Mal abgesehen jedenfalls von den hart arbeitenden Teilen der Bevölkerung, die das nicht körperlich leisten können. Und er hat kürzlich in einem Interview einen interessanten Satz gesagt. Mich schaudert es, dass das Einzige, das in den letzten Jahren in diesem Land mit rund 4% pro Jahr gewachsen ist, die Rente ist. Übrigens hat er auch für das Arbeitsrecht einen interessanten Vorschlag und fordert, dass es keinen Kündigungsschutz gibt mehr. für Leute, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen. Also ich finde, wenn ich sowas höre, denke ich, Deutschland ist doch kreativer im Lösungsfinden, als wir denken. Genau solche Leute braucht es, die sich auch mal trauen, sowas zu sagen, über den Tellerrand hinaus blicken und nicht immer sagen, es ist doch immer anders gewesen, wie können wir denn jetzt die Dinge völlig umkrempeln.

Sprecher 2: Also genießen Sie die Osterferien, schwimmen Sie nicht zu weit raus, denn danach kommt der große Deutschlandplan dieser Koalition. Spätestens im Mai soll alles auf den Tisch. Wir sind zuversichtlich, Helene und ich hier, dass diese Regierung doch noch, vielleicht auch uns beide, überrascht.

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Sprecher 2: Sie ist eine der umstrittensten Persönlichkeiten in der FDP. Sie war mal Bürgermeisterin in der Großstadt Düsseldorf und holte unter anderem den Eurovision Song Contest in die Landeshauptstadt. Aber vor allem als Verteidigungspolitikerin ist sie in der Ampelzeit aufgefallen, auch mit scharfer Kritik an Bundeskanzler Olaf Scholz. Marie-Agnes Strack-Zimmermann will die FDP neu beleben und vielleicht sogar selbst als mögliche Parteivorsitzende zur Verfügung stehen. Das wollten wir doch mal genauer wissen und haben in Brüssel angerufen. Dort ist sie nämlich tätig als Europaabgeordnete im Europäischen Parlament. Einen schönen guten Tag, Frau Strack-Zimmermann.

Sprecher 5: Grüße Sie, Herr Bröcker.

Sprecher 2: Frau Strack-Zimmermann, Sie sind sehr, sehr bekannt. Man nennt Sie ja gelegentlich schon die Karl Lauterbach der FDP. So oft waren Sie in Talkshows. Das stimmt nicht.

Sprecher 5: Herr Lauterbach ist eindeutig in der Vorhand.

Sprecher 2: Liegt knapp vorne. Jetzt sind Sie mit 68 Jahren, sorry to say, jetzt auch nicht gerade die Nachwuchshoffnung der Liberalen. Warum sollte mit Ihnen ausgerechnet der Neustart gelingen?

Sprecher 5: Nein, in der Tat. Es gab Zeiten in meinem Leben, da war ich deutlich frischer. Das sagt mir der morgendliche Spiegel jeden Tag. Da haben Sie völlig recht. Es geht jetzt darum, dass wir in einer extremen Vertrauenskrise sind. Und das ist übrigens das Schlimmste, was nicht nur in der Politik, sondern jedem Unternehmen, dem das widerfährt, passieren kann. Die letzten neun bis zehn Monate nach der Bundestagswahl stecken den Leuten in der Partei immer noch derart in den Knochen. strategisch nicht vorangekommen. Das ist übrigens keine Beleidigung all denen, die gerade wahnsinnig gearbeitet haben, wie Christian Dürr und auch Nicole, sondern das könnte hilfreich sein. Sie sagten es gerade, dass ich mir einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeitet habe und man heute Politik natürlich Themen hat. Aber auch durch Personen zumindest auslöst, was der Scheinwerfer angeht. Und das brauchen wir, denn wenn wir das Vertrauen zurückhaben wollen, müssen wir Menschen erreichen und das tun wir gerade nicht und das ist einfach beingefährlich.

Sprecher 2: Wir kommen gleich zu den Themen, aber jetzt wollen wir mal eben nochmal bei der Personality, Frau Strack-Zimmer, man bleibt, ich kenne Sie nun auch schon ein paar Tage, einfach ist es mit Ihnen ja nicht.

Sprecher 5: Doch, es ist eigentlich relativ einfach. Ich arbeite auch mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit neun Jahren zusammen. Es geht ja darum, dass man in der Sache diskutiert, auch durchaus unterschiedlich diskutiert, am Ende letztlich aber ein Ziel vor Augen hat. Und miteinander anständig umgeht. Und jeder, der integer in eine Diskussion geht, den schätze ich sehr und der darf auch auf meine Integrität hoffen.

Sprecher 2: Ich erinnere mich an Diskussionen in der Ampelzeit. In einem Deutschlandfunk-Interview haben Sie mal den SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich zumindest in die Nähe inhaltlich mit Sarah Wagenknecht und Björn Höcke gestellt. Die SPD hat danach gesagt, das sei bösartig, sie sei niveaulos. Schießen Sie manchmal übers Ziel hinaus, Frau Strack-Zimmermann?

Sprecher 5: Ja, sicherlich. Die Stelle würde ich sogar wiederholen. Ohne dass Sie mir das jetzt in den Mund gelegt haben, habe ich das völlig richtig eingeschätzt. Denn Herr Mützenich ist, was die Sicherheit ist. der Bundesrepublik betrifft, einer der Sargnägel, dass wir nicht vorangekommen sind in der politischen Auseinandersetzung. Ja, da geht es auch mal zur Sache. Schauen Sie, Sie gehen zu einem Fußballspiel, Herr Bröker und ich am liebsten zu Fortuna Düsseldorf. Und dann wollen wir, dass gekämpft wird und auf das Tor geschossen wird und nicht, dass wir immer auf Unentschieden spielen. Das heißt aber keine Blutgrätsche und nicht den Schiri vorm Acker jagen. Und wer diese politischen Auseinandersetzungen nicht abkann, der darf nicht in die Politik gehen. Also der Spruch, wer in die Küche will, muss Hitze abkönnen. Ich weiß nicht, wer den erfunden hat, wahrscheinlich die frühen Römer, der hatte recht gehabt.

Sprecher 2: Für Ihren falschen Verein können Sie ja auch nichts, Frau Strack-Zimmermann, das nehme ich Ihnen gar nicht übel, aber in der Politik ist doch gerade jetzt eher eigentlich eine unaufgeregte, sachliche und ruhige Tonalität. Das, was wir brauchen von dem anderen, haben wir doch genug, oder sehe ich das falsch?

Sprecher 5: Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir unterschiedliche Gruppen auch unterschiedlich absprechen müssen. Herr Bröker, wenn ich irgendwo einen Vortrag halten darf, dann schaue ich mir das Publikum an, wer sitzt da und ich versuche dann mit der nötigen Empathie auf die Gruppe einzugehen. Es hat doch keinen Sinn, wie ein Roboter zu sprechen, bei jedem das Gleiche zu sagen und das Publikum reagiert nicht. Und ich glaube, dass es gut ist, wenn wir unsere Themen setzen wollen, dass wir eben wirklich die Zuhörer abholen. Und das passiert nicht, indem sie bei jedem den gleichen Satz nutzen. Das will keiner hören. müssen wir, glaube ich, noch etwas ändern.

Sprecher 2: Ich sehe schon, abschleifen wollen Sie sich nicht. Das finden wir gut, das können wir nur begrüßen. Wo würden Sie denn inhaltlich die FDP neu denken, Frau Stock-Zimmermann?

Sprecher 5: Ich glaube, dass man die FDP nicht neu denken muss. Ich glaube, dass der Liberalismus, der Freiheitsgedanke ein so großartiger Gedanke ist, Man muss ihn deswegen nicht neu definieren, sondern man muss ihn in die Diskussion einbringen. Um jetzt mal ein ganz kurzes Beispiel zu bringen, nehmen Sie die Debatte um die Rente in Deutschland, die ja vor 3000 Jahren Herr Blüm für gerettet hielt oder sicher hielt. Und das ist ja eine Ignoranz der Realität, wenn viele die Rente rausnehmen und Junge nicht mehr einbezahlen, dann wird im Bundestag eine Diskussion geführt, Entweder alt gegen jung, was macht die CDU? Dann freut die SPD das Reich gegen Arm. Das ist ja völlig Banane. Keiner sagt den Menschen, dass es so nicht mehr funktioniert, dass sie neben einer Betriebsrente, Grundrente sich auch selber um die Rente kümmern müssen. Ich finde es übrigens unerträglich, dass Herr Lauterbach sagt, er wollte jetzt die Rente kappen. Da haben Leute eingezahlt, sich privat möglicherweise versorgt aus versteuertem Einkommen. Und dann kommt Herr Lauterbach und sagt, nee, nee, das kappen wir jetzt. Also ich finde, der Leistungsgedanke, der ist nach wie vor aktuell. Der Freiheitsgedanke, übrigens das sage ich, ich mache ja nur internationale Politik, ist wichtiger denn je. Und lassen Sie mich noch ein Beispiel, weil ich jetzt nicht so ins Theoretische abgleiten will. Es wird eine Diskussion geführt, ob man... Kindern und jungen Leuten bis zu einem bestimmten Alter das Laptop verbietet oder den Zugang nicht ermöglicht. Was ist das für eine Diskussion? Ich sage Ihnen, es kommen heute Babys auf die Welt. Ich will das jetzt keinen Eltern unterstellen, die sozusagen nicht als erstes das Auge des Vaters erblicken, sofern er mit im Kreißsaal ist, sondern als erstes die Kamera des iPhone 15 oder 16, wo wir gerade sind. Und denen wollen wir erzählen, nee, diese digitale Welt, jetzt holen wir mal wieder die Kreide raus und die Schiefertafel und das Schwämmchen, anstatt an die zu gehen, die das Programm machen, an die zu gehen, die eben zulassen, dass Junge oder Kinder auf bestimmte Programme zugreifen. Und dann sind wir ganz schnell beim Bildungsthema, das noch aktueller ist. Denn wenn Sie heute Medienkompetenz vermitteln wollen, beginnt das in der Kita, weil die Kinder eben mit diesen Geräten aufwachsen. Und die Eltern ja auch gerne, mache ich Ihnen auch nicht zum Vorwurf, das Handy in die Hand drücken, damit der kleine Leopold die Klappe hält, während man selber vielleicht gerade mal fünf Minuten Ruhe will.

Sprecher 2: Aber Gemach, es geht doch hier um eine Altersverifikation für Zwölfjährige bei Social-Media-Portalen. Das ist doch noch nicht die Abwesenheit der digitalen Endgeräte, oder?

Sprecher 5: Doch, das ist der Anfang, in dem man nicht an die Probleme geht. Den Kindern zu sagen, ihr dürft das nicht, ist das eine. Das andere ist, die Anbieter müssen doch damit konfrontiert werden und nicht die Nutzer. Wer heute Programme anbietet für Kinder und Jugendliche, der ist in Verantwortung und nicht die, die es nutzen. Ich glaube, dass wir inzwischen in der... Deutschland völlig falsche Diskussionen führen. Und wenn wir nicht mehr weiter wissen, wird die große Verbotsorgel rausgeholt, anstatt sich mit den Ursachen zu beschäftigen. Und nochmal, Erziehung und Bildung ist der wesentliche Treiber dafür, ob übrigens auch später aus den Kindern Jugendliche und Erwachsene werden, die alles glauben, was sie im Internet hören, bis hin, dass die Erde eine Scheibe ist und keine Kugel. Es kann ja auch gar keine Kugel sein, es würden die auf der anderen Seite herunterfallen.

Sprecher 2: Sie sind ja Europapolitikerin, Frau Stag-Zimmermann. Es gibt in Europa durchaus liberale Bewegungen, die reüssieren in den Niederlanden, auch in Österreich. Andere wie in Frankreich sind im Niedergang inbegriffen, inklusive einer Lame Duck im Präsidentensessel. Was kann die FDP von europäischen liberalen Bewegungen lernen?

Sprecher 5: Eine positive Geschichte zu erzählen. Nicht immer zu sagen, was alles nicht funktioniert, das haben die Leute jetzt gemerkt, spätestens wenn sie am Bahnsteig stehen, sondern eine andere Geschichte zu erzählen. Schauen Sie, Herr Bröker, ich mache Politik jetzt seit knapp zwei Jahren in Brüssel und die Geschichte dieser Europäischen Union, ist prinzipiell bei allen Problemen, Überregulierung etc., was wir übrigens gerade abbauen, das nur Klammer auf Klammer zu, eine unglaublich tolle Geschichte, nämlich dass wir seit 80 Jahren in Frieden leben, dass 27 Staaten zusammenarbeiten, über diese Staaten hinaus sogar Kanada die Nähe zu uns sucht und auch Nicht-EU-Staaten wie Großbritannien, wie der Norwegen. Das ist doch eine gute Geschichte. Und an diese gute Geschichte zu erinnern, Dass wir die erhalten müssen, ist doch mehr sexy, als zu erzählen, alles scheiße, deine Emma. Sorry, wenn ich das so deutlich sage, das will doch keiner hören. Wie es der Kanzler sagt, die Lage ist komplex. Ja, das ganze Leben ist komplex, kaum ist man auf der Welt. Aber Menschen wollen positiv abgeholt werden. Ich verkaufe doch auch keine Hose, indem ich sage, also eigentlich läuft die direkt ein, wenn ich sie zu heiß wasche. Sondern ich sage, die Hose sitzt auch nach dem Waschen. Also vielleicht ist das jetzt profan, wenn ich sage, aber ich gehe in keinen Laden, der Werbung dafür macht, dass er eigentlich nichts mehr zu bieten hat. Und die Vergangenheit zu sagen, wir waren mal ganz groß. Ich höre das ja auch. Da waren große Leute, Scheel, Genscher etc. Ja, das waren große Politiker in einer völlig anderen Zeit. Genscher ist in ein Flugzeug gestiegen und wenn er um die Welt flog, hatte er seine Ruhe. Er konnte arbeiten, er konnte was essen, er konnte die Augen zumachen. Heute ist Politik 24-7 online erreichbar und Sie als Journalist wissen es doch genauso, Herr Bröker, auch Sie müssen permanent. Präsent sein, weil ja in fünf Minuten was passieren könnte und wer bringt da die Nachricht als erstes. Und das macht Menschen krank, führt übrigens auch dazu, dass Leute keine Zeitungen mehr lesen, keine Nachrichten, weil sie sagen, ich ertrage es nicht mehr, aber sich auszuklammern aus der Gesellschaft und dann auch noch der AfD die Stimme zu geben nach dem Motto, die sind nicht so etabliert und diese blöden Parteien, das ist doch Grund genug zu kämpfen. Also ich bin bereit dazu. Wenn die Partei das möchte, mache ich es. Wenn sie andere gute Leute hat, werde ich auch die unterstützen.

Sprecher 2: Betriebsamkeit in dieser medialen Gesellschaft, da haben Sie durchaus recht. Auch wenn ich mir meine Inseln der Ruhe immer wieder schaffe, wie Sie ja wahrscheinlich auch, Frau Schlag-Zimmermann. Aber apropos News, dann machen wir es jetzt mal hier konkret. Diese Floskel, wenn die Partei mich will. Sagen Sie doch einfach, Sie möchten kandidieren im Mai.

Sprecher 5: Habe ich doch gesagt. Ach, habe ich das nicht zu Ihnen gesagt und habe ich es zu jemand anders gesagt. Also, es tut mir leid, dass Sie jetzt nicht der Einzige sind, mit dem ich spreche. Ja, darüber reden wir dann nochmal. Ich habe im Präsidium angeboten, dass ich kandidiere. Allerdings eine Einschränkung. Ich möchte, dass die Partei eine Doppelspitze bekommt. Ich halte das Zusammenarbeiten von zwei Leuten, Aufgabenverteilung, kann ich nur jedem empfehlen, für ausgesprochen hilfreich. Natürlich muss man dann sich miteinander verstehen. Da kann man nicht einfach zwei Leute zusammenpacken. Das ist mein Angebot. Ich kann aufgrund meiner Arbeit hier in Brüssel als Ausschussvorsitzende das nicht alleine stemmen. Natürlich muss es die Partei wollen, aber das Erste ist, wir müssen das Statut ändern. Das bedeutet, zwei Drittel müssen erstmal für eine Doppelspitze sein. Ich räume ein, nachdem Wolfgang Kupigi mir ja schmählich auf meine Frage, ob er das mitmachen wolle, schmählich gesagt hat, er sei schon verheiratet. Was ich auch noch bin und zwar auch sehr glücklich, glaube ich, jetzt wieder Spaß beiseite, es wäre sehr klug, wenn man es generationsübergreifend macht, Frau, Mann, Jung, Älter. Denn die Jungen oder Jüngeren sind ja die, die letztendlich diese Partei auch in Zukunft tragen. Ich kann also interimsweise so etwas anbieten und letztendlich gilt einfach die Weisheit, man braucht eine Mehrheit und knapp drüber ist bekanntlich auch drüber, aber da bin ich sportlich. Wenn es andere gute Leute gibt, dann... Werde ich mich gerne hinter Ihnen versammeln, sowohl Frau Strack als auch Frau Zimmermann. Aber ich werfe meinen Hut in den Ring und jetzt schauen wir mal, was passiert.

Sprecher 2: Als leidenschaftlicher Anhänger einer Doppelspitze ohne Helene Bubrowski wäre ich publizistisch gar nicht denkbar. Kann ich das nur unterstützen, zumindest die Variante Doppelspitze? Ist es nicht möglich, dass ein gewisser Landesvorsitzender an NRW, Henning Höhne, ihr Tandempartner sein könnte?

Sprecher 5: Ja, das könnte er. Es können natürlich auch immer andere sein. Und man sagt ja in der Politik, nenn nicht zu früh Namen, sonst ist der Name schon verbrannt, bevor jemand sich überhaupt in Stellung bringt. Henning Höhne ist erstens mal der Chef der FDP in NRW und damit des größten Landesverbandes. Er führt die FDP im nordrhein-westfälischen Landtag. Und damit hat er natürlich... Schon mal Grund genug, sich an die Spitze zu setzen. Und es hilft natürlich auch, wenn man ein politisches Amt hat, um vorzukommen, damit eine Kamera anbietet, damit Sie, Herr Bröcke, einen auch anrufen oder zu nachtschlafender Zeit eine Botze abschicken. Das passiert ja sonst nicht. Letztendlich muss das natürlich Henning Höhne selber wissen. Vielleicht kommen auch andere, die sagen, ich könnte mir das auch vorstellen. Er wird keiner zu mir. Jahren getragen. Wie gesagt, mein Ring liegt im Hut und jetzt, nee, mein Hut liegt im Ring oder wo auch immer. Und mir fällt gerade auch, dass ich gar keinen Hut besitze. Also was auch immer. Ich biete meine Arbeit an. Ich glaube, dass es ein gutes gemeinsames Gelingen sein könnte.

Sprecher 2: Die Freiwilligkeit bleibt auch eine Sache der FDP. Ich bin gespannt, was aus Ihnen und Ihrer Kandidatur wird. So oder so, Frau Stag-Zimmermann, bleibe ich gerne im Austausch mit Ihnen. Das Ringen macht immer wieder Freude. Vielen Dank für dieses Gespräch.

Sprecher 5: Ich danke Ihnen und freue mich immer von Ihnen zu hören, lieber in guten als in schlechten Zeiten.

Sprecher 3: Mein lieber Mitchi, war noch was.

Sprecher 2: Ja, die Pflegereform, die gehört natürlich auch zur Gesundheitsreform. Es wird immer teurer, weil wir immer älter werden und immer mehr Menschen, alte Frauen, genau wie alte Männer, gepflegt werden müssen.

Sprecher 3: In China ist die Idee, dass man das größtenteils nun über AI-Robotik löst.

Sprecher 2: Ich will keinen Roboter, der mich irgendwie pflegt.

Sprecher 3: Tja.

Sprecher 2: Also ich sage jetzt nicht, was ich möchte. Ich möchte jedenfalls menschliche Pflege. Und deswegen ist diese Zahl wunderbar zum Abschluss dieses Podcasts. Denn 158.000 Menschen lernen gerade in Deutschland, Pflegekraft zu werden. Also sind in der Pflegeausbildung so viele wie noch nie. Und übrigens, gute Nachricht, der Männeranteil wächst. Und zwar deutlich schneller als der der Frauen. 15% mehr männliche Azubis im Vergleich zum Vorjahr. Fast jeder dritte neue Pflegeazubi ist ein Mann. Auch dort gilt allmählich die Parität.

Sprecher 3: Ja, das ist doch schön. Man sagt ja, man kann den sozialen Status eines Berufs am Frauenanteil ablesen oder auch am Männeranteil. Also vielleicht führt das auch dazu, wenn mehr Männer diesen Beruf machen, dass das soziale Prestige größer ist. Es gibt es ja ansonsten andersrum, dass zum Beispiel der Beruf des Lehrers lange nicht mehr so einen guten Ruf hat wie früher. Und auch das sagen jedenfalls manche, hat mit dem heute sehr hohen Frauenanteil zu tun.

Sprecher 2: In Norwegen jedenfalls ist die Pflege seit Jahrzehnten ein Beruf mit echt gutem Ansehen, hochbezahlt, akademische Ausbildung, gesellschaftlich respektiert. Dort ist es völlig selbstverständlich, dass Männer auch alte Menschen pflegen. Legen, also hier der Umgang mit den Älteren. Er ist eines vielleicht der Kernelemente eines solidarischen Staates, einer guten Gesellschaft.

Sprecher 3: Ja, und vielleicht sollten wir auch in unserem ganzen Jugendwahn und Schönheits-OPs und Falten wegmachen, auch Respekt vor dem Alter. Stärker entwickeln und das nicht nur entwickeln und sonntags verkünden, sondern auch leben, indem wir sagen, dieses alte Leben, das so viel gesehen hat, das so viel erlebt hat, von dem wir auch so viel lernen können, solange die Menschen da sind, lasst uns doch Zeit mit ihnen verbringen, uns kümmern. Das müssen ja gar nicht immer nur externe Pflegekräfte sein, das können wir ja vielleicht auch mal selber machen bei unseren jetzt alternden Eltern.

Sprecher 2: Der alte Mann hat ein bisschen Würde verdient. Danke, Helene. In diesem Sinne, morgen wieder Table Today, 5 Uhr, bis dahin. Ciao, ciao.

Sprecher 3: Wir freuen uns. Tschüss.

Sprecher 6: Old man. Look at my life. I'm a lot like you. Oh man, look at my life, I'm a lot like you were. Old man, look at my life. 24 and there's so much more. Live alone in a paradise that makes me think of true. Love lost such a cause. Give me things that don't get lost. Like a coin that won't get tossed. Rolling home to you.

Sprecher 4: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.