Erfolgsgeschichten deutscher Start-ups. Mit Johannes Reck und Hendrik Brandis.
Dauer: 33:11

Erfolgsgeschichten deutscher Start-ups. Mit Johannes Reck und Hendrik Brandis.

Deutschland ist in der industriellen Robotik deutlich weiter als die USA, berichtet Nina Klotz vom CEO.Table. Sie hat bei ihren Recherchen unter anderem mit TUM-Professor Matthias Althoff gesprochen. Statt humanoider Roboter, die auf zwei Beinen wackeln, entwickeln deutsche Forscher spezialisierte Maschinen wie einen Minipanzer, der auf Baustellen unermüdlich Beton abbricht. "Der kann ewig dastehen und Beton abbrechen, das stört den gar nicht", beschreibt Althoff seinen KI-gesteuerten Bauroboter. Investor Sam Baker von Planet A Ventures sieht noch Nachholbedarf bei deutschen Unternehmen: "Den meisten ist noch nicht bewusst, dass sie diese Roboter unbedingt brauchen, um ihr Geschäftsmodell zu sichern."

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Johannes Reck, CEO und Mitgründer von GetYourGuide, berichtet im Gespräch mit Michael Bröcker von 30 Prozent Wachstum und über einer Milliarde Euro Umsatz. 50.000 Anbieter listen 200.000 Erlebnisse in über 200 Ländern auf der Plattform. Doch der größte Gegner bleibt Google: "Politiker, die zur Eröffnung von einem kleinen Rechenzentrum [amerikanischer Konzerne] gehen und das als Erfolg verbuchen, bücken sich um Brotkrumen eines Monopols aufzusammeln", kritisiert Reck. Am Beispiel Trivago zeigt er, wie Google mit eigenem Hotelpreisvergleich einen Konkurrenten nahezu zerstört hat: "Kaum eine Chance für neue B2C-Unternehmen, du findest auch keinen Investor mehr, der dafür Geld ausgibt."

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Am Montag soll die erste Rakete von Isar Aerospace in den Erdorbit starten. Hendrik Brandis, Co-Gründer des VC-Fonds Earlybird, erzählt, warum er von Anfang an investiert hat. Als er seinen Partnern die Idee vorstellte, hätten die gedacht, "was hat er jetzt geraucht?" Das Technologierisiko sei begrenzt, das finanzielle aber immens: "Es braucht ein paar hundert Millionen, um eine Rakete in den Orbit zu bringen." Europa könne sich die Abhängigkeit von SpaceX nicht leisten, denn wer dort fliege, müsse sein Transportgut komplett offenlegen: „Die Frage ist, ob man das will."

[19:50]


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Transkript

Sprecher 1: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der CEO Edition von Table Today. Ich bin Alex Hofmann und heute bei mir im Studio ist meine neue Kollegin Nina Klotz.

Sprecher 2: Hallo.

Sprecher 1: Die ganze Welt ist im KI-Hype. Die Möglichkeiten scheinen unendlich zu sein, aber KI wird nicht allen Herausforderungen lösen können. Wenn man sich die Technologien der Zukunft anguckt, muss man auch zwingend auf die Robotik schauen. Denn gerade in Kombination mit KI ergibt sich ja eine ganz neue Dimension an Möglichkeiten, was jetzt schon möglich ist und wie die Zukunft in diesem Gebiet aussehen könnte.

Sprecher 2: Mittlerweile gibt es nur noch wenige Online-Plattformen, die gegen das allmächtige Google bestehen können. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Startup GetYourGuide. Wir haben mit Johannes Reck, dem CEO und Mitgründer von GetYourGuide, darüber gesprochen, wie er das schafft und wie die Zukunft seines Unternehmens aussieht.

Sprecher 1: Sollte alles gut gehen, startet am Montag die erste Rakete von ESA Aerospace in den Erdorbit. Das wäre ein Meilenstein in der deutschen und europäischen Raumfahrt. Einer, der von Anfang an an das Projekt geglaubt hat, ist Henrik Brandes, der Co-Gründer des VC-Fonds Earlybird. Wir haben mit ihm gesprochen und ihn gefragt, warum er das Risiko eingegangen ist, ausgerechnet in die Raketenforschung zu investieren und was er sich in Zukunft von dieser Sparte verspricht. Das ist unser Programm für diesen Samstag, den 21. März. Schön, dass Sie mit dabei sind.

Sprecher 3: Habt ihr eigentlich oft kreative Differenzen?

Sprecher 4: Natürlich, Alter. Zum Beispiel hat Marc-Uwe gerade erst gegen einen sehr guten Vorschlag meinerseits sein Veto eingelegt. Dabei wollte ich nur das gesamte Marketingbudget fürs neue Buch in Schnapsballinen-Giveaways stecken. Es sind keine Giveaways, wenn man sie behält. Ach, du mit deinen Wortklaubereien.

Sprecher 3: Neues von Marc-Uwe Kling. Die Känguru-Rebellion. Jetzt bei Bookbeat und überall, wo es Bücher und Hörbücher gibt.

Sprecher 1: In Deutschland wird viel darüber gesprochen, wie sich die Deindustrialisierung des Landes aufhalten lässt. Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Rahmen des Aufschwung- und Wachstumsjahres, das 2026 sein soll, als eines der Ziele genannt, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie wiederherzustellen. Nina, erklär uns doch mal, wie jetzt Technologie, die bislang ja eigentlich an die Stelle von klassischer Industrie getreten ist, in vielen Bereichen wieder Aufwind bringen soll.

Sprecher 2: In erster Linie müssen wir natürlich mehr Produktivität schaffen und das ist genau der Punkt, wo Automatisierung und auch Robotisierung eingreifen können und helfen können, mit weniger Einsatz mehr zu erreichen.

Sprecher 1: Deutschland und Europa stehen dabei gar nicht so schlecht da, oder?

Sprecher 2: Nee, tatsächlich nicht. Man unterschätzt das immer ein bisschen, dass in Deutschland und auch vor allem in Osteuropa beispielsweise in sehr vielen Fabriken und Lagerhäusern schon auch sehr viele Roboter im Einsatz sind. Die sehen halt nicht aus, wie man sich Roboter vorstellt. Die haben nicht zwei Arme und machen Piep-Piep, sondern das sind meistens nur einzelne Arme. Dinge, die auf Rollen sich fortbewegen und nicht auf zwei Beinen. Aber tatsächlich ist Deutschland beispielsweise im Vergleich zu den USA sehr viel weiter, was Robotik in Fabriken angeht.

Sprecher 1: Und warum spricht dann niemand darüber? Die humanoiden Roboter, also die, die dem Menschen nachempfunden sind, die kriegen ja schon ein bisschen Presse-Coverage. Aber über die Industrieroboter, die ja so wichtig sind, Die bleiben irgendwie außen vor.

Sprecher 2: Ja, weil sie keine Saltos schlagen und weil sie nicht tanzen können. können und weil deshalb einfach, wie du sagst, das Medien-Coverage nicht so groß ist auf den Industrierobotern, die weniger cool aussehen, aber am Ende mehr erreichen können als ein Humanoider, der auf zwei Beinen auch meistens sehr wackelig unterwegs ist. Also ich habe im Zuge meiner Recherche zum Thema Status Quo Robotik in Deutschland mit einem Professor von der TUM gesprochen, der auch sagte, er sieht überhaupt keine wirklichen Anwendungsfälle für Humanoide-Roboter, die sich fortbewegen wie Menschen, weil die einfach sehr viel langsamer und sehr viel ungeschickter sind als alles, was sich schlauer fortbewegt.

Sprecher 1: Und was genau ist es, dass die anderen Roboter so gut können?

Sprecher 2: Also wenn wir mal bei dem Beispiel von Matthias Althoff bleiben, der am Munich Institute for Robotics and Machine Learning lehrt und forscht, der arbeitet mit ganz konkreten Anwendungsfällen aus der Wirtschaft. Auf den ist zum Beispiel ein Bauunternehmer zugekommen, der hat gesagt, wir haben auf Baustellen ein riesiges Problem. Betonabbrucharbeiten sind wahnsinnig aufwendig, sind total anstrengend. Da muss meistens ein Mensch stehen, der mit so einem Wasserstrahl diesen Beton abbricht. Das ist körperlich eine riesige Belastung. Die können das maximal eine Stunde machen, die müssen die Pause machen. Das ist für uns also total teuer und wir haben auch gar nicht genug Leute, die Bock auf diese schreckliche Arbeit haben. Kann das nicht ein Roboter unternehmen? Und dann hat sich der Professor mit einem Team aus Studierenden zusammengesetzt und hat einen Roboter entwickelt, der aussieht wie so ein Minipanzer eigentlich und der kann ewig dastehen und Beton abbrechen, das stört den gar nicht. Das Besondere an diesem Roboter ist halt, dass der das auf unterschiedlichsten Baustellen machen kann. Keine Baustelle ist wie eine andere. Das ist auch der Gegensatz zu den klassischen Robotern in den Fabriken, die am Fließband stehen und immer das Gleiche machen. Dieser Roboter kann sich in einer Umwelt orientieren. Der kann wahrnehmen, wie es da aussieht und kann sich dann entsprechend bewegen und anpassen. Und das ist tatsächlich so eine Art Quantensprung in der deutschen Robotik, nicht nur in der deutschen Robotik, überhaupt, dass die Roboter... Dank KI jetzt schlauer werden, weil sie eben so sich besser an unterschiedliche Situationen anpassen können.

Sprecher 1: Und was braucht es jetzt, damit die deutschen Roboterhersteller auch wirtschaftlich erfolgreich sein können?

Sprecher 2: Manche sagen Tempo, aber ich glaube eigentlich, dass es nur das eine ist. Das andere ist, ich meine, der Schlüssel ist auch oft genannt, dass sie sich weiter spezialisieren und auf die Sonderfälle fokussieren. Das sagen natürlich die Professoren aus den Bereichen, aber das ist auch wirklich so, dass Deutschland relativ weit vorne ist, was Forschung und Entwicklung von Robotik angeht. Und da sollte man eben auch weiter investieren, dass Deutschland weiter Roboter entwickeln kann, die auf sehr spezielle Situationen eingehen können. Das sind dann eben nicht die von der Stange, die in China perspektivisch bald günstiger produziert werden können, sondern es sind eben Roboter, die für einzelne Use Cases sind und die vor allem auch in die schon bestehenden Fabriken hier in Europa gut eingebaut werden können. Weil hier gibt es ja viele Legacy-Systeme, hier ist schon viel an Automatik drin und da braucht man jetzt eben sehr spezialisierte Roboter, die sich da gut einfügen können.

Sprecher 1: Und die werden dann auch von deutschen Unternehmen gekauft?

Sprecher 2: Noch nicht unbedingt. Also ich habe mit dem Investor Sam Baker von Planet A gesprochen, der sagt, was seiner Meinung nach fehlt, ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit, hier zu investieren bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmern in Deutschland. Er sprach von dem sogenannten Urgent Buyer, den er hier noch vermehrt sehen möchte. Das ist der Kunde, der ein Produkt ganz, ganz unbedingt braucht, weil es seine Zukunft sichert und sein Geschäftsmodell. Und wenn er dieses Produkt, das ist in dem Fall Roboter, nicht kauft, dann kann er so nicht weitermachen. Er meint, er sieht etliche Urgent Buyer hier in Europa, aber den meisten ist das noch nicht so bewusst.

Sprecher 1: Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, was Roboter zum Beispiel mit den Lohnkosten machen und wie auch industrielle Roboter noch einmal stark von den großen Sprachmodellen profitieren können, das hat Nina für Sie im CEO-Table noch einmal genauer untersucht. Lesen können Sie das Ergebnis unter table.media.com.

Sprecher 3: Habt ihr eigentlich oft kreative Differenzen?

Sprecher 4: Natürlich, Alter. Zum Beispiel hat Marc-Uwe gerade erst gegen einen sehr guten Vorschlag meinerseits sein Veto eingelegt. Dabei wollte ich nur das gesamte Marketingbudget fürs neue Buch in Schnapsberlin-Giveaways stecken. Es sind keine Giveaways, wenn man sie behält. Ach, du mit deinen Wortklaubereien.

Sprecher 3: Neues von Marc-Uwe Kling. Die Känguru-Rebellion. Jetzt bei Bookbeat und überall, wo es Bücher und Hörbücher gibt.

Sprecher 2: Die typischen Sehenswürdigkeiten, leckere Restaurants oder der kleine Geheimtipp, das alles bekommen Sie bei GetYourGuide. Das in Berlin sitzende Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, für jeden das passende individuelle Reiseerlebnis anbieten zu können. Aus einer Idee von fünf Freunden ist mittlerweile ein weltweit erfolgreicher Konzern geworden. 150.000 Reiseerlebnisse in 12.000 Städten können Sie auf der Internetplattform entdecken und buchen. Trotz diverser internationaler Krisen läuft es im Reisegeschäft sehr gut, sagt einer der Gründer und CEO Johannes Reck. Aber es gibt natürlich einen großen, ja fast übermächtigen Konkurrenten. Google. Der US-Tech-Gigant hat schon einige Firmen in Schwierigkeiten gebracht, weil er deren Konzept übernommen und in seine Suchmaschine prominent platziert hat. Ist es also nur eine Frage der Zeit? Bis die Erfolgsgeschichte von GetYourGuide auch dem Machthunger von Google zum Opfer fällt? Das hat Michael Bröker mit Johannes Reck besprochen.

Sprecher 5: Einen schönen guten Tag, Johannes.

Sprecher 6: Hallo lieber Michael Brücker.

Sprecher 5: Sag mal, wie läuft ein Unternehmen so im dritten Jahr der Rezession? Wie sehr betrifft euch das eigentlich auch?

Sprecher 6: Get Your Guide ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen, das international aufgestellt ist. Wir haben gerade unsere Daten publiziert. Wir sind letztes Jahr mit 30 Prozent gewachsen, haben die eine Milliarde Umsatzschwelle. Geknackt über...

Sprecher 5: In wie viel Jahren seid ihr?

Sprecher 6: Wir sind mittlerweile im 16. Jahr.

Sprecher 5: Du würdest sagen, gemäß Adenauer leicht umgewandelt, Urlauben tun die Leute immer.

Sprecher 6: Absolut. Die Reisebranche ist seit der Pandemie fulminant gewachsen und vor allem der Erlebnisbereich, in dem wir der globale Marktführer sind, ist der schnellst wachsende Bereich der Reisebranche. Werden mittlerweile über 420 Milliarden Euro pro Jahr ausgegeben und 4 Milliarden wurden auf unserer Plattform in den letzten zwölf Monaten ausgegeben.

Sprecher 5: Ihr seid in diversen Märkten. Ist der deutsche, so gemäß des Klischees, tatsächlich auch der urlaubs- und reisefreudigste Markt?

Sprecher 6: Mittlerweile sind die USA unser größter Markt. Gleichzeitig ist aber Deutschland nach wie vor ein enorm stark wachsender Markt und das stimmt, die Deutschen lieben es, die Welt zu erkunden.

Sprecher 5: Kriege ich irgendetwas auf deiner Reiseplattform noch nicht, was du gerne drauf hättest?

Sprecher 6: Oh ja, da gibt es noch sehr, sehr viel.

Sprecher 5: Sag mal ein Beispiel.

Sprecher 6: Also wir sind zum Beispiel im Bereich Sport und Events gerade eben gestartet und wir haben in den USA jetzt... Führende Teams wie die zum Beispiel die Orlando Magic oder die LA Clippers oder die Brooklyn Nets draufbekommen. Und das wird auch sehr rege gebucht von Reisenden.

Sprecher 5: Ich dachte, es gibt keine NBA-Tickets. Man kriegt sie nicht.

Sprecher 6: Doch, doch. Weil Get Your Guide kriegt das jetzt der Reisende und die Teams finden das auch super in den USA, weil sie wissen, dass Reisende im Schnitt mehr Geld ausgeben im Stadion als die Einheimischen. Aber zum Beispiel der Fußball, also FC Barcelona, Arsenal London, das wäre jetzt für mich absolute Highlights. Die wollen das noch nicht, aber ich glaube, da kommen wir auch hin in den nächsten Jahren.

Sprecher 5: Kriegt bei dir auch FC Köln Tickets?

Sprecher 6: Noch nicht. Ist dann aber, glaube ich, ein bisschen weniger.

Sprecher 5: Ist auch immer ausverkauft.

Sprecher 6: Als Kölner natürlich wäre das mein Traum.

Sprecher 5: Fußball-WM-Tickets, das wäre jetzt ein Game-Changer.

Sprecher 6: Ja, auch gut. Da ist die Distribution auch noch nicht so weit, aber ich denke, dass es in all diesen Bereichen sicherlich auch mehr touristische Distributionen in der Zukunft geben wird. Und auch mehr Paketierung, die online verkauft wird. Im Moment ist das tatsächlich noch ein sehr offline Markt.

Sprecher 5: Was ist der Treiber eures Erfolgs? Die individualisierte Reiseplanung, das ich will etwas anderes machen, als es die anderen machen. Ist das immer noch einer der Haupttreiber?

Sprecher 6: Ja, absolut. Wenn du dir anschaust auf Social Media, was posten die Leute, dann geht es doch in allererster Linie immer darum, was habe ich Einzigartiges auf meiner Reise gemacht, was habe ich entdeckt. Die Leute posten nicht ihr Hotelzimmer, ihr Airbnb oder ihr Flugticket. Und von diesem Trend des Erlebens und des Entdeckens haben wir enorm profitiert über die letzte Dekade. Und gleichzeitig ist der Markt auch mit uns gewachsen. Also als wir gestartet sind, gab es noch diese klassischen Tour-Operator, wie wie man den von der TUI von vor 20 Jahren kannte, ohne Bewertung, oftmals mit ganz schwacher Qualität. Und mittlerweile gibt es Hunderttausende von Kleinstanbietern, oft Familienbetrieben, die wirklich innovative, interessante Sachen anbieten. Also ich gebe jetzt mal ein Beispiel, ein ganz stark wachsender Bereich ist das, Food-Erlebnis, also Essenserlebnis, das gab es noch gar nicht, bevor Get Your Get gekommen ist. Und jetzt gerade sind wir zum Beispiel in der Saison von den Marrakesch und Nordafrika reisen und du kannst die besten lokalen Angebote in Marrakesch finden. Das sind alles irgendwelche Food-Erlebnisse, wo du in eine Küche gehst und mit den Lokalen irgendwie das Tashine-Hähnchen. Machst und das lieben die Leute. Also das zum Beispiel hat enorm starke Zuwachsraten. Wir haben schon gesprochen über die ganzen Sporterlebnisse. Es gibt sehr viele Shows, auch lokale, also von Kleinkunst und Konzert bis hin zu wirklich sehr authentischen Touren durch die Nachbarschaft. Also all das, was du früher nicht im klassischen Katalog buchen kannst, kannst du jetzt natürlich im Internet buchen, weil wir einfach einen unendlichen Katalog haben, der genau auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist.

Sprecher 5: Hast du überhaupt eine Zahl im Kopf, wie viele einzelne Reiseanbieter bei euch auf der Plattform irgendetwas anbieten?

Sprecher 6: Ja, klar. Wir haben 50.000 Anbieter, die... Wirklich täglich bei uns drin sind. In wie vielen Ländern der Welt? In mittlerweile über 200 Ländern der Welt, also quasi überall. Und diese 50.000 Anbieter bieten 200.000 Erlebnisse weltweit an. 6 mittlerweile pro Woche mit bis zu 10.000 neuen Erlebnissen.

Sprecher 5: Kann ich auch Nordkorea kriegen?

Sprecher 6: Nein, es gibt ein paar Staaten, die ausgeschlossen sind. Nordkorea, Kuba aufgrund der Restriktionen, der Iran natürlich und ein paar andere auch.

Sprecher 5: Du wirkst wie ein Unternehmer und hier sitzen in den letzten Wochen sehr viele CEOs, der sich überraschenderweise nicht beklagt über den Standort Deutschland, über fehlende Reformen oder zu viel Bürokratisierung. Habe ich da was falsch verstanden oder kommt das jetzt?

Sprecher 6: Also ich bin ein großer Fan des Philosophen Karl Poppers und der sagt, der Optimismus ist ein moralischer Imperativ. Das heißt, ich denke, der Unternehmer sollte immer das Glas halb voll sehen. Und die Realität ist auch, dass Deutschland ein fantastischer Standort ist, um ein Unternehmen zu gründen und dass wir auch viele tolle Unternehmen haben, selbst in der KI-Zeit. Gleichzeitig ist es klar, wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Im Startup-Bereich mangelt es an Finanzierung. Wenn ich anschaue, wer hat GetYourGuide finanziert, dann sind das ausschließlich amerikanische und asiatische Geldgeber. Und ich denke auch, dass gerade Arbeitsrecht viele Regulationen in Deutschland nicht mehr zeitgemäß ist. Auch unsere Rente, wenn ich an unsere Mitarbeiter denke, ist ein großes Thema, das wir lösen müssen. Es gibt Hausaufgaben, die wir tun müssen, aber gleichzeitig bin ich eigentlich sehr positiv, was den Ausblick von Deutschland angeht.

Sprecher 5: Was traust du Schwarz-Rot zu? Als CDU-naher Manager, der du bist?

Sprecher 6: Also ich... Ich glaube, dass... die Probleme in der CDU erkannt sind. Ich sitze ja selber auch im Beirat für Wettbewerb und künstliche Intelligenz bei KT Reiche. Ich weiß, dass sie mit den Punkten, die ich jetzt gerade genannt habe, auch vollkommen übereinstimmt. Ich würde mir vor allem bei der SPD noch mehr Mut zur Reform wünschen.

Sprecher 5: Glaubst du, dass man mit mutigen Reformen, die man vorlegt, die auch mal schmerzhaft sein können, aber eben ganzheitlich viele Bereiche betreffen, am Ende auch Wahlen gewinnen kann?

Sprecher 6: Absolut. Ich glaube, man wird Wahlen verlieren, wenn man keine Reformen macht.

Sprecher 5: Bis zur Sommerpause haben wir noch Zeit oder was würdest du sagen?

Sprecher 6: Je früher, desto besser. Ich glaube, die Regierung... Muss in die Puschen kommen, denn die Menschen auf der Straße, so ist mein Eindruck, sind deutlich reformbereiter als die Politiker im Kabinett.

Sprecher 5: Die Botschaft wird sicherlich mal gehört in der Berliner Republik, hoffentlich. Viel wird im Moment diskutiert über europäische Regulierung der großen Tech-Konzerne. Der Kulturstaatsminister plant die Digitalsteuer, um unsere Abhängigkeit von denen vielleicht zu reduzieren. Wie abhängig ist eigentlich GetYourGuide, sagen wir, von Google?

Sprecher 6: Also die Reisebranche als solches, genauso wie auch E-Commerce, also Zalando oder Otto, sind natürlich sehr stark abhängig von generellen Suchmaschinen, wie eben in unserem Fall Google, weil 80 bis 90 Prozent des Traffics, Bei der Inspiration, also wenn ich zum Beispiel meine Reise plane, erstmal bei Google anfange, das kennen wir alle. aus dem Alltag, wenn du darüber nachdenkst, ich will jetzt nach Marrakesch gehen, um das Beispiel wieder aufzugreifen von vorhin, dann gehe ich natürlich erstmal in die Google-Suchleiste, schaue mir ein paar Hotels an und schaue mir vielleicht auch die ersten Ergebnisse an, was man dort machen kann. Und Get Your Guide wird dann eigentlich relevant, in dem Moment, wo du schon eine Idee hast und dann wirklich verschiedene Angebote vergleichst, auch dich noch stärker im Detail informieren willst und dann natürlich bei der Buchung, bei der Zahlung und auch bei der Durchführung, da willst du unsere Marke haben, denn wir stehen für ein tolles Angebot weltweit mit einer hohen Qualität, starken Bewertungen und dann auch einer hohen Kundenzufriedenheit und einer starken Kundenbindung.

Sprecher 5: Ja, und wo kommt ihr da vor und hat sich da was verändert? Vielleicht in den letzten Jahren auch durch KI und die Inklusion der Google-Systematik?

Sprecher 6: Absolut. Google ist von uns natürlich ein großer Partner und so wie ich das gerade eben beschrieben habe, haben wir natürlich auch einen starken Teil unseres Wachstums über die letzten zehn Jahre der Suchmaschine zu verdanken. Gleichzeitig habe ich auch bemerkt, wie diese Partnerschaft immer stärker auch zu einem Wettbewerb geworden ist, da Google systematisch analysiert, in welchen Bereichen ihrer Suchmaschine Geld verdient wird und dann anfängt immer stärker vertikal eigene Produkte auch zu produzieren. Oftmals gegen den Willen ihrer Werbepartner zu bauen. Ich nehme mal ein konkretes Beispiel. Wir beide kennen das Düsseldorfer Unternehmen Trivago. Das war mal ein sehr starkes Unternehmen in Deutschland. Auch Börsen gelistet.

Sprecher 5: Für diejenigen, die es nicht kennen, die haben Hotels am Ende. Eine Hotelplattform.

Sprecher 6: Und Google hat dann einfach irgendwann mal auch einen Hotelpreis gleich in die Suche mit eingebaut. Damit haben sie Trivago mehr oder weniger zerstört. Das Unternehmen ist beinahe wertlos heute und hat starke Umsatzeinbußen gehabt.

Sprecher 5: Die Kölner HRS gibt es aber noch.

Sprecher 6: Kölner HRS gibt es noch, die sind aber mittlerweile ein ausschließlich oder beinahe ausschließlich B2B-Unternehmen. Das heißt, die verkaufen mittlerweile die Hotelübernachtung für die Mitarbeiter von Google, aber nicht mehr für Kunden weltweit. Also entweder bist du so wie Booking.com oder wie GetYourGuide, du hast eine ganz globale Marke aufgebaut. Da gibt es dann noch ein paar Unternehmen, aber der Wettbewerb in der Breite ist von Google komplett unterminiert worden.

Sprecher 5: Das heißt, B2C ist eigentlich kaum eine Chance reinzukommen.

Sprecher 6: Kaum eine Chance. Du findest auch heute überhaupt gar keine Investoren mehr, die bereit sind, dafür Geld auszugeben, weil einfach die Angst vor Google dermaßen groß ist. Das eben oft auch berechtigt ist, wenn wir jetzt an die Zukunft denken, an die KI-Agenten, die ja gebündelt in der Suchmaschine von Google drin sind. Und das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Also früher als Microsoft den Internet Explorer auf... Ihr Microsoft Windows Produkt draufgetan haben, wurden sie beinahe dafür zerschlagen. Google bündelt ihre KI-Modus beliebig noch zusammen mit ganz vielen anderen Google-Produkten und nimmt auch Daten von Partnern, um sie direkt einzubinden dort, oftmals gegen den Willen dieser Partner. Ich denke, wenn dieses Spiel so weitergeht, dann werden wir immer weniger Wettbewerb haben und ultimativ weniger Auswahl für Kunden und auch höhere Preise.

Sprecher 5: Zugleich sehen wir Politiker, die Microsoft und Google Rechenzentren vorstellen und sich neben die Manager stellen und stolz auf die Investitionen in Deutschland sind. Selbstverständlich, natürlich. Also welche Macht hat Politik, Regulatorik in Europa überhaupt bei so großen Tech-Konzernen?

Sprecher 6: Also Politiker, die, ich sage das jetzt mal so hart und klar, die zur Eröffnung von einem kleinen Rechenzentrum in Brandenburg oder woanders hingehen und das als Erfolg verbuchen, die bücken sich um Brotkrumen eines Monopols aufzusammeln. Ich finde das nichts anderes als ehrlich gesagt peinlich, weil am Ende geht es darum, dass das amerikanische Big Tech Konzerne sind, die sehr wenig für Wachstum und Innovation in Europa tun und sehr wenig auch zu unserem Allgemeinwohl beitragen und dies eigentlich als reine Marketingmaßnahme. machen, um beliebt zu sein und ihrem eigenen, eigentlich einzigen wirklichen Gegner, nämlich dem Regulator, ein kleines Zückerchen hinzuhalten, damit sie weiter ihre Monopolstellung unbehelligt behalten können.

Sprecher 5: Diese Debatte werden wir weiter verfolgen. Immerhin hat es Johannes Reck mit Get Your Guide geschafft, ein deutsches Berliner Unicorn aufzubauen, das sich im Weltmaßstab ganz gut schlägt. Vielen Dank für deinen Besuch heute bei Table Today.

Sprecher 6: Danke vielmals, lieber Michael.

Sprecher 1: Der Weltraum war früher nur einigen wenigen vorbehalten. Erst waren es nur die NASA und das sowjetische Raumfahrtprogramm, später kamen dann noch weitere Player hinzu. Seit ein paar Jahren wird es aber immer voller im All und immer mehr private Unternehmen haben erkannt, dass in Zukunft der Raum um die Erde enorm wichtig wird. Das wohl berühmteste Beispiel für eine private Raumfahrt-Firma ist SpaceX von Elon Musk. Das gilt aktuell noch als großes Vorbild für viele neue Startups. Eines davon wurde 2018 in Bayern gegründet und heißt ESA Aerospace. Es liegt viel Hoffnung auf dem Unternehmen, denn auch in Europa hat man erkannt, dass man stärker ins All investieren muss. Am Montag will das Unternehmen seine erste Rakete in den Orbit schicken. Wenn alles glatt läuft, wäre das ein enormer Erfolg für das Unternehmen, aber auch für die Investoren, die nicht nur viel Geld, sondern auch viel Vertrauen in dieses Projekt gesteckt haben. Einer davon ist Henrik Brandes, der Co-Gründer des VC-Fonds Early Bird. Er war einer der Ersten, der an den Erfolg geglaubt hat und für die Zukunft große Chancen beim Thema Raumfahrt sieht. Warum er dieses Risiko eingegangen ist und wieso er an eine lukrative Zukunft im All glaubt, das soll er am besten selbst erzählen. Schön, dass Sie bei uns sind, lieber Herr Brandes.

Sprecher 7: Hallo Herr Hoffmann, vielen Dank für die Einladung.

Sprecher 1: Herr Brandes, Sie haben an der TU München in Luft- und Raumfahrttechnik promoviert, dann später... an Flugzeugstrukturen gearbeitet. Dann sind sie zu McKinsey gegangen und dann haben sie Early Bird gegründet und investieren jetzt in Raketen. Wann haben Sie denn als VC-Investor zum ersten Mal gedacht, ich könnte doch mal zum Mond fliegen?

Sprecher 8: Ich habe nie gedacht, dass ich zum Mond fliegen kann. Offen gestanden würde ich das auch gar nicht anstreben. Da hätte ich, glaube ich, viel zu viel Angst. Aber die Frage geht wahrscheinlich in die Richtung, wann haben wir das erste Mal ernsthaft mit den Gedanken auseinandergesetzt, tatsächlich in meine Ursprungsheimatdomäne oder Expertise, nämlich in Luft- und Raumfahrt zu investieren. Ich sage Ihnen ganz ehrlich, das war, als wir das erste Mal uns über ISA-Gedanken gemacht haben. Und als ich... Zunehmend mich da begeistert habe, bin ich dann auf meine Partner zugegangen und die hatten im ersten Moment gedacht, was hat er jetzt geraucht? So etwas ist doch eigentlich eine hoheitliche Domäne. Damals war SpaceX noch nicht so präsent, das war 2018, 2019. In konzentrischen Kreisen ist es uns dann gelungen, hier sozusagen die Partnerschaft dahinter zu kriegen. Also uns meine ich die Gründer und ich. Und glücklicherweise haben wir damals die Entscheidung getroffen, von einer sehr frühen Phase, Isar Aerospace zu unterstützen. Und jetzt, wie viele Jahre? Sieben, acht Jahre weiter. Und wir können, glaube ich, mit Fug und Recht sagen, dass wir über diese Entscheidung sehr glücklich sind.

Sprecher 1: Isa Aerospace, das von Daniel Metzler geführte bayerische Raketen-Startup, Daniel Metzler war auch schon hier im Podcast. haben aber mal gesagt, ein Raketeninvestment sei anfangs mal too hot gewesen für sie, weil man anders als bei Software-Startups nicht einfach mit ein paar Millionen mal testen und ja, nachjustieren kann. Was hat Sie dann am Ende doch überzeugt, in Space zu investieren?

Sprecher 8: Also in Space kann man ja nicht investieren, sondern man kann ja nur in bestimmte Geschäftskonzepte, die... Sich mit Space beschäftigen, investieren. Hier sind es jetzt Raketentechnologie. Was mich überzeugt hat, zuallererst natürlich das Team Daniel Metzler und seine Gründerkollegen fand ich sehr überzeugend. Zweite ist Raketentechnologie ist... Nicht im klassischen Sinn des Wortes Rocket Science, sondern das ist sehr bekannte Physik, die ist auch tatsächlich irgendwann mal in Deutschland ursprünglich entwickelt worden, sogar in München. Und da wissen die Ingenieure sehr genau, was sie tun. Jetzt ist die technologische Umsetzung, das Engineering ist immer wieder... Eine große Herausforderung, weil man an der Grenze des physikalisch Möglichen die Raketen baut, um sie besonders performant zu machen. Das ist auch in diesem Fall so. Aber es ist keine grundsätzliche Frage, ob das funktioniert oder nicht. Man muss es nur richtig machen und man sollte möglichst wenig technische Engineering-Fehler begehen. Insofern ist das inhärente Technologierisiko eines Raketen-Startups sehr begrenzt. Das war mir damals klar. Es gibt aber ein sehr erhebliches... finanzielles Risiko, denn wie Sie richtig sagen, ist es eben anders als bei E-Commerce-Konzepten oder manchen Softwareunternehmen. Man kriegt nicht sehr früh Umsätze und Marktfeedback, sondern man muss diese Rakete erstmal durchentwickeln und tatsächlich in Funktion bringen, bevor Umsätze eintreffen. Und das braucht einen, weil es auch Hardware ist, kapitalintensiv, eine immense finanzielle Vorleistung. Und die Frage, als wir damals angefangen haben, war, werden wir diese paar hundert Millionen, die es braucht, um eine Rakete in den Orbit zu bringen, werden wir diese paar hundert Millionen aufbringen können. Wir selber können das nicht, da sind wir als Fonds zu klein, sondern wir sind darauf ja auch angewiesen, dass wir andere begeistern können, uns hierbei zu folgen. Und das war eigentlich das Kernrisiko, über das wir uns damals Gedanken gemacht haben.

Sprecher 1: Raketenstarts gehen jetzt nicht immer gut. Wie fühlt es sich denn für einen Investor an, wenn da die Millioneninvestition auf der Startrampe steht?

Sprecher 8: Es war sich aufregend. Ich finde, es hat einen besonderen Zauber. Es fühlt sich immer noch an wie ein großes Abenteuer, wenn man so eine Rakete startet. Unglaublich faszinierend und wenn man sie dann abheben sieht, ist das ein Hochgefühl.

Sprecher 1: Was ist denn für Startups wie dieser Aerospace wichtiger? Große Finanzierung im Sinne von Eigenkapital oder große dann auch staatliche Aufträge?

Sprecher 8: Also am Ende brauchen sie die Aufträge. Also wenn Sie mich fragen nach der Hierarchie, der Wichtigkeit, dann sind die Aufträge wichtiger als die Finanzierung. Und die Finanzierung kommt auch nicht, wenn nicht das feste Vertrauen auf die Aufträge da ist. Jetzt ist es allerdings in der Space-Technologie so, dass die Transportkapazität oder die Raketentechnologie oder Raketen-Launches, die angeboten werden im Markt, der Engpassfaktor schlechthin ist. Und tatsächlich... Wie in der Situation sind, dass man sich über den Verkauf der Launches und der Launch-Services tatsächlich vergleichsweise wenig Gedanken machen muss. Also Easy Aerospace könnte sicherlich zehnmal so viele Raketen-Launches verkaufen, wie sie das herstellen können. Da ist eine gigantische Nachfrage über Hang und das wird auch noch... Ich prognostiziere für die nächste Dekade zu bleiben.

Sprecher 1: Wenn man das jetzt mal mit anderen Angeboten, zum Beispiel von SpaceX vergleicht, also die Spectrum-Rakete, die kann ungefähr 1000 Kilogramm in eine erdnahe Umlaufbahn bringen. Falcon 9 von SpaceX schafft das 20-fache. Ist Aerospace damit wirklich so etwas wie eine europäische Antwort auf SpaceX oder ist das mehr ein Nischenanbieter für kleine Satelliten?

Sprecher 8: Ich denke schon, dass es eine Antwort ist, perspektivisch auf SpaceX. Natürlich ist das Leistungsspektrum, wenn jetzt die Spektrum 1 Rakete fliegt mit einer Tonne Nutzlast, ein eingeschränktes, aber Sie müssen sich das in der Logistik, in den Orbit so vorstellen, wie auf dem Straßenverkehr. Also Sie brauchen für verschiedene Nutzlasten, brauchen Sie unterschiedliche durch große Transportvehikel. Also genauso wenig macht es Sinn, mit einem 36-Tonner ein Buch auszuliefern. Das ist viel zu teuer. Deswegen nutzen sie auch ungern eine 20-Tonnen-Felke 9 für einen Satz von kleinen, 50 Kilo leichten Low-Orbit-Satelliten. Und offensichtlich, wenn sie größere Satelliten brauchen, aktuelle Starlink-Satellit wiegt irgendwie 1,3 Tonnen, den kriegen sie mit einer Spektrum-Rakete gar nicht in Orbit. Da reicht die Tonne nicht. Im Zufall hat da jeder, müssen Sie sich vorstellen, wir brauchen für jeden Zweck eigentlich die richtige Größenklasse, um kosteneffizient zu arbeiten. Ein Buch brauchen sie eher den Vito oder weiß ich nicht, den Polo. Und für entsprechend größere Lasten dann eben ein 18 oder 36 Tonnen. Und so ist das im Space auch. Und diese Nische, die sie beschreiben, ist eine sehr große, weil Lower Orbit ist, sind die Satelliten im Trend kleiner, weil sie dichter an der... An der Erdoberfläche fliegen, ist das wachsende Segment momentan und da braucht man halt sehr, sehr viel Kapazität. Ich würde davon ausgehen, dass das perspektivisch nicht das einzige Produkt bleiben wird, was ESA Aerospace an den Markt bringen wird.

Sprecher 1: Ein anderer Unterschied zwischen beiden Anbietern ist, während SpaceX ja auf Wiederverwendbarkeit setzt, guckt Isar Aerospace im Moment zumindest noch eher auf Massenproduktion, hängt das jeweilige Konzept auch von der Größe der Rakete ab?

Sprecher 8: Nein, sie können auch kleinere Raketen wiederverwendbar machen. Häufig ist der wirtschaftliche Vorteil bei größeren Raketen allerdings höher. Wenn Sie es rein ökonomisch betrachten, ist die Wiederverwendbarkeit gar nicht so ein großes Thema, weil Sie können sich vorstellen, wenn Sie eine wiederverwendbare Unterstufe, es geht sowieso immer nur um die Unterstufe, die Oberstufe ist eh verloren, Wenn Sie eine wiederverwendbare Unterstufe haben wollen, dann brauchen Sie zusätzlichen Treibstoff und zusätzliche Triebwerke, um die Unterstufe wieder geordnet landen zu können. Und dieses zusätzliche Gewicht geht auf Kosten der Payload. Und dann ist es eine reine Mathematikfrage, was ist sozusagen günstiger, eine komplett neue Unterstufe oder eine... wiederhergestellte, refurbished Unterstufe bei geringer Payload. Das geht ziemlich eins zu eins auf. Das ist heute kein großer ökonomischer Vorteil. Man kann trotzdem argumentieren, dass es im Sinne des Recyclings und der Umweltverträglichkeit schöner ist, die Raketen wiederverwendbar zu machen. Und das steht auch auf der Agenda, in der Entwicklungsagenda bei ESA Aerospace. Das wird auch kommen, hat aber zurzeit nicht die Top-Priorität.

Sprecher 1: In der Vergangenheit hat sich klar gezeigt, dass wir derzeit noch sehr, sehr abhängig sind von US-Anbietern wie eben SpaceX. Wie lange wird es dauern, bis europäische Firmen wie zum Beispiel Isar Aerospace tatsächlich dazu führen, dass Europa unabhängiger oder sogar ganz unabhängig wird von anderen Anbietern?

Sprecher 8: Das ist eine gute Frage. Also unabhängig wird... Europa mit jeder Rakete, die wir selber herstellen und selber launchen. Um Ihnen ein Gefühl zu geben, es gab im Jahr 2025 ungefähr 220 Raketenstarts weltweit. Davon hat SpaceX alleine 160 bestritten. Dazu gab es noch in den USA... Rocket Lab and Firefly. Ansonsten sind die anderen Staats- und Russland, Indien und China erfolgt und ganze drei in Europa mit der Ariane 6. Also heute ist die Abhängigkeit enorm hoch. Wenn Isar Aerospace jetzt den Ramp-Up, der Raketenherstellung hin oder vollzieht, das wird man hinbekommen. Im Juni wird umgezogen in die neue Fabrik in Parsdorf. Die hat Kapazität initial für 30 Raketen pro Jahr, perspektivisch vielleicht sogar 40. Kommen wir sicherlich in ein, ich würde nicht sagen, dass wir unabhängig sind, aber wie Sie gefragt haben, unabhängig gern. Für echte Unabhängigkeit wird auch der Mini-Launcher mit einer Tonne nicht reichen, sondern da wird es eine Rakete in der 20-Tonnen-Klasse brauchen. Das ist das Arbeitspferd heute in der Space-Industrie mit Falcon 9. Bis wir so eine 20-Tonnen-Rakete haben, wird nach meiner Einschätzung nochmal... Sieben Jahre vergehen, sowas, sechs, sieben Jahre. Und wenn Europa über eine eigene 1-Tonnen- und 20-Tonnen-Rakete verfügt, dann haben wir ein hohes Maß an Unabhängigkeit erreicht.

Sprecher 1: Space heißt immer mehr auch Verteidigung. Sie haben mal plakativ gesagt, dass die neue Weltraumsicherheitsstrategie des Verteidigungsministeriums mit dem Bild einer startenden ESA Aerospace Rakete beginnt. 35 Milliarden Euro werden für Weltraumsicherheit bis 2030 ausgegeben. Es soll Bodyguard-Satelliten geben, eigene Aufklärungs... Fähigkeiten. Ist das der Moment, in dem Space in Deutschland von Forschungsthema auch zur Sicherheitsindustrie wird?

Sprecher 8: Ohne Frage, ja. Also das kann man, glaube ich, unumwunden mit Ja beantworten. Ich glaube, eine kredible Sicherheitsstrategie ohne Space ist heute nach meinem Einschätzung nicht mehr möglich. Und wenn man Jetzt ist immer die Frage, welches Maß an Vertrauen man den amerikanischen Partnern entgegenbringt. Aber es ist nun mal so, wenn Sie mit SpaceX fliegen wollen, dann müssen Sie das Transportgut, also den Satelliten, komplett offenlegen. In allen technologischen Details mit der gesamten Software. Und ermöglichen damit natürlich Zugang auch zu hoheitlichen Satelliten in amerikanischer Hand oder aus amerikanischer Hand. Frage ist, ob man das will.

Sprecher 1: Henrik Brandes, ganz herzlichen Dank.

Sprecher 8: Vielen herzlichen Dank.

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