CEO Edition. Mit Alexander Glätzle, Robert Zurawski und Michael Kretschmer
Dauer: 47:57

CEO Edition. Mit Alexander Glätzle, Robert Zurawski und Michael Kretschmer

Morgen wählt Baden-Württemberg — und das Rennen zwischen CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel und Cem Özdemir (Grüne) ist nach monatelangem CDU-Vorsprung wieder völlig offen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht Hagel trotzdem auf Kurs.

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Vattenfall will bis 2028 mehr als fünf Milliarden Euro in erneuerbare Energien in Deutschland investieren — doch neue Gesetzespläne gefährden dieses Vorhaben. Deutschlandchef Robert Zurawski warnt aber vor falschen Weichenstellungen der Politik.

[20:27]


Quantencomputer könnten Kryptographie und Pharmaindustrie revolutionieren — und idealerweise sind Deutschland und Europa mit dabei. Alexander Glätzle, CEO des Münchner Startups planqc, sieht sein Unternehmen auf einem guten Weg. Aber die Konkurrenz aus China und den USA ist groß.

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Transkript

Sprecher: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski. Herzlich willkommen zur CEO Edition von Table Today an diesem Samstag, dem 7. März. Morgen startet das Superwahljahr 2026 mit der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Lange sah es so aus, als ob Manuel Hagel von der CDU die Wahl gewinnen würde. Doch jetzt ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Hat Hagel etwas falsch gemacht oder liegt es daran, dass die Politik der Bundes-CDU den Menschen nicht gefällt? Das wollte Michael Bröcker von Michael Kretschmer, dem sächsischen Ministerpräsidenten, wissen.Vom Braunkohlriesen zum Vorreiter der erneuerbaren Energien. Kaum ein Energiekonzern hat in Deutschland einen so radikalen Wandel vollzogen wie Vattenfall. Doch während der Konzern sich klar auf Wind, Wasser und Speicher konzentriert, scheinen neue Gesetzesvorhaben diese Idee auszubremsen. Warum es sich für Vattenfall fast nicht mehr lohnt, in Deutschland überhaupt in erneuerbare Energien zu investieren, das fragten wir den Deutschland-Chef Robert Zurawski. Neben KI zählen auch Quantencomputer zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft. Deswegen ist die Quantentechnologie auch Teil der Hightech-Agenda des Forschungsministeriums. Eines der führenden Startups auf diesem Gebiet ist Planck. Wann das Unternehmen aus München marktreife Systeme bauen kann und was das für die Rolle Europas bedeutet, das bespreche ich mit dem CEO von Planck, Alexander Gletzl.Kurz vor der wichtigen Landtagswahl in Baden-Württemberg und in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit richten sich alle Augen auf die CDU. In Baden-Württemberg steht der lange als sicher geglaubte Wahlsieg auf einmal auf der Kippe. Laut den neuesten Umfragen liegen CDU und Grüne gleich auf. Gleichzeitig gibt es im ganzen Land eine Diskussion um die stark steigenden Spritpreise in Folge des Iran-Kriegs. Wirtschaftsministerin Katharina Reicher hat bereits bei unserem Podcast angekündigt, die Preisentwicklung ganz genau zu beobachten und notfalls auch einzugreifen, wenn klar wird, dass die Preise zu hoch sind. Dafür bekommt die Ministerin viel Zustimmung, auch aus den Bundesländern, unter anderem auch von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Michael Bröcke hat mit ihm über die anstehende Wahl morgen, die steigenden Energiepreise und nötige Reformen für den Standort Deutschland gesprochen. Einen schönen guten Tag, Herr Kretschmer. Hallo. Wir sind kurz vor der bedeutenden Landtagswahl in Baden-Württemberg. Und irgendwie kurz vor Torschluss haben die CDU-Kandidaten immer ein Problem, oder? Nein, der Manuel Hagel, ich war ja bei ihm eine Woche lang, ist ein super Typ und man merkt richtig, das ist ein neuer, frischer Geist, jemand, der das Land toll kennt und so viele Ideen hat und erinnert mich so an meine Anfangszeit. Also das ist schön zu sehen. Ich glaube, das wird ein super Kollege. Ich komme gerade aus dem Bundesrat. Wir haben Winfried Kretschmann verabschiedet. Auch ein toller Kollege. Jetzt beginnt in Baden-Württemberg eine neue Zeit.Und das wird dem Land guttun. Wie problematisch fanden Sie sein kleines Video von vor acht Jahren, wo er über eine Realschülerin etwas anzüglich geredet hat? Ich fand, er hat da richtig reagiert und sagt, das war nicht in Ordnung und meine Frau hat mir entsprechend die Dinge gesagt und damit war es eigentlich auch erledigt. Aber es zeigt eben auch, wie dieses Land drauf ist, dass man das dann nicht einfach... Auch respektieren kann, sagen, okay, das war ein dummer Spruch und der ist eine ganze Weile her und wir nehmen ihn ab, das würde er heute nicht mehr so machen und jetzt lassen wir es nach vorn schauen. Aber das ist auch ein Teil des Problems in diesem Land, dass man nicht in Ruhe sachlich diskutiert, sondern dass man versucht, die Dinge immer weiter zuzuspitzen und diese Unerbittlichkeit, dass man auch nicht vergeben kann oder mal eine Sache auf sich beruhen lassen kann. Das ist sehr, sehr schade. Wir sind der Podcast für Vergebung und Verzeihung hier. Gibt es bei Ihnen auch noch so alte, schöne Videos aus vor 10, 15 Jahren? Sind Sie froh, dass es bei Ihnen damals kein Social Media gab? Ich bin ja nicht 100 Jahre alt. Mir gab es auch schon Social Media. Wenn ich meine Fotos von damals ansehe, denke ich immer, meine Frau sagt das, früher war nicht alles besser. Nein, wir sind alle von uns entwickelt. Und ich finde, als junger Mensch Fehler zu machen, ist besser, weil man dann nicht in den super verantwortungsvollen... Funktion ist, als wenn man das alles später nachholt. Und ich würde heute auch vieles anders machen, aber bin auch dankbar,für die Erfahrung und manchmal muss man aus Fehlern lernen, wie gesagt, besser ist, man ist dann nicht Ministerpräsident, sondern vielleicht einfacher Abgeordneter oder Student oder ähnliches. Die Debatte beginnt natürlich trotzdem, gibt es Rückenwind oder gibt es Gegenwind von der Bundesregierung und der Bundespolitik? Was würden Sie sagen? Ich denke, die baden-württembergische CDU und vor allen Dingen die Menschen in dem Land wollen halt jetzt auch diesen neuen Schritt nach vorn. Und sie wollen auf jeden Fall, das merkt man an jeder Ecke, keine grüne Ideologie. Also den Windfried hat man natürlich abgenommen, dass er das pragmatisch schied. Aber man sieht natürlich, was danach kommt. Wir brauchen jetzt nicht mehr Gesetzgebung und noch mehr Einschränkungen, sondern wir brauchen diesen Geist von Freiheit. Wir haben dieses Land, sind hier in Ost-Berlin, ich komme aus dem Osten. Wir haben ja nach 1990 das nicht aufgebaut mit einer Superbürokratie. Wenn man die heutigen Regeln nehmen würde und man hätte sie 1990 gehabt, niemals wäre dieser Aufbau Ost gelungen. Und wir brauchen jetzt... gezwungen, wenn man sich anschaut, dem Iran, die Russen, die Chinesen, die Amerikaner. Wir müssen jetzt eine neue Stärke haben und die geht nur mit Freiheit. Das ist eine völlig andere Grundhaltung, die hat die Union. Es braucht die Union in dieser Phase. Eigentlich bräuchte es eine Sonderwirtschaftszone in der Bundesrepublik Deutschland, oder? Wir müssen uns dazu machen. Und nicht Deutschland alleine, sondern mit Europa. Wir müssen in Brüssel erklären, dass jetzt wirklich eine andere Zeit begonnen hat. Und das heißt nicht, dass man Ziele über Bord wirft, wie den Klimaschutz beispielsweise, aber dass man den...den Weg hinterfragt. Wir haben ja immer den Dreiklang gehabt. Bei Energie ging es immer darum, bitteschön zu vernünftigen Preisen. Bitteschön, sicher, 365 Tage, 24 Stunden und auch ökologisch. So, jetzt gab es eine Zeit lang, wo die Leute gesagt haben, die ersten zwei Sachen, die können wir mal vergessen, wir machen Ökologie. Ergebnis sind explodierende Preise. Jetzt kommt eine andere Zeit, die ist aber aus meiner Sicht viel zu unentschieden in der Durchsetzung. Und das muss passieren, dass diese Menschen da von Grünen, Linken und SPD im Europaparlament an dem Tag, wo hier wirklich ein Riesenkonflikt losgeht, nicht dem Mercosur-Abkommen zustimmen, sondern sich da wirklich querstellen. Das beim Thema Elektromobilität, wo wir es ganz klar sehen, wie die Bevölkerung abstimmt mit ihren Kaufentscheidungen, dann wieder so ein halber Kompromiss gemacht wird, der ja nicht Fisch, nicht Fleisch ist. So wird es nicht. So wird Europa nicht wettbewerbsfähigster Wirtschaftsraum der Welt. So werden wir weiter verlieren. Und deswegen noch einmal, wenn jetzt ein starkes Signal in Baden-Württemberg kommt, dass die Bevölkerung das will, dann hat das auch eine Wirkung auf den Bund. Sie haben ja 200 Maßnahmen beschlossen bei der vergangenen MPK zum Bürokratieabbau, Genehmigungsverfahren beschleunigen. Es wirkt ja alles immer sehr mühsam, sehr kleinteilig. Dann sind die Kommunen mit dem Boot, 60 Prozent der Bürokratie kommt über Brüssel. Mal ehrlich, wünschen Sie sich manchmal so ein bisschen Millet, so ein bisschen Radikalkur? Ja, es geht auf dieser Radikalkur vieles kaputt, was uns auch wichtig ist.Wir wollen ein Sozialstaat bleiben. Wir wollen Umweltschutz machen. Wir wollen die Arbeitnehmerinteressen wahren, aber eben in einem vernünftigen Rahmen. Und dazu braucht es eine gute Diskussionskultur. Eigentlich muss man ganz in Ruhe sagen, wir sehen den Haushalt des Bundes mit vielen Milliarden im Defizit. Wir sehen die gesetzliche Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Krankenversicherung im Defizit. Wir sehen die wirtschaftliche Situation. Deutschland wächst nicht, sondern Deutschland wird angegriffen in einem Handelskrieg von anderen. Jetzt in aller Ruhe, was ist zu tun? Ich würde sagen, wir müssen Wachstum erzeugen. Was ist der nächste Schritt, um Wachstum zu erzeugen? Was müssen wir tun im Bereich der Energiepolitik? Die CO2-Bepreisung kann man doch für eine gewisse Zeit auch mal ein Stück zurückfahren, um damit... Oder ausnutzen. Auszusetzen und zurückfahren, um einfach niedrige Energiepreise zu haben. Wenn man das Ziel hat, niedrige Energiepreise die nächsten fünf bis zehn Jahre, wird man einen Weg finden. Wenn wir feststellen, wir arbeiten 400, 600 Stunden weniger als beispielsweise Polen im Jahr, als Deutsche im Durchschnitt. Wir wollen aber nicht an den Löhnen kürzen, sondern wir wollen einfach mehr Arbeitsleistung haben. Werden wir wahrscheinlich eine Lösung miteinander finden. All diese Dinge in Ruhe jetzt zu diskutieren, aber zügig zu entscheiden und umzusetzen, das ist das Gebot der Stunde. Und man merkt ja hier in Berlin, der Bundeskanzler hat das komplett drauf. Er macht einen Gipfel nach dem anderen. Er nimmt die Arbeitnehmer, die Gewerkschaften dazu. Die sagen das dann auch. Die SPD muss stärker motiviert werden.stärker merken, wir sind nicht die Partei von irgendwelchen Kleinstgruppen, wir sind keine Sekte, sondern sie verzwergen sich nicht weiter, sondern der Antritt Arbeitnehmerpartei, Volkspartei für das gesamte Land da sein, das ist der Weg, der der Sozialdemokratie hilft, aber vor allen Dingen auch Deutschland. Aber wir erleben ja gerade das Gegenteil von niedrigen Energiepreisen infolge des Iran-Kriegs. Gibt es konkrete politische Maßnahmen jenseits der Prüfung eines Bundeskartellerns, die Sie jetzt von der Bundesregierung erwarten? Ja, das ist ein Unding, was da passiert. Und ich muss Ihnen sagen, ich reibe mir die Hände, weil ich komme von der polnischen und der tschechischen Grenze. Ich erlebe das seit Jahren. 30 Cent billiger. Ja, nicht 30, sondern 40, 50 Cent billiger in Polen und in Tschechien. Dabei kommt der Kraftstoff zum Teil aus den gleichen deutschen Raffinerien. Aus dem gleichen Tanklager, was in Sachsen ist und dann dieser Unterschied. Und ich hoffe, dass es jetzt soweit ist, dass man das wirklich nachweisen kann, dass man zeigen kann, wie hier Wettbewerb verzerrt wird. Deswegen die Ministerpräsidenten, wir waren ja gerade zusammen, absolute Rückendeckung für die Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche, dass sie jetzt entschlossen das Kartellamt losschickt, dass wir hier zu einer Lösung kommen, dass diese Krisengewinner so auf die Finger gehauen bekommen, dass sie sowas nie wieder machen. Das ist das, was jetzt notwendig ist. Alle anderen Dinge sind hilflos. Also Tankstellenrabatt und sowas ist Quatsch, weil sie sagen, lieber bei den Erzeugern anfangen, als statt bei den Verbrauchern. Absolut, bei den Verursachern. Und die Verursacher sind...sind die Mineralkozerne. Wir sehen ja, dass in Tschechien und Polen die Preise viel zu niedriger sind. Also wir wissen ziemlich genau, woran es liegt. Jetzt müssen wir denen das nachweisen und das Handwerk legen. Ein anderes großes Thema bei der MPK war auch wieder einmal die Social-Media-Diskussion. Die CDU hat jetzt beschlossen, unter 14-Jährige sollen keinen Zugang mehr zu Social Media bekommen. Ist ein Prüfauftrag, geht in Richtung Bundesregierung. Wer muss da jetzt schneller handeln im Bund? Wir sind uns einig als Ministerpräsidenten, dass wir das tun wollen, dass wir ein gesundes Aufwachsen in dieser digitalen Welt ermöglichen wollen und sichern müssen, nicht wollen, sondern müssen. Und die Erkenntnisse sind sehr klar. Es geht eigentlich nicht um das Ob einer Altersbeschränkung, sondern um das Wie und ab welchem Alter. Und das sollte nicht... Von Politikern entschieden werden, sondern das müssen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler, Mediziner uns sagen. Die Expertengruppe ist eingesetzt. Was wir heute vereinbart haben, ist, dass wir dieses Ergebnis nehmen werden und das dann auch umsetzen wollen. Eine Frage zu Bundespolitiker Kretschmer. Bis zum Sommer heißt es, soll jetzt der größere Plan kommen, Sozialstaatsreform, Rentenreform. Erwarten Sie eine Art Masterplan für Deutschland, der verschiedene Bereiche umfasst oder warnen Sie vor zu viel Erwartung? Wir haben, denke ich, in Deutschland ein fulminantes Problem. Wir haben es gerade beschrieben, was unser Wachstum angeht, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Unterfinanzierung der sozialen Sicherungssysteme.des Bundeshaushalts. Und deswegen muss man an verschiedenen Stellen gleichzeitig arbeiten. Wir haben enorme Sprünge bei den Kosten, beispielsweise das Bundesteilhabegesetz oder der Hilfe zur Pflege. Das kann nicht richtig sein. Das muss man neu ordnen. Das ist die erste Maßnahme. Das wird nicht reichen. Die zweite ist, mit Wachstum dafür zu sorgen, dass es mehr Steuereinnahmen gibt. Und nur wenn man beides gleichzeitig und sehr konsequent tut, werden wir am Ende zu einer Lösung kommen, die es geben muss. Die Kommunen waren heute da. 50 Milliarden haben sie, Kassenkredite. Weitere 35 Milliarden werden bis zum Jahresende dazukommen. Das ist ein Prozess, der ist sehr schnell endlich, weil dann die Banken keine Kredite mehr geben können. Die Länder können nicht mehr helfen, weil sie auch... Finanziell am Rücken an der Wand stehen. Deswegen ist das, was wir da besprochen haben, unausweichlich. Und da sind wir wieder bei dem Punkt, wenn man das in Ruhe diskutiert, wird deutlich, dass davor muss man keine Angst haben, sondern diese Veränderungen, die wir jetzt vornehmen, sorgen dafür, dass der Kern, das Wichtige, das, was uns wirklich wichtig ist, erhalten bleibt, nämlich Menschen helfen zu können, die diese Hilfe brauchen und eben Spreu vom Weizen zu trennen. Man hat nicht das Gefühl, dass der Bund da gerade Eile hat bei diesem Thema finanzielle Hilfe für die Kommunen, Stichwort Veranlassungskonnexität. Ja, es ist in der Tat so. Es gibt den einen oder anderen, der hat den Schuss immer noch nicht gehört. In Berlin, in Brüssel. Das ist vor allen Dingen auch ein Thema, das muss man schon sagen, von den Sozialdemokraten. Das erleben wir immer wieder.Da geht es darum, Leistungen schneller, einfacher, pauschaler, digitaler zu machen. Nee, darum geht es nicht zuerst, sondern es geht um den Betrag, um das Absolute. Und wenn wir sehen, dass wir zum Teil pro Jahr 10% mehr Kosten haben bei dem Bundesteilhabegesetz, das kann doch keiner erklären, dass das richtig ist. Und deswegen muss da reingegangen werden. In Brandenburg gibt es jetzt eine schwarz-rote, eine rot-schwarze, Entschuldigung, Koalition, eine Zweier-Koalition mit Mehrheit. Sind Sie ein bisschen neidisch? Brandenburg ist für uns als Sachsen ein ganz, ganz wichtiges Land. Wir haben große Themen. Wir müssen Berlin helfen. Wir sitzen hier an der Spree. Wenn wir nicht jetzt handeln und mitmachen, können sie hier bald auf dem Trockenen sitzen. Da gibt es hier keine Spree mehr. Ich kenne noch die Bilder aus den 20er Jahren. Da standen mitten in der Spreekähne auf dem Trockenen. Wenn die Braunkohle endet, gibt es das Wasser nicht mehr. Und deswegen müssen wir jetzt gemeinsam arbeiten. Die Berliner sollen sich mal gutstellen mit uns. Sollte man immer generell mit den Sachsen. Aber vor allem orientieren sich gerade die Sachsen Richtung AfD. Jüngste Umfrage, lieber Herr Kretschmer, 35 Prozent AfD, CDU nur noch 29 Prozent. Was ist denn der Effekt, dass dort weiterhin ein CDU-Ministerpräsident regiert, wenn das das aktuelle Ergebnis ist? Ja, Sachsen ist Teil der Bundesrepublik Deutschland. Die Menschen lesen Zeitungen, erleben, was passiert und sind mit vielen Dingen, die derzeit passieren, nicht einverstanden. Sie freuen sich und wissen auch zu schätzen, wie Alex.Sander Dobrindt die Zahl der Flüchtlinge begrenzt. Sie wünschten sich mehr Abschiebungen. Sie wünschten sich auch mehr Begrenzungen. Sie wünschten sich, dass die Frage von staatlicher Regulierung vernünftiger zurück, entschlossener zurückgeführt werden würde. Und so gibt es den einen oder anderen Punkt. Ich denke, da sind wir so wie in vielen anderen Bundesländern auch. Nur mit einer guten Politik werden wir das Vertrauen wieder zurückbekommen, werden wir neue Zustimmung bekommen, werden wir Populisten den Nährboden entziehen. Sie haben ja schon, oder die Sachsen haben ja schon beim Thema Russland und Ukraine eine durchaus andere Position als manche in Berlin oder in den westdeutschen Ländern. Ist das bei dem Iran-Krieg eigentlich jetzt genauso, dass die deutliche Zustimmung des Bundeskanzlers für... Den Angriff der Israelis und der Amerikaner Ihrer Klientel da gar nicht gut gefällt? Ja, man fragt sich halt, erstens, was ist das Ziel? Wann endet das? Was kommt danach? Und offensichtlich gibt es das Völkerrecht nicht mehr, sondern es gibt nur noch das Recht des Stärkeren. Das ist etwas, was ich auch nicht in Ordnung finde, was mich auch extrem besorgt. Weil wer legt hier eigentlich jetzt fest, welcher Staats- und Regierungschef umgebracht wird, wo man ein Regime-Change macht? Was ist der Maßstab? Was ist das, wo wir uns alle daran...verlässlich halten können, was die Regeln in dieser Welt. Wir haben immer gesagt, wir wollen eine regelbasierte Weltordnung. Das ist schon sehr, sehr verstörend. Und schauen Sie, Irak, Syrien, Libyen, sicherlich sind diese Diktatoren weg. Ich habe viele Begegnungen mit iranischen Menschen gehabt. Die freuen sich sehr, dass da jetzt endlich mal diese furchtbaren Diktatoren, wenn das so stimmt, 12.000 bis 30.000 Menschen alleine in diesem Jahr umgebracht, hingerichtet. Das sind ja Dimensionen, die erinnern uns an die Zeit des Nationalsozialismus, diese Größenordnung. Man ist hin und her gerissen. Natürlich muss das ein Ende haben, aber wie es dann am Ende weitergeht, dass diese Frage, haben wir nicht beantwortet bekommen, die wird auch nicht besprochen. Weil selten von außen ein Regime-Change wirklich funktioniert hat. Genau, also das ist der Punkt. Und ich würde schon sagen, auch in dieser Frage braucht man einen breiten Diskursraum, weil es eben... Bedenken, weil es Sorgen gibt, weil es vielleicht auch andere Meinungen gibt. Und ich habe ja jetzt mein Spektrum ein bisschen aufgemacht. Auf der einen Seite zu sagen, natürlich, diese furchtbaren Mullahs, diese Leute, die Tausende, Zehntausende umbringen und Angriffe in der ganzen Welt machen, die auch sicherlich hinter den Angriffen in die...Israel stecken und diesen furchtbaren Mordeinschlägen stecken. Und auf der anderen Seite, was folgt daraus? Wie geht es weiter? Wir werden es sehen. Eine letzte Frage noch, Herr Gritschmann. Mit allen reden, aber nicht mit allen abstimmen, ist ein bisschen das Prinzip einer Minderheitsregierung. Wie funktioniert das eigentlich im Alltag? Ja, das ist so eine... Eine alberne Formulierung, weil im Kern geht es darum, wir haben einen Landtag, der ist gewählt. Jeder, der da Mitglied ist, hat die gleichen Rechte. Ich würde auch immer sagen, die gleichen Pflichten. Und ich habe den Kolleginnen und Kollegen das angeboten, sehr auf Augenhöhe, auch mit Demut. Wir machen die Vorschläge. Es gibt ein Konsultationsmechanismus, ihr könnt alle mitmachen. Und die Einzigen, die gesagt haben, wir machen denn überhaupt nicht mit. Wir wollen, dass ihr scheitert, ist die AfD. Und so verhalten die sich auch. Jedes Mal. Nein, es ist sehr viel Verantwortungsbewusstsein bei den verschiedenen Akteuren. Das tut sehr gut. Es ist ein anderes Klima, ein anderer Umgang miteinander. Wie lange das hält, wissen wir nicht. Ich weiß auch nicht, ob man das so einfach kopieren könnte. In einer anderen Region ist ja sehr, sehr viel mit Menschen zusammen. Zurzeit würde ich sagen, da sitzen im Sächsischen Landtag verantwortungsbewusste Menschen, die ihre Heimat lieben und die etwas für ihr eigenes Land und für die Menschen erreichen wollen. Und deswegen gelingen uns auch viele Dinge gemeinsam. Manche in der Bundes-CDU wünschen sich einen etwas offeneren Umgang mit dem Thema Minderheitsregierung. Sie auch? Nein, ich glaube, dass die viele...nicht wissen, worüber sie reden. Das A und O, das Wichtigste überhaupt, ist, dass wir rauskommen aus dem Gerede, Umgang mit irgendjemandem, sondern was sind die Gründe? Und die Gründe haben wir auch oft miteinander diskutiert. Nach jeder Landtagswahl, Europawahl, Bundestagswahl gibt es eine Nachwahlbefragung. Man weiß, wofür die Leute stehen, wie sie sind. Und diese Themen abzuarbeiten hintereinander ist wichtig und da brauchen wir jetzt hier in Berlin. Unseren Koalitionspartner wird sehr viel investiert, auch an persönlichen Gesprächen, an Entgegenkommen. Wichtig ist, dass wir jetzt wirklich auch ins Handeln kommen. Das erste Jahr ist um. Jetzt hat sich alles geruckelt, das merkt man auch. Diese Regierung ist heute viel stabiler, viel abschlussfähiger, als sie es in den ersten Monaten war. Und jetzt geht es ums Ganze. Herr Kitschmer, vielen Dank, dass Sie zu Besuch waren bei uns hier im Steffstudio im ehemaligen Ostteil Berlins. Vielen Dank. Absolut.Vattenfall will sich eigentlich an die Spitze der grünen Energieversorger setzen. Dafür sollen bis 2028 5 Milliarden Euro investiert werden, besonders in Wind- und Wasserkraft und auch in Speicher. Aber diverse Pläne aus dem Wirtschaftsministerium machen dem Deutschlandchef und Finanzchef der erneuerbaren Sparte von Vattenfall International, Robert Zurawski, Sorgen. Warum Zuraski trotz dieser Bedenken an den Erfolg der Dekarbonisierung glaubt und was passieren muss, damit Deutschland wieder zum attraktiven Markt für grüne Milliardeninvestitionen wird, das hat er unserem Kollegen von Berlin Table, Malte Kreuzfeld, gesagt. Herzlich willkommen. Ja, vielen Dank. Herr Zurawski, Vattenfall hat ja einen weiten Weg zurückgelegt. In Deutschland aber auch insgesamt lange hier als Braunkohlebetreiber, Atombetreiber und großer Netzbetreiber bekannt. Inzwischen eigentlich komplett auf Erneuerbare und Speicher setzend. Was hat den Ausschlag für diese Kehrtwende gegeben? Ja, also ich würde sagen, Vattenfall ist da sehr konsequent in der Umsetzung der Strategie. Also in Richtung Fossilfreiheit zu gehen für die Gesellschaft, aber auch in der Energieerzeugung. Zum Teil eben sicher durch Verkäufe, aber eben auch durch, sagen wir mal, selbst Deinvestitionen, selbst Rückbauten. Man kann heute sagen, Wattenfall ist heute in Deutschland sowieso, aber auch in Europa. Ein Energiekonzern, der in einigen Ländern integriert ist, wie in Schweden beispielsweise.Also Erzeugung, Netze, Kunden. In Deutschland Erzeugung, Speicher, Kunden. Und der ganz konsequent auf die Fossilfreiheit gesetzt. Das heißt, unsere gesamten Anlagen sind mit noch weniger Ausnahmen im Gasbereich fossilfrei. Aber Atomkraftwerke, haben Sie in Schweden zum Beispiel noch eine ganze Menge? Vermissen Sie Krümmel und Bunsbüttel so manchmal, die Sie hier stilllegen mussten? Vielleicht erstmal wichtig, Fossilfreiheit heißt eben, auch Atomkraft ist Teil davon, dass jede Gesellschaft, jedes Land, Gesellschaft und Politik entscheidet sich für bestimmte Wege der Energieversorgung. Das ist nicht eine Wattenfall-Entscheidung, das ist eine gesellschaftliche Entscheidung. In Schweden gehört da die Krankhaft dazu, in Deutschland haben sie richtigerweise gesagt nicht mehr. Da haben wir uns seit langen Entscheidungsprozessen der letzten 20, 30 Jahre entschieden, das nicht mehr zu tun. Insofern vermisse ich es nicht. Es ist einfach eine Entscheidung, mit der wir umgehen müssen. Heute setzt Vattenfall also vor allem auf Wind, Wasser und Speicher. Und da plant die Bundesregierung im Moment ja aber große Veränderungen. Fürchten Sie, dass der Ausbau von Erneuerbaren und von Speichern in Zukunft schwieriger wird? Ja, es gibt viele Vorschläge, die jetzt, sagen wir mal, schon zum Teil offiziell bekannt sind, zum Teil geleakt wurden, die in die richtige Richtung gehen. Da kommen wir vielleicht noch dazu im Detail. Und es gibt auch ein paar Entscheidungen oder ein paar Richtungen, die, sagen wir mal, auch uns als Unternehmen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben, weil sie Unsicherheit im Markt schüren. Und Unsicherheit ist immer schlecht für ein Investitionsklima. Was führt denn zu dieser Unsicherheit? Parallel sind ja drei Aktivitäten gerade im Gange. Das ist die EEG.Reform. Zum 01.01.2027 muss ein neues EEG-Gesetz da sein. Parallel gibt es das sogenannte Netzpaket, was ja schon auch ganz viel durch die Presse gegeistert ist. Und die dritte Aktivität ist an Seiten der Bundesnetzagentur das sogenannte Agnes, das auch sozusagen auf Netzentgelte abzielt. Bei allen drei einzelnen Bausteinen ist uns die Gesamtwirkung noch nicht klar. Und diese Unsicherheit aus diesen drei Bausteinen führt dazu, dass Investitionen natürlich im Moment schwierig zu bewerten sind. Okay, unter anderem geplant ist ja so ein Redispatch-Vorbehalt, heißt das. Auf gut Deutsch, man kriegt für Strom, den man einspeisen könnte, aber nicht einspeisen kann, weil das Netz überlastet ist, in Zukunft keine Vergütung mehr oder keine Entschädigung dafür, dass man nicht einspeisen konnte. Wie würde sich das denn auswirken für jemanden, der jetzt einen Windpark oder einen Solarpark bauen will? Würden Sie mit dieser Ungewissheit, die das dann ja erbringt, noch Investitionsentscheidungen treffen können? Also ich würde Stand heute sagen, dass das ein sehr, sehr schwieriges Thema ist. Viele Investitionsentscheidungen nicht kommen würden. Denn so wie es im Moment in der Diskussion ist, diese 3%, das würde so eine große Unsicherheit für 10 Jahre bedeuten, was einen Großteil auch der deutschen Fläche betrifft. Und Sie müssen sich vorstellen, Sie stehen dann vor Investitionsentscheidungen, Stand heute, und Sie wissen eigentlich gar nicht, was genau kommt. Sie wissen nur, vermutlich gilt dieser Redispatch-Vorbehalt dann für meine Investitionen. Und mag sein, dass sich dann hier und da noch Investitionen rechnen in bestimmten Gebieten. Aber für die große Mehrheit wäre das...sozusagen das Damoklesschwert, so will ich es mal bezeichnen. Die Wirtschaftsministerin argumentiert ja immer, dass die Energiewende dadurch billiger wird, wenn man den Ausbau etwas bremst oder anders gestaltet oder regional anders gestaltet. Keine die Einschätzung, dass das billiger wird, wenn wir weniger Erneuerbare zubauen? Ich glaube, die Richtung von der Bundeswirtschaftsministerin, dass wir den... Ausbau der Erneuerbaren und den Netzausbau in Einklang bringen müssen. Die ist richtig. Nur bei dem Instrument sozusagen im Detail sind wir uns, glaube ich, nicht ganz einig. Denn ich würde sagen, was Deutschland braucht, ist auch einen konsequenten Netzausbau. Wenn wir jetzt die Erneuerbaren bremsen, dann haben wir hinten auch wieder ein Problem. Die Dekarbonisierung, die hat ja drei Vorteile eigentlich. Die langfristig gesprochen erhöht die Dekarbonisierung und die Investition in Erneuerbare gehört dazu. Die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland und oder Europa, sie macht uns unabhängiger und resilienter. Und deswegen muss Ausbau der Erneuerbaren, Wind, Solar, Und Netzausbau, das muss Hand in Hand gehen. Und was wäre Ihr Vorschlag, wenn Sie jetzt sagen, so wie das zum Beispiel mit diesem Redispatch-Vorbereit geplant ist, geht das nicht in die richtige Richtung? Wie würden Sie sagen, wie kriegt man es hin, dass die Erneuerbaren vor allem da gebaut werden, wo sie dann auch eingespeist werden können und wo das Netz genug Kapazitäten hat? Es gibt ja andere Instrumente und ich glaube, die sind besser geeignet. Und wir als Branche sind, denke ich, auch bereit, da Verantwortung zu übernehmen.an der Stelle. Und für mich ist wichtig, dass der Netzausbau weiter im Vordergrund steht. Und Ihre Frage konkret zu beantworten, es gibt ja andere Instrumente. Ich nenne mal als Beispiel den Baukostenzuschuss. Damit kann ich auch den Ausbau steuern in den richtigen Gebieten. Ich verursache aber mit dem Baukostenzuschuss keine große Unsicherheit, weil den kann ich von vornherein einkalkulieren in meine Investitionen und in meinen Business Case. Das heißt also, dass dann in Zukunft auch wer einspeisen will, sich an den Kosten für den Netzanschluss beteiligen muss. Das ist auch Teil von dem Netzpaket. Zum Beispiel. Ja, okay. Ein weiteres großes Projekt, was ja geplant ist, was bei denen, die Sie genannt haben, noch nicht dabei war, ist ja dieser sogenannte Kapazitätsmarkt, dass in Zukunft Kraftwerke Geld bekommen, nicht nur, wenn sie Strom verkaufen, sondern einfach dafür, dass sie bereitstehen. Und da gibt es ja auch einige Kritik dran. Sie zum Beispiel betreiben ja große Pumpspeicherkraftwerke auch. Würden die sich noch lohnen, wenn in Zukunft fossile Kraftwerke subventioniert werden, um als Reserve bereit zu stehen? Das ist eine gute Frage. Also wir sind als Vattenfall tatsächlich kein Freund des Kapazitätsmarktes. Es ist ein komplexes Instrument, das darf man auch nicht unterschätzen. Die Einführung ist nicht ganz einfach und ich sehe einfach nicht oder wir sehen einfach nicht, wie... Der Kapazitätsmarkt uns hilft sozusagen, dass die Systemkosten geringer zu halten, Eine Einführung des Kapazitätsmarktes führt aus meiner Sicht erstmal sogar zu höheren Kosten. Huh? Sie haben die Pumpspeicherwerke genannt.Auch gut zu wissen, dass Vattenfall ist einer der größten Betreiber von Pumpspeicherwerken in Deutschland. 2,7 Gigawatt, das sind über 40 Prozent der gesamtdeutschen Pumpspeicherkapazitäten. Und ich hatte es ja genannt, von den drei Bausteinen, ein Baustein dieser Agnes-Reform könnte auch dazu führen, dass die Pumpspeicherwerke mit Netzentgelten belastet werden. Also ich belaste einerseits ein vorhandenes Instrument für Speicher, für Flexibilität mit höheren Netzentgelten und für gleichzeitig den Kapazitätsmarkt ein. Das macht irgendwie alles keinen Sinn. Ich wünsche mir, dass wir das zusammen denken. Da macht die Branche aber auch gute Vorschläge. Ich hoffe, dass dann auch die Vorschläge gehört werden. Wir brauchen beides. Das ist nicht entweder oder. Wir brauchen beides. Wir brauchen Speicher und das kann Batterien sein, Pumpspeicherwerke. Wir brauchen für die Versorgungssicherheit, aber auch die jetzt bestehenden Gastkraftwerke. Gehen Sie denn davon aus, dass die Energiewende in Deutschland mit dem gleichen Tempo vorangehen wird und dass wir es schaffen werden, diese 80% Erneuerbare bis 2030 zu erreichen und dann die komplette Klimaneutralität des Stromsektors bis 2040 hinzukriegen? Ist das mit der derzeitigen Politik realistisch? Das ist eine gute Frage. Das Ziel ist ambitioniert, um damit mal anzufangen. Und ich glaube, manchmal ist es gut, ambitionierte Ziele zu haben, weil da muss man sich ein bisschen strecken, um das Ziel zu erreichen. Ich glaube, es ist immer noch möglich. Und ich glaube, das ist auch der einzig richtige Weg nach vorne. Denn man sieht das jetzt auch gerade an der aktuellen Situation. Die Dekarbonisierung macht uns unabhängiger, sie macht uns resilienter und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit.Mittelfristig. Kurzfristig haben sie auch, wir brauchen bestimmte Investitionen, da müssen wir durch. Das ist so ein Investitionsberg sicherlich, vor allen Dingen auch in Netze, den wir vor uns haben. Aber ich glaube, es ist möglich, auch das Ziel zu erreichen. Ein Bereich, wo es zuletzt große Probleme gab, ist ja die Windkraft im Meer, also die Offshore-Windkraft, wo Vattenfall ja auch ein relevanter Akteur ist. Und da gab es auch vor zwei Jahren ja sehr große Nachfragen, die daneben haben Milliarden bezahlt, um überhaupt Zuschläge zu kriegen. Jetzt im letzten Jahr gab es kein einziges Gebot und es wird jetzt nichts gebaut. Da zeichnet sich eine große Verzögerung ab, dass auch das 2030-Ziel nicht erreichbar sein wird. Was ist denn da schiefgegangen und wird sich das wieder einfangen lassen? Genau, in der Offshore-Industrie gab es ein paar Bewegungen und es ist im Moment nicht so einfach. Was meine ich mit ein paar Bewegungen? Die Business Cases, um damit sozusagen anzufangen, die sind schwieriger geworden. Warum sind die schwieriger geworden? Die Investitionskosten haben sich deutlich erhöht tatsächlich seit 2020, 2021. Teilweise hat man da Preissprünge gesehen von 40 Prozent für bestimmte Komponenten. Nummer eins. Nummer zwei. In der deutschen Zone, also in der deutschen Außenwirtschaftszone, so wie die Flächen derzeit zugeschnitten sind, gibt es relativ große Verschattungseffekte. Also man könnte sozusagen ein bisschen platt sagen, die Windparks klauen sich gegenseitig den Wind. Ich komme gleich auf die Lösung, wie man es machen kann, aber das ist ein Effekt. Und der dritte Effekt ist,ja auch die Förderung weggefallen war. Wir waren ja einer der Letzten, die noch letztes Jahr haben wir die finale Investitionsentscheidung für unseren Nordlichtpark getroffen. 1,6 Gigawatt in der zweitgrößten Windpark der Welt. Übrigens ohne direkte Förderung. Der Business Case rechnet sich. Wir fangen dieses Jahr mit dem Bau an, 2028 in Betrieb. So, jetzt gibt es ein Jahr keine Ausschreibung, haben Sie gerade richtigerweise gesagt. Und was kann man jetzt machen oder was muss geschehen im Prinzip, um wieder Ausschreibungen zu haben? Eigentlich sind es zwei Sachen und das eine ist auf den Weg gebracht worden, wenn ich das so richtig alles höre. Das sind Förderregime, also CFDs, wobei, Klammer auf, Vattenfall-Position ist hier, So viel Markt wie möglich und so viel Staat wie nötig. Ja, wir brauchen in der jetzigen Phase vermutlich kurzfristig CFDs, aber ich würde mir mittel- und langfristig wünschen, dass der Markt das wieder alleine richtet, so wie wir unser Nordlichtprojekt bauen. Und wir diese Projekte mit PPAs, also mit Stromlieferverträgen für die Industrie sozusagen, absichern können. Da hat der Staat übrigens auch ein ganz wichtiges Instrument in der Hand, und zwar Sicherheitsgarantien für PPAs. Wir liefern heute diese PPAs mit großen Industrieunternehmen. Man könnte das aber auch für den Mittelstand und nicht ganz so große Industrieunternehmen öffnen. Und die brauchen aber Absicherungsgarantien. Sonst ist es für uns schwieriger als Unternehmen. Wir würden auch dafür keine Bankgarantien bekommen. Hier kann der Staat eingreifen. Es kostet den Staat gar kein Geld, diese Garantien, sondern nur in dem Moment, wenn sie ausfallen würden. Und eine weitere Sache, die ist ja noch in großem...Im Ausmaß brauchen wird es neben den Speichern, die es jetzt schon gibt, wie ihre Pumpspeicher und so, dass wir immer mehr Batteriespeicher brauchen werden, um diese Tagesverlaufsspitzen mit der Solarkraft am Mittag zum Beispiel auszugleichen. Auch da sind ja große Investitionen erforderlich. Auch da gibt es im Moment Zweifel, ob die alle so kommen werden mit den neuen Regeln. Sie sind in diesem Markt ja auch aktiv. Was ist das Problem beim Speicherausbau im Moment? Wenn Sie vor einer Wirtschaftlichkeitsrechnung für so einen Speicher stehen, Wissen Sie im Moment oder können Sie im Moment tatsächlich nicht ausrechnen, mit welchen Netzentgelten die Speicher belastet werden, ob sie belastet werden, wie lange gilt der Vertrauensschutz. Also es sind so viele Bälle in der Luft und es ist eigentlich diese Unsicherheit, die weg muss, weil da... Die Branche, und das ist nicht nur bei Vattenfall so, sondern die Branche eher jetzt vorsichtig ist bei diesen Investitionsentscheidungen. Das ist ja ganz klar, das würde jeder so machen. Und diese Unsicherheit muss schnellstmöglich raus, denn sie haben es richtigerweise gesagt, wir brauchen diese Flexibilität, wir brauchen diese Speicher in Deutschland. Die Tageslastkurve, wie man sich die anschaut, mittags an so einem schönen Tag wie heute, mittags 0 Euro im Prinzip oder vielleicht sogar negative Preise, abends sind die Preise bei 200 Euro die Megawattstunde. Das zeigt ja deutlich, dass im Markt diese Flexibilität und der Speicher fehlt. Das heißt, im Moment müssten Sie aber auch gut verdienen mit Ihren Pumpspeichern? Im Moment verdienen wir gut mit den Pumpspeicherwerken. Ehrlicherweise nutzen wir das aber, um jetzt die Pumpspeicherwerke fit zu machen für die nächsten 20, 25 Jahre. Also das Geld wird wirklich jetzt genommen und wird wieder investiert, um die fit zu machen für die nächsten 25, 20 Jahre. Also ich bin ein bisschen auch vielleicht ein Fan der Pumpspeicherwerke.Man braucht ja beides. Batterien für den kurzfristigen Ausgleich, Pumpspeicherwerke können einfach länger laufen, länger fahren und sie stehen einfach länger. Pumpspeicherwerke sind Jahrhundertinvestitionen. Und im Moment merkt man ja gerade nochmal ganz aktuell, wie problematisch die Abhängigkeit von Gas und Öl ist, wo die Preise da so stark steigen. Glauben Sie, dass jetzt diese Situation, die wir gerade erleben, nochmal dazu führt, dass vielleicht dieses Zögern beim Ausbau der Erneuerbaren oder was man da so ein bisschen erlebt hat, dass sich das jetzt doch noch wieder in die andere Richtung bewegen wird und dass Ihre Argumente da auch und Ihre Einwände stärker gehört werden, dadurch, dass jetzt alle gerade nochmal merken, dass das mit Öl und Gas doch auch eine sehr riskante Geschichte ist. Also lassen Sie sich mal so sagen, erstmal, natürlich ist das keine schöne Situation, aber wie Sie gerade sagen, es zeigt einfach, dass man, wenn wir schlau in die Dekarbonisierung investieren, dass wir uns unabhängiger machen können von genau diesen fossilen Quellen, die für diese Preisschwankungen sorgen. Das sieht ja jeder jeden Tag an der Tankstelle. Also wir würden uns unabhängiger dafür machen, als Land, als Europa auch. Resilienter und deswegen ist es genau wichtig, eigentlich diesen Ausbaupfad der Dekarbonisierung weiter zu behalten. Übrigens auch den CO2-Zertifikatenhandel auch weiter zu behalten und alle diese Instrumente beizubehalten, um in die Richtung Dekarbonisierung zu gehen und uns langfristig in Deutschland und Europa unabhängiger von fossilen Quellen zu machen. Das ist doch ein schönes Schlusswort. Dann danke ich herzlich für den Besuch bei uns, Robert Zurawski, der Chef von Vattenfall Deutschland.Vielen Dank. 2022 gab es die erste Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik im Rahmen des Munich Quantum Valley. So entstand das Startup Planck. Das Unternehmen aus München versteht sich als Full-Stack-Anbieter für Quantentechnologie, das die gesamte Wertschöpfungskette abdecken will, von der Hardware und Quantenbetriebssystemen bis hin zu Quantencomputer-Anwendungen und quanteninspirierten Softwarelösungen. 2025 wurde Planck mit dem Preis für das beste Startup des Jahres ausgezeichnet. Die Hoffnungen in das junge Unternehmen sind groß. Europa will eine Führungsrolle im Bereich Quantentechnologien einnehmen. Doch wie steht es um diese Vision und ab wann kann Planck eigentlich marktreife Produkte auf den Markt bringen? Das soll mir der CEO und Mitgründer Alexander Gletzle erklären. Herzlich willkommen. Hallo Herr Hoffmann, freut mich sehr in Ihrem Podcast zu sein. Ihr Quanten-Startup Planck hat einen 29-Millionen-Auftrag vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, ein 20-Millionen-Projekt mit dem Leibniz-Rechenzentrum, ein ESA-Auftrag im Zusammenhang mit der Ariane 6. Ihre Hauptkunden sind also staatliche Institutionen. Wann kauft denn der erste privatwirtschaftliche Kunde einen Quantencomputer von Planck? Nicht als Forschungsprojekt, sondern weil er sich wirklich rechnet. Sobald es einen echten kommerziellen Mehrwert gibt, dazu müssen Quantencomputer leistungsstärker werden, dazu braucht man Fehlerkorrektur. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten drei bis fünf Jahren so weit geht.Bis zum Ende dieses Jahrzehnts planen wir kommerziell nutzbare Quantencomputer anzubieten, wo die Entscheidung dann wirklich eine ökonomische Entscheidung ist. Und ich glaube, das ist der springende Punkt für privatwirtschaftliche Unternehmen. Erste Geräte, also wirklich nutzbare Quantencomputer, wird es aber doch schon vorher geben. Sie hatten ja schon für Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres die ersten Auslieferungen angekündigt. Bleibt das dabei? Wir sind voll im Plan mit unseren großen Kundenprojekten. Sie haben es angesprochen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, aber auch mit dem Leibniz-Rechenzentrum. Das sind, wie Sie es eingangs gesagt haben, Forschungsaufträge. Das sind Testbeds. Die haben noch nicht die Leistungsfähigkeit, um wirklich ein industrierelevantes Problem zu lösen. Aber sie ist ein ganz wichtiges Vehikel für uns einerseits, zum Kunden orientiert, diese Quantencomputer zu entwickeln, aber auch für Institute wie das DLR oder dem Leibniz-Rechenzentrum, um frühe Erfahrung zu generieren, um quantenready zu werden, wenn diese Maschinen dann leistungsstärker und größer werden. Was können diese Maschinen denn besser als so ein klassischer Supercomputer? Quantencomputer verwenden die Gesetze der Quantenphysik, das heißt sie verwenden Superposition, Verschränkung, Interferenz und können damit eine deutlich größere Parallelisierbarkeit erreichen. Man kann es sich vereinfacht so vorstellen wie den Weg durch ein Labyrinth finden. Alleine aberAm Weg müssten sie um jede Ecke schauen, alle möglichen Wege ausprobieren, bis sie endlich, hoffentlich mit dem Faden der Ariadne, den Ausgang des Labyrinths gefunden haben. Ein Quantencomputer, das wäre so wie ein Fluid, wie wenn sie Wasser in das Labyrinth leeren, das sich gleichzeitig durch alle Wege ausbreitet und sobald ein Wassertropfen den Ausgang gefunden hat, kollabiert diese Wasserwelle in einen Fluss, der genau den kürzesten Weg durch das Labyrinth aufzeigt. Jetzt hatten wir beeindruckende Begriffe aus der Quantenphysik und ein relativ abstraktes Bild. Können Sie vielleicht mal so ein Use Case, ein Rechenbeispiel nennen, wo so ein Quantencomputer wirklich gegen einen Supercomputer gewinnt? Das wohl berühmteste Beispiel ist Shores Algorithmus, wo es darum geht, Primfaktoren zu zerlegen. Das ist die Anwendung, auf der unsere Kryptologie RSA 2048 basiert. Wenn Sie sich im Internet in Ihr E-Mail-Postfach einloggen oder eine Banktransaktion, ausführen, basiert das auf diesem asymmetrischen Schlüsselaustausch und der ist nur deswegen sicher, weil die besten Supercomputer der Welt Jahrzehnte brauchen würden, um Brute Force alle Kombinationen auszuprobieren. Ein Quantencomputer könnte das mit Chance-Agropus exponentiell schneller in vielleicht wenigen Stunden. Anderes Beispiel kommt aus der Chemie oder aus der Pharmaindustrie. Wenn Sie verstehen wollen, wie...Moleküle sich miteinander verbinden, wie Wirkstoffe ihre Wirksamkeit entfalten und sie wollen das exakt simulieren, dann reicht ihnen da die Rechenkapazität der besten Supercomputer heute nicht aus. Ein einfaches Beispiel, so ein Einfaches Aspirin-Molekül mit ungefähr 20 Atomen kann gleichzeitig in 10 hoch 48 Vibrations- oder Rotationszuständen sein. 10 hoch 48 ist eine Zahl, da kann sich keiner von uns was vorstellen, eine Zahl mit 48 Nullen, aber das ist ungefähr die Anzahl der Atome, aus der unser Planet Erde besteht. Und das zeigt doch, wie absurd das ist. Und die Information, die in einem Aspirin-Molekül quantenmechanisch gleichzeitig drinsteckt, bräuchte ich eine Festplatte, eine klassische Festplatte, die alle Atome unseres Planeten Erde als Speichereinheit verwendet. Deswegen wird es nie möglich sein, Quantenchemie-Rechnungen exakt auf einem klassischen Computer zu lösen. Und da es unglaubliches Potenzial dahinter hat, Richtung neue Materialien, Richtung Dekarbonisierung, Richtung personalisierte Medizin, das ist unsere große Vision, dass wir da etwas beitragen können. Bekommen Sie da schon Signale aus der Wirtschaft, also insbesondere aus den genannten Branchen Sicherheit und Medizin, Pharma, wo auch Interesse, schon konkretes Interesse ausgesprochen wird an Pfannencomputern? Das sind genau die Branchen, die hier bereits sich sehr gut aufgestellt haben.Alle großen Pharma- und Chemieunternehmen haben ihre Quantencomputing-Teams bereits seit mehreren Jahren intern aufgebaut. Mit denen reden wir auch, mit denen arbeiten wir auch zusammen. In der Kryptologie ist es eher im Defense-Bereich. Nachrichtendienste aus diversen Ländern, die haben natürlich höchstes Interesse hier, aktuellsten Stand der Technik zu sein. Um diesen Moment nicht zu verschlafen. Denn den Impact, glaube ich, kann man sich schon ein bisschen wie eine Atombombe vorstellen. Wenn eine Nation alleine in der Lage ist, Verschlüsselung zu knacken, würde das zu einer enormen Asymmetrie im Informationsaustausch führen. Und ich glaube, Wir sind angehalten, hier für ein Gleichgewicht zu sorgen, für Postquantenverschlüsselung rechtzeitig zu implementieren, die dann auch Quantencomputer selber nach heutigem Stand nicht mehr entschlüsseln können. Und da ist es ganz wichtig, dass Deutschland, dass Europa ganz vorne mitspielt. Wer sind denn da internationale Wettbewerber? Sind das IBM und Google oder gibt es da auch... Startups wie Iris in anderen Ländern, die da schon sehr weit vorpreschen. Ja, es gibt mittlerweile eine Reihe von sehr, sehr guten Startups in Europa, unter anderem IQM, die jetzt auch an die Börse gegangen sind. In Amerika wird das Feld eher, genau wie Sie es gesagt haben, von den großen Industriegiganten dominiert.Google, IBM, auch Amazon, Intel, all die haben eigene Quantencomputerprojekte. In China ist die Situation wieder ein bisschen anders. In China wird die Quantencomputing-Forschung hauptsächlich von nationalen Labs vorangetrieben, die dann direkt an die zentrale Regierung reporten. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind die Ansätze der großen US-Konzerne und ihrer ein bisschen in anderer, die arbeiten mit Supraleitern, die runtergekühlt werden müssen. Ihr Konzept funktioniert auch bei Raumtemperatur. Das hat Vor- und Nachteile, weil die gekühlt produzieren weniger Fehler. Glauben Sie mit Ihrem Konzept, da international wettbewerbsfähig sein zu können? Ja, absolut. Und ich glaube, Neutralatome, so nennt sich unsere Technologie, ist hier weltweit wirklich auf der Überholspur. Sie hat auch im akademischen Bereich jetzt überragende Resultate Richtung Fehlerkorrektur, Richtung Qualität der Qubit. Die weltweit größten Qubit-Arrays sind mit Neutralatomen realisiert worden. Wenn man sich die Verdoppelungsrate anschaut, dann ist das von allen Modalitäten der schnellste Fortschritt. Aber trotzdem... Also vollkommen recht, es gibt mehrere Modalitäten. Das Rennen ist, muss man jetzt fairerweise sagen, noch offen. Alle diese Modalitäten haben Vor- und Nachteile. Und möglicherweise wird es auch kein Winner-Take-It-All geben, was sich herausstellen wird, dass Neutralatomen für andereAnwendungen besser sind und sie verleiten die Qubits wieder für andere. Noch einmal kurz zurück zu den Anwendungsbereichen. Sie arbeiten ja auch mit der Deutschen Bahn zusammen. Das ist ja was, was noch ein bisschen closer to home für viele Leute ist. Da geht es darum, Algorithmen für Fahrpläne und Störfallmanagement im Schienenverkehr zu verbessern. Was genau machen Sie da? Weil das klingt jetzt hier erstmal nicht nach dem, was Sie vorhin genannt haben, mit 10 hoch 48 Stellen. Das hat natürlich ganz eine klare egoistische Komponente, in dem ich selber sehr viel mit der Bahn am Weg bin und sehr viel reisen muss. Aber Spaß beiseite. Optimierungsprobleme, gerade im Logistikbereich, sind mathematisch oder von der Komplexitätsklasse extrem hart zu lösen. Die skalieren mit der Anzahl der Noden exponentiell und stellen eine der härtesten Probleme. Mathematisch da. Ob Quantencomputer hier einen Mehrwert bieten, muss man fairerweise sagen, ist noch vollkommen offen. Aber das ist auch genau der Spirit von diesem Projekt. Wir wollen hier gemeinsam mit einem großen Partner und auch dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die das Projekt sponsoren, herausfinden, ob Quantencomputer bei genau solchen Optimierungsproblemen in der Logistik hier einen Mehrwert bieten können. Die Antwort ist noch offen, aber es ist auf jeden Fall ein Riesenanwendungsfeld und wenn sich dort herauskristallisiert, dass Quantencomputer einen Mehrwert bieten,dann würde sich von einem Tag auf den anderen ein Milliardenmarkt eröffnen. Ihr Projekt Planck ist eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts und wird natürlich sehr stark auch mit öffentlichen Geldern gefördert. Ist Ihnen das schon genug oder würden Sie sich da noch mehr wünschen, insbesondere mit Blick auf das Thema Souveränität, das Sie vorhin auch angesprochen haben? Wir werden die nächsten Jahre ganz klar von Kapital abhängen, entweder von Investoren, Risikokapitalgebern oder eben weiterhin vom deutschen Staat oder von der Europäischen Union über Aufträge oder über Forschungsprojekte. Wie Sie anfangs gesagt haben, Quantencomputer sind noch nicht reif genug. Es gibt noch keinen Markt, wo Privatwirtschaft, diese Unternehmen wirklich kommerziell sagt, es macht Sinn, einen Quantencomputer zu bauen. Und deswegen ist dieser vielleicht künstliche Markt, den hier die Europäische Union oder die Bundesregierung schafft, für uns so wichtig. Und der Kapitalbedarf in den nächsten Jahren für jedes von diesen Quantencomputing-Startups wird enorm sein. Wir müssen hier wettbewerbsfähig sein mit Startups in den USA, die gerade eine Milliarde pro Startup raisen, die an die Börse gehen und hunderte Millionen auf Knopfdruck. Bekommen können. Mit diesem Startup sind wir im Wettbewerb. Im Wettbewerb um Talent, aber auch im Wettbewerb um Lieferketten, um exklusive Agreements mit unseren Zulieferern.Und wenn Europa, wenn Deutschland souveräne Quantencomputer, made in Germany, wo wir auch die Wertschöpfung und die Herstellung in Deutschland haben, möchte, und ich hoffe das, dann braucht es hier Kapitalsummen in einer ähnlichen Dimension. Sagt Alexander Gletzle, Gründer und CEO des Quanten-Startups Blank. Ganz herzlichen Dank. Vielen herzlichen Dank, Herr Hoffmann. Ich bin sehr gefreut, im Podcast zu sein.