Was tun gegen explodierende Benzinpreise? Mit Katherina Reiche
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt für steigende Benzin- und Gaspreise. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will nicht in den Markt eingreifen: „Jetzt Maßnahmen loszutreten, die dazu führen, dass ohnehin steigende Preise angeheizt werden, weil Marktteilnehmer vermuten, die Bundesrepublik Deutschland werde jeden Preis zahlen, um Knappheiten, die wir gar nicht haben, zu begegnen, würde die Situation verschärfen." Eine nationale Gasreserve unabhängig von der aktuellen Marktentwicklung schließt sie nicht aus – ein Gutachten dazu sei bereits in Auftrag gegeben.
[01:19]
Rolf Mützenich, der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende, sieht im Angriff auf den Iran einen Verstoß gegen das Völkerrecht. „Deutschland darf sich unter den gegebenen Bedingungen an einem weiteren militärischen Eingriff nicht beteiligen." Auch Schritte gegen die Nutzung des US-Luftwaffenstützpunkts Ramstein schloss er nicht aus. Mützenich kritisiert die Haltung des Bundeskanzlers. Merz' Bemerkungen zum Völkerrecht seien „in den letzten Monaten etwas leichtfertig gewesen". Der Respekt gegenüber dem Völkerrecht sei bei Merz „nicht so ausgeprägt."
[10:55]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Wegen des Iran-Kriegs explodieren bei uns weiter die Benzinpreise. Bis zu 2,49 Euro kostet der Liter Benzin. So war es übrigens gestern an einer Tankstelle in Grunewald zu sehen. Experten befürchten, dass das noch lange nicht alles ist. Ist das jetzt der Preis, den wir für diesen Konflikt zahlen, bei dem wir doch eigentlich gar nicht mitwirken? Das fragen wir doch mal am besten die Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. Sie ist gleich bei uns zu Gast.
Sprecher 3: Das Völkerrecht sei die Haltelinie für die internationale Ordnung. So sagt es der ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD, Rolf Mützenich. Und er stellt sich damit gegen die Bundesregierung und auch Teile seiner Partei. Warum er an den Gründen des Angriffs zweifelt und sogar eine Feuerpause fordert, das will Markus Bickel, der Redaktionsleiter unserer Security Table, von Rolf Mützenich wissen.
Sprecher 2: Unsere Kollegin Sarah Sievert war im Oval Office. Unsere Kollegin Helene Bubrowski macht weiterhin ein Wasserfasten. Es sind keine einfachen Zeiten. Aber zum Schluss die gute Nachricht. Denn Geld ausgeben macht tatsächlich glücklich. Sie müssen es allerdings auch richtig machen. Das hat eine Harvard-Studie gezeigt. Dazu gleich später mehr. An diesem Donnerstag, den 4. März. Schön, dass Sie dabei sind.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Die Gaspreise gehen durch die Decke, die Benzinpreise erreichen Rekordhöhen und Deutschlands Verbraucher schauen mit Sorge auf den Krieg im Iran, aber vor allem die Folgen für ihren Geldbeutel. Und da kommt die Bundeswirtschaftsministerin ins Spiel, Katharina Reiche. Die CDU-Politikerin hat jüngst die Taskforce Energie wieder reaktiviert, die schon nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine installiert wurde. Da soll es um Maßnahmen gehen, um eventuell doch Unternehmen und Privatpersonen zu helfen, wenn die Preise zu weit nach oben gehen. Was hat sie da genau vor? Was kann die Politik überhaupt tun? Einen schönen guten Tag, Frau Ministerin Reiche.
Sprecher 5: Ich grüße Sie, Herr Bräuker.
Sprecher 2: Frau Grimm, die Mitglied im Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage ist, fordert einen Notfallplan angesichts der explodierenden Gas- und Benzinpreise. Sehen Sie das auch so?
Sprecher 5: Ich halte das für nicht notwendig, weil die Situation absolut dynamisch ist und wir nicht wissen, wie lange der Konflikt anhält. Jetzt Maßnahmen loszutreten, die dazu führen, dass eh schon steigende Preise zusätzlich angeheizt werden, weil Marktteilnehmer vermuten, die Bundesrepublik Deutschland würde wieder jeden Preis zahlen. Um Knappheiten, die wir ja nicht haben, zu besorgen, würde die Situation derzeit verschärfen. Wir beobachten die Lage, wir bewerten sie. Wir haben unsere Taskforce wieder eingesetzt. Diese Taskforce hatten wir im letzten Jahr, als schon einmal kurzzeitig die Straße von Hormuz gesperrt wurde, eingesetzt. Diejenigen, die an der Taskforce teilnehmen, sind die, mit denen auch die damalige Gasmangellage oder die drohende Gasmangellage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine, die da schon Teilnehmer waren. Das sind Marktteilnehmer, das sind die Verbände, das ist die Bundesnetzagentur, das sind auch Kollegen, die in Europa unterwegs sind. Es ist vor allem viel Marktwissen, was wir dort zusammen sammeln und wir sind in der Bundesregierung koordiniert und abgestimmt.
Sprecher 2: Klaus Müller, der Chef der Bundesheilsagentur, hat die Tage bei uns im Podcast ja gesagt, er sehe keine Gasmangellage, die Speicherstände seien nicht das Thema und auch die Gasversorgung ist nicht gefährdet. Trotzdem wird ja in der Bundesregierung immer über eine nationale Gasreserve noch diskutiert, ob man sie strategisch aufstocken sollte. Wie sehen Sie diese Diskussion?
Sprecher 5: Herr Brügami, ist eine Botschaft zunächst wichtig. Wir kommen gut durch diesen Winter. Die Kombination aus den Beständen in den Speichern, aus LNG-Mengen, die sehr wohl anlanden, an unseren deutschen Terminals, aber auch die Anlanden in Europa. Unsere Absicherung vor allem über Pipeline-Gas aus Norwegen, aus den Niederlanden und Belgien führen dazu, dass wir keine Knappheit haben. Jetzt komme ich zu Ihrer Frage. Einer nationalen Reserve oder einer Krisenvorsorge. Das ist ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen, weil wir zwei Dinge beachten müssen. Das eine ist, wir haben im letzten Sommer entschieden, durch das Absenken der Füllstandsvorgaben die Verantwortung zurück an den Markt zu geben. Und in dem Moment, als wir das taten, hörten die Märkte auf, gegen uns zu spekulieren und das Einspeisen in die Gasspeicher fand statt. Übrigens sind für das Speicherjahr 2026-2027, also den nächsten Winter, schon 64% der deutschen Speicherkapazität vermarktet. Das sind 160 Terawattstunden. Das ist viel. Was wir brauchen ist, und darüber denken wir nach, wie eine solche Krisenvorsorge jenseits der Märkte organisiert werden kann. Hier gilt es aber, mehrere Dinge zu bedenken. Erstens. Eine Krisenvorsorge muss schon deshalb vom Markt getrennt werden, weil wir der Spekulation nicht helfen wollen. Und eine Krisenmaßnahme, eine Speichermaßnahme, Menge zu möglichst effizienten Kosten organisieren wollen. Es ist zu überlegen, wie hoch die sein muss und wie Finanzierungsmechanismen sind. Das sind komplexe Fragen. Wir haben ein Gutachten beauftragt. Das werten wir gerade aus. Das Gutachten haben wir schon im letzten Jahr beauftragt, weil ich Vorsorge treffen wollte, weil wir Vorsorge treffen wollten im Haus. Dieses werten wir aus und werden rechtzeitig mit Vorschlägen kommen.
Sprecher 2: Wunderbar, Frau Reiche. Das eine sind die Gaspreise, das andere die Benzin- und Spritpreise. Gestern haben wir erlebt in einer Berliner Tankstelle 2,50 Euro für den Liter Super. Die Ampel hatte bei vergleichbaren Preisen einen Tankrabatt eingeführt.
Sprecher 5: Ich würde zunächst erst gerne die Märkte... beobachten, warum ist das wichtig. Eingriffe in den Markt führen zu einem Effekt, der die Taschen jener, die spekulieren, eher füllen. Und das wollen wir ja nicht. In den Markt greift man ein, wenn man schwerste Verwerfungen sieht. Die hohen Benzinpreise Die sind unangenehm, ja, und sie belasten die Geldbeutel der Verbraucher und der Unternehmen. Bevor man aber in einen Markt eingreift, müssen die Maßnahmen sehr, sehr gut bedacht sein. Und lassen Sie mich eine Anmerkung noch machen. Es gibt einen Wiedergänger, über den sich die Deutschen zu Recht immer ärgern. Und das sind die berühmten Osterspritpreise. Regelmäßig zu Ostern und regelmäßig zu Ostern. Regelmäßig zu Pfingsten gehen die Spritpreise hoch. Ich möchte damit nur sagen, dass auch Ostern niemand auf die Idee käme zu intervenieren. Wir werden auch hier prüfen. Wir werden die Marktsituation engstens monitoren. Für Öl sei gesagt, wir verfügen über eine 90-tägige Reserve. Wir haben sogar mittlerweile einen internationalen Besicherungsmechanismus, den die Internationale Energieagentur organisiert. Deshalb sind übrigens die Ausschläge, die wir an den Ölmärkten sehen, nicht so hoch wie jene im Gas, weil... Die Sicherheiten, die hinterlegt sind durch die strategischen Reserven, andere sind als beim sehr volatilen Gut LNG.
Sprecher 2: Aber bei den Tankstellen ist doch offensichtlich, dass da auch Abzocke im Spiel ist, wenn die zwischen wenigen Tagen um 30, 40 Prozent steigen, obwohl ja diese Lieferverträge alle wahrscheinlich früher geschlossen wurden. Muss das Bundeskartellamt, Ihre nachgeordnete Behörde, da jetzt strenger drauf schauen?
Sprecher 5: Wir werden zumindest alles prüfen, dass nicht eine Situation ausgenutzt wird, die sich an Märkten abbildet, aber dann nicht in dieser Höhe. Und ja, das Bundeskartellamt, der Wächter von Markt und Wettbewerb, hat ein Auge darauf. Auch mit dem sind wir in... Einem intensiven Austausch.
Sprecher 2: Die Koalitionsfraktionen haben jetzt auch eine Arbeitsgruppe Energie gegründet. Ist das jetzt ein Misstrauensvotum gegenüber Ihrer Arbeit? Arbeit oder ist das Wahlkampftaktik oder was ist das?
Sprecher 5: Ich habe die Erklärung vielmehr so gelesen, dass die beiden Fraktionsvorsitzenden dafür votieren, die Lage genau zu analysieren und nicht mit Schnellschüssen zu kommen, um eben jene Marktverwerfungen, zu verhindern, die ein zu frühes Intervenieren auslösen würden, auf der anderen Seite nah genug dran zu sein, um im Falle eines Falles koordiniert und schnell reagieren zu können. Das ist wichtig, denn am Ende bräuchte man für Änderungen in Gesetzen den Deutschen Bundestag, aber da sind wir nicht. An dieser Stelle. Insofern finde ich das eine sehr unterstützenswerte und kluge Maßnahme.
Sprecher 2: Letzte Frage zum Schluss, Frau Ministerin. Zeigt dieser exogene Schock, der wieder einmal Auswirkungen auf den Öl- und Gashandel auf der Welt hat, eigentlich, dass man die erneuerbaren Energien beschleunigen sollte, anstatt sie abzubremsen?
Sprecher 5: Ich habe mehr als nur einmal deutlich gemacht, dass wir an den Ausbotszielen der erneuerbaren Energien festhalten. Aber diese ziehen aufs Stromproblem. Wir haben ja hier ein Problem in den Gas- und Ölmärkten. Gas endet dann auch in der Verstromung hier, aber nicht nur. Gas wird ja nicht nur zum Heizen genutzt, sondern auch als Prozessgas oder als Grund. Baustein in der chemischen Industrie für Verarbeitungsprozesse. Und wir haben im Ölbereich einen kleineren Teil des... Heizens, vor allem aber natürlich das Thema Mobilität in allen Sektoren, aber auch Öl als Grundstoff für chemische Produkte und Raffinerien. Insofern ist der Ausbau der erneuerbaren Energien wichtig, hilft aber für dieses Problem hier jetzt. Akut nicht. Hier müssen wir uns mit Rohstoffen versorgen, die wir im Land nicht haben und die wir aber brauchen, um unsere Volkswirtschaft am Laufen zu halten.
Sprecher 2: Die aktuelle Krise sorgt jedenfalls nicht für Panik bei der Ministerin. Das nehme ich mindestens mit aus diesem Gespräch. Und danke für Ihre Zeit, Frau Ministerin.
Sprecher 5: Vielen Dank, Herr Brücker.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 3: Die NATO hat deutlich gemacht, dass sie mit dem Krieg im Iran nichts zu tun haben will. Und nun ist sie doch beteiligt, denn NATO-Kräfte haben eine Iran-Rakete abgefangen, bevor sie türkischen Boden erreicht hat. Und die Türkei hat daraufhin ein Statement rausgegeben, in dem darauf hingewiesen wird, dass man sich vorbehält, auf feindliche Aktionen zu reagieren.
Sprecher 2: Und damit hat der Iran ein weiteres Land gegen sich aufgebracht, neben den Nahost-Anrainer-Staaten, das eigentlich tendenziell freundlich zum iranischen Regime war. Jetzt ist der Iran tatsächlich mutterseelenallein in der Weltpolitik unterwegs.
Sprecher 3: Ja, Donald Trump sagt noch einmal, dass die Verhandlungen mit dem Iran gescheitert seien und das Regime kurz davor stand, einen Angriff auf Israel zu starten. Das ist auch ein Message an den Kongress, denn der müsste eigentlich auch involviert sein in solche Entscheidungen. Trump hat ihn aber überhaupt nicht konsultiert. Jetzt ist es zumindest ein Deckmäntelchen zu sagen, naja, es ist vielleicht doch vom Völkerrecht gedeckt, wenn es nämlich unter das Selbstverteidigungsrecht fällt.
Sprecher 2: Ja, und so ähnlich hat es ja Donald Trump im Oval Office auch gesagt. Man stand kurz vor einem Angriff durch den Iran und habe eben schneller reagiert. Wer das jetzt bestätigen kann, ja, den Mann oder die Frau möchte ich noch kennenlernen. Jedenfalls ist dieser Widerspruch zwischen völkerrechtswidrigem Angriff und danke, dass da ein Terrorregime... geschwächt wird, nicht auszuhalten. Vor allem nicht für den Mann in der SPD, der sich Zeit seines Lebens eigentlich für pazifistische Positionen eingesetzt hat. Rolf Mützenich, der ehemalige Fraktionschef der SPD. Er sieht das Völkerrecht und die Weltordnung, so wie wir sie kennen, in Gefahr und fordert eigentlich eine andere Tonlage als das, was gerade von Friedrich Merz kam.
Sprecher 3: Ja, Rolf Mützenich ist nach wie vor eine wichtige Stimme in der SPD. Er spricht aus, was auch andere denken. Er hält die Identität der SPD als Friedenspartei hoch, was ja schon in der Ampelzeit immer wieder zu Konflikten führte. Und jetzt wollen wir mal wissen von ihm ganz genau, wie er auf diesen Angriff von den USA und Israel auf Iran blickt, was eigentlich die Alternative gewesen wäre. Das hat Markus Bickel, der Redaktionsleiter unserer Security Table, mit Mützenich besprochen.
Sprecher 6: Herr Mützenich, Israel und die USA bombardieren seit fünf Tagen den Iran. Samstag wurde Ali Khamenei getötet bei einem israelischen Luftangriff. Das ist ein klarer Bruch des Völkerrechts, oder?
Sprecher 7: Ja, auf jeden Fall, zumindest nach den Informationen, die uns... vorliegen. Das Völkerrecht setzt ja enge Grenzen, weil tragend ist das Gewaltverbot und das Gewaltverbot kann nur umgangen werden, wenn eine unmittelbare Bedrohung reagiert werden kann durch ein Selbstverteidigungsrecht. Die Dinge, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sowohl von den USA als auch von Israel vorgelegt wurden, deuten nicht darauf hin, dass ein unmittelbarer Angriff des Iran bevorstand, egal ob mit konventionellen oder möglicherweise sogar mit einer atomaren Bedrohung. Und von daher... Deckt das Völkerrecht diesen Angriff nicht.
Sprecher 6: Bundeskanzler Merz hat gestern mit Donald Trump im Weißen Haus auch über diesen Krieg gesprochen. Eine Kritik dieses Völkerrechtsverstoßes war da nicht rauszuhören.
Sprecher 7: Ja, der Bundeskanzler sieht die Situation offensichtlich für die Bundesregierung anders oder zumindest für sich. Ich glaube, dass er vielleicht über weitere Informationen verfügt, aber der Umgang mit dem Völkerrecht durch den Bundeskanzler war ja durchaus in den letzten Monaten etwas leichtfertig gewesen, sowohl bei der Frage, die er mit Drecksarbeit überschrieben hat, was Israel im Gazastreifen auch mit zu verantworten hat und wo ja auch der internationale Strafgerichtshof einen Strafbefehl auch gegenüber Netanyahu, gegenüber anderen Mitgliedern des israelischen Kabinetts, aber eben auch gegenüber Hamas-Anführern gehabt hatte, dass er dann trotzdem gesagt hatte, In einem Land wie Deutschland, was den internationalen Strafgerichtshof ja erst auf den Weg gebracht hat, könne sich ja nett und ja und dann frei bewegen, war schon ein deutliches Zeichen, dass der Respekt gegenüber dem Völkerrecht vielleicht bei ihm nicht so ausgeprägt ist. Und als er gesagt hatte, Diese Frage sei komplex, was den Gazastreifen betrifft oder dass man in einem Dilemma steckt. Gut, das nehme ich zur Kenntnis, will aber auf der anderen Seite sagen, wenn man in die Politik geht, muss man immer mit einem Dilemma umgehen. Aber das Völkerrecht hat eigentlich klare Prinzipien und wir sollten als Deutschland sehr daran interessiert sein, gerade nach den Erfahrungen der letzten Jahre, dass wir Haltelinien haben im doppelten Sinne und das bietet das Völkerrecht.
Sprecher 6: Und Merz hat diese Haltelinien nicht.
Sprecher 7: Zumindest schöpft er sie nicht aus dem... Völkerrecht, zumindest schöpft er sie manchmal etwas unterschiedlich und das Völkerrecht muss unterschiedslos gelten. Wir brauchen es auch sowohl, was die Strafverfolgung gegenüber einem Kriegsverbrecher wie Präsident Putin betrifft, der wissentlich und willentlich auch gerade diesen Krieg gegen ein souveränes Land vom Zaun gebrochen hat. Wir brauchen es aber auch in anderen Fällen, im Sudan, in Myanmar und vielen anderen Gebieten letztens. Und es ist für uns eben deswegen eine doppelte Haltelinie, weil wir uns daran orientieren müssen, aber weil wir auch das Völkerrecht brauchen, wenn wir weiterhin ein internationales System anstreben, was nach Normen und nach Regeln auch ausgestaltet ist.
Sprecher 6: Und Merz schadet der regelbasierten Weltordnung mit seiner Haltung.
Sprecher 7: Zumindest lässt er bei mir in dem Sinne Zweifel aufkommen. Ich wünsche mir einen Bundeskanzler, der ja auch auf das Grundgesetz letztlich rekurrieren muss. Und das Grundgesetz ist eben auch nach der Beachtung des Völkerrechts geschrieben. Und das ist mir sehr wichtig.
Sprecher 6: Die USA nutzen den Luftwaffenstützpunkt in Rammstein für diesen Krieg. Müsste da die Bundesregierung Restriktionen verhängen?
Sprecher 7: Wir müssen immer genau schauen, was von Rammstein aus erfolgt. Das Bundesverfassungsgericht hat ja in verschiedenen Entscheidungen eine große... Breite und auch Möglichkeiten der Bundesregierung eingeräumt, wenn es zum Beispiel um Drohneneinsätze gegangen ist von Seiten der USA, die möglicherweise auch von Rammstein aus geplant, vielleicht sogar eingesetzt wurden. Hat das Bundesverfassungsgericht diese Breite anerkannt. Aber wir müssen schon sehen, dass wenn ein Völkerrecht... Bruch geschieht, dann muss man auch eben überlegen, ob die breiten Spielräume, die man durch die Stationierung US-amerikanischer Streitkräfte in Europa, aber konkret in Deutschland auch überlässt, wie man damit umgeht. Spanien hat offensichtlich eine klare Entscheidung in dem Zusammenhang getroffen und wir werden in den nächsten Tagen und Wochen sehen, weil wenn der Krieg so weitergeht, wird es mit Sicherheit auch noch zu weiteren zivilen Opfern, möglicherweise auch noch zu großen Verknüpfungen kommen.
Sprecher 6: Es gibt Diskussionen im Bundestag, im Verteidigungsausschuss, dass die EU-Mission Aspides, wo die deutsche Marine beteiligt ist, ausgeweitet wird, um den Militäreinsatz zu unterstützen. Sind Sie dafür oder dagegen?
Sprecher 7: Da finde ich, sind nur einzelne Stimmen. Das muss die Bundesregierung erstmal entscheiden. Dann muss es einen Antrag an den Deutschen Bundestag geben, sowohl wenn es überhaupt dazu kommt, zu der Ausgestaltung. Und ich habe große Skepsis, was eine Tätigkeit in diesem Zusammenhang betrifft, weil das wäre ja auch ein Unterlaufen eines Beschlusses des Sicherheitsrates. Wir sind durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts natürlich gehalten, dass nur eine solche Entscheidung uns überhaupt rechtlich in die Lage versetzen würde, einem solchen Mandat zuzustimmen, unabhängig von den militärischen und politischen Unsicherheiten, die ich dabei sehe. Deswegen sage ich sehr klar, Deutschland darf sich unter den gegebenen Bedingungen an einem solchen weiteren militärischen Eingriff nicht beteiligen.
Sprecher 6: Das Vorgehen des Irans mit Beschuss von, ich glaube, inzwischen zehn Nachbarstaaten oder arabischen Staaten ist auch sehr beunruhigend. Was bleibt danach, wenn jetzt die Staaten wie Saudi-Arabien, was sich in den letzten Jahren doch wieder angenähert hat an den Iran, plötzlich vom Iran beschossen wird?
Sprecher 7: Ja, das zeigt, wie dünnermitgeladen dieses Pulverfass ist. Und man ja nicht Kriege eben auch entscheiden kann, ohne die Folgewirkung mit zu beachten. Und ich glaube, dass wahrscheinlich auch... Präsident Trump, ich gehe auch davon aus, dass Premierminister Netanyahu von Experten, aber auch von Militärs gut beraten worden ist, die auch über die Grenzen einer solchen Intervention durchaus Bescheid wissen. In den Erfahrungen, die ich in den über 20 Jahren gesammelt habe, waren eher immer die Militärs. Sehr zurückhaltend, wenn es um militärische Interventionen gegangen ist, deren Ratschlag Muss man mit beachten, gut, es wird politisch entschieden, das muss auch das Militär natürlich akzeptieren, aber dass ein Regime, was so unter Druck ist und was ja auch in einer sehr dezentralen Entscheidungsfindung wahrscheinlich zurzeit steht, weil es ja nicht die Kommunikationswege gibt von oben nach unten, sondern auch alle Kommandeure. Für sich selbst entscheiden können, zeigt eigentlich, wie fragil die gesamte Situation ist und wie explosiv. Und dass die Annäherung, das war ja interessant damals unter Vermittlung der Volksrepublik China, zwischen Saudi-Arabien und dem Iran auch gewesen war und wo ja auch einige dachten, vielleicht hilft das auch, das Atomprogramm einigermaßen zu behandeln. Das ist jetzt alles zugeschüttet.
Sprecher 2: Vielen Dank.
Sprecher 7: Sehr gerne.
Sprecher 2: Helene, war noch was.
Sprecher 3: Michael, wie viele Haushaltshilfen hast du eigentlich?
Sprecher 2: Wir haben eine einzige sympathische Nanny, die gelegentlich zwei, dreimal im Monat auf die Kinder aufpassen darf, was selbstverständlich eine große Ehre ist bei diesen sympathischen, bescheidenen, zurückhaltenden Kindern.
Sprecher 3: Und putzen, einkaufen und so weiter machst du alles selbst.
Sprecher 2: Kochen bitte nicht zu vergessen.
Sprecher 3: Kochen. Alles selbst. Putzen. Du putzt deine eigene Toilette.
Sprecher 2: Und du ahnst gar nicht, mit welcher Zahnbürste ich neulich die Silikonreste in der Dusche stundenlang abgekratzt habe.
Sprecher 3: Man lernt sich immer wieder neu kennen, auch als Partner im Studio. Aber du wolltest eigentlich was anderes erzählen. Nein, ich wollte eigentlich sagen, dass du viel glücklicher sein könntest. Wenn du diese Dinge outsourcest. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber so hat es eine Harvard-Studie jetzt hervorgebracht, dass man sich Zeit erkauft, die man dann mit Freunden und Familie verbringt und damit zufriedener ist. Ich habe echt Zweifel. Ich glaube nicht, dass das stimmt. Ich folge in diesem Fall nicht Harvard, weil ich denke, dass es gut ist, auch manche Dinge selbst zu machen. Ich habe immer das Gefühl, wenn man eine Wohnung einrichtet oder jetzt eine Wohnung renoviert, hat es gut, manche Dinge selbst gemacht zu haben, damit die eigene Arbeit da drin steckt, um sich das Ganze wirklich zu eigen zu machen. Kinderbetreuung natürlich sowieso ist wichtig, dass man das auch, jedenfalls auch selber macht und kochen auch und so. Also ich bin keine große Outsourcerin. Vielleicht deshalb so unglücklich.
Sprecher 2: Ich nehme das aber jetzt zum Anlass und werde mal wieder... bei der Flaschenpost durchklingen oder bei Rewe Online und mir vielleicht zwei Kästchen von diesem leckeren, tollen, neuen Paulaner helle, alkoholfreie Bier zu kaufen, das ich neulich getrunken habe in meiner nicht vorhandenen Fastenzeit. Also insofern, das Einkaufen kann man durchaus mal auf dem Weg nach Hause per App erledigen. Das probieren wir doch mal wieder aus.
Sprecher 3: Liebe Hörerinnen und Hörer, das war keine Schleichwerbung, weder für Flaschenpost noch für Paulaner.
Sprecher 2: Man kann auch alle anderen Getränke sorten nehmen. Man kann sich auch bei Edeka über die App einkaufen oder bei den Flaschengeistern. Gibt es die ja auch noch, Flaschengeister? Nee, die waren pleite. Ich weiß es nicht.
Sprecher 3: Also danke für die wunderbare Klage. Schluckspecht gibt es noch. Das gab es jedenfalls in Frankfurt.
Sprecher 2: Ah, sehr gut.
Sprecher 3: Auch ein schöner Name. Also an der richtigen Stelle mal faul zu sein, jedenfalls das kann man der Harvard-Studie entnehmen, ist vielleicht gar nicht so schlecht, sage ich an all die Workaholics, die auch zu unseren Hörern gehören. Und damit haben Sie einen guten Tag, in dem Sie vielleicht auch mal eine halbe Stunde einfach in der Sonne sitzen und nichts tun.
Sprecher 2: Bis morgen, Table Today. Ciao, ciao.
Sprecher 8: I don't feel like doing anything. I just want to lay in my bed. Don't feel like picking up my phone, so leave a message at the tone. Cause today I swear I'm not doing anything. No, I ain't gonna comb my hair, cause I ain't going anywhere. No, no, no, no, no, no, no, no, no. I'll just strut in my birthday suit and let everything hang loose. Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah. Oh, today I don't feel like doing anything. I just want to lay in my bed. Don't feel like picking up my phone, so leave a message at the tone. Just today I swear I'm not doing anything. Nothing at all. Nothing at all. Nothing at all.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.