Das China-Tempo. Mit Bjørn Gulden und Roland Busch
Friedrich Merz hat in Hangzhou das Robotik-Unternehmen Unitree besucht – ein Zentrum chinesischer KI-Entwicklung. Die Roboter dort können Treppen steigen, selbstständig in Hochhäuser vordringen und Brände bekämpfen – und zeigen, wie ernst China den Einsatz von Robotern als Antwort auf sinkende Geburtenraten nimmt.
Chinesische Investitionsfonds haben 26 Milliarden Euro in diese Technologie gesteckt – Unitree ist eng mit Xi Jinpings Staatsapparat verbunden.
[01:27]
Siemens-CEO Roland Busch begleitet die Kanzlerdelegation und beschreibt die Herausforderung nüchtern: China ist kein billiger Zulieferer mehr, sondern ein hochinnovativer, extrem kostensensitiver Markt – und die USA liefern immer wieder neue Zollüberraschungen. Beide Märkte sind für Siemens unverzichtbar, De-Risking sei kein Länder-Thema, sondern ein Prinzip der Diversifizierung. „Entscheidend ist, dass auch wir in Deutschland unseren Beitrag liefern und partizipieren. Aber da gibt es noch einige Hausaufgaben zu machen. Vor allem müssen wir schneller werden."
[06:04]
Adidas-Chef Bjørn Gulden sieht China als einen seiner wichtigsten Märkte: Adidas wächst seit drei Jahren zweistellig, produziert lokal für den lokalen Markt – und damit weitgehend unabhängig von Währungsschwankungen. Die politischen Gespräche zwischen der deutschen Wirtschaftsdelegation und der chinesischen Seite erlebte er als „super, super offen. Man redet ohne Skript und wirklich offen miteinander.“
[10:25]
Bund und Länder haben sich auf ein neues Krankenhausreformanpassungsgesetz geeinigt – das Ergebnis verwässert die ursprüngliche Reform von Karl Lauterbach erheblich. Table-Gesundheitsexpertin Magdalena Latz fasst zusammen: „Es zeigt sich, dass einfach nur wahnsinnig große Angst vor den Wählern besteht. Das Grundproblem ist, dass nur in Wahlperioden gedacht wird."
[13:39]
Olaf Scholz bei Table Today
Morgen, Samstag, spricht Table-Media-Herausgeber Sebastian Turner mit Altkanzler Olaf Scholz – über Migration, den Ukraine-Krieg, seine Verhandlungen mit Putin und das Ende der Ampel.
Hier geht es zur Anmeldung für den Space.Table
Table Briefings - For better informed decisions.
Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen.
Professional Briefings kostenlos kennenlernen: table.media/testen
Hier geht es zu unseren Werbepartnern
Impressum: https://table.media/impressum
Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung
Bei Interesse an Audio-Werbung in diesem Podcast melden Sie sich gerne bei Laurence Donath: laurence.donath@table.media
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Salto schlagende und boxende Roboter, die sind nicht nur ein lustiger Party-Gag, wie Sie sich vielleicht vorstellen können. Sie sind offenbar der neueste Meilenstein in der Technologie der Robotik, wie es jetzt in China nicht nur der Kanzler beobachtet hat, sondern auch unsere Kollegin Helene Bubrowski, die mit ihm gereist ist. China legt bei der Entwicklung ein enormes Tempo vor. Darüber reden wir hier gleich. Und Helene hat außerdem mit dem Siemens-CEO Roland Busch und dem Chef von Adidas, Björn Gulden, gesprochen.
Sprecher 3: Seit mittlerweile vier Jahren wird jetzt schon über die Krankenhausreform diskutiert und gestern soll es eine Einigung gegeben haben. Was wurde aus der von Lauterbach angestoßenen, großen, tiefgreifenden Reform? Ist der Kompromiss jetzt ein Reformchen oder kommt wirklich das, was schon lange gefordert wurde? Wir sprechen mit unserer Kollegin vom Berlin Table, Magdalena Latz.
Sprecher 2: Schnell eine kleine Nachricht per WhatsApp schreiben oder den Geburtstag eines Promis googeln oder sich die nächste Bahnverbindung anzeigen lassen. Mittlerweile ist das Internet ein fester Bestandteil des Alltags. Aber es gibt immer noch Menschen in Deutschland, die komplett aufs Internet verzichten wollen. Und es sind übrigens mehr, als man denkt. Eine spannende Studie bekommen Sie hier von uns auch noch zum Schluss dieses Podcasts am Freitag, den 27. Januar. Schön, dass Sie wieder dabei sind. Helene, wo erreiche ich dich jetzt eigentlich gerade genau?
Sprecher 4: Michael, ich bin jetzt in Hangzhou, eine 12-Millionen-Stadt, 190 Kilometer südwestlich von Shanghai und interessanterweise eins der führenden Zentren für KI in China. Also 30 Prozent des BIPs dieser Stadt kommt durch die Digitalwirtschaft zustande. Hier sitzen Alibaba, die Ant Group und auch das Unternehmen Unitree, wo ich gerade auf dem Fußboden sitze, neben lauter... Tanzenden Robotern. Man weiß manchmal gar nicht genau, wer hier eigentlich noch Mensch und wer hier Roboter ist. Wirklich crazy.
Sprecher 2: Die menschliche Intelligenz, Helene, habe ich hier allerdings hoffentlich jetzt gerade am Telefon. Sag mir, warum hat der Kanzler diesen Ort, also diese Firma, das Unternehmen ausgesucht? Welche Botschaft soll davon ausgehen und was machen die anders?
Sprecher 4: Der Kanzler hat sich ja in der Tradition auch der vergangenen Kanzlerreisen neben Peking eine andere Stadt ausgesucht, die er auch noch besichtigt. Wir erinnern uns, die Kanzlerin war kurz vor der Pandemie in Wuhan und eben der Kanzler eben ist nach Hangzhou geflogen mit seiner Delegation. Ja, und es geht natürlich hier schon darum, mal zu besichtigen, wie die Zukunft aussehen könnte. Denn diese Roboter, das sind wirklich nicht einfach irgendwelche Gimmicks, auch wenn sie teilweise eine Hundeform haben, auf vier Beinen laufen und man hier sehen kann, wie man mit diesen Hunden auch spielen kann, Bälle werfen kann und sonst was. Aber das hat natürlich auch einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund, denn bei den Chinesen, die haben ein ähnliches Problem wie Deutschland, sinkende Geburtenraten. Also die Staatsanwaltschaft. macht sich schon Gedanken darüber, ob ein Teil der Arbeit künftig durch Roboter ersetzt werden kann, ob die Produktivität gesteigert werden kann, wenn eben nicht künftig Menschen an den Fließbändern oder an den Werkbänken stehen, wobei China ja längst nicht mehr die Werkbank der Welt ist, darüber haben wir schon gesprochen, aber trotzdem braucht es natürlich Arbeitskräfte. Investitionsfonds haben 26 Milliarden Euro investiert für die Weiterentwicklung dieser Technologie. Und einen Teil sieht man hier eben bei Unitree. Und es ist wirklich spektakulär. Ein Boxkampf habe ich gerade gesehen von zwei Robotern, die zu Boden fallen und einfach weiter boxen. Das ist schon sehr, sehr nah dran an einem Boxkampf zwischen Menschen.
Sprecher 2: Was nimmt denn der Kanzler oder die deutsche Wirtschaft davon mit? Es heißt ja immer, die europäische Chance könnte die Verbindung von industrieller Basis, Maschinenbau und eben diesen Robotern sein. Eine der großen deutschen Firmen, KUKA, ist ja auch in chinesischer Hand inzwischen. Also was nimmt er mit für den Standort Deutschland?
Sprecher 4: Naja, der Kanzler nimmt sicherlich mit, dass Deutschland einen sehr großen Nachholbedarf in diesen Punkten hat. Das ist sicherlich ein Bereich, wo Deutschland viel von China lernen kann. In Klammern, wenn diese Lücke überhaupt noch aufzuholen ist, denn die Technologie, die entwickelt sich hier wirklich rasant. Ein Kollege hier von vor Ort berichtete, dass er im vergangenen Jahr schon bei Unitree war. Da waren die Roboter längst noch nicht so weit. Jetzt gibt es hier auch Roboter, die können... Feuer löschen, die sind aus nicht schmelzendem Material. Man kann einen Löschschlauch dran anschließen und sie können also in brennende Hochhäuser geschickt werden, dort selbstständig Stufen hochgehen und Feuer löschen. Also das sind natürlich dann auch Bereiche, wo die praktische Bedeutung sehr klar wird. Aber einen Punkt gibt es und der müsste auch Friedrich Merz zu denken geben. Auch dieses Unternehmen ist nicht frei und nicht ausschließlich dem Westen zugewandt, sondern ist eben schon sehr stark verbandelt mit der Führung von Xi Jinping. Xi Jinping hat auch dieses Unternehmen für Gala-Auftritte benutzt und eben auch für seine Staatspropaganda. Also man darf schon nicht naiv sein, mit wem man sich hier einlässt und wer am Ende darüber entscheidet, was diese Roboter können und auch was sie alles implantiert haben. Also da ist Vorsicht gefragt. Das Thema Sicherheit, das ist auf dieser Reise nicht sehr groß vorgekommen. Friedrich Merz wollte hier niemanden verschrecken, aber er und auch die anderen Leute in der Bundesregierung werden das wissen, dass hier Vorsicht sehr ratsam ist.
Sprecher 2: Es ist interessant, wie sich das geändert hat. Früher hieß es Verkaufen an China, heute heißt es auch Lernen von China. Was hörst du noch aus der Wirtschaftsdelegation? Was treibt die Manager um, die den Kanzler begleiten?
Sprecher 4: Ja, natürlich blicken die jetzt auch auf die nächste Woche. Da fliegt nämlich Friedrich Merz nach Amerika. Jetzt geht es um die Frage, wie sieht die künftige Zollpolitik mit den USA eigentlich aus. Derzeit heißt es ja 15 Prozent auf alles. Davon profitiert jetzt auch China. Im März wollen sich Xi Jinping und Donald Trump treffen. So, und jetzt ist die Frage, diese zwei Weltmächte und wo steht eigentlich Deutschland da? Das treibt auch Roland Busch um den CEO von Siemens und mit ihm habe ich in Hangzhou gesprochen. Schön, dass Sie kurz Zeit haben, Herr Busch.
Sprecher 5: Ja, grüß Sie.
Sprecher 4: Sagen Sie mal, nächste Woche bricht der Kanzler nach Amerika auf, also auf die andere Seite der Welt macht er sich. Wenn Sie jetzt die Märkte Amerika und China vergleichen, würden Sie da sagen, mittlerweile ist China vielleicht sogar der verlässlichere Partner der beiden?
Sprecher 5: Also zunächst mal sind beide Märkte für uns sehr relevant. Das sind mit Abstand die beiden größten Märkte für uns. Mit unterschiedlicher Ausprägung. Wir haben unterschiedliche Themen. Auf der einen Seite haben wir momentan mit Zöllen zu kämpfen, die sich permanent ändern. Auf der anderen Seite, wenn China einen sehr, sehr starken Wettbewerb, also es ist ein innovativer Markt, der sich extrem schnell entwickelt hat, ein sehr, sehr kostensensitiver Markt. Das heißt, die Herausforderungen sind unterschiedlicher Art. Wir müssen mit beiden umgehen, denn in beiden Märkten müssen und wollen wir unsere Marktanteile verteidigen und sogar Marktanteile zu gewinnen.
Sprecher 4: Die Strategie der Bundesregierung ist ja aber dann doch noch eine andere. Bei China ist immer noch das offizielle Wording de-risking. Man sollte sich nicht zu abhängig machen. Sie haben ein großes Geschäft mit Siemens in China schon lange gehabt und auch jetzt. Gibt es die Gefahr, dass sie abhängig werden und dann eben am Ende doch mit einer Diktatur hier zu tun haben in diesem Land?
Sprecher 5: Also das Thema De-Risking hat mit den Ländern nichts zu tun, sondern es ist ein Get-Out-Of-Less-Thema. Etwas, was man angucken muss, es ist nie gut, die Abhängigkeit von einem Partner oder einem Land zu haben. Und das trifft natürlich auf China zu, weil dort sehr, sehr viele Themen verlagert wurden, um billige Fertigung zu haben. Das ist ein Thema, was man angehen muss. Auf der anderen Seite hängen wir natürlich auch stark von bestimmten Technologien aus den USA ab. Und letztendlich das Diversifizieren und dann mehrere Möglichkeiten zu haben, macht so und so Sinn. Unheimlich vom Land.
Sprecher 4: Vor einem Jahr bei seiner Rede vor der Körperstiftung hat der Bundeskanzler die Unternehmen gewarnt und gesagt, wenn es hart auf hart kommt und sie hier ein Geschäft verlieren, dann kommt nicht zur Bundesregierung und hofft, dass wir sie rauskaufen. Was haben Sie damals gedacht? Ist das eine immanente Gefahr für Siemens?
Sprecher 5: Nee, ist es nicht. Unser Geschäft, was wir haben, wir investieren ja in China kontinuierlich. Wir verdienen gutes Geld. Also wir haben eine Verzinsung unseres Investments. Ich mache mir darüber keine Sorgen. Und wir haben im Übrigen auch keine Unterstützung von der Regierung bekommen für die Geschäfte, die wir machen. Also wir fühlen uns hier auch sehr wohl.
Sprecher 4: Wir waren vorhin bei einem KI-Roboter-Fabrikanten hier, Unitri. Kann Siemens sowas eigentlich auch oder perspektivisch wollen sie sowas können? Es war ja schon spektakulär, da diese tanzenden Roboter zu sehen.
Sprecher 5: Also wir haben zum Thema Robotics uns die Karten noch nicht gelegt. Wir haben Fertigkeiten, die es braucht. Also wir können automatisieren, wir haben Antriebe, wir können KI, wir können Modelle trainieren. Auf der anderen Seite ist es ein Markt, wo wahnsinnig viel... viel Kapital reinfließt und wir müssen uns genau überlegen, an welcher Stelle wir mitmachen. Wir werden sicherlich beitragen, wenn es darum geht, Roboter zu fertigen. Das können wir automatisieren, aber wir wären auch in der Lage, einen Teil des Technologiestacks von Robotern mitzumachen. Man braucht die richtigen Partner. Und natürlich auch entsprechend viel Kapital, weil dieser Markt entwickelt sich unglaublich schnell und es geht wahnsinnig viel Geld hinein.
Sprecher 4: Ja, 26 Milliarden Euro sollen chinesische Lokalregierungen aufgewendet haben, um dieses Geschäft zu fördern. Macht Ihnen das auch manchmal ein bisschen Angst, wenn Sie sehen, dass in einem Land wie China Roboter sind, die so viel können? Die können ja zu allem Möglichen eingesetzt werden.
Sprecher 5: Technologie hat immer verschiedene Einsatzmöglichkeiten und das trifft sicherlich auf Roboter auch zu. Macht mir keine Sorge. Ich sehe eher das Potenzial in das Potenzial in überalternden Gesellschaften, wo man eben nicht genug Arbeitskräfte findet, die bestimmte Aufgaben machen. Entscheidend ist, dass auch wir in Deutschland unseren Beitrag liefern und natürlich auch partizipieren. Aber da gibt es noch einige Hausaufgaben zu machen. Vor allem müssen wir schneller werden.
Sprecher 4: Vielen Dank, Herr Busch.
Sprecher 5: C'est gagné.
Sprecher 4: Ja, Michael, du hast vorhin sehr richtig gesagt, wir lernen von China. China ist längst nicht mehr die Werkbank der Welt. Der CEO von Adidas ist auch hier, Björn Gulden. Und ich habe ihn gefragt, wie sein Geschäft in China eigentlich jetzt aussieht. Ob China für ihn auch mittlerweile das Tor zur Welt ist. Auch mit ihm habe ich gesprochen. Vielen Dank, Herr Gulden, dass Sie sich die Zeit nehmen.
Sprecher 6: Kein Problem, für Sie immer.
Sprecher 4: Wie nett. Herr Gulden, früher sagte man, China ist die Werkbank der Welt. Das hat sich jetzt sehr verändert. Wie ist Ihr China-Geschäft? Wie sieht das aus?
Sprecher 6: Also seit ein paar Jahren gut. Also das ist ja auch ein großer Markt für uns zu verkaufen. Wir produzieren viel hier für Export. Jetzt nicht mehr nach USA wegen den Tariffs, aber für den Rest von der Welt. Und da produzieren wir viel für den lokalen Markt und verkaufen auch sehr viel. So für uns ist es ein sehr wichtiger Markt.
Sprecher 4: Wie schwierig ist der Marktzugang in China?
Sprecher 6: Also für uns im Sport ist eigentlich der Zugang nicht schwierig. Ich meine, wir haben den gleichen Zugang wie alle anderen, auch die Lokalen. Es gab ein bisschen Probleme mit, sagen wir mal, Schützung von Designs und Markenrechten und so, aber das hat sich auch verbessert. Und generell ist es so, für uns ist der Markt eigentlich nicht schwierig. Man muss nur gut sein, um hier viele Kunden zu gewinnen und erfolgreich zu sein.
Sprecher 4: Das heißt, Ihr Geschäftsmodell ist sehr stark local for local. Das heißt, die Wechselkursgeschichte stört Sie zum Beispiel gar nicht so sehr?
Sprecher 6: Na gut, also solange wir hier produzieren, dann produzieren wir in RMB und verkaufen in RMB. Da macht es nicht so große Probleme. Generell ist ja Währungsschwankungen für ein deutsches Unternehmen immer schwierig, weil du konvertierst ja deine Ergebnisse zurück in Euro. Aber ich muss sagen, dass... Stabilität hier in China hat sich für unsere Branche sehr verbessert und wir sind zurzeit sehr zufrieden.
Sprecher 4: Wie beliebt sind Adidas-Produkte in China?
Sprecher 6: Ja, gerade jetzt, ich würde sagen, gut. Also wir wachsen ja zweistellig seit drei Jahren und haben auch das Gefühl, und das können wir auch messen, dass die Marke mehr und mehr beliebt wird. So, wir sind auf einem sehr guten Weg.
Sprecher 4: Wie haben Sie die Gespräche erlebt zwischen der deutschen Wirtschaftsdelegation und der chinesischen Seite?
Sprecher 6: Also für allen finde ich das toll, dass unser Kanzler mit seinen Leuten hier geht und zu einem offenen Gespräch führt. Ich glaube, wenn man das vergleicht, vor einigen Jahren war das Gespräch auf die politische Ebene, wo wir auch dabei waren, super, super offen. Man redet jetzt ohne Skript, sondern man redet wirklich offen miteinander. Und ich habe das Gefühl, dass beide Seiten gerne noch mehr kooperieren wollen. Und für uns oder für mich als ein einfacher Wirtschaftsmann im Sport finde ich, dass diese Reise sehr, sehr wichtig war. Und es ist schön zu sehen, dass Leute wirklich versuchen, ein besseres Verhältnis zu haben.
Sprecher 4: Ein einfacher Wirtschaftsmann, sagen Sie, aber vielleicht können Sie Ihr China-Geschäft nochmal beziffern. Wie viel Umsatz machen Sie hier?
Sprecher 6: Ich schätze, wir werden dieses Jahr so ungefähr 4 Milliarden machen hier im Verkauf. Und dann beschaffen wir noch viel mehr. Wir haben eine ganz große Aktivität hier.
Sprecher 4: Vielen Dank für Ihre Zeit, lieber Herr Gönne.
Sprecher 6: Kein Problem.
Sprecher 2: Für die spannenden Einblicke in eine kurze, aber offenbar erkenntnisreiche China-Reise kommen gut nach Hause. Ich freue mich auf dich hier wieder im Studio in Berlin.
Sprecher 4: Ich freue mich auch, mein Lieber. Wobei es wirklich spannend und spektakulär hier war in China.
Sprecher 2: 1700 Krankenhäuser gibt es in Deutschland so viel wie in kaum einem vergleichbaren, industriellen, westlich geprägten Land. Nicht alle sind wirklich nötig, 700 sind eigentlich sogar verzichtbar, sagt der Gesundheitsexperte Josef Hecken. Und viele hatten auch damit gerechnet, dass deswegen die Lauterbachsche Klinikreform am Ende doch kommt. Von wegen. Gestern haben sich Bund und Länder geeinigt und die Krankenhausreform wird deutlich verwässert. So wie es mal angedacht war, kommt es nicht mehr. Viele der kleinen Landkrankenhäuser, die den Politikern im Wahlkampf wichtig sind, aber vielleicht wirtschaftlich keinerlei Berechtigung mehr haben, bleiben jetzt doch erhalten. Um genau das zu verhindern, dafür wurde jetzt eigentlich vier Jahre lang verhandelt. Gestern gab es eine Einigung. Wir berichten über die Details und reden darüber mit Magdalena Latz, der Gesundheitsexpertin aus unserem Berlin-Table. Hallo Magdalena.
Sprecher 7: Hi.
Sprecher 2: Karl Lauterbach hat mal gesagt, ohne diese Krankenhausreform würden 25 Prozent der Krankenhäuser sterben. Jetzt gibt es eine Einigung. Sterben jetzt noch Krankenhäuser?
Sprecher 7: Ich glaube, nein, ehrlich gesagt. Denn den Krankenhäusern in den Ländern werden jetzt so viele Ausnahmemöglichkeiten gegeben, dass viel mehr kleine Krankenhäuser jetzt am Netz bleiben dürfen.
Sprecher 2: Am Ende haben die Länder ja durch ihre Zuständigkeit die Sorge gehabt, dass ihre Lieblingslandkrankenhäuser in ihren Wahlkreisen wahrscheinlich dicht machen müssen. Gibt es denn dann überhaupt jetzt noch Effizienz- oder Einspareffekte?
Sprecher 7: Es gibt tatsächlich Berechnungen des RWI Leibniz-Instituts, dass es Einsparpotenziale gegeben hätte durch die ursprünglich von Lauterbach vorgesehene KHVVG, also das Krankenhausreformanpassungsgesetz. Also das hätte ein Einsparpotenzial von 9 Milliarden Euro. Gebracht und die werden jetzt, wenn die Änderungen so kommen und wenn der Ist-Zustand zementiert wird, werden die verloren gehen. Also das RBI sagt, wenn das jetzt alles so kommt, wie es geplant ist, dann wird es überhaupt keine Einsparungen geben.
Sprecher 2: Aber Magdalena Josef-Hecken, der Chef des gemeinsamen Bundesausschusses, ist ja durchaus eine Expertin in dem Gesundheitssystem, hat ja mal gesagt, 700 Kliniken von 1700 sind eigentlich verzichtbar. Wenn jetzt diese Einigung den Status quo erhält, wird Frau Wagen doch keine Einsparung erzielen können.
Sprecher 7: Das heißt, sie muss das Geld irgendwo an einer anderen Stelle wieder reinholen. Ende März soll es ja die Vorschläge der GKV-Kommission geben, wie das Gesundheitssystem respektive die Krankenkassen in Zukunft finanziert werden sollen. Muss sie dann wirklich die Karten auf den Tisch legen und sagen, an der und der Stelle müssen wir sparen. Weil so wie das... ausufert, wird es wahrscheinlich nicht mehr lang gut gehen.
Sprecher 2: Was sagt das eigentlich über die Reformfähigkeit dieser Koalition aus, wenn sie bei einem eigentlich schon vorab konsentierten Plan wie diesem Klinikgesetz jetzt so verwässerte Reformen nur vorlegen und die großen Brocken doch eigentlich noch kommen, auch in dem Sozialbereich, um den du dich ja auch kümmerst?
Sprecher 7: Also aus meiner Sicht zeigt es, dass einfach eine wahnsinnig große Angst vor den Wählern besteht. Denn die Krankenhäuser sind in den Regionen die größten Arbeitgeber oder sehr oft die größten Arbeitgeber. Man möchte sich natürlich nicht mit dem Zorn des Wählers anlegen. Und das Grundproblem ist ja einfach, dass... Nur in der Zeit der Wahlperiode gedacht wird. Und Lauterbach hatte da eigentlich wirklich einen guten Ansatz oder hat sich da auch wirklich was getraut. Und jetzt überwiegt aber wieder die Angst, dass man in den Ländern doch wahnsinnig wütend darüber ist. Und deswegen ist man auch da bereit, weitgehende Zugeständnisse zu machen.
Sprecher 2: Was war denn überhaupt der Impuls von der neuen Gesundheitsministerin, an dieses Klinikgesetz nochmal ranzugehen?
Sprecher 7: Also ursprünglich ist ja die KHVVG, also das Krankenhausreformanpassungsgesetz, von Lauterbach auf den Weg gebracht worden, um Kliniken mehr zu spezialisieren und zu zentralisieren, dass mehr Qualität entsteht. Und das Gesetz ist dann vergangenes Jahr in Kraft getreten, Anfang Januar. Und als die Ampel dann kaputt gegangen ist und Nina Wacken dran kam, hat sie gesagt, okay, wir haben zwar jetzt... diese Krankenhausreform, aber wir müssen das praxistauglicher gestalten und den Ländern mehr Zeit geben, um diese Änderungen vorzunehmen. Eben auch aus der Sorge, dass die Länder den Bund aufs Dach steigen, weil die Krankenhäuser ein sehr emotional besetztes Thema sind. Deswegen ist man bereit, sehr weitreichende Ausnahmen zuzugestehen.
Sprecher 2: Man ahnt, was auf diese Koalition noch zukommt, wenn es an die ganz dicken Brocken geht. Vielen Dank, Magdalena, für deine Einschätzungen hier. Wer mehr wissen will, gestern Abend im Berlin Table die Einigung des Klinikreformgesetzes bei uns zu lesen. Übrigens, Sie können sich kostenlos für diesen Newsletter anmelden unter table.media.berlin. Vielen Dank, Magdalena.
Sprecher 7: Danke, ciao.
Sprecher 2: Flo, war noch was?
Sprecher 3: Das Internet ist ja mittlerweile der allumfassende Informationsgeber und man kann sich eigentlich gar nicht mehr vorstellen, wie das Leben so ohne Internet ist. Wir haben es festgestellt, als der Stromausfall war und das war auf jeden Fall schwierig. Aber es gibt in Deutschland tatsächlich Leute, die freiwillig aufs Internet verzichten.
Sprecher 2: Meine Kinder gehören nicht dazu. Ich kann es mir überhaupt nicht mehr vorstellen. Aber wie viele sind es und warum?
Sprecher 3: Es sind ca. 2 Millionen Deutsche, die überhaupt gar keinen Zugang zum Internet haben, es überhaupt nicht nutzen. Es sind natürlich vor allen Dingen Ältere, also in der Altersgruppe Ü64, die wahrscheinlich einfach aus Gewohnheit sagen, ich brauche das nicht, vielleicht auch das technische Verständnis da nicht so haben. Aber es gibt auch 2% der 16-24-Jährigen, die überhaupt gar keinen Zugang zum Internet haben.
Sprecher 2: Vielleicht ist das ja auch am Ende die Freiheit, die wir uns alle wünschen, mal ganz weg zu sein von der großen globalen Netzwelt, die wir uns jeden Tag fast suchtmäßig schon reinbegeben. Wir freuen uns jedenfalls, wenn Sie mit Internetanschluss auch am Samstag wieder einschalten, hier bei Table Today, denn dann haben wir einen besonderen Podcast für Sie. Unser Herausgeber Sebastian Thuner spricht mit dem Altkanzler Olaf Scholz mehr als eine Stunde lang über seine Bilanz, über den Ukraine-Krieg, über seine Verhandlungen mit Putin, aber auch das, was am Ende die Ampel zum Scheitern brachte. Bis dahin, ciao, ciao.
Sprecher 8: Freiheit.
Sprecher 9: Die einzige, die fehlt. Sie geht, die fehlt. Mensch ist leider nicht naiv.
Sprecher 10: Wieder angestellt. Alle, die von Freiheit träumen.
Sprecher 11: So ein Feierabend nicht versäumen. So wie heute Abend hier.
Sprecher 12: Ist das einzige, was ich sehe. So, Call of Duty. Estás para ti, yo lo sé.