Das China-Dilemma. Mit Bill Anderson
Dauer: 25:30

Das China-Dilemma. Mit Bill Anderson

Beim Antrittsbesuch in Peking hat Bundeskanzler Friedrich Merz einen versöhnlichen Ton angeschlagen: strategische Partnerschaft, kein Konfrontationskurs. Im Mittelpunkt des Besuchs stehen eindeutig die Wirtschaftsbeziehungen – Merz hat aber auch Chinas Einfluss auf Russland und den Krieg in der Ukraine angesprochen. Mit Kritik an seinen chinesischen Gastgebern hat sich Merz sehr zurückgehalten.

[01:39]


Direkt aus Peking berichtet Helene Bubrowski – und hat dort Bayer-CEO Bill Anderson getroffen, der mit der Wirtschaftsdelegation angereist ist. Bayer ist seit fast 150 Jahren in China aktiv und betreibt fünf Produktions- und fünf Innovationszentren. Anderson sieht China längst nicht mehr nur als Absatzmarkt, sondern als Forschungspartner – Decoupling hält er für den falschen Weg.

[11:02]


Zurück in Berlin: Michael Bröcker hat mit Esra Limbacher gesprochen, dem Sprecher des Seeheimer Kreises. Der SPD-Fraktionsvize fordert einen echten Mentalitätswechsel: „Wir haben momentan ein System in Deutschland, das ist echt stark auf Kontrolle und Berichtspflichten ausgelegt. Da müssen wir einen Wechsel hinbekommen und sagen: Ich vertraue als Staat Bürgern und Unternehmen – und misstraue nicht in erster Linie." Die bisherigen Reformvorschläge aus der Union nennt Limbacher Stückwerk.

[14:29]


Hier geht es zur Anmeldung für den Space.Table


Table Briefings - For better informed decisions.


Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen. 


Professional Briefings kostenlos kennenlernen: table.media/testen


Hier geht es zu unseren Werbepartnern


Impressum: https://table.media/impressum

Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung


Bei Interesse an Audio-Werbung in diesem Podcast melden Sie sich gerne bei Laurence Donath: laurence.donath@table.media


Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Schwieriger Balanceakt für Friedrich Merz in China. Gestern traf sich der Bundeskanzler mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qingyang und auch danach mit Staatspräsident Xi Jinping. China ist und bleibt offensichtlich unser wichtigster Handelspartner. Aber es geht natürlich auch um einen fairen Wettbewerb bei dieser Reise. Und Helene Bubrowski ist dabei. Wir begrüßen sie gleich direkt aus Peking.

Sprecher 3: Ja, hello from Beijing. Ich sitze hier in dieser 20-Millionen-Stadt und schaue auf diese monströsen Hochhäuser und habe gerade gesprochen mit Bill Anderson, dem Vorstandsvorsitzenden von Bayer, der Teil der Wirtschaftsdelegation ist und erklärt, warum China für ihn nach wie vor ein wichtiger Absatzmarkt ist.

Sprecher 2: Friedrich Merz fragt sich, wie viel Partnerschaft ist mit China möglich? In der SPD ist die Frage relevant, wie reformbereit sind wir eigentlich in dieser Partei? Diese Frage stellt sich vor allem auch der Seeheimer Kreis, die konservative Strömung in der Partei. Wir haben beim traditionellen Grünkohl-Essen in der ständigen Vertretung, dem ersten dieser Art der SPD, mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Esra Limbacher gesprochen.

Sprecher 3: Ja, und China ist auch das Land von Robotik und KI. Purzelbaum schlagende Roboter, die werde ich mir gleich anschauen. Und darüber reden wir nämlich auch noch. KI auf dem Vormarsch und zwar auch bei Privatpersonen und was der Branchenverband Bitkom dazu zu sagen hat. Das alles bei uns am Donnerstag, den 26. Februar. Schön, dass Sie uns zuhören.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: Helene, du bist in Peking, hast die ersten Stunden mit dem Kanzler und seiner Delegation verbracht. Die große Frage, wie ist diese multiple Persönlichkeitsstörung, die Deutschland im Verhältnis zu China eigentlich hat, nämlich zwischen Partner und Rivale, eigentlich tatsächlich bei einer Reise zu spüren?

Sprecher 3: Ja, ist interessant, der Dreiklang, den es ja gab, nicht nur Partner, Rivale, sondern natürlich auch Wettbewerber. So ist es seit einigen Jahren die Position der Bundesregierung und auch der Europäischen Union. Und die CDU hatte eigentlich im Wahlkampf und auch zu Beginn der Regierungszeit gesagt, der Aspekt des systemischen Rivalen stehe doch sehr im Vordergrund. Friedrich Merz hat sich mehrfach sehr kritisch zu China geäußert. Bei der Körber Stiftung vor einem Jahr hatte er gewarnt, die Unternehmen sollten bloß vorsichtig sein. Der Staat würde sie hier nicht rauskaufen, wenn was schief geht. Und deswegen hatten alle erwartet, dass hier auch ein ziemlich robust auftretender Kanzler nach China reist. Dem ist aber nicht so. Jetzt wird, wieder erwarten von einigen, der Aspekt der Partnerschaft sehr deutlich hervorgehoben.

Sprecher 5: Wir waren uns zunächst einmal einig, wir wollen unsere umfassende strategische Partnerschaft stärken. Und eine wichtige Rolle hat heute die Frage gespielt, wie wir unseren Wettbewerb gestalten. Das ist nicht nur wirtschaftlich von Bedeutung, das sagt auch etwas über die Qualität unserer Partnerschaft aus. Chinesen und Deutschen ist bewusst, unser wirtschaftlicher Austausch trägt ganz maßgeblich zum Wohlstand beider Länder. Bei, dass... Hier zwei der drei größten Volkswirtschaften der Welt miteinander Handel treiben, entfaltet eine große Kraft. Und zwar sowohl für uns als auch darüber hinaus.

Sprecher 3: Interessant, wie sehr wir offenkundig auf China doch angewiesen sind.

Sprecher 2: Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft ist das Thema dieses Kanzlers. Nicht nur anhand der 30-köpfigen Delegation, sondern offenbar will er ja auch mehr Importe von China in die Europäische Union hinbekommen. Von einem großen Flugzeugdeal ist die Rede. Gibt es denn greifbare Erfolge des Kanzlers?

Sprecher 3: Zunächst einmal haben hier beide Seiten ausgetauscht, wo es besser werden kann. Und da ist die deutsche Seite ziemlich klar und auch die Forderung aus der Wirtschaftsdelegation. Man stört sich doch sehr am Handelsdefizit bzw. Am chinesischen Handelsüberschuss. Man sagt, dass die Binnennachfrage in China nicht genug angekurbelt wird und stört sich auch am Wechselkurs, der eben für chinesische Exporte sehr gut ist, aber für Importe nach China eben sehr schlecht ist. Da hat die chinesische Seite das zur Kenntnis genommen und gesagt, nehmen wir ernst. Aber vielmehr ist dann auch jedenfalls greifbar nicht passiert. Die deutsche Delegation aus Regierungskreisen hört man jetzt, ja, ja, das sei aber normal. Bei solchen Treffen gäbe es nie direkt eine Antwort, klar, das machen wir, sondern das wirke danach. Und man müsse jetzt auf Arbeitsebene nacharbeiten an all diesen Themen. Aber ein bisschen was Greifbares gibt es doch. Einen Deal offenbar zwischen Airbus und der chinesischen Regierung. 120 Flugzeuge wollen die Chinesen von Airbus kaufen. Da hatte Macron schon vorgearbeitet. Jetzt scheint es auf den allerletzten Metern zu sein. Und außerdem gibt es so Memorandum of Understanding, also eine Art Rahmenvereinbarung für den Bereich Schweine, Fleisch und Hühnerfüße. Also da geht es dann auch um die Frage, wie geht man mit der Schweinepest um? Welche Restriktionen gibt es da? Da gibt es auch aus deutscher Seite einen Schritt in die richtige Richtung. Also engere Verzahnung der Wirtschaft und man denkt sofort an Wandel durch Handel und es wird aber gar keine Hoffnung mehr auf den Wandel gelegt, sondern es ist tatsächlich einfach Handel ohne Wandel.

Sprecher 2: Aber Eleni, jetzt müssen wir doch mal Tacheles reden und die Schmerzpunkte besprechen. Wie viel kriegt man in der Delegation denn mit von dem, was die Wirtschaft da umtreibt in Sachen Fairness im Wettbewerb? Die chinesischen Unternehmen fluten den europäischen Markt mit Billigprodukten, die staatlich subventioniert werden. Es ist immer wieder von bürokratischen Hemmnissen die Rede, wenn deutsche Unternehmen in China investieren wollen, die Pflicht zu Joint Ventures mit chinesischen Unternehmen. Wie viel von dem hast du in der Wirtschaftsdelegation vernommen?

Sprecher 3: Naja, also die sind, es gibt schon viele Druckpunkte, ich habe einige benannt und natürlich ist das Thema Rohstoffe ein ganz entscheidendes, was auch ein Problem darstellt, das Thema Bürokratie und Kontrollen und so weiter. So trotzdem ist es so und das werden wir gleich hören von Bill Anderson. Dem Vorstandsvorsitzenden von Bayer, dass China nach wie vor ein wahnsinnig attraktiver Markt ist und zwar nicht nur als Absatzmarkt und nicht nur wie früher mal als Werkbank, sondern auch wirklich Forschung und Technologie sind jetzt mittlerweile hier, gehören zur Welt. Spitze, ja, das sagen auch die Pharmaunternehmen, sagen, Generika können die schon lange, aber jetzt sind sie auch bei der Forschung ziemlich weit oben. Dort will man jetzt auch kooperieren, was auch immer bei aller Vorsicht, die man ja in diesem Bereich wirklich an den Tag legen muss. Aber so hat es auch die deutsche Delegation bestätigt, dass man dort schauen will, was möglich ist. Also es ist eben beides. Es ist nach wie vor schwierig. Wir haben es mit einem System zu tun, das ganz anders ist als unseres. Wir haben es auch mit immanenten Sicherheitsfragen zu tun. Darüber müssen wir auch gleich noch reden. Die hier keine große Rolle spielten, also das Thema Spionage und Sabotage. Aber es ist nach wie vor für die deutsche Wirtschaft irre wichtig, was man daran sieht, dass eben 30 Top-CEOs von Ola Kellenius bis Oliver Blume hier mitgefahren sind.

Sprecher 2: Ja, aber ich finde, Merz, wenn ich mir seine Äußerungen anschaue, klingt schon fast wie Donald Trump, der sich ja immer über die unfairen Handelspraktiken aufregt, über das Handelsdefizit. Und jetzt sagt Merz auch, der doch eigentlich ein Verfechter von Freihandel ist, ja, es gäbe eine Unwucht in den Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China. Das Handelsdefizit liegt bei 80 Milliarden Euro. Das hat sich mehr als verfünffacht in den letzten Jahren. Und da klingt Friedrich Merz fast ein bisschen wie Trump, der sich ja auch immer wieder über Handelsdefizite beklagt.

Sprecher 3: Naja, wobei es natürlich ein Punkt bei diesen Summen, sogar 90 Milliarden Handelsdefizit soll es sein. Das ist für die deutsche Wirtschaft schwierig. Die Chinesen sind da allerdings ziemlich selbstbewusst und sagen, naja, also ihr Deutschen habt so lange profitiert. von den Verhältnissen hier. Ihr habt so lange gute Geschäfte gemacht mit China. Jetzt dreht es sich halt mal um und dieses Handelsdefizit besteht ja erst seit einigen Jahren. Das ist ja eine neuere Erscheinung, also der Überschuss auf chinesischer Seite. Also die Chinesen haben sich da bisher nicht großartig bewegt. Aber lass uns nochmal reden über das Thema Ukraine und das Thema Sicherheit. Was ich wirklich interessant finde, das Thema Sicherheit spielte praktisch keine Rolle. Nur ganz am Rand hat man gesagt, naja, man will sehr, sehr gerne Investitionen nach Deutschland holen. Chinesische Investitionen, Staatsfonds. Herr Blessing ist auch dabei, der persönliche Beauftragte für Investitionen. Wir hatten ihn gerade im Podcast. Der soll gucken, was möglich ist und dann sagt man, naja, in dem Bereich der kritischen Infrastruktur und so weiter nicht. Und da wirkt man auf Unverständnis. Das finden die Chinesen natürlich nicht so toll, aber wir denken da an den Hamburger Hafen und natürlich an Huawei und das 5G-Netz und all diese Dinge. Da wollen die Deutschen auch keine Abstriche machen, auch die Europäer insgesamt nicht. Das finden die Chinesen nicht so gut, aber insgesamt will man die Chinesen, so ist es ganz klar zu hören von Friedrich Merz, stärker auch nach Deutschland holen.

Sprecher 2: Interessant, dass die chinesischen und chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen eigentlich sogar ausgebaut werden von decoupling. Ist auf dieser Reise wenig die Rede, Helene, dann noch die Frage zur Ukraine und zu der Sicherheit. Kann denn März bei dem Staatspräsidenten irgendetwas erreichen? Gibt es ein Interesse Chinas an mehr Druck auf Putin?

Sprecher 3: Merz hat selbst nach dem Gespräch mit Xi Jinping darüber berichtet, dass er das Thema angesprochen habe, dass er die Chinesen aufgefordert habe, hier auf den Frieden hinzuwirken.

Sprecher 5: Die China-Stimme wird auf der Welt gehört. Seine Entscheidungen fallen ins Gewicht. Aber es wächst aber auch eine Beantwortung. Ich habe mich auch meine Gesprächspartner heute gebeten, ihren Einfluss geltend zu machen, um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Darauf kann... Beijing Einfluss nehmen. Wir wissen eben auch, dass die Signale aus China in Moskau sehr ernst genommen werden. Das gilt für Worte und auch für Taten.

Sprecher 3: Und sie ein bisschen selbst beim Wort zu nehmen, denn die Chinesen präsentieren sich ja hier als die Hüter der regelbasierten Ordnung, als diejenigen, die für den Frieden eintreten. Die Wahrheit ist allerdings auch, dass die Chinesen massive Unterstützer Russlands sind. Da gab es, soweit wir hören, noch keinerlei Bewegung von chinesischer Seite. Aber auch hier gilt, und das ist die Hoffnung der Deutschen, dass man, indem man diese Themen zumindest anspricht, die Chinesen zum Nachdenken bringt. Naja, da ist sicherlich auch sehr viel Hoffnung dabei. Friedrich Merz hat dann gesagt, es ginge erstmal natürlich auch darum, sich kennenzulernen. Wir dürfen nicht vergessen, es ist ein Antrittsbesuch. Also man dürfe jetzt auch nicht direkt zu viel erwarten. Da hat er sicherlich recht. Aber ich würde schon sagen, etwas verstörend ist angesichts dieser Gesamtlage und auch der Tatsache, wie vorsichtig wir alle sein müssen angesichts doch der chinesischen Aktivitäten und auch destruktiven Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen. so eng an China ranrücken wollen. Das erinnert wirklich ein bisschen an die Ära Merkel und das vier Jahre nach Beginn des Angriffskriegs, wo wir über Zeitenwende und Ähnliches sprechen und die Lehren aus der Zeitenwende, die Übertragung der Zeitenwende auf China, das war hier bei dieser Reise eine ganz andere Tonalität.

Sprecher 2: China hält den Krieg Russlands gegen die Ukraine also am Leben. Wir kommen trotzdem nochmal zurück zur Wirtschaft. Du hast mit einem der CEOs gesprochen, dem CEO der Bayer AG, Bill Anderson, die ja mit fast 23.000 Mitarbeitern in Deutschland einer der größten und bedeutendsten Chemie- und Pharmakonzerne sind.

Sprecher 3: Ja, ich habe ihn gestern Abend in der Hotellobby getroffen und konnte ihm ein paar Fragen stellen. And welcome, Bill Anderson.

Sprecher 6: Hey, great, great to join you.

Sprecher 3: What does your business in China look like? How important is it for your company?

Sprecher 6: Yeah, well, Bayer's been in China for almost 150 years. So that's going way back. We have about 7,000 employees in China, and we've got five manufacturing sites. We've got five innovation centers. It's a very important country for us, foremost in medicines. We sell most of our medicines in China, as well as other parts of the world. But we're also increasingly working with local companies to develop new medicines for China and for the world. It's an important country for particularly crop protection products. And then consumer health is also a growing division here.

Sprecher 3: So, Bill, you came here all the way from Europe.

Sprecher 7: to talk to the Chinese government and the Chinese economic delegation. Was it worth it really, this long trip? And what did you get from the Chinese side yet?

Sprecher 6: I don't look at it as transactional. We've been here 150 years. We have close working relationships with major universities. We work with government officials here and in every country we operate in, but we have very good relationships. It's important to check in because anytime you have an important partner, there's things you have to work through, things that are better discussed in person. I think we had some really good conversations today. They're very frank. Thinking about Germany and China, huge amount of trade between these two countries. One of the biggest trade relationships in the world between any two states. Both countries have a lot to gain from improving those ties and a lot to lose if they were to get worse. So it's a very good investment of my time and everyone else on the trade mission.

Sprecher 7: On the other hand, the German government in the EU talks about de-risking and they warn being too dependent on China. Do you see that risk? How do you respond to the call for de-risking?

Sprecher 6: On the one hand, I understand the need for leaders from each country to think about ensuring supply of critical products, whether it's foods, medicines, things like seeds. I totally understand that. We learned during the pandemic what happens when supply chains break down. Die Idee of de-risking, it seems like a good concept, but I think we then have to get grounded right back in reality, which is that the global supply chains that have been established over the last four to five decades have been enormously beneficial in terms of providing products at an affordable price to, you know, twice as many people as we had 40 years ago on the globe. I would put a lot of investment and time and energy and diplomacy into fixing what's broken with the trade system versus sort of chasing dreams of some sort of instant de-risking. Because the fact is that these supply chains are highly, highly intertwined. We need to work. Double time to get our relationships strong.

Sprecher 7: Thank you so much for your time, Bill Anderson.

Sprecher 6: Hey, thanks for coming with us to China.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: Ein Paradigmenwechsel in der Rentenpolitik, das Gesundheitssystem von Kopf auf die Füße stellen und tiefgreifende Reformen im Sozialstaat. Es sind ziemlich hohe Erwartungen, die diese Bundesregierung an sich selbst gestellt hat. Bis jetzt mit überschaubarem Ergebnis. Immerhin sind sich alle einig, es muss jetzt noch mehr kommen. Der Zeitplan ist klar, bis zur Sommerpause nach den Landtagswahlen soll es den großen Masterplan geben. Wie mutig sind diese beiden Koalitionspartner wirklich? Vor allem wie mutig ist die SPD, deren linker Flügel sich zumindest beim Sozialstaat gegen Kürzungen wehrt. Aber es gibt ja auch noch den Seeheimer Kreis, die konservative Strömung innerhalb der SPD, immer regierungsfreundlich, immer pragmatisch und bei den Wirtschaftsthemen manchmal auch überraschend. So zuletzt der Appell, dass man einen Mentalitätswechsel beim Umgang mit Unternehmerinnen und Unternehmern in diesem Land benötigt. Wir waren zu Gast beim Seeheimer Kreis Grünkohl-Essen vor wenigen Tagen in der ständigen Vertretung und haben dort mit einem der drei Sprecher reden können, mit Esra Limbacher, dem Fraktionsvize aus dem Saarland. Schön, dass Sie heute bei uns sind. Guten Tag, Herr Limbacher.

Sprecher 8: Grüß Sie, hallo.

Sprecher 2: Sind Sie eigentlich sauer, wenn die Journalisten immer schreiben, der konservative Parteiflügel?

Sprecher 8: Ich fand das tatsächlich immer komisch, weil ich mich nie als konservativ empfunden habe, sondern immer pragmatisch und an der Sache orientiert und nicht immer Ideologie-Debatten hinterhergelaufen bin.

Sprecher 2: Aber eine Sache, die hat mich dann doch interessiert, nämlich euer jüngstes Papier, euer Appell. Da steht tatsächlich drin, und wir reden hier über einen SPD-Parteiflügel, ihr fordert einen Mentalitätswechsel im Umgang mit Unternehmen. Haben Sie darüber schon mit Bärbel Baas geredet?

Sprecher 8: Klar, ich glaube, da besteht große Einigkeit, auch in der Koalition im Übrigen, weil... Das auch Bestandteil des Koalitionsvertrages ist, dass wir einen Neuanfang in vielen Bereichen machen wollen. Und wer, wenn nicht wir als Sozialdemokraten, sind die Reformpartei, die sowas auch angehen könnten?

Sprecher 2: Aber dann müssen Sie doch mal konkrete Dinge auch umsetzen, die schmerzhaft sind, vielleicht sogar für die eigene Klientel.

Sprecher 8: Naja, da muss man, glaube ich, aufpassen. Was wir in den letzten Wochen erlebt haben, war viel Stückwerk, das aus der Union gekommen ist. Das fand ich, muss ich ehrlich sagen, befremdlich. Da ging es darum, irgendwo Zahnarztkosten irgendjemandem aufzuhalten oder da die telefonklinische Krankenschreibung zu streichen. Im Kern ging es ja immer darum, den Arbeitnehmer irgendwie zu schröpfen und zu belasten. Das wird nie Bestandteil sozialdemokratischer Politik sein. Aber was es sein kann, nämlich, dass wir ein großes Gesamtkonzept finden und weg von diesem Stückwerk endlich kommen. Das ist, glaube ich, jetzt Aufgabe in so einer herausfordernden Zeit, dass wir das als Koalition gemeinsam mit der Union auch wirklich schaffen.

Sprecher 2: Gesamtplan finde ich nachvollziehbar, würde auch die Wirtschaft nicht anders sehen. Aber die Frage ist doch, ob Sie die Analyse teilen. Wird in Deutschland beispielsweise insgesamt zu wenig gearbeitet?

Sprecher 8: Das glaube ich überhaupt nicht. Und das ergibt auch kaum eine Statistik wirklich her, dass zu wenig gearbeitet wird. Ganz im Gegenteil, das muss man auch mal ausdrücklich sagen, sondern es sind sehr, sehr viele fleißige Menschen, die aber, und das ist das Problem oft von ihrer Arbeit dann gar nicht, das sich leisten können, was sie wollen. Und das treibt uns als Sozialdemokraten um. Und im Übrigen auch eine Wahrnehmung vom Staat haben, dass wir viel fordern, aber am Ende des Tages nichts für sie gemacht wird und nichts übrig bleibt. Und im Land auch nicht das funktioniert, was sie sich gern wünschen. Und das treibt mich wiederum sehr um.

Sprecher 2: Aber nochmal ganz kurz zum Arbeitszeitvolumen. Sie wissen schon, dass die Portugiesen, die Griechen, die Italiener insgesamt mehr arbeiten als wir. Irgendwoher muss doch die Produktivität kommen in diesem Land, wenn nicht durch mehr Arbeit oder durch mehr Innovation.

Sprecher 8: Ich glaube, durch tiefgreifende Reformen können wir das in Deutschland schaffen. Sie haben zum Beispiel angesprochen, Mentalitätswechsel. Ich finde das extrem wichtig. Zu sagen, wir haben momentan ein System in Deutschland, was die Wirtschaft, aber was auch den Bürger betrifft, der ist echt stark immer auf Kontrolle, Berichtspflichten ausgelegt. Da müssen wir einen Wechsel hinbekommen, dass wir sagen, ich vertraue als Staat dem Bürger, dem Unternehmen und misstraue nicht in erster Linie. Und dieser Mentalitätswechsel bedeutet, dass diese Kontrollen, diese Berichtspflichten wegfallen. Das will ich hinkriegen, das für einen wirklichen Schritt nach vorne.

Sprecher 2: Aber Herr Lindberger, ich will mal was Konkretes hören. Sie sagen Berichtspflichten, Kontrolle, bin ich ja bei Ihnen. Also reden wir über die Arbeitszeiterfassung. Kommt von der SPD. Tariftreue, zusätzliche Bürokratie für Unternehmen. Nennen Sie mir mal ein Gesetz, wo die SPD sagt, wir brauchen das nicht mehr. Hier verzichtet die SPD bewusst auf Informations- oder Berichtspflichten für deutsche Unternehmen.

Sprecher 8: Naja, wir machen momentan genau das, nämlich etwas, was den Alltag der Menschen betrifft. Wenn wir bei so Kleinigkeiten, auch wenn das jetzt nur eine kleine Gruppe betrifft vielleicht, aber trotzdem ist es, finde ich, wichtig zu sagen, bei einem Kindergeldantrag verzichten wir in Zukunft einfach mal auf einen Antrag, sondern es wird automatisch ausgezahlt. Kann man sagen, es ist eine Binse eigentlich. Ja. Weiter geht es natürlich bei einem enorm komplizierten Vorgang, Elterngeldanträge. Das Gleiche will ich sagen. Jeder, der ein Kind zu Hause hat, weiß, wie schwierig das ist. Es hängt auch oft an den Ländern. Ich kenne Beispiele hier in Berlin, da warten Eltern Monate auf die Auszahlung ihres Elterngeldes. Das sind doch Probleme, die die Menschen im Alltag beschäftigen und nicht immer die Punkte, die vor allen Dingen von Arbeitgeberverbänden in die öffentliche Diskussion eingespielt werden.

Sprecher 2: Einverstanden, Herr Limbach. Aber wo würden Sie sagen, müssen wir an die Lohnzusatzkosten ran? Wir sind uns doch alle einig, dass Arbeit zu teuer ist in Deutschland, sowohl für den Arbeitgeber wie für den Arbeitnehmer, der zu wenig Netto herausbekommt. Wo würden Sie rangehen im Sozialstaat, damit die Lohnzusatzkosten wirklich sinken und das, was ihr im Papier aufgeschrieben habt, wirklich passieren kann?

Sprecher 8: Es sind verschiedene Stellschrauben, glaube ich, an denen man drehen kann und muss. Deswegen sage ich immer, dieses Stückwerk, auch was dann wieder aus Inter. FU ist irgendwas rausgegriffen. Das hilft überhaupt nicht weiter. Sie dürfen auch drei Maßnahmen nennen. Eigentlich braucht man eine große Lösung. Aber wenn Sie mich fragen, gibt es zwei Stellschrauben. Einmal die Steuerseite, einmal das, was Sie gesagt haben, die Abgabenseite. Ich glaube, die SPD muss... Immer einen klaren Kompass haben und das ist an der Seite der arbeitenden Bevölkerung. Das bedeutet, dass wir insbesondere im Steuerrecht die Mittelschicht in den Blick nehmen müssen. Die haben nämlich momentan das Gefühl, dass viel Politik gemacht wird, aber einfach nicht für sie. Also Steuerentlastung. Und die SPD schon gar nicht. Deswegen glaube ich, für die Mittelschicht in der Einkommensteuer eine Entlastung hinzubekommen, ist wichtig. Auf der anderen Seite geht es natürlich immer auch um die Sozialabgaben. Sie haben es richtigerweise angesprochen. Ich hatte immer persönlich ein Problem damit, dass versicherungsfremde Leistungen mit da drin sind. Ich glaube, darüber muss man... Jetzt diskutieren, ob das wirklich die Antwort auf die Zukunft ist. Ich glaube es nicht. Aber wie gesagt, das kann immer nur ein Ergebnis von einem Gesamtpaket sein. Zu glauben, man könnte einen Einzelpunkt mal rausreißen und durchsetzen, das ist nicht klug und kann kein Reformpaket sein. Nein, wir brauchen eine Gesamtagenda für Deutschland, die Mut macht und die Leute nicht verängstigt.

Sprecher 2: Ich erinnere mich an den Deutschlandplan, den einst Frank-Walter Steinmeier. Vorgestellt hat im Wahlkampf.

Sprecher 8: Ja, war sicherlich nicht das Schlechteste gewesen.

Sprecher 2: Wünschen Sie sich diesen Gesamtplan vor der Sommerpause zumindest in der Skizze, in der groben Struktur?

Sprecher 8: Wissen Sie, ich glaube, das ist eine Frage, die... Eigentlich nur Journalisten stellen, der sie ja auch sind. Insofern ist das völlig okay.

Sprecher 2: Ich will Sie auch nicht enttäuschen, Herr Lübcke.

Sprecher 8: Aber Sie werden es nicht von mir hören, dass ich mich da an irgendein Datum festklammere.

Sprecher 2: Aber Sie gehen ja schon ein Jahr. Irgendwann muss doch mal was kommen.

Sprecher 8: Absolut. Ich glaube, der Bevölkerung ist gar nicht mal so wichtig, ob das jetzt diese nächste Woche oder nächsten Monat passiert. Aber ich glaube, was alle wollen, ist, dass ein Ruck durch dieses Land geht. Ich will Teil dieses Rucks sein und ich hoffe, viele andere in der Koalition auch.

Sprecher 2: Vielen Dank, Herr Limbacher.

Sprecher 8: Danke Ihnen. Alles Gute.

Sprecher 3: Lieber Mick, du in Deutschland, erzähl mir, war noch was?

Sprecher 2: Ja, ich gebe dir noch eine kleine KI-Statistik mit auf den Weg in deinen Tag in China. Nämlich 38 Prozent der Deutschen nutzen regelmäßig KI bereits auf ihrem Smartphone. Helene, hast du überhaupt Chat-GPT auf deinem Handy? Du hast ja ein neues eigenes Handy nur für diese Reise mitgenommen. Wir erreichen dich ja jetzt auf einem eigenen VPN. Warum eigentlich dieser ganze Wahnsinn?

Sprecher 3: Ja, ich habe nicht nur einen eigenen VPN, ich habe auch eine neue E-Mail-Adresse für diese Reise, eine neue Telefonnummer. Das chinesische Wi-Fi ist ja so gar nicht richtig zu nutzen. Da sind ja alle Seiten blockiert. Hier in meinem Hotel ist eine Liste, wo draufsteht, wo man überall auf welche Seiten man nicht gehen darf. Und dazu gehört nicht nur WhatsApp, Google, Twitter, Facebook und vieles mehr.

Sprecher 2: Auch Table Briefings.

Sprecher 3: Ja, Table Briefings auch nicht ohne weiteres abrufbar. Chinesen nutzen ja im Gegensatz dazu, das zeigte mir ein Journalist, der hier vor Ort lebt, alle das Tool WeChat. Und ohne dieses Tool kommt man hier überhaupt nicht mehr klar. Da ist alles drauf, vor allem das Bezahlen läuft über WeChat. Die Kreditkarte ist hinterlegt, man benutzt sein Handy für alles, sogar für die Bettler, die es zwar offiziell in China gar nicht gibt, aber sogar die Bettler haben einen QR-Code vor sich liegen, wo man mit dem Handy bezahlt. Also Barbezahlung gibt es fast nicht mehr.

Sprecher 2: Helene im fernöstlichen KI-Wunderland immerhin. 1,2 Milliarden Nutzer hat diese App WeChat. Helene, ich freue mich, wenn du morgen wieder auf der Rückreise bist und wir dann wieder über WhatsApp oder sonst was oder über Teams kommunizieren können. Wir sprechen uns morgen allerdings auch nochmal mit Helene natürlich dann aus und ihren Erfahrungen von den Terminen bei Mercedes-Benz oder bei der Robotics-Firma. Wir freuen uns auf Sie. Bis dahin. Ciao, ciao.

Sprecher 9: Morgen aus Hangzhou. Bis dahin. Tschüss, tschüss.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.