Seltene Erden in Deutschland?
Dauer: 24:00

Seltene Erden in Deutschland?

Fast alle wichtigen Rohstoffe, die Deutschland braucht, werden aktuell importiert. Aber Europa könnte viele Rohstoffe selbst fördern. Tief in der Erde des europäischen Kontinents gibt es diese kritischen Stoffe. Max Werner will dafür sorgen, dass diese Rohstoffe gefördert werden können – mit einer neuen Bohrtechnologie.

Werner ist Co-Gründer und CEO von Hades Mining.

[09:39]


Zum neunten Mal hat der Koalitionsausschuss in Berlin zusammengesessen. Es ging um Sicherheit und Resilienz.

Der Schutz der Infrastruktur ist eines der Themen gewesen. Die Parteichefs der Koalitionsparteien machten am Abend klar, dass sie Deutschland in einer Führungsrolle in Europa sehen. Nur ein wirtschaftlich starker Kontinent kann sich aus Sicht der Koalition in der Welt behaupten.

[01:08]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Gestern Abend endlich mal wieder Koalitionsausschuss in Berlin. Große, wichtige Fragen wurden besprochen. Allerdings wenig Überraschendes beschlossen. Im Kanzleramt war einiges los, bei uns beim Neujahrsempfang aber auch. Wir sagen Ihnen mal, wo es besser war.

Sprecher 3: Heute geht es außerdem natürlich um Inhalte und zwar um die Unabhängigkeit, das Schlagwort der Stunde in Europa. Aber wie wollen wir das eigentlich schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen und uns weniger erpressbar zu machen von den Großmächten China und mittlerweile auch USA? Max Werner, der CEO und Mitbegründer von Hades Mining, hat eine Idee, die einen großen Beitrag zur europäischen Rohstoffsouveränität beitragen kann. Wie er das wirtschaftlich sinnvoll machen will, das erzählt er uns gleich.

Sprecher 2: Deutschland ist kein Exportweltmeister mehr, aber eins sind wir immer, Recyclingweltmeister. Dazu zum Abschluss dieses Podcasts noch eine gute Nachricht an diesem Donnerstag, den 29. Januar. Los geht's.

Sprecher 4: Es geht also darum, dass wir wirtschaftlich stark sein müssen, um auch als Gesellschaft stark und abwehrfähig zu sein. Das ist unsere nationale, aber auch unsere europäische Aufgabe und daran arbeiten wir alle gemeinsam mit Hochdruck.

Sprecher 5: 2026. Wird das ja, wie ich immer sage, des Anpackens und nicht des Abwartens. Unser Handeln richtet sich hier in der Tat auf die wirtschaftliche Stärke, auf die sichere Arbeitsplätze, eine bessere Verteidigungsfähigkeit. Gesellschaftlichen Zusammenhalt, aber auch digitale Souveränität.

Sprecher 6: Die Wahrnehmung, auch sich für diese Regeln in dieser Weltordnung einzusetzen, ist umso klarer und stärker, wenn man selber Stärke einbringt. Ein Land wie Deutschland kann nicht nur zuschauen, sondern muss auch einer der führenden Länder in Europa und in der Welt sein. Und wir sind die drittgrößte Volkswirtschaft, Exportland. Und deswegen muss uns alles daran gelegen sein, diese Exportqualität zu stärken.

Sprecher 7: Wir haben maximal Zeit gewonnen. Und diese Zeit müssen wir nutzen. Und das zeigt auch dieses Papier, um an eigener Souveränität und eigener Stärke zu arbeiten. Es geht also europäisch um Wettbewerbsfähigkeit, es geht um Verteidigungsfähigkeit. Deutschland kommt dabei eine Führungsrolle zu. Ich will, dass Europa so stark wird, dass wir uns vor keinem anderen Land klein machen müssen.

Sprecher 2: Helene, unser Neujahrsempfang eigentlich seit Jahren im Kalender und trotzdem machen die Parallelen den Koalitionsausschuss. Wie das?

Sprecher 3: Ja, wir haben natürlich versucht, das Schlimmste zu verhindern, aber es war dann so, einige wenige kamen dann noch spät in der Nacht hier vorbei. Aber wir haben natürlich Respekt davor, dass die Arbeit immer vorgeht, dass Dienst Dienst ist und Schnaps Schnaps, wie mein Großvater zu sagen pflegte. Jedenfalls ist es natürlich wichtig, dass die Bundesregierung in diesen Zeiten ihre Arbeit macht. Das wollen wir auch vollständig unterstützen. Und man muss ja sagen, es ist auch diesmal was bei rausgekommen.

Sprecher 2: Ja, aber interessanterweise hat der Koalitionsausschuss über das diskutiert, dessen Minister eigentlich bei uns waren, nämlich Resilienz. Eigentlich war das Resilienzkabinett bei uns. Boris Pistorius, der Verteidigungsminister, Patrick Schneider, der Verkehrsminister, Carsten Scheller, der Umweltminister, Doro Bär, die Forschungsministerin, sogar der Bundesbankchef, der eigentlich unser Gold retten muss aus den USA, war da. Und ich muss sagen, die Resilienz wurde eigentlich bei uns hier beim Kölsch diskutiert, aber der Koalitionsausschuss hat es beschlossen.

Sprecher 3: Wer hat es auch ohne diese Minister offenbar hinbekommen, sich das Thema anzunehmen? Im Koalitionsausschuss sitzen ja eben nicht nur einige Minister, sondern auch die Parteichefs, zum Teil die Generalsekretäre, die Fraktionsvorsitzenden. Offensichtlich haben also die Fachebene, die Fachressorts diese Themen hochgegeben, denn in der Tat in dem sechsseitigen Dokument der Beschlusssammlung, die wir in den Händen haben, geht es um eine Agenda für Resilienz und mehr Souveränität. Und dort ist eben die Rede, wie werden wir denn hybriden Bedrohungen Herr der verschärften Sicherheitslage der globalen, ja. Unsicherheiten. Boris Pistorius hat es so ausgedrückt, das Unvorhersehbare ist noch unvorhersehbarer geworden. Die Bundesregierung versucht jetzt, darauf eine Antwort zu geben.

Sprecher 2: Ja, der Koalitionsausschuss hat beschlossen, die Veröffentlichungspflichten für sensible Infrastrukturinformationen sollen überprüft und angepasst werden. Und das ist eine Geschichte, die mir interessanterweise gestern Markus Kreber, der CEO von RWE, auch erzählt hat, bei einem Hintergrund am Rande des Handelsblatt-Energie-Gipfels. Im Moment sind diese Energieunternehmen angeleitet eigentlich zu sagen, ja, wo eigentlich ihre kritische Infrastruktur steht. Sie müssen die veröffentlichen und das geht natürlich gar nicht, denn interessanter ist, wenn eine Drohne über einer kritischen Infrastruktur, ein Gaskraftwerk, ein Stromkonverter fliegt, dann muss ein RWE... Leiter seines Kraftwerks die Polizei anrufen. Und das kann natürlich nicht sein. Also er kann gar nichts selbst gegen diese Drohnen machen. Also da geht es darum, dass jetzt diese Infrastrukturanbieter der kritischen Infrastruktur eben nicht diese Veröffentlichungspflichten haben, die sie bisher hatten, nämlich alles Transparenz ins Netz zu stellen. Also die Resilienz scheint im Kabinett angekommen zu sein.

Sprecher 3: Zum Thema Resilienz gehört natürlich auch das Digitale und deshalb war es gut, dass auch Carsten Wildberger gestern bei uns war, der Digitalminister, der, ja so Michael, du hast es gesagt, unser Resilienzkabinett hier bei Table Briefings vervollständigt hat und jedenfalls ein interessanter digitaler Aspekt von den Beschlüssen des Koalitionsausschusses ist, dass Deutschland und Europa gegenüber digitalen Monopolen jetzt ihre Resilienz aufbauen wollen und zwar auch durch den Aufbau deutscher, europäischer Technologieführerschaft, europäischer Plattformen und Clouds. Also da ist ziemlich deutlich auch dran zu lesen, die Skepsis gegenüber den Tech-Giganten aus den USA und das natürlich aus guten Gründen. Hier liegt allerdings noch ein ziemlich steiniger, langer Weg vor Europa und auch vor Carsten Wildberger.

Sprecher 2: Ja, also man muss sagen, klar, die Beschlüsse des Koalitionsausschusses sind eigentlich logisch, sind selbstverständlich. Da geht es um Stärkung von Demokratie, Rechtsstaat und Sicherheitsbehörden. Es geht um ein paar Industrie- und handelspolitische Weichenstellungen. Aber die Wahrheit ist auch, Helene, Sie wollen vor den Landtagswahlen die Großen... Blöcke nicht mehr anpacken. Sozialstaatsreform, Gesundheitspolitik, diese Themen haben es nicht geschafft. Auf die Tagesordnung des Koalitionsausschusses, auch das Heizungsgesetz ist noch nicht geeint. Man hat das Gefühl, Schwarz-Rot will dieses Land reformieren, will modernisieren, will souveräner werden, aber die dicken, fetten Streitpunkte können sie vor den Landtagswahlen eben doch nicht ausräumen, weil sie selbst in ihren eigenen Parteien so gefangen sind. Und die SPD hat eine riesen, riesen, riesen Angst davor, dass sie nach 35 Jahren Rheinland-Pfalz verliert.

Sprecher 3: Ja, das Problem an der Sache ist natürlich, dass wir immer irgendwo Landtagswahlen haben. Jetzt sind es besonders wichtige, natürlich mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Aber es ist immer wichtig. Im Herbst ist natürlich Sachsen-Anhalt auch sehr wichtig aus anderen Gründen. Nicht, weil das Land so groß ist, sondern weil dort die AfD so hohe Umfragewerte hat. Und wenn wir nochmal zurückkommen auf die Teilzeitdebatte, die wir auch hier geführt haben, da zeigt ja auch diese Reaktion, diese Sprungbereitschaft der Deutschen, die Bereitschaft, sich vollständig zu empören, dass ein Vorschlag, der vielleicht etwas polemisch angeteasert wurde mit dem Lifestyle, mit diesem Wort, aber trotzdem sofort wieder zerredet wird, das führt natürlich zu der absurden Situation, dass alle Reformvorschläge, die gemacht werden, dann sofort wieder verschwinden und sich keiner traut, einen neuen, mutigen Vorschlag zu machen. Und dann lamentieren alle, dass das Land nicht reformfähig ist.

Sprecher 2: Es ist schon interessant. Boris Pistorius war ja da mit seiner Lebensgefährtin Julia Schwanholz, einer Politologin. Und ich hatte irgendwie das Gefühl, bei all diesen Geschichten, egal ob man mit Patrick Schieder, dem Verkehrsminister, redet oder mit Pistorius oder mit Wildberger, sie wollen eigentlich, dass dieses Projekt funktioniert. Sie wissen, was sie tun müssen und welche historische Aufgabe sie eigentlich haben. Aber so richtig ein hundertprozentiges Vertrauen gibt es zwischen diesen Koalitionspartnern einfach noch nicht.

Sprecher 3: Ja, und die Zeiten sind ebenso schwierige geworden durch das Schrumpfen der Mitte, durch die Sorge, wie man noch eine Mehrheit zustande bringt. Am Ende ist der Reformdruck sehr hoch, aber die Reformbereitschaft der Menschen, etwas, das sich in ihrem Leben ändert, Die ist eben doch sehr gering. Ja, die Bereitschaft. dann auch zu sagen, dieses System ist nicht mehr meins und diese Bundesregierung ist nicht meine, die ist eben auch sehr groß. Also wir stellen fest, die Regierung und die Politik insgesamt ist in einer vertrackten Lage. Bei unserem Empfang war die Stimmung allerdings gut. Und das ist auch schön, wenn man mal in gelöster Atmosphäre zusammenkommt und sowas besprechen kann.

Sprecher 2: Finde ich auch. Es gibt ja immer Diskussionen, ob wir zu nah an der Politik sind, ob wir Journalisten überhaupt solche Empfänge machen sollen. Ich muss sagen, es ist doch eine Selbstverständlichkeit. Jeder weiß, welches Interesse er hat, jeder weiß, welche Rolle er spielt. Aber wenn wir nicht mehr in der Lage wären, einen guten Machma Grauburgunder oder einen Steff Kölsch, einen Gaffel Kölsch zu trinken, mit einem Politiker und ihn trotzdem... Kritisch auch mal anzupacken, wie schlimm wäre das in dieser politischen Mitte, wenn so etwas nicht mehr möglich wäre?

Sprecher 3: Ich finde auch gute Gespräche sind wichtig und am Ende muss man einfach professionell sein.

Sprecher 2: Jedenfalls hat die Koalition sich gestern wieder zusammengerauft bei einigen Themen. Sie funktioniert. Es quietscht. Manchmal ist es auch anstrengend und nicht alle haben sich da wirklich lieb. Aber muss man das auch? Sie funktioniert, diese Koalition. Vielleicht hält sie doch länger durch, als manche glauben. Es ist ein großes Versprechen, was Dr. Max Werner, der Co-Gründer und CEO von Hades Mining, hier bei uns gleich im Podcast macht, nämlich, dass wir die seltenen Erden, die kritischen Rohstoffe, die wir für so viele Produkte benötigen, zu 30 Prozent tatsächlich aus unserem eigenen Boden holen könnten. Eine riskante Wette oder eine ingenieurwissenschaftliche Logik, die wir längst hätten machen müssen. Er jedenfalls hat mit seiner Firma eine Laserboard-Technologie erfunden und will jetzt mit seinem Start-up dieses Geschäftsfeld aufrollen. Wir wollten genau wissen, was das ist. Einen schönen guten Tag, lieber Herr Werner.

Sprecher 8: Ja, hallo Herr Brücker. Freut mich, dass Sie heute Morgen Zeit hatten.

Sprecher 2: Sie haben eine revolutionäre Bohrtechnologie erfunden, mit der Sie helfen könnten, dass Deutschland unabhängiger wird, indem wir vielleicht doch auch hier bei uns in Deutschland seltene Erden ganz tief aus der Erde zurückholen. Habe ich das so halbwegs richtig verstanden?

Sprecher 8: Ja, genau. Das ist tatsächlich eine ziemlich gute Zusammenfassung. Ja, wir haben über die letzten zwei Jahre ein neues Bohrprinzip uns untersucht und haben geschaut, wie man die Bohrkosten im Endeffekt so ein bisschen in den Griff bekommen kann, weil Bohrkosten sind im Endeffekt der größte Kostentreiber für den Großteil der Critical Mineral Projects in Europa. Und dementsprechend haben wir geschaut, wie man... Mit einem technischen Ansatz Bohren neu erfinden kann, um diese Kosten sozusagen runterzubekommen. Und da haben wir uns ganz platt erstmal die Probleme des Bohrens angeschaut. Das ist wie bei zu Hause, wenn man ein Loch in die Wand bohrt. Da hat man ja im Endeffekt einen mechanischen Kontakt, der dreht sich und kratzt quasi das Material ab und erzeugt dadurch das Loch. Und das passiert alles durch den mechanischen Kontakt. Wenn man das auch von zu Hause kennt, wenn man durch eine Betonwand bohrt, dann nutzt sich manchmal der Bockhopf relativ schnell ab oder wird zu heiß oder man kann das nicht richtig machen. Und genauso ist es beim Tiefenbohren auch, wenn man da durch sehr, sehr hartes Gestein durchfährt. Nutzt sich der Bohrkopf sehr schnell ab und das führt dazu, dass man sehr, sehr hohe Kosten hat, weil man den Bohrkopf austauschen muss und der ist sehr teuer und es dauert auch sehr, sehr lange, den auszutauschen. Muss man sich vorstellen, muss man dann ja Kilometer an Gestänge quasi rausholen, um diesen Bohrkopf wieder austauschen zu können. Und all das ist nicht wirklich optimal. Haben wir uns überlegt, ob man das nicht machen kann, also dieses Bohrloch zu erzeugen, ohne im direkten Kontakt mit dem Material zu stehen. Und da gab es eine Reihe an physikalischen Prinzipien, die wir uns angeschaut haben, von Wasserbohren über Mikrowellenbohren über Plasmasbohren und sind am Ende... Nach unserem Assessment zu dem starken Gewinner mit dem Laserbohren gekommen und haben jetzt damit begonnen, einen Laserbohrer zu entwickeln hier in unserem Workshop in München, der das Gestein, das Loch im Endeffekt, ohne Kontakt erzeugt und das mit einer sehr, sehr hohen Geschwindigkeit.

Sprecher 2: Sie müssen nochmal erklären, dass wir erstmal hier an die europäische Souveränität herangehen. Wenn ich das richtig verstehe, produzieren wir in Europa nur weniger als 5% der kritischen Mineralien, die wir eigentlich jährlich verbrauchen. Das ist natürlich gerade in geopolitisch turbulenten Zeiten eine gefährliche Abhängigkeit. Das heißt, wenn es uns gelingen würde, aus dem eigenen Erdreich diese Mineralien nach oben zu holen, wie unabhängig könnten wir dann werden? Machen Sie mal ein Szenario auf.

Sprecher 8: Europa hat das ja über 40 Jahre aus politischen Gründen outgesourced. Also Mining-Projekte sind ja politisch nicht gewollt gewesen. So ein bisschen ähnlich wie die Defense-Industrie. Aus politischen Gründen war das alles nicht so sexy und ist outgesourced worden. Und das hat dazu geführt, dass wir mittlerweile nur noch drei Prozent der kritischen Mineralien, die wir quasi jährlich importieren, tatsächlich domestically in Europa produzieren. Und das ist so übel, dass selbst die Europäische Union in 2020 den Critical Mineral Act erlassen hat. Der die Domestic Production in Europa von kritischen Mineralien auf über 10% steigern soll bis 2030. Und ja, dieser Push muss einfach kommen. Das große Problem ist aber, dass in der Zwischenzeit so ein bisschen die Firmen, die solche Projekte angehen können, so ein bisschen ausgestorben sind. Das ist wirklich ein seltenes Phänomen, dass man 40 Jahre einen Markt quasi künstlich tot gehalten hat. wiederbelebt werden. Und da sagen wir, wenn das wiederbelebt werden muss, dann ist 70 Prozent der Wertschöpfungskette sowieso Technologie. Dann machen wir das mit einem Technologieansatz und nehmen eine Technologiefirma, die obendrauf als Operations eben auch Extraction kann. Und genau das bauen wir hier mit Hades auf.

Sprecher 2: Die Technologie, über die Sie jetzt verfügen, die gibt es noch gar nicht, aber sie funktioniert in der Theorie, also die Szenarien, die Sie machen, die funktionieren. Es ist allerdings noch nicht als praktisches Experiment in deutschem Boden durchgeführt worden, richtig?

Sprecher 8: Das Ganze ist das physikalische Prinzip des Laserbohrens, ist in den... Frühen 2000ern von der US-Regierung und der größten Öl- und Gasfirma der Welt, Saudi Aramco, mal ausprobiert worden und war recht erfolgreich, ist aber damals daran gescheitert, dass das Energielevel, das der Laser gebraucht hat, um sozusagen kommerziell erfolgreich zu sein, damals einfach noch nicht verfügbar waren. Die brauchten damals so ungefähr 200 Kilowatt an Laserpower und in den Early 2000ern am Markt gab es, glaube ich, die absolute Spitze war irgendwie 35 bis 30 Kilowatt. Das heißt, die Technologie war noch nicht da. Das Prinzip war aber eindeutig sehr, sehr erfolgreich und viele der Ergebnisse, auf die wir jetzt zurückgreifen, kommen aus diesen frühen Tests, die die US-Regierung und Saudi Aramco damals durchgeführt haben. Ist jetzt anders. Jetzt gibt es tatsächlich 200 Kilowatt Laser und das war so ein bisschen unser Call to Action, dass wir gesagt haben, Jetzt kann man das Ganze angehen. Also rein wissenschaftlich gibt es da nichts, was gegen spricht und sind jetzt hier in einem reinen Engineering-Challenge, dass wir den Bohrer entwickeln müssen und dann natürlich in die Welt da draußen auch bringen müssen.

Sprecher 2: Sie wollen das tiefste Bohrloch der Welt graben, wenn ich es richtig verstanden habe, tiefer als 10 Kilometer. Ich muss sofort darüber nachdenken, dass wir ja schon in Deutschland Probleme haben mit Fracking, dass das politisch nicht gewollt ist. Wieso glauben Sie, dass Sie in der Lage sind, in Deutschland die Genehmigung dafür zu bekommen?

Sprecher 8: Ich glaube, der politische Druck wird sich ändern. Ich bin ehrlich, wir setzen darauf, dass der geopolitische Druck, der gerade erzeugt wird, einfach sich auch auf europäische nationale Politik ausschlagen wird und es hier einfach viele neue Kompromisse geben muss, um dieser neuen Weltordnung gerecht zu werden. Und ja, das tiefste Loch der Erde, da vielleicht noch einen kurzen Ausbruch zu, das ist natürlich eine Vision. Da muss man einfach ehrlich sein. 10 Kilometer tiefes Loch, das ist ein Moonshot, das ist ein Weltraumprojekt, das ist auf jeden Fall die Ambition, keine Frage, aber das ist nicht, womit wir anfangen werden, unseren Namen zu machen. Wir werden deutlich früher viel spannendere kommerzielle Löcher bohren, bevor wir dann wirklich auch auf 10 Kilometer kommen. Also das ist ja nicht... Tag 1 des Geschäfts.

Sprecher 2: Gibt es schon einen Ort, eine Region, wo Sie die tektonischen Begebenheiten identifiziert haben, bei einem ersten tatsächlichen realistischen Projekt dann auch, wo Sie loslegen könnten?

Sprecher 8: Absolut, ja. Wir sind sehr, sehr interessiert an einigen Regionen im Erzgebirge. Also es gibt ja wirklich viele auch spannende Regionen in Europa, die hervorragende kritische Mineralien und auch Rohstoffe haben, die man sehr, sehr gut abbauen kann mit einem Bohrsystem. Und ja, da die alte Bergbauregion wieder so ein bisschen wiederbeleben mit einem neuen technischen Blickwinkel, um... Hier einfach einen positiven Impact zu haben für unsere Solidarität.

Sprecher 2: Die Unabhängigkeit, die geopolitische Unabhängigkeit ist in fast jeder Rede von führenden Politikern enthalten. Haben die bei Ihnen alle schon angeklopft und haben gesagt, Sie können uns helfen, unabhängiger zu werden?

Sprecher 8: Angeklopft noch nicht, das muss man fair enough sagen, aber... Die Gespräche, die wir bisher gesucht haben, sind auf sehr viel Gehör gefunden und das gibt uns sehr viel Zuversicht, dass das Thema in der Tat sehr unterstützt wird hier auch auf nationaler und auch auf europäischer Ebene.

Sprecher 2: Wenn Sie alle Genehmigungen hätten und das Geld vorhanden ist, wann könnten Sie theoretisch anfangen?

Sprecher 8: Wir planen aktuell in 2029 erste kommerzielle... Operationen zu fahren. Also wir müssen jetzt, wie gesagt, noch knapp zweieinhalb Jahre saubere Entwicklung machen. Die Entwicklung wird dazu führen, natürlich wird die auch schon außerhalb unseres Labors sein, also außerhalb des Labors. Ende des Jahres fangen wir an, außerhalb des Labors zu bohren, aber das werden alles Experimentalbohrungen sein. Und ab 2029 wird es dann soweit sein, dass wir die ersten kommerziellen Bohrungen machen.

Sprecher 2: Und von dem, was unter unserer Erde verfügbar ist, würden Sie sagen, könnten wir 30 bis 40 Prozent am Ende dieses Prozesses, wenn alles funktioniert, dieser kritischen Mineralien aus dem eigenen Boden holen, die wir in diesem Land für unsere Industrie brauchen?

Sprecher 8: Ganz klares Ja. Vom Prinzip her schon die identifizierten Ressourcen von Europa, das heißt nur die Sachen, wo man Bohrkerne von früher hat und schon weiß, dass sie sozusagen verfügbar wären. Wenn man die einfach alle abbauen würde, jetzt mal unabhängig von der kommerziellen Sinnhaftigkeit dessen, könnte man rein theoretisch auf 35 Prozent kommen in Europa. Und das sind nur mit den bestehenden Bohrkernen, die aus den 80ern sozusagen diese Rohstoffe mal gefunden worden sind. Jetzt müssen Sie sich vorstellen, für 40 Jahre haben wir aber gar nicht mehr untersucht, also die sogenannten Exploration Drills, um neue Rohstoffe zu finden. Nur ganz, ganz, ganz, ganz wenig. Viel, viel weniger als die USA, China und jeder andere. Nationen auf der Erde. Was wir wirklich machen müssen in Europa, ist eine neue Kampagne, ganz Europa mit neuen sozusagen Exploration Drill Bohrlöchern zu untersuchen, was wir für Rohstoffe eigentlich haben. Weil viele dieser Bohrlöcher damals waren nur 500 Meter tief. Wir haben selten untersucht, was wirklich tiefer liegt. Wir haben selten untersucht in Regionen, wo wir die modernen Technologien, die man heutzutage einsetzen könnte, gar nicht bewusst uns angeschaut haben. Also da ist unglaublich viel, was wir... aufholen müssen, nicht nur auf der politischen Seite, sondern auch bei der Exploration, also bei neuen Rohstoffen zu entdecken und auch die bestehenden, schon identifizierten Rohstoffe jetzt endlich abzubauen und das mit dem höchsten Zeitdruck.

Sprecher 2: Sie sind eigentlich ein ehemaliger Bundeswehr-Offizier, der bewaffnete Drohnen für NATO-Streitkräfte entwickelt hat. Wieso sollte man Ihnen jetzt zutrauen, dass Sie plötzlich jetzt auch physikalische Bohrtechnologie können?

Sprecher 8: Da bin ich ganz ehrlich, also ich selber kann die natürlich nicht. Am Ende ist das, glaube ich, eine Frage der Menschenführung. Am Ende ist das eine Frage, das Team aufzustellen, das in der Lage ist, solche physikalischen Probleme zu lösen und neue Technologie für Europa zu entwickeln. Das habe ich schon einmal lieben dürfen in London, als ich mit meinem ersten Startup Drohnen für die NATO-Streitkräfte entwickelt habe. Das war damals auch ein exzellentes Team, was wirklich eine Drohnenfähigkeit hergestellt hat, die es auf dem ganzen Planeten damals nicht gab. Wir haben auch eine NATO-Competition damals gewonnen als die einzige Firma mit dieser Fähigkeit. Diese Fähigkeit, ein solches Team auszuwählen, aufzustellen und zu Höchstleistungen zu bringen, das ist das, wo ich ein wenig Erfahrung habe und das ich hier mit Hades jetzt in die Bergbauwelt überführen möchte.

Sprecher 2: Ein spannendes Projekt, lieber Herr Werner, und für die Energie-Rohstoff-Souveränität in Deutschland kann man Ihnen nur viel Erfolg wünschen. Vielen Dank, dass Sie uns diese ersten Einblicke gegeben haben und bis zum nächsten Mal.

Sprecher 8: Wunderbar, ganz herzlichen Dank auch und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Sprecher 2: Helene, war noch was?

Sprecher 3: Michael, wir müssen über Recycling reden. Einst wurden wir Deutschen dafür verlacht, dass wir den Müll trennen, dass wir nach gelben Punkten suchen und nach irgendwelchen Möglichkeiten, es alles richtig zu machen bei der Wertstoffanlage. Aber es ist eine Erfolgsgeschichte.

Sprecher 2: Wie viele verschiedene Mülleinheiten hast du denn in deiner Küche?

Sprecher 3: Ein Plastikmüll tatsächlich und ein Normalmüll. Ich habe aber auch noch einen Papiermüll.

Sprecher 2: Stimmt, drei. Ich habe kein Bio-Müll. Ja, Bio mache ich nicht so richtig. Siehst du schon wieder nicht alles richtig gemacht, Helene. Und das in deinem akkuraten Haushalt. Ich bin überrascht.

Sprecher 3: Ja, man muss aber auch immer noch besser werden können.

Sprecher 2: Und was war jetzt die gute Nachricht?

Sprecher 3: Die gute Nachricht ist, dass man ja gemeinhin glaubt, Michael, dass dieser ganze Kunststoffmüll sowieso verbrannt wird, dass sich das gar nicht richtig lohnt. Wenn ich bei uns in die gelbe Tonne gucke, dann sehe ich auch tatsächlich viele Sachen, die da eigentlich nicht reingehören. Da bin ich dann ziemlich deutsch, jedenfalls bei diesem Blick. Aber in Wahrheit ist es so, dass die Recyclingquote 71 Prozent ist. Also von diesen 1,1 Millionen Tonnen Kunststoffverpackung im vergangenen Jahr, die in der gelben Tonne waren, wurden 0,8 Millionen Tonnen recycelt. Das ist echt eine ziemlich gute Quote.

Sprecher 2: Darauf kann man stolz sein, auch ganz ohne Spott und Häme, denn eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, das kann sogar ein Technologie- und ein Standortfaktor für uns werden. Wir sind stolz darauf, freuen uns, dass wir ein ganz bisschen wenigstens die Welt retten.

Sprecher 3: Dann bis Freitag.

Sprecher 1: Wir freuen uns auf Sie. Tschüss.

Sprecher 2: Ciao, ciao.

Sprecher 9: Ich muss jetzt echt die Welt retten. Danach flieg ich zu dir. Noch 148 Mails. Check. Wer weiß, was mir dann noch passiert, wenn es passiert so viel. Muss nur noch kurz die Welt retten. Danach fliege ich zu dir. Noch 148.713 Mails. Check. Wer weiß, was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel. Muss nur noch kurz die Welt retten. Und gleich danach bin ich wieder bei dir.