Der Jahrhundert-Deal mit Indien
Dauer: 25:25

Der Jahrhundert-Deal mit Indien

Die EU und Indien haben sich auf ein Handelsabkommen mit historischen Dimensionen geeinigt. In Deutschland könnten die Automobilindustrie und der Maschinenbau besonders profitieren. Die Zölle sinken von teilweise über hundert Prozent auf nur noch zehn Prozent.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Abkommen als „The mother of all deals“.

[01:45]

Verteidigungsminister Boris Pistorius fordert von der deutschen Wirtschaft einen massiven Beitrag zur nationalen Resilienz. Im Rahmen der „Gesamtverteidigung“ müssten zivile Unternehmen künftig verstärkt als aktive Sicherheitsakteure agieren: „Jeder muss an seinem Platz das tun, was er kann, damit alles funktioniert“.

[06:11]

Die Bundesregierung verabschiedet heute die nationale Tourismusstrategie zur Entlastung der Branche. Fast drei Millionen Menschen arbeiten in diesem Sektor, der rund vier Prozent der deutschen Wertschöpfung erwirtschaftet. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Ploß, betont die Relevanz der Branche: „Die Bedeutung der Tourismuswirtschaft für unsere Volkswirtschaft ist kaum zu überschätzen“.

[09:40]

In Köln treibt Oberbürgermeister Torsten Burmester die Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele voran. Trotz einer angespannten Haushaltslage sieht er in dem Großevent eine Chance für einen Modernisierungsschub der Region. Ein Ratsbürgerentscheid soll im laufenden Jahr die Zustimmung der Bevölkerung in 17 beteiligten Kommunen sicherstellen. 

[14:33]


Hier geht es zur Anmeldung für den Space.Table


Table Briefings - For better informed decisions.


Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen. 


Professional Briefings kostenlos kennenlernen: table.media/testen


Hier geht es zu unseren Werbepartnern


Impressum: https://table.media/impressum

Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung


Bei Interesse an Audio-Werbung in diesem Podcast melden Sie sich gerne bei Laurence Donath: laurence.donath@table.media


Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Der indische Premier Modi hat es als die Mutter aller Deals bezeichnet. Das europäisch-indische Freihandelsabkommen ist fertig und unterzeichnet ein... Jahrhundert Erfolg? Fragezeichen. Wir sagen Ihnen mal, was drinsteht und was es uns bringen könnte.

Sprecher 3: Jedenfalls sehen wir, dass Europa offenbar doch zum Multilateralismus fähig ist. Ein guter Tag und außerdem deswegen, weil wir Boris Pistorius vor dem Mikrofon haben, der Bundesverteidigungsminister, der darüber spricht, was die Wirtschaft leisten muss, damit Europa wieder resilienter wird.

Sprecher 2: Apropos Wirtschaft. Knapp 4% des deutschen BIP, wussten Sie es, wird vom Tourismus erwirtschaftet. Circa 3 Millionen Menschen arbeiten in diesem Bereich, fast so viele wie in der Automobilindustrie. Doch in der Diskussion um den Standort geht diese Branche meist ein wenig unter. Das ist heute im Bundeskabinett anders. Dort wird die nationale Tourismusstrategie verabschiedet. Wir sprechen mit dem Autor Christoph Ploss.

Sprecher 3: Michael und mich verbindet ja einiges, aber nichts ist stärker als unsere gemeinsame Liebe für die Stadt Köln. Deswegen ist es wunderbar, dass wir Thorsten Burmester bei uns haben, der seit 100 Tagen Oberbürgermeister der einzigen Millionenstadt in Nordrhein-Westfalen ist. Was hat der Mann, der einst für Gerhard Schröder arbeitete, vor und warum hält er trotz Klammerkassen an der Olympia-Bewerbung fest?

Sprecher 2: Einmal Blut abnehmen und schon wissen Sie, welche Infektion Sie haben. ihrem gesamten Leben vielleicht hatten oder haben können. Das könnte bald Realität werden. Warum das etwas Gutes ist, darüber reden wir ganz zum Schluss unseres Podcasts an diesem Mittwoch, den 28. Januar. Schön, dass Sie dabei sind.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 5: We did it. We delivered the mother of all deals. We are creating a market of 2 billion people. And this is the tale of two giants, the world's second and fourth largest economies, Two giants who choose partnership in a true win-win fashion. A strong message that cooperation is the best answer to global challenges.

Sprecher 2: Es ist die Partnerschaft zwischen den größten Demokratien der Welt, so hat es Ursula von der Leyen, die EU-Kommissionspräsidentin, vor wenigen Tagen gesagt. Es ist tatsächlich auch eine kleine Comeback-Story für die deutsche Wirtschaft. Das Freihandelsabkommen mit Indien und Europa ist unter Dach und Fach eine richtig gute Nachricht in diesen Tagen.

Sprecher 3: Das ist ein wichtiges Zeichen, gerade nach dem Desaster um das Mercosur-Abkommen und die Abstimmung im Europäischen Parlament in der vergangenen Woche. Also nun der Blick in den Osten nach Indien. Das sind eben auch gute Nachrichten, vor allem für die deutsche Automobilindustrie, denn Indien wird künftig die Zölle auf europäische Verbrenner stufenweise senken und zwar von 110 Prozent auf 10 Prozent, allerdings nicht für alle Autos, sondern nur für insgesamt 250.000. Das allerdings dürfte erstmal reichen, denn im vergangenen Jahr wurden nur 100.000. 20.000 Autos nach Indien exportiert.

Sprecher 2: Unser Rückgrat der Volkswirtschaft ist ja nicht nur die Automobilbranche, sondern auch der Maschinenbau. Und beim Export von Maschinen nach Indien gelten aktuell nicht mehr 44% Zollwerte, sondern die sollen sogar größtenteils auf 0% gesenkt werden. Das ist für die Europäische Union, natürlich auch für Deutschland, ein wirklicher Faktor. Allein in 2024 wurden Maschinen im Wert von über 16 Milliarden Euro nach Indien verkauft aus Europa. Und bei den Medizinprodukten muss man sagen, 90% der Produkte sollen ohne Zölle eingeführt werden. Das heißt, das ist wiederum ein Vorteil für Indien.

Sprecher 3: Und weitere Sätze von 0% statt bisher 22% gelten auch für folgende Produkte, nämlich Chemie, Eisen und Stahl. Auch das ist natürlich in Zeiten eines sich verschärfenden Zollkriegs mit den USA für die deutsche Wirtschaft sehr wichtig.

Sprecher 2: Wie immer Ausnahmen für die Agrarindustrie und die Lebensmittelbranche bei Rind, Zucker, Reis und Hühnerfleisch. Zum Beispiel reduziert die EU ihre Zölle gegenüber Indien nicht. Dafür aber dürfen Schaf- und Ziegenfleisch, Süßmais, Trauben und Gurken durch Importquoten jetzt vermehrt in die EU exportiert werden. Es gilt der alte Satz von David Ricardo, Freihandel ist immer und unter allen Umständen für beide beteiligten Länder oder Ländergruppen vorteilhaft.

Sprecher 3: Auch beim Alkohol soll sich was ändern. Die EU kann Wein deutlich günstiger nach Indien verkaufen. Bisher gab es Sätze von 150 Prozent und künftig nur noch ein Zoll von 20 bis 30 Prozent. Ähnlich geht es runter bei Spirituosen. Zölle sinken von 150 auf 40 Prozent, bei Bier von 110 auf 50 Prozent. Also wird man wohl künftig in Indien vermehrt auf deutsche und europäische Alkoholika zurückgreifen.

Sprecher 2: Jedenfalls das Fazit, die neuntwichtigste Handelsnation für uns Europäer, Indien also, wird verstärkt jetzt in unserer Diversifizierungs- und Unabhängigkeitsstrategie einbezogen. Ein Abkommen, das viele in der Wirtschaft seit vielen, vielen Jahren gefordert haben. Eine gute Nachricht, die uns unabhängiger macht. Und das ist ja das zentrale Thema in Europa in diesen Tagen, gerade nach dem, was wir mit Donald Trump in Davos zuletzt erlebt haben.

Sprecher 3: Ja, Friedrich Merz war ja gerade erst in Indien, wo diese wunderbaren Bilder entstanden sind. Sie haben es vielleicht gesehen, er und Modi auf dem Wagen mit Blumengrenzen. Und er hat Indien als Wunschpartner bezeichnet. Und ja, auch in unserem Asia-Table können Sie das regelmäßig lesen, wie wichtig Indien ist im Kontext der Diversifizierung, eben Abhängigkeiten von China. Zu reduzieren.

Sprecher 2: Table.media slash China ist die Adresse, wo wir eben auch unsere Asia-Texte und Analysen gruppieren. Schauen Sie einfach mal rein, testen Sie uns vier Wochen kostenlos. Also das Thema Unabhängigkeit, Helene, war gestern auch eins im Haus der Wirtschaft in Berlin, wo du den Verteidigungsminister Boris Pistorius am Rande einer Veranstaltung getroffen hast und wahrscheinlich auch über das Thema europäische Fitnesskur geredet hast, oder?

Sprecher 3: Ja, es war eine Veranstaltung der DE. IHK und es ging um die Sicherheits- und Verteidigungspolitik als Standortfaktor, Herausforderung und Chancen für die Wirtschaft und den Staat. Und ja, es ist eben zweierlei. Einerseits sind natürlich in den enormen Mitteln, die für die Rüstungsbeschaffung zur Verfügung stehen, gerade erst hat der Bundestag 108 Milliarden Euro bewilligt. Natürlich hat das auch eine Konjunkturauswirkung. Davon profitiert die Wirtschaft. Und zwar, so war es bei der DRK zu hören, möglichst nicht nur die großen Player, sondern auch die KMUs, die kleinen und mittelständischen Unternehmen. So und gleichzeitig ging es aber auch um die Verantwortung der Wirtschaft für die Resilienz. Das Stichwort ist Gesamtverteidigung. Also was müssen die zivilen Akteure eigentlich tun? Da Boris Pistorius doch sehr klare Worte für die Wirtschaft gefunden hat, an ihre Mitverantwortung appelliert, hat sie selber zu Sicherheitsakteuren erklärt und ihnen gesagt, auch ihr müsst euren Beitrag leisten. Aber Boris Pistorius ist ja ein Mann, der auch auf einer Wirtschaftsveranstaltung durchaus zu anderen Themen sprechfähig ist, der sowieso kein Blatt vor den Mund nimmt. Und so hat er mir kurz vor Beginn der Veranstaltung Rede und Antwort gestanden.

Sprecher 6: Yeah, I love all of them.

Sprecher 3: Bevor wir zur Kooperation mit der Wirtschaft kommen, eine Frage zur Gesamtlage. Es gibt Leute, die sagen, if you like 2025, you will love 2026. Wie schauen Sie auf dieses Jahr? Wie schlimm wird es für die Sicherheit in Deutschland und Europa?

Sprecher 6: Damit möchte ich mich gar nicht aufhalten, in die Glaskugel zu schauen. Die Unvorhersehbarkeit wird zum Prinzip in der internationalen Politik. Umso wichtiger ist es, dass wir in Deutschland und Europa Kurs halten und unseren Weg gehen. Alles andere hilft uns nicht, um zu lamentieren, wie schlimm 25 war oder 26 werden könnte. So etwas hat die Dinge noch nie besser gemacht. Man muss nach vorne schauen, man muss resilient werden oder bleiben und die Dinge anpacken.

Sprecher 3: Zuletzt hatte man bei Ihren öffentlichen Auftritten das Gefühl, Sie sind auch doch durchaus sauer auf die Amerikaner und haben daraus auch keinen Hehl gemacht. Ist die Zeit der Samtpfotigkeit der Bundesregierung vorbei?

Sprecher 6: Ich nehme keine Samtpfotigkeit wahr. Wir versuchen, die richtige Mischung hinzukriegen aus klarer Sprache, diplomatischen Bemühungen. Das alles gehört zusammen und es hilft nicht, allen Gefühlen, wie soll ich sagen, freien Lauf zu lassen. Aber ab und zu muss man dann doch auch die klare Sprache bemühen, um deutlich zu machen, dass auch unsere Positionen Beachtung und vor allen Dingen auch Respekt verdienen.

Sprecher 3: Herr Pistorius, wir sind heute im Haus der Wirtschaft und hier geht es um die Kooperation mit der Wirtschaft. Eine starke Verteidigung funktioniert nicht gegen, sondern nur mit der Wirtschaft. Was erwarten Sie von den Unternehmen in diesem Land, wenn es darum geht, dieses Land kriegstüchtig zu machen?

Sprecher 6: Es geht weniger darum, was ich erwarte, sondern was wir uns alle klar machen müssen, nämlich darum, dass Verteidigung eines Landes und damit die Wahrung von Sicherheit und Freiheit niemals nur Aufgabe von Streitkräften sein kann, sondern immer auch Aufgabe der gesamten Gesellschaft und damit auch der Wirtschaft sein muss. Und das heißt, jeder muss an seiner Seite sein. an dem Platz das tun, was er kann, damit alles funktioniert.

Sprecher 3: Es gab zuletzt Kritik daran, dass beim Operationsplan die zivile Seite noch nicht genug getan hat. Was erwarten Sie da insbesondere auch von Ihren Kollegen im Kabinett vom Bundesinnenminister?

Sprecher 6: Wir sind dazu in wirklich sehr, sehr konstruktiven Gesprächen. Die Dinge gehen voran. Ich schließe mich einer solchen Kritik nicht an.

Sprecher 3: Herzlichen Dank, Herr Bundesminister.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem Einfach-Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 2: 2024 sind über 37 Millionen Touristen nach Deutschland gekommen, so viele wie nie zuvor. Deutschland ist und bleibt eines der meistbesuchten Länder der Welt. Momentan liegen wir da auf Platz 8. Aber die Branche, die Hotels, die Gastronomie, die hat durchaus Schwierigkeiten, vor allem überbordende Bürokratie und die hohen Standortkosten. Deswegen wird heute im Bundeskabinett die nationale Tourismusstrategie vorgestellt, die vor allem ein Maßnahmenbündel enthält, womit die Branche entlastet werden soll. Wir haben sie gestern Abend im Berlin-Table schon exklusiv veröffentlicht und wir reden heute mit dem, der sie wesentlich geschrieben hat, der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Ploss. Einen schönen guten Tag, Herr Ploss.

Sprecher 7: Guten Morgen, Herr Bröker.

Sprecher 2: Heute ist die nationale Tourismusstrategie im Kabinett mit über drei Millionen Beschäftigten. Ist sie ein bisschen unterschätzt vielleicht in Deutschland? Das ist ja fast vergleichbar mit der Automobilindustrie.

Sprecher 7: Die Bedeutung der Tourismuswirtschaft für unsere Volkswirtschaft, die ist tatsächlich kaum zu überschätzen. Fast drei Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in der Tourismusbranche und sie trägt circa vier Prozent zu unserer Wertschöpfung bei. Und deswegen haben wir jetzt mit der Bundesregierung auch eine neue nationale Tourismusstrategie auf den Weg gebracht. Mit der wir bessere Rahmenbedingungen für die Unternehmen und auch für die Mitarbeiter in der Tourismusbranche schaffen wollen.

Sprecher 2: Lassen Sie uns bei dem Punkt Bürokratie. Mal bleiben, 85 Prozent der Tourismusunternehmen haben weniger als zehn Beschäftigte und sind dann natürlich besonders benachteiligt, wenn die Bürokratie einschlägt. Wie kann die Politik da ganz konkret Abhilfe schaffen? Praxischeck klingt immer nett, aber was heißt das konkret?

Sprecher 7: Also zum Beispiel müssen häufig alle Prozesse bei der Lebensmittelversorgung minutiös aufgezeichnet werden. Das sorgt dafür, dass viele Unternehmer dann Zettel ausfüllen und damit sehr stark beschäftigt sind. Da reicht es jetzt häufig, wenn manchmal irgendein Handyfoto vom Lieferschein gemacht wird und das Ganze digitalisiert wird und auch nicht jeder einzelne Prozess aufgezeichnet werden muss. Das Gleiche gilt auch für EU-Vorschriften. In der Vergangenheit war es häufig so, dass auch noch EU-Vorgaben in Deutschland übererfüllt wurden. Auch das wollen wir zurückdrehen. Und in Bayern gibt es sehr positive Rückmeldungen zu diesem Praxischeck, den wir gemacht haben. Und das, was wir jetzt in Bayern begonnen haben, das wollen wir auch noch auf viele andere Bundesländer ausweiten.

Sprecher 2: Mich würde ja schon freuen, wenn ich beim Hotel nicht immer noch bei der Rezeption ein gedrucktes Papier unterschreiben muss, obwohl sie über meine Kreditkarten buchen längst alle Daten von mir haben.

Sprecher 7: Genau das haben wir auch bei der Strategie adressiert. Bessere Datenvernetzung und dass genau so etwas in Zukunft besser wird.

Sprecher 2: Eine Frage auch noch zu der Flexibilisierung der Arbeitszeit. Da steht mehr oder weniger die Forderung drin, dass gerade die Gastronomie diese Flexibilisierung auf die Wochenarbeitszeit benötigt. Stichwort Arbeit auch am Abend oder am Wochenende. Erstens, ist das ein Wunsch der Gastronomie und zweitens, ist das eigentlich mit der SPD abgesprochen?

Sprecher 7: Die Nationaltourismusstrategie ist keine Strategie nur unseres Bundeswirtschaftsministeriums, sondern die haben wir mit allen Ministerien abgestimmt, also auch dem Sozial- und Arbeitsministerium. Und wir sind uns einig, dass wir in Zukunft eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit haben wollen. Das ist eine Forderung, die viele Unternehmen aus der Tourismusbranche seit langem zu Recht erhoben haben. Denn dort gibt es häufig Events, da muss man mal zwei, drei Tage besonders ranklotzen, da ist viel zu tun. Und dann gibt es mal ein, zwei Tage, an denen weniger zu tun ist. Und wenn man eine tägliche Höchstarbeitszeit hat, dann wird das alles immer pro Tag betrachtet. Das heißt, an einem Montag, an dem vielleicht dann nicht so viel zu tun ist, arbeitet man genauso viel wie an einem Wochenende, an dem dann vielleicht sehr viel zu tun ist. Und deswegen wollen wir zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit kommen, auch weil das nicht nur den Unternehmen hilft, sondern auch den Mitarbeitern, die dadurch ja auch flexibler ihr Leben gestalten können.

Sprecher 2: Zum Schluss noch eine kleine persönliche Empfehlung von Ihnen als Tourismusbeauftragter. In dieser Studie ist von den Hidden Gems die Rede als der große Trend im Tourismus. Also Orte in Deutschland, die nicht so bekannt sind, Reiseziele, die mit Naturerlebnissen zu tun haben, aber nicht überfüllt sind. Sie dürfen jetzt mal einen dieser Hidden Gems empfehlen, aber Sie dürfen nicht Hamburg sagen.

Sprecher 7: Ich habe seit langem vor, in den... in Schwarzwald zu fahren. Da habe ich so viel Positives gehört und so tolle Bilder gesehen. Und deswegen hoffe ich, dass ich das in diesem Jahr noch schaffe. Das steht auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste.

Sprecher 2: Grüße gehen raus an den Schwarzwald. Wir bedanken uns für dieses Gespräch. Alles weitere lesen Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, bei uns im Berlin Table. Dort die Inhalte der Nationalen Tourismusstrategie für Sie vorab. Vielen Dank, Herr Ploss.

Sprecher 7: Dankeschön.

Sprecher 3: Zu wenig Geld und Probleme bei den Themen Sicherheit, Sauberkeit und Wohnungsnot. Die berühmte Stadtbilddebatte, die gibt es auch in Köln. Seit dem 1. November 2025, also im vergangenen Jahr, ist der ehemalige Sportfunktionär Thorsten Burmester der neue Oberbürgermeister der Stadt. Die SPD soll und will diese Stadt wieder auf Vordermann bringen, auch weil Köln bzw. Das Rhein-Ruhr-Gebiet noch von der Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele träumt. Und wie passt das eigentlich alles zusammen? Die Geld- und Wohnungsnot einerseits und die Haushaltsprobleme und gleichzeitig will man Gastgeber sein für eines der größten Sportereignisse der Welt. Das soll uns der neue OB gerne selber erklären. Michael Bröker hat mit ihm gesprochen.

Sprecher 2: Einen schönen guten Tag, Herr Burmester. Morgen, Herr Brücker. Noch keine 100 Tage im Amt. Chef der ersten und einzigen Millionenstadt in NRW. Haben Sie das Chaos schon im Griff? Es gab kein Chaos. In Köln? Wie bitte? Es gibt Probleme.

Sprecher 8: Die gehen wir an, konsequent. Jetzt als erstes beim Thema Sicherheit, Sauberkeit, offene Drogenszene, aber auch beim Thema Verkehr und das Thema Wohnungsbau und Wirtschaftsförderung.

Sprecher 2: Zehn Jahre Kölner Silvesternacht, vielleicht fangen wir damit mal an. Wie war es dieses Jahr? Ruhiger?

Sprecher 8: Es war ruhiger. Ich war fünf Stunden unterwegs über Silvester. Ich habe mit den Beteiligten von damals gesprochen, auch mit Opfern. Und es war wichtig, sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Silvester ist immer noch ein Anziehungspunkt. Es kommen viele Menschen. Aus dem Ruhrgebiet nach Köln, aus den umliegenden Gemeinden und mit hohem Aufwand sichern wir dieses Silvester-Event.

Sprecher 2: Als der Bundeskanzler über das Stadtbild gesprochen hat, haben Sie sich als Kölner OB da angesprochen gefühlt?

Sprecher 8: Nein, überhaupt nicht. Wir haben Probleme natürlich beim Thema Sicherheit und Sauberkeit.

Sprecher 2: Haben Sie mit Migration zu tun oder nicht?

Sprecher 8: Ja klar, ich hatte mein Büro in der Kalker Hauptstraße, in Kalk, einem Stadtteil mit einem hohen Migrationsanteil. Aber das Leben in Köln, das Miteinander funktioniert. Aber natürlich haben wir Ausgaben, haben wir auch... Jugendhilfen in dem Bereich, die steigen ständig. Wir müssen viel für Integration tun, aber ich habe mich bei dem Thema Stadtbild nicht angesprochen gefühlt. Ich möchte auch unter diesen Voraussetzungen nicht über den sozialen Zusammenhalt in einer Stadt diskutieren.

Sprecher 2: Die Stadt Köln ist bekannt für ihre Vielfalt und das Miteinander. Das ist sicherlich richtig. Jetzt hat der Bundeskanzler angekündigt, er wird die Kommunen so massiv unterstützen wie nie zuvor. Auch der NRW-Ministerpräsident Henrik Wüst hat gesagt, von den Sondermilliarden, die da vom Bund kommen, leitet er einen Großteil an die Kommunen weiter. Sind Ihre finanziellen Sorgen jetzt damit gelöst?

Sprecher 8: Nein, überhaupt nicht. Überhaupt nicht. Wir haben eine Altschuldenregelung im Land vollzogen, umgesetzt bekommen. Da hat Köln 300 Millionen Euro bekommen. Das entlastet einmalig, das entlastet den künftigen Haushalt um 8 Millionen.

Sprecher 2: Wie hoch ist Ihr Schuldenstand aktuell?

Sprecher 8: In diesem Jahr werden wir wahrscheinlich 580 Millionen Miese machen. Die Lage in den Kommunen ist dramatisch. Wir brauchen dreierlei. Wir brauchen einmal diese Altschuldenregelung. Wir brauchen Reformen im Bereich der Sozialleistungen. Da gibt es ermutigende Signale aus der Sozialstaatsreform. Und wir brauchen Verwaltungsvereinfachung. Da bin ich auch zuversichtlich, weil das, was die MPK an 240... Vorschlägen gemacht hat, Verwaltung in Deutschland zu vereinfachen, ist der richtige Weg und werden wir auch in Köln umsetzen. Ich werde in diesem Quartal noch einen Verwaltungsvorstand, also eine Kabinettssitzung unter dem Stichwort Bürokratie-Rückbau in Köln durchführen.

Sprecher 2: Steht die Stadt vor der Pleite?

Sprecher 8: Nein, sie steht nicht vor der Pleite, aber die Haushaltssituation ist angespannt. Wir mussten jetzt im letzten Jahr noch im Dezember die Grundsteuer, Erhöhen, wir haben noch zwei Möglichkeiten.

Sprecher 2: Dabei kann man sich doch sowieso kein Eigentum leisten bei euch.

Sprecher 8: Doch, kann man, aber der Markt, da haben Sie recht, ist angespannt und deswegen müssen wir alles tun, was den Wohnungsbau in Köln fördert. Aber was wir neben dieser Einnahmesituation machen müssen, ist mit dem Haushalt 27, 28, das ist der nächste Doppelhaushalt, den wir jetzt auch besprechen und im Sommer. Herbst beschließen werden, da müssen wir auch zu Konsolidierungsmaßnahmen kommen. Wir haben Sozialausgaben, gerade im Bereich der Erziehungshilfe, die galoppieren uns davon, weil die Fallzahlen steigen. Das Thema Pflege und Sozialabsicherung wird immer virulenter. Die Tarifsteigerungen in den Bereichen sind massiv. Das sind Kosten, die uns wirklich aus dem Ruder laufen.

Sprecher 2: Henrik Wüst ist sehr stolz, dass er die Kommunen mehr als viele andere Bundesländer finanziell unterstützt. Stimmt das nicht?

Sprecher 8: Naja, die Spitzenverbände und die Kommunen haben 80 Prozent an Durchleitung gefordert. Der Bundesmittel, jetzt sind mal gerade 60 Prozent übrig geblieben. Herr Brücker, ich überlasse Ihnen, ob das ein Erfolg ist oder nicht.

Sprecher 2: Aber immerhin scheinen Sie so viel Geld zu haben, lieber Herr Burmeister, dass Sie sich für eine Olympia-Bewerbung entschieden haben, die ja auch erstmal die Stadt Köln Geld kostet.

Sprecher 8: Also Sie brauchen auch Zukunftsprojekte. Noch kostet die Bewerbung kein Geld. Wir haben, was richtig ist, einen Ratsbürgerentscheid für diese Bewerbung in 17 Kommunen, unter anderem auch in Köln. Ja, das kostet Geld. Über zwei Millionen kostet der Ratsbürgerentscheid.

Sprecher 2: Das sind im Grunde nur Planungskosten.

Sprecher 8: Das sind Kosten nur für die Durchführung eines Referendums. Dass Menschen beteiligt werden, das kostet Geld, weil wir das ausschließlich im Referendum machen. Und dieses Referendum ist Voraussetzung, dass wir das überhaupt bewerben. Wir haben das selber gesagt, wir haben selber festgelegt, wir wollen die Menschen befragen, das ist der richtige Weg, das kostet Geld. 85 Prozent der Kosten werden vom Land übernommen, sodass... Köln für dieses Referendum erstmal gut 200.000 Euro zahlen muss.

Sprecher 2: Der Rückhalt war 2012 ja schon sehr groß in Nordrhein-Westfalen. Da haben sich nicht nur Landräte und Oberbürgermeister, sondern auch die Bevölkerung hinter eine Bewerbung gestellt. Ist das heute angesichts der finanziellen Probleme ähnlich zu erwarten, dieser Rückhalt? Was glauben Sie?

Sprecher 8: Also ich spüre einen großen Rückenwind. Es war richtig. Köln als Leading City.

Sprecher 2: Mit olympischem Dorf, mit Olympiastadion?

Sprecher 8: Mit olympischem, paralympischem Dorf, mit einem Leichtathletikstadion. Kein Olympiastadion, wir haben schon zwei in Deutschland, kein weiteres, sondern wir wollen ein temporäres Leichtathletikstadion im Norden von Köln bauen, das dann zurückgebaut wird zu Wohnungen. Also das, was wir in Köln brauchen. Und insofern sind olympische und paralympische Spiele in Deutschland, aber gerade in Köln-Rhein-Ruhr, ein Zukunftsprojekt. Und es würde einen Modernisierungsschub für die Region, für Köln bedeuten.

Sprecher 2: Ist es ein Vorteil oder ein Nachteil, dass Sie als ehemaliger Funktionär des Deutschen Olympischen Sportbundes jetzt als Stadtchef sich für Olympische Spiele bewerben?

Sprecher 8: Ich bin zumindest Experte. Ob das gut ist oder nicht. Schlecht kann ich nicht sagen, aber natürlich habe ich stabile Verbindungen in den Sportreihen. Henrik Wüst und ich werden am 10. Februar auch in Mailand sein und bei den Olympischen Winterspielen sein und natürlich für Köln-Rhein-Ruhr werben. Und da werde ich viele alte Bekannte treffen.

Sprecher 2: Und Ihr Hauptgegner ist Marco Söder in München?

Sprecher 8: Es sind im Moment vier.

Sprecher 2: Aber Berlin scheint ja kein Referendum machen zu können vor der Wahl mehr im September und Hamburg.

Sprecher 8: Sie haben ja auch gesagt, sie machen kein Referendum.

Sprecher 2: Damit sind sie doch eigentlich schon raus als Bewerberstadt.

Sprecher 8: Die Entscheidung trifft der Deutsche Olympische Sportbund. Der wird am 26.09. Auf einer Mitgliederversammlung die Entscheidung. Dazu treffen. Bis dahin sind alle vier im Rennen und zwischen den vieren wird es sich entscheiden. München hat allerdings vorgelegt, das muss man ganz ehrlich sagen, mit zwei Drittel Zustimmung, starkes Signal. Ich hoffe, dass wir uns in Köln und Rhein-Ruhr von dieser Konkurrenzsituation inspirieren lassen.

Sprecher 2: Zum Schluss was Persönliches. Wir sind im Karneval, Herr Brumister. Ihre aktuelle Verkleidung, Ihre Lieblingsverkleidung?

Sprecher 8: Bob der Burmester.

Sprecher 2: Ah, natürlich. Ziemlich logisch.

Sprecher 8: Guido Kanz hat gesagt, wir machen bei dir nicht Bob der Baumeister, sondern Bob der Burmester, weil es so viel in Köln anzupacken gibt.

Sprecher 2: Vielen Dank, lieber Herr Oberbürgermeister.

Sprecher 8: Ich danke Ihnen, Herr Bröcke. Alles Gute.

Sprecher 3: Mein lieber Mick, war noch was?

Sprecher 2: Forscher der Uni Erlangen, Helene, arbeiten an einer Methode, wie sie mit nur einem einzigen kleinen Bluttest genau sagen können, welche Infektionen wir in unserem Leben schon mal hatten. Und jeder Krankheitserreger, der bei uns mal drin war im Körper, hinterlässt ja im Immunsystem Spuren, die man nachweisen kann.

Sprecher 3: Aber Michael, ganz ehrlich, was bringt mir das außer mich selber besser kennenzulernen und zu wissen, was ich alles schon bewusst oder unbewusst überstanden habe?

Sprecher 2: Also Forscher sagen, dass wenn man weiß, was früher schon mal drin war, kann man auch für die Zukunft genau sagen, was eventuell bei Schwangerschaften übertragen werden könnten aufs Kind. Also es ist schon eine präventive Therapie, die dem folgen kann, wenn man herausfindet, was man schon mal hatte.

Sprecher 3: Ja, das kennen wir auch aus anderen Bereichen. Aus der Vergangenheit lernen, um manches in Zukunft besser zu machen. Wenn das klappt und wenn die Forschung uns dabei hilft, das ist toll.

Sprecher 2: Im Blut liegt die Wahrheit. Wir hören uns hier morgen bei Table Today wieder um 5 Uhr, dann mit einem ganz besonderen Podcast, nämlich ein Rückblick auf unser kleines Neujahrsfest. Und bis dahin freuen wir uns. Ciao, ciao.

Sprecher 3: Tschüss.

Sprecher 9: It's like the walls are caving in. Sometimes I feel like giving up, but I just can't.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft Extradatenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.