Wie verändert KI die Suche, Herr Schindler?
Philipp Schindler, Chief Business Officer von Google, verteidigt die neue KI-Suche gegen Kritik von Verlagen und Wettbewerbshütern. Er beschreibt die technologische Entwicklung als „dauerhafte tektonische Verschiebung“, die das Nutzungsverhalten im Internet radikal verändert. Schindler versichert, dass Google weiterhin Traffic an Publisher leitet und an neuen Darstellungsformen für Quellen arbeitet. Gleichzeitig mahnt er im Gespräch mit Michael Bröcker schlankere Regulierung in Europa an, um im globalen Innovationswettbewerb gegen die USA und China zu bestehen.
[10:24]
Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder haben sich bei der Unterstützung für die Ukraine nicht darauf einigen können, die eingefrorenen russischen Vermögen zu nutzen. Die Ukraine bekommt von der EU einen zinslosen Kredit über 90 Milliarden Euro. Die russischen Vermögen bleiben derweil eingefroren und sollen später herangezogen werden können, falls Russland der Ukraine keine Entschädigungen zahlen sollte. Bundeskanzler Merz nennt es eine „pragmatische Lösung“. Das ursprünglich diskutierte Verfahren sei offensichtlich zu kompliziert.
[02:00]
Bund und Länder haben sich auf den Digitalpakt 2.0 mit einem Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro geeinigt. Bundesbildungsministerin Karin Prien erklärt im Gespräch mit Vera Kraft, Redaktionsleiterin des Bildung.Table, dass die Gelder gezielt in Administration, Support und die KI-Fortbildung von Lehrkräften fließen.
[06:10]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Dieser Gipfel sollte über das Schicksal Europas entscheiden. Das hatte zumindest Bundeskanzler Friedrich Merz noch vor Beginn des Treffens in Brüssel gesagt. Die zwei wichtigsten Themen bei den Staatschefs, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte, die für die Ukraine-Hilfe mobilisiert werden sollen und das größte Freihandelsabkommen der Welt zwischen Europa und vier südamerikanischen Staaten, Mercosur genannt. Wir sagen Ihnen, worauf sich die Europäer geeinigt haben. Der Digitalpakt 2.0 ist endlich verabschiedet. Überfällig. Die Schulen bekommen weitere 2,5 Milliarden Euro für die Digitalisierung ihrer Infrastruktur. Was genau mit dem Geld jetzt angeschafft werden soll, hat unsere wunderbare Kollegin Vera Kraft, die Redaktionsleiterin des Bildungstable, mit der zuständigen Ministerin Karin Prien besprochen. Er ist die Nummer zwei von Google weltweit und wahrscheinlich der einflussreichste und, Klammer auf, auch bestverdienste deutsche Manager im Ausland. Philipp Schindler war gestern zu Besuch bei uns hier im Podcaststudio und er berichtet, was Google eigentlich vorhat mit KI. Und ich kann Ihnen sagen, Google stellt wieder einmal das Internet auf den Kopf. Die Suche wird radikal verändert und er spricht nicht nur von einer Revolution, sondern von einer dauerhaften tektonischen Verschiebung durch diese Technologie. Philipp Schindler, heute bei uns im Podcast, etwas länger als... Sonst aber ich verspreche Ihnen, es lohnt sich. Und natürlich gibt es auch heute wieder einen Musikwunsch aus unserem Audio-Adventskalender. Diesmal kommt es vom einzigen deutschen IOC-Mitglied Michael Mronz, der Zuversicht und Optimismus verströmt vor einem Jahr, in dem entschieden wird, welche deutsche Stadt sich für die Olympischen Spiele bewerben wird. An diesem Freitag, den 19. Dezember, freue ich mich, dass Sie wieder eingeschaltet haben. Los geht's.
Sprecher 3: Ja, wir haben zwei entscheidende Tage für Europa vor uns. Es sind vor allem zwei große Themen, die wir heute und morgen entscheiden müssen. Zum einen die weitere Unterstützung der Ukraine. Sie kennen meine Position. Ich möchte, dass wir die eingefrorenen russischen Vermögenswerte dafür nutzen. Ich sehe keine bessere Option als genau die. Das zweite große Thema, das wir entscheiden müssen, heute und morgen, ist die Zustimmung der Europäischen Union zu dem abgeschlossenen Abkommen mit Südamerika, das Mercosur-Abkommen. Zur Erinnerung, darüber wird jetzt seit 25 Jahren verhandelt. Jetzt ist es Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen. Wenn die Europäische Union glaubwürdig bleiben will in der Handelspolitik auf der Welt, dann müssen jetzt Entscheidungen getroffen werden. Und die Entscheidung kann nur lauten, dass Europa zustimmt.
Sprecher 2: Wieder einmal ein europäischer Gipfel, bei dem es wirklich um was ging. Eine Schicksalsentscheidung der EU kurz vor Weihnachten. So ähnlich hat es auch Ursula von der Leyen formuliert, die EU-Kommissionspräsidentin. Jetzt schlägt die Stunde der europäischen Unabhängigkeit. Es ging um das größte Freihandelsabkommen Europas. Nämlich das Freihandelsabkommen mit vier südamerikanischen Staaten, genannt Mercosur. Seit 25 Jahren wird es verhandelt und es ist, so wie es Ökonomen seit Jahrzehnten immer wieder beschrieben haben, ein Katalysator für Wachstum in den beteiligten Volkswirtschaften. Aber leider hatten wieder einmal vier europäische Nationen Sorge, dass zu viel südamerikanische Agrarprodukte den europäischen Markt fluten. Italien hat immerhin die entscheidende Stimme für eine qualifizierte Mehrheit jetzt gesagt, man könne eventuell zustimmen, wolle aber bitte noch bis Januar letzte Fragen klären. Frankreich bleibt hart, Polen bleibt hart, aber die Mehrheit könnte dann doch stehen, wenn Giorgia Meloni mitmacht. Keine Einigung gestern beim Brüsseler Gipfel, aber die Hoffnung auf Zustimmung von Italien im Januar und dann das entscheidende Ja der Europäer zu diesem so wichtigen Freihandelsabkommen. Eine andere Frage wurde nicht geklärt.
Sprecher 3: Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission war, Jetzt schon mit verschiedenen Instrumenten die russischen Vermögenswerte zu nutzen. Das hätte große Sicherheiten. erfordert, möglicherweise auch Sicherheiten für Gegenmaßnahmen Russlands. Wir haben uns dann auf eine andere Reihenfolge geeinigt. Die EU gibt der Ukraine ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro. Dieses Darlehen wird auf dem Kapitalmarkt aufgenommen und wird der Ukraine zur Verfügung gestellt, so wie sie es dann in den nächsten Monaten braucht. Die russischen Vermögenswerte sind bereits seit letzter Woche Freitag immobilisiert. Das heißt nichts anderes als beschlagnahmt. Und diese Vermögenswerte werden erst dann wieder herausgegeben, wenn mit Russland eine Vereinbarung getroffen worden ist über die Entschädigung der Ukraine. Und wenn diese Vereinbarung nicht zustande kommt, dann werden diese Vermögenswerte herangezogen. Wie wir das dann machen können, darüber wird die Kommission weitere Vorschläge erarbeiten. Das bleibt auf dem Tisch. Wir haben umfangreiche Vorarbeiten aus der Kommission bereits gesehen. Diese Vorarbeiten können weiter genutzt werden. Aber der Vorteil ist, dass wir jetzt auf bewährte europäische Instrumente zurückgreifen und der Ukraine damit ohne jede weitere Verzögerung die Hilfen leisten können, die wir leisten müssen. Und gleichzeitig ist klar, Russland bekommt die eingefrorenen Vermögenswerte bis auf Weiteres nicht zurück. Und es wird überhaupt nur dann eine Verabredung zur Rückübertragung geben, wenn es Entschädigungsleistungen an die Ukraine gibt. Das ist aus meiner Sicht eine wirklich sehr pragmatische, gute Lösung, die in der Wirkung genauso ist wie die Lösung, die wir sehr lange diskutiert haben, die aber dann ganz offensichtlich auch zu kompliziert ist.
Sprecher 2: Bart de Wever warnte beim vergangenen EU-Gipfel ja schon, dass sein Land nicht einmal im Zweiten Weltkrieg das Zentralbankgeld gegnerischer Staaten angerührt hat. Nach langen Verhandlungen steht er endlich. Der Digitalpakt 2.0 zwischen Bund und Ländern. Es geht um die Ausstattung der Schulen. 2,5 Milliarden Euro bekommen die Schulen jetzt noch einmal obendrauf. Wie genau dieses Geld eingesetzt werden soll, das wollte Vera Kraft, unsere Redaktionsleiterin im Bildungstable, von der Bildungsministerin Karin Prien wissen.
Sprecher 4: Hallo Frau Prien, schön, dass Sie bei uns im Table Today Podcast sind. Wir haben heute gehört, nach langen Verhandlungen ist der Digitalpakt 2.0 jetzt beschlossen. Das heißt, der Bund gibt 2,5 Milliarden Euro für die Digitalisierung von Schulen und die Länder sollen noch einmal genauso viel obendrauf legen. Heißt das jetzt, dass die Schulen im nächsten Jahr alle neue Tablets und Whiteboards bekommen?
Sprecher 5: Die allermeisten Schulen sind ja ausgestattet. Ja, zunächst mal mit WLAN und dann auch mit Whiteboards und Endgeräten. Da gibt es natürlich sukzessive einen... Erneuerungsbedarf, der aus diesen Mitteln finanziert werden kann. Es können aber auch Kosten von Support und Administration, Betriebssoftware und andere digitale Tools können aus diesen Mitteln finanziert werden. Und wichtig ist mir, dass es eine qualitative Weiterentwicklung ist und dass es eben auch und gerade um Schul- und Unterrichtsentwicklung in der digitalen Welt geht und dass es um Lehrkräfte aus Fort- und Weiterbildung geht, weil ehrlicherweise wissen wir ja inzwischen, dass es mit der Anschaffung von Geräten noch keinen guten Einsatz von digitalen Tools im Unterricht gibt, sondern dass die Kompetenzen der Lehrkräfte und auch die Kultur an einer Schule, die durch den Schulleiter geprägt werden, dass das die entscheidenden Parameter hinter sind.
Sprecher 4: Ein Ziel des Digitalpakts ist es ja auch, die Digital- und Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Das ist noch nicht so genau ausbuchstabiert in der Bund-Länder-Vereinbarung. Was ist da der Plan?
Sprecher 5: Ich glaube, wir müssen angesichts der ja auch dramatisch schnellen technologischen Entwicklungen weiter dranbleiben und auch mit dem Digitalpakt Instrumente entwickeln, mit denen wir dem gerecht werden. Und dazu gehören auch pädagogische Konzepte im Bereich der Medienerziehung, der Nachrichtenkompetenz. Und insgesamt die Stärkung der Urteilsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Inhalten im Netz.
Sprecher 4: Also das heißt, das dann auch im Lehrplan zu verankern?
Sprecher 5: Ja, das ist ja so, dass Lernen und Lehren in der digitalen Welt, diese Strategie der KMK von vornherein darauf ausgerichtet war, in den Bildungsplänen der Länder. Auch verankert zu werden. Das ist weitestgehend geschehen, aber das muss natürlich weiterentwickelt werden. werden, weil auch die technische Entwicklung so schnell ist. Denken Sie nur an den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Das ist übrigens auch ein Schwerpunkt der zweiten Säule des Digitalpaktes.
Sprecher 4: Sie haben kürzlich auch gesagt, der Bildungsföderalismus bräuchte ein Update. Wie genau sollte dieses Update denn aussehen?
Sprecher 5: Ich glaube, man muss nochmal genau nachdenken. Wo man getrennt und wo man gemeinsam marschiert, zwischen den Ländern in allererster Linie. Es ist auch nicht so, dass ich mir anmaße, die bessere Bildungspolitik von Bundesseite auszumachen. Der Bund kann immer unterstützen.
Sprecher 4: Also da sind im neuen Jahr konkrete Ergebnisse zu erwarten?
Sprecher 5: Ja, da sind sicherlich konkrete Ergebnisse zu erwarten. Aber ich bin auch sehr froh, dass wir uns darauf verständigt haben, diese Beratung in einem vertraulichen Rahmen zu machen, weil diesen vertraulichen Rahmen braucht es. Weil niemand soll das Gefühl haben, er wird sozusagen geblamed. Es geht jetzt darum, dass jeder die besten Strategien, die er hat, auf den Tisch legt und die Länder voneinander lernen können und vielleicht auch noch die Zivilgesellschaft, die eine oder andere Stiftung dazu bitten. Und ich bin sehr froh, dass die Länder sich auf diesen Prozess miteinander und mit dem Bund eingelassen haben. Und dann werden wir mal sehen, dass wir bis März in der nächsten Kultusministerkonferenz dann auch Ergebnisse vorweisen können.
Sprecher 4: Dazu werden wir uns sicher dann nochmal hören. Frau Prien, vielen Dank, dass Sie da waren.
Sprecher 5: Würde mich freuen, wenn wir uns dann wieder sprechen und Ihnen vielen Dank fürs Kommen.
Sprecher 2: Philipp Schindler ist einer, vielleicht der erfolgreichste deutsche Manager im Ausland. Angeblich verdient der Mann 50 Millionen Euro pro Jahr, doch kaum einer kennt den Betriebswirt aus Düsseldorf wirklich. Dabei ist Schindler Vorstand bei Google im Silicon Valley. Chief Business Officer nennt sich das, also eine Art Chefverkäufer des globalen Tech-Konzerns. Verantwortlich für 29.000 Mitarbeiter in 80 Ländern. So beeindruckend diese Statistik ist, gerade seine Verkaufs- und Werbesparte, sie steht massiv in der Kritik. Denn die KI-generierte Suche bei Google, sie raubt anderen Unternehmen ihr Geschäftsmodell. Zudem musste Google gerade von der EU eine Strafe von knapp drei Milliarden Euro hinnehmen, weil die Kommission Verstöße gegen Wettbewerbsregeln im Werbegeschäft zieht. Ist der Monopolist also noch gut fürs Internet und organisiert die Informationen dieser Welt, um sie allgemein zugänglich zu machen, wie es die Gründer Larry Page und Sergey Brin 1998 in ihrem Gründungsdokument geschrieben haben? Oder vertreibt dieser Monopolist inzwischen Innovationen und Geschäftsmodelle anderer privater Unternehmen? Die neue KI-Suche, tatsächlich, wer es schon mal ausprobiert hat, verändert unser Nutzungsverhalten. Statt die passenden Internetseiten einfach chronologisch anzuzeigen, fasst die KI die Inhalte zusammen, sodass wir gar nicht mehr auf andere Internetseiten gehen müssen. Da kann es die neue Jacke sein oder den Fußball, den man kaufen will, Tipps gegen Schimmel im Bad. Oder eben auch journalistische Inhalte. Will Google das Monopol jetzt auf alle Internetinformationen selbst bauen und auf ihrer Plattform versammeln? Das haben wir Philipp Schindler selbst gefragt. Er war gestern bei uns, der Google-Vorstand. Herzlich willkommen bei uns. Herzlich willkommen bei Table Today. Schönen guten Tag, Philipp Schindler.
Sprecher 6: Ja, hallo, einen schönen guten Tag.
Sprecher 2: Du bist ja sowas wie der erfolgreichste, wahrscheinlich auch bestverdienste Deutsche im Ausland, aber kaum einer kennt dich. Warum eigentlich?
Sprecher 6: Ich glaube, die Arbeit, die wir machen, sollte im Vordergrund stehen, nicht unbedingt die Person. Ich rede natürlich gerne über die Dinge, die wir machen, aber grundsätzlich bin ich nicht jemand, der versucht, sich selber in den Vordergrund zu schieben als Person. Ich habe tolle Teams, die machen unglaublich gute Arbeit. Auf die fokussiere ich mich, auf die Arbeit mit denen, auf unsere Kunden. Die Öffentlichkeit ist nicht unbedingt etwas, was ich jetzt wahnsinnig aktiv suche.
Sprecher 2: Wenn ich mir dein Profil anschaue, dann habe ich heute nochmal darüber nachgedacht, seit knapp 20 Jahren bei Google. Hast du eigentlich mal ein schlechtes Jahr bei Google erlebt? Oder ging es wirklich einfach nur linear nach oben mit den Werbeerlösungen?
Sprecher 6: Nein, nein, wir haben... Wir hatten gute Jahre, wir hatten sicherlich auch anstrengendere und schwierige Jahre. Da gibt es einige, wenn ich zurückdenke, als ich meinen Job angefangen habe als Chief Business Officer oder wie immer man das genau nennen möchte, das war 2015 und da kamen wir gerade aus einer relativ schwierigen Zeit. Also die Wachstumszahlen gingen langsam runter und der Markt war sich nicht klar, ob wir eigentlich in der Lage sind, den Sprung in die mobile Welt zu schaffen. war der Desktop, der traditionelle PC natürlich das Hauptmedium, was man benutzt hat. Und keiner wusste, kann Google eigentlich mit seinen Produkten und den Angeboten auch auf dem kleinen Mobiltelefonscreen erfolgreich sein. Das war nicht ganz einfach damals. Wir hatten andere schwierige Zeiten. Wenn man zurückdenkt, der... Start von einigen Konkurrenten im Chatbot-Bereich hat es uns sicherlich nicht einfacher gemacht vor ein paar Jahren. Da gab es, um ganz offen zu sein, natürlich einige Hämme im Markt sicherlich auch. Wir haben einen Großteil der Technologien entwickelt, die Transformer und andere Technologien, die die Basis für AI heutzutage darstellen. Und andere haben ein Produkt. Ein sehr erfolgreiches Produkt mit Shared-Produkten, vor uns in den Markt gebracht. Und da wurde natürlich intensiv und lange in den letzten Jahren nachgefragt, habt ihr eigentlich zu langsam gehandelt und warum habt ihr das gemacht? Wir hatten gute Gründe dafür. Wir haben gesehen, dass die Technologien noch nicht ganz marktreif waren. Sie haben halluziniert. Sie haben... Biases drin gehabt, sie haben Toxicity drin gehabt und ähnliche Probleme. Das hat Zeit gedauert, um die in den Griff zu bekommen. Und wir haben es jetzt in den Griff bekommen. In den letzten Monaten sind wir, das ist der positive Teil der Geschichte, sind wir an der Spitze eigentlich aller Research Leaderboards, die es weltweit gibt, mit ganz wenigen kleinen Ausnahmen. Die Technologie. Gemini, gerade die neue Version 3.0, wird von allen Seiten mehr als gelobt. Ein fantastisches Produkt. Also wir haben die Kurve gekriegt, aber es ist überhaupt nicht zu leugnen, dass die letzten Jahre, teilweise außerordentlich anstrengend waren.
Sprecher 2: Wir kommen gleich zu den Produkten. Dann haben wir nochmal die globale Sicht auf Google, dieser Wahnsinnskonzern. Alleine du verantwortest fast 30.000 Mitarbeiter in 80 Ländern. Und dann hast du gleichzeitig diese technologische Revolution, die immer kürzere Laufzeiten hat, wenn sie den nächsten Sprung macht. Wie bleibt ein solcher gigantischer Konzern innovativ und agil?
Sprecher 6: Das ist eine Frage, die wir uns selber ehrlich gesagt regelmäßig stellen. Das passiert nicht von selber. Man muss sehr aktiv als Management hingehen und muss diese Agilität vorantreiben. Wir gehen normalerweise hin und machen uns sehr, sehr tiefgehende Gedanken über zukünftige Technologien. Wir überlegen, wo gehen die hin? Wir beobachten sehr genau die Forschung. Wir haben einige der tollsten Forschungsteams auf der ganzen Welt, aus meiner Sicht die besten Forschungsteams in diesem Bereich.
Sprecher 2: Die KI ist ja nicht nur eine technologische Innovation oder ein neues kleines Tool, sondern eine Revolution. Wie fassbar ist sie für einen Manager wie dich?
Sprecher 6: Also ich bin jetzt seit über 30 Jahren in der Technologiebranche und ich dachte, ich hätte so einiges gesehen. Und ganz ehrlich, was hier gerade stattfindet, ist absolut, wir sagen im Englischen unprecedented. Habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Ich habe den Vorteil, dass ich regelmäßig in die Labore gehen kann, gucken, wo der neueste Stand der Technik ist. Und was ich da sehe, ist unglaublich beeindruckend. Viele Menschen denken, dass die Geschichte eine gute Art und Weise ist, die Zukunft vorherzusagen. Und ich habe in den letzten... ein, zwei Jahren meine Meinung ein bisschen angepasst und beobachte, Ich beobachte sehr genau die Rate of Change, also die Veränderungsgeschwindigkeit, um zu verstehen, wo eigentlich die Entwicklungen hingehen. Und was da in den letzten sechs bis zwölf, vielleicht 24 Monate zurückgehend passiert ist, ist sehr, sehr schwer. nachzuvollziehen. Ich kann einfach mal ein paar Beispiele aus meinem normalen Leben geben. Wir sehen zum Beispiel die Fortschritte in der Intelligenz der Modelle in einer Geschwindigkeit vorangehen, wie ich mir das nie hätte vorstellen können. Ich habe, ich nehme ein ganz einfaches Beispiel, wenn ich mich heute auf einen Earnings Call vorbereite, dann habe ich ein fantastisches Team, was nichts anderes macht, als mich darauf vorzubereiten und Und so weiter. Ich gehe am Abend vorher trotzdem hin, nehme unser letztes Modell, was wir haben, im Moment ist das wirklich sehr, sehr gute Gemini 3.0, lade alle großen Analystenreports von Goldman Sachs und Morgan Stanley und BlackRock und so weiter in das Modell rein. Das kostet mich zwei Klicks. Und dann frage ich das Modell, stell dir vor, du wärst Philip Schindler. Und musst Alphabet auf dem Earnings Call repräsentieren, was sind die zehn schwierigsten Fragen, die du mir stellen würdest. Und innerhalb von Sekunden spuckt mir das Modell diese zehn Fragen aus, basierend auf diesem sehr, sehr, sehr präzisen Witzen, was ich ihm vorher gegeben habe. Und jedes Mal, egal wie gut das Team war, findet das Modell mindestens noch ein oder zwei Fragen. Es ist nicht immer perfekt, aber findet ein oder zwei Fragen, die das... Team nicht vorher gesehen hat und die absolut gut durchdacht sind. Und dann gehe ich natürlich auch Spaß immer hin und frage das Modell, auch wenn du Philipp Schindler wärst, was würdest du denn eigentlich antworten? Ja klar, ich ahne schon. Und dann schaue ich mir die Antworten an und die sind auch nicht immer perfekt. Aber auch da sind immer wieder ein oder zwei Nuggets dabei, ein oder zwei Bruchstücke, über die ich vielleicht in dieser Form vorher noch nicht richtig nachgedacht hatte. Und ich habe wieder was Neues gelernt.
Sprecher 2: Du sprichst Gemini an und was KI für Manager auf deiner Ebene machen kann. Du hast von deinem Team gesprochen, das de facto wahrscheinlich nicht großartig viel mehr Fragen für dich präsentieren konnte als euer Algorithmus. Welche Jobs gehen wirklich verloren, gerade auch so im mittleren Management?
Sprecher 6: Also die wichtigste Erkenntnis, die ich mittlerweile gewonnen habe, das ist etwas, was wir in den USA relativ oft sagen, ist, du verlierst deinen Job nicht an eine KI. Du verlierst deinen Job an einen Menschen, der eine KI besser benutzen kann als du. Und was ich im Moment feststelle, ist, dass meine Teams durch die Nutzung von KI dramatisch besser werden. Also ich mache mir da im Moment noch gar keine Sorgen. Ich will nicht... Komplett ablehnen, dass es langfristige strukturelle Veränderungen im Jobmarkt geben kann. Es werden sich einige Bereiche nicht richtig anpassen, aber es werden auch immer wieder neue, unerwartete Jobs entstehen. Ein gutes Beispiel sind Radiologen, wo man vor einigen Jahren gedacht hätte, die KIs sind schon so gut darin, Röntgenbilder zu analysieren, dass man eigentlich keine Radiologen mehr braucht. Radiologen nutzen heute KI aktiv, um besser zu werden und es gibt mehr Radiologen als jemals vorher. Ich kann ein anderes Beispiel geben. Wir sind einer der größten Mittelstandsunterstützer als Google, denn unsere Werbesysteme sorgen dafür, dass Mittelständler auf der ganzen Welt, ganz intensiv auch in Deutschland, natürlich ihre Produkte Konsumenten anbieten können. und auch auf der ganzen Welt entsprechend vertreiben. Ich habe tausende von Mitarbeitern, die nichts anderes machen, als auf der ganzen Welt zu versuchen, den Mittelstand dort zu unterstützen. Das ist so kostenintensiv für uns, dass ich im Moment nur einige Millionen Mittelständler etwa unterstützen kann auf der ganzen Welt. Wir haben weltweit aber wahrscheinlich eine halbe Milliarde Mittelständler. Das heißt riesige Mengen, die ich heute nicht angehen kann, weil es einfach zu teuer ist. Wir haben jetzt KIs entwickelt, die in der Lage sind, einen Teil dieser Interaktion mit Mittelständlern automatisiert durchzuführen. Was bedeutet das für mich? Ich kann einen riesigen, dramatisch größere Menge von Mittelständlern entsprechend bedienen, den helfen, den Sprung in die digitale Welt zu schaffen. Es wird immer eine Fehlerrate geben, es wird immer komplizierte Fälle geben und das ist genau das, wo ich nach wie vor Menschen massiv einsetzen werde. Das heißt, lustigerweise glaube ich, dass ich den Bereich der Mittelstandsförderung mit Menschen ausbauen werde und mit der Unterstützung von KI in der Lage sein werde, trotzdem den Markt dramatisch zu erweitern. Also eine quasi Jobbeschaffungs- oder Investitionsmaßnahme langfristig.
Sprecher 2: Und auch ein neues Geschäftsmodell für Google oder eine Erweiterung natürlich des Geschäftsmodells. Aber lass uns mal einmal auf das schauen, was gerade hier in Deutschland... Diskutiert wird, wenn es um die KI-Suche geht. Also eure klassische Suche wird ergänzt durch KI-basierte Suche und die sorgt dafür, so ist die Kritik, dass Inhalte gescannt werden von Vergleichsplattformen, von Medienunternehmen und im Grunde der Outcome so sehr schon auf eurer Plattform zu sehen ist, dass es sich Überhaupt nicht mehr lohnt, auf die jeweiligen Seiten, auf die Links zu gehen. Amerikanische Verlage sprechen von Diebstahl. Die EU-Kommission will sich das jetzt genauer anschauen. Wie verteidigst du dieses Modell?
Sprecher 6: Wir arbeiten ja seit Jahrzehnten ganz intensiv und eng mit Verlagen zusammen. Wir haben, nur um ein Gefühl dafür zu geben, in Europa alleine Verträge mit ungefähr 5000 Publikationen, wo wir aktiv auch Geld und finanzielle Unterstützung ausschütten für diese Verlage. Ich glaube, in Deutschland sind das ungefähr 800 und da sind ganz, ganz tolle Namen dabei, wie der Spiegel, die FAZ. Und so weiter. Also wirklich die Zeit. Ganz, ganz tolle Verlage. Nichtsdestotrotz muss uns natürlich klar sein, dass sich das Nutzungsverhalten signifikant verändert hat. Und die Erwartung heute von Kunden ist, dass wenn sie auf eine Suchmaschine gehen, dass sie in der Lage sind, mit KI eine schnelle, kurze Zusammenfassung der Ergebnisse zu bekommen und nicht nur eine Sammlung von ganz vielen verschiedenen Links, die eventuell auch repetitiv sein können. Wir schicken nach wie vor große Mengen an Verkehr, mehr Internetverkehr als jemals zuvor, zurück an die Verlage. Da ist ein absolutes Missverständnis.
Sprecher 2: Weil insgesamt das Volumen gestiegen ist.
Sprecher 6: Weil das Volumen gestiegen ist, aber auch weil innerhalb der, wir nennen die AI-Overviews, dieser kurzen Abschnitte links eingebaut sind. Was hier in Deutschland noch nicht ganz so zu sehen ist, dass wir gerade in den USA im Moment eine ganze Menge an Experimenten laufen haben, wo wir versuchen, die Präsenz und die Möglichkeit der Originalquellen in diesen Zusammenfassungen noch deutlicher hervorzuheben. Also wir arbeiten ganz aktiv daran, noch mehr... Mehrverkehr wieder an die Verlage zurückzuschicken, weil wir verstehen, dass das natürlich ein ganz, ganz wesentlicher Bestandteil der Geschäftsmodelle der Verlage ist. Wir haben überhaupt kein Interesse daran, in irgendeiner Form hinzugehen und zu sagen, wir nehmen oder das Wort stehlen oder irgendetwas in dieser Form der Inhalte der Verlage, sondern unser Geschäftsmodell hat immer darauf basiert, dass wir hingehen und die Inhalte der Verlage in kurzen Ausschnitten auf der Google-Suche zur Verfügung stellen und dann maximal den Verkehr zurücksenden. Denn denkt dran, wir sind kein Social Media Network. Unser Interesse liegt nicht daran, den Verkehr maximal auf unseren Seiten zu halten. Eine Suchmaschine funktioniert genau umgekehrt. Wir versuchen dem Kunden zu helfen, die Inhalte zu finden und dann versuchen wir den Kunden mit maximaler Geschwindigkeit und maximaler Präzision wieder zu den Verlagen zurückzuschicken. Einige der Experimente, die wir gerade gelauncht haben hier in Deutschland, ist genau mit diesen Partnern, die ich gerade erwähnt habe, um zu versuchen herauszufinden, inwieweit wird beispielsweise die Darstellung der Partner ausbauen können und dann sind wir natürlich bereit, denen dafür auch entsprechendes Geld zu bezahlen. Also wir verstehen absolut, dass wenn wir das Nachrichtenbedürfnis, das Informationsbedürfnis des Kunden nicht lösen können, indem wir den Verkehr rüberschicken, aber eine andere großvolumigere Darstellung wählen, dass wir natürlich dann die Verlagshäuser dafür in irgendeiner Form kompensieren wollen. Denn am Ende sitzen wir ja alle im gleichen Boot. Wir alle versuchen, das dramatisch gestiegene, veränderte Nutzungsverhalten entsprechend zu verstehen und entsprechend zu vermitteln. natürlich auch in ein Geschäftsmodell umzuwandeln, sodass es die Nutzer nicht verschreckt, aber auf der anderen Seite für uns alle funktioniert.
Sprecher 2: Und du glaubst, dass du mit dieser Argumentation, dass du im Grunde technologisch deinen Nutzern das Maximale anbieten willst, die EU-Kommission davon abhält, dass sie jetzt Ermittlungen einleiten?
Sprecher 6: Wir sind dort in einem ganz engen Austausch. Wir haben da teilweise... Unterschiedliche Einsichten. Ich glaube, das kann man so formulieren. Ich möchte auch nicht verstecken, dass wir manchmal etwas überrascht sind, gerade auf europäischer Ebene, über etwas, was man vielleicht durchaus auch mit Regulierungswut beschreiben kann. Ich glaube, in den letzten fünf Jahren haben wir über... 100 digitale Gesetze neu bekommen, die in irgendeiner Art und Weise versucht haben, technologische Entwicklung hier einzuschränken. Ich kann nur sagen, wir sind seit Jahren, seit vielen, vielen Jahren einer der größten, nein, nicht einer der größten, der größte Partner für Verlage auf der ganzen Welt. Wir verstehen absolut die Bedeutung von Verlagen. Dass es immer einige Spieler gibt, die unglücklich sind, dass wir dort weiter die Gespräche führen müssen, ist überhaupt keine Frage. Dass wir das der Regulierung entsprechend erklären müssen, auch gar keine Frage. Aber am Ende müssen wir verstehen, die Technologien ändern sich, das Nutzungsverhalten ändert sich und wir müssen uns auf allen Seiten dort entsprechend anpassen.
Sprecher 2: Es gibt ja auch immer zwei Seiten der Medaille, dafür sind wir in diesem Podcast ja bekannt. Deswegen ist die andere Seite natürlich auch, das Google-Geld ist gern gesehen. Die 5 Milliarden, die jetzt investiert werden sollen in Deutschland, da kommen die. Die Politiker stellen sich neben euch als Manager und sind glücklich über diese Investition. Deswegen müssen wir auch mal darüber reden. Ist Deutschland überhaupt noch ein attraktiver Standort für einen Tech-Konzern wie deinen, um hier zu investieren? Und wenn ja, warum?
Sprecher 6: Also Deutschland ist ein attraktiver Standort, gibt es überhaupt gar keine Frage. Wir sind seit 24 Jahren in Deutschland vertreten. Wir haben über 3000 Mitarbeiter hier. Wir haben hochtechnologische Mitarbeiter hier. Wir entwickeln einen Großteil unserer Sicherheitssysteme, unserer Privacy-Systeme. Das habe ich damals, als ich Deutschlandmanager war, noch vor 20 Jahren angestoßen, dass wir gesagt haben, hohe Datenschutzbestimmungen, wunderbar, ist doch ein toller Standard, den man vielleicht weltweit den Kunden anbieten könnte. Lass uns in Deutschland, lass uns in München für die Ingenieure. investieren. Wir haben AI-Ingenieure in Berlin sitzen. Einer der Ingenieure, die das Transformer-Paper geschrieben haben, also das Breakthrough-Paper im AI-Bereich, kommt aus Berlin. Also wir sind ja nun tief, tief, tief mit Deutschland verbunden. Es ist unser Job, der deutschen Industrie und ganz, ganz weit vorne dem deutschen Mittelstand zu helfen, den Sprung in die digitale Revolution und den Sprung in die KI-Revolution zu schaffen. Das machen wir auf der einen Seite natürlich mit unserem Werbesystem, denn das ist das Tor zur Welt. Das ist, was jedem Mittelstandler eine faire Möglichkeit gibt, egal wo auf der Welt, die Produkte anzubieten. Und der andere große Investitionsbereich ist, dass wir ja diese tolle KI-Forschung haben und diese tollen Basistechnologien entwickeln, weil wir sie auf der einen Seite für unsere Kerngeschäfte brauchen. Das geht in die Suche und das geht in You. YouTube und das macht den Spam-Filter in Gmail besser und das macht die Fotoanalyse besser und so weiter. Aber auf der anderen Seite genau die gleichen Technologien über unser Cloud-Geschäft und über unsere APIs jedem Unternehmen in Deutschland anbieten. Und das wird unglaublich nachgefragt, ist wahnsinnig attraktiv und die Nachfrage ist so hoch, dass wir unter anderem deswegen in deutsche Rechenzentren investieren, in deutsche Technologieunterstützung, in deutsche Ökosysteme, weil die Nachfrage einfach nach diesen Technologien so hoch ist. Und damit sind wir natürlich sehr zufrieden und das ist ein Win-Win für alle Seiten, ehrlich gesagt.
Sprecher 2: Wo sind die Pain Points? Wo sagst du, das sind die zwei, drei Dinge, die in Deutschland nicht gut laufen? Ich erinnere an den Satz vom Palantir-CEO, niemand redet über Deutschland. Ein anderer Satz von Peter Leibinger, dem Chef des BDI war, wir sind im freien Fall. Wo siehst du die Standort- und Strukturprobleme in diesem Land?
Sprecher 6: Ich glaube, wir müssen einen sehr genauen Blick auf das Thema Innovationsgeschwindigkeit halten. Werfen, sorry, werfen im Deutschen. Denn es gibt überhaupt gar keine Frage, dass wir da im Moment etwas hinterherfallen. Wenn ich mir die KI-Entwicklung und die Innovationsgeschwindigkeit in den USA beispielsweise angucke, wo ich das natürlich ganz vorne miterlebe, wenn ich aber auch nach China gucke und sehe, mit welcher Geschwindigkeit da die Entwicklungen vorangetrieben werden, das ist schon erheblich. Da müssen wir einfach... Deutlich mehr Gas geben. Es gibt überhaupt keine Frage. Was ist dafür nötig? An allererster Stelle, wir müssen was anders über Regulierung nachdenken. Regulierungswut ist nicht etwas, was Innovationsgeschwindigkeit erhöht. Und wir laufen hier absolut ein Risiko, dass wenn wir zu intensiv regulieren und uns zu sehr über alles Sorgen machen, dass wir nicht die Wirtschaft mit der entsprechenden Entwicklungsgeschwindigkeit anpassen. Ich bin ein absoluter Fan. KI ist so unfassbar. Bedeutend für die Welt, dass es überhaupt keine Frage gibt, dass wir Regulierung brauchen, aber es ist auch zu bedeutend für die Welt, dass wir nicht sehr gute Regulierung brauchen, sehr durchdachte Regulierung, sehr schlanke Regulierung. Und die Balance haben wir in dieser Form gerade auf Europaebene noch nicht gefunden. Der AI Act hat... Einige Elemente drin, die wir unterstützt haben und die sicherlich gut sind. Was wir im Moment feststellen, ist, dass es immer neue Schichten gibt, die oben drauf gelegt werden. Und da ist der Teufel im Detail und das sieht teilweise nicht sehr gut aus, um ganz offen zu sein. Wir haben noch mehr Themen. Wenn ich die Liste nur kurz vervollständige, Bürokratieabbau, ein ganz großes Thema, was wir in den Griff kriegen müssen. Da sind wir einfach zu langsam. Wir haben hier versucht, ein Rechenzentrum aufzubauen. Das hat mehrere Jahre bekommen, nur um die Genehmigung zu bekommen. Die Bundesregierung versteht das, die ist da sehr aktiv, versucht da wirklich tolle neue Ansätze, überhaupt gar keine Frage. Aber in anderen Ländern laufen die uns mit der Genehmigung für ein Rechenzentrum quasi entgegen. Ich sehe auch ganz offen manchmal... Ein kleiner Mentalitätsunterschied. Was mir aufgefallen ist, gerade als ich in die USA gezogen bin vor vielen, vielen Jahren, dass man dort vielleicht eher bereit ist, und das ist gerade bei neuen Technologien relativ wichtig, etwas schneller loszulaufen. Ich habe das mal einem Freund gut erklärt, der hat mir eine ähnliche Frage gestellt. Ich habe gesagt, ich glaube manchmal in den USA, wenn man eine ungefähr, sagen wir mal, 51-prozentige Vorstellung hat, wo der Weg hingeht, gerade im Silicon Valley, dann ist man bereit, mit Vollgas loszurennen. Hier überlegt man vielleicht etwas länger und muss vielleicht eine Planungssicherheit haben, die sich eher so im 90-Prozent-Bereich befindet. Das ist sehr schwer in den neuen Technologien zu bekommen. Und derjenige, der bei 51 Prozent losrennt, hat natürlich eine so unglaubliche Lernkurve, selbst wenn einige Dinge schieflaufen, die durchaus auch schieflaufen, auch bei uns, aber hat eine so unglaubliche Lernkurve schon für sich persönlich generiert, dass das schwer ist für den, der später losläuft, weil er halt erst eine 90 Prozent durchplanen muss, dort entsprechend ein Catch-up hinzubekommen. Und ich selber habe auch meine eigene Arbeitsweise und meine eigene Mentalität als Deutscher ein bisschen anpassen müssen und renne einfach mal ein bisschen schneller in einen etwas höheren Unsicherheitsrahmen, weil ich einfach weiß, dass man so unglaublich viel auf dem Weg dahin lernt. Auch durch Fehler.
Sprecher 2: Du bist ein Deutscher, der sehr lange schon in den USA lebt. Wenn du hier in die Heimat kommst, Mussst du dir dann eigentlich oft auch Kritik an dem amerikanischen Präsidenten anhören, der hier in Europa und Deutschland eben ganz anders gesehen wird als in den USA?
Sprecher 6: Naja, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt, ist glaube ich relativ normal. Dass ich einige dieser unterschiedlichen Gesichtswesen zu hören bekomme, ist auch normal. Auf der anderen Seite sind wir ein globales Unternehmen. Es ist völlig normal für uns, dass wir uns mit Regierungen auf allen Ebenen austauschen. Das ist in den USA der Fall, das ist in Deutschland der Fall, das ist in vielen anderen Ländern der Welt der Fall. Wir sind global, wir sind auf der anderen Seite tief in Deutschland verankert. Ich hatte das angesprochen, wir sind seit 24 Jahren hier und lieben das Land, investieren das Land. Übrigens, wir haben internationale Shareholder. Also Leute sagen, seid ihr ein amerikanisches Unternehmen? Und ich sage, naja, ich kriege regelmäßig E-Mails von deutschen Freunden, die sagen, vielen Dank, ich habe vor vielen Jahren in Google investiert und das hat ganz gut für mich funktioniert als Deutscher. Das ist ein kompliziertes Thema, wo es man eigentlich als Unternehmen beheimatet. Dass es immer unterschiedliche Sichtweisen gibt auf die Politik, ist völlig normal. Dass wir uns damit auseinandersetzen, ist normal. Dass wir uns mit der Regierung austauschen, dass wir manchmal einer Meinung sind, dass wir manchmal anderer Meinung sind. Ich glaube, das ist einfach der Lauf der Dinge.
Sprecher 2: In diesem Sinne, lieber Philipp Schindler, überlassen wir die politischen Analysen weiter unseren Gästen hier und uns selbst und bedanken uns, dass wir dieses Gespräch mit dir führen konnten und eine schöne Zeit hier noch in Deutschland.
Sprecher 6: Ja, vielen Dank, hat mir Spaß gemacht. Dankeschön.
Sprecher 7: Michael, 19. Dezember, viele Türchen haben wir nicht mehr, aber sie sind noch verschlossen und wir öffnen das nächste. Diesmal mit einem Wunsch vom einzigen deutschen IOC-Mitglied, Michael Mronz.
Sprecher 2: So ist das und Michael Mronz passt natürlich wunderbar in den Ausklang dieses Jahres, denn im kommenden Jahr entscheidet sich, welche deutsche Stadt Bewerberstadt für die Olympischen Spiele 2036, 40 oder 44 wird. Und Michael Mronz wird sicherlich da eine Rolle spielen. Insofern freuen wir uns, dass dieser treue Hörer uns sein Stück für den Audio-Adventskalender genannt hat.
Sprecher 7: Genug geschleimt, du willst ja nur die Rhein-Ruhr-Region.
Sprecher 2: Ich bin natürlich für die Rhein-Ruhr-Region. Tut mir leid, Herr Söder und Herr Wegner, aber das müssen ja andere entscheiden. Jedenfalls, Flo, hat er uns das Instrumentalstück Chariots of Fire von 1981 angeboten. Mal etwas ganz anderes hier. Für ihn ist das, so schreibt er uns, eine musikalische Auswahl, die Hoffnung, Aufbruch und optimistische Entschlossenheit bringt. Wenn das kein schöner Vorsatz fürs neue Jahr ist. In diesem Sinne, am Samstag hören Sie bei uns die CEO Edition. Freuen Sie sich auf ein spannendes Interview zur Innovation mit dem Chef der Sprintagentur, Raphael Laguna.
Sprecher 7: Bis dahin, wir haben es gut. Ciao, ciao.
Sprecher 2: Ciao, ciao.