Die Union versinkt im Rentenstreit
Friedrich Merz und die Junge Union haben sich am Wochenende nicht angenähert – im Gegenteil. Auf dem Deutschlandtag hat Merz gar nicht erst versucht, auf die Delegierten zuzugehen. Am Abend bekräftigte er in der ARD, dass er dem Rentengesetzentwurf zustimmen werde. Es gebe einen Koalitionsvertrag, in dem genau das stehe, was man mit dem Entwurf in den Bundestag eingebracht habe.
Sara Sievert vom Berlin.Table ordnet gemeinsam mit Helene Bubrowski die wachsende Distanz zwischen Merz und der Jungen Union ein.
[01:20]
Lars Klingbeil ist als erster Vertreter der aktuellen Bundesregierung in China eingetroffen. Kanzler Merz und Außenminister Johann Wadephul hatten ihre Reisen zuvor abgesagt. Deutsche Unternehmen vor Ort erwarten vom Vizekanzler konkrete Unterstützung bei drängenden Problemen – allen voran den chinesischen Exportkontrollen bei kritischen Rohstoffen.
Maximilian Butek, Leiter der deutschen Handelskammer in Ostchina, bringt es so auf den Punkt: Die drei wichtigsten Themen seien „seltene Erden, seltene Erden, seltene Erden."
[18:47]
Hier geht es zur Anmeldung für den Space.Table
Table Briefings - For better informed decisions.
Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen.
Professional Briefings kostenlos kennenlernen: table.media/testen
Hier geht es zu unseren Werbepartnern
Impressum: https://table.media/impressum
Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung
Bei Interesse an Audio-Werbung in diesem Podcast melden Sie sich gerne bei Laurence Donath: laurence.donath@table.media
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Die Junge Union hatte im Rentenspreit auf die Hilfe des Kanzlers gehofft oder jedenfalls auf ein gewisses Zugehen des Kanzlers auf ihre Position. Aber sie wurde am Wochenende bitter enttäuscht auf dem Deutschlandtag in Rust. Und jetzt eskaliert der Streit und spaltet die Union. Das ist keine Übertreibung. Wie es jetzt weitergehen soll und wer in der Union auf welcher Seite steht, das bespreche ich gleich mit Sarah Sievert, der stellvertretenden Redaktionsleiterin des Berlin Table. Vor wenigen Stunden ist Lars Klingbeil in China gelandet. Vor allem die in China vertretenen deutschen Unternehmen haben große Erwartungen an den Vizekanzler. Welche Themen besonders dringend sind, das fragen wir Maximilian Butek, den Chef der Handelskammer in Ostchina. Und zum Schluss eine gute Nachricht. Die Deutschen haben immer mehr Spaß am Sport. Auch unser Head of Podcast Florian Fischer hat noch Muskelkater von einem echten Sportwochenende. An diesem Montag, den 17. November, los geht's.
Sprecher 3: Mir tut wirklich alles weh, das ist unfassbar.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Der Rentenstreit wird zur Zerreißprobe dieser Koalition und das gilt zunächst erstmal für die Union. Wir sehen wieder, dass in einer Sachfrage die Union vor allem mit sich selber streitet. Der Kanzler hat von der jungen Union ganz schön auf die Mütze bekommen am Wochenende. Und am Sonntagabend hat er versucht, in der ARD die Wogen zu glätten. Hören wir mal rein, was er im Gespräch mit Anna Engelke gesagt hat.
Sprecher 5: Haben Sie die Stimmung unterschätzt?
Sprecher 6: Nein, mir war klar, dass das gestern kein Home Run wird und dass das natürlich eine kontroverse Diskussion wird. Aber ich habe auch sehr selbstbewusste Mitglieder der Jungen Union erlebt. Und wenn ich dann mit auch meinen Überzeugungen dagegen halte, dann ist das nicht gegenseitige Arroganz, sondern dann ist das ein hartes Ringen.
Sprecher 5: Da war dann doch der eine oder andere Ton, der offenbar bei der Jungen Union nicht so als Werben und Umworben werden angekommen ist bei Ihnen.
Sprecher 6: Das ist jedes Mal eine individuelle Einschätzung. Ich habe mich sehr darum bemüht. Ich bin lange da geblieben. Ich habe mich der Diskussion anschließend mit der Jungen Union noch gestellt. Ich setze die auch fort. Wir werden das auch hier im Deutschen Bundestag in Berlin fortsetzen. Ich habe eine Meinung und ich vertrete jetzt nicht mehr die Opposition, sondern ich bin der Regierungschef und ich muss dafür sorgen, dass diese Regierung zusammenbleibt und die Basis für unsere Verabredung, der übrigens auch die Junge Union zugestimmt hat.
Sprecher 1: ist der Koalitionsvertrag.
Sprecher 2: Ja, da haben wir doch einen Kanzler in Erklärungsnot erlebt und er steht auch zwischen allen Stühlen, denn die Junge Union macht Druck. 18 Abgeordnete gehören der sogenannten jungen Gruppe an. Wenn sie im Bundestag das Rentenpaket nicht mittragen, hat die Koalition keine Mehrheit. Und auf der anderen Seite haben wir eine SPD, die in Person von Lars Klingbeil am Wochenende nochmal klargestellt hat,
Sprecher 7: An diesem Gesetz wird nichts mehr geändert, liebe Genossinnen und Genossen. Wir stehen beim Thema Rente. Das werden wir im Bundestag verabschieden. Und das ist gerecht, liebe Genossinnen und Genossen.
Sprecher 2: Herr Kanzler, ja, ringt um Worte, um die Dinge zu klären, aber derzeit ist überhaupt nicht in Sicht, wie das funktionieren soll. Und um mal genau zu analysieren, was am Wochenende eigentlich passiert ist auf dem... Deutschlandtag der Jungen Union in Rust und wie es nun weitergehen soll. Bis Sarah Sievert bei uns. Sie kennen sie schon. Sie ist die stellvertretende Leiterin des Berlin Table und eine ausgewiesene März-Kennerin. Hallo, schön, dass du da bist, Sarah.
Sprecher 8: Hallo Helena.
Sprecher 2: Fangen wir mal an mit der Sachfrage. Worum wird überhaupt gestritten? Ein Gesetzentwurf, den das Kabinett schon verabschiedet hat, wo es um die Rente vor 31 und nach 31 geht. Erklär uns mal einmal ganz kurz, was ist der Zankapfel zwischen Bundesregierung, Bundeskabinett und Junge Union?
Sprecher 8: Es geht im Kern um die Frage, Was passiert mit dem Rentenniveau nach dem Jahr 2031? Also die sogenannte Haltelinie, wo steht die nach diesem Jahr? Und im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass man das Rentenniveau bis 2031 auf 48 Prozent stabilisiert. Im Gesetzentwurf, der aus dem BMAS, also dem Arbeits- und Sozialministerium, ins Kanzleramt überführt wurde, steht aber nicht nur bis 2031, sondern da geht es auch darüber hinaus. Das heißt, das Rentenniveau soll auch danach bei 48 Prozent bleiben. Und die junge Gruppe kritisiert jetzt genau diesen Punkt, dass man da eben weitergeht, als ursprünglich im Koalitionsvertrag vereinbart wurde und dass deshalb Folgekosten von 120 Milliarden Euro in den Jahren danach entstehen.
Sprecher 2: Wobei Friedrich Merz diese Zahl 120 Milliarden in Zweifel zieht und sagt, die Berechnungen seien nicht so ganz richtig. Und im Übrigen müsse man jetzt ja Wege finden, wie man das Ganze finanzieren kann. Er schlägt davor, einerseits die betriebliche Altersversorgung zu stärken, andererseits haben wir die Aktivrente, die ja schon aufgegleist ist. Also verschiedene Baustände sollen zusammenkommen, so Friedrich Merz, damit es eben am Ende nicht so teuer wird. Und nicht die Menschen, die jetzt arbeiten, gerade die Jüngeren, die noch länger arbeiten, übermäßig belasten soll.
Sprecher 8: Das ist ja wie mit so vielem bei der Politik dieser... schwarz-roten Koalition, dass man erstmal was vereinbart, aber es steht alles so ein bisschen unter Finanzierungsvorbehalt. Also wir legen das jetzt erstmal fest, dass diese Kosten entstehen und wie wir es dann bezahlen, das gucken wir danach. Jetzt kann man durchaus die Frage stellen, müsste man nicht vorher klären, wie das finanziert wird und sich allein darauf zu verlassen, dass es vielleicht irgendwie Wirtschaftswachstum gibt oder das anders geklärt wird in der Kommission im Anschluss. Das ist ja auch ein Punkt, den Friedrich Merz immer wieder betont jetzt in diesen Tagen, auch gestern zuletzt im Bericht aus Berlin, dass er sagt, Wir vereinbaren das jetzt bis 2031 und dann gibt es ja sowieso nochmal eine Kommission und die wird nochmal über alles reden und gucken, was danach passiert. Wenn die Kommission ohnehin über alles redet, wieso muss man das dann festlegen? Also ich glaube, die Tatsache, dass dieser Gesetzentwurf das jetzt festschreibt, macht die Kommission schon so ein bisschen obsolet.
Sprecher 2: Das ist richtig, absolut. Aber Friedrich Merz hat jetzt gesagt, die Kommission wird jetzt sofort eingesetzt. Aber was ihr Auftrag ist, in der Tat ist nicht so ganz klar, weil jedenfalls mal eingeloggt ist schon das Niveau von 48 Prozent über 2031 hinaus, was ja vom Koalitionsvertrag jedenfalls dem Wortlaut nach so nicht gedeckt ist. Rentenkommission ist nun die eine, wenn man es böse formulieren will, kann man sagen Nebelkerze, die ja dann suggeriert, dass man über alles irgendwie nochmal reden kann. Und das andere ist jetzt, Friedrich Merz hat es gestern Abend in der ARD angekündigt, ein sogenannter Begleittext zu dem Gesetz, der jetzt noch kommen soll, also eine Art Entschließungsantrag.
Sprecher 6: Das könnte auch in der Begründung des Gesetzes noch einmal ein Hinweis darauf sein, wie das nach 2031 weitergehen sollte. Da bin ich völlig offen, aber wichtig ist, dass wir jetzt wirklich auch erkennen, welche Schrittfolgen wir miteinander verabredet haben. Ich habe mit der SPD natürlich auch darüber gesprochen, wie wir jetzt sozusagen dieses Gesetzgebungspaket einbetten in eine vernünftige Botschaft, die wir ja auch haben müssen.
Sprecher 2: Was, Lars Klingbeil, mit dem Sie gesprochen haben?
Sprecher 6: Ich spreche auch mit Frau Baas, sie ist die zuständige Arbeits- und Sozialministerin und ich habe unmittelbar gestern nach meinem Besuch in Rust mit ihr telefoniert und wir haben auch verabredet, dass wir genau darüber nochmal sprechen.
Sprecher 2: Also er hat es sehr nebulös gelassen. Insofern ist auch wirklich die Frage, ob so ein Entschließungsantrag angetan ist, die Gemüter in der Partei zu beruhigen. Und das ist jetzt das Stichwort, Sarah, für dich Gemüter. Du warst am Wochenende im baden-württembergischen Rust und hast dir den Parteitag angeschaut, auch den Auftritt von Friedrich Merz. Bevor wir darüber reden, hören wir einen O-Ton mal von einer jungen Unionlerin, die den Kanzler ganz schön in die Mangel genommen hat.
Sprecher 9: Herr Bundeskanzler, vielen Dank, dass Sie heute da sind. Ich würde gerne von Ihnen wissen, was spricht denn inhaltlich für 120 Milliarden Euro, für dieses 120 Milliarden Euro?
Sprecher 6: Ich will Ihnen die Antwort gerne sagen. Gar nichts spricht dafür. Und genau deshalb werden wir in der Koalition darüber sprechen, wie wir das abwenden. Ich sage Ihnen voraus, diese Berechnungen werden sich als unzutreffend erweisen, weil wir Reformen machen, die es vermeiden. Und deswegen bleibt meine Antwort auf Ihre Frage. Gar nichts spricht dafür, dass diese Belastung auf die junge Generation zusätzlich zukommt. Gar nichts.
Sprecher 2: Tja, Sarah, das lässt einen doch ziemlich ratlos zurück. Der Kanzler sagt irgendwie, ja, stimmt, das ist doch falsch. Und gleichzeitig appelliert er an die Junge Union, doch konstruktiv zu sein, das Ganze mitzugehen. Und appellieren ist wahrscheinlich ein zu vorsichtiges Wort. Eigentlich sagt er auf freundliche Art und Weise, basta, wir machen das jetzt und ihr macht bitte mit. Ja doch recht autoritäre Art da angekommen bei den jungen Christdemokraten.
Sprecher 8: Also ich muss wirklich sagen, dass ich sowas wie am Wochenende auf dem Deutschlandtag bei der Jungen Union oder auch bei der Union insgesamt noch nicht erlebt habe. Da war eine Erwartungshaltung, die nicht nur enttäuscht wurde, sondern da wurde ein Graben geschaffen, der jetzt so tief ist, dass man sich wirklich die Frage stellen muss, wie wollen die da wieder rauskommen? Die Junge Union gehört, das muss man vielleicht nochmal dazu sagen, zu den Unterstützern der ersten Stunde von Friedrich Merz. Das ist seine... Kerngruppe, die sind immer an seiner Seite gewesen. Er war immer derjenige, diese konservative Gallionsfigur, den sie quasi unterstützen wollten. Und trotz der Ablehnung dieses Rentenpakets war jetzt auch am Wochenende die Möglichkeit für Friedrich Merz da, also da halbwegs gut wieder rauszukommen. Er hätte ihn nur den kleinen einen Finger erreichen können und stattdessen hat er ihnen die Tür ins Gesicht geschlagen. Also das war ein wirklich unversöhnlicher Auftritt von ihm. Ich fand das ganz lustig, dass er gestern im Bericht aus Berlin nochmal betont hat, er hätte ja zwei Drittel seiner Rede lang Applaus bekommen und dann wäre er auch immer mit denen im Gespräch und so. Also was... Ich höre es, dass er sehr wenig das Gespräch zu denen gesucht hat. Auch im Vorfall des Deutschlandtages soll es wenig bis gar keinen Kontakt gegeben haben zwischen Friedrich Merz und der Jungen Union. Und da wurde ja sogar an mancher Stelle ein Vorwurf gemacht, der weitergeht als das, was die SPD denen vorwirft. Wenn Friedrich Merz beispielsweise sagt, Ihr wollt doch jetzt nicht in einen Unterbietungswettbewerb mit Blick auf das Rentenniveau gehen. Das klingt ja so, als würden die Jungen jetzt dafür appellieren, dass die Renten gekürzt werden. Aber darum geht es ja gar nicht. Und das ist ja auch der Grund, warum viele ältere Abgeordnete, aber auch Mitglieder der Seniorenunion ja teilweise sogar denen recht geben, weil die sagen, es geht nicht um eine Kürzung, es geht nur um eine weniger große Steigerung. Also das wurde da so ein bisschen durcheinander gebracht und ja, er hat in der Aussprache wirklich sehr unnachgiebig mit denen diskutiert und Ich hatte das Gefühl, die Luft war da wirklich dick. Also da wurde nicht nur nicht applaudiert, sondern es wurde dann auch unruhig im Saal. Und als er ging... war die Stimmung wirklich durch die Bank weg, egal mit wem man bei den Delegierten gesprochen hat, schlecht, also miserabel. Und auch da wurde sich die Frage gestellt, wie kommen wir da eigentlich wieder raus? Weil die Bereitschaft auf Seiten von Merz, die man sich erhofft hatte, dass sie vielleicht nochmal aufeinander zugehen, die schien ja gar nicht da zu sein. Und das hatte er ja gestern im Bericht aus Berlin eigentlich nochmal bestätigt.
Sprecher 2: Ja, absolut. Das hat er ja eigentlich sehr stur gesagt. Nein, die Junge Union ist ja aber auch nur eine Gruppierung innerhalb der CDU. Und was die Koalition anbetrifft sowieso, ich muss noch anderes in Gleichgewicht bringen und so weiter. Und mit anderen Worten hat er gesagt, was die denken und sagen, das höre ich mir zwar an, aber es ist für mich auf gar keinen Fall handlungsleitend. Was folgt jetzt daraus? Was wird jetzt eigentlich? Also wird die junge Gruppe, die 18 Abgeordneten im Bundestag tatsächlich jetzt drohen mit Nein zu stimmen und das Gesetz scheitern lassen, was dann die ganze Koalition riskiert?
Sprecher 8: Also ich kann mir Stand jetzt noch nicht vorstellen, dass Jens Spahn dieses Gesetz in den Bundestag lässt. Also wenn es dazu kommt, dann sehe ich gerade nur sehr wenige Auswege aus dieser Situation, wenn die Junge Union nicht einknickt, was sie eigentlich nicht machen kann, wenn sie keinen Gesichtsverlust erhalten möchte. Es gibt jetzt die Möglichkeit, du hast es eben angesprochen, des Begleittextes, also da spricht man über die Begründung im Gesetzentwurf oder über einen Entschließungsantrag. Ich glaube nicht, dass sie sich darauf einließen, denn der Satz, um den es ihnen geht, der würde ja gleich bleiben.
Sprecher 2: Also was würde die Junge Union denn jetzt besänftigen? Oder sind sie am Ende doch so, dass sie auf maximalen Druck reagieren und dann einlenken?
Sprecher 8: Ich glaube, das Einzige, was jetzt wirklich helfen würde, wäre, wenn Friedrich Merz, Bärbel Baas, Lars Klingbeil und Markus Söder sich vielleicht nochmal hinsetzen und sagen, okay, wir machen das Paket doch nochmal auf oder wir machen doch nochmal ein großes Paket und überlegen, wie wir da alle Seiten einbeziehen können. Wir sprechen doch nochmal drüber. Denn so wie es jetzt ist, scheint es ja nicht mehrheitsfähig im Bundestag zu sein. Klammer auf, das ist derzeit sehr unwahrscheinlich, weil dazu scheint Merz ja nicht bereit zu sein. Und dann gibt es noch eine andere Möglichkeit und das ist die, das Paket mit Gewalt durchzudrücken. Beispielsweise, indem man als Bundeskanzler die Vertrauensfrage stellt. Er könnte zur Not auch diesen Hebel ziehen, den kann man aber in einer Kanzlerschaft nur so oft machen.
Sprecher 2: Und eigentlich nur einmal machen, wenn überhaupt. Also wir haben damals bei Olaf Scholz, der das, wir erinnern uns, in der AKW-Frage, die Laufzeitverlängerung für drei AKWs, hatte er von diesem Instrument Gebrauch gemacht, war der erste Kanzler seit vielen, vielen Jahren, der das gemacht hat. Und damals galt er dadurch schon als geschwächt. Und das war aber im zweiten Jahr, wenn ich mich richtig erinnere, und nicht nach den ersten sechs Monaten. Für Friedrich Merz ist es schwer und jetzt, Sarah, schauen wir doch nochmal auf ihn, der ja auch in den eigenen Reihen unter Druck gesetzt wurde. Also Katharina Reiche zum Beispiel hat vor ihrem Abflug nach Katar, wo unser Kollege Michael Bröker mit an Bord ist, durchaus... Gewisse Sympathien für die junge Gruppe geäußert, wurde dann, so heißt es, auf Druck aus dem Kanzleramt dazu angehalten, das klarzustellen, wie es so schön heißt, also ein Stück weit wieder zurückzunehmen, um eben nicht in Opposition zum Regierungschef zu gehen, der auch im Bericht aus Berlin darauf hingewiesen hat, dass alle Mitglieder des Kabinetts zugestimmt hätten und dabei bitte auch bleiben sollen. Und natürlich Markus Söder tritt auf und hat Verständnis für die junge Union, fällt dem Kanzler direkt in den Rücken. Da fragt man sich, Sarah, wie geschwächt ist dieser Kanzler oder lässt sich das Ganze irgendwie noch auflösen? Streuen sie sich am Ende doch wieder ein? Wie schätzt du es ein?
Sprecher 8: Ich glaube, wir sehen gerade etwas, das sich lange angekündigt hat bei Friedrich Merz und das er auch lange unterschätzt hat. Das ist die Tatsache, dass Friedrich Merz seine Partei eigentlich nicht richtig kennt und vernachlässigt hat. Der hat sich von Anfang an nicht so wie seine Vorgängerinnen und Vorgänger mit der Frage auseinandergesetzt, eigentlich für das, was ich machen will, bei meiner Basis eine Mehrheit. Und das ist aber eine essentielle Frage, die man sich stellen muss, weil du kannst eben nicht immer den Basta-Kanzler machen. Und wir vergessen das gerne, aber Friedrich Merz ist auch erst im dritten Anlauf Parteivorsitzender der CDU geworden. Da ist eine Partei und der verlängerte Arm dieser einzelnen Gruppierungen in der Partei sitzt in der Fraktion und die muss er mitnehmen. Und das funktioniert nur, indem man mit denen spricht, indem man in den Dialog tritt, indem man eine Mannschaft hat, die da auch einem immer wieder spiegelt, wie eigentlich gerade die Stimmungslage ist. Und die muss man ernst nehmen. Dass es weder vor den Koalitionsverhandlungen passiert, und das ist das eigentliche Problem, und das kommt ja auch immer wieder auf, noch passiert das aktuell während der Regierungszeit. Und dieses Problem ist das Größte, was er hat eigentlich.
Sprecher 2: Ja, wirklich interessant, das jetzt zu sehen, dass die CDU, die vor der Wahl gesagt hat, wir sind absolut vorbereitet auf die Regierung. Und wir wissen auch, was wir tun wollen. Jetzt so stark mit sich selber beschäftigt ist, so viele Kommunikationswege, die nicht richtig funktionieren zwischen Partei und Regierungschef, zwischen Fraktion und Kanzleramt. Auf so vielen Wegen hakt es. Und die SPD, die, erinnern wir kurz dran, auch nicht in einem besonders guten Zustand ist, um es mal vorsichtig zu sagen, die steht... Daneben guckt zu, schüttelt den Kopf und jetzt zum Zweiten. Das zweite Mal ist sie in einer Situation zu sagen, das erste Mal war Brosius Gersthoff, das zweite ist die Rente, ist unser Koalitionspartner CDU, CSU eigentlich nicht in der Lage, sich an Verabredungen zu halten. Zur Wahrheit gehört auch, derzeit hilft das der SPD noch nicht in den Umfragen. Aber die SPD, bei der man dachte, die hat doch eine rebellische Jugend. Hat nun jedenfalls mal kein Problem, das so offen nach außen tritt, während die Union ein ganz manifestes Problem hat. Sarah, vielen Dank, dass du heute bei uns warst und wir dieses Thema diskutiert haben. Vielen Dank.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Der Vizekanzler ist in China gelandet und er ist tatsächlich der erste Vertreter der Bundesregierung, der sich auf die Reise in dieses Land gemacht hat. Sowohl Außenminister Wadephul als auch Kanzler Merz haben ihre angekündigten Reisen nach China abgesagt. Hintergrund war, dass sie nicht die Gesprächspartner angeboten bekommen hatten von chinesischer Seite, die sie sich erhofft hatten. Und um nicht das Gesicht zu verlieren, haben sie dann beschlossen, dass die Reise vorerst nicht stattfindet. Nun ist also Lars Klingbeil in China, mit dabei übrigens Amelie Richter, unsere Chefin des China Table. Und er will sich in den kommenden Tagen mit den Vertretern deutscher Unternehmen treffen, aber auch mit Mitgliedern der Kommunistischen Partei Chinas. Julia Fiedler von unserem China Table hat mit Maximilian Butek, dem Chef der Handelskammer von Ostchina, über seine Erwartung an Lars Klingbeils Reise gesprochen. Welche Themen brennen denn der deutschen Wirtschaft am meisten unter den Nägeln?
Sprecher 10: Nachdem Badefuhl seine Reise kurzfristig abgesagt hat, müssen wir jetzt natürlich genau gucken, wie verhält es sich Lars Klingbeil in dieser Situation. Denn die Außenpolitik muss natürlich schon in irgendeiner Art und Weise... Allein sein. Und deswegen haben wir jetzt erstmal die Erwartung, dass er nach China kommt, als erster hoher Vertreter. Vertreter der Bundesregierung, um hier einfach mal Kontakte zu knüpfen, einfach mal ins Gespräch zu kommen und vielleicht gar nicht so die großen politischen Themen anzugehen, sondern sich eher auf die dringenden und pragmatischen Themen zu konzentrieren.
Sprecher 11: Wie sieht das dann die chinesische Seite? Was erwartet die chinesische Seite von ihm?
Sprecher 10: Ich denke, sie erwarten Ähnliches. Bevor man die ganz schwierigen Themen diskutiert, glaube ich, geht es jetzt erstmal um Kennenlernen und dass man die ganz dringenden Themen, die auf dem Tisch sind, dass man die besprechen kann.
Sprecher 11: Was sind die ganz dringenden Themen, die auf dem Tisch liegen?
Sprecher 10: Die drei Themen seltene Erden, seltene Erden, seltene Erden. Ist das Thema, was uns besonders beschäftigt hat in den letzten Monaten. Und wir natürlich auch in dieser Situation immer in die USA geschaut haben. Was wird zwischen Trump und Xi besprochen in diesem Kontext? Und wir wünschen uns natürlich, dass Deutschland... Diese Themen mit China klärt und die EU, dass wir da nicht zum Spielball werden. Denn wir sind zu Beginn wahrscheinlich schon Kollateralschaden geworden durch die Exportkontrollen der Chinesen im Bereich seltene Erden. Und dann hinterher hat man es aber auch gegen uns als strategische Waffe genutzt und seine Muskeln spielen lassen. Und da hoffen wir natürlich, dass wir da ein bisschen mehr Klarheit bekommen als deutsche Unternehmen. Dass wir da mehr Planbarkeit haben.
Sprecher 11: Abgesehen davon, jetzt ist... Klingbeil, wie Sie eben schon gesagt haben, der erste Vertreter der neuen Bundesregierung, der nach China kommt. Findet denn das Thema China aus Sicht der deutschen Unternehmen in China in Berlin genug Beachtung? Also werden die Herausforderungen vor Ort in Berlin differenziert genug betrachtet?
Sprecher 10: Uns fehlt oftmals... Eine klare Haltung, vor allen Dingen, was unsere Herausforderungen hier angeht. Ich meine, das Thema Diversifizierung, De-Risking, das sind alles Themen, die unsere Unternehmen ja seit vielen, vielen Jahren hier vor Ort beschäftigen. Und eine Maßnahme, war natürlich das Diversifizieren, also sich neue Absatzmärkte, aber auch Liefermärkte, Produktionsstandorte außerhalb von Chinas zu suchen, aber natürlich auch in China zu lokalisieren und diesen wichtigen Markt, der an Bedeutung ja nicht verliert, weiter zu sichern. Um aber langfristig hier investieren zu können, brauchen wir von der Bundesregierung die Unterstützung, Klarheit in der Planbarkeit zu bekommen. Da fehlt uns die Richtung ein bisschen. Aber das wird ja jetzt ganz konkret angegangen, indem die neue Bundesregierung jetzt reist und die Chance auch nutzt, mit den Chinesen ins Gespräch zu kommen. Wir hoffen natürlich auch, dass die Reise von Herrn Badefuhl nachgeholt wird. Wir hoffen, dass der Kanzler... Sehr bei kommt und ich glaube, dass der Vizekanzler und Finanzminister jetzt kommt, ist wirklich genau zur richtigen Zeit und setzt erstmal positive Signale.
Sprecher 11: Vielen Dank für den kleinen Einblick und Ihnen noch einen schönen Abend in China.
Sprecher 10: Danke, gleichfalls.
Sprecher 2: Flo, du konntest heute kaum ins Podcaststudio kommen, weil alles weh tut. Was hast du am Wochenende gemacht? Was war los?
Sprecher 12: Ich habe mich gnadenlos selber überschätzt, muss ich sagen. Ich habe deutlich mehr Sport gemacht als wahrscheinlich in den letzten fünf Wochen zusammen. Und das spüre ich jetzt und zwar in jedem einzelnen Muskel in meinem Körper. Aber es hat sich gelohnt, muss ich sagen.
Sprecher 2: Flo, du bist offenbar nicht der Einzige, der jetzt Lust am Sport hat, sondern so viele Menschen wie noch nie. Machen Sport? Du bist also ein echter Trendsetter. Was ist da los?
Sprecher 12: Naja, vielleicht schwimme ich auch einfach nur mit der Welle, denn laut neuesten Zahlen des Deutschen Olympischen Sportbundes sind so viele Menschen in Deutschland in einem Sportverein wie noch nie. 29,3 Millionen Mitgliedschaften gibt es aktuell. Ja, die Trends sind eigentlich jetzt erwartbar. Fußball natürlich ganz vorne mit dabei. Turnen allerdings auch. Handball und Tennis, das sind so die Sportarten mit dem größten Anstieg. Gibt natürlich auch wie immer, wenn es Gewinner gibt, auch ein paar Verlierer. Bobfahren und Schlittenfahren, das ist momentan offensichtlich nicht mehr so die Trendsportart. Die haben relativ viele Mitglieder verloren. Aber trotzdem muss man sagen, es ist natürlich eine sehr, sehr positive Entwicklung, wenn die Leute wieder Spaß daran haben, in Vereinen aktiv zu sein, Sport zu machen, sich zu bewegen, ein bisschen was für die Gesundheit zu tun einfach.
Sprecher 2: Mich erinnert das daran, dass ich in letzter Zeit viel zu wenig Sport gemacht habe. Und wir müssen bei unserem Kollegen Michael Brücker mal nachfragen, der ja zu Jahresbeginn ganz hehre Ziele hatte für dieses Jahr. Und Vorsätze. Ich habe davon länger nichts mehr gehört. Er ist jetzt in Katar und wird wahrscheinlich dort keine Zeit haben, Sport zu machen. Aber danach seiner Rückkehr werden wir ihn fragen.
Sprecher 12: Ja, auf jeden Fall kann man festhalten, es ist gut und gesund, das Herz ab und zu mal richtig zum Pumpen zu bringen. Und es ist schön, dass das immer mehr Menschen in Deutschland machen.
Sprecher 2: Und vielleicht hören Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, uns ja sogar beim Sport. Da sind die 25 Minuten auch gar nicht so schlecht, um morgens ein bisschen auf der Matte was zu machen. Kommen Sie gut in diesen Tag, diesen Montag und dann freuen wir uns, wenn Sie am Dienstag wieder dabei sind. Bis dann. Tschüss.
Sprecher 12: Ciao.
Sprecher 13: Niggas wanna hate on us. Niggas be envious. I know why they hatin'on us. Cause it's not so fabulous. I'ma be real on us. Nobody got nothin'on us. Cause we all on us. From London back down to the U.S. We rockin'this. It's crazy. Monkey business outrageous. Just confess your girl admits that we the shit. F-R-E-S-H, we fresh. G-E-F, that's right, we different. We definite. B-E-P, we reppin'it. So, turn it up. Turn it up. Turn it up. Come on, baby, just pump it.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.