Ist das Rentenpaket noch zu retten, Herr Winkel?
Dauer: 24:03

Ist das Rentenpaket noch zu retten, Herr Winkel?

Die Koalition hat sich im Koalitionsausschuss auf wichtige wirtschaftspolitische Maßnahmen geeinigt. Ein Industriestrompreis soll 2026 kommen, um die hohen Energiekosten für Unternehmen zu senken. Außerdem sollen nächstes Jahr neue, wasserstofffähige Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 8 Gigawatt ausgeschrieben werden. Beschlossen wurde auch der "Deutschlandfonds", der Start-ups mithilfe staatlicher Garantien mit frischem Geld versorgen soll. Überraschend wird zudem die Luftverkehrsabgabe zum 1. Juli zurückgenommen, eine langjährige Forderung der Luftfahrtbranche.

Auch beim umstrittenen Thema Wehrdienst hatte es schon zuvor eine Einigung gegeben. 

[01:16]


In Brandenburg wackelt die Koalition aus SPD und dem BSW. Vier Abgeordnete haben die BSW-Fraktion verlassen, wollen aber ihre Mandate im Landtag behalten. Nun wird über eine schwarz-rote Koalition spekuliert, die mit nur einer Stimme der Abtrünnigen eine Mehrheit hätte. Es könnte aber auch zu einer Dreier-Koalition aus SPD, CDU und einem Rumpf-BSW kommen. Der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Robert Crumbach (BSW) bestätigt die "schwierige Situation". Er betont im Interview aber: "Wir sind auch verpflichtet, eine Lösung zu finden."

[06:03]


Der Protest gegen das Rentenpaket wird seit Wochen von den jungen Abgeordneten in der Unionsfraktion angeführt. Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, macht im Gespräch mit Sara Sievert klar, dass die Zahl der Mitstreiter größer geworden ist. Winkel besteht darauf, dass keine Rentenbeschlüsse gefasst werden, die über den Koalitionsvertrag hinausgehen: „Das Rentenniveau darf nicht über das Jahr 2031 hinaus festgeschrieben werden.“

[09:29]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Einigung beim Industriestrompreis, Einigung bei den Gaskraftwerken, Einigung beim Wehrdienst. Diese Koalition kann doch noch zusammenarbeiten. Wir sagen Ihnen, was im Koalitionsausschuss los war und was noch kommt.

Sprecher 3: Ein neuer Geist in Berlin, so hat man den Eindruck. Und, ja, nächste Frage ist, bekommt auch Brandenburg nun eine neue Regierung? SPD und BSW haben nach dem Austritt von vier Landtagsabgeordneten aus dem BSW nämlich ein Problem. Es wird über eine schwarz-rote Koalition mit einem Rumpf-BSW diskutiert. Wir reden mit dem Vizemp-Finanzminister und BSW-Politiker Robert Krumbach.

Sprecher 2: Den Rentenstreit, den konnte die Koalition gestern nicht auflösen. So wie die SPD bei ihrem Gesetzentwurf von Bärbel Baas bleiben will, so wollen die 18 Rentenrebellen in der Unionsfraktion diesem eben nicht zustimmen. Der Anführer dieser Rebellion ist Johannes Winkel, der Vorsitzende der Jungen Union. Sarah Sievert hat mit ihm gesprochen. Und zum Schluss ehren wir einen sehr geschätzten Podcast-Kollegen, der gestern zu Recht, wie wir finden, ein Bambi bekommen hat. Es ist Freitag, der 14. November. Los geht's!

Sprecher 4: Wir haben immer das zentrale Ziel vor Augen. Unsere Wirtschaft muss wieder laufen, muss besser laufen. Die Beschlüsse, die wir im Koalitionsausschuss getroffen haben, werden nach unserer festen Überzeugung auch dazu beitragen.

Sprecher 5: Wir standen im Wort. Deshalb bin ich sehr froh, dass uns das heute gelungen ist, dass wir für die Menschen und die Beschäftigten jetzt auch die Signale senden.

Sprecher 6: Economy first, das ist die klare Entscheidung, die wir getroffen haben. Deswegen haben wir heute eine nächste Etappe beschlossen. Es wird nicht die letzte sein, aber eine wichtige. Das heißt, wir machen unsere Hausaufgaben als Regierung. Wir machen unsere Hausaufgaben als Koalition. Wir treffen Entscheidungen und wir liefern.

Sprecher 2: Ein wirtschaftspolitischer Schwerpunkt im Koalitionsausschuss. Man habe die Hausaufgaben gemacht und jetzt werde die Wirtschaft gestärkt. Ein Industriestrompreis 2026 soll er kommen. 5 Cent pro Kilowattstunde soll die Industrie entlasten. Denn, das ist ja richtig, die Energiekosten sind das große Dilemma der deutschen Industrie. Dazu neue Gaskraftwerke. 8 Gigawatt sollen nächstes Jahr schon ausgeschrieben werden. 2026 also und sie sollen wasserstoffready sein, also der Dekarbonisierung am Ende auch helfen und dem EU-Klimaziel nicht widersprechen. Das war der SPD wichtig. Am Ende könnten es 10 Gigawatt sein, sagte Markus Söder noch. Das wären immerhin noch weniger, als ein gewisser Robert Habeck mal umsetzen wollte. Also sicherlich kein Aufschrei dazu. in der Klimabewegung. Wir machen unsere Hausaufgaben, sagt Lars Klingbeil. Und er meinte vor allem auch den Deutschlandfonds. Das ist ein Vehikel, mit dem Start-ups mit frischem Geld versorgt werden sollen, von den Investoren gehebelt und verbürgt mit staatlichen Kreditgarantien. Die Luftverkehrsabgabe, das ist etwas überraschend, wird am 1.7. Wieder zurückgenommen. Das hatte die Luftfahrtbranche lange schon gefordert. Das wiederum dürften die Klimaschützer nicht so gut finden, denn jetzt lohnen sich vielleicht doch wieder innerdeutsche Strecken. Damit dürfte sich also die Luftfahrtindustrie, die schon seit Monaten hinter den Kulissen über die hohen Standortgebühren klagt, zufrieden sein, vor allem die deutsche Lufthansa der Branchen Primus.

Sprecher 3: Endlich mal gute Nachrichten aus Berlin. Das ist doch, was die Koalition arbeitet, offenbar doch gut zusammen. Und schon am Vortag, nämlich am Mittwochabend, gab es eine Erfolgsmeldung, so kann man es vielleicht sagen, aus der Koalition, nämlich zum Thema Wehrdienst. Und das ist auch deswegen so wichtig, weil es ja Mitte Oktober, also vor einem Monat, dort einen großen Streit gab, richtig Ärger in der SPD-Fraktion. Tränen sollen geflossen sein, ein verärgerter. Bundesverteidigungsminister und nun ist die Frage abgeräumt und Schwarze und Rote haben sich geeinigt, wie es denn nun gehen soll, mehr Menschen für die Bundeswehr zu gewinnen.

Sprecher 2: Ja und Pistorius hat sein Ursprungsziel erreicht, nämlich dass er alle 18-jährigen Männer und Frauen anschreiben darf, einen Fragebogen schicken darf. um zu erfahren, ob sie generell bereit wären, ob es sie überhaupt eigentlich gibt, wo sie eigentlich wohnen und was sie so in ihrem Leben vorhaben. Er will eben eine maximale Ausbeute. Er braucht im nächsten Jahr mindestens 5000 junge Leute. So ist sein internes Ziel. Und insgesamt muss er eben aus 100.000 Reservisten in den nächsten Jahren 200.000 machen. Und genau dafür braucht er den Wehrdienst.

Sprecher 3: Und dazu braucht es eben einen Mix aus Freiwilligkeit und Verpflichtung. Und wie genau der aussieht, darum hat die Koalition ziemlich lange gerungen. Wir erinnern uns, in der ursprünglichen Fassung war nur von Freiwilligkeit die Rede. Das reichte Boris Pistorius nicht. Und dann haben die Fraktionen sich etwas überlegt, dass dann mehr Richtung Verpflichtung ging, ein Mehrstufenmodell. Aber da war vorgesehen, dass zwar alle einen Fragebogen kriegen, aber nicht alle gemustert werden, sondern das Wort Losverfahren machte die Runde. Also ausgelost werden sollte, wer gemustert wird. Und damit war Boris Pistorius nun überhaupt nicht einverstanden. Es gab Kommunikationsprobleme, fehlende Absprachen innerhalb der SPD. Und am Ende hat Boris Pistorius die Sache gestoppt. Und jetzt hat er sich auch in diesem Punkt durchgesetzt. Also alle jungen Männer eines Jahrgangs sollen gemustert werden, damit man überhaupt einen Überblick darüber hat, wie viele denn wehrfähig wären, wer denn Deutschland verteidigen könnte. Aber eine Rückkehr zur Wehrpflicht ist das noch nicht. Das wird derzeit nur diskutiert für den Spannungs- und Verteidigungsfall. Also eine Rückkehr zu dem, was wir vor 2011 in Deutschland hatten.

Sprecher 2: Aber schlechte Nachrichten für die jungen Leute, die zur Bundeswehr gegangen wären, um dort eine... PKW-Führerschein zu machen, denn da müssen sie sich mindestens zwölf Monate verpflichten. Da reicht der sechsmonatige Wehrdienst nicht, aber immerhin mehr soll es geben. 2.600 Euro brutto sollen die jungen Leute auch schon für den sechsmonatigen Wehrdienst bekommen. Mehr Ausbildungsmöglichkeiten, ob das als Attraktivitätsprogramm reicht, werden wir dann sehen. Regierungskrise in Brandenburg, weil vier BSW-Mitglieder die Partei verlassen haben, aber im Landtag noch sitzen bleiben wollen, wackelt die BSW-SPD-Koalition. Nun buhlen hinter den Kulissen natürlich CDU-Funktionäre und die Sozialdemokraten um diese Abgeordneten, denn nur einer, der das Lager wechselt, würde schon bedeuten, dass Schwarz-Rot in Brandenburg eine Mehrheit hat. Doch die BSW-Abgeordneten, und das ist das heißeste Gerücht in Potsdam, könnten auch, wenn sie fünf sind, eine eigene Fraktion bilden und einfach weitermachen und mit SPD und CDU dann eine Art Dreierkoalition bilden und vielleicht den einen oder anderen Minister behalten. Also spannende Spekulation am Dienstag. Soll es das Misstrauensvotum in der BSW-Fraktion gegen die eigene Führung geben, dann könnte alles sehr schnell gehen. Wie geht es da also weiter? Das müssen wir dann den Mann fragen, der das leitet, dieses Verfahren, nämlich der Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident Robert Krumbach. Leo Schulz hat mit ihm gesprochen.

Sprecher 7: Schönen guten Tag, Herr Krumbach. Bei Ihnen ist ja wieder ganz schön etwas los in Brandenburg im Landtag. Vier Mitglieder haben ihre... Ihre Fraktion verlassen. Wie geht es jetzt weiter? Wie halten Sie die Koalition zusammen?

Sprecher 8: Schönen guten Tag, Herr Schulz. Das stimmt, in Brandenburg wird es langweilig, das ist nicht nur besonders schön, sondern auch spannend manchmal. Für Freitag 13 Uhr, also heute Mittag, ist eine Fraktionssitzung anberaumt und ich finde es auch gut, dass wir jetzt miteinander reden. Wir sind verpflichtet, viel miteinander zu reden, nach Lösungen zu suchen und wir sind auch verpflichtet, eine Lösung zu finden.

Sprecher 7: Verändert sich da die Zusammensetzung des Brandenburger Landtags jetzt?

Sprecher 8: Schauen Sie, Herr Schulz, meine Aufgabe ist, als... Landtagsabgeordneter, aber auch als Finanz- und Europaminister dafür zu sorgen, dass das Land gut regiert wird. Wir haben bisher eine Koalition gehabt, die sehr, sehr gut gearbeitet hat. Wir arbeiten super gut. Und natürlich möchte ich am liebsten diese Koalition fortsetzen. Und von daher verbietet es sich, über andere Möglichkeiten nachzudenken. Wir haben in unserer Fraktion eine schwierige Situation. Das ist so, das will ich auch nicht schuldreden, aber die müssen wir jetzt lösen. Das ist die Aufgabe.

Sprecher 7: Der Auslöser des Streits sind ja die Medienstaatsverträge. Wie ich das verstanden habe, stellen die vier sich jetzt damit gegen die Bundesparteilinie. Wie kommt das eigentlich?

Sprecher 8: Also ich glaube, dass... Die Gründe in Essen ja dann im Land zu suchen sind. ja auch in ihrer Erklärung ausdrücklich erklärt, die vier, dass sie zu den Zielen und des Bündnisses erwarten nicht stehen, dass sie die grundsätzliche Politik teilen. Und ich glaube, wir müssen jetzt viel miteinander reden, um zu sehen, wo sind tatsächlich die Ursachen, was können wir machen. Und wie kommen wir vernünftig wieder zusammen?

Sprecher 7: Wie sieht Ihr Verhältnis zu den Vieren aus? Hatte man da nicht in vertraulichen Gesprächen vielleicht schon vorher etwas klären können oder sind da Gräben entstanden?

Sprecher 8: Nö, Kommunikation ist unsere Hauptaufgabe, das machen wir schon mit allen Seiten.

Sprecher 7: Herr Krumbach, wir werden genau anschauen, wie es da weitergeht in Brandenburg im Landtag und bleiben mit Ihnen im Gespräch. Schön, dass Sie bei uns waren. Bis bald.

Sprecher 8: Sehr gerne.

Sprecher 3: Zu teuer, zu ungerecht, ein Verrat an der jungen Generation. Das sind die Reaktionen aus der Jungen Union auf das vom Kabinett verabschiedete Rentenpaket. Der Vorwurf lautet, das Rentenniveau würde damit über das im Koalitionsvereinbarte Ziel, nämlich 2031, bei 48 Prozent fixiert werden und so bis 2050 Mehrkosten von insgesamt 320 Milliarden Euro verursachen.

Sprecher 2: Ja, Helene, und gestern Abend hat sich die junge Gruppe getroffen, spätabends nochmal parallel zum Koalitionsausschuss und sie war nicht alleine. Mehr als 30 Abgeordnete sollen dabei gewesen sein aus der Unionsfraktion und man hat sich gegenseitig nochmal bestärkt, dass man an den Positionen festhalten wolle. Es sei eben nicht nur die junge Gruppe, die diese Rentenreform von Bärbel Baas so nicht will. Es ist inzwischen eine relevante Bewegung in der Unionsfraktion und man muss unweigerlich an die Richterinnenwahl denken. Dieser Aufstand in der Gruppe der Konservativen, der Wirtschaftsliberalen in der Unionsfraktion, die könnte nochmal zu einem echten Problem werden.

Sprecher 3: Heute startet das Delegiertentreffen der größten politischen Jugendorganisation in Europa, das ist die Junge Union. Und auch Carsten Linnemann, Jens Spahn, Friedrich Merz und Markus Söder werden im Europapark Rust zu Gast sein. Bleiben die Jungen hart und riskieren damit die Koalition? Denn sie werden da sicherlich ordentlich Druck machen. Das wollte Sarah Sievert, die stellvertretende Redaktionsleiterin.

Sprecher 9: Das Berlin-Table vom Bundesvorsitzenden der Jungen Union, Johannes Winkel, wissen. Herr Winkel, schön, dass Sie bei uns sind.

Sprecher 10: Hallo Frau Siebert.

Sprecher 9: Heute beginnt in Rust im Europapark der Deutschlandtag der Jungen Union. Wie zufrieden ist denn die JU mit der bisherigen Arbeit der Bundesregierung?

Sprecher 10: Es gibt ja verschiedene Bereiche der Bundesregierung und wenn ich sehe, dass das Nummer-eins-Wahlkampfthema nicht nur in der Jungen Union, sondern auch generell in der Bevölkerung die Migration war. Dann haben wir, glaube ich, sehr schnell Ergebnisse mit Alexander Dobrindt geliefert. Und darüber hinaus sind wir natürlich in der Außenpolitik ganz anders aufgestellt als noch zu Zeiten von Olaf Scholz. Ich glaube, dass Friedrich Merz in sechs Monaten geschafft hat, was die Ampel in dreieinhalb Jahren zerstört hat, wieder aufzubauen, nämlich Vertrauen in Deutschland, auch eine gewisse starke Rolle, vielleicht sogar Führungsrolle in der Europäischen Union. Und das ist aller Ehren wert. Und gleichzeitig gibt es natürlich Themen, die uns als Jugendorganisation unter den Nägeln brennen. Und das ist natürlich das Thema Generationengerechte Finanzen, also die konkrete Frage, wie viel Spielraum bleibt eigentlich den nächsten Generationen, wenn sie in 10, in 20, in 30 Jahren darüber berät, wofür sie das Geld ausgeben will. Bleibt da noch was übrig für eigene Ideen oder geht alles in Rentenzuschüsse und Zinszahlungen? Und darüber muss man sprechen.

Sprecher 9: Die demografische Krise, die uns ja zwangsläufig bevorsteht, die fordert eben diese Reformen in der Rente, aber auch bei Gesundheit. Und halt beispielsweise, haben Sie bislang den Eindruck, dass die Regierung Merz den Mut hat, den es braucht für diese Reformen?

Sprecher 10: Naja, zunächst mal hat Friedrich Merz genau diese Reform angekündigt. Er hat gesagt in seiner ersten Regierungserklärung, und ich weiß noch genau, wie begeistert ich war, Er hat gesagt, dass seine Bundesregierung mit aller Kraft einen neuen Generationenvertrag verwirklichen wird. Also auch nicht will oder könnte, sondern wird. Und wir waren als junge Abgeordnete da total begeistert von, haben es auch direkt auf allen sozialen Medien natürlich verbreitet, den Clip, um auch ein Zeichen zu setzen an unsere... Junge Union, aber auch an alle unter 30, unter 35, dass die Regierung sich um die junge Generation kümmert. Und deswegen ist das natürlich auch eine Erwartungshaltung, die wir haben. Wenn die Bundesregierung dasselbe ankündigt, dann ist natürlich auch die Erwartungshaltung da, dass man es macht. Und deswegen... Muss die Regierung das in den nächsten vier Jahren auch schaffen.

Sprecher 9: Reichen die Kommissionen die Angekündigten dafür aus?

Sprecher 10: Die Kommissionen machen dann ehrlicherweise keinen großen Sinn mehr, wenn der Deutsche Bundestag vorher genau das Gegenteil beschließt. Ich gebe ein konkretes Beispiel beim Rentenpaket. Wenn das Rentenpaket so beschlossen wird wie... Bärbel Bas und die SPD das möchte, dann weiß ich ehrlicherweise gar nicht mehr, worüber die Rentenkommission eigentlich beraten soll. Denn alle Spielräume, die man ja in so einer Kommission ja auch braucht, sind dann weg. dann muss man sich ehrlicherweise fragen, machen wir überhaupt noch eine? Deswegen finde ich die Kommission an sich gut. Ich hätte es natürlich noch besser gefunden, wenn man es schon im Koalitionsvertrag verabredet hätte. Aber gut, ich lasse das Argument mal für den Moment gelten, dass man da keine Zeit für hatte. Ich finde die Kommission an sich gut, nur man darf sie natürlich vorher nicht durch Gesetze ihres Spielraums berauben, dann machen sie keinen Sinn.

Sprecher 9: Das klingt jetzt so, als wäre das ein reines SPD-Paket. Vielleicht nochmal der Hinweis, dass ja die CDU- und CSU-Seite im Kabinett dafür gestimmt hat. Also es gab sowohl eine Frühkoordination als auch eine Ressortabstimmung und anschließend die Kabinettssitzung, bei der die Unionsseite das Paket mit beschlossen hat. Können Sie verstehen, dass die SPD da jetzt im Nachhinein sagt, Moment mal, Sie haben dem ja zugestimmt, warum sollen wir es denn jetzt wieder aufschnüren?

Sprecher 10: Nein, ich kann das nicht verstehen, weil der Gesetzgeber ist der Deutsche Bundestag. Und das alte Strukturesgesetz, nach dem kein Gesetz den Bundestag so verlässt, wie es hereingekommen ist, gilt natürlich auch hier. Immerhin ist der Bundestag das höchste Verfassungsorgan. Und wenn man sagt, naja, das Kabinett hat so beschlossen und warum wollt ihr jetzt nochmal drüber reden, dann kann man das Parlament ja auch direkt auflösen. Also dann kann man ja auch direkt sagen, die Bundesregierung beschließt die Gesetze. Gott sei Dank ist das in Deutschland nicht der Fall und das man im parlamentarischen Verfahren... Als Fraktion sehr selbstbewusst sagt, das haben wir aber eigentlich so nicht vereinbart. Das ist für mich eine völlige Selbstverständlichkeit. Deswegen kann ich die SPD auch nicht verstehen.

Sprecher 9: Heißt das, es war kein Fehler, dass die CDU-CSU-Seite im Kabinett dafür gestimmt hat?

Sprecher 10: Das ist nicht der Umkehrschluss, den ich daraus ziehen würde. Natürlich wirft es Fragezeichen auf, warum das so beschlossen worden ist, wie es beschlossen worden ist, nur am Ende des Tages. Wie gesagt, die Bundesregierung ist nicht der Gesetzgeber, das ist der Deutsche Bundestag. Und die Bundesregierung kann Gesetze in den Bundestag reinbringen, aber den Beschluss fassen wir als Parlamentarier souverän.

Sprecher 9: Haben Sie auch jenseits der Jungen Union viel Zustimmung dafür bekommen, dass Sie dem Rentenpaket so nicht zustimmen möchten? Einerseits von sehr anerkannten Ökonominnen und Ökonomen, aber auch von anderen Abgeordneten. Wenn über dieses Paket in dieser Form abgestimmt würde, meine grobe Einschätzung, wie viele Stimmen? Stimmen dann mit Nein.

Sprecher 10: Das kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls gibt es keine parlamentarische Mehrheit, weil unser Beschluss ja besteht. Und wer darüber hinaus noch dagegen stimmt, das kann ich schwer abschätzen. Ich kann aber sagen, dass wir sehr gute Gespräche haben mit den anderen Gruppen innerhalb unserer Fraktion, beispielsweise der Parlamentskreis Mittelstand, also die Wirtschaftsvereinigung, aber eben auch, und das ist vielleicht an der Stelle besonders zu erwähnen, die Arbeitnehmergruppe. Und ich will noch auf einen Punkt von Ihnen eingehen, der auch, ich will mal sagen, etwas besonders ist, denn wir haben in dieser Frage eine ganz große Koalition. Es gibt ja nicht nur die, ich würde mal sagen, klassisch, wirtschaftsliberalen Ökonomen, die das Rentenpaket kritisieren, auch die Ökonomen, die vielleicht eher dem Mitte-Links-Lager zuzuordnen sind, sagen ganz klar, das kann so mathematisch schlicht und ergreifend nicht funktionieren. Jedenfalls nicht, wenn wir ein Umlagesystem haben, in dem die Jungen die Alten finanzieren und was aufgrund des demografischen Wandels so aus den Fugen springt. Das kann nicht aufgehen. Und ich finde diese Beobachtung ehrlich gesagt sehr, sehr spannend. Zeigt aber, glaube ich, dass wir bei dem Punkt den Finger in die richtige Wunde gelegt haben, weil es einfach objektiv so eine klare Sachlage ist.

Sprecher 9: Friedrich Merz ist am Samstag beim Deutschlandtag. Was braucht es, damit das kein ganz ungemütlicher Auftritt für ihn wird?

Sprecher 10: Ich weiß gar nicht, ob es um gemütlich oder ungemütlich geht. Es geht einfach um eine ganz einfache Frage. Und zwar, wie er sich dieses Rentenpaket vorstellt, weil er gesagt hat, er kümmert sich drum und darauf warten natürlich alle Delegierten, das ist ja ganz klar. Und die Frage kann er ja nur selber beantworten, das kann ich jetzt nicht vorwegnehmen. Will aber dann doch sagen, dass natürlich die Erwartungshaltung daran sehr groß ist, weil er bislang sich dazu öffentlich eben nicht wieder geäußert hat. Aber man natürlich merkt, nicht nur im politischen Berlin, generell in Deutschland, wollen die Menschen auch eine Antwort auf die Frage und... Deswegen sind wir alle sehr gespannt.

Sprecher 9: Welchen Kompromiss muss er anbieten? Wo ist die rote Linie?

Sprecher 10: in der Lage, Friedrich Merz rote Linien zu diktieren. Und deswegen wird der Kanzler das ganz alleine entscheiden, wie er die Frage beantwortet.

Sprecher 9: Aber die Junge Union bzw. Die 18 Abgeordneten der Jungen Union werden doch eine Vorstellung davon haben, was es braucht, damit sie dem Paket zustimmen können.

Sprecher 10: Genau, und die Vorstellung ist, dass die Folgekosten entfallen, weil sie ja über den Koalitionsvertrag hinausgehen. Also keine Forderung, wo man sagen würde, das ist aber... Unfassbar. Nehmen Sie beispielsweise die Diskussion zur Wehrpflicht. Natürlich hätte die Unionsfraktion insgesamt eine härtere Wehrpflicht befürwortet. Und warum ist sie am Ende des Tages nicht gekommen? Weil die SPD schlicht und ergreifend gesagt hat, wir haben die Wehrpflicht ausgeschlossen im Koalitionsvertrag und wir machen es zunächst freiwillig. So ist es am Ende des Tages auch gekommen.

Sprecher 9: Heißt, das Rentenniveau von 48% darf nicht über das Jahr 2031 hinaus festgeschrieben werden.

Sprecher 10: Genau, und insbesondere die Folgekosten, die in dem Gesetzentwurf anfallen, dürfen nicht anfallen. Das ist ja auch der Beschluss der jungen Gruppe und daran halten wir natürlich fest.

Sprecher 9: Letzte Frage. Alexander Hoffmann, also der Landesgruppenchef der CSU, hat in dieser Woche sehr deutlich gesagt, daran wird man doch diese Koalition nicht platzen lassen, mit Blick auf die Abgeordneten der jungen Gruppe, die dem Entwurf nicht zustimmen wollen. Damit hat er ihnen, ob bewusst oder unbewusst, ja doch... Sehr viel Macht gegeben. Deshalb an Sie jetzt mal die Frage, Kann die Junge Union diese Koalition im Zweifel platzen lassen?

Sprecher 10: Es geht nicht um uns als junge Gruppe, die die Koalition platzen lässt, sondern um die SPD, die Vorschläge über die Vereinbarung des Koalitionsvertrags hinaus dargeboten hat. Und ich meine, ich habe mich im Studium sechs Jahre mit Vertragsauslegung beschäftigt und Ich habe immer gelernt, wenn man einen bestehenden Vertrag ändern will, dann müssen beide Seiten zustimmen. Und hier haben wir eben eine einseitige Vertragsänderung durch die SPD und das werden wir bestimmt nicht mitmachen.

Sprecher 9: Aber der Kanzler sollte doch sehr genau im Blick haben, dass sie mit ihren 18 Stimmen eine Sperrminorität haben.

Sprecher 10: Selbstverständlich, das hatte er auch und deswegen hat er ja auch gesagt, ich sehe den Punkt und hat es als unsere Pflicht beschrieben, darauf hinzuweisen und natürlich sich persönlich darum zu kümmern.

Sprecher 9: Vielen Dank, Herr Winkel.

Sprecher 10: Gerne.

Sprecher 3: Mick war doch was.

Sprecher 2: Podcast, Helene, eine gute Nachricht für uns beide. Wir werden immer relevanter, immer beliebter. Und jetzt sind bei der Bambi-Verleihung in München gestern Abend sogar vier Podcasts in der Kategorie, Achtung, Kultur nominiert worden. Unter anderem das Idol meiner Kinder, nämlich Tobi Krell, besser bekannt als Checker Tobi. Bill und Tom Kaulitz als Kaulitz und Hills. Lynn Schütz und Leonie Bartsch mit Mord auf X, ein True Crime Podcast. Und unser Kollege Paul Ronsheimer mit Ronsheimer.

Sprecher 11: Der Bambi in der Kategorie Kultur Podcast geht an Ronsheimer.

Sprecher 12: Eine Riesenehre für unser Team. Journalismus funktioniert. Die Leute hören 45 Minuten Analyse. Sie wollen hören, was in den Orten auf der Welt los ist. Und das gibt uns Hoffnung. Danke, Bruder.

Sprecher 2: Paul Ronsheimer, er hat es verdient. Ein exzellenter Podcast. Längst fast zweimal am Tag erscheint dieser Podcast und er macht das einfach richtig gut. Glückwunsch an den Kollegen.

Sprecher 3: Unbedingt Glückwunsch. Und Mick, da hast du ja ein ganz bisschen mitgewonnen, denn du bist ja sehr häufig zu Gast bei ihm.

Sprecher 2: Ich zitiere das Jurymitglied, unsere geschätzte Kollegin Franziska Reich. Gute Podcasts klären auf, machen schlau, geben den Menschen Denkanstöße, Informationen und neue Perspektiven auf unsere komplizierte Welt. Wenn das nicht eine Hommage auch an meine Kollegin Helene Budrowski ist, die mir täglich neue Perspektiven gibt für diese Welt, für meine kleine Welt. Ach, ist das schön.

Sprecher 3: Michael, da merkt man, dass du in München bist. Plötzlich sprichst du so ganz anders. Aber dem ist heute nichts mehr hinzuzufügen. Insofern kommen Sie gut in das Wochenende. Und da haben wir Samstag was ganz Tolles für Sie vorbereitet.

Sprecher 2: Bis dahin. Ciao, ciao.

Sprecher 13: Shine bright like a diamond. Shine bright like a diamond. So shine bright. We're beautiful like diamonds in the sky. Like diamonds in the sky Shine bright like a diamond. Shine bright like a diamond.