Zum 70.: Wird Merz doch noch ein erfolgreicher Kanzler?
Dauer: 26:28

Zum 70.: Wird Merz doch noch ein erfolgreicher Kanzler?

Friedrich Merz feiert heute seinen 70. Geburtstag – und steht als Kanzler vor gewaltigen Herausforderungen: geopolitische Krisen, eine zögerliche Koalition und eine Partei, die nicht immer mitzieht. Beim internen Empfang im Bundestag werden 300 Gäste erwartet, darunter Familie, Ministerpräsidenten und sogar Vertreter von SPD und Grünen. Einige Weggefährten gratulieren heute.

[06:02]


Die SPD will 2027 wieder an die Spitze Nordrhein-Westfalens – und setzt auf Sören Link, den Oberbürgermeister von Duisburg. Link, seit 2012 im Amt, hat sich als resoluter, bodenständiger Sozialdemokrat einen Namen gemacht: Er kämpft gegen Kriminalität und Sozialmissbrauch und hat marode Immobilien abreißen lassen. Ende Januar soll Link nominiert werden.

[01:43]


BlackRock-Deutschlandchef Dirk Schmitz sieht Deutschland als sicheren Hafen mit Wachstumschancen. Chancen habe Deutschland vor allem im Maschinenbau, in der Robotik und der Medizintechnik.

BlackRock verwaltet derzeit 300 Milliarden Euro deutscher Kundengelder und plant, 2026 weitere 20 bis 25 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Schwerpunkte: Digitalisierung, KI und Infrastruktur. Schmitz kritisiert die „antiquierte“ Altersvorsorge: Während andere Länder Kapitalstöcke aufbauen, setze Deutschland weiter auf das wackelige Umlagesystem.

[14:47]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Das Comeback der SPD im Bund. Es soll wieder einmal über die Länder gehen und natürlich über Nordrhein-Westfalen. Die Herzkammer der Sozialdemokratie AD, muss man sagen. Sie lag zwar immer in Rhein und Ruhr, doch dort hat inzwischen Hendrik Wüst die politische Mitte übernommen. Welcher Sozialdemokrat ihn allerdings herausfordern soll im Frühjahr 2027, das konnten Sie gestern Abend schon bei uns lesen. Gleich erklären wir es Ihnen auch hier.

Sprecher 3: Konrad Adenauer war bis jetzt der erste und einzige Kanzler, der zu seiner Amtszeit älter als 70 war. Heute kommt ein neuer Name auf diese Liste. Friedrich Merz hat Geburtstag und wird 70 Jahre alt. Wir haben uns im politischen Berlin umgehört, was ihm aktuelle und ehemalige Weggefährten für die Zukunft wünschen.

Sprecher 2: 300 Milliarden Euro haben deutschsprachige Kunden schon jetzt aktuell über BlackRock investiert in Deutschland und Europa. 20 bis 25 Milliarden Euro sollen zusätzlich in Deutschland hinzukommen nächstes Jahr. In jedem deutschen DAX-Unternehmen steckt irgendwie der größte Vermögensverwalter der Welt, BlackRock aus den USA. Wenn also einer sagen kann, wie es um den Standort Deutschland steht, dann ist es Dirk Schmitz, der Deutschland-Chef von BlackRock. Wir sprechen mit ihm über das, was bis jetzt gut gelaufen ist hier in Deutschland, wo Schwarz-Rot nachbessern muss. Und natürlich fragen wir ihn auch, wie Friedrich... Schmerz eigentlich als Aufsichtsrat von BlackRock so gewirkt hat.

Sprecher 3: Es ist Dienstag, der 11. November, der Kanzler feiert Geburtstag und die Jecken feiern Beginn von Karneval.

Sprecher 2: Tief im Westen, wo die Sonne für die SPD schon lange verstaubt. Ist es für die SPD viel schlechter als man glaubt? Tief im Westen jedenfalls regiert schon seit 2017 die CDU. Und gegen diesen smarten Landes, der die Hendrik wüst, scheinen die Sozialdemokraten irgendwie chancenlos. Dabei schlug doch an Rhein und Ruhr immer die Herzkammer der Sozialdemokratie. Johannes Rau regierte hier 20 Jahre lang. Ab 2027 soll das jetzt alles wieder anders werden. Ein Sozialdemokrat soll endlich wieder die Geschicke in Nordrhein-Westfalen leiten. Dafür wird jetzt schon alles vorbereitet, denn Ende Januar bei der Klausurtagung des Landesvorstands soll ein neuer Kandidat nominiert werden. Und wie wir erfahren haben, hat Sören Link seit 2012 Oberbürgermeister aus Duisburg, ein resoluter, bodenständiger, klarer Mitte-Sozialdemokrat, gute Chancen, diesen Posten zu ergattern. Wer ist dieser Mann? Wofür steht der? Und welche Chancen hat der wirklich, Henrik Wüst abzulösen? Das bespreche ich jetzt mit unserer SPD-Korrespondentin aus der Berlin-Table, Laura Block. Hallo, schön, dass du bei uns bist. Guten Tag, Laura.

Sprecher 3: Hallo Michael.

Sprecher 2: Ja, das wäre zumindest eine überraschende Personalie. Der Mann hat ja deutlich gewonnen in D. Duisburg als Oberbürgermeister, hat dort ja auch einen harten Kampf, man muss sagen, gegen Clan-Kriminalität geführt, hat Sozialmissbrauch bekämpft, hat Häuser... Abreißen lassen, also ein echter Mitte-Sozialdemokrat aus Schrot und Korn. Sowas ist ja gar nicht mehr mehrheitsfähig in der SPD, dachte ich.

Sprecher 4: Doch, in NRW auf jeden Fall würde ich schon sagen. Die haben vor allen Dingen im Ruhrgebiet, du hast es gerade schon gesagt, große Probleme mit Schrottimmobilien. Da muss man sagen, hat Sören Link wirklich was gegen unternommen. Deswegen auch die Häuser abreißen lassen. Das hört sich ja jetzt erstmal so brutal an, aber das geht einfach nicht anders. Im Ruhrgebiet, wer da schon mal war, weiß, worüber wir hier sprechen. Und ja, er hat sich darum gekümmert und er ist auch schon seit 2012 Oberbürgermeister. Also er ist wirklich beliebt, wurde jetzt wiedergewählt, musste in die Stichwahl, muss man dazu sagen, aber trotzdem dann in der Stichwahl mit 78 Prozent, also haushoch, dann gegen den AfD-Kandidaten durchgesetzt.

Sprecher 2: Laura, wäre es nicht normal, dass die beiden Landesvorsitzenden qua Amts wegen dieser Spitzenkandidatur übernehmen? Warum passiert das nicht?

Sprecher 4: Das sind ja Sarah Philipp und Achim Post. Und Achim Post war ja bis in diesem Jahr noch Bundestagsabgeordneter, ist dann aber nicht nochmal angetreten. Und Sarah Philipp, ich sage jetzt mal so, Die hat in Nordrhein-Westfalen nicht die größte Bekanntheit. Also wenn man jetzt auf die Straße gehen würde und da mal so eine Blitzumfrage macht, wer ist Sarah Philipp oder auch ehrlich gesagt, wer ist Achim Post, das muss man auch dazu sagen. Beide relativ unbekannt, kein starkes Profil. Im Gegensatz zu Sören Link, der über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, hat ja auch nach der Kommunalwahl ein großes Spiegelinterview gegeben, war bei Stern TV. Also da merkt man schon, dass er langsam angefangen hat, auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu werden.

Sprecher 2: Ja, und man spürt ja auch inzwischen parteiübergreifend, dass Persönlichkeiten gesucht werden, die in den Ländern oder auch in den Kommunen gewinnen können. Es geht gar nicht mehr so sehr um die Parteifarben, sondern Bekanntheit ist irgendwie alles und möglichst kantige Politikerinnen und Politiker. Bärbel Baas, die Parteichefin, kommt ja auch aus Duisburg. Sie soll unseren Informationen zufolge direkt schon nach der Bundestagswahl zu Lars Klingbeil, dem Co-Parteichef, gesagt haben, sie würde gerne ins Kabinett gehen, ins Bundeskabinett. Sie möchte aber nicht die Spitzenkandidatur in NRW. Und sie unterstützt und war auch neulich bei ihm Sören Link. Also viel spricht dafür, dass er es dann am Ende auch werden kann. Und Lars Klingbeil, wie gesagt, hat dieses Profil entwickelt für die Bundes-SPD. Das würde eigentlich idealerweise zu diesem Kandidaten auch in NRW passen.

Sprecher 4: Und es ist so wichtig, dass Sören Link eben auch die Partei hinter sich hat. Ja, und... Bei uns im Briefing stehen ja schon Namen, Abgeordnete und auch Bürgermeister, die das öffentlich unterstützen. Und so kann es was werden.

Sprecher 2: Du weißt ja, derjenige, der am meisten Chancen hat, hat plötzlich dann auch die Partei hinter sich.

Sprecher 4: So ist es.

Sprecher 2: Vielen Dank, Laura, dass du hier warst. Und alles Weitere nachzulesen bei table.media slash Berlin, unserem Berlin-Table mit Laura Block als unserer neuen SPD. Die Korrespondentin. Vielen Dank. Es soll ein ganz normaler Arbeitstag werden, denn Friedrich Merz, der Bundeskanzler, macht sich nicht viel aus seinen Geburtstagen. Das war schon früher so und heute an seinem 70. Geburtstag hat er sich lediglich einen kleinen Fraktionsempfang gewünscht. Immerhin 300 Leute werden dann doch erwartet im Fraktionssaal des Deutschen Bundestages. Neben den Abgeordneten ist auch die Familie des Kanzlers da, die Ministerpräsidenten der Union und frühere Fraktionsvorsitzende. Aber auch Vertreter von SPD, G und Grünen sind eingeladen. Nur Angela Merkel, die Ex-Kanzlerin und ehemalige CDU-Vorsitzende, kommt trotz Einladung nicht. Offiziell natürlich, weil sie nach Israel reist, um einen Ehrendoktor verliehen zu bekommen. Aber so richtig Lust auf diesen Empfang hatte sie wohl auch nicht. Immerhin einen handschriftlichen Glückwunsch hat sie ihm übermittelt. Friedrich Merz und Angela Merkel, die beiden kommen eben nicht mehr wirklich zusammen. Vielleicht ist das für die Feier dann auch besser so, denn es soll ja schließlich gute Stimmung herrschen bei dieser kleinen Familienfeier. Was wünscht man diesem Kanzler, der... In einem Taifun steht. Geopolitische Krisen, innenpolitische Konflikte, eine Koalitionspartner, der nicht so richtig will, wie er möchte, eine Partei, die auch nicht so richtig will, wie Friedrich Merz will. Was für ein Wünscht man ihm, wie geht das weiter mit dem Mann? Wird er doch noch ein richtig guter Kanzler oder verheddert er sich im machtpolitischen Klein-Klein dieser gar nicht mehr so großen Koalition? Das lassen wir heute mal beiseite und wünschen ihm zum 70. Geburtstag natürlich alles Gute, aber haben vor allem auch ein paar Weggefährte, frühere, ehemalige und noch aktive gefragt, was wünschen Sie eigentlich dem Kanzler? Und wir beginnen ganz protokollarisch korrekt mit dem Bundestagsvizepräsidenten, dem grünen Politiker Omid Nouripour.

Sprecher 5: Happy Birthday, Herr Bundeskanzler. Ich wünsche Ihnen privat Gesundheit und Erfolg und für die Amtsführung ein glückliches Händchen. Und ich wünsche uns allen eine Bundesregierung mit mehr Erfolg und Zutrauen, als die Ampel hatte, zum Wohle unserer kostbaren Demokratie.

Sprecher 2: Einer, der die ganz frühen Karriereschritte des Friedrich Merz beobachtet hat, ist Elmar Bruck. Er war 1989 bis 1994 in der Zeit, in der Friedrich Merz im Europaparlament tätig war, war auch er im Europaparlament. Überhaupt ist er einer der dienstältesten Abgeordneten dieses Parlaments. Elmar Bruck also aus Bielefeld. Er sagt uns hier, was er Friedrich Merz zum Geburtstag wünscht. Und natürlich hat sein Kommentar immer auch eine europäische Note.

Sprecher 6: Sehr geehrter Bundeskanzler, lieber Friedrich, zu deinem Geburtstag wünsche ich dir alles Gute, Gesundheit und viel Glück. Du hast die Stärke und den Willen, unser Land in Ordnung zu bringen. Dies ist notwendig, damit wir in Europa die Stärke haben. Aber wir wissen auch, dass unser Land nur eine Chance hat, wenn Europa stark ist. Und deswegen können wir nicht nur über Bürokratie reden, die wir auf allen Ebenen nicht auf der europäischen bekämpfen müssen, sondern wir müssen auch neue Ziele setzen, Handlungsfähigkeit der Europäischen Union, der Außen- und Sicherheitspolitik erstellen. Nicht 27 Außenminister, die wirkungslos um die Welt reisen, sondern eine gemeinsame Stimme. Dies auch in der Handelspolitik, nicht nebeneinander herverhandeln, gemeinsame Interessen wahrzunehmen. All dies ist notwendig, damit es uns besser geht. Alles Gute und Liebe, dein Elmar.

Sprecher 2: Eine, die einen überraschend guten Draht zu Friedrich Merz entwickelte, auch schon in seiner Zeit als Oppositionspolitiker, ist Ricarda Lang. Sie konnte immer gut mit dem Mann, der ihr früh und angeblich sogar als einer der Ersten zu ihrer Hochzeit gratulierte, die frühere Grünen-Vorsitzende, hier gratuliert sie exklusiv bei uns bei Table Today.

Sprecher 7: Lieber Friedrich Merz, alles Gute zum 70. Geburtstag. Ich hoffe, dass Sie trotz stressigen Shop und noch stressigere Weltlage an diesem Tag Zeit für ein paar Stunden mit Ihrer Familie finden. Und für das nächste Lebensjahr wünsche ich gute Nerven, Standhaftigkeit, wenn es um die Demokratie geht. Und wenn ich mir eines wünschen dürfte, dann vergessen Sie bei all dem die Jugend nicht. Denn die hat gerade von Wehrdienst über Klima bis Bildung viel zu oft das Gefühl, hinten runterzufallen und verliert zu vertrauen. Und daran haben wir alle gemeinsam kein Interesse.

Sprecher 2: Und einer der wichtigsten Bündnispartner im CDU-Präsidium, Und gleichzeitig die Stimme des Ostens für den Bundeskanzler ist Michael Kretschmer, CDU-Vize und Ministerpräsident in Sachsen. Was er sich wünscht, ist das, was Friedrich Merz intern in CDU-Gremien seit Tag 1 immer wieder umgesetzt hat, nämlich einen offenen, gepflegten Diskurs zuzulassen.

Sprecher 8: Ich wünsche Friedrich Merz, dass er die gleiche Freude, die er aktuell hat an Diskussionen, an einem Streit um die Sache, auch in den nächsten Jahren behält. Die Fähigkeit, dass man sich offen austauscht, dass man auch ganz bewusst nach anderen Meinungen fragt oder nach Fehlern oder Veränderungsnotwendigkeiten, das ist etwas, was ihn auszeichnet, was man nicht von jedem seiner Vorgänger in gleichem Maße kennt und was uns, glaube ich, als Deutschland sehr voranbringt.

Sprecher 2: Auch wir bei Table Today haben uns natürlich vor einem knappen Jahr intensiv mit diesem Mann befasst und haben seine Vita, seinen Werdegang, seine Freunde, Weggefährte und auch die zahlreichen Gegner von Friedrich Merz angehört und haben in einem dreiteiligen Podcast-Spezial, das sich bis heute lohnt anzuhören, diesen Mann mit einer Art 360-Grad-Beobachtung durchleuchtet. Wer ist dieser Friedrich Merz? Wo kommt er her? Was will er? Hier in Folge 2 haben sich Vera Weidenbach und Jutta Falke-Ischinger, die Merz-Biografin, so wie er ebenfalls aus dem Sauerland stammend, auch mit seinen frühen Jahren mit dem privaten Friedrich Merz befasst und mit Menschen, die Merz seit dessen Kindheit kennen. Ein kleines Best-of unseres Podcast-Spezials von damals hören Sie jetzt.

Sprecher 9: Friederike ist hier in Brilon, aber das wissen Sie, einige Jahre zur Schule gegangen und in einer Zeit, als alles etwas wilder war als...

Sprecher 10: Wie meinen Sie etwas wilder?

Sprecher 9: Wilder war in dieser Zeit, ist... Ihnen auch viel dummes Zeug eingefallen. Eine französische Lehrerin, eine Französin, die, weiß ich warum, auch immer man ein bisschen ärgern wollte, ein bisschen fiel. Man nahm die Tür aus den Angeln, hielt sie an die Wand, die kommt herein und fällt auf die Tür, die in den Klassenraum schlägt. So, und aus welchen Gründen auch immer, jedenfalls hatte Friedrich hier nicht die besten Karten. Und so hat er dann sein Abitur in der Nachbarstadt Rüthen, 17 Kilometer von hier, gemacht.

Sprecher 10: Das heißt, dein Ruf war nicht der beste?

Sprecher 9: Ja, das hat man ja oft so, dass... Gute Leute erst einmal eine Ehrenrunde drehen oder die Schule verlassen. Es gibt viele Beispiele dafür.

Sprecher 10: Ortswechsel. Gespräch mit dem Landrat des Hochsauerlandkreises, Karl Schneider. Wie viel Sauerland steckt in Friedrich Merz?

Sprecher 4: Viel.

Sprecher 10: Schneider ist ein alter Parteifreund von Merz. Die beiden haben gemeinsam die Junge Union im Hochsauerlandkreis gegründet.

Sprecher 11: Er wollte immer mehr in Berlin als nur Oppositionsvorsitzende. Er hatte immer den Anspruch, ich kann mehr, ich kann mehr bewirken. Ein Ministeramt muss aber zumindest drin sein. Bau unter Frau Merkel und ihm nichts zu machen. Der hat nie von Frau Merkel gesprochen, es war immer die Dame.

Sprecher 12: Er repräsentiert die CDU, CSU. Er repräsentiert die Werte, ja, auch die traditionellen Werte, die häufig verwässert worden sind. Nur über die Polarisierung gewinnen sie langfristig Profil. Es gibt zwei Dinge in der Markenführung, in einer erfolgreichen, nachhaltigen Markenführung. Das sind einmal die Fixpunkte, die Werte, die DNA, die eine Marke ausmachen. Man sagt im Deutschen, du bist mir eine Marke. Das ist jemand mit Ecken und Kanten.

Sprecher 2: Er ist und bleibt ein Mann mit Ecken und Kanten. Keiner, der Deutschlands Liebling werden wird, aber vielleicht auch gar nicht werden muss. Alles, was dieser Mann doch machen muss, ist, das Land zu sanieren, zu modernisieren, es besser zu machen. Und selbst wenn er dadurch seine Karriere, seine Wiederwahl gefährdet, dann wäre es doch das Schweiß des edlen Sauerländers wert. Wir sind gespannt und bleiben natürlich an dieser Stelle dabei bei der Beobachtung des Kanzlers Friedrich Merz. Herzlichen Glückwunsch zum 70. BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Momentan verwalten die Portfolio-Manager dieses New Yorker Unternehmens ein Gesamtvermögen von 13.000 Milliarden Dollar. Das ist eine Größenordnung, wenn Sie das BIP von Deutschland, Großbritannien und Indien zusammennehmen. Diese Macht in der Finanzindustrie, die hat natürlich auch in Deutschland einiges zu sagen. In jedem DAX-Unternehmen ist BlackRock irgendwie beteiligt, meist mit Minderheit, aber bei sieben DAX-Unternehmen auch durchaus mit ordentlichen zweistelligen Prozentzahlen. Was hat BlackRock eigentlich vor? Worin investieren sie? Und kann dieses Unternehmen uns vielleicht sagen, wo es gut läuft in diesem Standort und wo nicht? Das haben wir uns auch gefragt und deswegen den Deutschlandchef von BlackRock eingeladen. Dirk Schmitz ist sein Name, kommt aus Mönchengladbach und er hat letzte Woche beim Bankendialog in Berlin angekündigt, dass BlackRock im nächsten Jahr 20 bis 25 Milliarden Euro in Deutschland investieren möchte. Schön, dass Sie bei uns sind. Guten Tag, lieber Herr Schmitz.

Sprecher 13: Guten Tag, Herr Bröker.

Sprecher 2: Herr Schmitz, wie viel von Ihren Anlegern verwaltetes Geld liegt denn eigentlich gerade in Deutschland? Können Sie uns diese Ziffer mal sagen?

Sprecher 13: Von deutschen Kunden sind uns momentan 300 Milliarden Euro anvertraut worden. Das ist etwas mehr als die Hälfte des deutschen Bundeshaushaltes.

Sprecher 2: Ordentlich. Wie groß ist das im Verhältnis zur gesamten? BlackRock-Familie weltweit?

Sprecher 13: Ja, die gesamte BlackRock-Familie, also global, wurden uns ja mittlerweile 13 Billionen US-Dollar anvertraut. Ist immer ein bisschen schwierig in Relation zu sehen. Wenn ich von der Dachregion spreche, dann muss ich sagen, dass die deutsch sprechenden Kunden unsere zweitwichtigste Kundengruppe sind nach den US-Kunden.

Sprecher 2: Jedenfalls haben Sie wahrscheinlich wie kaum ein anderer Vermögensverwalter den Einblick, wie es dem Standort Deutschland und seinen wichtigsten Unternehmen gerade geht. Und wie fällt Ihre Bilanz gerade aus?

Sprecher 13: Differenziert. Also es wird ja so ein bisschen Mode auch immer entweder alles schwarz oder alles weiß zu sehen.

Sprecher 2: Die dürfen bei uns gerne positiv sein, diesen konstruktiven Podcast.

Sprecher 13: Deutschland weckt sehr, sehr viel Interesse im Ausland. Oftmals ist es auch so, dass das Ausland uns positiver sieht, als wir uns selber im Inland. Im Ausland sieht man die Stärke der deutschen Volkswirtschaft. Man sieht, dass man eine Top-3-Volkswirtschaft global vor sich hat. Man sieht ein AAA-Rating, stabile Regierungsverhältnisse, fantastische Unternehmen, tolle, tolle Mitarbeiter und einen hohen Ausbildungsstand auch der Mitarbeiter. Das sind alles Themen, die im Ausland geschätzt werden.

Sprecher 2: Also ein bisschen eher sicherer Hafen als Wachstumsmarkt.

Sprecher 13: Auch Wachstum. Schauen Sie sich an im Maschinenbau, auch in der Robotik, aber auch bei der Medizintechnik, in vielen anderen Bereichen wird nach wie vor auch in puncto Innovation und Kreativität auf Deutschland geschaut. Das ist durchaus der Fall. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass wir einige Hausaufgaben machen müssen, dass wir einiges noch verbessern müssen und dass wir auch knapp drei Jahre jetzt ohne Wirtschaftswachstum gehabt haben. Das sieht man im Ausland. Im Ausland auch, aber wie gesagt, normalerweise fällt die Bilanz im Ausland etwas positiver aus als hier im Inland.

Sprecher 2: Sie haben neulich beim Bankenverband gesagt, 20 bis 25 Milliarden Euro werden zusätzlich investiert im kommenden Jahr hier in diesen Standort. Wo geht dieses Geld rein? Also in welchen Branchen, in welchen Unternehmen sehen Sie die Zukunft des Standorts Deutschland?

Sprecher 13: Was finden unsere Portfolio-Manager interessant in Deutschland? Es sind natürlich die Themen rund um Digitalisierung, rund um die Frage, wo können Unternehmen ihr Geschäftsmodell revolutionieren durch den Einsatz von KI und von anderen neuen digitalen Möglichkeiten, die wir haben. Generell unsere Portfolio-Manager mögen auch die europäische und damit auch die deutsche Finanzindustrie. Also Bankentitel, Finanztitel sind im Moment auch sehr gefragt. Und dann natürlich zusätzlich ein Thema, was uns alle auch hier umtreibt und das ist natürlich die Erneuerung unserer Infrastruktur. Es ist zum einen die Erneuerung der bestehenden Infrastruktur, aber auch zum anderen den Aufbau einer komplett neuen Infrastruktur. Und das ist die digitale Infrastruktur, die uns bisher fehlt.

Sprecher 2: Es gibt Netzausbau und Co. Und natürlich auch alle digitalen Geschäftsmodelle, die Sie da jetzt ansprechen. Aber gehen wir nochmal einen Schritt zurück. Ihre Kunden sind ja oft Personensfonds, Rentenkassen auch. Und die wünschten sich doch auch einen Standort Deutschland, der an diese private Altersvorsorge glaubt. Was wir in anderen europäischen Ländern ja sehen, ist ja hier verkümmert, hätte ich fast gesagt, oder gar nicht ausgeprägt. Lohnt sich das dann überhaupt?

Sprecher 13: Ja, zum Glück sorgen auch die Deutschen für ihr Alter vor. Also unsere Kunden erstmal, unsere Kunden. Da gibt es eine große Bandbreite. Das geht von dem Privatanleger oder der Privatanlegerin, die 25 Euro jeden Monat nur in einen ETF-Sparplan...

Sprecher 2: Echt? Mit solchen Peanuts dürfte ich bei Ihnen anlegen?

Sprecher 13: Ab einem Euro schon. Bei uns können Sie ab einem Euro in unsere ETFs investieren. Das heißt, es geht ganz, ganz bescheiden los. Die Art und Weise, wie wir in Deutschland für unser Alter vorsorgen, ist antiquiert. Anders kann man es nicht sagen. Wir verlassen uns fast ausschließlich auf ein Umlagesystem, wo alle Experten sagen, das ist nicht zukunftssicher. Und das, was zukunftsorientiert wäre, nämlich einen Kapitalstock aufzubauen, ist nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Wenn wir in andere europäische Länder schauen, ist das in viel, viel größerem Umfang vorhanden.

Sprecher 2: Ist das eine Mentalitätsfrage oder eine politische Frage?

Sprecher 13: Beides, denke ich. In Deutschland war ja auch lange Zeit das Investieren am Kapitalmarkt jetzt nicht so gut angesehen. Aber gleichzeitig haben wir es auch versäumt, von politischer Seite hier die richtigen Akzente und die richtige Förderung zu setzen. Auch aktuell, muss ich sagen, bin ich etwas enttäuscht von der deutschen Politik. Denn wenn ich mir anschaue, welche Summen gerade in die umlagefinanzierte Altersvorsorge, nämlich die erste Säule gehen, das sind alles Maßnahmen, die weit über 100 Milliarden Euro kosten werden über die nächsten 15 Jahre. Dagegen gestellt haben wir dann zwar auch die Frühstarrente, ein System, wo wir den Kindern Geld geben, was sie dann nutzen können, um einen Kapitalstock wirklich zu erzeugen. Zu Beginn. Die wird veranschlagt mit rund 100 Millionen, also 100 Milliarden Umlage finanziert, 100 Millionen Kapitalstock. Basiert. Die Bevölkerung ist weiter als die Politik. Die Frühstadtrente wurde ja nur ein wenig im Koalitionsvertrag erwähnt. Seitdem ist eigentlich nichts passiert, außer dass ein bisschen darüber geredet worden ist. Wir haben gesehen, dass wir über die letzten zwölf Monate knapp eine Million Kinderdepots eröffnet haben in Deutschland. Und das, obwohl die... Entsprechende Gesetzgebung noch gar nicht durch ist. Also eines gilt mit Sicherheit nicht mehr. Die Rente ist nicht sicher. Das, was wir immer jahrelang gehört haben, stimmt nicht mehr. Die Rente ist nicht sicher und jeder einzelne Deutsche muss sich über die Altersvorsorge privat Gedanken machen.

Sprecher 2: Sie profitieren als BlackRock natürlich davon, wenn es da mehr Aktienkultur gäbe. Aber ich habe auch das Gefühl, die Deutschen haben ja selber verstanden, dass dieses System nicht zukunftsfähig ist. Aber es bewegt sich in Deutschland immer halt alles ein bisschen langsamer.

Sprecher 13: Tolle Idee, die Frühstadtrente. Jetzt werden die Sechsjährigen gefördert mit 10 Euro im Monat. Ist schon mal ein toller Anfang. Aber ich frage mich, was ist denn mit den Siebenjährigen? Was ist mit den Achtjährigen und den Neunjährigen? Warum sollten die nicht ebenfalls eine gute Startchance in ihr Leben bekommen und hier schon die Chance haben, einen gewissen Kapitalstock aufzubauen?

Sprecher 2: Herr Schmitz, wir sprachen in diesem Podcast, bevor wir hier Sie dazugeladen haben, bereits über Friedrich Merz, der an diesem Tag 70 wird. Sie kennen den ja, er war Ihr Aufsichtsratschef, richtig?

Sprecher 13: Wir haben vier Jahre lang sehr gut und sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet. Das Ganze ist jetzt auch schon mehr als fünf Jahre her, Anfang 2020. Ich hatte Black Rock verlassen. Mittlerweile hat er einen Anschlussjob gefunden und da wünschen wir ihm alles Gute.

Sprecher 2: Einen sehr dezenten Hinweis auf den Anschlussjob Bundeskanzler. Die sind vom Volumen her der zweitwichtigste Markt für BlackRock. Sehen Sie Larry Fink dann häufiger oder auch nur einmal im Jahr, wenn er zum Feedbackgespräch?

Sprecher 13: Nein, er kommt häufig nach Deutschland, er kommt gerne nach Deutschland. Ihn interessiert auch die deutsche Wirtschaft. Ist das so, ja? Ja, er sieht auch sehr, sehr große Chancen hier für die deutsche Bevölkerung. Indem wir halt jetzt wirklich diese Themen anpacken und gerade auch diese Infrastrukturinvestitionen hinbekommen. Wenn wir das wirklich machen und hier auch schaffen, privates Kapital mit dem öffentlichen Geld zusammenzubringen, ich glaube, dann haben wir die Chance, wieder Deutschland auch ganz, ganz nach vorne zu bringen.

Sprecher 2: Ich habe jetzt noch überlegt, wenn jetzt Larry Fink in New York einen sozialistischen Bürgermeister hat, nicht, dass der seine Koffer packt und ganz nach Deutschland zieht.

Sprecher 13: Für mich wäre es nicht schlimm. Wir haben noch Platz für ihn bei uns im Büro.

Sprecher 2: Vielen Dank, lieber Herr Schmitz.

Sprecher 13: Sehr gerne, vielen Dank.

Sprecher 2: Flo, war noch was?

Sprecher 3: Mick, ich weiß ja nicht, wie es bei dir so ist, aber wenn du auch zu den Leuten gehörst, die ungern zum Zahnarzt gehen, wenn man einfach so ein grundschlechtes Gefühl da hat, dann gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer. Ein Forschungsteam der University of Nottingham hat ein Gel entwickelt, das kaputten Zahnschmelz wiederherstellen oder wieder aufbauen soll.

Sprecher 2: Das klingt sehr sinnvoll. Heißt das eigentlich, das ist das Ende von Karies?

Sprecher 3: Wenn das so alles funktioniert, wie es jetzt in den ersten Tests abgelaufen ist, dann könnte das tatsächlich dazu führen, dass wenn man das Gel dann regelmäßig benutzt, also ähnlich wie beim Zähneputzen, man muss es halt auch machen, dann könnte es tatsächlich das Ende von Karies sein, weil man schon im Ansatz die Bildung dadurch verhindern kann. Also guter Tag für alle. Die da vielleicht Probleme haben. Schlechter Tag für alle Zahnärzte, weil dann haben sie da eine Behandlungsmöglichkeit weniger.

Sprecher 2: Ich muss dich enttäuschen, lieber Flo. Ich gehe gar nicht so ungern zum Zahnarzt. Meine Zahnärztin, übrigens schöne Grüße ans Zahnteam Zielenhof, ist so eine sympathische, lustige Frau und auch übrigens sehr empathisch, dass sie, wenn es mal wieder daran geht, irgendwas zu bohren oder so, dass sie wie neulich meine Wange streichelt, wie bei so einem Hund oder bei einer Katze. So was habe ich selten erlebt und das schafft einen unglaublichen Ruhepuls in mir drin, dass ich dachte, es kann gar nichts mehr schief gehen. Also es hatte wirklich was so Mütterliches. Also so schlimm ist der Zahnarzt nicht. Und für die Kinder übrigens sind ja inzwischen die Fernseher unter der Decke installiert, damit sie, wenn sie da liegen, auch noch gleichzeitig... Die irgendwie Peppa Pig gucken können. Also Zahnarzt ist auch nicht mehr so schlimm, wie er früher einmal war. Also wir feiern weiterhin jede Innovation, die den Leuten das Leben leichter macht und die Zähne gesünder. Kommen Sie gut in diesen 11.11. Feiern Sie ein wenig Karneval, wenn Sie mögen. Wir arbeiten für Sie. Bis dahin. Ciao, ciao. Ciao.

Sprecher 14: To last throughout the years. So bring your good times and your laughter too. We gonna celebrate your party with you. Come on now. Let's all celebrate and have a good time. We go celebrate and have a good time. It's time to come together. It's up to you. What's your pleasure?

Sprecher 15: It's a celebration.