Wie holen wir bei der KI auf, Herr Höttges?
Telekom-Chef Timotheus Höttges fordert einen schnellen Abbau der Bürokratie in Deutschland und in der EU. „Wir fühlen uns manchmal wie Gulliver, der von Millionen von Fäden festgebunden ist und seine Kraft nicht entfalten kann“, sagt Höttges im Gespräch mit Michael Bröcker.
Höttges sieht auch Probleme bei der Produktivität. Als Beispiel führt er an, dass deutsche Arbeitnehmer pro Jahr „200 Arbeitsstunden weniger arbeiten als der europäische Durchschnitt“.
Die Telekom investiert Milliarden in neue Rechenzentren. Den Anfang macht die neue KI-Fabrik in München. Gemeinsam mit Vertretern von Nvidia, SAP, der Deutschen Bank und der Bundesregierung stellt die Telekom ihre Pläne heute vor. „Über 70 Prozent der gesamten Rechenzentrenkapazität sitzt heute in Amerika. Und nur fünf Prozent in Europa, der Rest in Asien und vor allem China. Deswegen müssen wir hier aufrüsten“, sagt Höttges.
[09:18]
Die SPD-Basis fühlt sich in der schwarz-roten Koalition zunehmend unwohl. Laura Block, neue SPD-Korrespondentin bei Table.Media, analysiert gemeinsam mit Helene Bubrowski den wachsenden Frust der Genossen.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Keine Woche ohne neue öffentliche Kontroversen in der Koalition. Der Geist von Würzburg, wo ist der eigentlich? Jetzt wird wieder über Abschiebungen nach Syrien gestritten und auch die Reform des Bürgergelds bleibt ein Zankapfel zwischen den Koalitionären. Vor allem in der SPD wächst der Frust immer weiter. Wie ist der Zustand dieser Koalition wirklich? Das besprechen wir mit unserer neuen SPD-Korrespondentin des Berlin Table, Laura Block. Nvidia, SAP und die Deutsche Telekom arbeiten zusammen und präsentieren heute die Pläne für eine neue KI-Fabrik, die in München gebaut werden soll. Wir sprechen mit dem Telekom-CEO Timotheus Höttges über dieses neue Vorhaben und was das für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands bedeutet. Laut einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel sollen weltweit über 100 Millionen neue Jobs bis 2030 entstehen. Wo genau darüber reden wir am Schluss des Podcasts an diesem Dienstag, den 4. November. Schön, dass Sie dabei sind.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Kann Deutschland nun abgelehnte Asylbewerber nach Syrien abschieben? Ja oder nein? Darüber diskutiert die Koalition weiter. Teile der SPD sagen, nein, das geht nicht und freuen sich über die Aussage von Außenminister Wadephul. Der Innenminister Dobrindt hatte gesagt, nein, man hält an den Abschiebungen fest. Schließlich stehe es ja im Koalitionsvertrag. Nun gibt es Stimmen, die sich um Deeskalation bemühen. Carsten Linnemann zum Beispiel, der Generalsekretär der CDU, spricht von einem Scheinkonflikt und sagt, Dobrindt und Wadephul seien eigentlich derselben Meinung.
Sprecher 4: Das ist ein Scheinkonflikt. Beide sind der gleichen Meinung. Wir schieben ab, wir müssen abschieben, natürlich die Straftäter. Und alles Weitere, sobald es rechtlich möglich ist, werden wir auch angehen und dazu zählen weitere Abschiebungen.
Sprecher 2: Auch Kanzleramtsminister Thorsten Frei ruft in der Debatte. Zur Differenzierung auf und sagt, man müsse sich genau angucken, um welche Personengruppen es gehe. Und man müsse sich auch anschauen, in welche Regionen Syriens abgeschoben werden soll. So hat Thorsten Frey versucht, den Geist wieder in die Flasche reinzudrücken. Den Geist von Würzburg, könnte man sagen, denn man hatte sich doch vor gar nicht allzu langer Zeit zugesichert, nicht mehr öffentlich zu streiten und schon gar nicht über einzelne Worte oder Wortfetzen oder Halbsätze. Nun tut es die Koalition wieder und wir wollen uns mal unterhalten über die Frage, wie steht es eigentlich um diese Koalition? Und das tun wir mit unseren neuen Kollegen im Berlin Table. Laura Block ist bei uns. Sie wird künftig die SPD betreuen, wie es unter uns Journalisten so schön heißt. Das heißt natürlich nicht betreuen im eigentlichen Sinne, sondern das heißt beobachten und darüber berichten. Sie hatte gestern ihren ersten Arbeitstag und umso mehr freuen wir uns, dass sie direkt zu uns gekommen ist. Hallo, schön, dass du da bist, liebe Laura.
Sprecher 5: Hallo, vielen Dank für die Einladung.
Sprecher 2: Erklär uns mal diese Reaktion der SPD, die nun sagt, der Außenminister der CDU hat recht.
Sprecher 5: Das ist natürlich in erster Linie ein Konflikt, der innerhalb der CDU stattfindet. Und die SPD lässt sich jetzt so ein bisschen zurück und beobachtet das Ganze. Aber sie findet natürlich, dass Waddefool da einen Punkt hat. Auch sie glauben, dass die Lage in Syrien gerade nicht so stabil genug ist, dass man dorthin abschieben kann, eben auch keine Straftäter. Gleichzeitig sagen sie, sie wollen sich an den Koalitionsvertrag halten. Da steht halt eben drin, dass man Straftäter nach Syrien und Afghanistan abschieben will. Aber es steht halt eben nicht drin, wann und wie sozusagen die Lage vor Ort sein muss, damit man das eben macht. Und das ist jetzt der große Steilpunkt.
Sprecher 2: Da haben doch jetzt die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen eigentlich gezeigt, dass die Pragmatiker in der SPD, dass diejenigen, die auch in der Migration einen durchaus restriktiven Kurs verfolgen, die nicht mehr von Multikulti und Idealisierung sprechen, sondern die auch sagen, naja, mit der Stadtbilddebatte hat Friedrich Merz schon einen Punkt. Dass das diejenigen sind, die derzeit die Wahlen gewinnen und dass das doch auch eine Empfehlung an die Parteispitze sein könnte, etwas stärker in die Mitte zu rücken und nicht in Opposition. zu gehen zum eigenen Koalitionspartner. Warum gibt es dann doch immer wieder diese Reflexe in der SPD, in solchen Fragen zu sagen, nein, wenn wir nicht abschieben müssen und nicht dazu gezwungen werden, dann machen wir es auch nicht.
Sprecher 5: Man muss dazu sagen, dass die Partei auch in viele Schlüsselpositionen eben linke Politiker oder Politiker aus dem linken Flügel besetzt haben. Das führt dann halt eben dazu, dass die SPD aus dieser Anti-Haltung oder aus dieser eher doch linken Haltung nicht so richtig raus kann und weiterhin eben nicht den Kurs der Mitte verfolgt, sondern eben den anderen.
Sprecher 2: Insgesamt ist die Unruhe an der Basis ja sehr groß. Ihr habt es im Berlin Table aufgeschrieben gestern, wie groß der Frust ist, dass man auf diese Umfrageergebnisse schaut und sich die Augen reibt und sagt, das kann doch alles nicht sein. Und Entscheidungen der Koalition an der Basis offensichtlich für falsch hält, zum Beispiel das Bürgergeld. Da gab es ja jetzt eine Art von Mitgliederentscheid gegen die Abschaffung des Bürgergelds. Wobei Mitgliedernscheid, glaube ich, nicht so ganz passt. Klär uns mal auf, was da passiert ist.
Sprecher 5: Ja, es hätte Mitglieder begehren werden können, doch letztendlich wurde der Antrag im Willy-Brandt-Haus nicht eingereicht. Aber das ist ja auch wurscht. Es geht darum, dass die Basis Unterschriften gesammelt hat, weil man eben unglücklich ist über die Abschaffung des Bürgergelds. Und das zeigt ja auch eben, wie groß der Frust in der Partei ist. Seit Monaten, also wirklich seit vielen Monaten, hängt die Partei irgendwo bei 14 Prozent fest und kommt aus diesem Umfragetief gar nicht mehr raus. Und hat da eben... zwei Parteivorsitzende, die ja mit einer starken Vision, ist jetzt vielleicht ein bisschen viel, aber die mit einem großen Vorhaben angetreten sind, aber das jetzt nicht umsetzen können, weil sie eben auch beide sehr festhängen in ihren Ministerämten.
Sprecher 2: Aber ist das wirklich alles oder warum sind diese Parteivorsitzenden, die, naja, so richtig strahlend haben sie nicht begonnen. Lars Klingbeil hat am Wahlabend noch als Wahlverlierer die Chuzpe gehabt, das Ding einfach an sich zu ziehen. Und Bärbel Baas als ehemalige Bundestagspräsidentin war ziemlich beliebt. Und jetzt hat man doch das Gefühl, der Glanz ist ab. Die Mitglieder glauben nicht mehr so richtig an diese Spitze. Lars Klingbeil mit seinem Wahlergebnis von gut 60 Prozent bei der Wiederwahl zum Parteivorsitzenden. Also wie stark ist diese Führung und droht da irgendwann der Aufstand?
Sprecher 5: Ja, aber war da jemals Glanz dran? Das ist ja die große Frage. Also viele Genossen waren ja schon nach diesem Wahlabend ziemlich entrüstet, wie sich Lars Klingbeil die ganzen Ämter geschnappt hat. Haben dann dementsprechend auch viel von ihm erwartet. Diese Erwartungen können gerade nicht erfüllt werden. Also man kann jetzt Bärbel Baas und das Klingbeil nicht vorwerfen, dass sie zu wenig arbeiten. Aber sie stecken, so wie du auch schon gerade gesagt hast, zu tief in ihren Ämtern fest und haben einfach gar keine Zeit für die ganze Parteiarbeit, die jetzt aber wirklich notwendig wäre. Und man sagt ja schon auch so im Hintergrund immer, dass gerade Tim Klüssendorf derjenige ist, der das Willy-Brandt-Haus alleine leitet.
Sprecher 2: Droht jetzt die SPD eine Art... von Oppositionspartei in der Koalition zu werden, was wir in der Ampelzeit über die FDP gesagt haben. Also eine Partei, die vor lauter Selbstbeschäftigung und Angst vor ihrer eigenen Wählerschaft vor allem durch Abgrenzung von der CDU glänzen will. Was ist deine Analyse?
Sprecher 5: Das Problem ist eben, dass die SPD schon lange nach dieser einen großen Vision sucht und sie aber irgendwie noch nicht so richtig gefunden hat. Also das ist klar, man möchte zurück zum Kernklientel, was man ja aber auch schon lange verloren hat. Also wenn man sich mal anschaut, wer die SPD wählt, dann sind das ja heute nicht mehr die Arbeiterinnen und Arbeiter, sondern vor allem die Rentnerinnen und Rentner. Und es kann natürlich sein, dass... Wenn man jetzt eben diesen Weg nicht findet, dass man wieder in dieses alte Muster verfällt und erstmal tendenziell sich gegen die Politik der CDU stellt, anstatt an Seite der Union eben gemeinsam Politik zu machen. Der Bundeskanzler Friedrich Merz und Lars Klingbein haben ja versucht, das durch eine enge Zusammenarbeit eben zu verhindern, dass eben diese Opposition entsteht. Und auch die Fraktionsvorsitzenden arbeiten gut zusammen, aber sie müssen halt auch eben ihre Parteien und ihre Fraktionen wieder zusammenkriegen, damit das eben nicht nochmal passiert.
Sprecher 2: Ja, in der CDU jedenfalls ist zu hören, dass man der SPD alles Gute wünscht für die anstehenden Wahlen. Denn das haben wir dann schon in der letzten Legislatur gesehen. Je schlechter es für die FDP lief, desto mehr war sie mit sich selbst beschäftigt. Und sie sah dann eben ihren eigenen Erfolg nicht mehr. Er verknüpft mit dem Erfolg der Koalition. Wenn es so weit kommt, dann hat man ein Problem. Also wenn der Erfolg der Koalition kein gemeinsames Ziel mehr ist, wenn man sich vor allem abgrenzen muss. Das ist die Sorge von einigen in der CDU. Und deswegen, so scheint es, braucht man jetzt alle vier Wochen ein neues Würzburg, um sich gegenseitig zu versichern, dass man an einem Strang zieht. Mal sehen, wie viele Würzburger es gibt. Ja, Laura, vielen Dank, dass du heute bei uns warst. Laura Block, unsere neue SPD-Korrespondentin im Berlin Table. Vielen Dank.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: München soll der Standort sein einer neuen großen AI-Fabrik und das Konzept dafür wird heute vorgestellt. Die Deutsche Telekom will zusammen mit SAP, der Deutschen Bank und dem Chip-Hersteller Nvidia dafür sorgen, dass die deutsche Industrie gezielter KI nutzen kann. Es geht dabei um Wettbewerbsfähigkeit, eine größere Produktivität und auch um das Thema digitale Souveränität. Wie sicher sind die Daten, wenn man so ein Rechenzentrum nur mit einem amerikanischen Chip-Hersteller umsetzen kann? Und kann Europa im KI-Rennen überhaupt noch aufholen? Wie sieht es aus mit dem Glasfaserausbau in Deutschland? Viele Fragen, die Michael Bröker an Timotheus Höttges hat, den CEO der Deutschen Telekom.
Sprecher 6: Einen schönen guten Tag, Herr Höttges.
Sprecher 7: Ja, guten Tag, Herr Brücker.
Sprecher 6: An diesem Dienstag stellen sie in München mit dem amerikanischen Chip-Hersteller Nvidia die ersten Details zu einer großen neuen AI-Fabrik vor. Was ist das genau? Was machen sie da?
Sprecher 7: Wir reden ja sehr viel über die Souveränität unseres Standortes Deutschland. Wenn man sich überlegt, dann hängt sehr viel damit den Daten zusammen, die ja in der neuen Welt, in der wir leben, mit künstlicher Intelligenz und mit hohen Rechenkapazitäten. Da geht es um die Fragestellung, wo werden diese Daten eigentlich verarbeitet? Bauen wir kein normales Rechenzentrum hier in Deutschland, sondern wir bauen ein Rechenzentrum mit den sogenannten GPUs. Das sind diese Hochleistungs... Chips, die hier in Deutschland dann betrieben werden und die Deutsche Telekom geht jetzt voran und stellt hier neue Kapazitäten zur Verfügung für den Standort, dass jeder seine Daten selber hier testen, prozessieren kann, um an dem KI-Wachstum, was uns ja alle betreffen wird, teilzuhaben.
Sprecher 6: Wollen wir das mal konkretisieren. Das heißt, industrielle Kunden können in diesem Rechenzentrum ihren Schatz, ihren Goldschatz, nämlich industrialisierte Daten verarbeiten, weiterentwickeln, speichern, richtig?
Sprecher 7: So ist das. Bisher werden alle diese Daten auf amerikanischen Rechnern bearbeitet. Über 70 Prozent der gesamten Rechen-Center-Kapazität sitzt heute in Amerika und nur 5 Prozent sitzt in Europa. Der Rest sitzt in Asien und vor allem in China. Und deswegen müssen wir hier aufrüsten, wir müssen hier investieren, damit wir auch die Hoheit über diese Daten behalten und dass die Sicherheit für unsere Industrien, aber auch für die öffentliche Verwaltung gewährleistet ist. In dem Zusammenhang plant ja auch die Europäische Union die sogenannten Gigawatt-Factories.
Sprecher 6: Was ist da genau der Unterschied? Das müssen Sie mal erklären.
Sprecher 7: Ja, es gibt ja diese Idee, dass man eigentlich beschreibt eine Gigawatt-Factory, das Volumen an Energie, was gebraucht wird, um so eine Fabrik zu betreiben. Und je größer, je mehr Energie brauchen sie. Gigawatt redet, dann kann man sich das ungefähr so übersetzen. Ein Atomkraftwerk braucht so ungefähr ein Gigawatt. Das heißt, wenn hier Gigabit-Factories entstehen, dann müsste ein Atomkraftwerk an Strom daneben stehen, um diese Gigabit-Factories zu betreiben, weil diese Datenvolumen enorm groß sind und enorm viel Kapazität brauchen. Die Europäische Union will das fördern, diese sechs Fabriken. Es gibt auch viele Ausschreibungen hier in Europa. Aber wir haben gesagt, wir warten jetzt nicht, bis die Mühlen in Brüssel die Ausschreibungen hinter sich gebracht haben. Dann wird es ja dann noch mindestens zwei, drei Jahre dauern, bis diese Gigabit-Factories auch gebaut sind. Sondern wir haben jetzt gesagt, mit unserem Partner Nvidia, den wir seit Jahren ja schon kennen und mit ihm zusammenarbeiten, mit ihm wollen wir jetzt direkt der deutschen Industrie, aber den Kunden die Möglichkeit geben, Rechenkapazitäten zu erzeugen. Bedienen und die ab dem ersten Quartal nächsten Jahres, also sehr, sehr kurzfristig, diese Hochleistungschips zur Verfügung stellen, damit Deutschland endlich auch die Möglichkeit hat, in einem souveränen Architektur diese Rechenleistung hier in Deutschland zu vollziehen.
Sprecher 6: Sie sprechen über Souveränität, aber ohne den amerikanischen Chip-Hersteller wäre es jetzt doch nicht gegangen, oder?
Sprecher 7: Ja, Sie stellen eine gute Frage. Was ist eigentlich Souveränität und gibt es eigentlich... Souveränität. Für mich ist Souveränität A, die Betriebssouveränität, also die Fähigkeit, die ganzheitliche Betreuung, den Betrieb. eine Anlage zu übernehmen. Es ist die Datensouveränität, dass die Daten nicht abwandern, sondern eben hier am Standort bleiben. Und es ist natürlich die Technologie-Souveränität. Und wenn man diese drei Punkte mal durchdekliniert, von der Betriebssouveränität werden wir 100 Prozent. Es wird keine... Rechenzentrumsarchitektur geben in Deutschland, die so souverän ist, wie die, die wir jetzt anbieten. Die Datensouveränität auch gewährleistet, weil die Daten kommen ja von den Industrieunternehmen, kommen von der öffentlichen Hand. Und bei der Technologie-Souveränität, da gibt es natürlich eine Einschränkung, weil wir hier die Chipsets von Nvidia benutzen werden. Nvidia ist ein langjähriger Partner, kommt aus den USA, aber wir können uns hier bei Nvidia auf jemanden abstützen, der eine hohe Glaubwürdigkeit und Legitimität hat. Und bei den sonstigen Komponenten, und das ist mir ganz wichtig, das sogenannte Stack, was wir hier gebaut haben, das ist komplett ansonsten deutsch respektive europäisch. Und dann sitzt obendrauf noch der Applikationslayer, das Architekturmodell, was die Anwendung, die Applikationen ermöglicht. Und das ist eine der Kernkompetenzen von SAP. Und SAP wird uns mit seiner Business Transformation Plattform, das heißt BTP, entsprechend das wichtige Stack zur Verfügung stellen. was dann auch die Applikationen von den unterschiedlichen Anwendungen, sei es jetzt Industrie, sei es öffentliche Verwaltung, aber auch von Privatanwendungen, wie in unserem Fall Perplexity, dann in dieser Architektur bearbeiten lässt.
Sprecher 6: Okay, habe ich verstanden, was Sie da in München vorhaben. Zoomen wir nochmal raus auf den KI-Standort Deutschland. Laut die Leuten müsste Deutschland eigentlich in den kommenden fünf Jahren bis zu 60 Milliarden Euro in diese KI-Infrastruktur investieren, um international wieder wettbewerbsfähig zu sein. Also bräuchte man 60 von diesen Anlagen, richtig?
Sprecher 7: Was hilft uns jetzt irgendwo so eine Meta-Debatte? Was man täte, wenn man könnte oder wenn andere würden, was sie wollen. Mir geht es um Folgendes. Anstatt jetzt immer von, ja, das schaffen wir sowieso nicht und das braucht viel zu lange und die anderen sind viel größer. Die anderen haben auch ihre Data Center noch nicht gebaut. In Amerika sind riesige Ankündigungen gemacht worden. Aber jetzt müssen die erstmal ihre Kapazitäten auch dann in den Markt bringen. Bissi, ihr fangt jetzt mal an und wir stellen jedem Kunden die Möglichkeit ab dem nächsten Quartal zur Verfügung, dass er mit Hochleistungschips arbeiten kann in dieser souveränen Architektur. Und wenn wir dann sehen... Dass das auch die Industrieunternehmen benutzen. Wenn wir sehen, dass der Bund auch dann ernsthaft Souveränität betreibt und die Daten von uns deutschen Bürgern in diese Architektur, Architektur vertestet und bearbeitet. Und wenn wir sehen, dass das auch einen Produktivitätsvorteil für unsere Industrien schafft, mit diesen Anwendungen zu arbeiten, dann bin ich mir sicher, dann werden wir wachsen. Wir wollen jetzt zeigen, dass wir es können, aber wir arbeiten momentan auch mit aller Ernsthaftigkeit daran, diese AI-Gigafactory aufzubauen. Wir sind in Verhandlungen, was Standorte betrifft. Wir sind in dem Bewerbungspool für diese europäische Ausschreibung beteiligt. anfangen, machen, anstatt immer nur langfristig über Strategien zu zätern, Und dann werden wir sehen, ob Deutschland wirklich in der Lage ist, seine Produktivität mit den KI-Anwendungen nach vorne zu treiben.
Sprecher 6: Als Rheinländer schätze ich ja Ihren Optimismus, Herr Höttges, aber als Journalist bin ich ja von Amts wegen jemand, der immer Versäumnisse beklagt. Deswegen nochmal eben, die Meta-Ebene lasse ich jetzt nicht ganz los. Wir haben Deutschlands Wohlstand aufgebaut, indem wir Technologieführer waren, Innovationsweltmeister, gerade in industriellen Bereichen. Heute muss zumindest die Angst bestehen, dass wir irgendwann als Industriemuseum enden, wenn wir bei Batterien, bei Photovoltaik, bei Robotics oder Drohnen überall ja hinter den Chinesen und Amerikanern liegen. Deswegen nochmal die Frage, wo konkret kann unsere Chance sein in dieser neuen AI-Welt?
Sprecher 7: Also erstmal totgesagte Leben länger, Herr Bröker. Gucken Sie sich Japan an. Die befinden sich seit zehn Jahren in einer Rezession oder noch länger. Ich weiß es gar nicht und trotzdem ist es immer noch ein enormer Wirtschaftsfaktor. Aber sie haben natürlich recht. Wir müssen unsere Zukunft und wir müssen auch den Wohlstand der nächsten Generation sicherstellen. Und wir wollen ja nicht Museumsführer werden, sondern wir wollen ja Weltmarktführer bleiben. Und vor dem Hintergrund müssen wir etwas verändern. Da bin ich hundertprozentig bei Ihnen. Wenn ich sehe, was Faktorproduktivität und Wohlstand ausmacht, dann ist es Investitionen. Es sind zu wenig Investitionen am Standort in den letzten Jahren, die große Innovationsthemen gefördert haben. Zweitens ist es Innovationsleistung. Die Chinesen und die Amerikaner haben uns bei vielen Bereichen mit Innovationen abgehängt. Und es ist drittens natürlich die Arbeitsleistung der Fleiß. Und auch hier brauche ich Ihnen nicht zu sagen, der Deutsche arbeitet 200 Arbeitsstunden weniger als der europäische Industriedurchschnitt. Wenn alle diese drei Positionen nach unten zeigen, kann die Faktorproduktivität nicht steigern. Und wenn die Faktorproduktivität nicht steigern kann, dann kann auch kein Wohlstandsmaximum stattfinden. Also insoweit bin ich akademisch, analytisch, aber auch von meinem Bauch her hundertprozentig, wir müssen jetzt was tun. So, jetzt sind wir aber mit KI auf einmal in der Lage, unsere gesamte Industrie ja zu modernisieren. Nehmen Sie mal ein Beispiel. In der Vergangenheit hat ein Automobilhersteller seine Autos in Windkanal gestellt und hat den Windkanal benutzt, um dann optimale CW-Werte für das Auto mit der Karosserieformung zu ermitteln. Heute in der KI-Welt werden diese ganzen Datenpunkte in einem digitalen Zwilling in einem Rechner simuliert. Oder sie produzieren an einem Standort, überlegen sich aktuell, wie wird denn eigentlich meine Fertigung mit einer höheren Automatisierung laufen. Diese Automatisierung müssen sie nicht mehr Werk stillstellen und dann das neue aufbauen, sondern sie können erstmal eine komplette Simulation der gesamten Betriebsabläufe in einer KI-Welt durchführen und dann die Automatisierung durchführen.
Sprecher 6: Ein klarer Wake-up-Call für die K-Industrienation, wie mir gerade spontan eingefallen ist, Herr Hörtges. Aber ohne schnelles Internet ist das alles nichts. Und da sind wir beim Telekom-Chef. Mit dem muss ich natürlich auch mal über Glasfaser reden. Der Digitalminister Carsten Wildberger hat jetzt gesagt, Q1, da werden wir konkrete Ziele nennen, wird langsam Zeit, dass wir da aufholen. Zwei Drittel der deutschen Haushalte surfen immer noch mit alten DSL-Kupferverbindungen. Hat die Telekom da auch viel zu lange auf der alten Technologie gesetzt und holt erst jetzt auf, was sie längst hätte aufholen müssen?
Sprecher 7: Also, ohne dass ich Sie jetzt persönlich hier schelten möchte, manchmal ist dieser Missmut und dieses Halbglas-Lehr-Mentalität der Deutschen und insbesondere auch von unseren Wirtschaftsredaktionen, die das dann immer mit dem Finger des kritischen Geistes hochhalten, ist mir manchmal ein bisschen... Ich sage mal ermüdend. Ich sage Ihnen ganz offen.
Sprecher 6: Haben Sie jetzt aber sehr sanft ausgedrückt. Vielen Dank.
Sprecher 7: Es stimmt einfach nicht. Ausrufezeichen, Ausrufezeichen. Wenn ein Kunde eine Unternehmensanwendung haben möchte und zum Beispiel hier von uns eine entsprechende 400 Gigawatt Anbindung haben möchte, wenn er eine hochleistungsbeförderte Glasfaser sammelt, dann bekommt der die auch. So, die Frage ist natürlich...
Sprecher 6: Die Frage ist wann und wie schnell.
Sprecher 7: Nein, er kann die heute schon haben. Große Unternehmen werden von uns alle angebunden. Dann ist es nur eine Frage der Planungsleistung, das hinzubekommen. Die Frage, die ich manchmal stelle, ist, sind die Kunden bereit, dafür auch entsprechende Gelder in die Hand zu nehmen? Wenn ich natürlich so eine Anbindung haben möchte für einen Preis von 20, 30, 40 Euro, dann sage ich Ihnen, dann ist das natürlich mit Investitionen verbunden und das muss ich immer rechnen. Aber wenn Sie sich mal anschauen, mit welchen Bandbreiten die Deutschen heute aufgrund ihrer Vectoring und Supervectoring-Anbindung unterwegs sind und insbesondere Wie die Flächenabdeckung ist. Kein Land in Europa hat so eine homogene Versorgung zwischen Bandbreite vom ländlichen und von der städtischen Versorgung. Das ist in anderen europäischen Ländern übrigens sehr, sehr viel unterschiedlich. Also ich würde mal nicht so schlecht machen, wie Sie jetzt machen und auch nicht auf die Technologie alleine absetzen.
Sprecher 6: Ich frage ja nur, Herr Höttges, aber dann sagen Sie, die Privathaushalte, die müssen im Zweifel nicht unbedingt Glasfaser haben, weil es ist... Es ist schon ein Fakt, dass nur 22 Prozent der deutschen Haushalte also zu Hause im Haus Glasfaser haben. Vielleicht müssen die ja nicht, wenn Sie das so sagen.
Sprecher 7: Viele Kunden sind heute mit 250 Megabit total zufrieden. Und das ist ja auch eins unserer Probleme, die wir gerade haben, dass wir 11 Millionen Haushalte mit Glasfaser verbunden haben, aber unter 20 Prozent Auslastung auf dieser Infrastruktur haben. Perspektivisch müssen wir aber jetzt investieren, damit wenn die Bandbreiten entsprechend höher ist und wir sehen ja, dass die Kunden immer mehr Bandbreiten konsumieren, sie brauchen mehr Datenvolumen für ihre Filme, sie brauchen sie für ihre Computer, sie brauchen sie für ihre Spiele und andere Themen, dann müssen wir natürlich den Stau schon antizipiert haben und müssen die Bandbreiten schon aufgebaut haben. Aber ich sage Ihnen auch, wenn Sie sich heute die durchschnittliche Versorgung für die Bandbreite pro Haushalt anschauen, dann sind wir in Deutschland nicht so schlecht wie manchmal der Ruf.
Sprecher 6: Okay. Herr Oetkes, haben Sie mit dem Bundeskanzler schon mal darüber gesprochen, wie viel von diesen 500 Milliarden Euro Sondervermögen eigentlich in die digitale Infrastruktur geht?
Sprecher 7: Natürlich habe ich mit dem Bundeskanzler solche Fragen erörtert. Momentan ist es so, dass der Glasfaserausbau gestemmt wird von den Industrieunternehmen. Ich glaube, es geht momentan weniger um die Frage, wir brauchen noch mehr Geld vom Staat in dieser Frage, sondern mehr um die Frage, kann der Ausbau von der bürokratischen Seite her und der regulatorischen Seite erleichtert werden. Stichwort in der Wohnungswirtschaft dann auch überall Glasfaser zu verlegen. Stichwort Trennstegen, nicht 1,20 Meter tief in jede Straße reinzulegen, sondern eben mit einfacheren, günstigeren Methoden Glasfaser zu verlegen. Das größere Problem sind wirklich die Kosten, die ich pro Haushalt habe. Und die kann ich dadurch reduzieren, dass ich Bürokratie erleichter, dass ich Ausbauverfahren erleichter, dass ich Genehmigungsverfahren erleichter. Da würde uns viel mehr mitgedient sein, als einfach immer nur Geld draufschmeißen zu wollen.
Sprecher 6: Ich habe in Ihrer Rede im Übersee-Club gelernt, dass Sie mit 230 Behörden zu tun haben als Deutsche Telekom, wenn Sie einfach nur Ihr Geschäft nachgehen. Das ist schon jede Menge. Würden Sie sagen, dass die Bürokratie am Ende der zentrale Hemmschuh für das immer noch fehlende Wachstum ist?
Sprecher 7: In unserer realen Welt haben wir ein Bürokratieproblem. Über die letzten Jahrzehnte ist das entstanden und wir haben uns da auch vielleicht alle ein bisschen von einlullen lassen, weil jedes einzelne Gesetz oder jede einzelne Regulierung ja durchaus vor dem Hintergrund... Des zu lösenden Problems sinnvoll sein kann. Nur, wir fühlen uns manchmal wie Gulliver, der von Millionen von Fäden festgebunden ist und eigentlich seine Kraft nicht entfalten kann, seine unternehmerische Kraft nicht entfalten kann. Es braucht dringend eine entsprechende Debürokratisierung. Wenn Sie heute zum Beispiel das Papier von Carsten Wildberger lesen, dann kann ich dem nur zustimmen. Also er ist... sieht ja auch das Bürokratieproblem und er weiß, er muss was tun, dass wir unternehmerisch mehr Freiheiten haben. Aber ich sage Ihnen auch, zwei Drittel unserer Gesetze werden in Europa gemacht. Und das Drahi-Papier sehe ich momentan nicht in der konsequenten Umsetzung. Ich vermisse in Brüssel die Ernsthaftigkeit, mit der dieses Papier umgesetzt wird, damit unsere Industrie Skalen bekommt, dass Industrie freiere Märkte bekommt, dass wir einfach die Situation, die wir in den Weltmärkten haben, gegenüber China, aber auch gegenüber den USA, dass wir hier, ich sage mal, unterhaken und... Eine Wirtschaftsmacht in Europa entsprechend etablieren.
Sprecher 6: Lieber Herr Jörg, vielen Dank für den tiefen Einblick, für den Klartext und immer wieder auch Ihren Optimismus. Vielen Dank für dieses Gespräch.
Sprecher 7: Ich danke Ihnen, Herr Bröker.
Sprecher 2: Flo, heute bist du wieder da. War noch was?
Sprecher 8: Ja, es gibt eine interessante neue Studie des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Bis 2030 sollen auf der gesamten Welt ca. 100 Millionen neue Jobs entstehen und der Großteil davon überraschenderweise in Afrika. Also knapp 75 Millionen.
Sprecher 2: Ja, sehr spannende Studie. Dazu können Sie mehr in unserem Afrika-Table lesen. Testen Sie doch mal vier Wochen kostenlos unter table.media.afrika oder einfach den Link in den Shownotes benutzen. Afrika, ein wirklich spannender Kontinent.
Sprecher 8: Wir sind dann morgen wieder für Sie da. Bis dahin, machen Sie es gut. Tschüss.
Sprecher 9: I hear the drums echoing tonight. She hears only whispers of some quiet conversation. She's coming in 1230 flights. The moonlit wings reflect the stars that guide me towards salvation. I stopped an old man along the way, hoping to find some old forgotten words or ancient melodies. He turned to me as if to say, hurry boy, it's waiting there for you.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.