Muss die Bundesbank Gold verkaufen, Herr Nagel?
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel mahnt mutige Reformen an: "Wir müssen uns ehrlich machen. Wir müssen länger arbeiten, um uns den Wohlstand zu erhalten." Gleichzeitig zeigt er sich optimistisch für die Wirtschaft: „Die deutsche Wirtschaft kann jetzt auf einen moderaten Wachstumspfad einschwenken. Deutschland und Europa sind besser aufgestellt als viele immer meinen."
[09:09]
Außenminister Johann Wadephul sorgt für neuen Koalitionsstreit. Seine Äußerungen zu Rückführen nach Syrien stehen im Gegensatz zu den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. Innenminister Alexander Dobrindt widerspricht auch prompt.
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Die Supermächte China und USA nähern sich überraschend an. Nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping soll es nun sogar eine direkte militärische Kommunikation geben. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte diesen heißen Draht an und twitterte: "God bless both China and the USA."
[06:34]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Ein Satz von Außenminister Johann Wadephul bei seiner Reise nach Syrien könnte zum nächsten Koalitionsstreit werden. Er ist nämlich skeptisch bei Rückführungen nach Syrien, obwohl das doch im Koalitionsvertrag drinsteht. Und prompt widerspricht auch CSU-Innenminister Dobrindt, der es anders sieht. Und die SPD allerdings, die ist bei Wadephul. Wir sagen Ihnen, was da schon wieder los ist in dieser Koalition.
Sprecher 3: Bis vor wenigen Tagen war die Atmosphäre zwischen China und den USA, den beiden Weltmächten, noch ziemlich eisig. Doch nach dem Treffen der beiden Staatschefs Xi Jinping und Donald Trump soll es nun sogar eine direkte militärische Verbindung der beiden Länder geben, falls es mal notwendig sein sollte, wie der amerikanische Verteidigungsminister gesagt hat. Wozu das gut sein soll, wir sprechen darüber gleich.
Sprecher 2: Nach drei Jahren Rezession soll Deutschland im nächsten Jahr endlich wieder wirtschaftlich wachsen. Ist ja auch höchste Zeit. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, ist zuversichtlich, dass das auch gelingt. Und wir fragen ihn, warum er eigentlich so zuversichtlich ist und was er von den großen Schulden der Regierung hält.
Sprecher 3: Es ist Montag, der 3. November. Schön, dass Sie wieder bei uns sind.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Wird nun bald nach Syrien abgeschoben, ja oder nein? Im Koalitionsvertrag steht es ziemlich eindeutig drin, nach Afghanistan und Syrien werden wir abschieben, beginnend mit Straftätern und Gefährdern. Aber der Außenminister, der hat nun auf seiner Reise nach Syrien gesagt, es ist alles nicht so einfach, es sieht katastrophal hier aus, man könne vorerst nicht abschieben.
Sprecher 5: Kurzfristig können sie nicht zurückkehren. Ein dermaßen großes Ausmaß an Zerstörung habe ich persönlich noch nicht gesehen, habe ich mir auch nicht vorstellen können. Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben.
Sprecher 3: Ja, ein Halbsatz von Johann Wadephul und schon ist wieder Debatte in der Koalition. Das kennt man bei Wadephul ehrlicherweise schon. Und das ist natürlich jetzt zumindest, was die Unionsseite der Regierung betrifft, nicht gerade friedensstiftend. Denn nach Syrien kann und soll abgeschoben werden. Darauf hat man sich nach langen Diskussionen im Koalitionsvertrag geeinigt. Aber es machen auch schon andere europäische Länder. Die deutsche Wirtschaft wird animiert, dort zu investieren. Und natürlich ist dieses Land kaputt, aber es herrscht eben kein Krieg mehr. Und die konkrete direkte Bedrohung ist nicht da. Also Helene, du bist die Juristin, aber kann man jetzt oder kann man dahin nicht abschieben?
Sprecher 2: Ja, aber Michael, bevor wir über die juristischen Fragen sprechen, lass uns einmal noch kurz über den Mann Wadephul reden, der ja immer mal wieder so Halbsätze oder Worte sagt, die Irritationen auslösen oder gleich einen ganzen Koalitionsstreit. Ich erinnere an das Wort Zwangssolidarität mit Blick auf Israel. Dieser ja an sich so... Freundliche und zugewandte Mann. Was treibt den eigentlich um? Ist das eine Art von Impuls, der ihn dann leitet, dass er jetzt die schrecklichen Bilder gesehen hat in einem Vorort von Damaskus? Oder steckt dahinter eine Strategie?
Sprecher 3: So wie ich ihn kenne, muss ich sagen, Helene, das ist er, wie er ist. Er will sich nicht komplett verbiegen. Er ist kein lupenreiner Diplomat. Er sieht diese Bilder, war in natürlich schwierigen Stadtteilen unterwegs. Es gibt durchaus auch Journalisten, die in Syrien sind, die ganz andere Orte dort sehen. Und dann sagt er das, was er gerade denkt. Das hat er auch bei Israel gedacht. Und die Konsequenzen, die bedenkt er dabei nicht immer.
Sprecher 2: Also man kann sagen, ein Mann, der auch Mensch bleiben will und das für sich ist doch immerhin etwas Gutes, würde ich sagen, in dieser Politik, in der es manchmal so zugeht, als hätte man es nur noch mit KI oder Robotern zu tun. Aber jetzt schauen wir uns mal den Fall an. Wie groß ist das Problem eigentlich von Syrern, die einerseits jetzt noch nach Deutschland kommen und andererseits die, die abgeschoben werden sollen? Also in der ersten Hälfte dieses Jahres von Januar bis August stellten 18.000 Syrer einen Antrag auf den Flüchtlingsstatus und zugleich sind ca. 10.000 ausreisepflichtig. Also das ist jetzt keine riesengroßen Zahlen, gerade was die Ausreisepflichtigen angeht, aber eben natürlich am Ende ist das auch eine Frage von Symbolpolitik. Ist Deutschland in der Lage, Menschen, die hier nicht bleiben dürfen, auch außer Landes zu bringen und sind die rechtlichen Verhältnisse so, dass man es machen kann.
Sprecher 3: Wir müssen die rechtlichen Dinge diskutieren, aber auch die politischen. Wir haben es nun mal mit Ländern da draußen zu tun, die uns nicht gefallen, deren Regime uns nicht gefallen. Wir fahren ja auch nach Saudi-Arabien und machen engste Geschäfte mit diesen Ländern. Und deswegen ist es durchaus nachvollziehbar, wenn man sagt, dort herrscht jetzt kein Krieg mehr. Deswegen müssen wir dort natürlich auch wieder das Asylrecht, wie wir es hier kennen, nämlich es ist Flucht vor Kriegszuständen oder vor direkter persönlicher Verfolgung. Wenn das nicht nachzuweisen ist, dann kann ein solcher Antrag eben auch negativ beschieden werden. Also ich verstehe die Dramatik da jetzt gerade nicht. Natürlich ist das kein schöner Ort, um dort zu leben, aber das gilt für sehr viele Orte auf der Welt.
Sprecher 2: Interessant ist ja auch, dass Gerichte sich durchaus zu dem Themenkomplex schon geäußert haben und zwar auch schon vor dem Sturz des Assad-Regimes. Das war im Dezember 2024, ein halbes Jahr vorher. Im Juli hat das OVG Münster, das Oberverwaltungsgericht von Nordrhein-Westfalen, entschieden, dass Syrer jedenfalls nicht mehr pauschal subsidiären Schutz bekommen. Denn, so heißt es in der Entscheidung, Zivilpersonen müssen nicht mehr damit rechnen, getötet oder verletzt zu werden. Wie es mit diesen Gerichtsentscheidungen so ist, ist es immer nur die Entscheidung über einen konkreten Fall. Und jetzt diskutieren Juristen darüber, gilt das jetzt eigentlich allgemein und pauschal für alle Syrer oder ist dieser Fall eben nicht auf andere Fälle übertragbar. Und man kann eben das immer noch versuchen. Es versuchen ja auch, wir haben es ja gesagt, 18.000 sind es, die es weiterhin hinbekommen. Aber natürlich hat sich die Lage geändert und erst recht hat sie sich geändert seit Dezember 2024. Als das Assad-Regime stürzte und die Islamisten an die Macht kamen und Jens Spahn, der erste war, der an Tag 1 sagte, so und jetzt ist die Lage anders und wir können auch wieder nach Syrien abschieben. Schon damals gab es Streit um dieses Thema und der hält weiterhin an.
Sprecher 3: Das Thema wird uns begleiten, aber klar ist, wer die Flüchtlingszahlen zurückbringen will, der muss an die drei Herkunftsländer, die nun mal die Top 3 sind, ran. Das ist Syrien, das ist Afghanistan, das ist die Türkei. Syrien immer noch auf Platz 1 der neu kommenden Asylbewerber. Und es ist klar, dass wenn man die Zahlen runterkriegen will, dass man eben auch darüber reden muss. Das rote Telefon im Weißen Haus, auch wenn es das so eigentlich nie gab, aber es diente damals jedenfalls dazu, man erinnert sich an John F. Kennedy, einen direkten Kommunikationsweg zwischen der Sowjetunion und den USA zu haben. Jetzt, die beiden Großmächte sind nicht mehr Russland und die USA, sondern USA und China, jetzt soll es so eine Art rotes Telefon zumindest zwischen der Generalität, den Militärs und den Verteidigungsministerien zwischen China und den USA geben.
Sprecher 2: Das Treffen vom vergangenen Donnerstag zwischen Trump und Xi hat offensichtlich ja den Weg geebnet zu einer engeren Zusammenarbeit. Wir erinnern uns, Trump hatte damals von einem großartigen Treffen gesprochen auf einer Skala bis 10, sei man bei 12, so sagte er es. Das haben offenbar seine Minister gehört und so hat Pete Hexeth jetzt in einem Tweet abgesetzt, dass man eben auch auf andere Weise nämlich militärisch zusammenarbeiten will. Und dieser Tweet ja endet mit den Worten God bless both China and the USA. Also schon bemerkenswert, wie schnell das geht, dass dieser... Erzfeind hatte man beinahe das Gefühl, jedenfalls Erzrivale zum Partner wird.
Sprecher 3: Die Sprunghaftigkeit jedenfalls dieses amerikanischen Präsidenten, die ist auf jeden Fall Nobelpreisverdächtig. Aber es hat auch sein Gutes, was Trump da macht. Denn wenn das so kommt jetzt, dass die Exportkontrollen Chinas bei den seltenen Erden doch wieder abgemildert werden, wenn es keinen Handelsstreit zwischen diesen Weltmächten gibt oder wenn er zumindest abgemildert wird, dann profitieren auch wir in Deutschland die Exportmacht davon. Insofern muss man eigentlich sagen, danke Trump für diesen Gipfel. Er war notwendig.
Sprecher 2: Ja, Michael, das sehe ich anders. Ich glaube wirklich, dass man bei China nicht naiv sein darf, dass man das absolut ernst nehmen muss, gerade im Sicherheitsbereich, was da auf den verschiedenen Ebenen passiert. Und dass die Chinesen sich das ganz genau überlegt haben, wie sie da jetzt vorgehen. Bei diesem Wirtschaftsstil, den sie gemacht haben, haben sie ja nur Zugeständnisse in Punkten gemacht, die für sie in Wahrheit überhaupt nicht schmerzhaft sind. Aus China ist zu hören, dass man sagt, Trump ist eigentlich für uns ein sehr guter Präsident. So einen China-Freund werden wir in absehbarer Zeit nicht mehr bekommen. Deswegen lohnt es sich jetzt, in ihn zu investieren. Und was investieren in dem Fall bedeutet, heißt natürlich, ihn gefügig machen, einseifen, in irgendwelche Verbindlichkeiten bringen. Ich bin nicht sicher, ob das der richtige Weg ist, auch wenn es wirtschaftlich auch für Deutschland am Ende und Europa profitabel sein könnte, wenn weltweit die Zölle sinken. Aber, das haben wir mit Russland schon gesehen, das ist am Ende wirklich nicht alles.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriege ich...
Sprecher 3: Wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher. Die Inflation in Deutschland lag im Oktober bei nur noch 2,3 Prozent und damit genau in dem Zielkorridor der EZB. Auch deswegen hat sie den Leitzins bei ihrer jüngsten Sitzung nicht weiter abgesenkt. Das ist einerseits ganz gut für diejenigen, die Schulden haben. Niedrige Zinsen sind gut bei Schulden. Allerdings die wirtschaftliche Lage, sie bleibt weiter angespannt. Ökonomen gehen auch davon aus, dass es dieses Jahr in Deutschland wieder nur eine Stagnation gibt. 2026 soll es dann endlich besser werden. Immerhin ein Wachstum von rund 1,6 Prozent wird erwartet. Ist das wirklich so? Was sagt eigentlich die Bundesbank, die Hüterin unseres Geldes, aber auch versehen mit klugen Ökonomen, zum Beispiel auch an der Spitze? Was ist da wirklich los nächstes Jahr? Wie guckt die Bank auf unsere wirtschaftliche Entwicklung? Was sagen Investoren eigentlich über Gelder in Deutschland? Lohnt es sich hier zu investieren? Das haben wir mit Joachim Nagel besprochen, dem Präsidenten der Deutschen Bundesbank, der diese Woche nach Berlin kommt und zum Hauptstadteempfang einlädt. Zuvor war er natürlich bei uns zu Gast. Einen schönen guten Tag, Herr Nagel.
Sprecher 6: Guten Tag, Herr Bröcker.
Sprecher 3: Herr Nagel, die EZB lässt die Zinsen unverändert. Die Inflation bei rund 2 Prozent. Sind damit die Zinssenkungszyklen jetzt vorbei?
Sprecher 6: Also ich denke, zunächst mal war die Entscheidung angemessen. Zinsen nicht zu verändern. Seit dem letzten Entscheid oder auch seit den letzten Projektionszahlen aus dem September hatten sich ja die Zahlen nicht grundlegend verändert. Wir liegen, was die Inflationsrate angeht, für den Euro-Raum nach vorläufigen Schätzungen bei 2,1 Prozent. Im Jahresdurchschnitt dürfen wir uns ebenfalls auf der Ebene bewegen in der Größenordnung. Insofern gab es überhaupt keinen Anlass, dass an den Zinsen irgendetwas zu verändern war. Wir werden so vorgehen, wie jetzt auch zuletzt geschehen. Wir werden uns dann im Dezember die neuen Projektionen, dann kommen nämlich neue Projektionen, anschauen und werden dann eben in dieser Sitzung auf der Basis dieser neuen Daten entscheiden. Also wir halten uns alle Optionalitäten. Offen und ich denke, das ist vor dem Hintergrund der vielen Unsicherheiten auch der angemessenste Weg.
Sprecher 3: Eine Politik der ruhigen Hand, das kann in diesen Zeiten ja auch mal ganz gut tun. Dann können wir ja vielleicht mal auf die Wirtschaftspolitik schauen, wenn der Geldwert schon so stabil bleibt. Sie haben im jüngsten Bundesbankbericht geschrieben, dass es trotz dieser ungünstigen Investitionsbedingungen, die es ja für Unternehmen gerade gibt, auch die Belastung durch die US-Zölle, keine größeren Dämpfer für die Industrie sich abzeichnen in Deutschland. Haben wir das Schlimmste vielleicht schon überstanden?
Sprecher 6: Also es ist sicherlich wichtig festzustellen, dass die deutsche Wirtschaft durchaus widerstandsfähig ist. Und ich denke schon, dass die deutsche Wirtschaft jetzt auf einem moderaten Wachstumspfad einschwenken kann. Die Politik in Berlin. Tut ja auch einiges mit dem großen Fiskalpaket dazu. dass das gelingen kann im nächsten Jahr. Wir werden sicherlich im nächsten Jahr mehr Wachstum sehen, wenn dann die Ausgaben in Zukunftsinvestitionen richtig gesetzt sind. Dann kann aus diesem zarten Pflänzlein auch deutlich mehr werden und die Wirtschaft kann deutlicher an Fahrt aufnehmen und es kann mehr daraus entstehen. Also Deutschland und auch Europa ist möglicherweise besser aufgestellt, als viele immer meinen, dass Europa hier als wenig wachstumsfreundlich aufgestellt sei. Ich bin da zuversichtlicher, als das manche sind.
Sprecher 3: Nach drei Jahren der Stagnation muss dieses Flenslein aber auch wirklich mal langsam wachsen. Nächstes Jahr wartet und hofft auch die Bundesregierung auf das Comeback der deutschen Wirtschaft und investiert bis 2036 500 Milliarden Euro Sondervermögen in die Modernisierung dieses Landes, wenn man es mal ganz grob sagt. Aber laut zumindest einigen Studien, auch des IW, versickert einiges in konsumtiven Ausgaben von diesem Sondervermögen oder wird aus dem Kernhaushalt entnommen und nur umgeschichtet. Glauben Sie an die wirkliche effektive Wirkung für das Wirtschaftswachstum oder muss man da an das Sondervermögen nochmal rangehen?
Sprecher 6: Also ich glaube, es hilft jetzt nicht, bevor die Gelder überhaupt erst investiert sind, jetzt schon darauf hinzuweisen, was möglicherweise schief gehen könnte und was möglicherweise falsch allokiert ist. Man muss fairerweise sagen, dass die Gelder ja auch erst seit einigen Wochen, seitdem der Haushalt steht, jetzt überhaupt erst zur Verfügung. Die Themen können jetzt erst angegangen werden. Mir ist es einfach jetzt noch zu früh, jetzt hier in Sack und Asche zu gehen, möglicherweise was noch gar nicht geschehen ist. Wir sollten erstmal anpacken und die Bundesregierung ist sich ihrer Verantwortung an der Stelle bewusst. Will ich mir meine Zuversicht da nicht nehmen lassen, dass die Zukunftsthemen jetzt mit dem Investitionspaket angegangen werden.
Sprecher 3: Herr Nagel, die Zuversicht will ich Ihnen natürlich auch nicht nehmen. Die Frage ist nur, wie wir in Europa mehr Geld für die Wirtschaft locker machen können. Sie waren mit dem Finanzminister in Washington, haben ja auch Investoren da getroffen und da geht es immer wieder darum, um europäische Regulierung. Was sind die Maßnahmen? Wie kann Europa schneller, dynamischer, effizienter werden, damit mehr Geld investiert wird in die europäische Wirtschaft?
Sprecher 6: Das sind die allfälligen Themen, wie beispielsweise die Spar- und Investitionsunion oder auch Kapitalmarktunion. Das ist sicherlich ein Thema, um Europa attraktiver zu machen, damit privates Kapital mobilisiert werden kann. Bürokratie, Abbau, das sind alles die Schlaglichter. Aber insgesamt die Fragmentierung in Europa. Wir müssen Europa als Wirtschaftsstandard, als Investitionsstandard attraktiver machen. Und da gibt es... Sicherlich seitens der Bundespolitik vielleicht das eine oder andere zu tun, aber eben gerade auch in Brüssel müssen die Themen jetzt mit Hochdruck vorangetrieben werden.
Sprecher 3: Machen wir es doch mal konkret, Herr Nagel. Die USA lockern die Eigenkapitalvorschriften für US-Banken, damit diese eben mehr Kredite ausleiern. Die Wirtschaft. Sollten wir das in Europa auch tun?
Sprecher 6: Nein, wir sollten dem amerikanischen Weg in der Stringenz sicherlich nicht folgen. Finanzstabilität per se ist natürlich ein Wert an sich, der auch eine wirtschaftsstabile aufstellt. Deswegen darf man an der Stelle nicht kurz springen, um am Ende möglicherweise einen größeren Schaden zu produzieren. Aber wo wir sicherlich was tun können, ist die Banken, den Finanzsektor von bürokratischen Lasten, von Reporting-Anforderungen zu entlasten. Darum geht es. Es geht um eine Vereinfachung, um eine Art der Modernisierung. Wenn man den Banken möglicherweise Lasten nimmt, bürokratische Lasten, wo sie auch hohe Personalressourcen aufwenden müssen, dann haben sie dann mehr Raum, mehr Platz, die Personalressourcen sozusagen für ihren eigentlichen Job zu nutzen. Das sind Fehler der Vergangenheit. Wenn man Banken zu stark kapitalseitig entlastet hat, dann gab es in der Vergangenheit auch schon Fehlallokationen von Kapital. Es wurden deutlich mehr Risiken genommen und am Ende war es dann leider oft so, dass der Steuerzahler die Zeche zu zahlen hatte und darum kann es nicht gehen.
Sprecher 3: Was die Bundesregierung macht, ist natürlich auch eine riesige Wette auf Wachstum mit ihren Schuldenpaketen, mit dem Sondervermögen. Wir marschieren in den nächsten Jahren Richtung 80 Prozent Staatsverschuldung. Machen Sie sich Sorgen, dass das am Ende nicht mehr nachhaltig ist, wenn wir in zehn Jahren am Bundeshaushalt zur Hälfte Zinszahlung und Steuerzuschüsse in die Rente haben?
Sprecher 6: Also insgesamt ist das Paket der Bundesregierung sicherlich mutig. Diese Hoffnung, die ist sicherlich... nicht unbegründet, dass das am Ende gelingen kann und mit dem deutschen Paket dann viele Länder im Euro-Raum profitieren können und der Euro-Raum insgesamt stärker wird. Wir dürfen Europa nicht unterschätzen. Wir sind 450 Millionen Menschen. Wir haben starke Unternehmen, starke mittelständische Unternehmen. Wir haben gut ausgebildete Fachkräfte. Wenn die Wachstumsstory stimmt, dann stimmen auch die Refinanzierungskosten am Ende. Dann wird es auch von den Kapitalmärkten gutiert. Wir dürfen uns nicht Kirre machen lassen von vielen, die dort nur Bedenken sehen und nur Sorgen haben. Damit kommen wir kein Sentiment weiter. Wir müssen jetzt das beherzt angehen, was ich glaube, was durchaus in diesem Fiskalpaket angelegt ist. Aber ich muss es auch nochmal betonen, als Notenbank müssen wir hier eine unabhängige Rolle einnehmen. Wir schauen uns an, was das für Konsequenzen hat für die Preisstabilität und wir werden diesen Prozess natürlich kritisch begleiten.
Sprecher 3: Im Haushalt fehlen bis 2028 rund 180 Milliarden Euro. Hat ein Bundesbankpräsident eine Idee, wo die Politik bei der Konsolidierung ansetzen sollte?
Sprecher 6: Also die Konsolidierung muss sicherlich dort angesetzt werden, wo wir uns vielleicht in den vergangenen Jahren zu stark konsumtiv engagiert hatten. Es wird sicherlich auch um die Frage der Neuordnung der Sozialversicherungssysteme gehen. Sie kennen die Position der Bundesbank, gerade wenn es um das Thema Lebensarbeitszeit geht. Wir müssen uns an der Stelle, auch wenn es unangenehm ist, angenehm ist. Ehrlich machen, wir sind eine alternde Gesellschaft. Wir müssen aus Sicht der Bundesbank länger arbeiten, um uns den Wohlstand zu erhalten, den Generationen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgebaut haben. Das ist auch am Ende die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts. Dann habe ich schon Sorgen. Wenn uns das nicht gelingt, dann wird Deutschland, dann wird damit aber auch Europa zurückfallen und wir werden zwischen den großen Polen möglicherweise zerrieben werden im globalen Kontext. Und das kann ja nicht unsere Interessenlage sein.
Sprecher 3: Um diese Debatte rund um die Renteneintrittszahl 70 oder 71 oder 69 zu vermeiden, könnte man doch auch einfach die Rente schrittweise in einem Modell an die Lebenserwartung koppeln.
Sprecher 6: Also es wird sicherlich darum gehen, dass man ein verlässliches Modell findet, was nachvollziehbar ist. Ich bin auch davon überzeugt, man muss es den Menschen... In Deutschland zutrauen, zu verstehen, wo die Herausforderungen liegen. Und ich denke, vielen ist klar, auch wenn man möglicherweise Jahrzehnte einbezahlt hat und sicherlich sich dem Zeitpunkt entgegensehend, dass man möglicherweise in den wohlverdienten Ruhestand eintreten kann, Aber es geht ja darum, auch in der Generationenverantwortung hier zu stehen. Die Menschen verstehen, dass wir hier gemeinsam Verantwortung tragen, wie es mit uns weitergeht und wie wir weiterhin unseren Wohlstand stabilisieren können.
Sprecher 3: Auf die Idee, ein Teil der Goldreserven immerhin. Rund 400 Milliarden Euro bei den jetzigen Rekordständen zu verkaufen, sind sie aber noch nicht gekommen, oder?
Sprecher 6: Das ist sicherlich ein Thema. Also sehen Sie mir nach. Die Bundesbank hat hier über Jahrzehnte hinweg die einzig denkbare Position bezogen, die dort an der Stelle Sinn macht. Gold ist ein Vertrauensanker. Gold gibt den Menschen Zuversicht in unsere Währung, in unseren Wirtschaftsstandort. Deswegen wäre es nie eine gute Idee gewesen, an den Goldbestand heranzugehen. Und so wird es auch diesmal sein. Das Gold bleibt dort, wo es ist und wird nicht verkauft werden.
Sprecher 3: Dann haben wir das auch geklärt. In diesem Sinne, vielen Dank, lieber Herr Nagel. Ich danke, Herr Präsident, und eine schöne Woche.
Sprecher 6: Ich danke Ihnen recht herzlich für das Gespräch.
Sprecher 3: Eline, war noch was?
Sprecher 2: Michael, ich bin aus Italien zurück mit einem großen Stück Gorgonzola im Gepäck. Und ich dachte, das ist einfach eine gute Urlaubserinnerung und lecker, wenn auch ziemlich fettig. Aber nein, es ist auch mehr als das. Das haben wir heute gelesen, das nämlich neuen Studien zufolge. Käse und insbesondere Cheddar, Camembert und Gorgonzola, also der fette Käse, das Risiko von Schnarchen und Schlafapnoe, das ist die teilweise Aussetzung der Atmung beim Schlafen, dass es dadurch verringert wird. Also man kann mit gutem Gewissen diesen Käse essen.
Sprecher 3: Sehr gut, ich esse ihn sehr gerne, soll aber angeblich doch auch schnarchen, sagt zumindest meine Frau und durchaus der ein oder andere Kumpel, der mit mir im Skiurlaub mal in derselben Bude verbrachte. Also bei mir hat es noch nicht gewirkt. Ich freue mich trotzdem, wenn es so kommt, wenn es so ist, weil nichts ist wichtiger, Helene, nichts ist wichtiger als eine ordentliche Tüte Schlaf.
Sprecher 2: Eine ruhige Nacht, aber jetzt starten Sie erstmal gut in diesen Tag. Bis morgen. Tschüss.
Sprecher 7: Words like violence. Break the silence. Come crashing in, into my little world. Painful to me, it's right through me. Don't you understand, oh my little girl.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In best. AD-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank4Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.