Vom Bauernhof zum Freizeitpark
Robert Dahl, Geschäftsführer von Karls Erdbeerhof, erzählt im Interview seine beeindruckende Unternehmergeschichte. Er spricht über frühe Erfolge, teure Fehler und die Bedeutung von Anerkennung als Antrieb. Dahl erklärt, warum er in seinen Erlebnisdörfern an niedrigschwellige Angebote ohne Eintritt glaubt und wie er damit sogar in den USA gegen Disney und Universal bestehen will.
[08:47]
Präsident Donald Trump verschärft Sanktionen gegen Russland. Die Energiekonzerne Rosneft und Lukoil sind im Visier der USA. Wladimir Putin spricht von einem unfreundlichen Akt. Viktor Funk, Russland-Experte bei Table.Media, analysiert die möglichen Folgen dieser Maßnahmen. Er erklärt, warum die Sanktionen der russischen Wirtschaft zwar schaden, aber wahrscheinlich kein "Game-Changer" mehr sind.
[01:28]
Die Deutsche Bahn bekommt mit Evelyn Palla eine neue Chefin und Hoffnungsträgerin. Sie will den Konzern "vom Kopf auf die Füße stellen" und beginnt mit einem Umbau an der Vorstandsspitze. Ihre Analyse ist klar: mehr Verantwortung für die operativen Ebenen und eine schlankere Führung.
[06:05]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Die USA wollen nun doch ziemlich harte Sanktionen gegen Russland verhängen und würden damit vielleicht wirklich der russischen Wirtschaft nach 15 oder 16 Sanktionspaketen wirklich schaden. Das zumindest ist die Analyse unseres Russland-Experten Viktor Funk, den man hören sie gleich. Vom Kopf auf die Füße stellen will sie die Deutsche Bahn. Evelyn Paller aus Südtirol, die neue Chefin der Deutschen Bahn, hatte gestern ihren ersten Auftritt vor Journalisten im Bahntower. Ich war dabei und gebe Ihnen mal einen Eindruck, was die neue CEO vorhat. Vom kleinen Gemüsehof in Mecklenburg-Vorpommern 1921 zu einem inzwischen deutschlandweiten Freizeitparkanbieter. Die Geschichte von Karls Erdbeerhof ist eine besondere und eine besonders mutmachende aus dem deutschen Mittelstand. Es geht um Spaß und Kreativität, aber auch um Lust auf Leistung und Wachstum und immer das verbunden mit einem ziemlich klaren Wertekompass. Wir sprechen mit Robert Dahl, dem Geschäftsführer des Karls Erdbeerhof, über seine nächsten Pläne. Zum Schluss reden wir über einen ziemlich albernen Internet-Trend, der jetzt in der Realität aber am Ende doch noch eine ziemlich kluge Botschaft vermittelt. Es ist Freitag, der 24. Oktober. Auf geht's!
Sprecher 3: Zu den Sanktionen, das ist ja nichts Neues. Sie sind ernst für uns. Sie werden gewisse Konsequenzen haben, aber sie werden unser wirtschaftliches Wohlergehen nicht wesentlich beeinträchtigen. Kein Land und kein Volk mit Selbstachtung trifft Entscheidungen unter Druck. Und Russland hat zweifellos das Privileg, sich zu dieser Liste von Ländern und Völkern mit Selbstachtung zählen zu dürfen. Es ist ein unfreundlicher Akt gegenüber Russland, das ist offensichtlich, und stärkt die russisch-amerikanischen Beziehungen nicht, die gerade erst angefangen haben, sich zu erholen.
Sprecher 2: Die USA will jetzt doch reagieren und harte Sanktionen gegen die Unternehmen Rosneft und Lukoil, die beiden größten und wichtigsten Konzerne des Landes, verhängen. Auch Tochterfirmen der beiden Ölkonzerne, wie zum Beispiel Gazprom, wären dann betroffen. Sämtliche Vermögenswerte sollen eingefroren werden und Unternehmen, die zumindest 50 Prozent im Eigentum dieser sanktionierten Firmen stehen, haben dann automatisch auch ein Problem. Es gibt schon erste Reaktionen auf den Weltmärkten und der US-Finanzminister Scott Besson erklärt den Schritt auf X ziemlich eindeutig. Now is the time to stop the killing and for an immediate ceasefire, schreibt er. Sein Finanzministerium sei bereit, harte neue Aktionen zu planen, wenn... Putin nicht endlich auf die Trump'schen Friedenspläne angemessen reagieren sollte. So also Scott Besson. Der Mann, der ja auch in der deutschen Regierung natürlich als Europa-Versteher gilt und mithalf, dass Friedrich Merz, der Bundeskanzler, relativ früh einen Termin bei Donald Trump bekommen hat. Wie hart würden diese Sanktionen wirklich Putin treffen und vor allem natürlich seine Kriegsmaschinerie? Das fragen wir unseren Russland-Experten aus dem Security Table, Viktor Funk. Hallo Viktor.
Sprecher 4: Hallo, Michel.
Sprecher 2: Die neuen angedachten Sanktionen von Donald Trump und vor allem seinem Finanzminister Besson, sind das die Game-Changer-Sanktionen, die jetzt vielleicht wirklich Putin bewegen könnten?
Sprecher 4: Nein. Wenn du das so fragst, dann muss ich das ganz klar verneinen. Auch eine Expertin, Alexander Pokopenko, mit der ich ursprünglich gesprochen habe, sagt, das sind keine Game Changer. Sie sagt, vor einem Jahr wäre das wirklich sehr schmerzhaft noch gewesen, aber jetzt kommen sie, wenn nicht zu spät, zumindest zu einem Zeitpunkt, auf den sich diese Unternehmen vorbereiten konnten.
Sprecher 2: Aber immerhin, der Ölpreis ist doch schon in die Höhe geschossen nach dieser Ankündigung. Und das ist doch und bleibt doch die zentrale Einnahme für Russland und damit auch für die Kriegswirtschaft in Russland.
Sprecher 4: Die Einnahmen aus dem internationalen Handel mit Öl und Gas sind für Russland nach wie vor relevant. Es fällt allerdings auf, dass Russland hier auch diversifiziert und die Abhängigkeit von letztes Jahr 30 Prozent auf dieses Jahr etwa 23 Prozent reduzieren konnte. Also man merkt einfach, Moskau bereitet sich vor, aber es wird wirtschaftlich definitiv wehtun. Wir dürfen nur nicht vergessen, dass die Ziele, die Kriegsziele Putins trotzdem bestehen bleiben. den einfach über diesem Schmerz. Und wenn man zynisch sein will, dann muss man einfach sagen, dass Putin ja nicht nur der Ukraine, sondern seinem eigenen Land auch viel mehr Schmerzen zumutet und bereit ist zu akzeptieren, als das für uns vielleicht verständlich ist.
Sprecher 2: Also das heißt, die Kritik ist schon, dass das schmerzt, weil eben diese beiden russischen Staatsunternehmen einen relevanten Anteil auch des Staatshaushalts ausmachen, aber dass Putins Wille, in der Ukraine weiterzumachen, größer ist als die mögliche wirtschaftliche Krise, zum Beispiel Inflation.
Sprecher 4: Ja, wir müssen einfach davon ausgehen, dass die Bereitschaft, auch dem eigenen Land zu schaden in Russland oder bei diesem Regime groß ist. Viele Experten sagen halt, dass von Anfang an ein erheblicher wirtschaftlicher Druck auf die Einnahmen aus dem Energiehandel vielleicht ein bisschen was bewirkt hätten oder zumindest... Eine größere Verhandlungsbereitschaft ausgelöst hatten. Jetzt sind wir leider oft zu langsam und diskutieren viel zu lange über verschiedene Schritte. Und Russland kann sich darauf vorbereiten. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass man genau das nicht tun sollte. Also der wirtschaftliche Druck ist im Endeffekt ein weiterhin effektives Mittel, weil es vieles verlangsamt. Es erschwert einfach die Kriegsführung. Es erschwert das Einkaufen wichtiger Materialien für den Krieg. Es erschwert auch die Bezahlung der Soldaten oder der Wiedergutmachungszahlung für die Verletzten. Das ist schon ein Weg, den wir gehen müssen. Ein alternativer Weg wäre ein militärischer und den wollen wir nicht gehen.
Sprecher 2: Schätzung von Viktor Funk aus unserem Security Table, den Sie gerne vier Wochen kostenfrei lesen können. Melden Sie sich doch einfach mal an bei table.media.com. Vielen Dank und bis später. Evelyn Paller heißt die neue große Hoffnung bei der Deutschen Bahn. Sie soll jetzt dafür sorgen, dass die Züge wieder pünktlicher kommen, vor allem sauberer und sicherer sind und dass das Unternehmen auch wieder rentabel wird. Flo, glaubst du daran?
Sprecher 5: Also ich möchte gerne daran glauben, die Deutsche Bahn und ich, wir haben ja wirklich auch... Keine besonders rosige Vergangenheit. Und ich zweifle auch ehrlich gesagt daran, dass eine neue Bahn-Chefin, so sehr ich ihr das auch wünsche, da wirklich großartig was dran ändern kann, weil auch sie kann ja nicht einfach mit den Fingern schnippen und zack liegen kilometerweise neue Gleise.
Sprecher 2: Aber immerhin, Flo, bin ich ja schon mal froh, dass die Analyse klar ist. Sie sagt, wir brauchen einen Neustart. Sie will den Konzern, so hat sie es uns Journalisten gestern gesagt, vom Kopf auf die Füße stellen. Und sie fängt da an, wo viele ihrer Vorgänger eben nie begonnen haben, nämlich beim Umbau oben an der Spitze. Wie heißt es so schön? Der Fisch stinkt vom Kopf her. Naja, und bei den Managementleistungen der vergangenen Jahre muss man schon mal sagen, vielleicht geben wir wieder mehr Verantwortung in die Fläche, dort wo operativ entschieden wird und bauen oben den Vorstand etwas schlanker. Das ist zumindest ihr Plan.
Sprecher 5: Es hat so ein bisschen dieses Fußballprinzip. Wir tauschen erstmal die Trainer aus, um zu gucken, ob die Mannschaft dann besser spielt. Kann gut gehen. Es ist zumindest auch mal das Signal. Offensichtlich gab es hier Führungsversagen. Wir greifen durch. Auf der anderen Seite hat ja unser Verkehrsminister auch schon wieder angekündigt, dass er die Ziele, was die Pünktlichkeitsquote angeht, deutlich zurückfährt, also deutlich später erst wieder in Bereichen von 80, 90 Prozent landen will. Und da, finde ich, ist das auch wieder so gemischte Signale. Also die Chefin räumt auf, aber ihr Chef sagt dann wieder, naja, aber wir machen mal ein bisschen langsamer, damit keiner enttäuscht ist am Ende. Deswegen weiß ich nicht, ob die Taktik so clever ist und so aufgeht.
Sprecher 2: Ja, der Eigentümer, die Bundesregierung, also der Bund, der hat seinen Plan ja eigentlich schon vorgelegt, wie er die Bahn sanieren will. Sie muss sich natürlich jetzt als neue Bahnchefin dem anschließen und sagen, na klar, alles will ich ganz genauso haben. Man wird sehen, wie schnell sie überhaupt Erfolge haben kann. Da hast du recht, Flo. Eine Sache will sie machen. Sicherheit und Sauberkeit sind Dinge, da kann man mit relativ schnellen Entscheidungen, zum Beispiel beim Personal, bei der DB-Sicherheit oder auch bei der Umwidmung von ohnehin geplanten Geldern schneller in die Bistros zum Beispiel, in die Sauberkeit der Bahnhöfe. Zumindest optisch auch ein Gefühl schaffen, okay, mein Zug ist immer noch zu spät, aber wenigstens habe ich diesmal einen Kaffee gehabt und der Bahnhof sah irgendwie besser aus. Also da will sie ein wenig was nach vorne ziehen, aber natürlich bleibt am Ende die große Aufgabe, das Sanierungskonzept der Infrastruktur, also die Schienen. Wir haben zu viel Verkehr auf den Schienen, auf den maroden Schienen. Das wird auch sie nicht innerhalb weniger Monate lösen können. Diese unternehmerische Geschichte ist wirklich eine Erfolgsgeschichte. Sie beginnt 1921 in einem kleinen Dorf irgendwo in Mecklenburg. Dort gründete Karl Dahl, der Großvater des heutigen Inhabers des Karls Erlebnisdorfes Robert Dahl, einen kleinen Gemüsehof. Über zwei Jahrzehnte lieferte Opa Karl mit seinem kleinen Pferdefuhrwerk zweimal pro Woche Obst und Gemüse nach Rostock, um es auf Wochenmärkten an den Mann und die Frau zu bringen. Heute ist aus diesem kleinen Erdbeerhof ein Freizeitparkunternehmen geworden mit zehn Parks in Deutschland und tausenden Mitarbeitern. Inklusive ein angeschlossenes Erdbeerimperium, in dem Sie wirklich alles rund um diese rote Frucht kaufen können. Vom Erdbeerwein bis zum Fruchtgummi, von der Seife bis hin zum Erdbeerdöner, der hier in diesem Erlebnisdorf in Elstal in der Nähe von Berlin tatsächlich ein absoluter Bestseller ist. Dieser Freizeitpark ist die Rettung für viele Familien, die nicht wissen, was sie mit den Kindern mal so machen sollen. Und trotzdem noch relativ erschwinglich. Wie ich finde, eine Jahreskarte kostet pro Person 50 Euro. Damit kann das Kind oder Sie als Erwachsener wirklich so oft, wie Sie wollen, 365 Tage im Jahr in den Erlebnishof. Dass da jemand eine neue Freizeitpark-Idee entwickelt, die deutschlandweit ankommt, das ist doch etwas Neues. Und das Unternehmen will weiter wachsen. 2026 soll es hier in Berlin einen riesigen Wasserpark geben, ein Hotel und den weltweit ersten Bibi- und Tina-Park. Mit einer Achterbahn, wie sie es so noch nie gegeben haben soll. 10 Millionen Euro kostet allein diese Achterbahn. Was ist das für ein Unternehmen? Das wollten wir mal wissen und haben Robert Dahl zum Interview getroffen, vor dem Tor seines Freizeitparks. Und dabei natürlich auch zwei junge Kunden mal mit ins Gespräch genommen. Die zehnjährige Ellen und der elfjährige Finn durften dem Chef von Karls Erlebnisdorf auch ein paar Fragen stellen. Los geht's. Erstmal schönen guten Tag, Herr Dahl.
Sprecher 6: Guten Tag.
Sprecher 2: Wir haben zwei Kunden vom Erdbeerhof, die als allererstes Frage stellen wollen an Sie, lieber Herr Dahl. Und deswegen übergebe ich mal das Wort zuallererst an Ellen. Deine erste Frage.
Sprecher 7: Was war das Erste, was Sie gebaut haben beim Karls Erdbeerhof?
Sprecher 6: Das erste war 2008, als der erste Erdbeerhof aufgemacht hat. Das war in Rövershagen. Die Traktorbahn von einer Schweizer Firma haben wir die bauen lassen. Ich hatte eine Zeitungsanzeige, einen Zeitungsartikel über einen österreichischen Freizeitpark gesehen am Neusiedler See. Da sind wir dann hingefahren und haben gesagt, die brauchen wir. Der Betreiber war so lieb, uns den Hersteller zu nennen. Und 2007 haben wir den Vertrag unterschrieben, 2008 eröffnet.
Sprecher 2: Finn, deine Frage.
Sprecher 7: Also ich würde gerne wissen, wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, den Erdbeerhof zu eröffnen?
Sprecher 6: Ich bin ja quasi auf dem Erdbeerfeld schon groß geworden. Bei meinem Opa, bei meinem Vater, mit meiner Schwester Ulrike zusammen, als wir so alt waren wie ihr, da waren wir täglich in der Erdbeerhände auf dem Erdbeerfeld. Und da lag... Also auch nahe den Erdbeerbauer zu werden, das habe ich dann gemacht. Und dass sich dann daraus so mehr entwickelt hat, das waren auch tausend Zufälle eigentlich.
Sprecher 2: Ellen, du hast auch noch eine Frage.
Sprecher 7: Ja, ich wollte noch fragen, ob Sie noch eine Idee haben, die Sie auch noch umsetzen würden auf dem Karls-Edberhof oder ein Geschäft neu eröffnen oder so.
Sprecher 6: Ja, ich habe täglich... Wirklich unvorstellbar viele Ideen. Das wabert die ganze Zeit in meinem Kopf. Und dann muss ich natürlich irgendwie gucken, wie kriegen wir das kanalisiert, dass wir den so ein bisschen sortieren. Was machen wir davon? Wir haben viele Dinge vor. Zum Beispiel einen Boombox-Coaster. Das ist eine Achterbahn. Da dürft ihr auch schon mitfahren, weil die ab 95 Zentimeter schon ist. Aber eine schnelle Achterbahn und zwar... Ein Dueling-Coaster, das sind also zwei Züge und die begegnen sich mehrfach auf der Strecke, ein Wettrennen. Und das sind Boombox, weil das ist geformt wie so eine große Ghetto-Blaster, diese Wagen, in denen man sitzt und mit großen Lautsprechern drin. Da läuft die außerirdische Hitparade von Bibi und Tina, die die ganze Zeit entschleifen.
Sprecher 2: Und wo findet man so eine Attraktion? Weil man hat ja gefühlt in den Freizeitparks irgendwie alles schon mal gesehen. Wo findet man sowas Neues? Wer entwickelt sowas?
Sprecher 6: Ja, da gibt es im Wesentlichen zwei Leitmessen weltweit. Eine Wandermesse durch Europa, die war jetzt gerade vor zwei Wochen in Barcelona. Da waren wir mit unserem ganzen Team. Und im November findet die nochmal wieder in Orlando statt, in den USA. IAPA heißt diese Weltorganisation, die die beiden Messen organisiert.
Sprecher 2: Und da geht es wirklich um höher, schneller, weiter.
Sprecher 6: Da geht es um alles, was man braucht, um einen Freizeitpark zu bauen. Von der Parkbank über Mülleimer bis zur Achterbahn. Und die Hersteller, viele sind übrigens da aus Deutschland. Deutschland ist der Marktführer wirklich weltweit, auch in den USA. In Bayern, Baden-Württemberg und so weiter sind die ganz großen Fahrgeschäfte der Hersteller und die bauen in den USA die Crazy Rides da in allen Freizeitparks.
Sprecher 2: Was machen Sie für einen Umsatz im vergangenen Jahr?
Sprecher 6: 202 Millionen und dieses Jahr wollen wir so 220, 225 Millionen.
Sprecher 2: Als Sie in den 90er Jahren übernommen haben, diese Überlegung, ich mache aus einem Erdbeerhof, aus einer Erdbeerplantage, aus dem Erdbeerverkauf einen kleinen Freizeitpark. Gab es einen Anlass, gab es einen Hinweis, woanders gesehen?
Sprecher 6: 1993, als die erste Erdbeerenanwäge, da hatte ich neun Erdbeerverkaufsstellen in Rostock und den Hofverkauf. In der Scheune und drüber sagen, Hof verkaufen, mit einem Hofladen. Warum ein Hofladen? Weil meine Mutter schon Ende der 80er Jahre angefangen hat, immer einen kleinen Weihnachtsmarkt in Schleswig-Holstein auf dem Erdbeerhof meiner Eltern zu veranstalten. Erst so viel Family and Friends und nach drei Jahren musste da immer schon die Feuerwehr den Verkehr regeln, weil totales Chaos und so weiter. Und dann war das so, uns schon so ein bisschen mit in die Wiege gelegt, zu sagen, irgendwie natürlich verkaufen wir auch noch andere Sachen, wie ein Stück Kuchen, Glühwein oder ein Schmalzbrot oder sowas. Aus der Idee heraus gab es dann eben auch diesen kleinen Hofladen. Und dann hatte ich irgendwie, ich war schon sehr früh damals so sehr USA-Fan immer. Mein Vater, der war immer mit uns in Kalifornien bei den ganzen Adbär-Farmern in Watsonville und in Ventura County. Und da war das so, da gab es einen so einen Laden, Stu Leonard. Und der hatte so, das war eigentlich ein verrückter Supermarkt, könnte man sagen. Und der hatte dann auch einen Spielplatz vor der Tür. Das war für uns lange Zeit so ein Role Model irgendwie, so dieser Typ. Ich kenne den inzwischen auch selber gut. Und da war das dann so, zu sagen, okay, der Hofladen, das ist eine gute Idee, wenn da ein Kinderspielplatz vor der Tür ist, damit die Leute vielleicht ein bisschen entspannter sind beim Einkaufen und dann gab es noch Ponyreiten dazu. Und so peu à peu.
Sprecher 2: Wo würden Sie sagen, haben Sie in den ersten Jahren... Thema Wachstumsschmerzen, wo wir sprachen ja schon drüber. Fehler gemacht, zu schnell falsche unternehmerische Entscheidungen getroffen. Wir sind ja hier auch in einem Podcast und wir sprechen mit einem CEO. Wir wollen ja auch was Konstruktives mitnehmen, was andere Unternehmer in den ersten Jahren nicht wiederholen sollten.
Sprecher 6: Also mein größter Fehler war, nach sieben Jahren habe ich den eigentlich gemacht. Da habe ich einen in der Nähe von Rövershagen, ganz in der Nähe, einen wunderschönen unter Denkmalschutz stehenden Mühlenhof gekauft und hatte mir vorgestellt, da noch so einen Erlebnishof zu bauen, obwohl der nur sieben Kilometer entfernt war. Aus meiner Sicht war das eine andere Verkehrsachse und bla bla bla. Dann hatte ich bei der Deutschen Bank damals einen Kreditantrag gestellt. Und hatte aber gedacht, ach, das wird schon gut gehen, fangen wir schon mal an zu bauen. Und dann haben die das abgesagt. Die haben mir also das verwehrt. Die haben gesagt, nee, wir haben das geprüft, das ist uns zu nah an dem anderen Standort und so weiter. Wir wollen das nicht finanzieren. Und dann habe ich gesagt, diese Idioten, denen werde ich das mal zeigen jetzt, wenn die mir Nein sagen. Und habe dann mal so richtig alles, was ich hatte, das war damals noch nicht so viel, da reingestopft in dieses Bauformen. Und so wie die Deutsche Bank das punktlos zu sehen ist, ist das 0,0 gelaufen. Das habe ich denen auch hinterher gesagt. Schön, wo ist denn die Deutsche Bank hier? Die hat recht. Ja, und naja, das war bitter. Da haben wir wirklich auch drei Jahre... gebraucht, um uns da die Wunden zu lecken, da wieder klarzukommen, weil wir da viel Geld reinversenkt haben.
Sprecher 2: Gab es damals, wenn ich höre, 500.000 Euro für eine kleine Bahn, die jetzt nicht besonders spektakulär ist. Wie viele in Ihrem eigenen privaten, bekannten Freundeskreis haben Sie gewarnt, jetzt nicht zu groß zu denken, nicht zu unternehmerisch zu werden? Also das, was wir in Deutschland eben ja nicht so ausgeprägt haben, dieses Unternehmertum.
Sprecher 6: Also meine Mutter ist eher so die Warnerin. Und mein Vater war, der lebt leider nicht mehr, meine Mutter lebt immer noch. Mein Vater war so der, der mich immer eigentlich bekräftigt hat. Sagen, ja mach das, mach das, das wird gut. Und das hat mir auch schon viel geholfen, muss ich sagen. Aber dann so diese warnende Stimme auch von meiner Mutter, die hat immer dann einen Spruch, den sie mir heute immer noch unter die Nase reibt. Aufwand ist leichter als erhalten, ja. Wollte ich natürlich nie hören. Jetzt inzwischen habe ich erkannt, okay, auch damit hat sie recht.
Sprecher 2: Ich gehe davon aus, dass Venture Capital jetzt damals nicht in einen kleinen Freizeitpark investiert wurde. Woher kam das erste Geld für die ersten Investitionen?
Sprecher 6: Also ich habe ja 1993 in der ersten Erdbeerernte, ich war 22 Jahre alt, habe 880.000 Mark umgesetzt. Mark, D-Mark, 880.000 Mark. Hatte mein Büro auf meinem Beifahrersitz im Auto. Und dann hatte ich nach der Erdbeerernte alles bezahlt. Alle Mitarbeiter, alle Rechnungen, alles was da war. Und in dieser Kiste waren immer noch 400.000 Mark drin. Da habe ich natürlich mit 22 gesagt, das ist ja geil. Gute Rendite. Wir brauchen mehr davon. Und so, das war dann schon, ich habe von vornherein eigentlich immer relativ gut verdient.
Sprecher 2: Und deswegen gedacht, ich investiere die Rendite und kaufe mir jetzt nicht ein schönes kleines Paddelboot. Und man macht es mir gemütlich, sondern will wachsen.
Sprecher 6: Nee, ich war schon immer sehr so irgendwie davon getrieben, so auch ein bisschen, also ich gebe zu, das darf ich inzwischen, ist mir das auch egal, da spreche ich offen drüber. Also so Anerkennung ist ja auch ein starker Trieb irgendwie. Und da habe ich natürlich gemerkt...
Sprecher 2: Der erste Manager, der sagt, ja, ich bin auch ein bisschen eitel.
Sprecher 6: Ich bin total eitel und ego-getrieben.
Sprecher 2: Ich kenne sehr viele Manager, die das sind, aber es niemals sagen würden.
Sprecher 6: Nein, aber es ist halt so. Jeder mag das. Ich meine, jeder, der auf Instagram was postet und dafür ein Herz kriegt, sagt irgendwie, da kriege ich Endorphinausschüttung und ich brauche mehr Herzen. Also insofern, ich brauche auch mehr Herzen. Ich habe auch viel Spaß an dem, was ich da alles mache. Aber ich mag es natürlich auch, wenn mich jemand zu einem Podcast einlädt und sagt, irgendwie, ich will gerne hören, was du hier machst.
Sprecher 2: Sie kommen gerade von einem Gespräch mit Politik. Da ging es um Ausbau und Verkehrsinfrastruktur. Darüber wollen wir gar nicht konkret reden. Aber welche Rolle spielt im Moment das, was sehr viele Unternehmerinnen und Unternehmer zu bemängeln haben? Bürokratie, die fehlende auch vielleicht Zuversicht, Zutrauen in Sie als Unternehmer. Ist der Standort für Sie noch attraktiv oder hadern Sie auch wie alle anderen?
Sprecher 6: Jein. Also ich neige dazu, Dinge grundsätzlich positiv zu sehen. Und selbst wenn wir mal so ganz schlimme Bürokratie erleben, das haben wir hin und wieder natürlich mal, dann sage ich, guck mal, das ist doch eine ganz fantastische Konkurrenzschutzeinrichtung, die da ist, weil wer ist so irre, sich da durchzukämpfen? Also nicht viele. Und das hilft ja dann auch ein bisschen.
Sprecher 2: So habe ich die Bürokratie noch nie gesehen.
Sprecher 6: Ja, so muss man sie dann manchmal, um sich selber wieder Mut zu machen, auch mal sehen. Und ich habe ja, wir bauen ja im Landkreis Ventura, da in Ochsenhardt, also Storch. Robert, the capital of the world in California, ein Erlebnisdorf. Und ich muss sagen, ich habe ja jetzt die letzten drei Jahre die kalifornische Bürokratie kennengelernt. Und seitdem habe ich die Deutsche wieder etwas zu schätzen. Ach, siehste mal. Dann kann ich sie wieder mehr wertschätzen.
Sprecher 2: Aber wieso schaffen Sie es in Kalifornien, wo es die Universal Studios gibt, wo ja wahnsinnig ist, San Diego, der Wasserpark, da mit einem Karls Erlebnishof Erfolg zu haben? Was macht Sie da sicher?
Sprecher 6: Also wir haben einen Pitch Deck, wie man heute so schön sagt, mal für unser US-Geschäft entwickelt. Und da steht als Überschrift drauf, Why America Needs Carls. Und die Antwort ist ganz einfach. Ich musste extra neue Vokabeln dafür auswendig lernen, die ich nicht kannte. Und zwar, wir nennen meine Lieblingsvokabel bei Karls ist niedrigschwellig. Das heißt also keinen Eintritt nehmen. Low Threshold. Ich wusste nicht, was niedrigschwellig auf Low Threshold. Ja. Low Threshold und dann, weil ich da schon mal so eine Rede drüber in Orlando über Karls halten muss, dann habe ich gesagt, Low Threshold ist unser Ding. Die amerikanischen Freizeitparks, die sind brutal teuer. Und ich glaube, mit Karls haben wir sogar eine mega Daseinsberechtigung.
Sprecher 2: Sie gehen nicht null Eintritt, aber...
Sprecher 6: Wir gehen null.
Sprecher 2: Achso, und dann zahlst du für die Attraktion.
Sprecher 6: Ja, so wie hier ja auch. Hier kann man ja auch viel machen, ohne Eintritt zu bezahlen. Man kann ja alle Spielplätze, alles ist frei sozusagen. Oder so eine Maischeune zum Beispiel. Oder, oder, oder. Also viel Spaß haben. Also ich glaube da fest dran, dass das funktioniert. Aber wir wissen es noch nicht. Wir machen 2028 auf.
Sprecher 2: Wie viele Mitarbeiter haben Sie inzwischen in Deutschland?
Sprecher 6: Wir haben jetzt so, also es gibt ja diese Fulltime-Equivalent-Rechnung. Ja, FTE. Saisonbetrieb sind, FTE und so, danach sind es 2700. Und dann gibt es mal halt durch unsere Saison mal Phasen, wo wir über 5000 sind und im Winter dann nur 1800.
Sprecher 2: Und wie groß ist der Anteil des Verkaufs der Erdbeeren noch an Ihrem Gesamtumsatz?
Sprecher 6: Sagen wir mal, im letzten Jahr waren es 25 Prozent.
Sprecher 2: Ah ja, hätte ich jetzt 20 Jahre jetzt auch nicht.
Sprecher 6: Also 50 Millionen ungefähr. Und in diesem Jahr ist es prozentual etwas weniger, weil wir haben ein neues Erlebnisdorf eröffnet und dadurch natürlich verschiebt sich dann die Prozentual. Aber der Umsatz ist immer noch wichtig. Und wir bauen sogar weiter aus. Also der Erdbeeranbau wächst im Moment wieder.
Sprecher 2: Und finden Sie noch Leute, die die Erdbeeren tatsächlich von der Plantage zupfen?
Sprecher 6: Ja, nur in Rumänien. Auch die Rumänen sind dabei, ihren Lebensstandard brutalst aufzupeppen und so weiter. Und die arbeiten hart dran und die schaffen das auch. Und deswegen sind wir im Fraunhofer-Institut da ganz eng sich dabei und humanoide Roboter einzusetzen.
Sprecher 2: Also wie eine Maschine, die da drüber läuft?
Sprecher 6: Nee, das ist ein richtig humanoider Roboter. Das ist wirklich abgefahren, wenn man das sieht. Neulich kam mir da einer von diesen süßen Kerlen da entgegen. Da kriegt man wirklich, ich weiß gar nicht, auf jeden Fall fühlt man irgendwas.
Sprecher 2: Wie alt sind Sie ja da?
Sprecher 6: 54.
Sprecher 2: Wie lange machen Sie noch?
Sprecher 6: Oh Mann, das ist ja eine lustige Frage. Bis ich umfalle wahrscheinlich.
Sprecher 2: Ist so, ja.
Sprecher 6: Ja, das ist kein Reiz, sehe ich darin. Also gar nicht irgendwie mich zur Ruhe zu setzen oder so. Weil das wäre für mich jetzt im Moment die Vorstellung ein Graus wirklich.
Sprecher 2: Vielen Dank für dieses Gespräch.
Sprecher 6: Okay, danke auch.
Sprecher 5: Mick, war noch was?
Sprecher 2: Krisenfluch, Krisen überall, Krisen. Und da dachten wir, man muss doch auch mal einen Ort finden, wo es irgendwie besser läuft. Wo man einfach mal albern und quatschig und gut gelaunt sein kann. Und es gibt diesen Ort. Er hat mit Pudding und mit Gabeln zu tun.
Sprecher 5: Das ist eine Kombination, die ich jetzt so nicht zusammenbringen würde. Aber ich bin gespannt, was jetzt kommt.
Sprecher 2: Ein Social-Media-Trend, wohl bei TikTok zunächst entstanden, die Absurdität, Pudding mit Gabeln zu essen, scheint da ein Riesenhit gewesen zu sein. Und dann irgendwann kamen die Menschen auf die Idee, vor allem junge Menschen, das machen wir mal wirklich physisch vor Ort auf einem Platz in einem Park. Jeder bringt einen Pudding und eine Gabel mit. Und so kamen neulich über 1000 Leute in Hannover zusammen. An diesem Sonntag wieder werden Tausende erwartet. Um 16 Uhr im Kiel wieder einmal Pudding mit Gabel treffen bei den jungen Leuten. Eigentlich steckt nichts dahinter, außer albern, lustig zu sein und miteinander ins Gespräch zu kommen. Ist das nicht schön?
Sprecher 5: Ja, ist doch mal schön, dass es andersrum ist, dass die Leute nicht vom realen Leben ins Internet ausweichen, sondern vom Internet sich wieder im echten Leben treffen, begegnen und einfach mal ein bisschen Quatsch machen.
Sprecher 2: Süßkram macht eben gesellig in diesem Sinne. Morgen am Samstag hören Sie uns natürlich wieder. Diesmal der CEO-Podcast, die CEO-Edition von Alex Hofmann und Alex Wiedmann. Sie sprechen unter anderem mit dem gerade ausgezeichneten ISA Aerospace-Gründer und CEO Daniel Metzler. Viel Spaß dabei. Bis Montag. Ciao, ciao.
Sprecher 5: Ciao.
Sprecher 8: Sugar, sugar, how you get so fly? Sugar, sugar, how you get so fly? Sugar, sugar, how you get so fly?
Sprecher 9: You know it's leather when we ride, we're bringing raw high Doing what we do, watching screens getting high Girl, you keep it so fly with your sweet honey buns You was dead when the money gone, you be dead when the money come You know it's leather when we ride, we're bringing raw high Doing what we do, watching screens getting high Girl, you keep it so fly with your sweet honey buns You was dead when the money gone, you be dead when the money come For real, dog You got me lifted, shifted, higher than the ceiling And moving
Sprecher 8: is the ultimate feeling You got me lifted, feeling so gifted Sugar, how you get so fly? Sugar, sugar, how you get so fly? Sugar, sugar, how you get so fly? Sugar, sugar, how you get so fly? Sugar, sugar, how you get so fly?
Sprecher 10: So high like I'm a star So high like I'm a star So high like I'm a star So high like I'm a star