Kann KI unseren Industriestandort retten?
Dauer: 25:09

Kann KI unseren Industriestandort retten?

In Heilbronn entsteht mit dem „Innovation Park Artificial Intelligence“ (IPAI) ein neues Zentrum für KI. Drei Milliarden Euro werden investiert, um ein einzigartiges Ökosystem für KI-Anwendungen zu schaffen. CEO Moritz Gräter erklärt im Gespräch mit Alex Hofmann, welche Chancen die deutsche Wirtschaft hat, im Wettlauf um die besten KI-Lösungen vorn dabei zu sein.

[13:13]


Bundeskanzler Friedrich Merz sorgt mit seiner Aussage zum „Stadtbild“ weiter für Debatten.
Am Abend hat Merz seine Äußerungen aufgegriffen und ausgeführt.

Ist seine Pauschalisierung über Migration diskriminierend oder beschreibt sie reale Probleme? Auch SPD-Chef Lars Klingbeil schaltet sich in die Diskussion ein.

[01:15]


Der ehemalige Merkel-Berater Lars-Hendrik Röller startet den Berlin Global Dialogue 2025. Die Konferenz mit dem diesjährigen Titel „Shifting Power, Shaping Prosperity“ bringt Entscheider aus Politik und Wirtschaft zusammen, um über die Zukunft der Weltordnung zu sprechen. Röller betont die Notwendigkeit neuer Partnerschaften – beispielsweise mit Indien.

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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Die Stadtbild-Aussage von Friedrich Merz löst weiter Diskussionen aus. Hat der Kanzler recht oder ist das eine diskriminierende, vielleicht sogar rassistische Pauschalierung? Jetzt schaltet sich auch der Vizekanzler in die Debatte ein.

Sprecher 3: Heute startet der Berlin Global Dialog, eine sehr wichtige und renommierte Konferenz hier in Berlin. Auf diesem Forum kommen ganz schön spannende Entscheider aus Politik und Wirtschaft zusammen. Wir sprechen mit dem Gründer dieser Konferenz, Lars-Henrik Röller, den man kennen Sie noch vielleicht aus der Ära Merkel. Er war viele Jahre G20-Scherper und ihr wirtschaftspolitischer Berater.

Sprecher 2: Das unscheinbare Städtchen Heilbronn soll das Zentrum für Europas KI-Industrie werden. Am Dienstag war der Spatenstich des 30 Hektar großen KI-Innovationszentrums genannt E-Pi. Was genau dort in Zukunft passieren soll, das fragen wir Moritz Grether, den Chef des E-Pi.

Sprecher 3: Und zum Schluss gibt es noch schlechte Nachrichten für alle Island-Freunde unter Ihnen. Es ist Donnerstag, der 23. Oktober. Legen wir los.

Sprecher 4: Indeed statt Ausreden. In meiner Baufirma macht jetzt eine Maurerin die IT. Bin gespannt auf ihre Firewall. Find lieber die richtigen Mitarbeitenden und sichere dir 75 Euro Startguthaben. Auf indeed.com slash Guthaben. Es gelten die AGB.

Sprecher 5: Und bei der Migration sind wir sehr weit. Wir haben in dieser Bundesregierung die Zahlen August 24, August 25 im Vergleich um 60 Prozent nach unten gebracht. Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem. Und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen. Das muss beibehalten werden.

Sprecher 2: Mit dieser Aussage hat alles begonnen. Der Unmut in Teilen Deutschlands und andererseits wiederum der Rückhalt, den der Kanzler aus anderen Teilen des Landes bekommt. Am Montag hat er nochmal wiederholt, dass er dabei bleibt, dass er nichts zurücknehmen will. Und jetzt hat sich auch der Vizekanzler zu Wort gemeldet.

Sprecher 3: Ja, und bevor wir da nochmal einsteigen in die Stadtbildanalyse, kommt Lars Klingbeil beim Gewerkschaftskongress der IGBCE und sagt jetzt auch eine leichte Distanz, würde ich sagen. Ich zitiere, wir müssen als Politik auch höllisch aufpassen, welche Diskussionen wir anstoßen, wenn wir auf einmal wieder in ein Wir und Die unterteilen.

Sprecher 6: Ich möchte in einem Land leben, in dem Politik Brücken baut und Gesellschaft zusammenführt, statt mit Sprache zu spalten. Und ich sage euch auch, ich möchte in einem Land leben, bei dem nicht das Aussehen darüber entscheidet, ob man ins Stadtbild passt oder nicht.

Sprecher 3: Damit insinuiert er natürlich, dass Merz auf jeden Fall nach Aussehen bewertete Migranten im Stadtbild kritisieren wollte und nicht etwa bestimmte Gruppen. Naja, kann man so machen. Das Problem ist eben, Helene, wenn Merz mal sich erklärt hätte, was er genau meint und wen er meint und wie er dagegen vorgehen will, dann könnte man auch nicht so viel interpretieren.

Sprecher 5: Ja, wir brauchen auch in Zukunft Einwanderung. Das gilt für Deutschland wie für alle Länder der Europäischen Union. Wir brauchen sie auch und vor allem für unsere Arbeitsmärkte. Denn schon heute sind ja viele Menschen mit Migrationshintergrund, wie wir es so ausdrücken, unverzichtbarer Bestandteil unseres Arbeitsmarktes. Probleme machen uns diejenigen, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus haben, die nicht arbeiten und die sich auch nicht an unsere Regeln halten. Viele von diesen bestimmen auch das öffentliche Bild in unseren Städten. Deshalb haben mittlerweile so viele Menschen in Deutschland und in anderen Ländern der Europäischen Union, das gilt nicht nur für Deutschland, einfach Angst, sich im öffentlichen Raum zu bewegen. Das betrifft Bahnhöfe, das betrifft U-Bahnen, das betrifft bestimmte Parkanlagen, das bestimmt ganze Stadtteile, die auch unserer Polizei große Probleme machen. Die Ursachen dieser Probleme... Die müssen wir lösen, die müssen wir und können wir auch nur gemeinsam in Europa lösen. Deswegen werden wir auch morgen in Brüssel noch einmal über die gemeinsame europäische Einwanderungs- und Asylpolitik sprechen. Das ist eine Arbeit, die wir gemeinsam leisten müssen, die aber auch nationale Anstrengungen erfordert.

Sprecher 3: Wir haben einfach ein Problem wirklich in Teilen des öffentlichen Raums und das ist unabhängig von Aussehen oder Herkunft, aber es ist ein Thema, eine zusehende Gewaltbereitschaft, gerade auch der Drogensüchtigen, weil das eben nicht mehr nur irgendwelche Jungs sind, die mal einen Joint rauchen, sondern inzwischen mit Crack zu kleinen Voodoo-Radikalen werden und Leute ansprechen. Gestern hat uns ein Journalistenkollege noch erzählt, wie einer in Fäkalien hinterlassen hat, im Hausflur in der Nähe eines Berliner Problemkiezes. Also ich kenne einen Sozialdemokraten, der läuft zur Schule mit seinen beiden Töchtern und die müssen über irgendwelche Spritzen laufen. Das sind dann jetzt nicht wieder irgendwelche Migranten, sondern Obdachlose, natürlich auch Alkohol- und Suchtkranke Deutsche. Also wir haben ein Thema im öffentlichen Raum. Die Menschen fühlen sich nicht mehr sicher. Das ist so und erst recht nicht junge Frauen, die abends garantiert nicht durch bestimmte Viertel auch mit der S-Bahn fahren wollen, weil es da dann auch das Thema gibt, bestimmte Kulturkreise, Zugewanderte haben nicht so den Respekt vor Frauen vielleicht in der Sozialisierung mitgenommen, wie es idealerweise bei uns stattfinden sollte. Also das ist ja offensichtlich. Jens Spahn hat damals über arabische Muskelmachos gesprochen. Man muss das so nicht formulieren. Aber natürlich gibt es da ein Thema bei diesen jungen Halbstarken, egal ob sie deutsch sind oder migrantisch, aber wir haben da ein Thema mit mangelndem Respekt gegenüber Frauen. Das kann doch kein Mensch ernsthaft dementieren.

Sprecher 2: Also meine Joggingstrecke früher, als ich in Neukölln wohnte, das war in den Jahren 2010 bis 2012, 2013, führte mich durch die Hasenheide und dort kannte ich nach einer Zeit, Diese ganzen Dealer, die da standen und immer zu meiner Belustigung tatsächlich hinter die schmalste Birke gegangen sind, um dort den Stoff zu verkaufen. Ich joggte auch in kurzer Hose da vorbei und haben irgendwie immer freundlich gegrüßt, mich nie blöd angequatscht oder sowas. Das gehört auch zur Wahrheit. Also nicht jeder, der offensichtlich kriminell ist und kriminell aussieht, ist dann auch unflätig und unangenehm zu Frauen, die in kurzer Hose vorbeikommen. Wie immer gibt es alles. Es gibt Gewalt, die von Menschen ausgeht, wo man es am wenigsten erwartet. Wir wissen auch alle, die größten Gefahren lauern in der eigenen Familie. Partnerschaftsgewalt ist ein riesengroßes Thema, über das viel zu wenig gesprochen wird und so weiter. Andererseits muss man natürlich auch bei aller Differenzierung, die notwendig ist, aufpassen, dass man die anderen Probleme eben nicht übersieht und auch benennt. So, und die haben wir jetzt, glaube ich, hier auch ausgeführt. Natürlich gibt es ein Problem von Menschen mit Migrationshintergrund, die eben auch übermäßig gewalttätig werden und wo dann ein Unsicherheitsgefühl entsteht. Und die Frage ist, was macht man dagegen? So, Abschiebung ist natürlich... sagen wir mal, nicht die Lösung, die jetzt naheliegt. Denn um am Stadtbild etwas zu verändern, müsstest du Menschen in einem Umfang abschieben. Das würde jede Art von Polizei in diesem Land überfordern. Und außerdem haben wir, wie wir wissen, ein Fachkräfteproblem. Wir wollen Fachkräfteeinwanderung und zwar aus allen Ländern dieser Welt. Und das sind auch nicht unbedingt Menschen, die im Sinne von Friedrich Merz zu unserem Stadtbild, wie es althergebracht ist, passen. Also da muss man sich natürlich schon auch überlegen, welches Signal sendet man an die Welt aus, wenn man jetzt Migranten pauschal in dieses Licht rückt, dass sie gewalttätig sind. Das sollte man nicht tun und da hätte Friedrich Merz in der Tat die Chance ergreifen sollen, das klarzustellen.

Sprecher 3: Ich wünschte mir jedenfalls auch mal ordentliche Demonstrationen von Luisa Neubauer angeführt, wenn mal wieder pro-palästinensische Flüchtlinge eine Gewalt hat, der Hamas vielleicht auch in Neukölln bejubeln oder israelische Geiseln genommen werden und dann leider am Tag danach nur ein paar hundert Versprengte vor das Brandenburger Tor kommen. Da wünschte man sich auch mal einen Aufstand der Anständigen. Meistens gibt es den immer nur, wenn Friedrich Merz mal wieder was Falsches sagt. Lars-Henrik Röller war zehn Jahre der wirtschaftspolitische Berater von Angela Merkel und der G20-Scherper, also der Vorbereiter der vielleicht wichtigsten politischen Konferenzen. Danach hat er den Berlin Global Dialog ins Leben gerufen, eine spannende Konferenz, wo Politiker, Wirtschaftslenker und Wissenschaftler einmal im Jahr hier in Berlin im ESMT, also in der European School of Management and Technology, zusammenkommen. Dieses Mal wieder mit sehr spannenden Gästen, unter anderem Ursula von der Leyen, aber auch der indische Wirtschaftsminister oder der saudische Außenminister werden da sein. Es geht natürlich darum, wie hält diese Welt morgen noch zusammen und wo kommt der Wohlstand her? Heute beginnt diese Konferenz und dann dachte ich mir, dann rufen wir doch mal bei ihm an, was er selber erwartet, auf welche Gäste er sich besonders freut und wo er eigentlich die Zukunft Europas in dieser neuen Weltordnung sieht. Einen schönen guten Tag, lieber Herr Röller.

Sprecher 7: Danke, Herr Bröker.

Sprecher 3: Wo sind unsere neuen, wichtigen, vielleicht aber auch verlässlichen, zukunftsfähigen Partner, die vielleicht hier auch in der deutschen öffentlichen Debatte noch gar nicht wirklich vorkommen?

Sprecher 7: Was sozusagen neu ist, auch aufgrund natürlich der Entwicklung der letzten Jahre, ist, dass man auch Abhängigkeiten nicht eingehen will. Das gilt aber in alle Richtungen. Also transatlantische Abhängigkeiten lernen wir ja auch gerade kennen. Aber es gibt natürlich auch Abhängigkeiten Richtung anderer Länder, zum Beispiel China. Da gibt es ja gerade in dem Chip-Halbleiter-Bereich eine sehr spannende Entwicklung. Insofern muss man sich gut überlegen, mit wem man zusammenarbeitet. zusammenarbeiten will und welche Abhängigkeiten man bereit ist einzugehen. Ein wichtiges Land ist natürlich Indien. Wir haben den Wirtschaftsminister Piyush Goyal da, der gerade die Freihandelsabkommen verhandelt mit der Europäischen Kommission. Das wäre zum Beispiel ein Land, wo wir aus meiner Sicht stärker in der Zukunft zusammenarbeiten sollten.

Sprecher 3: Sie haben zwei Kommissare auch da aus der EU-Kommission und die Präsidentin Ursula von der Leyen, die am Freitag erwartet wird, die ja im Moment unter Druck steht. Gerade veröffentlicht worden ein Brief von 19 Staats- und Regierungschefs aus Europa, unter anderem angeführt von Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Giorgia Meloni, die Europa eben nicht mehr als das wahrnehmen. Zusehends habe ich das Gefühl, als dass es mal gedacht wurde, nämlich unsere politische Wohlstandsgarantie, sondern zusehends auch als Bremsklotz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Ist diese Kritik aus Ihrer Sicht berechtigt oder überziehen diese Regierungschefs?

Sprecher 7: Die Kritik ist auf jeden Fall angebracht, das hat aber auch Frau von der Leyen schon gesagt. Die Frage ist nun genau, was man macht und zu was Europa sozusagen fähig ist, sich zu einigen.

Sprecher 3: Was ist aus Ihrer Sicht der Hemmschuh? Wo können wir schnell ansetzen bei der Wettbewerbsfähigkeit Europas?

Sprecher 7: Naja, es sind nationale Positionen, man könnte auch sagen Interessen. Und ich glaube, bei der ganzen Frage weniger Bürokratie, weniger Regeln, geht es eigentlich nicht um unnötige Bürokratie und Doppelarbeit. Das ist sicherlich auch der Fall, aber es geht eigentlich um politische Ziele. Im Verbraucherschutz, im Klimaschutz, bei der technologischen Souveränität. Renität, wer kommt zum Zug, welches Land. Also es sind knallharte, sage ich mal, knallharte politische Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Und da muss jedes Land natürlich bereit sein, im Sinne des Ganzen dann auch mal nachzugeben. Deswegen ist es auch wichtig, dass es Führung gibt in Europa. Entscheidend ist der Druck von außen. Aus meiner Sicht verändert sich nur dann etwas, gerade in Demokratien, wenn sozusagen der Druck von außen offensichtlich ist, weil dann auch die Öffentlichkeit bereit ist, bestimmte Dinge mitzugehen. Und das scheint mir jetzt der Fall zu sein, dass wir gemerkt haben, wir müssen jetzt was machen in Europa. Insofern bin ich eigentlich frohen Mutes oder zuversichtlich, sage ich mal, dass jetzt mehr passiert als in der Vergangenheit. Letzter Satz, wenn nicht, dann sind die Menschen, glaube ich, am Ende auch sehr unzufrieden mit Europa und wählen dann Parteien, die eigentlich das Problem noch viel weniger lösen können. Und das wollen wir ja gerade verhindern.

Sprecher 3: Wenn man sich die Teilnehmerliste Ihrer Konferenz anschaut, dann ist da viel neue Partnerschaften dabei. Saudi-arabische Wirtschaftsminister ist da, der nigerische Außenminister oder auch der Industrieminister aus Indien. Ist das ein Gefühl, dass uns auch das transatlantische Bündnis ein wenig wegbröselt und wir deswegen diese neuen Partner jetzt mehr denn je brauchen oder ist diese Besetzung Zufall?

Sprecher 7: Nein, in gewisser Weise ist das genau der Sinn dieser Konferenz. Es hat auch damit zu tun, dass ich Jahrang... G20 für die Bundesrepublik Deutschland gemacht habe, dass ich einfach glaube, dass diese globale Sicht immer wichtiger wird und auch hilfreicher sein kann, auch für uns als Option, mit anderen zusammenzuarbeiten. Das heißt nicht, dass transatlantische Beziehungen weniger wichtig sind. Unsere Konferenz versucht eben, diesen Beitrag zu leisten und ganz besonders in diesem Jahr. Dass wir eben sagen, es gibt noch vieles andere in der Welt und die wollen auch mit uns zusammenarbeiten. Wir sollten hier interessensgeleitet offener sein.

Sprecher 3: Table Briefings ist dabei. Wir moderieren am Freitag ein Panel. Ich freue mich sehr darauf und auch auf die Konferenz. Lieber Herr Roller, viel Erfolg dabei und vielen Dank für die Einschätzung und Einordnung heute Morgen.

Sprecher 7: Wir freuen uns.

Sprecher 3: Ist das die Rettung für den Industriestandort Deutschland? In der Nähe von Heilbronn entsteht auf 30 Hektar der IPEI, der größte, neue, einzigartigste aller KI-Campusse, den es in Europa jemals geben soll. Bis Ende 2027 soll er gebaut werden und 3 Milliarden Euro investiert das Land und private Investoren. Vor allem die Schwarzgruppe, Sie wissen schon, die mit Lidl. 5000 Arbeitsplätze sollen entstehen und vor allem, und dieser Begriff kommt immer wieder, es geht um ein Ökosystem aus Wissenschaft, Praktikern, Start-up, Unternehmern, Politik und Verwaltung, wie KI nützlich gemacht werden kann für diese Wohlstandsgesellschaft. Alex Hofmann, unser Redaktionsleiter des CEO-Table, wollte natürlich von Moritz Grether, dem CEO des Innovationsparks, wissen, was da genau geplant ist und wie es uns am Ende helfen kann.

Sprecher 8: Bei mir im Table Today Podcast heute ist Moritz Grether, CEO des ePay, dem Innovation Park Artificial Intelligence in Heilbronn. Herzlich willkommen.

Sprecher 9: Danke, dass ich zu Gast sein darf.

Sprecher 8: Das ePay soll Deutschlands größtes IT-Kompetenzzentrum werden. Firmen wie Schwarz, Digits und Aleph Alpha sind bereits bei ihnen angesiedelt. Was soll darüber hinaus noch zum Innovation Park gehören?

Sprecher 9: Also vor allem ganz, ganz, ganz viel KI-Anwendung. Also IT, wie wir gerade gehört haben, ist ein Teil davon, aber vor allem geht es um KI, also Künstliche Intelligenz und vor allem KI-getriebene Transformationen in unsere Wirtschaft. Und auch der öffentlichen Verwaltung, weil wir glauben, gerade hier in Süddeutschland haben wir natürlich eine riesengroße Stärke. Wir sind eigentlich so die Region der Weltmarktführer. Wir müssen richtig aufpassen, weil wenn wir es nicht schaffen, KI in unsere Wertschöpfungsketten zu bekommen und uns zu transformieren mit KI, sind wir leider, so schlimm es klingt, die längste Zeit Weltmarktführer gewesen. Und dass das nicht passiert, wollen wir uns einen Teil zu beitragen.

Sprecher 8: Und was genau ist die Rolle des ePay? Investieren Sie auch Kapital in Projekte oder in Unternehmen?

Sprecher 9: Indirekt. Also was wir machen, wir investieren erstmal in eine Plattform, eine physische Plattform. Man kann IPA auch als Netzwerk sehen, also als Netzwerk für Akteure, die KI in die Anwendung bringen wollen. Und es ist auf der einen Seite die Unternehmen, aber auch öffentliche Einrichtungen, die KI in ihre Projekte, in ihre Wertschöpfungsketten, in ihre Angebote integrieren wollen, in ihre Prozesse. Und auf der anderen Seite Unternehmen, Institutionen, die KI quasi anbieten. Also das sind die Alif Alphas, die Schwarz Digits, Stack It, KI Sprachmodellanbieter, das ist aber auch Infrastruktur. Und wir investieren in erster Linie nicht in die Projekte, sondern in die Infrastruktur und in diese Plattform, dass hier ein möglichst großes Netzwerk entsteht, damit Unternehmen, aber auch Technologieinstitutionen gemeinsam KI sozusagen dann anwenden.

Sprecher 8: Wie sehen Sie denn Deutschland als KI-Standort im internationalen Vergleich? Die Schlagzeilen bestimmen ja nach wie vor andere. Haben wir das Rennen gegen die USA oder China schon verloren?

Sprecher 9: Schauen wir uns an, was wir in der KI-Forschung zu bieten haben. Da haben wir so unglaublich viel zu bieten. Die Unternehmen mit ihren Daten, mit ihren Proprietären da, mit ihrem branchenspezifischen Wissen und Know-how und Daten, Das ist das halbvolle Glas. Und wir dürfen uns nur von dem halbleeren Glas, nämlich dass wir bisher nicht in der Lage waren, als Land, als Volkswirtschaft sozusagen in unsere KI-Infrastruktur, in Sprachmodelle zu investieren, davon dürfen wir uns nicht rausbringen lassen, sondern müssen den Weg umso mutiger weitergehen. Aber dafür braucht es halt auch private Investitionen, dass wir beim halbvollen Glas aufholen und das zu einem vielleicht dreiviertelvollen Glas machen.

Sprecher 8: Jetzt nochmal mit Blick auf Daten, weil das ja gerade vor dem Hintergrund der Datenschutzverordnung in Deutschland und Europa ein großes Thema ist. Stehen wir uns da nicht sehr im Weg, gerade was KI angeht?

Sprecher 9: Klar, ich habe manchmal aber auch fast das Gefühl, dass das wie so eine kleine Ausrede ist, bevor wir überhaupt angefangen haben. Also ich glaube, das kann es nicht sein. Und ich glaube, wir mit unserer Kooperations-DNA und auch mit unseren europäischen gemeinsamen Werten müssen doch in der Lage sein, Datenräume zu schaffen und Kollaborationsräume rund um Daten zu schaffen. Und wenn wir noch nicht wissen, wie es heute geht, ist okay, ist ein Pioniergeschäft. Das müssen wir gemeinsam hinkriegen. Und dann, wenn wir das alles hinkriegen und tolle, geile Projekte bauen mit viel Potenzial, dann glaube ich, zieht auch die Regulierung mit, bin ich mir ganz sicher.

Sprecher 8: Gilt das auch für den AI-Act? Weil da haben wir jetzt schon viele größere, insbesondere auch KI-Infrastrukturanbieter gesagt, es wäre vielleicht eine gute Idee, den mal für zwei Jahre auszusetzen, einfach nur um... Den mal zu aktualisieren, sodass er der Entwicklung nicht im Weg steht.

Sprecher 9: Ja, auch da, ich glaube, das ist fast eine Diskussion der Philosophien. Sage ich, ich gehe das Risiko ein, Hauptsache um schnell voranzukommen oder bin ich dann eher vorsichtsgetrieben und sage, wir schaffen erst die Regeln und dann die Umsetzung. Ich glaube, Europa und Deutschland tut gut daran, genau diesen Mittelweg irgendwie auch zu finden. Made in Germany heißt auch, Daten zu respektieren. Urheberrecht zum Beispiel in diesen Daten, das muss schon sauber geregelt sein. Aber wir müssen halt, ich weiß, es ist fast abgedroschen, aber es darf halt nicht innovationsfeindlich sein. Also wir müssen halt gucken, dass wir die KI-Regulierung so bauen. Und ich glaube, die Projekte rund um Gigafactories, die in der EU entstehen, da ist ja auch Wille und Gestaltungswille da. Anfang des Jahres Lucila Scioli, die Leiterin vom EU-AI-Office, da gehabt, die hier stundenlang mit unseren Mitgliedsunternehmen diskutiert hat, was davon eigentlich überzogen ist und was nicht. Und das hat man ihr total abgenommen, dass sie natürlich nicht transformationshinderlich sein möchte. Aber dann per se zu sagen, wir setzen das Ding zwei Jahre aus, ist, glaube ich, auch nicht die richtige Lösung, sondern wir brauchen KI-Transformation, aber einen europäischen Weg, der natürlich da in die Hand gehen muss mit Sicherheit, Regulierung, Nachhaltigkeit und einer hohen Geschwindigkeit, in der wir das Ganze entwickeln.

Sprecher 8: Wo im Bereich KI ist denn das größte Wachstum zu erwarten, die größten Chancen vielleicht auch noch drin?

Sprecher 9: Es geht bei KI nicht immer nur um tolle, sexy, neue Geschäftsmodelle von unseren Unternehmen. Ich glaube, wir haben noch ganz, ganz, ganz viel Potenzial vor uns in der Prozessoptimierung. in Einsparung von Energiekosten, all dort, wo KI wirklich auch über Automatisierung sozusagen nochmal den nächsten Hebel und die nächste Welle an Produktivität eben auch schaffen kann. Egal, ob das in der Logistik ist. Natürlich haben wir die großen Impact-Hebel, das sind jetzt eher kostengetriebene Hebel, den großen Impact-Hebel haben wir natürlich in der Medizin zum Beispiel. Ich bin selbst, um da ein bisschen privat zu werden, selber im engsten Freundeskreis, ein Todesfall mit einem Hirntumor, der nicht richtig identifiziert werden konnte, weil der DNA-Typ nicht schnell genug identifiziert werden konnte, sozusagen in diesen Datenbanken. Und da gibt es tolle Forschungsprojekte, die es in Zukunft mit KI deutlich, deutlich besser, schneller, effizienter machen können. Und deswegen, das eine ist natürlich die großen effizienten Hebel und das andere ist die Kostenseite, die Effizienz, die Prozessseite, aber gerade in der Medizin, aber auch in der Robotik haben wir riesengroße Chancen mit unseren Kompetenzen, mit unseren Grundlagen, vielleicht auch so die nächste Welle an Weltmarktführern zu bauen, wie wir es aus dem Automotive-Bereich eben auch gewohnt sind.

Sprecher 8: Das Geld muss aus der Wirtschaft kommen, sagen Sie. Also ganz große Hyperscaler brauchen wir vielleicht gar nicht, aber was wir sicherlich ja brauchen, sind Talente. Wie einfach ist es denn, Talente in Europa zu finden oder nach Europa zu bekommen? Im Allgemeinen und im Speziellen vielleicht auch nach Heilbronn.

Sprecher 9: Also ein kleiner Widerspruch. Ich glaube, wir brauchen schon ein gewisses Maß an eigener, souverän agierender Infrastruktur. Also das brauchen wir schon. Also unabhängig davon, dass wir das in der Vergangenheit nicht geschafft haben, so eine Infrastruktur aufzubauen. Das kann dann ein europäischer Hyperscaler sein, aber wir brauchen Cloud, wir brauchen eigene Rechenzentren, wir brauchen KI, wir brauchen Supercomputer, wie in Jülich, wie in Stuttgart, am LRZ, das brauchen wir alles, unabdingbar, das ist so. Aber Talent, haben Sie recht, brauchen wir natürlich auch. Was mich, ich bin gebürtiger Tübinger, alle drei Kinder sind in Stuttgart geboren und ich hätte nie gedacht, dass so ein wirklich einmaliges Projekt wie ePay mal in Heilbronn entsteht und dann auch noch in meinem Geburtsbundesland sozusagen, hätte ich nie für möglich gehalten. Und was mich aber wirklich jeden Tagchen Heilbronn fasziniert, neben ePay selbst und dieser Aufgabe, ist diese unglaublich vielen Puzzlestücke, die hier zusammenkommen, die es für Zukunft braucht. Wir brauchen Forschung, wir brauchen Bildung, wir brauchen aber auch Startups, Unternehmertum, wir brauchen Transformation der etablierten Industrie und das alles kommt hier eben zusammen. Und ich finde es total schön zu sehen, wie viele unserer Mitgliedsunternehmen und Partnerunternehmen bei ePay heute schon Praktikanten von der TU München aus Heilbronn haben, von der 42 Coding School von Thomas Bornheim. Aufgebaut über die letzten Jahre. Also wir sind nicht nur ein Technologietransformationsstandort, wir sind auch ein Talentstandort.

Sprecher 8: Aber gibt es die Talente jetzt schon in Deutschland oder muss man die erst noch ausbilden oder aus dem Ausland anlocken?

Sprecher 9: Natürlich irgendwie beides. Also ich bin vor knapp drei Jahren als Geschäftsführer dazugekommen, habe dann dieses Projekt, wo wir gerade die Zusage vom Land Baden-Württemberg hatten, angefangen aufzubauen. Wenn mir einer gesagt hätte, dass wir es schaffen, in drei Jahren hier fast 70 Menschen aufzubauen, 70 Kolleginnen und Kollegen, die mit mir gemeinsam in diesem Team das entwickeln. Und da sind auch KI-Experten dabei, da sind Digital Twin-Experten dabei, da sind Marketing-Menschen dabei. Das ist so ein unterschiedliches Set an Talenten und die haben alle Lust, das hier mit aufzubauen. Und das sehe ich tatsächlich. Ich sehe das jeden Tag hier bei unseren Mitgliedsunternehmen, wie hier neue Data Scientists anfangen, wie die aus ganz Deutschland hierher ziehen, weil für sie die richtigen Daten, die richtigen Projekte bei den richtigen Unternehmen das sind, was attraktiv ist und nicht mehr die klassischen Arbeitgebermarken. Und deswegen mache ich mir da aktuell ehrlich gesagt gar keine Sorgen. Bisher ist der Zuzug und der Inflow an Talent und Menschen, die Lust haben, das mitzugestalten, extrem positiv.

Sprecher 8: Moritz Grether, ganz herzlichen Dank.

Sprecher 9: Sehr gerne, vielen Dank für die Einladung.

Sprecher 2: Mick, war noch was?

Sprecher 3: Island ist als Urlaubsland ein bisschen unattraktiver geworden. Ich weiß nicht, warst du überhaupt schon mal da, Helene?

Sprecher 2: Nein, ich habe aber mal mit einer Isländerin zusammen gewohnt. Sie hieß mit Nachnamen Magnus Dottir. Ich will nicht sagen, dass mein Sohn nach ihr benannt ist, aber es ist wirklich lustig, weil ihr Vater Magnus hieß und überhaupt, sie erzählte mir dann, alle Isländer kennen sich untereinander. Wir hatten eine sehr, sehr gute Zeit.

Sprecher 3: Achtung jetzt jedenfalls, es gibt wirklich schlimme Nachrichten für die Insel. Bis jetzt galt sie nämlich als mückenfrei. Die Zeiten sind jetzt allerdings vorbei. Natürlich ist auch da der Klimawandel Teil dieser Erklärung. Aber die Entdeckung von drei Stechmücken könnte auch darauf hindeuten, dass sie vor kurzem vielleicht mit Schiffen oder Containern in das Land gelangt sind. Das sagt zumindest Matthias Alfredsson, Insektenforscher am Isländischen Institut für Naturwissenschaften. Es könnte noch dicker kommen für Island. Mit den vielen Teichen und Mooren gibt es jetzt natürlich sehr viele gute, schöne Brutstätten für diese kleinen Tierchen. Also jetzt auch Dschungelzeiten in Island. So ist das.

Sprecher 2: Und am Freitag sind wir wieder da, wenn Sie mögen. Wir freuen uns jedenfalls auf Sie und haben Sie noch einen guten Tag. Tschüss.

Sprecher 10: You're the baby. You're the baby. Welcome to the jungle. My 17. It's down in the jungle. Bring you down!