Wie hältst du es mit der AfD?
Die Union bekräftigt ihre klare Abgrenzung zur AfD. Bei einer Klausur im Grunewald positionierte sich das CDU-Präsidium eindeutig: Es wird keine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei geben. SPD-Chef Klingbeil hatte mit dem Ende der Koalition gedroht, sollte die Brandmauer fallen.
[01:21]
Die Hoffnung auf Frieden währte nur kurz. Trotz Waffenstillstandsabkommen gab es am Wochenende wieder Luftangriffe auf Gaza. Israel wirft der Hamas vor, zuerst gegen die Vereinbarungen verstoßen zu haben. US-Präsident Trump will Israel bei weiteren Verstößen der Hamas militärisch freie Hand lassen.
[08:36]
Deutschland ist der siebtgrößte Stahlproduzent weltweit – noch. Gunnar Groebler, CEO der Salzgitter AG, begrüßt die neuen EU-Zölle von 50 Prozent auf chinesische Stahlimporte. "Die Kosten für Verbraucher halten sich aus unserer Sicht in Grenzen. Ein Auto wird etwa 50 Euro teurer werden können. Eine Waschmaschine ist mit unter einem Euro dabei. Es ist aber sehr wohl absolut signifikant für die Stahlindustrie."
[11:29]
In nur vier Minuten erbeuteten Profi-Diebe die französischen Kronjuwelen. Die Täter kamen am Sonntagmorgen als Bauarbeiter mit Warnwesten getarnt über einen Lastenaufzug ins Museum.
[18:55]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: In der CDU geht es mal wieder um die Frage nach der Brandmauer. Steht sie noch? Steht sie fest? Oder gibt es in Zukunft doch irgendeine Art von Zusammenarbeit von CDU und AfD? Das hat die Spitze der CDU gestern diskutiert. Und zwar in einem stillgelegten Wirtshaus im Grunewald. Und wir sagen Ihnen, was dort besprochen wurde.
Sprecher 3: Der Frieden in Gaza ist zerbrechlicher, als viele befürchtet hatten. Am Wochenende gab es wieder einmal Luftangriffe auf den Gaza, obwohl doch eigentlich die Waffen schweigen sollten. Warum und wie es jetzt weitergehen soll, gleich bei uns.
Sprecher 2: Noch ist Deutschland der siebtgrößte Stahlproduzent der Welt, aber der Druck auf die Branche durch billigen Stahl aus China wird immer größer. Dazu kommen natürlich die hohen Strompreise bei uns in Deutschland. Die ganze Transformation weg vom Hochofen hin zu moderner Technologie. Wir sprechen mit Gunnar Gröbler, dem Vorstandsvorsitzenden der Salzgitter AG.
Sprecher 3: Und zum Schluss müssen wir noch einen Blick in das wichtigste Museum Europas werfen, natürlich den Louvre. Der hat nämlich ungebetenen Besuch an diesem Wochenende bekommen. Es ist Montag, der 20. Oktober. Legen wir los.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 3: Lars Klingbeil, der Parteichef der SPD, hat sich zur Brandmauer in der Union geäußert und gesagt, er werde diese Koalition sprengen, wenn die Brandmauer bei der Union fällt. Das war die Grundlage für die Klausur am Wochenende. Diese Festlegung war für uns eine Eintrittsbedingung in die Koalition, sagte Klingbeil der Bild am Sonntag. Und damit lag der Ball natürlich erst recht auf dem Spielfeld der Union.
Sprecher 2: Ja, und Friedrich Merz, der sich mit dem Präsidium am Sonntag zusammengesetzt hat, um diese Frage zu besprechen, hat am Samstag schon mal angedeutet, wohin die Reise geht. Bei einem Besuch in Meschede hat er Folgendes gesagt.
Sprecher 5: Das ist eine Partei, die mit der Tradition von Konrad Adenauer brechen will. Wir werden es nicht zulassen, dass dieses Erbe unseres Landes von einer solchen Partei verspielt wird. Und deswegen gibt es keine Zusammenarbeit mit der AfD. Meine Damen und Herren, es gibt sie nicht.
Sprecher 3: Ja, und so ähnlich soll er zumindest Teilnehmern zufolge gestern Nachmittag dann auch im Präsidium das Thema eingeleitet haben, als dann nachmittags in einem stillgelegten Wirtshaus in der wunderbaren Schildhornbucht die Präsidiumsmitglieder zu ihrer Geheimklausur zusammenkamen am schönen Wannsee, Helene. Und eigentlich war es, das sagte mir ein Teilnehmer dann am späten Abend, eben keine Öffnungsklausur. Revolutionäres wurde dort nicht verlangt in diesem Präsidium.
Sprecher 2: Ja, das wundert auch nicht, wenn man sich anschaut, wer in dem Präsidium sitzt. Das ist Karin Prien, Daniel Günther, Boris Reh. Rein und Hendrik Wüst, die alle, fällt einem jetzt Verschiedenes ein. Hendrik Wüst, der die Nazipartei gesagt hatte, Daniel Günther, der sowieso keinen Hehl daraus macht, dass er nichts mit der AfD zu tun hat, will Karin Prien erst recht. Also diejenigen jedenfalls, die das Wort geführt hatten, nach dem, was wir gehört haben, die sind in dieser Frage völlig klar und haben Friedrich Merz mit seinem O-Ton da bestärkt und gesagt, es geht nicht. Die CDU hat von ihrer ganzen Programmatik, von ihrer Geschichte einfach nichts mit der AfD gemein. Und da darf man eben diesen Punkt der Migrationspolitik, wo man zufälligerweise bestimmte Schnittmengen hat, das nicht überbewerten.
Sprecher 3: Und der Umweltpolitiker Andreas Jung, Silvia Breher, die Parteivizin, wenn man da durchgeht, Karl-Josef Laumann, der langjährige Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels, das sind eben alles keine Rechtskonservativen. Da will keiner die AfD wirklich umarmen, um sie zu erdrücken, wie es ja bei Soziologen als mögliche Strategie gelegentlich diskutiert wird. Und die Teilnehmer haben sich dann auch vor allem dahingehend geäußert, dass man die AfD inhaltlich stellen müsste, ohne immer nur die Migration nach vorne zu schieben. Auch das soll auch Friedrich Merz gesagt haben. Also Wirtschaftspolitik, EU-Politik, die NATO-Kritik der AfD, auch die Russland-Fürsorge bei manchem AfD funktioniert. Das seien doch alles Themen, mit denen die CDU in der Auseinandersetzung mit der AfD gewinnen könne, punkten müsse. Denn das Ziel der AfD sei es ja nun mal vor allem, die CDU kaputt zu machen.
Sprecher 2: Ja, da ist ja die AfD völlig klar und transparent, auch in ihrem Strategiepapier. dass sie sagt, die CDU muss man zerstören, die bürgerliche Partei. So haben es ja auch die Rechtspopulisten in anderen Ländern vorgemacht. Dann kann man die Macht sich nehmen, wenn man die CDU, wenn man also die bürgerliche Kraft im Land zerstört hat. Insofern ist die CDU ja auch wirklich sehr gut beraten, da sich eine Strategie zu überlegen und nicht naiv in diese Auseinandersetzung reinzugehen. Ja, und da ist natürlich gerade in der Außenpolitik, gerade in der Russland-Politik, in der Frage, wie steht man zu Autokraten, ein weites Feld, in dem tatsächlich die CDU mit ihrer transatlantischen Ausrichtung ganz anders aufgestellt ist als die AfD.
Sprecher 3: Die große Diskussion ist am Ende, was heißt Zusammenarbeit? Alle sind sich einig, wir wollen diese Zusammenarbeit mit der AfD nicht. Es gilt der Beschluss von 2018 unter einer gewissen Annegret Kramp-Karrenbauer. Aber was heißt das dann konkret, wenn in Sachsen-Anhalt zum Beispiel die CDU vielleicht doch eine Minderheitsregierung oder in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert, dann müsste man am Ende ja auf Stimmen angewiesen sein, entweder von den Linken oder von der AfD. Denn alleine mit SPD und Grünen würde nach heutiger Umfrage es gar keine, nicht mal mehr eine Minderheitsregierung könnte irgendeinen Beschluss fassen, ohne nach links oder nach ganz rechts auszugreifen. Und da haben eben mehrere Teilnehmer ganz klar gesagt, wir können auch keine Beschlüsse fassen, wo offensichtlich ist, dass wir die AfD dafür brauchen.
Sprecher 2: Ja, wir werden sehen, wie die Debatte weitergeht, denn klar ist auch in der CDU sehen das nicht alle so. In den Landesverbänden, gerade der östlichen Bundesländer, gibt es viele, die diesen Kurs für falsch halten, die der Meinung sind, so wird die AfD immer nur. nur noch stärker, wenn man auf der Brandmauer besteht. Und auch von den Sozialdemokraten gab es auf Twitter jetzt vereinzelt Stimmen, die so zynisch sagten, naja, dieser Beschluss jetzt vom Sonntagnachmittag, der hält genau bis zur nächsten verlorenen Landtagswahl. Auch das, ja, sagen wir mal, nicht völlig ausgeschlossen. Die CDU ist da in einem Dilemma, dass sie einerseits mit der AfD nichts zu tun haben will und andererseits eben... Programmatisch auch nicht von links vereinnahmt werden will.
Sprecher 3: Die Diskussion ging dann vor allem darum, wie kriegt man die SPD dazu, innenpolitisch, wirtschaftspolitisch stärker eigentlich CDU zu sein und eben Punkte zu machen aus Sicht der CDU-Funktionäre, um die AfD klein zu machen. Das ist das große Dilemma. Kriegst du die SPD mehr in die Mitte und gehst laut zumindest Analysten der CDU dann darin über die AfD dadurch klein zu machen, dass man doch am Ende keine linke Regierung in Deutschland hat, sondern eine mittige, vielleicht sogar Mitte rechts. Und das ist natürlich die große Frage, wie sehr lässt die SPD sich in die Strategie der CDU gegen die AfD eigentlich einbeziehen.
Sprecher 2: Ja, wobei die SPD natürlich da auch ein ganz eigenes Problem hat. Es sind ja nicht nur die Wähler, die von der CDU zur AfD rübergehen, sondern in ebenso großem Umfang sind es SPD-Wähler, gerade die Arbeiter, die zur AfD rübergegangen sind. Also die SPD muss natürlich auch selbst über ihre Ausrichtung nachdenken und fragen, für wen sie eigentlich Politik macht.
Sprecher 3: Sehr gut und sie müsste eigentlich auch nochmal eine Strategieklausur zur AfD machen, aber das ist offenbar bisher nicht geplant. Immerhin hat Jens Spahn jetzt in einem Bildinterview schon mal klargemacht, wo man sich einigt. ist auch mit der SPD, nämlich die Russlandnähe der AfD zu thematisieren. Er sagte, die AfD sei eine Putin-Partei.
Sprecher 2: Ja, und diese Sätze von Spahn, die leiten doch direkt über in die Frankfurter Paulskirche, wo der Historiker Karl Schlögl gestern geehrt wurde mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und dort eine interessante Rede gehalten hat. Und hören wir uns die Kernbotschaft doch mal an von dem berühmten... Deutschen und jetzt hochverehrten Preisträger.
Sprecher 6: Es ist erstaunlich, wie lange es in Deutschland gedauert hat, gewahr zu werden, womit man es mit Putins Russland zu tun hat. Es gab viele Russland-Versteher, aber zu wenige, die etwas von Russland verstanden. Sie hätten uns sonst erklärt, was auf uns zukommt und dass die Kategorien, mit denen man Putins Reich zu fassen sucht, eher Ergebnis von Wunschdenken und Gutgläubigkeit waren, anstatt sich einzugestehen, dass man dieser Gestalt des Bösen, welcher Begriff auch immer dafür noch entwickelt werden wird, nicht gewachsen war. Die Vordenker in seiner Umgebung sprechen es ganz offen aus, wir werden euch Europäern das Rückgrat brechen.
Sprecher 2: Vor ungefähr zehn Tagen hat die Hamas der Waffenruhe zugestimmt und eigentlich sollten seither endlich die Waffen schweigen in Gaza, nachdem ja auch jetzt die letzten israelischen Geiseln in Freiheit sind. Aber die Waffenruhe ist wackelig. Es gibt wieder Bombardierung des Gazastreifens durch die Israelis. Die wiederum sagen, die Palästinenser haben angefangen. Also wechselseitige Vorwürfe. Gehen wir der Sache mal auf den Grund, Michael.
Sprecher 3: Ja, natürlich ist das schon immer die Krux am 20-Punkte-Plan von Donald Trump gewesen, nämlich die Entwaffnung der Hamas. Keiner kann das garantieren, keiner hat es bisher geschafft. Und wir erleben im Gazastreifen das, was viele befürchtet haben, nämlich dass die Hamas sich Israel treue oder vermeintliche Kollaborateure mit Israel jetzt schnappen und auf offener Straße exekutieren. Also von Frieden ist da eben dann tatsächlich in der Realität noch nicht zu reden.
Sprecher 2: Nach israelischen Angaben ist es eben so, dass die Hamas angefangen hat, dass die Hamas als erstes gegen die Waffenruhe verstoßen hat und israelische Soldaten angegriffen hat und zwar mit einer Panzerfaust. Außerdem soll ein palästinensischer Scharfschütze auch auf eine israelische Einheit geschossen haben und daraufhin haben die Israelis reagiert, haben Luftangriffe geflogen im Süden des Gazastreifens, 20 Ziele. Sollen sie bombardiert haben und vier Palästinenser. Enser sind dabei getötet und fünf weitere verletzt worden. Also, ja, muss man wirklich sagen, das gibt einem zu denken, dass es so kurz nach dieser feierlichen Unterzeichnung des Friedensabkommens schon wieder Tote und Verletzte gibt.
Sprecher 3: Ja, und Donald Trump, der US-Präsident, hat auch klargemacht, er werde den israelischen Armeen und auch den Streitkräften erlauben, das klingt ja wirklich so, als sei er der Armeeschef der Israelis, sofort wieder im Gaza zu operieren, wenn die Hamas sich nicht an die Waffenstillstandsabkommen hält. Das ist schon, hat der CNN gesagt vor einem Tag, und das ist schon eine klare Ansage auch von Trump. Trotz aller Bemühungen jetzt um die Ukraine wird er sein Augenmerk von dem Gaza-Konflikt nicht wegbringen lassen wollen.
Sprecher 2: Naja, und auch in der israelischen Regierung ist es nicht einfach. Der Polizeiminister Ben Gvir, der als Rechtsextremist bezeichnet wird, der hat nun appelliert, den Krieg wieder aufzunehmen gegen die Hamas und hat gesagt, die Kampfhandlung im Gazastreifen müssen wir vollständig und mit voller Stärke wieder aufnehmen. Also das wussten wir ja schon vorher. Diese beiden rechtsextremen Minister waren nicht einverstanden mit dem Waffenstillstand und nun heizen sie das Ganze noch weiter an. Wie Netanyahu darauf reagiert, werden wir sehen. Aber leider, leider ist die Lage im Nahen Osten weiterhin extrem unruhig.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Mit 1000 Millionen Tonnen, das ist eine Milliarde, hat China im letzten Jahr mehr als die Hälfte des gesamten Stahls auf der Welt hergestellt. Eine Rekordmenge, mit der der Weltmarkt geflutet wird und das zu sehr niedrigen Preisen. Der Vorwurf ist alt bekannt, China verschafft seiner Industrie durch Subventionen einen unfairen Wettbewerbsvorteil und deshalb fordern auch die europäischen und deutschen Hersteller, dass der Staat ihn unter die Arme greift, ein Level Playing Field herstellt, in gewisser Weise natürlich auch bei der Transformation unterstützt und dass eben Maßnahmen ergriffen werden gegen dieses Dumping aus China. Die EU hat deswegen nun entschieden, ab einer gewissen Obergrenze alle Stahlimporte aus China mit 50-prozentigen Zöllen zu belegen. Der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG und Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Gunnar Gröbler, lobt diese Entscheidung im Gespräch mit dem Kollegen Alex Veith vom ESG-Table. Hören Sie doch mal rein.
Sprecher 7: Also wenn man den Wirtschaftswissenschaftlern zuhört, dann würden die ja sagen, Zölle, das sind ja aber eigentlich Verbrauchersteuern für die Verbraucher in Europa in dem Fall. Müssen wir uns denn nun darauf gefasst machen, dass die Preise für Waschmaschinen oder auch Autos in die Höhe gehen?
Sprecher 8: Zunächst mal müssen wir anerkennen, dass das Freihandelssystem, wie wir es in der Welt in der Vergangenheit hatten, aufgekündigt ist. Und zwar nicht von Europa aufgekündigt ist, sondern von Europa. von anderen Regionen in dieser Welt aufgekündigt worden ist. Und Europa reagiert darauf. Und ich glaube, das ist absolut richtig. Um das Level-Playing-Field tatsächlich auch wiederherzustellen. Die Kosten für Verbraucher sind aus unserer Sicht, halten die sich in Grenzen. Wir haben es durchgerechnet, wenn Sie ein Auto betrachten, dann wird dieses... Handelssystem, dieser Kommissionsvorschlag dazu führen, dass ein Auto etwa 50 Euro teurer werden kann. Irgendwas zwischen 20 und 65 zeigen die Modelle. Eine Waschmaschine ist mit unter einem Euro zusätzlichen Kostenbelastung dabei. Das heißt, es ist nicht signifikant für den Verbraucher. Es ist aber sehr wohl absolut signifikant für die Stahlindustrie. Und mit der Stahlindustrie als Startpunkt von Wertschöpfungsketten, von fast allen Wertschöpfungsketten, die Sie in Europa kennen, ist es insofern absolut signifikant. Es erhält die Stahlindustrie in Europa.
Sprecher 7: Würden Sie sagen, das ist jetzt die entscheidende Maßnahme, die es gebraucht hat, um die europäische Stahlindustrie zu retten?
Sprecher 8: Es ist sicherlich kurzfristig eine der ganz wesentlichen Bausteine des Steel and Metals Action Plan, der damit jetzt umgesetzt wird. Insofern ist es ein wesentlicher Baustein im Hier und Jetzt absolut. Aber es dürfen die anderen Elemente des Steel and Metals Action Plan und auch des deutschen Koalitionsvertrages dabei nicht hinten runterfallen. Wir gucken auf Energiekosten, Stromkosten, Netzkosten. Ist weniger ein Thema in Brüssel, gehört mehr nach Berlin. Wir gucken auf die Einführung des CBAM, des Carbon Border Adjustment Mechanisms, zum Anfang. des kommenden Jahres, der aus unserer Sicht absolut eingeführt werden muss und eingeführt werden sollte. Und wir gucken natürlich auf etwas, was auch in Brüssel aktuell sehr intensiv diskutiert wird. Das ganze Thema Leitmärkte, Local Content, European Content ist ja eine Beruflichkeit, die Frau von der Leyen sehr explizit im Moment nutzt. Und auch dafür hat die Stahlindustrie ein Angebot. Und da gilt es sicherlich auch, das Ganze dann jetzt in die Umsetzung zu kriegen.
Sprecher 7: Braucht man denn die Local Content Regeln jetzt noch, wo sie jetzt diese hohen Zölle haben?
Sprecher 8: Es sind ja zwei verschiedene Elemente. Wenn Sie das Thema Leitmärkte nehmen, dann geht es ja hier um die Etablierung von Märkten für CO2-reduziertes Material, also unser Stichwort grüner Stahl. Das ist jetzt keine Frage von klassischen Importschutzmechanismen, sondern hier geht es um die Etablierung von Märkten, gerade im Bereich der öffentlichen Beschaffung, die nicht nur Preiskriterien beinhalten, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien, wie zum Beispiel CO2-reduzierter Stahl oder CO2-reduzierter Beton oder andere Materialien. Und hier geht es um Leitmärkte. Das ist ein zentraler Baustein einer zukunftsfähigen Stahlindustrie in Europa, einer Stahlindustrie, die sich mitten in der Transformation befindet. Insofern auch ein wesentlicher Bestandteil für uns und auch der ist dem Steel and Metals Action Plan hinterlegt. Insofern auch ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Politik.
Sprecher 7: Die Bundesregierung, die hat sich in die Debatte um die Zölle und Quoten ja nicht gerade in den Vordergrund gedrängt. Hätten Sie sich denn da mehr erwartet? Von der Koalition in Berlin?
Sprecher 8: Sicherlich wäre es hilfreich und schön gewesen und die Chance besteht ja nach wie vor, dass sich auch die Bundesregierung zu dem Thema des Handelsschutzes klar positioniert. Ich glaube, in der Gesamtgemengelage, die die Bundesregierung natürlich auch im Blick haben muss, kann ich verstehen, dass das vielleicht etwas zurückhaltender betrachtet wird. Aber wir sind mit der Bundesregierung im Gespräch dazu und werden sicherlich alles dafür tun, sie davon zu überzeugen, dass eine klare Positionierung der Bundesregierung und der Bundesrepublik in Brüssel sehr hilfreich ist für die Stahlindustrie, insbesondere die deutsche Stahlindustrie. Denn wir dürfen nicht vergessen, Deutschland ist der größte Stahlproduzent in Europa.
Sprecher 7: Den Bundeskanzler werden Sie ja dann auch bald treffen. Er lädt sie ein zu einem weiteren Stahlgipfel. Welche Botschaften nehmen Sie denn dann mit zu Herrn Merz?
Sprecher 8: Die Botschaften und die Fragestellungen sind im Prinzip die gleichen, die wir bisher diskutiert haben. Wir reden über den Auslandsschutz, wir reden über das Thema CBAM, wir reden über das Thema Energie und Energiekosten und das Thema der Leitmärkte. Das sind die vier großen Elemente. Die er selbst im Koalitionsvertrag auch niedergeschrieben hat oder hat niederschreiben lassen, worauf sich die Koalition verständigt hat. Und hier geht es jetzt tatsächlich wirklich auch um die Umsetzung, vor allen Dingen die Umsetzung der Themen, die schwerpunktmäßig in Berlin liegen.
Sprecher 7: Das ist ja vor allem der Strompreis, der über die Netze reguliert wird. Aber es gibt ja auch die Idee von einem Industriestrompreis. Vielleicht können Sie unseren Lesern und Hörern erklären, wieso ist eigentlich ein... Strompreis wichtig für die Stahlindustrie. Sie betreiben in Salzgitter ja Hochöfen, die größten anderen Hersteller genauso, Arbeit mit Hochöfen, die befeuert man mit Kohle. Wieso brauchen Sie eigentlich einen Industriestrompreis?
Sprecher 8: Zunächst einmal haben Sie recht, die Hochöfen werden heute mit Kohle respektive Koks betrieben. Insofern brauchen wir an der Stelle weniger Strom. Aber in den ganzen Weiterverarbeitungsprozessen brauchen wir natürlich selbstverständlich Strom. Und Sie dürfen eins nicht vergessen, wir haben in Deutschland nicht nur Hochöfen, sondern wir haben auch heute schon Elektrolichtbogenöfen. Also Stahlunternehmen, die ihren Stahl auf Basis von Schrott erschmelzen mit Strom als Energiequelle, um das Material aufzuschmelzen. Das ist der Status heute. Was aber auch richtig ist, ist, dass sich die Hochofenbetreiber auf den Weg der Transformation gemacht haben. Hochöfen sind sehr CO2-intensiv. Es gibt einen gesellschaftlichen Auftrag, die CO2-Last in Deutschland zu reduzieren. Die Stahlindustrie steht für etwa 7 Prozent der deutschen CO2-Emissionen und das ist alles hochofenbasiert. Also werden wir die Hochöfen über Zeit ersetzen durch eben solche Elektrolichtbogenöfen. Das heißt, wir ersetzen die Kohle bzw. Den Koks durch Strom in Zukunft. Das heißt, der Strombedarf der deutschen Stahlindustrie wird massiv steigen. Und von daher ist ein Industriestrompreis für die Stahlindustrie essentiell wichtig, um diese Transformation auch zum Erfolg zu bringen.
Sprecher 3: Helene, war noch was?
Sprecher 2: Michael, ein spektakulärer Kunstraub im Pariser Louvre. Die französischen Kronjuwelen wurden geklaut in nur vier Minuten. Absolut professionelle Diebe sind da Sonntagmorgen in den Louvre eingedrungen. Die Kulturministerin Rashida Dati, hören wir mal den Ärger, der in ihrer Stimme liegt und die Wut. Denn hier geht es wirklich um den Stolz Frankreichs. Ja, da beschreibt Rashida Dati, wie dieser Einbruch abgelaufen ist. Diese wahrscheinlich vier Täter sind in einem Lastenaufzug in den Louvre reingekommen, hatten Warnwesten an, also völlig unbemerkt. Am Morgen haben dann mit einem Profigerät ein Fenster eingeschnitten und sind dann in die Apollon Galerie vorgedrungen und haben dort in nur vier Minuten die Vitrinen zerstört, die Beute mitgenommen. Und ohne jegliche Gewaltanwendung sind sie verschwunden, auf Mopeds geflüchtet. Also dieses Land, das jetzt sowieso schon so schwer hat, das geht natürlich dann wirklich ins Herz der Franzosen.
Sprecher 3: Nicht einmal die ganz hohe Kunst hat vor diesen plumpen Bösewichten Halt gemacht. Wir sehen uns trotzdem morgen wieder am Dienstag, 5 Uhr, Table Today. Bis dahin.
Sprecher 2: Wir freuen uns. Tschüss.
Sprecher 9: I'm the bad guy. Duh. I'm the bad guy. I like it when you take control Even if you know that you don't own me I'll let you play the role I'll be your animal My mommy likes to sing along with me But she won't sing this song if she meets all the people She'll pity the men I know So you're a tough guy, like you're really a rough guy Just can't get enough guy, chest always so puff guy I'm that bad type, make your mama sad type Make your girlfriend mad type, might seduce your dad type I'm the bad guy Duh
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.