Wie lange hält der Frieden in Nahost?
Israel bereitet sich auf die Rückkehr der verbliebenen Geiseln aus der Gewalt der militant-islamistischen Hamas vor. Donald Trump hat sich auf den Weg nach Israel gemacht. Noch heute reist Trump weiter zu einem Gipfeltreffen in Ägypten.
Zu der symbolischen Veranstaltung werden weitere Staats- und Regierungschefs erwartet. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz wird dabei sein.
[01:09]
Andreas Gassen, der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, fordert, dass Arbeitnehmer künftig erst ab dem vierten Krankheitstag eine Krankschreibung benötigen. So soll die Zahl der Arztbesuche reduziert werden – 100 Millionen Euro könnten so pro Jahr gespart werden, sagt Gassen.
[06:35]
Die Münchner Sicherheitskonferenz im Februar könnte sich zum bedeutendsten geopolitischen und sicherheitspolitischen Forum der Welt entwickeln. Markus Bickel, Redaktionsleiter des Security Table, spricht mit Benedikt Franke, dem CEO der Konferenz. Diesmal werden Vertreter von Syriens neuem Regime in München erwartet. Der türkische Präsident Erdoğan soll nach 17 Jahren erstmals bei der MSC sprechen.
[09:49]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Eine historische Woche beginnt, eine Woche der Hoffnung. Denn heute soll in Ägypten offiziell das Gaza-Friedensabkommen unterzeichnet werden. Donald Trump ist natürlich da, Kiers Dama, 20 weitere Staats- und Regierungschefs. Ob auch Netanjahu und Hamas-Vertreter da sind, wissen wir noch nicht. Aber Friedrich Merz kommt, wir geben Ihnen ein Update.
Sprecher 3: Zukünftig sollen Arbeitnehmer erst ab dem vierten Krankheitstag eine Krankschreibung benötigen. Das jedenfalls fordert Andreas Gassen, der Verbandschef der Deutschen Kassenärzte. Was durch diesen Vorschlag erreicht werden könnte und was die Arbeitgeber davon halten, gleich bei uns.
Sprecher 2: Die Münchner Sicherheitskonferenz, sie ist das geopolitische und sicherheitspolitische Forum der Welt inzwischen geworden. Im Februar geht es wieder los. Unser Redaktionsleiter des Security Table, Markus Pickel, hat mit dem CEO der Konferenz, Benedikt Franke, gesprochen über das, was auf der Bühne stattfinden soll und ob Jens Stoltenberg jetzt die Konferenz übernimmt oder doch noch nicht. Es ist Montag, der 13. Oktober, legen wir los.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 5: The clock is tick, tick, ticking in the Middle East. There remain huge questions for the near and distant future about the fraught Israel-Palestine relationship.
Sprecher 6: The complex part will be the implementation of the second phase, the demilitarization of Gaza.
Sprecher 7: We still have a long road ahead, and obviously we can't just allow chaos to reign in Gaza. That would endanger our national security.
Sprecher 5: I really do think that it shows what happens when you go outside the traditional failed diplomatic routes and actually try something new.
Sprecher 8: Everybody's very excited about this moment in time. So everybody's cheering at one time that's never happened before. Everybody is. Amazed and they're thrilled and it's an honor to be involved and we're going to have an amazing time and it's going to be something that's never happened before.
Sprecher 3: Und nun gibt es wirklich die Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten. Heute sollen die Geiseln freigelassen werden, die 20 sich immer noch seit über zwei Jahren bei den Hamas befindenden Israelis. Aber es gibt natürlich auch einige Fragen. Die Hoffnung, so ist es eben leider im Nahen Osten immer, ist auch getrübt.
Sprecher 5: Ja, das besonders besorgniserregende aus meiner Sicht ist ja, ob die Hamas sich da jetzt schon wieder in den Regionen, wo sich die israelische Armee ja auch...
Sprecher 2: schon zurückgezogen hat, wieder sammelt. Angeblich sieht man da ja auch Bilder, werden da Oppositionelle schon angegangen, die vermeintlich mit den Israelis zusammengearbeitet haben. Man sieht schon wieder Lastwagen mit uniformierten Hamas-Anhängern. Also die Frage, die große zentrale Frage in diesem Friedensabkommen, lässt sich die Hamas entwaffnen? Ich habe bisher noch keinen Beleg dafür gefunden, dass das wirklich passiert.
Sprecher 3: Ja, und nicht unbedingt für den großen Willen mitzumachen, spricht auch, dass die Hamas angekündigt hat, gar nicht nach Sharm el-Sheikh zu reisen, wo das Abkommen unterzeichnet werden soll. Das jedenfalls hat Hosam Badran gesagt. Er ist Mitglied des Hamas-Politikbüros und er hat gesagt, ja, Auch in der Vergangenheit hätten Katar und Ägypten als Mediatoren für die Hamas gehandelt. Das soll auch jetzt so sein. Also man zeigt nicht das eigene Gesicht. Man will sich selbst nicht fotografieren lassen bei der Unterzeichnung dieses Friedensabkommens. Ja, das kann alles Mögliche bedeuten, aber es kann eben auch darauf hinweisen, dass man sich nicht so ganz daran festhalten lassen will. Wir wollen es jetzt nicht direkt schlecht reden, aber wir wollen doch sagen, dass es noch viele Fragezeichen gibt.
Sprecher 2: Ja, man muss auch mal die Frage stellen, wer überhaupt noch jetzt von den Hamas in Charges Autorität hat. Also es werden hier Hamas-Vertreter zitiert bei CNN, die eben sagen, eine Entwaffnung ist für uns ausgeschlossen. Aber wer das genau ist, anonyme Quellen, wie viel Macht sie noch haben, man weiß es nicht. Jedenfalls Steve Witkoff, der Nahost-Beauftragte von Donald Trump, er wurde in Tel Aviv gefeiert an diesem Wochenende. Und danke Trump-Rufe gab es auch. Als allerdings dann Netanyahu auf die Bühne kam, da wurde geboot und es gab Pfiffe. Also der Sieger dieser ganzen Abkommen-Thematik ist bisher Donald Trump, muss man so sagen.
Sprecher 3: Die beiden rechtsextremen Minister in Netanyahus Kabinett, die haben jedenfalls keinen hier draus gemacht, dass sie sehr unglücklich sind über die Vereinbarung, dass sie dagegen sind und dass sie trotz der Freilassung der Geiseln die Hamas am Ende zerschlagen wollen, daran unbedingt festhalten. Also das klingt in diesen Teilen des Netanyahu-Kabinetts auch nicht gerade nach Deeskalation, um es mal vorsichtig zu sagen.
Sprecher 2: Und wenn wir mal in die Zukunft schauen, Gaza ist zerstört. Zu 80 Prozent ist diese ehemalige Städte und Regionen in diesem Gazastreifen zerstört. Ein Medienbericht lautete sinngemäß zusammengefasst, dass es 15 Jahre dauern würde, alleine den ganzen Bauschutt abzutransportieren und mindestens so lange, um parallel da wieder Städte aufzubauen. Die Entwicklungsministerin aus Deutschland, Reem Al-Abadi-Radowan, hat immerhin schon mal angekündigt, man wolle jetzt sehr schnell mit Übergangsunterkünften helfen und es soll eine Wiederaufbaukonferenz geben.
Sprecher 3: Ja, Alaa Baliradovan wurde daraufhin schon verhöhnt und es wurde daran erinnert, dass ja Christine Lambrecht, die ehemalige Verteidigungsministerin, beim Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine versprochen hat, der Helme zu liefern. Also dieser Vergleich, der hinkt sicherlich. Aber dass sich Deutschland auch noch in anderer Weise engagieren muss, als mit Zelten, als mit Übergangsunterkünften, das scheint auch klar zu sein. Denn die UN-Schätzung geht von 50 Milliarden Euro aus, die der Wiederaufbau kosten.
Sprecher 2: Ein schmerzhafter Punkt natürlich auch noch die palästinensischen Gefangenen. 1700 Säulen freigelassen werden und 250 zu lebenslänglicher Haft verurteilte. Also das sind Terrorattentäter, mutmaßliche, die dort in den Gefängnissen sitzen, die jetzt auf freien Fuß kommen. Man kann sich nicht vorstellen, dass die plötzlich alle ihren Hass auf Israel und ihre Ideologie ablegen. Also da ist noch sehr viel Wunschdenken in diesem Abkommen drin. Aber du hast ja gesagt, wir wollen das jetzt hier nicht kaputt reden.
Sprecher 3: Nein, und es gibt auch die wirklich beglückende Nachricht, dass wenn jedenfalls alles gut geht, bis spätestens 12 Uhr Ortszeit die 20 noch lebenden Geiseln endlich, endlich wieder zurückkehren und auch die Leichnamen der verstorbenen Geiseln auch übergeben werden. Das trägt hoffentlich auch zur Befriedung in Israel bei, wenn auch natürlich die Trauer und der Schrecken immer noch groß ist.
Sprecher 2: Table Briefing ist reist natürlich mit, mit dem Kanzler mit nach Ergebnissen. Stefan Braun, unser Kollege, ist dabei. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.
Sprecher 3: 116 Millionen Krankschreibungen gibt es im Jahr und der Regelfall ist, dass man am dritten Tag zum Arzt gehen muss. Und dann eben eine Krankschreibung vom Arzt braucht. Vorher kann man sich so krank melden. Eine Regelung, die ein bisschen in der Kritik ist, weil es ja allgemein den Verdacht gibt, jemand könnte sich auch mal einfach so krank melden. Und interessant dabei, so sagt jetzt Andreas Gassen, der Verbandsschef der Deutschen Kassenärzte, lass uns doch die Frist verschieben auf den vierten oder fünften Krankheitstag. Erst dann soll man zum Arzt gehen müssen.
Sprecher 2: Ob das eigentlich jetzt dem System hilft, das dramatisch überfinanziert ist und wir haben ja zu viele Krankenschreibungen, wir haben zu viele Menschen, die sich krank machen, überproportional. Viele übrigens an einem Montag oder an einem Freitag. Ob das wirklich alles immer Gesundheitsprobleme sind, weiß ich jetzt nicht. Aber das Gegenteil wäre ja jetzt dann dieser Vorschlag, weil dann kann man drei Tage lang ohne einen Arzt zu besuchen krank sein. Die meisten sind selbstverständlich auch krank, aber wie das jetzt das große Einsparpotenzial für die Kassen sein soll, I don't know.
Sprecher 3: Ich wollte gerade sagen, ich habe es ja vorhin auch so angeteasert, wir wollen jetzt hier nicht den Verdacht im Raum stehen lassen, dass wir den Kranken nicht glauben, dass sie krank ist. Das ist mit Sicherheit nicht. Aber es gab doch in der Vergangenheit eher Vorschläge, die in die andere Richtung gehen. Da war die Rede vom Karenztag, also dass man am ersten Tag der Krankschreibung kein Gehalt kriegt, um den Menschen einen Stups zu geben, dass sie eben doch ins Büro gehen. Was allerdings dann eher vielleicht das... das Homeoffice ist, um nicht die ganzen Kollegen anzustecken. Aber jetzt eben der Vorschlag, dass man das erst am vierten oder fünften Tag machen muss, die Krankschreibung. Und das, der Hintergrund ist finanzieller Art. Das Gesundheitssystem soll damit um circa 100 Millionen Euro entlastet werden. Das ist ehrlich gesagt angesichts der Gesamtkosten nicht besonders viel. Aber klein viel macht auch Mist, so sagt man es doch.
Sprecher 2: Genau, und jetzt soll ja eigentlich auch das Gegenteil passieren bei der telefonischen Krankschreibung, die ja vor allem in der Corona-Zeit natürlich sinnvoll und richtig war, aber jetzt wieder langsam zurückgefahren werden soll. Also wir müssen über andere Dinge nachdenken. Die Zahl der Arztbesuche und die Krankheitstage in Deutschland sind eben im Vergleich zu nicht sozialistischen oder autoritären anderen Ländern wahnsinnig überproportional, sondern europäischen Ländern, ganz normalen Sozialstaaten. Also vielleicht kann man doch mal darüber nachdenken, wie man diese Zahlen ein bisschen wieder runterkriegt.
Sprecher 3: Im europäischen Durchschnitt sind die Menschen acht Tage pro Jahr krank, also im vergangenen Jahr 24. Bei uns waren es 15 Tage oder 14,8, also fast 15 Tage, wobei man sagen muss, das ist nur eingeschränkt vergleichbar, denn die Regelungen sind wirklich sehr unterschiedlich in den verschiedenen Ländern. Bei manchen gibt es schlicht keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, jedenfalls nicht so selbstverständlich wie bei uns, wo ja das immerhin sechs Wochen sind. Eine Errungenschaft, aber man muss natürlich auch sehen, dass das am Ende alles bezahlbar bleibt. Und darauf verweist auch der BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter, der von der Idee von Andreas Gassen überhaupt nicht... Er befürchtet, dass die Arbeitgeber durch eine Verlängerung der Karenz deutlich mehr belastet werden. Also ich würde sagen, die Diskussion über die Entlastung des Gesundheitssystems geht weiter.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: Die Münchner Sicherheitskonferenz könnte sich am 13. Und 14. Februar in neuen Jahr zur großen Friedenskonferenz entwickeln. Könnte zumindest. Der Nahe Osten vielleicht beruhigt, vielleicht gibt es ja auch endlich neue Hoffnungen in der Ukraine. Vertreter von Syriens neuem Regime werden erwartet in München. Und erstmals soll der türkische Präsident Erdogan nach 17 Jahren wieder dieses wichtige Forum für Sicherheit und Geopolitik besuchen. Weil aber in Norwegen dieser Jens Stoltenberg immer noch so sehr gebraucht wird, könnte es durchaus sein, dass nochmal der langjährige MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger diese Konferenz übernehmen muss. Das werden wir dann sehen. An seiner Seite jedenfalls einer, der im Hintergrund die Fäden dieser Veranstaltung mit über 100 Staats- und Regierungschefs und Ministern zieht, ist der CEO der MSC, Benedikt Franke. Mit ihm hat Markus Bickel, unser Chef vom Security Table, über die Konflikte dieser Zeit und die Konferenz im Februar gesprochen.
Sprecher 9: Guten Morgen, Herr Franke.
Sprecher 10: Good morning.
Sprecher 9: Wer wird die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 eröffnen?
Sprecher 10: Jens Stoltenberg kommt zu uns als Chair, sobald seine Zeit in Norwegen in der Regierung vorbei ist. Wann genau das ist, wissen wir nicht. Wir haben weder ihm noch uns eine Frist gesetzt. Es ist allerdings auch kein großes Problem. Die Münchner Sicherheitskonferenz. Ist nicht in unruhigem Fahrwasser. Wir stehen so gut da wie eigentlich noch nie. Unsere Arbeit ist relevanter denn je, ist geforderter denn je. Das Team steht gut. Wir stehen finanziell gut da. Unsere Events, die Bude wird uns eingerissen, egal wohin wir gehen. Wir sind so sichtbar wie nie. Und wir sind, glaube ich, an der einen oder anderen Stelle auch so einflussreich wie nie. Deswegen ist es nicht so, als würden wir gerade eine problematische Phase durchleben. Ja, das ganze Team freut sich drauf, wenn Jens Stoltenberg kommt. Aber ob das jetzt einen Monat oder zwei länger dauert? Ist egal, ist uns egal, solange er am Ende kommt. Das hat er fest zugesagt und darauf freuen wir uns drauf.
Sprecher 9: Welchen Stellenwert hat der Nahostkonflikt für Sie gerade jetzt in dieser Woche?
Sprecher 10: Ja, es hat für uns natürlich einen extrem hohen Stellenwert. Donald Trumps Plan ist natürlich bei uns die letzten Tage hoch und runter diskutiert worden. Ich glaube, keiner ist der Meinung, dass dieser Plan perfekt ist. Aber es sind sich fast alle einig, dass es ein Plan ist. Dass es nach langer Zeit der erste Plan ist. Und ich glaube, so wie überall im Leben, Plan beats no plan. Also einen Plan zu haben, ist besser als keinen Plan zu haben. Stimmt. Und wir werden das sicherlich jetzt weiterverfolgen. Hier und da in unserer kleinen Arbeit begleiten. Und insbesondere auch die Arbeit der Middle East Consultation Group. Dieses Track 1.5 Prozesses, den wir vor einem Jahr geschaffen haben. Ganz engmaschig bis hin zur Konferenz, wo das sicherlich ein Kernthema werden wird, begleiten.
Sprecher 9: Im Februar bei der Konferenz in München ist der saudische Außenminister früher abgereist, weil er einen anderen Trump-Plan umsetzen sollte, nämlich die Verhandlungen zwischen ukrainischen und russischen Vertretern in Jeddah. Wie wichtig ist für Sie Saudi-Arabien als Vermittler? Auf internationaler Bühne.
Sprecher 10: Also, vielleicht dazu drei ganz allgemeine Punkte. Erstens, je mehr Länder sich diplomatisch einbringen, desto besser. Punkt eins. Zwei, es gibt einige Länder, die haben das jahrelang, wenn nicht gar jahrzehntelang nicht getan. Punkt 3. Saudi-Arabien hat jetzt in den letzten Monaten gezeigt, dass es möchte. Prinz Faisal, der Außenminister, der auch hier in Deutschland Botschafter war, den viele von uns lieb gewonnen haben, glaube ich, steht wie kaum ein anderer in der Region für einen sehr aufgeklärten Ansatz, was die Diplomatie angeht, einen sehr pragmatischen Ansatz. Das bedeutet ja nicht, dass wir alles gut finden müssen, was Saudi-Arabien, insbesondere innenpolitisch, macht. Aber ein weiterer wohlmeinender diplomatischer Akteur in der Region ist besser, als dort niemand sagt.
Sprecher 9: Und für das Ziel einer regelbasierten Weltordnung ist es da nicht schädlich, dass... Regime wie das saudische, die im Innern sicherlich nicht für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaat stehen, eine so wichtige Rolle einnehmen. Schadet das am Ende nicht doch auch der regelbasierten Weltordnung?
Sprecher 10: Also ich glaube, unser Idealzustand ist uns im Westen allen klar, was wir wollen. Wir wollen Demokratie und all die Dinge, die Sie gerade erwähnt haben. Es ist nun leider nicht so, dass diese internationale regelnbasierte Ordnung gerade so gut dasteht. Ich glaube, wir brauchen jeden Akteur, um überhaupt mal Multilateralismus und die globale Architektur wiederzubelegen. Da passiert gerade kaum noch was. Wo sind denn die Vereinten Nationen gerade? Also diese Lösung des Nahen Mittelostkonflikts zum Beispiel wäre doch eine klassische Aufgabe gewesen. In dem Trump-Plan kommen die Vereinten Nationen quasi nicht vor. Selbst beim Thema Friedenstruppen, wo die UN ja eigentlich 70 Jahre ein Monopol hatte über die Blauhelme, wird von einer ganz anderen Lösung gesprochen. Ich glaube, wir können uns den Luxus gerade nicht leisten, vom hohen Ross auf alle herabzublicken und selbst die, die sich zumindest international positiv hervortun, dann gleich wieder zurückzuweisen, weil sie innenpolitisch nicht ganz unseren Regeln entstehen. Ja, ganz klar, aus einem westlichen Wertekorsett ist weder die Todesstrafe, die in Saudi-Arabien recht häufig noch angewandt wird, noch die eine oder andere sonstige menschenrechtliche Situation optimal. Aber darum geht es ja jetzt gar nicht.
Sprecher 9: Sie haben den einen großen Konflikt genannt im Nahen Osten. Der zweite, der die Münchner Sicherheitskonferenz auch seit Jahren beschäftigt, ist der... In der Ukraine. Wie groß ist Ihre Hoffnung, möglicherweise im Februar 26 wieder russische Regierungsvertreter und nicht russische Oppositionelle hier begrüßen zu können?
Sprecher 10: Also ich weiß gar nicht, ob hoffen da das richtige Wort ist. Die Münchner Sicherheitskonferenz steht seit 63 Jahren für Dialog. Das bedeutet, dass wir auch immer offen waren. Nachweisbar für andere Perspektiven, andere Argumente. Wir haben Leute nach München immer dran. an eingeladen, wenn das Sinn gemacht hat, wenn die andere Seite auch offen war für einen Dialog. Wir werden es auch in Zukunft genau so handhaben. Selbstverständlich würden wir auch Versuche der Bundesregierung unterstützen, die Milchersicherheitskonferenz zu nutzen, um mit wem auch immer ins Gespräch zu kommen. Aus unserer Sicht ist das ein Thema, wo der Münchner Sicherheitskonferenz an vielen Stellen auch eher die Hände gebunden sind. Wir können ja nicht an Sanktionen vorbei einladen. Wir können nicht entscheiden, mit wem jetzt die Mitglieder der Bundesregierung in München zusammentreffen. Das ist nun wirklich Aufgabe, Recht und Pflicht der Bundesregierung. Nur was wir sagen können, ist, dass wir bereit sind, jeden konstruktiven Ansatz zu unterstützen und dafür auch in München die Plattform zu bieten.
Sprecher 9: Vergangenes Jahr war der Auftritt, nein, dieses Jahr war es noch im Februar, aber bei der letzten Münchner Sicherheitskonferenz, J.D. Vance war zu Gast, hat die Europäer sehr aufgeregt mit seinen Äußerungen, wird er wiederkommen.
Sprecher 10: Ich bin immer noch der Meinung, dass die Münchner Sicherheitskonferenz 2025 viel mehr war als nur die Rede von J.D. Vance, aber sie haben natürlich recht, die hat weltweite Aufmerksamkeit erfahren, zu Recht. Sie hat uns hier und da auch in die richtige Richtung gedrückt. Von daher sehe ich das Ganze eher positiv als negativ. Wird er wiederkommen? Wir hoffen das. Wir haben ihn eingeladen. Er war ja seit der letzten Konferenz schon auf einer anderen Münchner Sicherheitskonferenzveranstaltung. Er hatte im Mai auf unserem Unit Leaders Meeting in Washington DC, ja, eine wirklich hervorragende Performance abgeliefert, hat auf der Bühne in einem nicht abgesprochenen Gespräch mit Botschafter Ischinger sehr unangenehme Fragen, wie ich finde, recht gut beantwortet und pariert. Wenn er das nächste Mal kommt, hoffen wir, dass wir eine Unterhaltung auf der Bühne haben werden und keine Predigt.
Sprecher 9: Wie hat er den Prozess beschleunigt? Ich denke, Sie spielen an auf europäische Verteidigungsfähigkeit, Unabhängigkeit, Machung Europas von den USA. War da diese Rede von Vance nochmal ein zusätzlicher Beschleuniger in Entwicklungen, die ohnehin schon laufen in der EU?
Sprecher 10: Ich glaube das auf alle Fälle. Ich war in vielen Interviews schon sehr deutlich, dass ich der Meinung war, dass diese Rede eine der wirkungsvollsten außenpolitischen Reden der letzten Dekade war. Die Rede war, glaube ich, ein Höhepunkt der sogenannten Druckpunkt-Diplomatie. Die unterscheidet sich von der sogenannten Weckruf-Diplomatie, indem man ganz genau weiß, was danach passiert. Es war also eingerechnet, eingepreist, dass das skandalisiert werden würde, dass man in die, uns ja, wie Sie wissen, eigene Schnappatmung verfallt und dass man sich dann vielleicht doch nochmal fragt, ob man mit den Amerikanern, Amerikanern, zumindest mit der Administration, die gerade an der Macht ist, wirklich alle wertet halt. Und dieser Selbstzweifel, der nochmal aufkam, der hat ja relativ schnell zu den außerordentlichen Treffen der europäischen Außenminister und dann auch der europäischen Staats- und Regierungschefs geführt. ziemlich direkt zu dieser Modifizierung der deutschen Schuldenbremse geführt. Der hat ziemlich direkt zu diesen Milliardenbeträgen geführt, die im EU-Kontext und auch im deutschen Kontext genannt wurden. Aber dass diese Rede ein Beschleuniger war, lässt sich, glaube ich, überhaupt nicht wegreden.
Sprecher 9: Die Sicherheitskonferenz steht im Zeichen ihrer Zeit. In den Mottos der letzten Jahre war zunächst zum Silberstreifer am Horizont die Rede, dann dieses Jahr im Februar Lose Lose. Fragezeichen klang schon etwas pessimistischer. Wie werden Sie die nächste Konferenz framen? Wieder etwas optimistischer oder geht es weiter bergab?
Sprecher 10: Also wir wollen auf keinen Fall eine Doom-in-Gloom-Konferenz haben. Das ist natürlich relativ schwer, wenn die Welt generell eher im Doom-and-Gloom-Modus unterwegs ist, sondern dass man sich vielleicht doch nochmal auf ein paar Kernprobleme fokussiert. Und wir glauben, da gibt es eine Meta-Ebene. Es formiert sich. Eine Mehrheit der Länder auf der Welt gegen unser Modell. Und das müssen wir wahrnehmen. Und ich glaube, wir müssen alles dafür tun, dass wieder mehr Länder dieser Welt ein Interesse an einer funktionierenden Weltordnung haben. Das kann uns nur gelingen, wenn wir die Probleme ganz ehrlich ansprechen. Die Doppelmoral, die uns vorgeworfen wird, die vielen gebrochenen Versprechen, die uns vorgeworfen werden, die Abhängigkeiten, in die wir uns begeben haben. die Verwundbarkeiten, die dadurch entstanden sind. Ich glaube, all das muss man nochmal ansprechen, weil ich habe das Gefühl, dass wir immer noch, insbesondere als Deutsche, in zwei Welten gleichzeitig leben. In einer Welt, wo wir ganz genau wissen, dass da draußen gerade was zerbricht. Und in einer anderen, wo wir unser eigenes Verhalten in keinster Weise anpassen. Wir machen genauso weiter wie bisher. Und bisher hat uns die Zähigkeit des Systems gerettet. Dass der Wandleben nicht kam, den immer alle herbeigeredet haben. Und wir können immer noch alle wunderbar leben und einkaufen. Und eigentlich geht es uns am Ende des Tages doch immer noch gut, wie der Bundeskanzler auch vor kurzem gesagt hat. Ich glaube nur, das Prinzip Hoffnung kommt irgendwann an seine Grenzen. Und jetzt gilt es, resilient zu werden, diese Weltordnung zu retten und uns nicht ständig zu verzetteln.
Sprecher 2: Helene, war noch was?
Sprecher 3: Michael, ich war am Freitagabend bei einer Razzia in Düsseldorf, habe Herbert Reul begleitet, den Innenminister, der unterwegs war und sich angeguckt hat, was seine Polizisten da so machen, die den Hauptauftrag hatten, eine Messerverbotszone zu kontrollieren, haben das relativ geschickt gemacht, denn vom U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße haben sie einen Pichter gemacht, also keiner konnte entrinnen. Alle mussten sich komplett durchchecken lassen. Also was haben sie in den Taschen, in den Hosentaschen und in den Umhängebeuteln. Dabei wurden einige Messer tatsächlich rausgezogen, kleinere, aber auch größere. Und als Beifang waren auch ein paar Päckchen Drogen dabei.
Sprecher 2: Schön, dass du mal rauskommst aus deiner wohligen Podcast-Bubble-Studio-Mentalität und rausgehst da, wo es riecht und dampft und stinkt. Sag mal, ist das denn dann Show, wenn Herbert Reuler solche Razzien da macht und Journalisten mitnimmt? Oder sieht man da wirklich Polizeiarbeit at its best?
Sprecher 3: Also diese Razzien finden regelmäßig statt. Ich bin nicht ganz sicher, ob jedes Wochenende, aber doch an diesen Orten, wo die Besserverbotzonen sind, zum Beispiel in der Düsseldorfer Innenstadt, wird das regelmäßig kontrolliert. Denn ansonsten macht es ja auch schlicht keinen Sinn. Ich glaube, die Polizisten waren nicht für Herbert Reul da. Der war da, weil er sein neues Buch vorgestellt hat mit dem Titel Sicherheit und hat das quasi genutzt, um dann auch nochmal zu schauen, was da eigentlich so los ist. Und interessant, mit Herbert Reul kommt man nicht so schnell vom Fleck, weil er wirklich jeden Polizisten, den er trifft, persönlich begrüßt und die Hand gibt.
Sprecher 2: Das Gefühl, dass es dort wirklich ein Sicherheitsthema gibt in der Düsseldorfer Innenstadt. Also haben wir ein Problem mit der Sicherheit in Großstädten in Deutschland?
Sprecher 3: Also die Polizisten dort haben gesagt, die meisten, die da in der Innenstadt feiern, sind gar keine Düsseldorfer, sondern kommen aus dem Umland. Aus dem Ruhrgebiet zum Teil, fahren nach Düsseldorf, um dort Party zu machen. Es war echt super voll und laut. Und der neueste Schrei ist ein Lachgas, das man legal erwerben kann, wo man dann ganz kurz high von wird. Also eine Art Luftballon, der aufgepustet wird und dann rumgegeben wird. Ich habe es selber nicht ausprobiert, aber Herbert Roll war in mehreren Kiosken, um mal zu gucken, ob man diese Dinge eigentlich legal kaufen kann. Das war ganz lustig, weil die meisten Kioskbesitzer ihm das dann nicht so gerne verkaufen wollten. Also er ging mit leeren Händen wieder raus.
Sprecher 2: Mehr Übergriffe auf Uniformierte als je zuvor. Gibt es ein Autoritätsproblem, wenn diese Polizisten da auf den Straßen Menschen ansprechen? Werden die da angegangen, attackiert oder gilt noch, man hat Respekt vor diesen Jungs, meistens Jungs oder auch Frauen in Uniform?
Sprecher 3: Waren auch ein paar Frauen dabei in der Tat. Ich meine, die sehen eigentlich nicht so martialisch aus, aber natürlich schon irgendwie eindrucksvoll mit schussiger Weste und ihrem ganzen Zeug. Und sehr viele mit Migrationshintergrund. Das soll sicherlich helfen, ja auch zu vermitteln, auch zu zeigen, guck mal, die Staatsgewalt, die ist nicht unbedingt weiß und immer schon deutsch, sondern hat auch einen Migrationshintergrund. Könnte auch deeskalierend wirken, das ist jedenfalls die Hoffnung. Also an dem Abend, soweit ich das beobachtet hatte, blieb alles relativ ruhig. War aber trotzdem ein wirklich interessanter Einblick in das Ganze.
Sprecher 2: Ich bin froh, dass Wachtmeisterin Hubrowski wieder zurück ist, hier in Berlin im Studio. Denn wir haben heute Abend was Besonderes für Sie, was Sie dann morgen, Dienstag, hier bei uns hören. Eine Weltpremiere, mehr verrate ich hier an dieser Stelle noch nicht. Schön, dass Sie bei uns waren. Bis morgen, 5 Uhr, Table Today.
Sprecher 3: Tschüss.
Sprecher 11: Tschüss. Vor 1, 2, 3, nein, es ist nix dabei, nein, wenn ich euch erzähl die Geschichte. Nichtsdestotrotz, ich bin das schon gewohnt, im TV-Funk, da läuft es nicht. Sie war jung, das hört so rein und weiß und jede Nacht hat ihren Preis. Sie sagt, you're the sweet, you got a rap to the heat, ich verstehe, sie ist heiß. Sie sagt, bad, you know, I miss my fucking friends, mein Jack und Joe und Jill. Mein Fangenverständnis, ja, das reicht so notig, ich überreiß, was sie jetzt dreht. Ich überleg bei mir, ihr Nausen spricht dafür, währenddessen ich noch rauch. Die Spice and Blaze sind ihr wohl bekannt, ich mein, sie fährt ja U-Bahn auch. Dort singt's, trage ihn um.
Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.