Schaffen Unternehmen den Umstieg auf KI, Herr Saueressig?
Thomas Saueressig, Vorstand für Customer Services & Delivery bei SAP, analysiert in dieser CEO Edition die Krise der deutschen Industrie.
Deutschland könne nur durch Innovation und die Nutzung neuer Technologien wieder international wettbewerbsfähig werden, sagt Saueressig. Er kritisiert übermäßige Regulierung und den mangelnden Fortschritt bei der Digitalisierung in Unternehmen: Jetzt müssten Unternehmen mit KI starten – nicht erst in zwei oder drei Jahren. Es werde nicht günstiger, und es werde nicht einfacher.
Die Zukunft vermeiden zu wollen, sei „immer eine schlechte Strategie“.
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Transkript
Sprecher 1: Herzlich willkommen bei der CEO-Edition von Table Today an diesem Samstag, dem 11. Oktober. Mein Name ist Alex Hofmann, ich bin der Redaktionsleiter des CEO-Tables und bei mir ist mein Kollege Alexander Wiedmann.
Sprecher 2: Guten Morgen. In der deutschen Industrie vergeht keine Woche ohne Schadensmeldung. Aber wie steht es eigentlich um die Tech-Branche? Wir haben die Hintergründe für Sie.
Sprecher 1: Und wir haben mit dem Vorstand eines der wichtigsten Tech-Unternehmen Europas gesprochen, Thomas Saueressig, Vorstand bei SAP. Und der hat uns verraten, wie mittelständische Unternehmen KI-fähig werden können und was bei seinem eigenen Unternehmen gerade auf der Agenda steht.
Sprecher 2: Schön, dass Sie bei uns sind. Legen wir los. Wenn man sich die Entwicklung der deutschen Industrie anguckt, ist das wirklich dramatisch. Binnen eines Jahres wurden in der deutschen Industrie etwa 120.000 Stellen abgebaut. Seit dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 schrumpfte die Zahl der Beschäftigten sogar um fast 250.000. Und dann gab es diese Woche noch eine absolute Schocknachricht. Die Industrieproduktion schrumpfte auf das Niveau vom Jahr 2005. Da war ich gerade mal 13 Jahre alt.
Sprecher 1: Allein in der Autoindustrie sind in den letzten zwölf Monaten mehr als 50.000 Jobs weggefallen. Die Gewinneinbrüche bei den Herstellern gingen bis zu 30 Prozent. Das war in dieser Woche auch großes Thema hier in Berlin. Die CEOs der großen Autohersteller waren bei Kanzler Merz. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Sprecher 2: Und dann gab es aber diese Woche auch noch eine positive Nachricht. Und zwar hat der Prothesenhersteller Otto Bock einen fulminanten Börsengang hingelegt. Die Aktie war vor allem bei Privatanlegern sehr stark nachgefragt. Und jetzt fragen sich viele, könnte das eine Signalwirkung für den gesamten Markt haben?
Sprecher 1: Ja, darauf hoffen natürlich viele. Insbesondere auch Bundeskanzler Merz, für den eine Reihe an Börsengängen natürlich auch eine gute Nachricht wäre für die deutsche Wirtschaft. Spekuliert wurde ja auch schon, dass es Ende des Jahres oder spätestens Anfang 2026 soweit sein könnte. Und ich habe mit Experten gesprochen, die sagen, wenn nicht jetzt, wann dann? Besser werden die Zeichen nicht werden. Wir haben uns an Trump irgendwie gewöhnt. Auch die sonstigen Verwerfungen in Wirtschaft und Politik, mit denen haben wir Leben gelernt. Und dann ist jetzt halt eben auch einfach ein guter Zeitpunkt. Der Markt auf jeden Fall, und da sind sich die Experten auch einig, der Markt ist bereit dafür.
Sprecher 2: Mit den USA sich messen zu lassen, ist ja immer schwierig, aber wie stehen wir eigentlich im europäischen Vergleich da?
Sprecher 1: Da muss man vor allem vergleichen mit dem, was in Schweden passiert, weil da gibt es ja eine europäische Version der Nasdaq und da ist die Anzahl der erwarteten IPOs nochmal deutlich höher. Das ist gar kein Vergleich mit dem, was in Deutschland passiert. Und da sind wir dann aber auch eben wieder im Tech-Bereich.
Sprecher 2: Und im Tech-Bereich gab es ja auch wieder Schlagzeilen in dieser Woche. Bei Aleph Alpha gab es eine überraschende Rochade. Jonas Androulis muss seinen Chefposten räumen. Was ist da denn los gewesen?
Sprecher 1: Ja, das hat sich schon so ein bisschen abgezeichnet. Im Juli hat er schon einen Co-CEO neben sich gesetzt bekommen. Und diese Woche haben wir exklusiv Informationen bekommen, dass Jonas Androulis tatsächlich den CEO-Job ganz räumt, ins Board wechselt und das Geschäft jetzt von der Doppelspitze geführt wird.
Sprecher 2: Mehr zu den Hintergründen bei Alif Alpha und Börsengänge in Deutschland lesen Sie auch bei uns in unserem Newsletter, dem CEO Table. Aktuelle Ausgabe finden Sie unter table.media.com.
Sprecher 1: Ja, Tech und KI, das ist natürlich im Moment gerade das große Thema, aber es gibt jetzt schon auch die ersten kritischen Stimmen, denn zum einen hat sich ja noch gar nicht gezeigt, dass es überhaupt Geschäftsmodelle gibt, die wahnsinnig gut von KI profitieren, außer bei denen, die KI produzieren und es werden sogar schon Vergleiche gemacht zur Dotcom-Blase. Wenn man sich mal die Milliarden und mittlerweile muss man ja gar nicht mehr Milliarden oder Billionen sagen, es gibt ja schon Billardensummen in den USA, die da hin und her geworfen werden. Und das ist jetzt aus Sicht einiger schon eine Überbewertung, die vielleicht sogar noch höher sein könnte, als sie damals bei der Dotcom-Blase war. Einer, der sich mit KI auf der Unternehmensseite sehr gut auskennt, ist Thomas Saueressig. Der ist Vorstand bei SAP, dem größten und wichtigsten Tech-Unternehmen Europas mit einem Umsatz von 32 Milliarden Euro und über 100.000 Mitarbeitern. Von dem wollen wir nicht nur wissen, wie wir Deutschlands Unternehmen KI-ready machen können, sondern auch, warum sein Unternehmen gerade mit OpenAI eine Partnerschaft macht, also ausgerechnet in einem US-Konzern, wenn hier alle von europäischer Souveränität sprechen. Ob Europa dann schon den Anschluss verpasst hat und natürlich auch, ob SAP selbst schon den Wettbewerb im KI-Bereich aufgegeben hat. Ich freue mich, dass du da bist. Hallo Thomas.
Sprecher 2: Ja, hallo.
Sprecher 1: Thomas, Anfang September saßen wir hier bei Table Briefings zum CEO Roundtable zusammen mit 40 anderen Entscheidern, mit Österreichs Altkanzler Schüssel und Bundesdigitalminister Wildberger. Es ging darum, wie man Deutschland nicht nur digitaler, sondern auch wettbewerbsfähiger machen kann. Jetzt hat die Bundesregierung gerade ein 80-Punkte-Programm veröffentlicht, mit dem genau das eben erreicht werden soll. Es geht dabei um eine Agentur für Fachkräftezuwanderung, Unternehmensgründung in 24 Stunden, weniger Bürokratie und sogar ein Bürokratie-Meldeportal. Es geht um digitale Fahrzeugzulassung und digitale Verwaltungsservices. Hat Wildberger zugehört? Bist du zufrieden mit dem, was da jetzt? rausgekommen ist?
Sprecher 3: Ja, also ich glaube, Carsten Wildberger hat das richtige Momentum generiert und auch eine Aufbruchstimmung. Und ich glaube, es hat man auch schön gemerkt, auch an dem Event, letztendlich, dass diese 40 Entscheider alle heimgegangen sind mit Hoffnung, dass in Deutschland wieder sich was bewegt. Und ich glaube, am Ende des Tages kommt es jetzt auf die Umsetzung an. Kriegen wir es wirklich umgesetzt und zwar auch in einer kurzen Zeit, damit die Bürger auch den Unterschied spüren? Weil am Ende des Tages, glaube ich, warten alle nur darauf, jetzt endlich die Digitalisierung wirklich voranzutreiben. Und man muss ja auch sagen, gerade mit den technologischen Fortschritten wie beispielsweise künstliche Intelligenz. Da wartet ihr darauf. Wenn, wann kommt es denn bei mir persönlich auch als Bürger entsprechend an?
Sprecher 1: Wie wettbewerbsfähig international ist Deutschland denn jetzt und woran machst du das fest?
Sprecher 3: Wenn man sich aktuell das Wirtschaftswachstum in Deutschland anschaut und zum dritten Jahr de facto an der Nullgrenze bleibt, also de facto drei Jahre in der Rezession, ich glaube, das zeigt, dass wir aktuell von der Wettbewerbsfähigkeit ja, zurückgegangen sind. Und da müssen wir natürlich wieder aufholen. Das bedeutet, wie schaffen wir da einen Liebfrock am Ende des Tages nach vorne? Und ich glaube, da müssen wir alle gemeinschaftlich von der Politik, aber auch die Unternehmen, die dürfen sich natürlich auch nicht rausnehmen, das Momentum in Deutschland geredet, Wachstum zu stimulieren. Meines Erachtens geht es nur durch Innovation. Am Ende des Tages müssen wir innovative Lösungen machen, die weltweit im Wettbewerb bestehen können. Und da müssen wir gerade umso mehr neue Technologien wie künstliche Intelligenz, wie Quantum und viele andere proaktiv nutzen und wirklich verfügbar machen. Ich denke, das ist das, was wir tun müssen, um wieder das Wachstum zu stimulieren.
Sprecher 1: Euer CEO Christian Klein warnt ja sehr regelmäßig vor Überregulierung. insbesondere beim großen Thema KI. Wo seht ihr da eine rote Linie? Also ich glaube, Europa positioniert sich ja eben auch damit, dass KI sicher sein soll. Ab wann wird KI oder wird die Überregulierung im Bereich KI denn zum Bremsklotz?
Sprecher 3: Ich glaube, was wir aktuell erleben, ist ein klassisches Beispiel für Europa, weil wir haben jetzt eine neue Technologie, künstliche Intelligenz und weltweit forschen ganz, ganz viele tausende Menschen an, diese Technologie wirklich nach vorne zu bringen. Deutschland und Europa würde, glaube ich, gut daran tun, zuerst auch da die Umsetzung und die Anwendung zu gewährleisten und danach erst zu schauen, wie ich es regulieren kann an der Stelle. Ich glaube, es wäre zu sagen, um ganz ehrlich zu sein, dass gerade der EU... AI-Act, aber auch der EU-Data-Act, das sind natürlich wieder bürokratische zusätzliche Maßnahmen, die es schwieriger machen, in Europa wettbewerbsfähige Firmen entsprechend hervorzubringen. Wenn ich mir jetzt überlegen würde, ich würde ein Start-up gründen, dann ist ja schon die Frage, mache ich das in Deutschland und Europa? Wohl wissen, dass ich da eine andere bürokratische Hürde habe als beispielsweise in den USA. Und wir sehen ja auch gerade beim Thema KI, wenn man sich die AI-Modelle und Patente anschaut, die verteilen sich sehr stark Richtung US und China. Und da müssen wir natürlich schon schauen, wo bleiben da wir? Ich glaube, Deutschland, Europa hat ein enormes Potenzial, weil die Industrieexpertise, die wir in Deutschland haben, ist seinesgleichen. Und das müssen wir, glaube ich, nutzen. Und ich glaube, da müssen jetzt Unternehmer und auch die Politik zusammenkommen, um einen pragmatischen Weg zu finden. Natürlich muss KI reguliert werden, weil wir sehen ja alle die Mächtigkeit in dieser Technologie. Also ich glaube, jeder weiß, es muss reglementiert werden. Aber ich glaube, man muss eine Balance finden, wie man das über die Zeit zusammenbringt. Machen wir uns nichts vor. Jetzt sind wir im Jahr 2025. 2022 war der große JetGPT-Moment, wo der Hype letztendlich begonnen hat. Wenn man aktuell die Unternehmen in Deutschland fragt, sind immer noch nur 15% der Unternehmen, die KI produktiv nutzen. Also es ist noch nicht so, dass KI die Disruption in den verschiedenen Branchen jetzt schon durchdrungen ist. Ich glaube, wir können uns da schon Zeit nehmen mit der Regulatorik. Aber die Innovation viel mehr forcieren an der Stelle.
Sprecher 1: Bleiben wir mal beim Thema Innovation. Ihr habt gerade eine große Kooperation mit OpenAI bekannt gegeben, Sovereign OpenAI for Germany. Warum braucht es für sowas einen US-Konzern? Warum können wir das nicht aus Europa rausmachen?
Sprecher 3: Als Firma und auch als SAP sind wir natürlich verpflichtet, auch in Deutschland und in Europa souveräne Angebote zu liefern, gerade für die öffentliche Hand, die natürlich nochmal spezielle Anforderungen hat an Souveränität. Wir haben auch angekündigt, da mehr als 20 Milliarden zu investieren, um diese Lösung bereitzustellen. Wir glauben, dass Souveränität natürlich auch Wahlmöglichkeiten für den Kunden bedeutet, also Alternativen und Optionalität. Sprich, wir bieten auf der einen Seite OpenAI an und ich komme gleich noch zu den Details, aber eben auch Mistral, auch Alep Alpha und andere. Das ist ja nicht exklusiv. Ich glaube, wir brauchen Leading Tech. Wir brauchen Spitzentechnologie in Deutschland. Die muss souverän sein, aber wir können uns vor dieser führenden Technologie auch nicht immer verschließen. Deswegen haben wir... Wir haben zusammen mit OpenAI ein Modell gefunden, wie wir in einer souveränen Art und Weise die OpenAI ChatGPT-Applikation, aber natürlich das LLM, souverän bereitstellen. Wenn wir von Souveränität sprechen, dann hat es immer vier Dimensionen. Es muss eine technische Souveränität sein, eine Betriebssouveränität, eine Datensouveränität und last but not least eine legale Souveränität. Und das stellt auch sicher, dass wir OpenAI in so einer souveränen Art und Weise letztendlich dann konsumieren können in Deutschland für die öffentliche Hand. Und ich glaube, wenn man sich die aktuellen... Prozesse in der öffentlichen Hand anschaut, ist es, glaube ich, notwendig, da wirklich mit KI den nächsten Schub zu machen, um auch die entsprechenden Synergien und Effizienzen zu heben.
Sprecher 1: Wenn man auf einen US-Partner zurückgreift, dann stellt sich ja quasi zwangsläufigerweise die Frage, was passiert mit den Daten? Welche Daten fließen wohin? Und ist es nicht so, dass am Ende da ein Wettbewerber entsteht, der mit unseren Daten... Trainiert besser wird und wir geraten noch mehr in den Rückstand?
Sprecher 3: Ich glaube, das ist eine sehr valide Frage und auch sehr valider Concern, der da besteht. Aber, und das ist genau das, was wir sicherstellen, dass eben keinerlei Daten in Richtung USA, in Richtung Open Air oder andere transferiert werden. Das bleibt alles in der Hand, in der souveränen Operationalität, wie wir es machen in Deutschland. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir da das Wegel gefunden haben. Aber auch hier in der öffentlichen Diskussion wird aktuell zu sehr meines Erachtens ein Anti-USA-Thema aufgemacht. Und es wird immer dann sehr simplifiziert auf eine Microsoft. auf den Amazon oder den Google oder gegebenenfalls OpenAI geschaut. Ich glaube, wir dürfen nicht vergessen, wir sind im globalen Wettbewerb. Wir haben auch in Asien gibt es viele große Wettbewerber. Es wird immer in der Diskussion simplifiziert. Und eine Sache muss man auch mal aussprechen, wenn man in Deutschland über souveräne Cloud spricht, es gibt ja keine souveräne Cloud in Deutschland von keinem deutschen Anbieter, der nicht auf US-Server, auf US-Chips oder auf... US-Storage-Lösung zurückgreift an der Stelle. Das bedeutet, wir brauchen eine ehrliche Diskussion von Souveränität. Und deswegen ist es sehr, sehr wichtig zu sagen, was sind denn die Anforderungen, damit es souverän ist. Und wir dürfen da keine führende Technologie ausschließen aus einer ideologischen Art und Weise, sondern zu sagen, wir brauchen die beste Technologie, aber natürlich muss sie souverän zur Verfügung gestellt werden. Und ich denke, das ist auch wichtig für uns, Wir wissen ja, dass Deutschland leider in den letzten Jahren von der Digitalisierung nach hinten gereicht wurde. Also auf dem DC-Index von der Bitkom sieht man ja jedes Jahr oder alle zwei Jahre auch, wie sich die Digitalisierung in Deutschland entwickelt. Da sind wir nach hinten gefallen. Stand heute gehen immer noch ganz viele Politiker nach Estland und gucken sich an, wie hat Estland die Digitalisierung gemacht. Das ist aber nicht seit gestern. Seit zehn Jahren gehen die Leute dahin. Das bedeutet, wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem. Und wenn man jetzt noch Leading Tech ignorieren würde und auf zweitklassige Lösungen warten würde, würden wir noch weiter zurückfahren. Das können wir uns noch weniger leisten, gerade in der aktuellen geopolitischen Situation. Brauchen wir die Spitzentechnologie, aber natürlich in einer souveränen Art und Weise.
Sprecher 1: Spitzentechnologie, ja, aber warum haben wir es in Deutschland nicht geschafft, sowas... selbst zu entwickeln und ob aber auch so ein großes Vorzeigeunternehmen wie SAP es im KI-Bereich nicht geschafft, was Eigenes Großes auf die Beine zu stellen.
Sprecher 3: Die Frage ist auch immer in dem Bereich von künstlicher Intelligenz, wo geht mein Wettbewerb und wo Partner und wann? Meines Erachtens ist Partnering auch eine Stärke, ein Zeichen der Stärke, dass man sich eben auch auf seine Kernkompetenz letztendlich fokussiert. Als SAP haben wir uns ganz strategisch entschlossen zu sagen, beim Bereich KI ist unsere Strategie, wir reden über Embedded AI in den Geschäftsprozessen. Also in jeder Geschäftsapplikation der SAP, in jedem Geschäftsprozess ist einfach nativ KI. Drin, ist automatisch drin, brauche ich mich gar nicht drum kümmern. Jeder Prozess ist de facto mit KI unterstützt an der Stelle. Aber in dem Fall haben wir uns strategisch entschlossen, wir partnern mit den besten Technologieplayern auf dem Planeten, nutzen diese Technologie, bringen das aber in den Kontext vom Business, sprich Businessdaten. Und Business-Prozesse. Und das ist genau die Business-Applikation letztendlich, die die SAP herstellt, mit einem Partnering auf der Technologie-Seite. Für uns als Firma ist es strategisch die richtige Entscheidung gewesen, weil wir natürlich auch sehen, dass die LLMs, von denen wir immer sprechen, den großen Sprachmodellen, die werden ja komplett kommoditisiert. Das ist ja genau das, was wir aktuell sehen, die letzten Quartale. Da die alle auf den exakt gleichen öffentlichen Daten basieren, gibt es keine Differenzierung. Ob das Gedicht, flapsig gesagt, jetzt ein bisschen besser oder schlechter ist, das macht den Unterschied nicht mehr. Den Unterschied macht es, wenn ich diese Modelle in den Business-Kontext bringe und dann reden wir über die proprietären Daten. wo die nicht jeder im Zugriff hat, die kundenspezifischen Daten. Und da müssen wir beispielsweise in Deutschland, in Europa die Industriekompetenz und diese differenzierten Daten nutzen, um höherwertige KI-Szenarien zu bauen und darüber zu differenzieren. Warum in Deutschland kein LLM gebaut worden ist? Da gibt es ja verschiedene Startups, die daran arbeiten. Ich hoffe immer noch und drücke denen die Daumen, dass wir auch in Deutschland da noch ein, zwei Durchstiche sehen werden. In Frankreich haben wir beispielsweise mit Bistral eine sehr gute und vielversprechende LLM-Ambition, die eine sehr gute Qualität hat. Das bedeutet, ich glaube, da kommt es einfach jetzt darauf an, zu sehen, dass wir es hervormachen. Ich glaube, man kann es auch nicht erzwingen. Auch das muss man mal aussprechen können. Wir wollen manchmal Dinge erzwingen und da kommt es dann eher darauf an, schaffen wir es mit den richtigen Rahmenbedingungen, mit den richtigen Personen, dem richtigen Funding. Und auch dem Durchhaltevermögen, dass wir da hinkommen sozusagen. Und dann bin ich überzeugt, dass wir auch in Deutschland noch einiges Positives sehen.
Sprecher 1: Was würdest du jemandem antworten, der fragt, hat SAP den KI-Wettbewerb schon aufgegeben?
Sprecher 3: Dem würde ich antworten, dass wir die KI-Strategie der SAP nochmal besprechen sollten, denn wir sind ja führend, wir sind der Weltmarktführer nicht nur für Geschäftsapplikationen, sondern auch im Bereich Business AI. Wir haben mehr als 40.000 Kunden, die KI-Szenarien von SAP produktiv im Einsatz haben. 40.000 Kunden. Das bedeutet, wir sind jetzt schon aktiv der größte KI-Bereitsteller für Unternehmen. Aber natürlich nicht im technologischen Sinne, dass wir an Grundlagentechnologie arbeiten wie LLMs, sondern dass wir diese Technologie nutzen. und wieder in diesen Business-Kontext bringen. Und da sind wir Weltmarktführer und sind sehr stolz darauf, wie wir unseren Kunden helfen, wirklich die Produktivität zu erhöhen. Was ja auch eine spannende Studie war, die gerade neulich rauskam vom MIT, die besagt, ja 95 Prozent der KI-Projekte, sind nicht erfolgreich gewesen, vereinfacht gesprochen. Jetzt kann man über die Studie diskutieren, statistische Relevanz, wie viele Unternehmen, aber die Kernaussage ist ja, die Mehrheit auf jeden Fall war nicht erfolgreich. Warum war sie nicht erfolgreich? Weil Unternehmen Technologie genommen haben, ein POC gemacht haben und technisch versucht haben, damit rumzuspielen und einen Use Case zu machen. Das ist genau das, was wir nicht machen, sondern wir sagen, wir haben ein Business-Problem, eine Geschäfts-Capability und Prozess, den wir nutzen und dementsprechend bringen wir quasi diese Technologie und den Geschäftskontext zusammen und haben das embedded im Prozess. Und deswegen, wenn Kunden SAP, KI konsumieren, das ist gar kein separates Projekt, das ist einfach Teil der Lösung, das ist Teil von unserem Produktportfolio.
Sprecher 1: Es gab gerade eine aktuelle Studie, die zutage gefördert hat, dass sehr, sehr viele SAP-Kunden gerade noch große Probleme haben, allein auf die neueste Version der SAP-Software umzusteigen. Wie passt das denn zusammen?
Sprecher 3: Ich glaube, bei den Studien muss man natürlich immer aufpassen, wer die Studie gemacht hat und auch da wieder, wie statistisch relevant die sind. Generell, was wir sehen, ist weltweit eine sehr große Motivation, die KI zu nutzen. Wir sehen auch den Fortschritt, aber, und das ist sicherlich valide, Firmen, die über Jahre ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, in Bezug auf Standardisierung, Datenqualität und eben nah an der neuesten Version zu bleiben, den fällt es natürlich schwer. Natürlich ist es so, wenn ich jetzt einen SAP-Kunde habe, der eine 20-Jahr-Alte und Premium-Software von SAP noch im Einsatz hat, da wird KI nicht funktionieren an der Stelle. Genauso wie in einem 20- oder 25-Jahr-Oldtimer, der wird auch nicht mehr autonom fahren.
Sprecher 1: Wessen Versäumnis ist es denn gewesen, dass noch so viele eben nicht auf einer Cloud-Infrastruktur sind? Weil das Cloud die Zukunft ist, ist ja jetzt nicht erst seit einem Jahr bekannt.
Sprecher 3: Das ist eine gute Frage. Ich glaube tatsächlich, man muss das weltweit differenziert beantworten. Denn wir sehen natürlich gerade unsere Kundengruppen Richtung Amerika und Asien sind natürlich viel früher viel aktiver in die Cloud gekommen. Und in Deutschland in der Tat gab es Bedenken für die Cloud. Wir als Firma sehr lautstark gesagt, Mensch, wir müssen jetzt in die Cloud. Die DSAG, wie gesagt, bestätigt das mittlerweile. Und in Hindsight ist es natürlich immer leichter zu sagen, aber es ist schon so, dass es eine kulturelle Resistenz von den Technologiemöglichkeiten gibt. Und ich hoffe, und auch das kommunizieren wir sehr lautstark, dass die KI-Adaptionskurve nicht genauso langsam ist wie die Cloud-Adaptionskurve. Weil dann würde Deutschland noch mehr verlieren in der Zukunft. Und ich glaube, da tun wir uns alle gut, sehr früh die Zukunft auch wirklich anzunehmen und auch zu gestalten. Denn ich sage immer, die Zukunft versuchen zu vermeiden, ist immer eine schlechte Strategie. Aber leider ist es in der Tat so, dass viele Firmen da mit Bedenken zu lange gewartet haben. Und jetzt, oh Wunder, kommt so ein Durchbruch wie KI und dann kommt natürlich das Brennglas und dann sieht man, Mist, ich hätte da mal investieren müssen. Wir sehen auch ganz viele Firmen. Bei dem Thema Daten, dass die Datenqualität nicht stimmt. Ich war selber mal CIO bei SAP. Ich weiß, wenn man für Daten und Datenqualität nach Budget gefragt hat, wenn man so, Mensch, kann man nicht irgendwas anderes Tolles investieren, weil es eine Grundlageninvestition ist. Viele haben das jahrelang ignoriert. Jetzt kommt die Erkenntnis, Mensch, aber KI ohne eine gute Datenqualität kann ich ja gar nicht machen, weil sonst kann ich auf den Outcome der KI ja gar nicht vertrauen. Sprich, in 99% aller KI-Projekte ist ja einer der größten Budgetbestandteile das Thema Daten und Datenqualität. Das ist eine Grundlagen-IT-Thematik seit Jahrzehnten. Die Frage ist bloß, verstehen die Unternehmenslenker und auch Aufsichtsräte, wie wichtig zentrale Investments in die IT sind? Haben sie das über Jahre gemacht? Alle Firmen, die das da vorbereitet hatten und früh investiert haben, sind jetzt schneller und günstiger unterwegs. Und das Thema, wenn man mit irgendwas lang wartet, wird es am Ende immer teurer, als von Anfang an das Richtige zu tun. Und leider sind wir genau in der Situation. Deswegen auch jetzt der Call to Action, jetzt mit KI starten, nicht in zwei, drei Jahren. Das wird nicht einfacher, das wird nicht günstiger, sondern jetzt muss man sich damit beschäftigen, dass man schnell auch die Benefits ziehen kann.
Sprecher 1: Bis Ende des Jahres soll es 400 unterschiedliche KI-Agenten im SAP-System geben. Gleichzeitig wird auch immer häufiger in Wirtschaft und Wissenschaft die Frage gestellt, ob so viele unterschiedliche Produkte nicht... einfach zu viel am Ende sind. KI bringt viele Möglichkeiten. Und wie kann man sicherstellen, dass man es am Ende nicht übertreibt?
Sprecher 3: Das ist eine gute Frage. Also wie erwähnt, bis Ende des Jahres 400 Gen-I-Cases, Teil von unserem Portfolio, plus zusätzlich 60 KI-Agenten. Die wir liefern. Und was wir anders machen, ist, wir machen das natürlich rollenspezifisch, von der Business-Rolle, die man ausführt. Bin ich beispielsweise Buchhalter? Bin ich ein Manager? Bin ich Personalleiter? Bin ich ein Einkäufer? Und abhängig von der Jobrolle bündeln wir quasi diese KI Capabilities zusammen und die KI-Agenten, um am Ende des Tages diese dedizierte Rolle produktiver zu machen. Das bedeutet für den End-User selbst, die spüren es quasi gar nicht, dass sie da verschiedenste KI-Szenarien automatisch interagieren, sondern es ist einfach Teil von diesem Produkt.
Sprecher 1: Was tut ihr, um vor allem auch mittelständische Unternehmen in diese KI zu bringen? Ära reinzuführen. Du hast vorhin selber schon gesagt, es wird auch KI genutzt, um das schneller voranzutreiben. Datenqualität, hast du auch gesagt, ist ein großes Thema. Wie unterstützt ihr die Unternehmen dabei? Weil was wir auch schon oft gehört haben ist, klar, die wissen alle, dass sie hätten vielleicht schon früher umstellen sollen oder spätestens jetzt müssen, aber dann ist ja immer noch die Frage nach dem Wie, selbst wenn man das Kapital dafür hat.
Sprecher 3: Wir haben explizit investiert in, wir nennen das eine Rise-Bis-SAP-Methodologie, also wie ich optimal von meinem alten Legacy-Systemlandschaft in die neue Cloud-Welt quasi gehe. Und da diese Vorteile von unserer SAP Business Week quasi konsumieren. Und dieser Methodologie ist ein ganz klares Ablaufmodell beschrieben mit Quality Gates und dergleichen. Und wir unterstützen das System basiert mit Automation. Sprich, wir haben dedizierte Tools, die Prozessanalysen zu machen, um zu analysieren, wie muss sich die Enterprise-Architektur, entwickeln, um beispielsweise die Change-Prozess beim End-User weiterzuentwickeln. Und das haben wir letztendlich alles, wir nennen es eine integrierte Toolchain, zusammengebracht, dass wenn ich quasi mit Rise, mit SAP, mit SAP in die Cloud bekomme, bekomme ich das als Kunde alles an die Hand, um dann sehr schnell diese Migration letztendlich durchzuziehen.
Sprecher 1: Aber ist das für so einen normalen durchschnittlichen Mittelständler leistbar?
Sprecher 3: Ja, absolut. Und wir sehen ja den massiven Zulauf und das Wachstum. Insofern, glaube ich, haben wir da einen sehr guten Durchstich geschafft. Und ich sehe auch im Mittelstand absolut den Wille, in die Cloud zu gehen und vor allem diese Benefits der KI zu ziehen. Denn ich glaube, auch da muss man ehrlich sein, in der aktuellen wirtschaftlichen Situation sucht, glaube ich, jede Firma Produktivitätshebel. Wir haben Fachkräftemangel überall. Auch da, jeder Produktivitätshebel hilft, den Druck auf den Fachkräftemangel zu reduzieren. Deswegen haben wir alle ein gemeinschaftliches Interesse, damit erfolgreich zu werden. Und deswegen sehe ich auch so ein enormes Momentum aktuell am Markt, genau in dem Bereich KI. Wir brauchen einfach den nächsten Schub an Produktivität, weil auch da... Du hast vorhin angesprochen, die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland. Wir müssen einen weltweiten Wettbewerb bestehen an der Stelle. Und ich glaube, das tun wir nur. Durch extrem gute Bildung. Wir brauchen die besten Talente weiterhin, die wir haben. Wir kommen aus dem Land der Dichter und Denker. Genau das brauchen wir. Und das Zweite ist natürlich...
Sprecher 2: Die Dichter auch?
Sprecher 3: Ich glaube auch, wir brauchen noch kreative Köpfe. Absolut, definitiv. Aber ich glaube, ich wollte ja damit das Beispiel machen, wir kommen genau aus der Historie, dass wir unseren Wohlstand, denn wir haben unseren Lebensstandard als Hochlohnland in Deutschland natürlich genau über Wissen am Ende des Tages absichern müssen. Und deswegen ist ein Investment in Bildung einfach... Essentiell und natürlich klar proaktiv neue Technologien nutzen, um die Produktivität zu erhöhen, weil ansonsten wird man im weltweiten Wettbewerb mit anderen Ländern, die Milliarden zum Teil von Einwohnern haben, die Millionen von Absolventen haben, ist natürlich der Wettbewerb tough, das muss man einfach sehen und den Druck spüren wir aktuell, glaube ich, in sehr vielen Industrien in Deutschland, wo weltweit der Wettbewerb sich zugespitzt hat. Und deswegen glaube ich, umso mehr, dass wir jetzt den Sprung nach vorne wagen müssen, die Zukunft aktiv gestalten müssen, mutig auch konsequente Entscheidungen treffen. Das wird nicht einfach, aber nur so können wir langfristig erfolgreich sein. Und ehrlicherweise, SAPC selbst ist auch ein Beispiel. Wir standen ja auch am Scheideweg 2019, 2020. Wir waren zwar die erfolgreichste Enterprise-Softwarefirma bis dann, aber die war on-premise. Das war nicht die Zukunft. Und auch mit Christian Klein, unserem Vorstandsvorsitzenden, haben wir zusammen eine mutige Entscheidung getroffen, zu sagen, wir ändern unser Geschäftsmodell, wir fokussieren auf den Kunden, wir investieren in den Kunden, wir investieren in die Cloud. Das hat sich jetzt im Nachhinein, glaube ich, gezeigt. Das war die richtige Entscheidung. Es hat sich gelohnt. Der Weg dahin war sehr schwer. Die Transformation war sehr schwer und hart, aber es hat sich gelohnt. Das ist ein Zeichen. Konsequente Entscheidung, konsequente Transformation vorantreiben, ist das Einzige, was hilft, um langfristig erfolgreich zu sein. Das kann man nicht vermeiden.
Sprecher 1: Bei SAP sollen bis zu 10.000 Rollen im Unternehmen mit Blick auf KI nochmal geprüft werden. Du hast gerade das Thema Fachkräfte schon angesprochen. Wie viele der Stellen können verlagert werden? Werden auch neue geschaffen? Wie viele fallen weg?
Sprecher 3: Also im Prinzip ist es so, dass wir kontinuierlich sicherstellen müssen, dass wir in der gesamten Belegschaft die richtigen Skills zur Verfügung haben, um langfristig erfolgreich zu sein. In dem Rahmen hatten wir ein Programm ausgeführt, das in die Größen... Diskussion geht, zu schauen, wie schaffen wir es, diese Anzahl von Menschen mit neuen KI-Skills letztendlich aufzubauen. Das war eine Kombination aus Ausbildungsprogramm, Weiterentwicklungsprogramm, das war eine Kombination von freiwilligen Programmen und natürlich an der einen oder anderen Stelle nicht in Deutschland, im Ausland auch dedizierte Programme. Das ist abgeschlossen, aber natürlich ist es so, dass wir kontinuierlich unsere Belegschaft weiterentwickeln. Wir müssen ja die richtigen Skills haben, aber, und ich glaube, du hast es kurz angesprochen, der SAP Headcount, wenn man den Jahr über Jahr vergleicht, ist flach geblieben. Also wir haben keine Mitarbeiter abgebaut in dem Aggregat, sondern natürlich geschaut, wie schaffen wir es mit Weiterbildung, mit Replacement, mit den richtigen Skills. Nach vorne zu gehen. Also es ging nicht um ein Arbeitsblattabbau. sondern es ging wirklich bewusst um die richtigen Skills in der Firma zu haben.
Sprecher 1: Und was sind gerade jetzt die richtigen Skills? Nach was sucht ihr gerade?
Sprecher 3: Also ich werde zu sagen, wir suchen immer Cyber Security Experten, die brauchen wir immer. Wir suchen immer tatsächlich Data Scientists und tatsächlich AI Engineers, das ist ein ganz wichtiger Skill. Was wir mehr und mehr als Anfragen bekommen, sind wirklich Themen für Enterprise Architektur und Business Transformation, also auch Change Management Skills, weil wir bei... Sehr vielen großen Unternehmen signifikante Change-Prozesse begleiten an der Stelle. Also es ist eine sehr breite Varianz an Skills, die wir brauchen, wo wir wachsen, von der Entwicklung über unsere Kundenbetreuung, wo wir dediziert die richtigen Profile brauchen. Wir sind da aktuell sehr positiv, weil wir sehen, dass wir da auch die richtige Traction haben, aber es ist eine War of Talent, das darf man nicht vergessen und deswegen ist auch eine globale Sourcing-Strategie für uns natürlich wichtig und deswegen balancieren wir das natürlich.
Sprecher 1: Genau, das wäre die Follow-up-Frage, wo findet man die und wie überredet man die nach Waldorf zu kommen?
Sprecher 3: Das Interessante ist, wir müssen ja gar nicht mal überreden, nach Waldorf zu kommen, sondern die können ja da arbeiten, wo sie wollen am Ende des Tages. Wir haben ja mehr als 20 Labs weltweit, wo wir dabei da arbeiten können. Und deswegen, ja, es ist weltweit verteilt, aber auch in Deutschland, beispielsweise gerade in München, sind wir signifikant gewachsen die letzten Jahre. Wir haben da auch in der Partnerschaft zusammen mit der Technischen Universität München auch beispielsweise mit dem Industrie- und Campus-Konzept auf dem Campus der TU ein Gebet. Gebäude stehen mit knapp 800 Personen, die da reinpassen, wo 600 von SAP sind, aber 200 von der TU. Das sind dann Professoren, das sind Doktoranden, zusammen mit SAP-Mitarbeitern in Forschungsprojekten zusammen, um die neueste Supply Chain Software beispielsweise zu definieren. Und das sind schöne Beispiele, wie auch quasi Forschung, universitäre, leere, Akademia zusammen mit Unternehmen die Zukunft gestalten können. Also das ist ein schönes Beispiel und da sieht man gerade in München extremes Wachstum, extrem tolle Talente. Ich bin extrem begeistert, was das Ecosystem, wie man das aufbaut und dann natürlich auch der Austausch mit Startups, beispielsweise Unternehmertum sind wir auch sehr stark aktiv und das ist Das sind dann die befruchten Momente, wo ich wirklich glaube, diese Kombinatorik, Academia, Startups, Partner der SAP, SAP selbst, wenn wir das zusammenbringen, dann entsteht Magic.
Sprecher 1: SAP hatte mal das Ziel, eine Frauenquote von 40 Prozent zu erreichen. Das habt ihr jetzt aber aufgegeben. Das Ziel ist das... Ein Fachkräftethema oder eher ein geopolitisches Thema?
Sprecher 3: Also zuallererst glaube ich, muss man da unterscheiden, was sind die KPIs, die wir extern reporten an der einen Seite und auf der anderen Seite, was ist das Wertesystem der SAP? Und da kann ich ganz klar sagen, das Wertesystem der SAP hat sich nicht geändert durch die Geopolitik. Wir stehen für Diversität und für Inklusion und wir haben noch alle Inklusionsprogramme weiterlaufen. Ich bin stolzer. Sponsor des SAP Business Women Network. Und insofern sind wir weiter natürlich interessiert, Fachkräftemangel. Da brauchen wir natürlich alle, entsprechend natürlich inklusive nicht nur jedes Geschlecht, sondern eben auch jede Religion, jedes Herkunftsland dergleichen, um die besten Talente zu haben. Und da haben wir natürlich noch ein Ziel, signifikant, sage ich mal, ein equitable workplace mit der entsprechenden Thematik aufzubauen.
Sprecher 1: Du hast den War for Talent schon angesprochen und die Tatsache, dass man eben auch quasi international Leute finden muss. Also wer ist denn da hingehend euer Hauptwettbewerber? Sind das auch die gleichen Softwarefirmen, sagen wir Oracle zum Beispiel oder sind das einfach, weil KI doch ein relativ allgemeines Thema ist, im Prinzip alle, die was mit KI machen?
Sprecher 3: Ich glaube, es ist fair zu sagen, dass zum einen hat man natürlich die Konkurrenz innerhalb der Industrie in dem Software-Segment, absolut. Gerade in Amerika ist es mittlerweile ziemlich aufgehitzt, was verschiedene Gehaltsstrukturen bedeutet. Da muss man auch sagen, da gibt es natürlich auch bestimmte Incentive-Modelle, da kann SAP auch nicht immer mitgehen tatsächlich. Das sind wir einfach von der Kultur und von unserem... Salary System sicherlich balancierter als manche andere. Und natürlich und genau richtig, jede Firma ist mittlerweile eine Softwarefirma. Jede Firma braucht Digitalisierung, jede Firma investiert darin, jede Firma braucht KI. Deswegen ist natürlich der Warp-Tell jetzt viel breiter, weil alle Firmen auch digitale Experten einstellen. Und deswegen ist es natürlich schon ein sehr breiter Wettbewerb um diese Talente, das muss man schon sagen.
Sprecher 1: dass auch quasi das wieder, was im ERP-Geschäft zum Beispiel läuft, in dem Bereich SAP wächst schnell, Oracle ist zum ersten Mal größer gewesen, schneller gewachsen, nimmt der Wettbewerb auch da deutlich zu?
Sprecher 3: Ich glaube, wir motivieren unsere Mitarbeiter immer noch am meisten mit unserem Geschäftszweck, für was wir stehen und was wir tun. Und dieser Purpose ist, glaube ich, das, was am Ende des Tages, wenn man dann bei einem Recruiting steht, am Ende da ist, was dann auch die Mitarbeiter zu einer SAP führt. Weil das Spannendste, der Impact, den ich bei SAP generieren kann, der ist so groß wie bei fast keinem Unternehmen. Wenn ich in der Entwicklung bei SAP arbeite, dann habe ich die Ehre, 400.000 Kunden zu beglücken. Das macht dann den Unterschied und natürlich hoffentlich auch von der Unternehmenskultur eine Differenzierung zu so manchen anderen Marktbegleitern, die auch gerade angesprochen worden sind, die bestimmt eine andere Kultur haben. Weil ich glaube, wir wollen für was Gutes stehen und das sieht man sicherlich, dass wir damit dann auch die Mitarbeiter gewinnen können.
Sprecher 1: Thomas Sauer-Essig, ganz herzlichen Dank für das Gespräch.
Sprecher 3: Dankeschön.
Sprecher 1: Vielen Dank, dass Sie uns zugehört haben und wir freuen uns drauf, wenn wir uns bei der nächsten CEO Edition wiederhören.
Sprecher 3: Bis dahin, machen Sie es gut, schönes Wochenende.