Wer tritt gegen Trump an?
Der ehemalige US-Abgeordnete Beto O’Rourke warnt vor den autokratischen Tendenzen von Präsident Donald Trump. Trump setzt sich über demokratische Institutionen hinweg. Noch nie in der Geschichte der USA – abgesehen vom Bürgerkrieg – sei die Demokratie derart in Gefahr gewesen.
O’Rourke spricht mit Michael Bröcker darüber, welche Fehler seine Demokraten gemacht haben.
Wer könnte bei den nächsten Präsidentschaftswahlen für seine Partei antreten?
[10:06]
SPD und Union haben im Koalitionsausschuss lange zusammengesessen. Wo gibt es Einigungen? Wo wird noch nachverhandelt?
Die ersten Informationen aus der Sitzung, bei der konkrete Reformen auf den Weg gebracht werden sollten.
[03:21]
Deutschland blockiert den dänischen Vorschlag zur „Chatkontrolle“. Die Bundesregierung sieht in dem Plan zur Bekämpfung von Kinderpornografie eine Gefahr für die Privatsphäre.
In Brüssel soll das Thema erst in einigen Monaten wieder auf die Tagesordnung kommen.
[05:53]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Bis spät in die Nacht saß der Koalitionsausschuss wieder einmal im Kanzleramt zusammen und es gibt durchaus Annäherung, sogar Einigung bei den Hilfen für die Autoindustrie und den Energiepreisen.
Sprecher 3: Werden unsere privaten Chats bald mitgelesen? Zumindest zum Teil, wenn es nach der EU geht. Denn ein neuer Vorschlag zur Bekämpfung von Kinderpornografie sorgt für Aufsprünge auch innerhalb der Bundesregierung. Wir reden gleich darüber, was das eigentlich ist, diese angeblichen Pläne zu einer Stasi 2.0.
Sprecher 2: Ist Donald Trump und sein Politikstil wirklich eine Gefahr für die älteste Demokratie der Welt? Ja, sagt Beton O'Rourke, ein ehemaliges Mitglied des Repräsentantenhauses, übrigens auch ein ehemaliger Anwärter für die Präsidentschaft bei den Demokraten. Er war gestern zu Gast in Berlin. Wir haben mit ihm über Trump und den möglichen Gegenkandidaten von den Demokraten gesprochen.
Sprecher 3: Auch Südkorea muss sich was einfallen lassen, um Wohlstand und Sozialstaat für die Zukunft zu sichern. Also auch in Südostasien gibt es dieselben Probleme wie hier. Und der Präsident hat da einen eher ungewöhnlichen Vorschlag. Mal sehen, ob wir davon was lernen können. An diesem Donnerstag, den 9. Oktober. Bevor wir uns dem Koalitionsausschuss von gestern Abend widmen, noch eine Ergänzung zu unserem Podcast von gestern, genauer gesagt dem Interview mit Gitter Connemann, das für einige Aufregung gesorgt hat, insbesondere innerhalb der Kirchen. Gitter Connemann hatte ja vorgeschlagen, den Reformationstag als Feiertag abzuschaffen und die EKD ist davon wirklich nicht begeistert.
Sprecher 2: Das war auch nicht anders zu erwarten. Deutschland zählt trotz seiner Feiertage zu den leistungsstärksten Volkswirtschaften der Welt. Empirische Belege für eine positive Wirkung der Abschaffung von Feiertagen gäbe es nicht, sagt eine EKD-Sprecherin. Was soll sie auch sagen? Ich glaube schon, wenn man mehr arbeiten würde, gibt es auch volkswirtschaftliche Impulse.
Sprecher 3: Das ist sicherlich richtig, aber die Frage ist wirklich, an welcher Stelle man spart. Und ich finde es ganz schwierig, in Sonntagsreden immer unser christliches Erbe zu beschwören. Und in der CDU, also auch bei Gita Connemann, das C zu betonen. Die Kirchen sind ja sowieso nicht voll. Was soll das denn eigentlich? Damit, ehrlich gesagt, schafft man es einfach ab, dieses historische Erbe. Und man sollte doch im Gegenteil mehr dafür tun, sich daran zu erinnern, auch das von der Politik, das Signal zu setzen, dass wir das ernst nehmen, unsere Tradition.
Sprecher 2: Als zahlendes und gläubiges Mitglied der katholischen Kirche in Deutschland bin ich dennoch der Meinung, dass die Kirchen...
Sprecher 3: Dass du den Reformationstag da nicht gut findest, ist mir natürlich klar. Ich als Lutheraner sehe es natürlich wirklich anders.
Sprecher 2: Ich bin ja wirklich der Meinung, die Kirchen sollten sich zunähen. Text einmal erstens Gedanken machen, wie Sie eine Ihrer eigenen Missbrauchsfälle aufklären. Punkt zwei, wie Sie die Leute wieder zurück zur Kirche bekommen. Marke stärken und Angebote machen, anstatt politische Rahmenbedingungen infrage zu stellen. Aber gut, ich bin auch...
Sprecher 3: Die Rahmenbedingungen stellt ja die Politik infrage und nicht die Kirche.
Sprecher 2: Ja, und wir haben so viele Feiertage wie kein anderes europäisches Land.
Sprecher 3: Und das würde ich nicht sagen, nur in den katholischen Bundesländern ist das so. Das Einzige, was die Protestanten ja haben, ist der Reformationstag. Und den gibt es in Berlin zum Beispiel noch nicht mal als Feiertag.
Sprecher 2: Die Feiertagsdebatte hat es ja auch nicht in den Koalitionsausschuss geschafft, liebe Helena, aber über den müssen wir reden bei der Takte gestern zu deutlich wichtigeren Themen.
Sprecher 3: Ja, SPD und Union saßen bis weit nach Mitternacht zusammen im Kanzleramt. Friedrich Merz hatte zwar nicht ausgeschlossen, dass es Nachtsitzungen geben werde, aber er ist eigentlich einer, der bekannt dafür ist, dass man doch zu einem vernünftigen Zeitpunkt die Gespräche beendet. Er möchte eigentlich immer zu einer vernünftigen Zeit ins Bett. Das war gestern aber nicht möglich. Die Themen offenbar doch zu kompliziert. Es gibt Einigungen in manchen Punkten, zum Beispiel beim Thema Auto.
Sprecher 2: Ja, mehr als sechs Stunden wurde wieder einmal diskutiert, aber vieles war am Ende dann doch so vorbereitet, dass es auch konzentriert werden konnte, vor allem bei den Autohilfen. Es bleibt wohl dabei, dass Range Extender, wir sprachen hier ja drüber, also kleine Generatoren, die zwar eigentlich Verbrenner sind, aber nur helfen, dass ein Auto 100% elektrisch fahren kann, ausgenommen werden sollen vom Verbrennerverbot. Es soll auch Ausnahmen geben für die Plug-in. Hybride, also das, was Autohersteller auf der ganzen Welt anbieten, aber in Deutschland dann eben nach 2035 nicht mehr möglich wäre. Auch das soll ausgenommen werden. Da hat die Union sich weitgehend durchgesetzt, aber auch die SPD will das industriepolitisch ja. Aber alles geht erstmal nach Brüssel. Helene von der Leyen muss das jetzt alles, was Union und SPD da geeint haben, noch bestätigen. Sie hat zwar gesagt, bitte legt mir eine Einigung vor, dann kann ich hier arbeiten in Brüssel. Aber die EU-Kommission muss das natürlich erstmal mitmachen.
Sprecher 3: Ja, das verbrennt ja aus, dass sich die EU-Kommission ja eigentlich mal als Erfolg auf die Fahnen geschrieben hat. Ab 2035 soll es greifen. Das ist auch jetzt noch nicht offiziell geändert worden. Aber wenn Deutschland nicht dahinter steht, wird es wahrscheinlich doch aufgeweicht werden. Jedenfalls deutet alles darauf hin. Allerdings muss das eben auch tatsächlich noch passieren.
Sprecher 2: Die anderen Themen, die weniger strittig waren, Verkehrsinfrastruktur. Ja, Patrick Schneider, der zwar nicht dabei war, soll mehrere zusätzliche Gelder bekommen, um die Autobahnprojekte, die allerdings baureif sind und nicht nur geplant, sondern wirklich baureif sind, auch umsetzen zu können, auch bei Autobahnen. Und Friedrich Merz hat sein Lieblingsprojekt, die Aktien. Tief rennte durchbekommen. Klingbeil hat sich da als Finanzminister sehr konziliant gezeigt, einen eigenen Vorschlag wohl gemacht, so heißt es gestern Nacht. Und auch das wird jetzt sehr schnell durch den Bundestag gehen. Also immerhin bei den zwei Drittel der Themen gestern Nacht Einigung. Das Bürgergeld allerdings ist noch offen. Das geht wohl erst nächste Woche in die... Ziel gerade, denn dann sollen erst die Einigungen zwischen Union und SPD stehen.
Sprecher 3: Die Chatkontrolle ist ein Kampfbegriff. Damit wird Politik gemacht. Und nun hat ein Vorschlag, den die dänische Ratspräsidentschaft auf den Tisch gelegt hat, offenbar keine Mehrheit. Und auch die Bundesregierung ist dagegen. Dabei geht es doch eigentlich darum, Kinderpornografie im Internet zu bekämpfen.
Sprecher 2: Ja, man kann nicht alles mit dem Kampf gegen kinderpornografische Inhalte rechtfertigen. Aus meiner Sicht Chatkontrolle, das klingt wirklich... Nach dem Öffnen des Briefgeheimnisses, die schon französische Kaiser haben im 18. Jahrhundert dazu eine Todesstrafe erfunden, wer das Briefgeheimnis verletzt. Also mir geht das Ganze zu weit und ich verstehe den Widerstand.
Sprecher 3: Ja, ich bin ehrlich gesagt überrascht über den Widerstand, dass die SPD das kritisch sieht, ist seit Jahren bekannt. Die Europäische Kommission hat ja 2022 den ersten Vorschlag schon vorgelegt und seitdem wird das rauf und runter diskutiert. Die SPD war da immer klar, sie will das nicht. In der Union ging es hin und her. Denn dort wollte man erstens der Kinderpornografie klar den Kampf ansagen und zweitens gibt es ja eine Debatte aktuell, die völlig zu Recht geführt wird. Die lautet, wir müssen die Plattformen, aber auch die Messenger-Dienste stärker an die Kandare nehmen. Wir müssen rechtswidrige Inhalte im Netz bekämpfen. Jetzt ist die Union, aber allen voran Jens Spahn, eingeschwenkt und hat gesagt, nein, wir sehen es genauso wie die SPD. Diese Massenüberwachung wollen wir nicht. Und das finde ich von dem Hintergrund der doch notwendigen Regulierung doch erstaunlich.
Sprecher 2: Erstmalig bin ich bei den Datenschützern, die Sorgen haben, dass es eben nicht nur bei der Analyse von Bildern und Videos bleibt, sondern irgendwann auch Texte und Sprachnachrichten kontrolliert werden. Wenn man einmal die technischen Rahmenbedingungen und auch die rechtlichen gesetzt hat, dann weiß man nie, wohin das noch führt. Und Meredith Whittaker, Chefin des Messenger-Dienstes Signal, übrigens einem besonders vertraulichen Kanal, den sehr viele Menschen nutzen, sagt, wenn wir vor die Wahl gestellt würden, entweder die Integrität unserer Verschlüsselung zu untergraben oder Europa zu verlassen, würden wir den Markt verlassen, dem es wenig hinzuzufügen.
Sprecher 3: Ich denke doch, dem ist etwas hinzuzufügen in meinen Augen.
Sprecher 2: Von dir immer?
Sprecher 3: Nein, von mir nicht immer. Aber in dem Fall muss ich wirklich sagen, Meredith Whittaker ist jetzt Amerikanerin, aber trotzdem in Deutschland diese Diskussion Nationalheiligtum, Datenschutz, so ist es doch. Damit wird wirklich so viel begründet. Deswegen kann der BND seine Arbeit nicht ordentlich machen, weil alle überall die Massenüberwachung wittern. Ich bin wirklich der Meinung, wir müssen diese Debatte künftig anders führen. In der Union übrigens, das ist interessant, in der Fraktionssitzung wurde dann erinnert an das Schicksal von Axel Voss, dem Europaabgeordneten, der sich für die Urheberrechtsreform stark gemacht hat damals. Wir erinnern uns, es ging um Upload-Filter und die Sorge vor einer Zensur. Und da gab es einen echten Shitstorm im Netz gegen ihn und man warf ihm vor, irgendwie die Freiheit im Netz zu verraten. Und jetzt hat die Union Angst, oh Gott, oh Gott, wir wollen das bloß nicht noch einmal erleben. Und jetzt sind sie eingeknickt, auch weil es Kampagnen gab von der AfD und von der Linkspartei. Und jetzt will man der Sache den Wind aus den Segeln nehmen, biegt deswegen auf den Kurs der SPD ein. Wirklich, ich verstehe. Ich verstehe. Ich verstehe, dass man diese Kampagne nicht will, aber man muss doch dem, glaube ich, standhalten.
Sprecher 2: Axel Voss wurde zu Recht oft kritisiert wegen Urheberrecht und Datenschutzgrundverordnung. Es ist und bleibt heute eine der schwierigsten Entscheidungen der EU. Diese hier sehe ich anders und deswegen we agree to disagree.
Sprecher 3: Dass sich Union und SPD nun auf diese Weise geeinigt haben, hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Verhandlungen in Brüssel. Denn Deutschland war das Zünglein an der Waage. Ohne Deutschland gibt es keine Mehrheit für die Verordnung, die die dänische Ratspräsidentschaft auf den Tisch gelegt hat. Und gestern Abend trafen sich noch die Botschafter der Mitgliedstaaten in Brüssel. Und dort war klar, es gibt keine Mehrheit für diesen Vorstoß aufgrund der deutschen Festlegung. Und damit wird es auch nicht wie geplant im Dezember auf dem Innenrat beraten werden, sondern diese Verordnung ist erstmal weg. Jetzt wird aber darüber nachgedacht, gibt es vielleicht Alternativen? Kann man Möglichkeiten finden, gegen kinderpornografische Inhalte im Netz vorzugehen und gleichzeitig den Datenschutz zu wahren? Also nicht anlasslose Chatkontrolle, sondern Chatkontrolle bei konkreten Hinweisen, bei konkreten Verdacht. Diese Diskussion fängt jetzt gerade erst an.
Sprecher 2: Eine tief gespaltene Gesellschaft, die, so scheint es zumindest, überhaupt nicht mehr in der Lage ist, einen Kompromiss zu finden in der Gesellschaft. Es gibt nur noch links oder rechts, schwarz oder weiß, für Trump oder gegen Trump. So scheint die Lage in den geteilten Staaten von Amerika. Ist die älteste Demokratie der Welt als Demokratie wirklich gefährdet, wie es neulich der Harvard-Philosoph Risse gesagt hat? Das sind Fragen, die sich vor allem auch die Mitglieder der Demokraten in den USA stellen müssen. Einer von ihnen ist Beto O'Rourke, der ehemalige Abgeordnete des Repräsentantenhauses und ehemalige, zumindest kurzfristige Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten. Er war gestern in Berlin auf Einladung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und sprach auf einer Transatlantik-Konferenz. Vorher habe ich ihn bei der WZB am Reichspietschufer getroffen. Thanks for being on the show on Table Today. Mr. O'Rourke, hello. Und erstmal wollte ich von ihm wissen, wie er den Zustand der USA beschreiben würde, wenn er jetzt eine Rede an die Nation halten müsste. What's the state of your country right now?
Sprecher 4: We are in a make or break moment for America. If we fail to come through right now in this moment of truth, we are going to lose what Abraham Lincoln called the last best hope of earth. The consolidation of authoritarian power in the hands of one man.
Sprecher 2: O'Rourke sagt, sein Land befindet sich am Scheideweg. Wenn sich jetzt nichts ändere, dann verliere das Land das, was Abraham Lincoln die letzte große Hoffnung der Welt genannt hat. Also ein freies und demokratisches Amerika.
Sprecher 4: It will require extraordinary effort and hardship and sacrifice. But at the end of the day, we are going to honor the legacy of service and sacrifice and struggle that over the last 249 years has made us such an exceptional country back home and I think on the world stage as well.
Sprecher 5: The Harvard philosopher Martin Risse told us in an interview here for a German publication, he said, I quote, I'm very worried about the continued existence of American democracy. Is really democracy and the world's oldest democracy at stake here?
Sprecher 4: Absolutely. The evidence is incontrovertible. You see, for example, President Trump defying co-equal branches of government, dismantling congressionally chartered agencies like USAID or the Department of Education, refusing court orders from another co-equal branch of government, our judiciary, both illegal, anti-constitutional, strike at the very heart of the government. Of American democracy. As you probably also know, he is now calling up troops and deploying them
Sprecher 2: Da Präsident Trump sich zuletzt offensichtlich über die Kompetenzen von gleichberechtigten demokratischen Institutionen hinwegsetzt, indem er zum Beispiel vom Kongress eingesetzte Behörden oder das Bildungsministerium auflöst oder gerichtliche Anordnung ablehnt, das treffe die amerikanische Demokratie ins Markt. Und nicht zu vergessen auch die Nationalgarde, die er gegen den Willen der föderalistisch organisierten Bundesstaaten in verschiedene Städte senden will, die übrigens immer von Demokraten regiert werden. Wie nie zuvor in der Geschichte des Landes, so sagt er, mit Ausnahme des Bürgerkriegs, stehe die Existenz der amerikanischen Demokratie auf dem Spiel. Ein düsteres Bild, was er da zeichnet, aber er sagt auch, es gebe Widerstände und die würden immer lauter.
Sprecher 4: One of the bright spots in this otherwise dark picture that I'm painting for you right now is in California. Governor Gavin Newsom has decided that he's going to, in his words, fight fire with fire. If Donald Trump is going to to attempt to steal five congressional seats in Texas. Well, he's going to redraw the map in California to ensure that Democrats can pick up five additional seats there. The reason this is so important is that for far too long, the Democratic Party has played by the rules, colored with inside the lines.
Sprecher 2: Einer, der sich gegen diesen autokratischen Stil des Präsidenten auflehnen will, ist der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. Er setzt sich für die Demokratie und das geltende Recht ein. Und er wolle Feuer mit Feuer bekämpfen, also mit den vielleicht ähnlichen Methoden des US-Präsidenten gegen den US-Präsidenten antreten. Ist da vielleicht schon der Kandidat 2028 zu sehen? So jedenfalls klingt O'Rourke.
Sprecher 4: It might be. I think...
Sprecher 2: You would wish?
Sprecher 4: I don't know. I'll answer it this way. I think the successful Democratic nominee for president in 2028 will be chosen based on what they do in 2025. When everything was on the line, when all this was going down, when the very question of America hung in the balance, what did you do? Did you stand up and fight? Did you sit back and watch and wait and hope somebody was going to come to our rescue? Were you holding your finger up to decide which way the wind was blowing? The reason I invoke Gavin Newsom is that guy's in the fight. And that's what we need right now. Governor J.B. Pritzker in Illinois. Confronting this illegal deployment of troops onto the streets of Chicago is another fighter. somebody who gives me hope. But there's also this, there are people whose names neither you nor I know right now who will emerge in the next 13 months before the November 2026 elections are decided, who are going to distinguish themselves by their leadership. So my faith is...
Sprecher 2: Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass man in den USA Angst um diese Demokratie haben muss? Ist das wirklich alles Donald Trump schuld oder sind nicht auch die Demokraten mitschuldig? Denn eins kann man Trump nicht absprechen. Dieser Sieg war klar, eindeutig und demokratisch, den er bei der letzten Präsidentschaftswahl eingefahren hat.
Sprecher 4: I believe that my party, and I am in part to blame, broke faith with the American people. We ran somebody for president who clearly wasn't capable of running a campaign, who struggled to communicate the successes of his administration and the vision that he could offer the American people. At the last moment, our party replaced him with someone else who is extraordinarily capable and an amazing public servant.
Sprecher 2: Selbstkritisch sagt O'Rourke hier, dass die Demokraten das Vertrauen der Bevölkerung verspielt haben, auch weil sie zu lange an Joe Biden festgehalten haben.
Sprecher 4: We are a generous people. We believe in the fact that we are a country of immigrants. But this immigration system, it seems broken. It's out of control. Is it? Yes. And we wouldn't simply acknowledge that and honor the experience of our fellow Americans.
Sprecher 5: You should know.
Sprecher 4: And we ourselves were experiencing that. And far too many Democrats were saying, you know what? If you're complaining about immigration, that's just a Republican talking point. You know, don't believe your lying eyes. Everything is okay. And I think what we needed to say is, you know what, this is not right.
Sprecher 2: Und natürlich, ja, bei der Migration haben die Demokraten, er sagt nicht versagt, aber ich glaube, er meint es so, zu spät reagiert, zu lasch reagiert, denn man kann eine Einwanderungsgesellschaft sein und trotzdem mit klarer Gesetzgebung und auch mit Begrenzungen diese Migration steuern.
Sprecher 4: We can't expect to win back the trust of the American people when we ask for their votes again. So we must acknowledge this. And then we must fight like hell to win back their trust, to deliver for them when we're back in power, and to ensure that never again can you have an authoritarian from the right or the left, or from anywhere in America for that matter, once again hold power. And here's my question for you. If we lose that in America, what does that mean for Germany? What does that mean for the project in Europe? What does that mean for democracy around the world?
Sprecher 5: Well, we are experiencing the loss of faith in democracies already. So if the oldest democracy is not able to keep up the faith in democracy and human values, then of course it's going to be like a domino effect.
Sprecher 4: That's why I think we have a shared mutual interest in the outcome in Germany, in the outcome in America. And what's interesting to me.
Sprecher 2: Am Ende gehe es darum, wie die Mitte, er nennt es die populistische Mitte der zentristischen Parteien in Europa, aber auch in den USA, wie sich diese Menschen jetzt zusammenfügen. Gibt es da eine konzertierte Aktion der Demokraten? Stehen diese Menschen auf? Er glaubt daran und er verweist zu Recht darauf, dass das nicht nur ein amerikanisches Problem sei.
Sprecher 4: All over the world. Where is the populist, liberal, democratic movement that can meet this? Where's the alliance between Germany and the United States?
Sprecher 5: And where's the populism out of the middle? I mean, because the techniques, the methods, they're working, they're efficient from the far right. In Europe as well as in the United States. And it seems like the centrist parties, they don't have a rhetoric to conquer this.
Sprecher 4: I think that may be in part a consequence of the success of centrism, that in some ways probably produced a comfort and maybe even laziness that things have worked for so long in such a way that we really don't have to fight to earn the votes or the trust of the American people or the German people because, look, we produce these extraordinary successes, the stability, the security, the safety. Meanwhile, at least in my country, average Americans were losing ground, were losing their jobs, were losing their places of prominence in their communities and in the culture. And without having a Democratic Party that could acknowledge that, that could channel legitimate anger and frustration into a positive set of policies and a program and an agenda that people could understand, well, then you have a huge opening for a populist authoritarian con man like Donald Trump. So we must learn these lessons. It sounds like both in Germany and in the U.S.
Sprecher 2: Zum Schluss wollte ich dann doch noch wissen, ob er nicht was Gutes an Donald Trump finden könnte. Zum Beispiel hat dieser Mann, dieser Präsident vielleicht sogar den Friedensnobelpreis verdient, wenn Trump es tatsächlich schafft, ein Abkommen zwischen Israelis und Palästinensern hinzubekommen. Hier die Antwort von Beto O'Rourke.
Sprecher 4: Look, I wish him all the success in the world on this endeavor to bring peace to the people of Israel and Palestine. I hope he is successful. But he certainly does not deserve the Nobel Peace Prize. You know, at the same time that his emissaries are working on this deal, his government, our United States military, is murdering Venezuelans in international waters without authorization from Congress, without a declaration of war. He's also labeling domestic political organizations as terrorists. He's deploying troops into U.S. Cities. It is the very antithesis. of the ideal behind the Nobel Prize for Peace. So let him be successful. We all want it in Israel and Palestine, but let him also be replaced by a government and a president who really believe and pursue and are successful in trying to gain peace for America and the world.
Sprecher 2: Thank you, Mr. O'Rourke.
Sprecher 4: Thank you.
Sprecher 3: Flo, heute geht die Frage an dich. War noch was?
Sprecher 6: Tatsächlich gibt es einen Ansatz aus Südkorea, um die Sozialsysteme zu sichern, um den Wohlstand zu sichern, der sehr ungewöhnlich ist. Der Präsident Lee Jae-myung hat jetzt gesagt, Leute, ihr sollt weniger arbeiten, damit ihr mehr Zeit habt, das Leben zu genießen. Und die Idee, die dahinter steckt, ist, wer mehr Freizeit hat, bekommt, zumindest in der Theorie, höchstwahrscheinlich auch mehr Kinder. Denn das Problem von Südkorea ist, die haben tatsächlich die niedrigste Geburtenrate der Welt. Statistisch gesehen bekommt jede Frau nur 0,75 Kinder. Deutlich zu wenig. Also wir haben ja schon ein Problem, aber das ist nochmal deutlich weniger. Das langfristige Ziel ist, erstmal auf 36 Stunden pro Woche Arbeit zu kommen, dann irgendwann perspektivisch sogar zu einer Viertagewoche, damit man dann dem demografischen Wandel entgegenarbeiten kann mit mehr Freizeit.
Sprecher 3: Freizeit heißt in dem Fall Zeit im Bett.
Sprecher 6: Anscheinend, das ist so ein bisschen der große Plan.
Sprecher 3: Ja, vielleicht ist ja auch die Zeit gemeint, die man dann... investieren muss für die Aufzucht der lieben Kleinen. Das ist ja auch dann noch ein langer Weg, wenn das Kind erstmal in der Welt ist, bis es wirklich dazu beitragen kann, das Bruttosozialprodukt zu steigern.
Sprecher 6: Grundsätzlich gilt, glaube ich, einfach ein bisschen weniger Stress und alles ein bisschen gelassener nehmen. Und damit verabschieden wir uns für heute und sind morgen ab 5 Uhr wieder wie gewohnt für Sie da.
Sprecher 3: Wir freuen uns. Tschüss.
Sprecher 7: Don't let the sound of your own wheels drive you crazy. Lighten up while you still can. Don't even try to understand. Just find a place to make your stand. Take it easy. Come on, baby. Don't say hey. I've got to know if your sweet love is going to save me. We may lose and we may win, but we will never be here again. So open up, I'm climbing in. So take it easy. Come on, baby. Don't say it. I doubt I know if your sweet love is gonna save me.