Der Neustart in Dortmund
Dauer: 24:46

Der Neustart in Dortmund

In Dortmund hat die CDU nach fast 80 Jahren das Rathaus erobert. Der neue Oberbürgermeister Alexander Omar Kalouti erklärt im Gespräch mit Michael Bröker, welche Pläne er hat. Wie hat er geschafft, sich den Chefposten im Rathaus zu sichern? Es geht im Interview auch um die Migrationspolitik, Kalouti spricht von einer „Bringschuld von Migranten, sich aktiv einzubringen.“

[11:08]


In den USA stehen die Zeichen auf Stillstand. Republikaner und Demokraten konnten sich nicht auf einen neuen Haushalt einigen, was zu einem sofortigen „Shutdown“ der Regierung geführt hat. Es ist nicht erkennbar, wie ein Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern aussehen könnte.

[07:28]


Die EU hat vier Milliarden Euro für die Drohnenentwicklung bewilligt – zwei Milliarden sollen direkt in die ukrainische Produktion fließen. Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert während eines Besuchs in Kiew in einem Gespräch mit Table.Briefings deutlich mehr Unterstützung durch Europa.

[01:34]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Wiederholt sind Drohnen aus Russland in den NATO-Luftraum eingedrungen. Was kann die EU tun, um sich dagegen zu wehren? Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brandner ist zu Besuch in der Ukraine und spricht sich dort für eine engere Zusammenarbeit bei der Drohnenproduktion aus, und zwar zwischen Deutschland, der EU und der Ukraine. In dem Punkt sind sich fast alle einig. Eine Forderung aus der Ukraine aber könnte hier wieder für Diskussionen sorgen. Dazu berichten wir gleich mehr. Während Donald Trump sich als Friedensnobelpreisträger selbst ins Spiel bringt und die arabische Welt sich hinter seinem Friedensplan zu versammeln scheint, ist innenpolitisch in den USA ganz schön was los. Da wollen wir heute mal hinschauen auf das Haushaltschaos in dem Land. Republikaner und Demokraten konnten sich nicht auf einen Haushalt einigen und deswegen gibt es jetzt einen Shutdown. Wir reden gleich über die Auswirkungen.

Sprecher 3: Alexander Oma Kaluti hat das geschafft, was er in den letzten 80 Jahren keiner geschafft hat in Dortmund, nämlich als CDU-Politiker das Rathaus zu erobern. Wie hat er das gemacht? Was ist sein Rezept? Wir haben ihn einfach mal gefragt.

Sprecher 2: Und wenn Sie jetzt dabei sind, für Ihre kleinen Lieben das Frühstück zu machen, dann haben wir zum Abschluss dieser Sendung noch einen Tipp für Sie an diesem Donnerstag, den 2. Oktober. Schön, dass Sie dabei sind.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 5: We see that Russia is testing our resolve. So these are times where it is absolutely paramount that we have a common sense of urgency and unity. If we all agree that Ukraine is our first line of defense, we have to step up the military support for Ukraine. This is the reason why today we are dispersing 4 billion euros for Ukraine. Two billion euros of that will be invested in drones. And we have to increase the pressure on Russia.

Sprecher 2: Drohnen sind für die Ukraine eines der wichtigsten Mittel zur Verteidigung. Gestern hat die Europäische Union 4 Milliarden Euro für die Drohnenentwicklung bewilligt. Zwei Milliarden davon sollen in die Drohnenproduktion in der Ukraine fließen. Das hilft natürlich erstmal weiter, aber reicht das wirklich, um den Luftraum effektiv zu verteidigen, der jetzt immer wieder von russischer Seite verletzt wurde? Oder braucht es eben doch mehr? Das wollte unser Kollege von Berlin Table, Sven Siebert, von der Grünen-Vorsitzenden Franziska Brandner wissen. Sven Siebert hat sie auf ihrer Reise nach Kiew begleitet.

Sprecher 6: Die EU hat heute die Milliarden freigegeben für die Drohnenunterstützung der Ukraine. Würden Sie sagen, aus Ihrer Sicht, nach den Gesprächen, die Sie hier heute geführt haben, dass damit die Wesen... Wünsche der Ukrainer in diesem Bereich erfüllt sind?

Sprecher 7: Die Angriffe durch Drohnen, Marschflugkörper, Raketen haben ja in den letzten Tagen, Wochen, Monaten nicht nur auf die Ukraine zugenommen, sondern auch auf die Europäische Union. Wir haben das ja gesehen, die Drohnen in Polen, aber auch jetzt in Dänemark. Und deswegen ist es richtig, dass hier extra jetzt Gelder auch zur Verfügung gestellt werden, um ja in eine gemeinsame Produktion von Drohnen zu investieren. Aber das ist natürlich bei weitem nicht genug. Die Ukrainer befürchten außerdem, dass dieses Geld nicht zusätzlich kommt, sondern de facto im nächsten Jahr fehlen wird. Und das Delta, also der Unterschied zwischen dem, was die Amerikaner mal ursprünglich finanziert hätten und was heute nur möglich ist, ist eben weiterhin groß. Und die Ukraine ist unter Druck. Die Angriffe nehmen aus Russland ständig zu. Und deswegen ist der Wunsch nach Hilfe und Unterstützung finanziell sehr groß, aber eben auch mit Blick auf Abwehr, Luftabwehr. Jeder eigentlich, mit dem man spricht, spricht über den Taurus.

Sprecher 6: Nach dem Taurus frage ich Sie jetzt gleich noch, weil das ja auch ein guter alter Bekannter ist, der uns immer wieder begegnet oder der uns hier heute überall begegnet ist. In Ihren Gesprächen jetzt im Bereich der Drohnenabwehr und auch sozusagen der Drohnenentwicklung vielmehr das Stichwort der Kooperation mit deutschen Unternehmen und auch sozusagen der... Frage, ob man nicht nur die Ukraine, sondern auch andere Länder irgendwie mit dieser Technologie von hier aus... versorgen kann.

Sprecher 7: Es ist offensichtlich, dass die Ukraine und ihre eigene Produktion in dem Bereich technologisch den anderen Europäern voraus ist oder auf jeden Fall sehr gut ist. Und deswegen ist natürlich Sinn macht, dass man hier gemeinsam kooperiert für Drohnen, die sowohl der NATO helfen, das NATO-Territorium zu verteidigen, aber eben auch natürlich der Ukraine täglich ihre Gebäude, ihre Bürgerinnen und Bürger zu verteidigen. Deswegen machen hier Kooperationen Sinn, für uns technologisch, für die Ukraine natürlich, damit man es noch größer hochziehen kann. Weil momentan gibt es eine Drohnenüberlegenheit Russlands. Also die Anzahl der Drohnen, die täglich auf die Ukraine kommt, ist einfach sehr groß. Und deswegen geht es ja schon auch am Ende um die Masse. Und dabei kann wiederum die EU helfen.

Sprecher 6: Der Taurus ist... Aus der innenpolitischen Debatte in Deutschland weitgehend verschwunden. Sie waren heute im Außenministerium beim ukrainischen Außenminister. Sie haben mit Abgeordneten der Rada gesprochen. Und in beiden Fällen begegnet einem sofort der Wunsch und die Forderung nach diesem Waffensystem. Was müsste denn aus Ihrer Sicht die deutsche Antwort darauf sein?

Sprecher 7: Offensichtlich ist ja interessant zu sehen, dass Herr Merz, als er noch Oppositionsführer war, den Taurus, glaube ich, jeden zweiten Tag gefordert hat und Herrn Scholz damit auch getrieben hat oder auf jeden Fall das in der deutschen Debatte konstant vorangetrieben hat. Aber seit er Kanzler ist, habe ich zumindest davon nichts mehr gehört. Und offensichtlich geht es ja darum, wie man stärker den Luftraum, in der Ukraine auch mit schützen kann. Am Ende ist das die Debatte, wo wir eine Aufgabe haben, als OPA gemeinsam zu überlegen, wie wir diesen Raum stärker schützen können, ob das dann Taurus ist oder etwas anderes. Aber der Bedarf in der Ukraine nach Abwehr, aber auch nach Kräften, die am Ende ja auch unser eigenes NATO-Gelände schützen können, ist groß.

Sprecher 6: Die Rüstungsunterstützung durch die EU ist das eine, aber die Ukrainer haben auch noch andere Erwartungen an die EU, oder?

Sprecher 7: Sehr deutlich ist hier die Hoffnung und wirklich der Wunsch, dass die Europäische Kommission und die EU jetzt das erste Kapitel, den ersten Teil der wirklichen EU-Beitrittsverhandlungen eröffnet. Das wird momentan unter anderem durch Ungarn blockiert. Kann sich jeder denken, warum, weil sie es einfach nicht wollen. Aber es ist sehr wichtig für die Bevölkerung. Sie erinnern sich, der Maidan, damals fing alles an mit dem Wunsch, nach Europa zu kommen, Teil der europäischen Welt, der Demokratie zu sein. Und deswegen wäre es ein sehr, sehr wichtiges Zeichen, auch zum Durchhalten hier, wenn jetzt diese ersten Schritte gegangen werden könnten. Und Herr Merz könnte bestimmt noch etwas mehr Druck auch auf Ungarn ausüben.

Sprecher 8: This is a CBS News special report. I'm Jessie Mitchell in New York. The U.S. Government is now officially shut down, partially.

Sprecher 9: And breaking tonight, the clock says just after midnight, the shutdown has begun. Democrats refusing to back a Republican plan to fund the government before the midnight deadline. Leaders on the right say it is all political theater.

Sprecher 10: Democrats say they want Medicaid cuts restored and to keep health insurance premiums from going up for millions.

Sprecher 11: They'd rather shut the government down than protect the health care of the American people. That's unfathomable.

Sprecher 2: Seit sechs Jahren befinden sich die USA mal wieder in einem Shutdown. Ein erheblicher Teil der Regierung. Wurde auf Eis gelegt. Republikaner und Demokraten konnten sich nicht auf einen Übergangshaushalt einigen. Deshalb gibt es jetzt eine Haushaltssperre.

Sprecher 3: Grund ist wieder einmal Obamacare, die Gesundheitspolitik. Die Demokraten wollten, dass die Kürzungen, die Trumps Regierung geplant hatte, für einkommensschwache Menschen wieder zurückgenommen werden. Und Trump wirft wiederum den Demokraten vor, dass die angeblich vor allem Einwanderer ohne Papiere eine Gesundheitsversorgung bieten wollen.

Sprecher 2: Shutdown, das klingt ziemlich hart und das ist es in der Tat auch. Es bedeutet nämlich einen Auszahlungsstopp bei den Bundesausgaben in der amerikanischen Verwaltung. Institutionen, die nicht systemrelevant sind, ein Wort, das wir aus der Pandemie kennen, die müssen schließen oder ihre Mitarbeiter... weiter in den Zwangsurlaub schicken. Ja, und es kann eben auch vorkommen, dass Beamte erstmal kein Geld bekommen. Sobald es dann wieder einen Haushalt gibt, bekommen sie das rückwirkend erstattet. Aber auch in Deutschland, wo im vergangenen Jahr die Ampel sich nicht auf einen Haushalt einigen konnte, da lief alles vollkommen normal weiter. Das ist in Amerika schon deutlich anders.

Sprecher 3: Für Kongressmitglieder und auch den US-Präsidenten selbst ändert sich allerdings nichts. Die bekommen übrigens weiter ihr reguläres Gehalt. Und wie es weitergeht? Naja, der Shutdown bleibt so lange bestehen, bis man sich eben in beiden Kongresshäusern auf einen neuen Haushalt einigt mit der Trump-Administration. In der ersten Amtszeit war es auch übrigens bei Donald Trump, als es schon mal einen Shutdown für fünf Wochen gab. Das war der bisherige Rekord in den USA.

Sprecher 2: Trump hatte die Demokraten gewarnt, es zu einem Shutdown kommen zu lassen. Vor Reportern hat er neulich regelrecht gedroht, Dinge zu streichen, Programme fallen zu lassen, viele Menschen zu entlassen. Hören wir mal rein, was er den Demokraten gesagt hat.

Sprecher 12: We can do things during the shutdown that are irreversible. That are bad for them and irreversible by them, like cutting vast numbers of people out, cutting things that they like, cutting programs that they like. They're taking a risk by having a shutdown because of the shutdown, we can do things medically and other ways, including benefits. We can cut.

Sprecher 3: Ja, bei den Demokraten hört sich das ganz anders an. Der Haus-Minority-Leader Hakeem Jeff. Fries und Chuck Schumer haben in einem gemeinsamen Statement klargemacht, naja, es sei doch Donald Trump und die Republikaner, die jetzt den Shutdown zu verursachen haben, weil sie die Gesundheitsversorgung den Amerikanern nicht ermöglichen wollen. Also das Blame Game hat längst begonnen.

Sprecher 2: Und Probleme gibt es eben nicht nur im Land, Stichwort Entlassungen, wovor Trump gewarnt hatte, sondern es kann auch für Touristen Probleme geben. Flüge können verspätet sein oder gecancelt werden, weil die Flughäfen dort die Administration nicht mehr richtig arbeitet. Auch die Visa-Vergabe kann länger dauern. Die Hoffnung ist, dass House und Senate die Dinge nun auf die Kette kriegen, dass man eine Einigung findet zwischen Demokraten und Republikanern. Aber das ist natürlich in diesem gespaltenen Land äußerst schwierig. Nächste Woche soll das Repräsentantenhaus planmäßig wieder tagen. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es nun eine Sondersitzung gibt, um die Kuh vom Eis zu kriegen.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probiert es mit Frank. Ist ehrlich einfacher.

Sprecher 3: Kohle, Stahl und Bier sind verschwunden, aber der BVB ist geblieben. So hat es mal Reinhard Raubal formuliert, der ehemalige BVB-Präsident, übrigens SPD-Mitglied. Und es ging um Dortmund und Dortmunds lange Historie als sozialdemokratische Stammstadt. Das war 80 Jahre lang tatsächlich der Fall. Die SPD hat hier immer wieder gewonnen. Vergangene Wochenende dann die Zäsur. Erstmals hat ein CDU-Politiker, sein Name Alexander Omar Kaluti, die drittgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens gewonnen. Wie hat er das geschafft? Wie ist sein Rezept? Und was heißt das eigentlich für die Strukturwandelregionen in Nordrhein-Westfalen, wenn die SPD dort ihre Bastionen verliert? Wir freuen uns, dass er heute bei uns zu Gast ist, zum ersten Mal. Einen schönen guten Tag, hallo Herr Kaluti.

Sprecher 13: Einen wunderschönen guten Tag, Herr Bröcker.

Sprecher 3: Grüße nach Dortmund. Nach 79 Jahren gewinnen Sie als erster CDU-Politiker wieder das Rathaus. Da muss man ja erstmal fragen, was sind Sie für ein Typ?

Sprecher 13: Auf den Gottes Willen. Am besten beurteilen das andere. Ich würde mich mal als ziemlich ein Normalo bezeichnen. Ist ja eigentlich auch das Schöne an so einer Wahl gewesen, dass wirklich der Normalo plötzlich sich so einem politischen Wahlgang stellt und den auch noch gewinnt. Und das natürlich auch mit diesem Hintergrund von 79 Jahren SPD-Herrschaft. Hat schon irgendwie was sehr Interessantes, aber auf der anderen Seite ist es am Ende... Ein ganz normaler demokratischer Vorgang.

Sprecher 3: Das ist Ihre Analyse, warum die CDU jetzt ans Ruder darf. Wie viel Personenwahl steckt dahinter? Wie viel Frust über Herrn Westphal oder auch über den Strukturwandel in einer rauen Stadt, die irgendwie immer noch nicht so vielleicht nicht richtig auf die Beine kommt und jetzt mal ein anderer ran soll?

Sprecher 13: Also wegen des Strukturwandels muss ich sagen, da haben ja die... Vor Vorgänger von Herrn Westphal schon eine verdammt gute Arbeit geleistet. Das muss man einfach ganz klar anerkennen. Sie müssen sich vorstellen, Dortmund hat mittlerweile sieben Hochschulen, 19 Forschungsinstitute, die wirklich Champions League Charakter haben. Also da ist einiges geleistet worden. Wir sind eine Dienstleistungsmetropole mittlerweile. Wir haben sehr viele Hidden Champions. Aber wir müssen natürlich weitermachen und wir müssen wieder eine neue Story irgendwie für die Stadt aufbauen. Und das ist in den letzten fünf Jahren leider nicht passiert. Also die Probleme, die diese Stadt dann hat, gerade im Bereich Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung, die waren für jedem... sehr, sehr stark nachvollziehbar. Und von daher denke ich mir, war es so ein Sammelsurium oder eine Mischung aus allem Möglichen, die dann zu diesem Wechsel beigetragen haben.

Sprecher 3: Sie haben eine interessante Vita, auf die ich gerne nochmal eben eingehen möchte, bevor wir nochmal über Dortmund sprechen, Herr Kaloti. Erstmal, Sie haben eine Theaterausbildung gemacht, das kann doch in der Politik sicher helfen, oder?

Sprecher 13: Kann es schon. Also ich habe ja so ein bisschen so eine zweigeteilte... Ich war einmal auf einer Schauspielschule, auf der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Da habe ich eine Schauspielausbildung gemacht. Und dann habe ich so einen Theaterwissenschaftsstudiengang am King's College in London und an der Royal Academy of Dramatic Arts gemacht. Also von daher... Im Bereich Dramaturgie wäre das dann angesiedelt gewesen. Und diese Mischung ist mit Sicherheit auch für Politik ganz gut anwendbar, will ich mal sagen.

Sprecher 3: Politik ist immer auch ein bisschen Drama.

Sprecher 13: Es ist auf jeden Fall immer ein bisschen Drama. Es hat auch immer sehr viel mit Dramaturgie zu tun, hat auch immer sehr viel mit Inszenierung zu tun. Am Ende kommt es auf die Inhalte an und das ist in jedem guten Theaterstück oder in jeder guten Oper, Genauso am Ende kommt es auf die spannenden Inhalte ein.

Sprecher 3: Aber so ganz einfach wird das ja nicht, das Amt, was Sie da jetzt übernommen haben. Wenn man nur mal in die Statistiken schaut, die Hälfte aller Befragten in der Umfrage von September gab an, mit der Sicherheit und Ordnung in Dortmund überhaupt nicht zufrieden zu sein. Es gibt eine Crack-Szene in der Innenstadt, es gibt Rechtsradikale im Norden, es gibt einen Hauptbahnhof, der zu dem gefährlichsten in Deutschland gezählt wird. Wo fangen Sie an?

Sprecher 13: Überall und gleichzeitig. Sie haben vollkommen recht. Wir haben in den letzten fünf Jahren leider Gottes wirklich eine ausufernde Drogenszene, Drogenkonsumszene. Die Crack-Epidemie von 2023, die ist nach wie vor sehr, sehr stark da. Ich auch die gesamte Drogenkriminalität. Es ist so, dass wir hier viel konsequenter auch dagegen vorgehen müssen. Da ist in den letzten Zeiten relativ wenig passiert. Wir müssen vermehrt eine Mischung hinbekommen aus repressiven Maßnahmen, aber gleichzeitig auch natürlich auch... Aus Hilfsmaßnahmen, weil die Menschen sind ja da und die Menschen, die brauchen Hilfe. Im Hinblick auf die Rechtsradikalen, da muss man allerdings sagen, da hat die Polizeistrategie gegriffen, die ist in Dortmund ganz gut unter Kontrolle, sodass wir uns so um dieses allgemeine Sicherheitsempfinden vermehrt kümmern müssen. Und da müssen wir ein klein wenig... aufrüsten. Was heißt ein klein wenig? Wir müssen ganz gewaltig aufrüsten. Wir haben für Kräfte für den kommunalen Ordnungsdienst in Dortmund gerade mal 78. In einer Stadt wie Dortmund, die ist 615.000 Einwohner stark, bräuchten wir eigentlich 200. Also von daher müssen wir da wirklich mehr Stellen schaffen.

Sprecher 3: Wo kommt das Geld herzu her?

Sprecher 13: Ich denke, das kommt unter anderem auch durch Einsparungen, durch Umschichtungen. Auch in unserem Haushalt. Wir müssen auf der einen Seite natürlich unser Sicherheitsproblem in den Griff kriegen. Wir müssen aber auch unsere finanziellen Einnahmen vertiefen bzw. Erweitern. Das heißt, wir müssen uns viel aktiver um die Ansiedlung von Unternehmen kümmern. Wir müssen... Dementsprechend auch Flächen dafür bereitstellen.

Sprecher 3: Ein Modell statt für Innovation und Zusammenhalt wollen Sie aus Dortmund machen. Das klingt sehr produktiv und trotzdem denkt man sich, wo sollen sie plötzlich die Gelder herhaben, bis sich Unternehmen ansiedeln, das dauert, das kann funktionieren, aber die Rahmenbedingungen, die eine Stadt leisten kann, sind es ja nicht alleine. Gleichzeitig gilt in ihrer Kasse das, was für die Hälfte der Kommunen in NRW gilt, nämlich zu wenig Geld drin. Also wo soll es herkommen?

Sprecher 13: Wir haben natürlich auch den Infrastrukturfonds, da wird es spannend sein, was wir dann vom Bund über das Land bekommen werden. Und natürlich müssen wir Prioritäten setzen. Wir müssen Prioritäten setzen in unserem Haushalt.

Sprecher 3: Sagen Sie mal ein Beispiel, wo weniger ausgegeben werden kann aus Ihrer Sicht.

Sprecher 13: Also ich muss ganz ehrlich sagen, Jetzt komme ich selbst vom Theater. Und jetzt hört sich das natürlich ein bisschen seltsam an, aber eine Diskussion über ein Schauspielhaus, das Stand heute 114 Millionen Euro kosten wird, finde ich ein wenig schwierig, weil wir eben ganz andere Ausgaben zu bewältigen haben. Da geht es um die Modernisierung von Schulen, da geht es um Kitas. Und da wäre ich dazu bereit zu sagen, okay, wir müssen da eine andere Lösung finden im Hinblick auf das Theater und Schauspiel. Ich würde auf jeden Fall nicht im Kulturbereich sonst... sparen, aber da müssen wir da in die Bereiche investieren, wo die Bevölkerung oder der Großteil der Bevölkerung den meisten Benefit haben wird.

Sprecher 3: Als ehemaliger Mitarbeiter eines Stadttheaters und gelernter Schauspieler können Sie sicherlich glaubwürdiger auch in der Kultur einsparen. Können Sie denn eigentlich auch als Mann, der in Libanon, in Beirut geboren ist, also als ein Mann mit Migrationsgeschichte, eine glaubwürdigere oder vielleicht sogar restriktivere Migrationspolitik machen?

Sprecher 13: Ich sehe durchaus auch von Migranten eine Art von Bringschuld, sich hier auch in dieser Gesellschaft zu verhalten. Also aktiv heimisch zu fühlen, sich einzubringen. Das fängt mit dem Erlernen der Sprache an. Das fängt auch an, dass man die Kinder dementsprechend auch in Kita schickt, um hier die Sprache zu lernen. Dass man sagt, Deutschland und Dortmund, das ist jetzt meine Heimat. Und hier will ich bewusst mich in diese Gesellschaft einbringen. Ich habe das ja eigentlich selbst vorgelebt. Jetzt muss ich sagen, natürlich, meine Mutter ist Deutsche, aber wir haben sonst oder Menschen mit Migrationshintergrund haben sonst in unserer Gesellschaft keine Chance. Und ich glaube schon auch, dass es helfen wird, dass die Maßnahmen, die im Bund... Jetzt langsam greifen, dass wir erstmal eine Reduktion haben, die uns aber hier vor Ort erlaubt, die Menschen, die jetzt hier sind, endlich richtig zu integrieren, eben mit Sprachkursen, mit frühkindlicher Bildung, damit die, die jetzt da sind, bessere Chancen haben als...

Sprecher 3: Jetzt sagen Sie, Sie wollen eine andere Migrationspolitik machen. Heißt das restriktiver oder heißt das auch, Sie wollen gerade dafür sorgen, dass die durchaus ausländerkritische Rhetorik, die wir in den letzten Monaten in der deutschen Migrationstheorie erlebt haben, dass das in der eine konstruktivere Debatte führt?

Sprecher 13: Wir haben in den letzten Zeiten, ich würde mal sagen in den letzten fünf Jahren oder vier Jahren, also mehr oder weniger uns immer so an den jeweiligen Polen bewegt. Das war auf der einen Seite alle Ausländer, ich überspitze das jetzt mal ein bisschen polemisch, alle Ausländer sind toll und sind eine Bereicherung. Oder alle Ausländer sind schlecht und müssen so schnell wie möglich irgendwie wieder zurückgeschickt werden. Ich glaube, wir müssen uns davon verabschieden, weil das nicht weiter hilft. Wir brauchen hier eine gute Mitte. Wir müssen den Menschen sagen, wir wollen, dass ihr hierher kommt. Wir brauchen euch auch. Aber wir können schon auch erwarten, dass ihr bestimmte Formen und Vorstellungen, die wir hier haben, wie eben Toleranz, wie auch eine gewisse Annahme von unserem Way of Life, dass ihr den euch zu eigen macht. Denn nur so können wir auch eine moderne und auch weiterhin offene Gesellschaft zusammen miteinander leben.

Sprecher 3: Eine Frage habe ich noch. Ein berühmter Dortmunder Philosoph, Reinhard Raubal, sein Name war mal BVB-Präsident, hat mal den wunderbaren Satz gesagt, Dortmund, das ist eigentlich Kohle, Stahl, Bier und Borussia. Wenn Ihre Amtszeit beendet ist, Herr Kalotti, was sind dann die vier Begriffe, die man gerne nennen sollte? Borussia wird wahrscheinlich bleiben.

Sprecher 13: Borussia wird bleiben, auf jeden Fall.

Sprecher 3: Das Bier auch?

Sprecher 13: Da würde ich sagen, nee, da würde ich sagen, Dortmund, das ist Borussia, Kultur und Innovation.

Sprecher 3: Herr Kaloti, wir sind gespannt, was Sie aus der Stadt machen und werden sicherlich nochmal wieder durchklingen und fragen, wie es gelaufen ist. Vielen Dank für dieses Gespräch.

Sprecher 13: Sehr gerne und ich bedanke mich bei Ihnen. Vielen, vielen Dank.

Sprecher 2: Mick, heute schon gefrühstückt?

Sprecher 3: Tatsächlich ja, und zwar einen schwarzen Kaffee, tiefschwarz. Black is beautiful, mehr muss es bei mir nicht sein. Aber du hast ein gutes Thema angesprochen, denn britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages nicht nur ist, sondern man im Idealfall auch noch 50 Gramm Walnüsse zu sich nehmen sollte, damit man tatsächlich schlauer ist. In dieser Studie wurde nämlich geguckt, wie sich diese Superfoods, und dazu gehören offenbar die Walnüsse, auf Jugendliche auswirkt. Und siehe da, 50 Gramm am Morgen haben dazu geführt, dass das Gedächtnis und die Reaktionsgeschwindigkeit dieser Probanden deutlich besser waren als bei der Vergleichsgruppe ohne Walnüsse.

Sprecher 2: Guck mal, das ist wirklich lustig, weil ich als Kind auch immer dachte, Walnüsse machen schlauer. Ich dachte es aber nicht. Vielleicht hat es mir irgendjemand erzählt, dass es so ist. Ich dachte es aber deswegen, weil Walnüsse ja so ein bisschen aussehen wie ein Gehirn.

Sprecher 3: Stimmt, du hast völlig recht. Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Jedenfalls liebe ich sie auch, bin auch ein Nuss-Junkie, zusätzlich zum Lakritz-Junkie und werde vielleicht meine Frühstücksgewohnheiten jetzt wieder neu überdenken.

Sprecher 2: Kaffee mit Nuss.

Sprecher 3: Breakfast at Bubrovsky. Morgen am Freitag, am 3. Oktober, eine besondere Ausgabe von Table Today ab 5 Uhr mit Sven Schulze, dem Spitzenkandidaten der CDU in Sachsen-Anhalt. Es geht natürlich um Ost und West und die Einigung. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind.

Sprecher 2: Tschüss. Eine Ehre.

Sprecher 4: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.